Geist- und seelenloses Pack allerorten …

 

Lippische Landes-Zeitung, 15.08.2018:

Leserbriefe / Was maßt sich Behörde an?

Zum Bericht und Kommentar „Die Angst sitzt im Nacken“, LZ vom 25. Juli

In was für einem Rechtsstaat leben wir eigentlich, und in was für einer Stadt? Da will die Stadt Detmold eine Mutter nach unvorstellbar erfahrenem Leid wieder zurückschicken in das Land, in dem sie diesen Horror erleben musste. Der Beitrag von Marianne Schwarzer über die Angst im Nacken und der Kommentar dazu hätten eigentlich eine Protestflut seitens der Bürger und Leser, gerichtet an die Stadt Detmold, lostreten müssen. Aber was kam? Nichts, keine Reaktionen nur ein einziger Leserbrief, dafür aber endlos viele Meinungen, Kommentare und Stellungnahmen zu Herrn Ö.

Was maßt sich die Ausländerbehörde der Stadt Detmold an, wer arbeitet dort und glaubt, über ein Menschenleben und ein solches Schicksal entscheiden zu können? Oder entscheiden dort nicht Menschen, sondern Systeme mit einem programmierten Algorithmus, einem Schablonendenken ohne Empfindungen?

Helge Pietsch, Detmold

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Lippische Landes-Zeitung, 15.08.2018:

Leserbriefe / Amt richtet über Schicksale

Zum Kommentar „Es geht um die Menschlichkeit“, LZ vom 25. Juli

Eine Mazedonierin, die massive sexuelle Gewalt in ihrem Heimatland erlebt hat, ist nach Deutschland geflohen und jetzt von der „Abschiebung“ zurück an die Orte ihres Martyriums bedroht. LZ-Redakteurin Marianne Schwarzer appelliert an die zuständige Ausländerbehörde in Detmold, der 42-Jährigen den weiteren Aufenthalt in der Bundesrepublik zu gestatten.

Den „Unbeteiligten“, der durch die LZ-Lektüre von den Umständen dieses „Falles“ erfährt, erfasst ein heiliger Zorn angesichts der Tatsache, dass letztendlich eine Behörde über das weitere Schicksal eines in äußerster Not befindlichen Menschen entschiedet. Wobei man schon gern wissen würde, wer im Detmolder Ausländeramt zum Schluss den Daumen nach oben oder unten streckt. Der Leiter oder die Leiterin?

Seit 13 Jahren hat unser Land eine Regierung, deren größte Partei sich christlich nennt. Trotzdem gibt es gesetzliche Regelungen, die es zulassen, dass Menschen wie die Mazedonierin „Maria“ durch einen bürokratischen Akt aus der Bundesrepublik „entfernt“ werden. Das ist so pervers, dass man nicht begreifen will, dass die meisten von uns mit einem Achselzucken darüber hinweggehen.

Ihre Redakteurin Marianne Schwarzer hat das nicht getan, sie mischt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein. Solange allerdings eine schweigende Mehrheit einen immer härteren Kurs in der deutschen Flüchtlingspolitik goutiert, wird es weiterhin „Fälle“ wie den der Mazedonierin „Maria“ geben.

Uwe Tünnermann, Lemgo

 

(Alles zitiert von  hiergeblieben.de  , Hervorhebung G.Thr.)

 

 

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