Archiv der Kategorie ‘Literatur‘

 
 

„Abschied von der Erde“ – eine Palmsonntags-Zumutung …

 

… oder: Was dir zugemutet wird, wird dir auch zugetraut.  

 

Bei Michio Kaku herrscht aktuell Aufbruch­stim­mung. In seinem gerade auf Deutsch erschie­nenen Buch Abschied von der Erde  widmet sich der am City College of New York tätige Physiker und Bestseller-Autor der Frage einer mögli­chen Kolo­ni­sie­rung des Welt­raums. Mit dieser kühnen Vision will Kaku auf eine Reihe von globalen Bedro­hungs­sze­na­rien reagieren. So spricht er in der Einlei­tung seines Buches von der „globalen Klima­er­wär­mung … von atomaren Massen­ver­nich­tungs­waffen … von biolo­gi­schen Massen­ver­nich­tungs­mit­teln wie aero­genen AIDS- oder Ebola-Erregern …, die durch simples Husten oder Niesen über­tragen werden können“. Außerdem sieht sich Kaku der Gefahr einer „wach­senden Bevöl­ke­rung gegen­über, die die irdi­schen Ressourcen in rasender Geschwin­dig­keit aufbraucht“. Ange­sichts dieser über­wäl­ti­genden Heraus­for­de­rungen erscheint ihm die Besie­de­lung des Welt­raums als letzter Ausweg, um den Fort­be­stand der mensch­li­chen Spezies zu retten.

 

Siehe auch: „Geldvernichtung auf dem Mars

 

 

DEMETER-Würmer sind die allerbeschten …

 

… Bisher konzentrieren sich Sorgen um die Artenvielfalt vor allem auf Insekten. Aber auch unter der Erde lässt sie zu wünschen übrig. …

 

Rezension: „Der Regenwurm ist immer der Gärtner” von Amy Stewart

Wurmwelten.ch

Wurmwelten.de

Bienen-, Insektenweide und mehr …

 

 

„… Der Westen gleitet schleichend in die Überwachung durch Big Data. …“

 

… oder: Der Schillerstein im Urnersee ist doch nicht ganz ‚für die Katz’, oder …

 

… Regierungen, Internetfirmen, Präventionshysteriker, Gesundheitsapostel, Unfallverhüter und viele mehr wollen uns weismachen, die Möglichkeiten von Big Data seien nur zu unserem Besten. …

 

Siehe auch: „Auf dem Weg zur digitalen Knechtschaft” …,

… „… Und einiges wird davon abhängen, wie tech­nik­gläubig wir sind: inwie­weit der Mensch der Maschine die Hoheit der Einschät­zung und Beur­tei­lung einer Lage über­gibt.” …,

Zu „Digitalisierung” hier mehr …

 

 

„… dass Rot-grün blind proamerikanisch ist …“

 

… oder: Sie dienen immer noch dem „Führer” …

 

Rezension: Heinz Loquai: Weichenstellungen für einen Krieg. Internationales Krisenmanagement und die OSZE im Kosovo-Konflikt. Nomos Verlagsgesellschaft Baden Baden

 

Zu „Kosovo” hier mehr …

 

 

„… Seither geht ein Riss durch Europa,und das Versöhnungswerk liegt in Trümmern. …“

 

… Damit wir die Dimension begreifen und nur verantwortbare Schlüsse ziehen, ist das Buch von Wolfgang Bittner das „Zeichen an der deutschen Wand”.

Willy Wimmer

Staatssekretär a. D.

 

 

Ullrich Mies über sein neues Buch „Der Tiefe Staat schlägt zu“

 

Interview mit dem Hrsg. hier …

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Rainer Rupp

Einleitung
Ullrich Mies

I. Grundlagen und Bestandsaufnahme

Kapitalismus: totalitäres Vernichtungsprogramm
Eugen Drewermann

Taumelnder Hegemon im Aggressionsmodus —
Ausdruck einer globalen tektonischen Machtverschiebung
Jochen Scholz

Europäische Union: dem Kapital ergeben, der Demokratie abhold
Hannes Hofbauer

II. Der Krieg in den Köpfen

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2018 – Bühne für westliche Konflikt- und Kriegstreiber
Tilo Gräser

Der Antisemitismusvorwurf als Disziplinierungsinstrument und Diskurstotschläger
Annette Groth  ( z.B.: Göttinger Friedenspreis 2019 )

III. Transatlantische Kriegstreiber in Aktion

Die „Achse des Bösen“ — die US-Israel NeoCon-Connection
Kees van der Pijl

Tiefer Staat — Macht jenseits jeder Kontrolle
Chris Hedges

Die Blutspur der US-geführten Kriege seit 9/11:
Afghanistan, Jemen, Libyen, Irak, Pakistan, Somalia, Syrien
Nicolas J.S. Davies

Piratenstaat USA
John Pilger, interviewt von Ullrich Mies

IV. Die Wiederbelebung des Ost-West-Konflikts

Wie die „westliche Wertegemeinschaft“ den Kalten Krieg 2.0 installierte
Ullrich Mies

Der neue Kalte Krieg und die geplante Eskalation des Konflikts USA/Europa versus Russland
Vladimir Petrovic Kozin

Könnte sich die souveräne Bundesrepublik Deutschland aus einem Atomkrieg der USA und der NATO gegen Russland heraushalten?
Wolfgang Jung

V. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten

Die Kontinuität des westlichen Imperialismus im Nahen und Mittleren Osten
Aktham Suliman

Die weltweite US-Kriegspolitik: Wettrüsten, Chaos im Nahen und Mittleren Osten,
Iran-Atomkonflikt und Dollarimperialismus
Mohssen Massarrat

US-Kriege und Stellvertreterkriege seit 1945: Jetzt rückt Iran ins Fadenkreuz
Ernst Wolff  ( s.a. „… Alles deutet darauf hin, dass Israel und die USA vorhaben, den Iran anzugreifen. …” u.a. … )

 

Die Eliten provozieren Krisen und Kriege, denn sie profitieren davon. Exklusivabdruck aus ‚Der Tiefe Staat schlägt zu’ …

 

 

„… Ein Gen für Geschichtsvergesslichkeit gibt es aber bei den deutschen Autobauern ganz bestimmt. …“

 

Daher erscheinen sie auch besonders skrupellos, wenn sie jetzt das Auslaufmodell Dieselmotor retten wollen, indem sie in einer Testreihe Affen und Menschen deren Abgase einatmen lassen um den fraglichen Beweis zu erbringen, dass diese Schadstoffe dank verbesserter Technologie unbedenklich seien.

