„… Die EU ist eben noch nicht das «Europa der Freiheit», das Gret Haller vorschwebt. …“

 

… oder: Als Schweizer/in kann man ja auch nicht alles wissen, oder

 

bereits die Zusammenfassung von Jürg Müller-Muralt erlaubt einen kritischen Kommentar ohne einen Hüftschuss zu riskieren.
Der Europa-Parlamentarier Alexander Graf Lambsdorff äusserte in seinem Vortrag von Juni 2017 in Bern einige hoffnungsvolle Erwartungen für die Entwicklung der EU.

Meine an ihn gerichtete Frage, über die Rolle der Schweiz in Europa und insbesondere, ob er sich EU-Bürgerechte, vergleichbar mit den Bürgerrechten eines Schweizerbürgers, vorstellen könne, beantwortete Hr. Lambsdorff unsicher. Verständlich! Ich hätte wissen müssen, dass er die Bürgerrechte eines Schweizers gar nicht kennt. Hierin liegt auch das Problem der angeblich «pubertierenden» EU, dem «Bündnis autonomer Demokratien».
Ein heutiger Schweizerbürger hat Souveränitätsrechte in der Gemeinde, im Kanton und auf Landesebene. Welche dieser Rechte würde er als «Europäer» aufgeben müssen oder welche allenfalls dazu gewinnen? Und wer würde darüber bestimmen? Nicht alle Kräfte in der heuteigen EU sind an europäischen Bürgerrechten eines Schweizers interessiert. Aber kein Schweizer wird diese Rechte ohne Not und ohne demokratische Abstimmung aufgeben. Gleiches gilt wohl für alle Bürger europäischer Nationalstaaten. Die EU ist eben noch nicht das «Europa der Freiheit», das Gret Haller vorschwebt. Ob sie es überhaupt werden will? Das sind wohl die Zweifel der künftigen Bürger Europas! Die EU müsste Europa der Bürger werden wollen.

( Aus dem Forum zur Buch-Rezension … — Wie man ein Europa ohne die Schweiz bauen möchte, ist mir eh‘ ein unlösbares Rätsel. Hervorhebung G.Thr )

 

 

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