Zürcher Sinologie-Professoren ist für solche Erkenntnisse unbedingt zu danken, oder …

 

Anderswo in der Wissen­schaft feiert das natio­na­lis­ti­sche Revival in Xi Jinpings Volks­re­pu­blik indessen munter digi­tale Urstände. Ohne allzu vernehm­bare Proteste der inter­na­tio­nalen Forschungs­ge­meinde erschien bereits im vergan­genen Sommer in der in den USA publi­zierten Zeit­schrift WIREs Data Mining Know­ledge and Disco­very eine vom Chine­si­schen Natio­nal­fonds gespon­serte Studie, in der ein soge­nanntes „sparse representation“-Verfahren zur Iden­ti­fi­ka­tion einer T-förmigen Gesichts­re­gion vorge­stellt wird, das ethni­sche Zuord­nungen im Milli­se­kun­den­be­reich erlaubt. In Abwe­sen­heit verläss­li­cher Para­meter wie Haut­farbe und -textur, so die Autoren, erlaube es der beschrie­bene machine lear­ning-Algo­rithmus, Uighuren, Tibeter und Koreaner treff­si­cher von der Han-chinesischen Mehr­heits­be­völ­ke­rung zu unter­scheiden. Die Methode habe „in einer globa­li­sierten Welt“ grosses Anwen­dungs­po­ten­tial bei Grenz- und Zoll­kon­trollen und im Bereich der „öffent­li­chen Sicher­heit“. Spätes­tens beim staat­li­chen Einsatz einer digi­talen Kranio­logie dieses Typs stossen die harmo­ni­schen Verheis­sungen einer gemein­samen sino-tibetischen Urheimat und die harm­losen Selbst­er­kun­dungs­ver­spre­chen von „23 and me“ an harte ethi­sche Grenzen. Honi soit qui mal y pense.

 

Zu „Digitalisierung” hier mehr …

Zu „Nationalismus” hier mehr …

Siehe auch: „Die Mitmacher II” …,

… „Wir hoffen auf die Wissenschaft, haben aber noch nicht begriffen, dass die meisten Wissenschaftler lediglich dem Zieldenken verfallen sind …” …,

… „… Sie ziehen alle Register, um weiter so zu machen. Egal wie …

 

 

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