Der Literatur-Nobelpreis 2019 ist jetzt schubladisiert, aber ich bin sicher: Handke hat immer noch keine – SCHUBLADE …

 

Aus einem DER FREITAG (34/2018)-Interview-mit-Peter-Handke-Forum:

 

Handke, das sehr altkluge, immer noch naiv neugierige, etwas gestörte Kind. Oder ist das nur gespielt? Also konfus, ja, und das heißt einerseits sehr hellsichtig, andrerseits blind, wo Normalsichtigkeit reichen würde. Oder ist das nur Masche? Ich denke, nein, und so kommt mir Handke entwaffnend ehrlich vor, bis in seine Selbsttäuschungen hinein. So oder so, die Welt, insbesondere die literarische, wäre ohne ihn merklich ärmer. Als ich ihn kennenlernte, habe ich, vernunftgläubiger, als man es mir heute noch vorhalten kann, ihn mit leichtem Zweifel, daß er auch ein bißchen recht haben könnte, abgelehnt, in der Folgezeit jedoch zunehmend schätzen gelernt. Denn das A-Soziale bei ihm ist nicht nur Schwäche, es ermöglicht ihm auch den anderen, unkonventionellen Blick. Das Interview leistet, was man von einem Handke-Interview erwartet, ist ergiebiger als die meisten Schriftsteller-Befragungen, auch wenn es an neuralgische Punkte stößt, wo Handke widersprochen werden muß.

 

Siehe auch: „… In seiner Geschichte des Bleistifts notiert Peter Handke: ‚Als Goethe Grillparzer 1826 an der Hand ergriff (um ihn ins Speisezimmer zu führen), brach dieser in Tränen aus; und Kafka hat dann die Ziegel von Goethes Haus gestreichelt.’ …

 

 

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