Europas germanophile Gross-Sekte?

 

… oder: Der Deutschen Sehnsucht nach der Heimat

 

Erst der Tagesordnungspunkt Bückeberg” brachte Emotionen in die Versammlung. Walter Dietrichkeit, der zusammen mit Ludwig Cramer für seine 50-jährige Mitgliedschaft mit der Theodor-Heuss-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde, sprach sich wie viele andere entschieden gegen die bestehenden Planungen aus. „Die Kosten sind ungeheuerlich, dazu kommen die Aufwendungen für Unterhaltung und für Schulen bringt das nicht viel.“ „Eine Tafel reicht, der Rest kann ins Museum der Stadt, da ist es am besten aufgehoben“, so andere. „Alles soll so bleiben, wie es ist, alle sind dagegen“, so ein Anlieger. „Wir fürchten, dass die Grundstückspreise sinken.“ „Da ist man schnell bei einer Million“, so auch Heinrich Fockenbrock. Derzeit stünde zwar noch keine Entscheidung über den finanziellen Rahmen an. „Wir können dem aber nicht zustimmen“, so Fockenbrock mit heftigen Anwürfen gegen den Landrat. „Wir brauchen heute ein Meinungsbild“, so der 75-Jährige. Die Geschichte des Bückeberges gehöre in die Klassenzimmer, nicht an den Ort selbst, so die Stellungnahmen. Ein oder zwei Tafeln vor Ort reichten aus, seien billiger, der Rest könne im Museum der Stadt aufgearbeitet werden, so der Kompromissvorschlag.

„Die Agrarflächen könnten nicht dafür herhalten“, protestierte ein weiteres Parteimitglied vehement und lautstark. Das Ganze sei ja 1936 schon wieder vorüber gewesen und das Dritte Reich habe schließlich bis 1945 gedauert, warf einer der Anwesenden ein. „Nein, wir sind nicht einverstanden damit, was Gelderblom und seine Kampfgenossen da machen“, empörte sich wieder ein anderer. „Der Bückeberg hat Bedeutung für ganz Deutschland“, wandten jüngere Parteimitglieder ein. „Das ist Sache der Emmerthaler, was geht das den Landkreis, das Land und Berlin an“, erwiderten die Gegner des Projektes.

Einzig Rüdiger Zemlin versuchte die Diskussion – in der der Dewezet unter anderem eine „tendenziöse“ Berichterstattung vorgeworfen wurde – zu versachlichen und plädierte für eine moderate Lösung des Konfliktes. „Hält die Bundesregierung die geplante Dokumentations- und Gedenkstätte in der Gemeinde Emmerthal für ein Vorhaben nationaler Bedeutung?“, so die Anfrage, die Konstantin Kuhle an die Bundesregierung gerichtet hatte. Es läge kein Antrag nach der Gedenkstättenkonzeption vor, so die Antwort. Eine entsprechende Beurteilung sei daher nicht möglich. Am Ende setzten sich die Gedenkstätten-Gegner durch: wetterfeste Tafeln vor Ort also und eine Erweiterung der bestehenden Abteilung im Hamelner Stadtmuseum.


Damit verband er sogleich seinen Appell, aufmerksam darauf zu sein, wo und was mit Sprache gemacht werde und dabei auch sich selbst zu überprüfen. Fest machte Watermann sein Statement an den aktuellen Ereignissen und Diskussionen rund um das Thema zum Bückeberg. „Neben emotional geführten Debatten über den Wolf und einen Feiertag erlebe ich gerade hier eine Steigerung ganz in unserer Nähe“, kam es von ihm nachdenklich und sichtbar erschüttert.

Ulrich Watermann beklagt Niederbrüllen von Meinungen bei Bückeberg-Diskussion

Bezogen auf die vor Kurzem erfolgte Informationsveranstaltung in Hameln zum Bückeberg beklagte er ein aggressives Niederbrüllen von Meinungen statt sachlich und ruhig vorgetragener und ausgetauschter Argumente. Das sei soweit gegangen, dass sich der Leiter der Gedenkstätten nicht allein hinausgetraut und körperliche Angriffe gegen sich befürchtet habe, sodass der Veranstalter ihn zu seinem Schutz habe begleiten müssen.

Der Pegel, sich wieder Dinge sagen zu trauen, die seit Jahrzehnten verpönt gewesen seien, sinke stetig ab und zeuge von einer gefährlichen Entwicklung in der Diskussions- und Streitkultur. „Wir sollten uns genau anschauen, was in Emmerthal passiert“, forderte der SPD-Politiker und bezweifelte, dass jemand aus der Geschichte gelernt habe, der die damaligen Feierlichkeiten allein auf die Freude über eine gelungene Ernte eingrenzt, ohne zugleich die damalige gesellschaftliche Entwicklung zu reflektieren, die zeitgleich zur Ausgrenzung, existenziellen Vernichtung und schließlich Ermordung von Juden oder politisch Andersdenkenden führte. …

( Deister- u. Weserzeitung, 26.02., zitiert nach hiergeblieben.de  Hervorhebung  G.Thr. )


www.dokumentation-bueckeberg.de

www.geschichte-hameln.de

www.initiativegedenkortbueckeberg.wordpress.com

„Das »Reichserntedankfest« auf dem Bückeberg bei Hameln 1933 -1937” ( 10 Seiten-PDF )

„Volk ohne Raum”   ⇒  „Blut und Boden”

 

Das ist vergangen, Geschichte!?  —  Träumt weiter !!!  

 

G.Thr.

 

 

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