Die Wissenschaft hat festgestellt: „Windhund-Ring“ heißt „Marder-Ring“

 

… oder: Warum umbenennen, wenn die bald einmal wieder kurz vorm Ural liegen, oder … </ironie off>

 

Neue Westfälische, 22.10.2018:

„Windhund-Ring“ heißt „Marder-Ring“

Erinnerung: In der Augustdorfer Kaserne soll demnächst ein Lehrsaal-Gebäude nach einem gefallenen Bielefelder Soldaten benannt werden / Der 23-Jährige starb 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan

Von Dirk-Ulrich Brüggemann

Augustdorf. Der „Windhund-Ring“ in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf, den Leser Vladimir Z. bei Recherchen im Internet entdeckt hatte, gibt es nicht mehr. „Die Straße heißt heute „Marder-Ring“. Sie wurde 2014 umbenannt“, teilte Martin Waltemathe, Sprecher der Panzerbrigade 21, als Reaktion auf die Berichterstattung dieser Zeitung vom Samstag mit. Der neue Straßenname lehnt sich an den Schützenpanzer „Marder“ an, mit dem das Panzergrenadierbataillon 212 ausgestattet ist.

An dieser Straße liegen das Stabs- und die Unterkunftsgebäude der Infanterie-Einheit. Am 24. April 1999 war die Straße in „Windhund-Ring“ benannt worden und erinnerte damit an die „Windhund-Division“ der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. „Windhund-Division“ wurde damals die 116. Panzer-Division genannt. Dieser Großverband wurde im März 1944 aus den Resten der 16. Panzergrenadierdivision und der 179. Reserve-Panzerdivision aufgestellt, heißt es auf Wikipedia.

Die Umbenennung in „Marder-Ring“ hatte die Bundeswehr vorgenommen, als der 1982 verfasste Traditionserlass in die Kritik geraten war, erklärte Waltemathe weiter.

Aktuell wird in den einschlägigen kartographischen Verzeichnissen im Internet wie Google Maps, Apple-Karten und TomTom MyDrive die Straße immer noch unter dem Namen „Windhund-Ring“ geführt. Auf OpenStreetMap hat sich die Redaktion dieser Zeitung um eine Korrektur des Straßennamens bemüht. Warum auch vier Jahre nach der Umbenennung die Internetkartendienste immer noch die veraltete Bezeichnung führen, konnte Martin Waltemathe nicht sagen. Möglicherweise liegt es daran, dass der „Marder-Ring“ innerhalb einer militärischen Anlage liegt und so für die Öffentlichkeit nicht ohne weiteres erreichbar ist.

In Augustdorf soll in der nächsten Zeit ein Lehrsaalgebäude nach dem in Afghanistan gefallenen Bielefelder Soldaten Alexej Kobelew benannt werden, sagte der Pressesprecher. Der damals 23-jährige Oberstabsgefreite des Panzergrenadierbataillons 212 war im Juni 2011 auf einer Straße 36 Kilometer südlich von Kundus mit seinem Schützenpanzer vom Typ „Marder“ in eine Sprengfalle geraten. Der vorne links platzierte Fahrer war sofort tot. Fünf weitere Soldaten wurden bei diesem Sprengstoffanschlag in der afghanischen Provinz Baghlan verletzt, zwei davon schwer.

Die Angehörigen eines weiteren gefallenen und aus Bielefeld stammenden Soldaten haben einen Bürgerantrag gestellt, in dem sie um die Benennung einer Straße oder eines Platzes in Bielefeld nach den beiden getöteten Soldaten bitten.

Der aus dem Bielefelder Ortsteil Quelle stammende Martin Kadir Augustyniak war bei der Luftlandebrigade 31 im niedersächsischen Seedorf stationiert und geriet 2010, drei Wochen nach seiner Ankunft in Afghanistan, bei der Minensuche in einen Hinterhalt der Taliban und wurde erschossen.

Bildunterschrift: Gefallen: Alexej Kobelew starb in Afghanistan.

( Zitiert nach  hiergeblieben.de  ; Hervorhebung G.Thr.)

 

Siehe auch: „Unternehmen Barbarossa II …

 

 

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