Freie Waldorfschulen – Rechtsextremismus als Hausaufgabe

 

Die, wie jeder Kenner weiß, rotzverlogene Verkürzung des Problems auf nur eine Schule, hat menschheitsverbrecherische – deutsch und deutlich – ‚dornacher Methode’: Permanenter Terror wider den Geist.

 

Mindener Tageblatt Online , 24.06.2017 :

Freie Waldorfschule Minden – Rechtsextremismus als Hausaufgabe

24.06.2017 – 00.08 Uhr

Von Stefan Koch

Minden (mt). Die Freie Waldorfschule Minden wird im neuen Schuljahr 2017 / 2018 in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der nordrhein-westfälischen Waldorfschulen wieder dabei sein. Nachdem die Mitgliedschaft ruhte (das MT berichtete) und ein Aufarbeitungsprozess nach der Entlassung eines in rechtsextrem-esoterischen Kreisen verwurzelten Lehrers begann, stellte am Donnerstag das dafür zuständige Gremium der Öffentlichkeit die Ergebnisse vor. Mit sechs Mitgliedern war zuletzt diese Aufarbeitungskonferenz besetzt – jeweils zur Hälfte aus der Lehrerschaft und der LAG bestehend.

Die Vorgeschichte: Im April 2015 informierten Schülerinnen das Kollegium der Waldorfschule über erste Medienberichte wegen des Lehrers. Eine interne Recherchegruppe der Schule setzte sich mit dessen Publikationen auseinander. Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold deckte weitere Kontakte des Lehrers zu braunen Weltanschauungs- und Glaubenskreisen auf. Im Juni 2015 verlangten schließlich der Bund der Freien Waldorfschulen (Stuttgart) und die LAG, dass sich die Mindener Waldörfler von ihrem Lehrer trennen, der schon 20 Jahre bei ihnen war, als äußerst beliebt galt und Leitungsfunktionen innehatte. Hatte zunächst noch ein Großteil des Kollegiums hinter dem in Verruf geratenen Mitstreiter gestanden, wurde dieser im August 2015 entlassen.

Peter Bücker, als Lehrer Mitglied im Gremium, machte am Donnerstag deutlich, dass die Aufarbeitung nach diesem Schritt zunächst unzureichend verlaufen ist. Vor allem den Rechercheauftrag hätte die Schule in externe Hände legen müssen. „Ab Mai 2016 zeigte sich an Hand der Fragen der LAG und der mit der Aufarbeitung unzufriedenen Eltern, dass eine intensivere Arbeit notwendig ist.“ Nicht zuletzt hatte die LAG vor einem Jahr die Mitgliedschaft der Mindener Schule ruhen lassen. Der nächst Schritt wäre der endgültige Ausschluss gewesen.

„Große Sorge machte der Verlust des Namensrechtes bei Ausschluss aus dem Verband sowie die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr in die LAG möglich ist“, erklärte Agnes Sieg von der LAG, die ebenfalls dem Aufarbeitungsgremium angehört. Und Wilfried Bialik, auch von der LAG, merkte dazu an, dass es nie das Ziel gewesen sei, den Namensentzug zu erklären, sondern lediglich die Aufarbeitung zu betreiben.

Im November vergangenen Jahres traf sich dann die Aufarbeitungskonferenz, die zunächst noch aus 20 Personen bestanden hatte und aus Gründen der Verschlankung der Prozesse verkleinert wurde. Bei insgesamt zwölf Treffen wurde unter anderem an der Schaffung einer neuen Schulverfassung mit einem neuen Leitungsgremium gearbeitet und die Trennung von dem Lehrer weiter aufgearbeitet – wobei es noch ein begleitetes Treffen mit seiner ehemaligen Oberstufenklasse und ein späteres Betretungsverbot der Schule gab.

Auch weiteren Mutmaßungen über Verstrickungen der Freien Waldorfschule Minden in der rechten Szene wurde nachgegangen. Deren Grundbuchauszüge sowie Belege und Darlehen hatte ein Sprecher der LAG im Januar dieses Jahres geprüft und keine Hinweise auf finanzielle Verpflichtungen zwischen dem Lehrer oder rechtsextremen Gruppen entdeckt. Es wurden auch Darlehensverträge und andere Finanzzuflüsse gecheckt, ohne dass sich ein Befund ergeben hatte. Nicht zuletzt nahm sich die LAG auch die angrenzenden Flurstücke der Schule an der Haberbreede vor, da diese von Erweiterungsbauten hätten betroffen sein können. Dabei stellte sich heraus, dass diese nicht in Besitz einer der Schule nahestehenden Person sind.

Auch die Anfänge der Freien Waldorfschule Minden wurden auf rechtsradikale Netze durchleuchtet. Sabine Henke-Kohl von der LAG: „Es konnte geklärt werden, dass keine Gründungseltern im Freibund gewesen sind.“ Es habe lediglich Namensgleichheiten gegeben, die aufgeklärt werden konnten.

