Showdown auf dem Balkan …

 

… oder – Berliner und Brüsseler Unfähigkeiten: „… dann wird sich auch das Völkerproblem, welches in dieser Zeitepoche der Mitte Europas gestellt ist, lösen können. …

 

Die Anklage gegen den kosovarischen Präsidenten Hashim Thaçi erfolgt zu einer Zeit, zu der sich Berlin und die EU auf der einen sowie Washington auf der anderen Seite im Kosovo erstmals ganz offen bekämpfen. Begonnen hat dies im Oktober 2019, als US-Präsident Donald Trump den damaligen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zusätzlich zum Sondergesandten für die Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo ernannte. Grenell hatte den Auftrag, in hohem Tempo eine ökonomische Annäherung zwischen Belgrad und Prishtina durchzusetzen. Als Motiv gilt unter Beobachtern einhellig der Wunsch der Trump-Administration, vor den Wahlen einen vorzeigbaren außenpolitischen Erfolg zu erzielen. Grenell konnte im Februar tatsächlich ein Abkommen über den Ausbau direkter Verkehrsverbindungen zwischen Serbien und dem Kosovo erreichen.[1] Die praktische Umsetzung gilt jedoch als ungewiss. Höhepunkt der außenpolitischen Inszenierung sollte ein öffentlichkeitswirksames Gipfeltreffen von US-Präsident Trump mit dem Präsidenten Serbiens, Aleksandar Vučić, und dem kosovarischen Präsidenten Thaçi an diesem Samstag werden, auf dem das Weiße Haus eine weitere Annäherung zwischen den beiden Seiten verkünden wollte. Der wirkliche Gehalt der vorgeblichen Annäherung war freilich nicht recht klar: Serbien ist weiterhin nicht bereit, die völkerrechtswidrige Abspaltung des Kosovo anzuerkennen.

 

Siehe auch: „Wo siegen welche Werte?” … u.a. …

 

 

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