„Friedensethik muss gelebt werden …“

 

Ethik im Völkerrecht und in den internationalen Beziehungen

von Florian D. Pfaff*

zf. Florian D. Pfaff hielt den folgenden Vortrag bei der Konferenz «Uran 238 – Konsequenzen der Bombardierung mit abgereichertem Uran im Jahr 1999» vom 17.–19. Juni 2019 in Niš (siehe oben).

Herzlichen Dank, sehr geehrter Herr Professor Nedeljkovic, lieber Velimir, für die freundliche Einladung, der ich natürlich sehr gerne gefolgt bin, und an die Organisatoren. Ich danke aber auch Ihnen allen, meine Damen und Herren, für Ihre Anwesenheit und Mitwirkung an dieser Konferenz.
Ich werde versuchen, in knapp zehn Minuten darzulegen, was aus meiner Sicht zum Phänomen der Ethik in den internationalen Beziehungen zu sagen ist. Zur Theorie, was sich im Völkerrecht findet, und zur heute anzutreffenden Praxis, inwieweit diese davon noch immer abweicht. Da ich leider kein Serbisch spreche, trage ich auf Deutsch vor. Besten Dank daher auch an die Übersetzer.
Ich möchte meine Aussagen in Form von vier Thesen formulieren.

– Ethik – Bestandteil der Kultur …

 

– Kriege ächten …

 

– Staaten müssen sich an Recht halten …

 

– Frieden einfordern

Vierte (und letzte) These: Konferenzen wie diese sind es, die diese Missstände einer breiteren Öffentlichkeit bewusst(er) machen. Würden die Menschen sich nicht nach einem Leben ohne Kriege, Angst vor Unterdrückung, Bespitzelung und Drohnenmorden sehnen, gäbe es weder die erwähnten internationalen Verträge noch Bemühungen um Entspannung. Besonders die USA haben sich weltweit den Ruf zugezogen, eine Schurken-Supermacht zu sein, und werden sich anstrengen müssen, falls sie diesen Ruf wieder loswerden wollen. Ob sie das wollen, kann ich nicht sagen. Sie müssten zunächst auf ihren Anspruch als alleinige Weltmacht verzichten und sich wieder auf das Niveau eines gleichberechtigten Staates «herablassen». Das ist aber ein demokratischer Gedanke, der zwischen New York und Los Angeles mehr gelebt wird als zwischen Washington und Moskau, Belgrad oder Bagdad. Direkt wird man die Supermächtigen wohl schwer dazu bewegen. Wir sollten daher zunächst selbst begreifen, dass es schlecht ist, seine Werte zu verraten und sein Heil im Gewaltexzess zu suchen. Wir sollten zusehen, unsere eigenen Eliten im «alten Europa» zu überzeugen, dass es sich in Frieden und Freundschaft besser leben lässt. Miteinander ist nicht nur besser, weil man dann selbst weniger Angriffsziel ist oder weil man dafür nicht lügen muss. Insbesondere besticht das Streben nach Freundschaft dadurch, dass man dafür nicht töten muss.
Ich danke Ihnen, dass Sie so lange geduldig zugehört haben.    •

*    Florian D. Pfaff (*1957 in München), Diplom-Pädagoge, ist ehemaliger Major der Bundeswehr. Während des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Irak im Jahr 2003 verweigerte er, unter Berufung auf die Nürnberger Prinzipien und die Uno-Charta, den Befehl. Er bekam in Deutschland Recht – wurde aber dennoch im Mai 2013 vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Er ist Autor von «Totschlag im Amt. Wie der Friede verraten wurde», 2008, ISBN 978-3-937245-03-4

 

Siehe auch: „«Uran 238 – Konsequenzen der Bombardierung von Jugoslawien mit abgereichertem Uran im Jahr 1999»- 2. Internationales Symposium in der  Universität Niš vom 17.6.-19.6.2019…” …,

Die Kriegführung hier gut dokumentiert …,

Die Geistlosigkeit hat viele, sehr viele Namen, oder …

 

 

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