Auf Nachfrage aus dem Publikum, weshalb der Lehrer zu seiner Entlassung noch eine finanzielle Abfindung erhalten hatte, erklärte Bücker, dass es arbeitsrechtlich keine andere Lösung gegeben hätte. Mehrere Fachanwälte hätten geraten, mangels Erfolgsaussichten vor dem Arbeitsgericht, diese Zahlung zu leisten. Eine andere Frage ging dem Phänomen nach, dass vor zwei Jahren fast die komplette Lehrerschaft hinter dem stillen Anhänger braun-esoterischen Gedankenguts stand und sich nun komplett abgewandt habe. „Das ist ein Beziehungsproblem – viele kannten ihn schon seit Jahren“, sagte Henke-Kohl.

Wie sehr der Konflikt der Schule geschadet hatte, stellte sich bei der Nachfrage des pensionierten Waldorflehrers Hartmut Karge nach den Folgen aus Abmeldungen von Schülern heraus. Ursula Paulus, als Lehrerin ebenfalls im Aufarbeitungsgremium, berichtete von finanziellen Engpässen, weil Lehrerstellen frei finanziert werden müssen. Um den Fächerkanon zu halten und niemanden zu entlassen, haben sich die verbliebenen Pädagogen auf eine Gehaltsreduzierung um 20 Prozent verständigt, damit die Deckungslücke aufgefangen werden kann.

Auch in Zukunft will sich die Freie Waldorfschule Minden gegenüber rechten Tendenzen abgrenzen. Vor einer Woche hatte sie mit der Mobilen Beratung über eine weitere Zusammenarbeit gesprochen. Der Fächerkanon wird um das Thema „Sensibilisierung gegen Rechtsextremismus“ erweitert. Und mit dem Mindener Bündnis für Demokratie und Vielfalt ist eine Veranstaltung verabredet worden. Der Verein hatte bereits ab Sommer 2015 als Vertreter der Öffentlichkeit in der Steuerungsgruppe der Schule mitgearbeitet.

Bildunterschrift: In der Freien Waldorfschule Minden ist Rechtsextremismus jetzt Thema im Unterricht. Das war in früheren Zeiten nicht die Regel.

Copyright: Texte und Fotos aus dem Mindener Tageblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

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Neue Westfälische, 24./25.06.2017:

Affäre um rechten Lehrer beendet

Mindener Waldorfschule: Die Rückkehr in die NRW-Landesarbeitsgemeinschaft steht bevor / Zukünftig will man sich gegen rechte Tendenzen abgrenzen

Von Stefan Koch

Minden. Die Freie Waldorfschule Minden wird im neuen Schuljahr 2017 / 2018 in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der nordrhein-westfälischen Waldorfschulen wieder dabei sein. Nachdem die Mitgliedschaft ruhte und ein Aufarbeitungsprozess nach der Entlassung eines in rechtsextrem-esoterischen Kreisen verwurzelten Lehrers begann, stellte das dafür zuständige Gremium der Öffentlichkeit die Ergebnisse vor.

Die Vorgeschichte: Im April 2015 informierten Schülerinnen das Kollegium der Waldorfschule über erste Medienberichte wegen des Lehrers. Im Juni 2015 verlangten schließlich der Bund der Freien Waldorfschulen (Stuttgart) und die LAG, dass sich die Mindener Waldörfler von ihrem Lehrer trennen, der schon 20 Jahre bei ihnen war, als äußerst beliebt galt und Leitungsfunktionen innehatte. Hatte zunächst noch ein Großteil des Kollegiums hinter dem in Verruf geratenen Mitstreiter gestanden, wurde dieser im August 2015 entlassen.

Im November vergangenen Jahres traf sich dann die Aufarbeitungskonferenz, die aus Gründen der Verschlankung der Prozesse verkleinert wurde. Bei insgesamt zwölf Treffen wurde unter anderem an der Schaffung einer neuen Schulverfassung mit einem neuen Leitungsgremium gearbeitet und die Trennung von dem Lehrer weiter aufgearbeitet.

Auch in Zukunft will sich die Freie Waldorfschule Minden gegenüber rechten Tendenzen abgrenzen. Vor einer Woche hatte sie mit der Mobilen Beratung über eine weitere Zusammenarbeit gesprochen.

Namensschild: Freie Waldorfschule Minden.

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Radio Westfalica, 23.06.2017:

Abschlussbericht der Waldorfschule

Die Mindener Waldorfschule will zwei Jahre nach der Entlassung eines umstrittenen Lehrers neu anfangen. Eine Arbeitsgruppe hat den Fall zusammen mit dem Verband der nordrhein-westfälischen Waldorfschulen aufgearbeitet. Der Abschlussbericht wurde am Abend vorgestellt.

