„… Faschisten morden in Deutschland und werden von Staatsorganen gedeckt und beschützt. …“

 

… oder: Von Schlapphüten und Nichts-Könnern dort und dort:

 

Gleichwohl kann die unkontrollierte Veröffentlichung des NSU-Bekennervideos allemal als ein Versagen der bundesdeutschen Sicherheitsbehörden interpretiert werden. Gerade weil es den Sicherheitsbehörden nicht gelungen ist, das zu verhindern, sehen sie sich heute – sehr zu ihrem Leidwesen – außerordentlich unbequemen Fragen nach Theorie wie Praxis ihrer Verwaltung des Neofaschismus seit dem Mauerfall in diesem Land ausgesetzt.

Zugleich ist es nicht so, als seien die Sicherheitsbehörden durch die Selbstenttarnung des NSU entscheidend in die Defensive gedrängt worden. Das Gegenteil ist hier der Fall: So gut wie alle mehr oder minder mit der Verwaltung des NSU betrauten Bediensteten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) konnten zwischenzeitlich eine Beförderung und damit eine Gehaltserhöhung realisieren, (6) das BfV erhielt als Ergebnis der Selbstenttarnung des NSU erheblich mehr finanzielle Ressourcen und Kompetenzen. Auch das zeigt: Für die Sicherheitsbehörden – wie übrigens auch für die großen Banken – ist die im Kapitalismus noch stets propagierte Ideologie eines Leistungsnachweises am Markt außer Kraft gesetzt. Den existierenden Staat vorausgesetzt, können Sicherheitsbehörden niemals scheitern, und selbst ein behauptetes „versagen“ zieht weitere Belohnungen – wofür auch immer – nach sich.

 

(Alles und die Anmerkungen im verlinkten Originaltext; G.Thr.)
 
 

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