Die Habsburg Ergebenen lasst ja draussen!

 

11. Mai 1919: In einer Volksabstimmung entscheiden sich 81 Prozent der Vorarlberger für einen Beitritt Vorarlbergs zur Schweiz. Österreich-Ungarn stand auf der Verliererseite des 1. Weltkrieges und wurde aufgespaltet, der Kaiser war tot, und das „Rumpfland“ Österreich galt vielen Vorarlbergern als nicht überlebensfähig. Der Schweizer Bundesrat Felix-Luis Calonder setzte sich für den Anschluss ein. Doch auf Schweizer Seite war man mehrheitlich gar nicht entzückt über die mögliche Gebietsvergrösserung. Sie hätte sowohl das deutschsprachige Übergewicht in der Schweiz noch verstärkt, was den Romands und Tessinern gar nicht gefiel. Zudem hätte der Beitritt zu einer katholischen Konfessionsmehrheit geführt, gegen die sich die protestantischen Kantone wehrten. Italien schlug der Schweiz vor, das Vorarlberg zu übernehmen und dafür das Tessin an Italien abzutreten. Das Feilschen erübrigte sich, weil im Friedensvertrag von Saint-Germain die territoriale Unveränderbarkeit Österreichs festgeschrieben wurde. Bundesrat Calonder musste als Prügelknabe zurücktreten.

 

 

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