Unter anderem hat die Schule untersucht, warum die Kontakte des Lehrers in rechtsextremistische Kreise jahrelang unbemerkt geblieben sind. Auch sonst seien in dem Fall Fehlergemacht worden. Peter Bücker vom Schul-Vorstand sagte, dass das an Missverständnissen und unklaren Entscheidungsstrukturen gelegen habe. Die Waldorfschule hat inzwischen eine neue Schulverfassung und ein neues Bewusstsein gegen Rechts entwickelt. Zum neuen Schuljahr kann sie auch wieder vollwertiges Mitglied im Verband der NRW-Waldorfschulen werden. Die Mitgliedschaft hatte nach dem Fall geruht.

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Mindener Tageblatt, 14.06.2017:

TV-Dokumentation über rechte Umtriebe

Waldorfschule im Bayerischen Fernsehen

Von Jürgen Langenkämper

Minden (mt). Vor zwei Jahren wurden die rechten Umtriebe eines Werklehrers aus Uchte an der Freien Waldorfschule Minden der Öffentlichkeit bekannt. Obwohl sich die Schule längst von dem Lehrer getrennt hat, der nicht bereit war, sich von dem völkischen Milieu loszusagen, ist der Klärungsprozess noch nicht gänzlich abgeschlossen. Jetzt taucht der Fall in einer Dokumentation des Bayerischen Fernsehens zur ARD-Woche „Woran glauben“ auf. Gesendet wird der Beitrag am Mittwochabend um 22 Uhr in der Sendung „dok Thema“ im dritten Programm.

„Im Film geht es definitiv nicht darum, die Schule anzuprangern“, teilt die zuständige BR-Redakteurin Johanna Walter gegenüber dem Mindener Tageblatt mit. „Es geht vielmehr darum zu zeigen, wie die Waldorfschulen Ziel von politischen Akteuren aus dem rechten Spektrum werden können. Denn diese docken gerne an alternative Bildungsangebote an.“

„Sowohl von Reichsbürgern als auch von rechten Kräften unterwandert“

In dem Beitrag mit dem Titel „Gefährliche Allianz: grüne Esoterik und braune Philosophie“ befasst sich der Bayerische Rundfunk mit der Esoterik-Szene und beleuchtet, dass „diese sowohl von Reichsbürgern als auch von rechten Kräften unterwandert wird“, so die Redakteurin. „Ausgangspunkt war, dass uns aufgefallen ist, dass viele ausgewiesene Reichsbürger einen esoterischen Hintergrund haben, zum Beispiel Heilpraktiker sind oder esoterische Produkte verkaufen.“

Waldorfschulen stellen in der Berichterstattung lediglich einen Randaspekt dar. Sie sahen sich jedoch in der Vergangenheit gezwungen, sich von der Reichsbürger-Ideologie abzugrenzen, die seit dem vergangenen Herbst auf Grund der tödlichen Schüsse in Georgensgmünd (Mittelfranken) auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist.

Die Waldorfschule Minden, deren Mitgliedschaft in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Freien Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen seit Mitte vergangenen Jahres ruhte, bemühte sich, die Trennung von dem Lehrer mit Kontakten in rechtsextremistische Kreise in einer Arbeitsgruppe mit der LAG aufzuarbeiten. Bei einem Treffen vor den Osterferien waren nach MT-Informationen noch nicht alle Auskunftswünsche von Eltern, besonders hinsichtlich finanzieller Hintergründe der Trennung zufriedengestellt worden. Inzwischen scheint diese Arbeit – zumindest aus Sicht der Schulleitung – abgeschlossen zu sein. Denn in der kommenden Woche wollen der Vorstand der Schule und die LAG den Abschlussbericht präsentieren und eine Presseerklärung abgeben. Dazu haben sie am Donnerstag, 22. Juni, um 20 Uhr in das Saalgebäude in Haddenhausen, Haberbreede 37, eingeladen.

Gedreht worden ist unter Leitung der Filmautorin Susanne Roser MT-Informationen zufolge auch auf der neuheidnischen Ahnenstätte in Seelenfeld.

Copyright: Texte und Fotos aus dem Mindener Tageblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

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Vlothoer Bündnis gegen das Collegium Humanum / Minden gegen Rechts, 05.04.2017:

Offener Brief

Sehr geehrte Schulleitung, sehr geehrte Vorstände des Schul- und Fördervereins der Freien Waldorfschule Minden, wir, das „Vlothoer Bündnis gegen das Collegium Humanum“ und das Bündnis „Minden gegen Rechts“ beobachten das seit 2015 öffentlich gewordene Geschehen um die Freie Waldorfschule Minden und den dort langjährig tätigen rechtsextremen Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe. Dessen Aktivitäten in rechtsradikalen und völkisch-nationalistischen Zusammenhängen wurden im April 2015 erstmalig aufgedeckt. In den Sommerferien 2015 wurde von Seiten Ihrer Schule die Trennung von Wolf-Dieter Schröppe vollzogen.

