„…, dass wir dabei sind, uns mit den Russen anzulegen. …“

 

… Doch die überzogenen Bedrohungsszenarien, die den Rüstungskomplex am Laufen halten, können in eine Katastrophe münden. Von den Kriegsschiffen, die zur Beruhigung der osteuropäischen Nato-Länder in der Ostsee und im Schwarzen Meer patrouillieren, sind zwei oder drei mit dem Aegis-Kampfsystem ausgestattet, einem elektronischen Leitsystem für den Einsatz von Luftabwehrraketen. Diese defensiven Systeme können jedoch ganz einfach durch Marschflugkörper mit konventionellen oder atomaren Sprengköpfen ersetzt werden, ohne dass ein Beobachter den Unterschied erkennen würde.

Das kann schreckliche Folgen haben, warnt Bruce Blair. Der Experte, der Jahre in unterirdischen Silos mit jenen Atomraketen zugebracht hat, um deren Abschaffung er sich heute bemüht, hat mir die Gründe dargelegt: „Diese Zerstörer könnten einige Tomahawk-Marschflugkörper abschießen, die bis Moskau fliegen können. Man könnte von nur zwei Zerstörern aus einen ziemlich massiven Angriff auf russische Kommando- und Kontrollzentren starten.“ Das sei der Grund, warum die Russen diese Schiffe aggressiv beschatten und in sehr geringer Höhe mit Kampfjets überfliegen.

Laut Blair wird das eine weitere Eskalation auslösen: „Die Russen setzen eine Gruppe von Jagd-U-Booten auf diese Zerstörer an, um sie zu neutralisieren. Und wir entsenden U-Boot-Jagdflugzeuge vom Typ P-8 in die Region, um die russischen U-Boote zu neutralisieren.“ Unabhängig von den Zerstörern lassen die USA aber auch B-2-Tarnkappenbomber und B-52-Bomber über Polen fliegen, „als ob wir einen strategischen Angriff üben würden“, erklärt Blair weiter: „Wir fliegen sie nach Europa, um unsere Entschlossenheit zu demonstrieren. Damit schaffen wir eine niedrige atomare Eskalationsstufe, die uns selbst nicht einmal unbedingt bewusst ist.“

Der Militärexperte glaubt, dass mit Ausnahme einiger Mitarbeiter im Geheimdienst und US-Außenministerium nur wenige sehen, „dass wir dabei sind, uns mit den Russen anzulegen. Im Nationalen Sicherheitsrat gibt es niemanden, der das im Blick hat“, sagt Blair. „Und auch nicht im Verteidigungsministerium.“

 

Siehe auch: „Es droht eine unvergleichliche, nukleare Auslöschung der Menschheit

 

 

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