„… Wenn wir dieses Trauma Schicksal nennen, akzeptieren wir seine Nicht-Aufarbeitung womöglich auf eine fatale Weise und verpassen eine wichtige Möglichkeit, die unser Leben eigentlich bereithält. …“

 

Was kommen muss, muss eben nicht kommen. Gewiss haben wir in der Zeit vor unserem Leben – die indisch-spirituelle Tradition nennt sie Devachan – maßgebliche Konstellationen unseres Lebens in gewisser Weise programmiert (womit zusammenhängt, dass wir auf Menschen treffen, von denen wir das Gefühl haben, sie seien uns vollkommen vertraut); aber es ist falsch anzunehmen, ein Programm könne nicht umgeschrieben werden.

Viele Menschen leben zudem ein Leben, das nicht ihren Vorstellungen entspricht und den Möglichkeiten, die sie vor ihrem Leben im Devachan gesehen und sich zu leben vorgenommen hatten. Wenn das so ist – und ich gehe davon aus -, dann muss es genauso die Möglichkeit geben, die Grenzen des Vorstellbaren in eine positive Richtung zu überschreiten.
Ganz davon abgesehen, dass eine innere Haltung, die nicht unserem wahren Wesen entspricht, dazu führen kann, dass wir fälschlich annehmen, dem Schicksal Genüge tun zu müssen oder ihm ausgeliefert zu sein. Solch eine Haltung kann zusammenhängen mit Kindheitserlebnissen, die uns geprägt haben und die wir nicht in der Lage waren aufzuarbeiten. Wir folgen dann einem Schicksal, das in Wirklichkeit dieses große Wort nicht verdient, sondern auf ein Trauma unseres Lebens zurückzuführen ist. Wenn wir dieses Trauma Schicksal nennen, akzeptieren wir seine Nicht-Aufarbeitung womöglich auf eine fatale Weise und verpassen eine wichtige Möglichkeit, die unser Leben eigentlich bereithält. …

 

 

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