Wolf-Dieter Schröppe wuchs in Argentinien / Buenos Aires als Sohn des Nationalsozialisten Ben Horst Schröppe auf und wohnte später in Bariloche. Dort engagierte er sich im Vorstand der Deutschen Schule an der Seite des verurteilten Kriegsverbrechers Erich Priebke. Nach dessen Enttarnung migrierte er 1994 nach Deutschland.

Zusammenhänge zwischen deutschen rechts-esoterischen Kreisen und zwischen Argentinien weisen zurück in die NS-Zeit, als Werner Haverbeck in Buenos Aires als Rundfunkattaché stationiert war.

Schröppe publizierte auch während seiner Tätigkeit an der Freien Waldorfschule Minden in verschiedenen Organen völkisch-nationalistischer Organisationen und war unter anderem in der rechtsextremen Artgemeinschaft aktiv. Durch zwei schriftliche Einschätzungen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold ist auch ein ausführlicher Überblick über seine publizierten Werke und Führungspositionen in rechten Organisationen vorhanden.

Mittlerweile ist bekannt, dass Ihre Schule auch nach der Trennung von Schröppe im Sommer 2015 dessen Gehalt weiterhin gezahlt hat oder zahlt. Offiziell heißt es, dass dies die günstigste Form einer Kündigung gewesen sei.

Wir wissen aber, dass der Bund der Waldorfschulen durch ihren Justiziar Martin Malcherek Ihnen angeboten hatte, die Kündigung abfindungsfrei durchzusetzen. Dennoch haben Sie sich für die weitere Gehaltszahlung entschieden und behandeln die Umstände der Kündigung als geheim.

Dies finden wir sehr verwunderlich, da die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen NRW (LAG NRW) in ihrem Fragenkatalog, der im Sommer 2016 Ihrer Schule zugegangen ist, ausdrücklich eine Aufklärung dieser Zusammenhänge fordert. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu betrachten, dass im April 2015 ein schulinternes Gremium installiert wurde, das offiziell die Aufklärung des Falles betreiben sollte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dieses Gremium belastende Informationen gegen Wolf-Dieter Schröppe nicht an die Schulgemeinschaft und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus weitergab und so die Aufklärung behinderte.

Gegen Personen, die sich für eine Aufklärung des Falles einsetzen, wurde und wird mit großer Vehemenz vorgegangen. So verschickte Ihre Schule unter anderem anwaltliche Unterlassungsaufforderungen und verhindert massiv einen transparenten Umgang mit dem Thema innerhalb der Schulgemeinschaft und gegenüber der Öffentlichkeit.

Wolf-Dieter Schröppe machte an der Freien Waldorfschule Minden eine erstaunliche Karriere vom Hausmeister bis zum informellen Schulleiter und hat auf verschiedenen Ebenen schulinterne Entscheidungen beeinflusst. So war er lange Zeit Vorstand im Förderverein, der eine wesentliche Aufgabe bei der Finanzierung der Schulgebäude innehat, zeitweise parallel zu einer Mitgliedschaft im Vorstand des Schulvereins. Eine Offenlegung und Prüfung der Finanz- und Besitzzusammenhänge hat bis heute nicht stattgefunden.

Bezeichnenderweise hat im Jahre 2016 entgegen der Satzungsbestimmungen keine Mitgliederversammlung stattgefunden.

Wie sind all diese offensichtlichen Ungereimtheiten zu erklären? Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge rund um den Fall Schröppe und eine vollständige Beantwortung des Fragenkatalogs der LAG NRW.

Dringend zu klärende Fragen sind unseres Erachtens:

Welche Verbindungen zwischen Wolf-Dieter Schröppe und der Schulgemeinschaft – Schuleltern, Lehrerinnen / Lehrern, Schülerinnen / Schülern – bestehen aktuell? Wie wird damit umgegangen?

Gibt es Erfahrungen mit der extrem rechten Szene nahestehenden oder extrem rechten Positionen vertretenden Schuleltern der Freien Waldorfschule Minden?

Unserer Auffassung nach ist eine dringliche Überprüfung der Schulfinanzen und Eigentumsverhältnisse, sowie eine kritische, transparente Aufarbeitung der Arbeit des schulinternen Aufklärungsgremiums geboten.

Wir hoffen, dass die Freie Waldorfschule Minden selbst ein großes Interesse daran haben wird, die hier aufgeführten Fragen zu klären. Offenheit und Transparenz sind unseres Erachtens das beste Mittel, um gemachte Fehler und Irrtümer zu korrigieren, aber auch um mögliche falsche Verdächtigungen endgültig auszuräumen.

