„… Und worin besteht jetzt genau der Vorteil der EU lieber Philosoph? …“

 

… oder: Wenn es die Schweizer Leserbriefschreiber und ihre JOURNALe nicht schon gäbe, müsste man dem lieben Gott sofort den Befehl erteilen, sie zu erschaffen, oder …

 

Im Manifest hat’s kaum Konkretes. Ausser kein Krieg seit damals. Mit Ausnahmen. Und: Könnte es nicht auch sein, dass der Friede in Europa seit 1945 den beiden Kriegen davor geschuldet ist und mit der EU wenig zu tun hat. Adenauer und de Gaulle begannen miteinander zu sprechen mit dem Horror der beiden Kriege vor Augen. Ohne EU.

Heute hat sich jener Horror verflüchtigt, was nach neuer Motivation hinsichtlich EU verlangt. Bitte, sehr konkret: Unionsbürger z.B. können in einem anderen Mitgliedsland arbeiten und leben. Dank des Freizügigkeitsabkommens ist das relativ einfach möglich. Dieser Austausch könnte funktionieren, wenn die Mitgliedstaaten wirtschaftlich gleich auf wären. Italiener gehen nach Polen, Polen arbeiten in Holland, Holländer geniessen das Arbeiten in Frankreich. Wie in kommunizierenden Gefässen wird der Ausgleich geschaffen. Aber wenn die wirtschaftlichen Unterschiede zu gross sind, fliesst der Ausgleich immer in die gleiche Richtung. Osteuropäer zogen in den Norden Englands, arbeiteten dort fleissig und wurden trotzdem nicht akzeptiert. Der ansässige Arbeiter fühlte sich verdrängt und stimmte für den Brexit (Suche den Fehler!). Oder: An der deutsch-französischen Grenze gibt es die Grenzgänger zwischen den Ländern. Das finden Europaparlamentarier und Minister und die Bevölkerung gut. Nur leider haben die zuständigen Beamten nicht dafür gesorgt, dass die Diplome anerkannt werden. Diese zwei Beispiele zeigen, wie Merkel, Macron, ihre Staatsbeamten und weitere Regierungen Abkommen schliessen, ohne sich deren Konsequenzen bewusst sein zu wollen (siehe auch Dublin-Abkommen).

Hauptsache sie sehen gut aus. Vor den Kameras.

Neben der Personenfreizügigkeit gibt es auch den freien Handel. Eine schöne Idee. Nur leider profitiert der angestellte Arbeiter kaum davon. Der grosse Gewinn fällt zum Unternehmer, zu multinationalen Konzernen, zur Finanzwirtschaft, während dessen die Kassiererin um ihren Job bangt, die Renten kaum mehr zum Überleben reichen und die Krankenschwester den dementen Multimillionär für Geld, das kaum mehr für ihre Miete reicht, pflegt und bettet. Trotz Lehrermangel steigen die Löhne der Lernbegleiter in der entwickelten Schule kaum. Im Gegenteil. Man spart. Am falschen Ort. Eine grosse Diskrepanz zum Verhältnis zur Systemrelevanz der Lehrer. Die Marktwirtschaft versprüht ihre Asozialität auf die europäischen Arbeiter und Angestellten. Und weil diejenigen, die davon profitieren, auch die Steuerungsmacht haben, gibt’s keine Korrektur zu vernünftiger Zeit. Der Aufruf der Intellektuellen sich dem Erbe Ersamus, Comenius oder Goethes verpflichtet zu fühlen, muss in den philosophischen Salons der telegenen Schöngeistigkeit oder den Talkstunden in Zeiten um Mitternacht verpuffen, wenn das Benzin teurer wird, die Krankenkassenprämien steigen, die Rente sinkt, weil die Bankgesellen vor Jahren das Finanzsystem an die Wand gefahren haben, jetzt wieder ihre Millionensaläre kassieren und in Davos ihr Safeguarding Our Planet in die Welt posaunen. Unsere Welt sichern, lautete ihre Devise. – Und mit unsere meinen sie die ihre. – Die freie Marktwirtschaft wurde zu frei. Agrarkonzerne zerstören die Binnenmärkte in Afrika und das Milchpulver der EU lässt den kolumbianischen Bergbauern verzweifeln.

Und die Erde hustet.

Die hohe Politik macht Politik für Bürger der sozialen Schichten oben und ist selten Partner der Mitte. Diese hüllt sich in die gelben Westen, wählt Populisten, glaubt an Putin oder verherrlicht vermeintliche oder echte Despoten, um denen da oben zu zeigen: Hallo, die Mitte will auch leben. Oder sie sehnt sich nach Verschwörungen. Und zweifelt an der Demokratie. So wird Stress verdinglicht zur Beruhigung und Egozentriker in der Form von Führern verdichten den schwelenden Frust nicht nur den der Mitte. Bis zur nächsten Katastrophe.

 

( Aus dem Forum dazu … )

 

Siehe auch: „… Auf diesem beliebten Weg der deutschen Wirtschaft hätte Hitler beinahe gesiegt. Er wurde vor Leningrad geschlagen. Seine Wiedergänger proben ihre Rollen.” …,

… „Er kommt wieder – und alle machen wieder mit, oder …” …,

… „Die Aufrüstungspolitik Deutschlands unter einer neuen GroKo” …,

… „… Dadurch stützen deutsche und europäische Intellektuelle die Strategie der etablierten Parteien, die hinter den Nazis die eigene Verantwortung für deren Erstarken verstecken wollen.

Zur „EU” hier mehr …

 

 

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