Die Rache der Waldorfleerer und Anthroposophen …

 

…, die sich gerade weltweit selbst befeiern, naht: Was man(n) so alles lernt … :-)

 

Diese Patientin war zu einer Unfallbegutachtung gekommen. Wir waren fertig. Zum Schluss meinte ich: Es gehe mich als Gutachter zwar wirklich rein nichts an, aber es interessiere mich privat. Ob sie mir erklären könne, wie man zu so einer Karriere als Edelprostituierte komme. Darauf sie, das könne sie schon. Ich ergänzte schnell, sie müsse wissen, dass ich wirklich keinerlei persönliche Erfahrung mit dieser Branche habe. Und sie mit einem nachsichtigen, ganz leise spöttischen Lächeln: Das sehe ich Ihnen an … Ich fühlte mich durchschaut und klein wie ein Oberstufen- oder sogar Unterstufenschüler. Sie begann ihren Bericht in präzisem Schweizer Dialekt, sehr geordnet, mit differenzierter Wortwahl, ohne den geringsten ordinären Beiklang, eine Dame aus gutem Hause eben. Ihre Eltern seien beide Musiker gewesen. Beide spielten in einem Symphonieorchester und hatten auch Dienste in der städtischen Oper. Beide waren Anthroposophen. Ihr Vater sei Geiger gewesen und habe sich früh für Barockinstrumente und historische Aufführungspraxis interessiert. Er habe Solokonzerte gegeben, zum Beispiel mehrmals das sehr schwierige und zwei Abende füllende Gesamtwerk für Violine solo von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Als sie Kind gewesen sei, hätten die Eltern oft am Nachmittag Probe für Opernaufführungen im Theater gehabt. Und wenn niemand zuhause war, sei sie an diesen Nachmittagen nach der Schule ins Theater gegangen. Sie habe ganz hinten im Orchestergraben ein Plätzchen mit einem Tischchen gehabt, neben dem Pauker. Dort habe sie die Hausaufgaben gemacht. Und dazwischen und danach habe sie mitverfolgt, was auf der Bühne geschah, viele grosse Opern, den fliegenden Holländer, den Falstaff, Othello, Figaro und Entführung. Sie sah nicht mehr mich an, sie sah über mich hinweg leicht nach oben in die Ferne, immer noch das kleine Mädchen neben der Pauke, blickte auf ihre Bühne mit verklärtem Lächeln: Dort sei ihre Welt gewesen. Und immer habe sie sich als kleines und als heranwachsendes Mädchen gefragt, welche Frauenrolle sie dereinst im Welttheater zu übernehmen gedenke: Unglückliche Liebende? Opfer? Königin? Sie habe nicht zwischen Theater und Wirklichkeit unterscheiden können, sie suchte die Rolle ihres Lebens. Sie habe sich mit den Figuren identifiziert, innerlich mitgespielt und immer mehr habe sich ihr die Gewissheit verdichtet, dass ihre Rolle diejenige der Kokotte sein werde: Das schöne Leben des leichten Mädchens, welches alle lieben, welches jeden lieben kann, dabei viel Geld verdient und lebt in Saus und Braus. Dieser Lebensentwurf sei für sie seit etwa dem fünfzehnten Lebensjahr festgestanden. Immerhin, sie habe die Matura gemacht. Und dann wolle man ja die Eltern nicht enttäuschen

Weiterlesen in der Leseprobe ab Seite 11 auf eigene Gefahr

Aus:

Lukas Fierz, Begegnungen mit dem Leibhaftigen – Reportagen aus der heilen Schweiz

 

Siehe auch: „Was gibt es zu ‚feiern’ – Waldorf- und Rudolf Steiner-Schule!?” …,

„Unsere Nazi-Waldorfschulen arbeiten …” I+II,

… „Freie Waldorfschulen – Rechtsextremismus als Hausaufgabe

 

 

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