Dieser Brief wird auch den lokalen Medien, der LAG NRW, dem Bund der Freien Waldorfschulen sowie der Bezirksregierung Detmold zur Kenntnis gegeben.

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Themen der Zeit, 20.11.2015:

Waldorfschule Minden: Eindeutige Distanzierung!

Um die Freie Waldorfschule Minden hatte es im Verlauf des Jahres viel Aufregung wegen der Vorwürfe gegen einen Lehrer wegen seiner völkischen und nazistischen Kontakte gegeben (Themen der Zeit hatte mehrfach an dieser Stelle darüber berichtet). Inzwischen distanziert sich das Kollegium der Schule sehr eindeutig von seinem ehemaligen Kollegen.

Die Freie Waldorfschule Minden hat aktuell eine Erklärung herausgegeben, in der das Kollegium sein Bedauern darüber ausdrückt, dass man dem Lehrer Schröppe „fälschlicherweise geglaubt ( … ) und dadurch ein Teil der Schulgemeinschaft das Vertrauen (in uns) verloren hat und dass erheblicher Schaden entstanden ist“.

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus hat, so heißt es weiter, inzwischen ein aktuelles Gutachten vorgelegt, in dem alle Fakten um Schröppe zusammengefasst sind. Das Ausmaß dieser gesammelten Fakten scheint das gesamte Kollegium jetzt endgültig davon überzeugt zu haben, dass die Entscheidung, sich von dem Kollegen zu trennen, richtig war. In der Erklärung, die unserer Redaktion im Wortlaut vorliegt, wird zudem bedauert, dass es früher nicht möglich gewesen sei, „die völkischen und neonazistischen Haltungen des ehemaligen Kollegen zu erkennen und angemessen zu handeln.“.

Es sei keinesfalls die Absicht gewesen, lässt das Kollegium weiterhin verlauten, dass es zu Missverständnissen, Verletzungen und auch Kränkungen unter Kolleginnen, Eltern und auch Schülerinnen gekommen sei. Man sei „in der Phase der Aufklärung“ immer bemüht gewesen, „nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Im Nachhinein erkennen wir, dass wir uns in Bezug auf unseren ehemaligen Kollegen getäuscht haben.“

Es werde jetzt „mit aller Kraft“ und mit der Hilfe der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus daran gearbeitet, das man sich wieder „in gegenseitigem Vertrauen begegnen“ könne.

Sehr eindeutig distanziert sich das Kollegium der Freien Waldorfschule Minden damit „ausdrücklich von allen rassistischen, nationalistischen und völkischen Tendenzen und Anschauungen und damit auch von Herrn Schröppe“.

Dieser Schritt dürfte wohl von allen Beteiligten und sicherlich auch vom Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) begrüßt werden. Dieser hatte schon in einer frühen Phase der Diskussionen gefordert, den Lehrer zu entlassen, was dann nach den Sommerferien auch geschehen war.

Die Schulgemeinschaft wird vom Kollegium dazu eingeladen, mitzuwirken, „die Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung“ weiter zu bearbeiten.

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NRW rechtsaußen, 12.08.2015:

Minden: Waldorfschule trennt sich von völkischem Lehrer

Minden. In einer Pressemitteilung teilte die Freie Waldorfschule Minden am 10. August mit, sich „von dem umstrittenen Kollegen getrennt“ zu haben. Die Aktivitäten des Mindener Waldorflehrers Wolf Dieter Schröppe in völkischen und extrem rechten Organisationen waren im Frühjahr diesen Jahres durch Zufall von SchülerInnen der Waldorfschule entdeckt worden.

Sie waren darauf gestoßen, das Schröppe Vorsitzender der Ahnenstätte Conneforde ist, eines völkischen Friedhofs. Im Laufe der Auseinandersetzung kamen weitere Verbindungen Schröppes zu rechten Kreisen ans Licht. Der Mitte der 1990er Jahre aus Argentinien eingewanderte Schröppe war von 1997 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des esoterisch-völkischen „Bund Deutscher Unitarier – Religionsgemeinschaft Europäischen Geistes e.V.“, publizierte in dessen Verbandsorgan „Glauben und Wirken“ mehrere Artikel, organisierte Sonnenwendfeiern und referierte auf Tagungen. Er schrieb in dem Ludendorffer-Blatt „Mensch und Maß“ und in der „Nordischen Zeitung“ der rassistischen Artgemeinschaft (wir berichteten am 24. Juni 2015).

Schröppe wurde zu Beginn der Sommerferien trotz der Unterstützung der Schule durch die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus“ und der Forderung des „Dachverbands der Freien Waldorfschulen“, Schröppe zu entlassen, von der Schule nur beurlaubt. Viele KollegInnen befürworteten seine Weiterbeschäftigung. In den Sommerferien wurde der Fall von überregionalen Medien aufgegriffen, die FachjournalistInnen Andrea Röpke und Andreas Speit publizierten Fotos, die ihn mit dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke zeigten.

