„… Empörung herrscht übrigens nicht nur bei Fridays for Future. …“

 

Uns gibt es erst seit einem Jahr, für uns ist es der erste Weltklimagipfel. Viele Nichtregierungsorganisationen und Aktive kommen Jahr für Jahr hierher. Sie beraten, warnen, protestieren – in der Hoffnung, dass die Entscheidungsträger ihnen endlich zuhören. Und alle sind frustriert. Haben genug von leeren Worten.

Das neue Jahrzehnt wird laut

In zwei Wochen beginnt ein neues Jahrzehnt. Und es wird ein lautes. Welche Aktionsformen wir künftig nutzen, liegt nicht allein in meiner Hand. Aber wir werden immer mehr und lauter, bis die nötige Wende kommt. So wie jetzt, wo Klimakonferenzen sich um Detailfragen streiten, statt die Krise in Angriff zu nehmen, geht es nicht weiter.

Wie gesagt, ziemlich genau ein Jahr gibt es Fridays for Future nun, wir in München streiken seit Freitag, dem 14. Dezember 2018. Es ist ein etwas bitterer Geburtstag, denn die Frage ist: Was können wir denn noch tun, damit Verantwortliche uns nicht mehr für unser jugendliches Engagement nur loben, sondern uns endlich ernst nehmen und danach handeln?

Wir von Fridays for Future werden in Madrid anders behandelt als andere Gruppen, deren Aktionen hier kaum geduldet werden. Am Mittwoch haben wir mit einer unangemeldeten Aktion den Ablauf auf der Klimakonferenz gestört. Nach der Veranstaltung mit Greta Thunberg blockierten wir die Bühne des Plenarsaals. Wir hielten uns bei den Händen, sangen, forderten laut rufend Klimagerechtigkeit. Friedlich, aber laut.

Es war ein unglaubliches Gefühl. Die Security vor Ort war verwirrt. „Das war nicht der Plan, bitte geht weg“, sagte ein Mann immer wieder. Na klar war das nicht deren Plan.

So hat es das UN-Klimasekretariat später aber nicht dargestellt. Es veröffentlichte eine Aufnahme unseres spontanen Protests in den Stories auf seinem offiziellen Instagram-Account und überschrieb sie mit dem Titel der ursprünglichen Veranstaltung: „Special Event on Climate Emergency“. Danke auch.

Alle Beiträge zur Klimakonferenz in Madrid finden Sie in unserem COP-25-Dossier.

 

 

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