„… Riesige Teppiche aus Plastik treiben auf den Welt­meeren, manche so gross wie kleine Inseln. …“

 

… oder: Frau Freitag, ich halte unbedingt zu Ihnen …

 

In unzu­gäng­li­chen Unter­was­ser­tä­lern und auf den von Menschen­hand unbe­rührten Meeres­böden schlum­mern Millionen Tonnen an Kunst­stoff­ge­gen­ständen in ewiger Nacht. Langsam zerreibt der Wellen­gang das Plastik zu mikro­sko­pisch kleinen Parti­keln, die Seite an Seite mit Algen und Plankton im Salz­wasser schweben und sich längst in die Nahrungs­kette einge­klinkt haben. Auf diesem Weg wandert der Abfall in Meeres­früchten auf unsere Teller, in unsere Mägen, in unser orga­nisch Innerstes. Plastik, aus Erdöl gewonnen, in Labors entwi­ckelt, mittels chemi­scher Prozesse der Natur abge­trickst: Ein Fremd­körper, so scheint es, eine Meta­pher für den Gegen­spieler des Lebens, ein granu­lares Stück Anti­natur.

Die Plasti­fi­zie­rung des Lebens

Dabei war Plastik in der zweiten Hälfte des vergan­genen Jahr­hun­derts der Rohstoff tief­grei­fender Umwäl­zungen. In den 1930er Jahren konnten Chemiker in Labo­ra­to­rien deut­scher Gross­un­ter­nehmen erst­mals ther­mo­plas­ti­sche Kunst­stoffe herstellen: Poly­styrol, Poly­acry­ni­tril und das bekannte Poly­vi­nyl­chlorid (PVC). Diese Ther­mo­plaste über­trafen in ihrer Form­bar­keit jeden anderen Stoff, und bald zeigte sich, dass ihre Anwen­dungs­be­reiche gren­zenlos sind. Das Ausgangs­ma­te­rial liess sich erhitzt in jede erdenk­liche Form pressen, und unter Beigabe beson­derer Zusatz­stoffe konnten alle mögli­chen Härte­grade erreicht werden.

 

Youtube zu: „Eddy Arnold, The Tennessee Plowboy And his Guitar: Texarkana Baby / Bouquet of Roses. Die erste kommerziell erhältliche 45-rpm-Vinyl-Single, erschienen in den USA im März 1949; Quelle: Sammlung E. Keller.”

Siehe auch: Picasso 1964 – „Computer sind nutzlos, sie können nur Fragen beantworten.”

 

 

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