Dass die Schule sich jetzt von ihm getrennt hat, scheint vor allem an dem Druck von außen gelegen zu haben. Eine wirklich inhaltliche Auseinandersetzung mit der von Schröppe vertretenen extrem rechten Ideologie steht noch aus. So waren dessen KollegInnen nach der Auswertung der Hefte des „Bund Deutscher Unitarier“ in einem Gutachten doch zu dem Schluss gekommen: „Grundsätzlich zeigt sich in den Heften ein sehr freiheitsliebendes Denken, in dem eine Reihe von Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie zu erkennen sind.“ Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses von Schröppe, zu dessen Bedingungen die Schule bisher schweigt, kann nur der notwendige Anfang einer Auseinandersetzung um extrem rechte Ideologie sein, und nicht ihr Abschluss, wie es die um Ruhe bemühte Waldorfschule vielleicht möchte.

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Blick nach Rechts, 31.07.2015:

Pädagoge mit bedenklicher Vita

Von Andrea Röpke

Der Streit um den Waldorflehrer in Minden geht weiter. Ein Foto zeigt ihn im Schulvorstand einer Schule in Argentinien – neben dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke.

Was ist los an der Freien Waldorfschule Minden? Über Jahrzehnte hinweg bewegte sich der Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe in rechten Kreisen, pflegte früh engen Umgang zu einem NS-Kriegsverbrecher, publizierte und referierte bei den „Deutschen Unitariern“, „Ludendorffern“ oder reaktionären Ostpreußen sowie der rassistischen „Artgemeinschaft“ – und doch wird an der Schule in Westfalen anscheinend weiter relativiert und toleriert.

Zwei in Auftrag gegebene Studien kamen bereits im Juni zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Die eine, erstellt durch ein dreiköpfiges Lehrergremium, zitiert Schröppe immerzu und gleicht einer Schutzschrift, während die Experten der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Nordrhein-Westfalen den Lehrer als Aktivisten „eines extrem rechten völkischen Netzwerkes“ einstufen. Diese massive Einschätzung blieb bisher ohne Folgen, zögerlich wurde Schröppe vorübergehend suspendiert. In knapp zwei Wochen allerdings beginnt das neue Schuljahr, bis dahin sollen klare Entscheidungen getroffen werden.

In den über 20 Jahren beruflicher Tätigkeit in Minden brachte es der 53-jährige Pädagoge aus Uchte an der alternativen Schule vom Hausmeister, Handwerkslehrer zum „informellen Leiter“. Er gestaltete die Einrichtung mit und erhielt viel Zuspruch. So scheint wenig verwunderlich, wenn im 25-seitigen „Abschlussbericht“ des Aufklärungsgremiums Schlüsse gezogen werden wie zum Beispiel der, dass sich in den Heften des „Bundes Deutscher Unitarier“ – zu denen Schröppe zehn Jahre gehörte – durchaus ein „freiheitsliebendes Denken“ zeige. Auch seien Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie erkennbar, dazu gehören „neben der Achtung der Natur, die Liebe zu den Menschen und der Glaube an geistige Mächte“.

Viele Fans des Dritten Reichs in Carlos de Bariloche

Bei wichtigen Entscheidungen wie Neueinstellungen von Kollegen durfte Schröppe sein Gewicht in die Waagschale werfen und die Schule bei offiziellen Anlässen nach außen repräsentieren. Jahrelang schien sich niemand daran zu stören, wenn der beliebte Lehrer Sprüche wie „biste schwul, oder was?“ fallen ließ oder eines seiner Kinder dadurch auffiel, die Unterrichtsstunde ausgerechnet beim Thema Holocaust zu verlassen.

Schröppe wurde 1962 in Buenos Aires geboren. Aufgewachsen ist er in einem Ort, in dem es von Fans des Dritten Reiches nur so wimmelte: San Carlos de Bariloche. Zahlreiche hoch belastete NS-Verbrecher waren nach 1945 über geheime Fluchtrouten in den abgelegenen argentinischen Gebirgsort gelangt und abgetaucht. Sie bauten eine urdeutsche Enklave mit Schuhplattlerverein und Fachwerkhäusern auf. Aushängeschild war die „Instituto Primo Capraro“, die deutsche Schule. Als einflussreicher Ehrenvorsitzender fungierte seit den 1980er Jahren der Rentner und später in Italien verurteilte NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke – heute ein Idol bundesdeutscher Neonazis.

Priebke, während der NS-Zeit Hauptsturmführer und stellvertretender Polizeichef in Rom, wurde für ein Massaker an unschuldigen italienischen Zivilisten 1944 in den Ardeatinischen Höhlen mitverantwortlich gemacht und 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Haft zeigte er bis zu seinem Tod 2013 keine Reue. Im Gegenteil: Priebke unterhielt fortdauernden Kontakt zur deutschen Neonazi-Szene.

