„Das Frankenstein-Bündnis / Wirbel um Zusammenarbeit von CDU und AfD in der Pfalz …“

 

… oder: Wo „Mitte”(!?): Nehmt die Phänomene wahr, Ihr Nibelungen …

 

Westfalen-Blatt, 02.10.2019:

Das Frankenstein-Bündnis / Wirbel um Zusammenarbeit von CDU und AfD in der Pfalz

Von Wolfgang Jung

Frankenstein (dpa). Die Fraktionsgemeinschaft einer CDU-Politikerin mit ihrem AfD-Ehemann in der Pfalz schickt Schockwellen ins politische Berlin. Das Ehepaar gibt sich überrascht – ihm geht es um etwas Alltägliches.

Für politische Experimente ist das oft als bodenständig geltende Bundesland Rheinland-Pfalz wahrlich nicht bekannt. Nach jahrzehntelanger CDU-Regentschaft lenkt im Moment eine SPD-geführte Ampel-Koalition unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer relativ geräuschlos die Amtsgeschäfte. Und nun das: Im pfälzischen Ort Frankenstein hat die CDU eine Fraktionsgemeinschaft mit der AfD geschlossen – trotz eines De-facto-Verbots durch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Entsetzen bei Christdemokraten ist groß.

„Das widerspricht allem, was uns wichtig ist und was wir beschlossen haben“, zürnt etwa der Generalsekretär der Landes-CDU, Gerd Schreiner. Auch der zuständige CDU-Kreisvorstand schäumt – und brachte im August einen Parteiausschluss gegen die CDU-Politikerin Monika Schirdewahn auf den Weg. An diesem Mittwoch wollte das Bezirksparteigericht darüber entscheiden, nun ist die Verhandlung auf den 22. Oktober verlegt worden.

Für viele Christdemokraten ist das Geschehen in Frankenstein blanker Horror. Ein Ort im Landkreis Kaiserslautern mit etwa 950 Einwohnern, benannt nach einer Burg und nicht nach dem Monsterroman von Mary Shelley. Zehn Sitze gewann die Freie Wählergemeinschaft hier bei der jüngsten Kommunalwahl. Die CDU holte ein einziges Mandat, ebenso wie die AfD – um etwas mehr Einfluss zu haben, schlossen sich beide zur Fraktionsgemeinschaft „Fortschritt Frankenstein“ zusammen. Es waren wohl keine schwierigen Verhandlungen – zwischen der CDU-Politikerin Monika Schirdewahn und ihrem Mann, dem AfD-Politiker Horst Schirdewahn.

Das Ehepaar, dessen Entscheidung Schockwellen bis ins politische Berlin schickt, wohnt wie Dutzende weitere Menschen im Frankensteiner Ortsteil Schliertal, in einem Haus ohne Wasseranschluss. Und hier nimmt die Geschichte von der Zusammenarbeit von CDU und AfD eine etwas andere Wendung. Denn während es für die einen um nichts Geringeres geht als um eine Neuordnung der deutschen Parteienlandschaft, geht es für die anderen schlicht um eine Wasserleitung.

Das Zuhause der Schirdewahns ist aus Sicht der Behörden ein Wochenendhaus ohne Anspruch auf Wasseranschluss. Das Paar bestreitet dies – und pocht auf eine leitungsgebundene Ver- und Entsorgung. „Durch das novellierte Bundesbaugesetz von 2017 ist das problemlos möglich – zumal Investoren da sind und es die Ortsgemeinde keinen Cent kosten würde“, betont Monika Schirdewahn. Wasser sei mittlerweile weltweit ein Menschenrecht – im Schliertal hingegen müssten die Bewohner ihr Trinkwasser mühsam in Behältern herbringen.

„Das kann nicht im Sinne von Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer sein“, meint Schirdewahn mit bitterem Unterton. „Ich schäme mich für meine Partei, die CDU, wegen unterlassener Hilfeleistung und der Menschenrechtsverletzung auf Trinkwasser im Schliertal.“ Und an diesem Punkt kommt die Politik ins Spiel. Horst Schirdewahn gründete kurz vor der Kommunalwahl im Mai eine AfD-Ortsgruppe. Als der 67-Jährige und seine Frau in den Rat einzogen, schlossen sie sich zusammen – auch, um in Sachen Wasser mehr zu erreichen.

Der CDU-Kreisvorsitzende Marcus Klein sieht das völlig anders. Monika Schirdewahn habe „eine rote Linie überschritten“, sagt das Mitglied des Landesvorstands der Partei. Gegen einen möglichen Parteiausschluss will Monika Schirdewahn „bis in die letzte Instanz gehen“, sagt die 62-Jährige. „Ich erhalte jede Menge guter Zusprüche auch von CDU-Mitgliedern und sehr viel Post von CDU-Wählern. Diese schreiben mir, dass ich ja nicht einknicken soll.“

Bildunterschrift: Monika (CDU) und Horst Schirdewahn (AfD).

( Zitat von  hiergeblieben.de  )

 

Siehe auch: „… Mit der AfD koalieren bis die Medien darauf anspringen …” …,

… „Oettinger und Petry – die meinen das ernst …” …,

… „… zB die von von der Lala …

 

 

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