„… Womit ich aber ein Problem habe, ist, dass Europa mehr und mehr mit der EU gleichgesetzt wird. …“

 

… oder: Solchen Künstler an die Macht – EU-Politiker nach Elba, oder …

 

Jede Kritik an der EU wird als antieuropäisch ausgelegt. Es wird ständig so getan, als hätte die EU Europa erfunden, als würde das Ende der EU auch das Ende Europas bedeuten. Wenn ich Europa sage, meine ich die kulturellen und geistigen Werte einer gemeinsamen jahrtausendealten Geschichte, die uns zutiefst geprägt haben und verbinden – nicht dieses „Konstrukt aus Schuldnern und Bankern“, wie Vranitzky die EU einmal genannt hat.

STANDARD: Was ist für Sie das Gemeinsame in Europa?

Helnwein: Der kulturelle Höhepunkt der Menschheit hat nach meinem Verständnis in Europa stattgefunden, und zwar in der Zeitspanne von der Gotik bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war eine Explosion an Kreativität wie niemals zuvor irgendwo auf der Welt: in der Baukunst, der Musik, der Malerei, der Literatur und der Philosophie. Es ist das große Wunder der Menschheitsgeschichte. Für mich ist das aber auch mit Wehmut verbunden, weil es gerade zugrunde geht. Wir treten in ein völlig neues Zeitalter ein.

 

 

 

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