Feiern zum Führer-Geburtstag im Schulvorstand

Wenige Jahre zuvor führte er noch die deutsche Schulgemeinde in Bariloche an, zu der auch die Schröppes gehörten. Von 1987 bis 1989 leitete Fritz Küper das Instituto Primo Capraro. In seinem Buch „Unsere Schulen – undemokratisch und inhuman“ widmet er ein ganzes Kapitel „Erich Priebke und dem „Germanisch-argentinischen Schulverein Bariloche“, dem Träger der Einrichtung.

Küpers Rückblick ist erdrückend, er berichtete von täglichen Fahnenappellen, aber vor allem davon, dass der Schulverein unter maßgeblicher Führung von Priebke und anderen ehemaligen NS-Familien den „so genannten Holocaust“ als „Alliierten-Lüge“ ansah und ihn aufgefordert habe, ihre Kinder „nicht durch gegenteilige Äußerungen“ zu verwirren. Der Ex-Schulleiter schreibt, es habe intern im Schulvorstand Feiern zum Geburtstag des Führers gegeben. Auch habe Priebke mit seiner Erziehung durch „Gestapo-Müller“ geprahlt, aber stets betont, sich „nie die Finger an gefangenen Opfern“ schmutzig gemacht zu haben. Der Alt-Nazi genoss sein Ansehen, empfing eine Delegation von Bundespolitikern oder vertrat auch schon mal den deutschen Botschafter.

Kontakt zu diesem elitären Kreis hatte auch Wolf-Dieter Schröppe. Die WDR-Dokumentation „Pakt des Schweigens“ von 2006 zeigt ihn als jungen Mann gleich neben Priebke bei einem Fest in Bariloche. Schnell war der Jungpädagoge aufgestiegen, 1992 gehörte er bereits dem Schulvorstand an. Ein Foto mit der Bildunterschrift „Comision Directiva“ zeigt das 16-köpfige Gremium mit einem lächelnden Priebke im Vordergrund und dem jungen Schröppe schräg dahinter.

Zehn Jahre bei den „Unitariern“

Von dieser verantwortlichen Position unter der Ägida eines Nazi-Verbrechers ist im Abschlussbericht des Schulgremiums nicht die Rede. Auch nicht davon, dass der Schleswiger Rechtsextremist Dieter Vollmer die Familie Schröppe 1989 in der rassistischen Zeitung „Nordische Zukunft“ als wesentlichen „Kristallisationskern des Deutschtums in Argentinien“ feierte. Zwar räumt Schröppe ein, Vollmer seit 1982 zu kennen und den Ex-Chef des rechtsextremen „Nordischen Rings“ häufig getroffen zu haben. Doch anstatt diese Verbindung bohrend kritisch zu hinterfragen, wird auch hier sofort relativiert. Der langjährige Szene-Autor wird zur scheinbar harmlosen Bekanntschaft, die „wegen bündischer Umtriebe“ fast im Konzentrationslager gelandet sei.

1994, als gegen Priebke Ermittlungen aufgenommen wurden, er in Hausarrest verschwand, verließ Wolf-Dieter Schröppe Argentinien. Ein Jahr später wurde Priebke an Italien ausgeliefert und kehrte nicht mehr zurück. Schröppe dagegen nahm in Minden seine Arbeit an der Freien Waldorfschule auf. Zugleich tummelte er sich im rechten Milieu. Etwa zehn Jahre lang war er nach eigenen Angaben Mitglied der Religionsgemeinschaft „Bund Deutscher Unitarier – Gemeinschaft Europäischen Geistes“. Dann sei durch seine Arbeit am Thema Externsteine die Anthroposophie für ihn zur „Offenbarung“ geworden und er habe die Unitarier verlassen, heißt es.

Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen unter anderem im extrem rechten österreichischen Aula-Verlag oder beim „Bund für Gotterkenntnis / Ludendorff“. Doch nicht immer schrieb Schröppe anscheinend unter seinem Klarnamen, so sollen seine Artikel den Recherchen des Rechtsextremismus-Experten Jan Raabe zufolge auch unter den Namen „Dieter van Moor“ und „Dieter S. Wolfer“ erschienen sein. Unter diesen Pseudonymen wurden zuletzt 2014 in der Ausgabe Nr. 4 der „Nordischen Zeitung“ Artikel über „Hoffmann von Fallersleben“ und 2015 ein Text auf dem Online-Portal der „Artgemeinschaft“ zum Thema „Irminsul am Externstein“ veröffentlicht. Nebenher baute Schröppe sich eine weitere Existenz als „Moorschmied“ auf seinem „Moorhof“ bei Nienburg auf. Dort bot er Kurse an und zeigte seine schmiedeeiserne Arbeit gemeinsam mit einem Sohn im NDR.

