„Vor 100 Jahren wurde die NSDAP gegründet …“

 

Aus den Quellen

Aus einem Brief des Historikers Max Lenz anlässlich der Gründung der Deutschen Vaterlandspartei (2. September 1917):

»Möglich, dass sich danach ein Chor von so starker Resonanz bildet, um dem Stumpfsinn und der Mattherzigkeit unserer Quasi-Reichsvertreter zu imponieren und die Flaumacher in Berlin oben und unten zum Schweigen zu bringen. Das Beste wäre ja wohl […], in der Wilhelmstraße Gas abzublasen, leider sind so scharfe Mittel nur an der Front möglich.

«Aus einem Brief Anton Drexlers und Adolf Hitlers vom 1. März 1920:

»Wir können uns kein anderes Ziel denken, das irgendwie geeignet wäre, uns im Inneren zu befriedigen, wenn nicht das Ziel, dem deutschen Volke die Stellung auf dieser Erde zu geben, die ihm kraft seiner Zahl und seiner Kultur gebührt.

«Aus einer Rede Hitlers am 6. April 1920:

»Wir wollen keine Gefühlsantisemiten sein, die Pogromstimmung erzeugen wollen, sondern es beseelt uns die unerbittliche Entschlossenheit, das Übel an der Wurzel zu packen und mit Stumpf und Stiel auszurotten. Um unser Ziel zu erreichen, muss uns jedes Mittel recht sein, selbst wenn wir uns mit dem Teufel verbünden müssten.«

Am 17. Dezember 1922 urteilt ein bayerischer Politiker in der Central-Vereinszeitung der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens über den Namen der NSDAP:

»Fünf Worte und fünf Unwahrheiten; es nennt sich Partei und will zugleich alles Partei- und Parlamentswesen abschaffen. […] Darum nennt sie sich national und stößt in blindwütigem Hass wertvolle Helfer am Wiederaufbau des Vaterlandes zurück, nur weil sie Juden sind und deshalb in den beschränkten Volksbegriff der Rassefanatiker nicht passen. […] Sozialistisch nennen sich die Herren und verfolgen doch jeden Sozialisten mit wütendem Hass. Deutsch geben sie vor zu sein, nehmen aber ihre Ideale und Methoden von den italienischen Faszisten, den bittersten Verfolgern des Deutschtums in Südtirol, und scheuen sich auch nicht vor Ideenverbindungen mit Franzosen und anderen Feinden Deutschlands, sofern nur gemeinsamer Hass gegen alles Jüdische sie zusammenführt.«

Clara Zetkin urteilt im März 1923 über das politische Programm der Faschisten:

»Der gegenwärtige Staat soll ersetzt werden durch eine Art geschlechtsloses Wesen, das über den Parteien und Klassen steht. Das Programm variiert nicht nur von Land zu Land, sondern selbst innerhalb eines Landes. Dass der Faschismus in Italien siegen konnte, beweist, dass es nicht der verschärften Zerrüttung durch die Niederlage, wie sie in Deutschland eingetreten ist, bedurfte, um ihm den Boden zu bereiten. Mussolini gründete seine ersten Organisationen im März 1919 mit einem ausgesprochen republikanischen Programm, das der Groß- und Kleinbourgeoisie die schönsten Versprechungen machte. Tatsächlich wurde aber nur ein Programmpunkt vom ersten Tag bis heute festgehalten: die bittere Feindschaft gegen die sozialistischen Arbeiterorganisationen.«

 

Siehe auch: „Der deutsche Thüringen-Putsch offenbart die politische Zukunft der EU …

 

 

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