DIE Lebenslüge: Frieden schaffen mit Waffen …

 

Doch das Nation Building erwies sich als schwieriger und auch teurer als erwartet. Nachdem das gleiche Bestreben im Irak spektakulär fehlgeschlagen war, war das Nation Building verpönt. Schon Obama und nach ihn Trump haben ihm abgeschworen. Für Afghanistan lautete die neue Strategie: die Taliban ermüden und ihnen Verluste beibringen, bis sie sich bereit zeigen, mit Kabul zu verhandeln und sich der dortigen Regierung zu unterstellen. Was das Nation Building betraf, blieb  Afghanistan eine Bauruine.

Die Taliban sind die ersten, welche die Schwächen der Bauruine kennen. Sie sagen sich, keineswegs ohne Grund, das dieses halbfertige Haus in sich zusammenstürzen werde, sobald die Amerikaner abzögen. Die Amerikaner alleine bilden das militärische und das finanzielle Gerüst, das einige Mauern der Bauruine zurzeit noch aufrecht erhält, jedoch ohne dass an dem Bauwerk weiter gearbeitet wird. Deshalb ist es das strategische Ziel der Taliban, die Amerikaner zu überdauern. Sie können sich dabei auf den Umstand stützen, dass sie in Pakistan über ein Zufluchtsgebiet verfügen, das ihnen bisher stets offen stand.

Solange die Amerikaner in Afghanistan bleiben (militärische Kosten von 2001 bis Ende 2018: Minimalschätzung 841 Milliarden Dollar**)  dürften die Taliban nur kleine und langsame Fortschritte machen, vor allem wegen der Luftüberlegenheit ihrer Gegner. Die grössere Gefahr für Afghanistan liegt darin, dass die sich selbst überlassene Bauruine des demokratischen Afghanistan soweit in sich zusammenstürzt, dass sie das Gerüst, auf das sie sich bisher gestützt hatte, mit sich in den Abgrund reisst. Dies war der Fall in Südvietnam***, und es hat sich in abgeänderter aber vergleichbarer Form auch im Irak abgespielt. Sogar in Syrien kann man ein ähnliches Grundmuster erkennen.

( Alles und die Anmerkungen im verlinkten Originaltext )

 

 

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