Schüler-Reisen nach Ostpreußen

Bis dahin hatte der Lehrer das religiöse Spektrum anscheinend längst zugunsten ideologisch radikalere Strukturen verlassen. 2005 wurden Schröppe und seine Ehefrau als Gäste eines geheimen Lagers der „Artgemeinschaft“ von der Polizei in Thüringen geführt – mit dabei auch eines seiner Kinder.

2009 vermischten sich dann politische Weltanschauung und pädagogische Verantwortung: Schröppe band Kinder seiner Schulklassen in die ideologische Arbeit ein. Der Lehrer mit den Kontakten ins einschlägige Lager leitete Schüler-Reisen zur „Katharinenkirche Arnau / Ostpreußen“.

Die rechtslastige „Preußische Allgemeine Zeitung“ berichtete 2010 über die Reise einer privaten Jugendgruppe aus Nienburg / Weser unter Leitung von Schröppe und seiner Ehefrau nach Arnau. Zwei Mal fuhren auch Waldorf-Schüler mit. Vornehmlich ging es um den Erhalt einer kunsthistorisch wichtigen christlichen Kirche gegenüber der angeblichen Zerstörungswut durch die russisch-orthodoxe Kirche. Ein dubioses „Kuratorium Arnau“ unter Führung eines Kieler Wissenschaftlers namens Dr. Walter Rix übernahm die Retter-Rolle – zeitweilig mit dabei als Schatzmeister: Wolf Schröppe. Gemeinsam mit Rix unterschrieb Schröppe einen Spendenaufruf, der weitere Schulfahrten nach Arnau ermöglichen sollte.

Heute wird Dr. Rix von der Schule als „problematisch“ bezeichnet. Schröppe habe sich erstaunt gezeigt, dass dieser Ostpreußen-Funktionär einen rechten Hintergrund haben sollte. Wieder mal schien ihm das Waldorf-Gremium Glauben zu schenken. Dabei verlinkt das „Kuratorium“ auf seiner Homepage die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und auch der Artikel in der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ hätte Anstoß erregen können. Tatsächlich war Rix auch 2013 zwei Mal Referent in der rechtsextremen Tagungsstätte in Guthmannshausen, eines seiner Themen lautete: „Umerziehung und die schöne Literatur“. Auch zum einschlägigen Kieler Verleger Dietmar Munier, immer bemüht um das Deutschtum in Ostpreußen, pflegte Rix Kontakt. Von der „Landsmannschaft Ostpreußen“ wurde der „treue Freund“ gar mit dem Goldenen Ehrenzeichen geehrt.

Vorsitzender des „Ahnenstättenvereins Conneforde“

Über ihren Lehrer gerieten minderjährige Schüler aus Minden mit diesem politischen Spektrum in Berührung. Im Nachhinein erinnert sich ein jugendlicher Reiseteilnehmer an alte Leute, die sie damals besuchten. Die hätten bedauert, dass es „Hitler nicht mehr gäbe“.

2008 übernahm Schröppe dann noch den Vorsitz des „Ahnenstättenverein Conneforde“ in der Nähe von Oldenburg – bei denen scheint es Usus, nicht in der Kirche zu sein. Der Pädagoge machte hier vorgeblich nur mit, weil es galt ein „Familiengrab“ zu pflegen. 1974 war sein verstorbener Vater auf den Waldfriedhof mit Irminsul umgebettet worden. Natürlich sei der Lehrer dem 1958 von früheren Nationalsozialisten mitgegründeten Verein in „bester Absicht beigetreten“, um „einen kulturell wertvollen Platz zu erhalten – auf dem über 2.000 unbescholtene Bürger liegen“, heißt es dazu in dem internen Abschlussbericht des dreiköpfigen Schulausschusses. Die Bedeutung der Stätte für Alt- und Neonazis wird nicht hervorgehoben. Seine Mitgliedschaft wird als anstößig vermittelt, aber sinngemäß wolle der Ahnenstätten-Verein ja unter der Führung von Schröppe Aufarbeitung gemeinsam mit der Gemeinde Conneforde und der Universität Oldenburg leisten.

Dazu scheint es nicht zu kommen. Im Juli dieses Jahres vermeldete die „Nordwest-Zeitung“, dass das Aufarbeitungsvorhaben „krachend“ am Verein gescheitert sei. Auf der Jahreshauptversammlung lehnten 53 Vereinsmitglieder alle Gespräche ab, nach NWZ -Informationen bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Die Freie Waldorfschule Minden fordert Schröppe nun auf, dieses Amt niederzulegen.

Bildunterschrift: Schule in Bariloche 1992, Schröppe (im Bild hinten 2. v. r.).

 

(Alles ZITAT von hiergeblieben.de )
 
 

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