 

Zu dieser nicht nur in Mitteleuropa epidemischen Amnesie hier mehr …

Siehe auch: „Der 18. Januar ist der Tag an dem … die ‚Euthanasie’-Verbrechen ihren Anfang nahmen.

 

 

Harold Pinter: KUNST, WAHRHEIT & POLITIK

 

 

Da ich immer wieder grossartigen Künstlern im weitesten Sinn begegne und Dämonien laut denkende Politiker wahrnehmen muss – vielleicht geht es Ihnen, werte Leserin, werter Leser ähnlich – , erinnerte ich heute der

 

 

Nobel-Vorlesung Harold Pinter’s

KUNST, WAHRHEIT & POLITIK

 

 

 

 

„Die Zerstörer der EU und Europas als Erben von Jean Monnet“

 

„Dieser merkwürdige Herr Monnet”.

Er beschreibt den Verfechter der Globalisierung, der „im Dienst internationalistischer und technokratischer Ideen stand. Der Weg Jean Monnets, des internationalen Finanziers und ‚Vaters Europas’ ist zu sehen in der Dynamik eines hundertjährigen Projektes der Globalisierung. Jean Monnet glaubte auch, die universelle Brüderlichkeit von morgen zu begründen, in dem er die Zukunft ausgehend von der wirtschaftlichen Dimension erbaute, und machte sich damit zum Leugner der außerordentlich spirituellen Wirklichkeit der Menschheit. Seiner materialistischen Vision fehlte diese Transzendenz, die den Menschen erhebt, und die ein globalistisches Ideal nicht kennt.”

 

Siehe auch: „Die Zentrifugalkräfte, die uns in Europa zu zerreißen drohen, einzufangen …” …,

… „Das Bedürfnis nach Wahrheit …” …,

… „Kunst macht sichtbar.

 

 

„Todesstaub – Made in USA: Uranmunition verseucht die Welt“

 

… oder: Ausführliche Buchbesprechung auf INFOsperber …

 

Der Dokumentarfilmer und Autor Frieder Wagner hat in den Kinderkrankenhäusern des Irak Bilder des Schreckens gesehen und aufgenommen. In seinen Filmen „Deadly Dust – Todesstaub“ (2007) und „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ (2003) berichtet er über die Vertuschungsstrategie der Militärs, der Industrie und von Regierungen, aber auch jener der Medien und der Politik. Seine jahrelange Beschäftigung mit dem Thema führte ihn zu den verseuchten Kriegsschauplätzen, wo er gemeinsam mit dem deutschen Arzt Siegwart-Horst Günther (1925–2015) wichtige Fakten zutage förderte, die nun erstmals in Buchform erscheinen. Darin sind auch Aufzeichnungen über die fatalen Folgen des Auslandseinsatzes von deutschen Bundeswehrsoldaten enthalten.

 

Siehe auch: „… Ein deutsch-französischer Vertrag der Kriegsvorbereitung(?) …” …,

… „… Wer schlägt die Trommel(?) …” …,

… „… Kriegstreibereien …

 

 

„… Dafür muss Frieden wieder zu einem zentralen Thema unserer Gesellschaft werden. …“

 

… oder: „… Ich bin überzeugt, dass der Klang dieser Töne ihr Herz und ihren Verstand öffnen wird und es Wege zu einem friedlichen Miteinander gibt – hier in Göttingen, in Deutschland und auch in Israel und Palästina. Wenn wir es alle wollen, ist es kein Traum. …

 

Aus Furcht vor Russland, als Reaktion auf den Irrsinn eines »America first« oder aus Angst vor Gewalt und Terror kommen die Gespenster des Kalten Krieges zurück. Der neue Rüstungswettlauf ist keine Drohung mehr, sondern bereits harte Realität. Deutschland kann in der Entspannungspolitik zwischen Ost und West im Rahmen der Europäischen Union eine führende Rolle einnehmen. Dafür muss Frieden wieder zu einem zentralen Thema unserer Gesellschaft werden. Genau dafür setzen sich die Herausgeber Michael Müller, Peter Brandt und Rainer Braun ein, die mit ihrem Aufruf die aktuellen Perspektiven einer neuen Friedens- und Entspannungspolitik ausloten und entwickeln. Mit Beiträgen von Heinrich Bedford-Strom, Frank Bsirske, Gabriele Krone-Schmalz, Harald Welzer, Norbert Lammert, Götz Neuneck, Iris Berben, Gerhart Baum, Ernst-Ulrich von Weizsäcker u.v.a.

 

Siehe auch: „Krieg und Friedenund die Kategorie dazu …

 
 

 
 
 

„Sven Böttcher: Rette sich, wer kann. Das Krankensystem meiden und gesund bleiben, Taschenbuch 1. Februar 2019, Westend Verlag.“

 

… Lassen wir uns unsere Fähigkeit zur Melancholie nicht nehmen. Sie ist Voraussetzung für unser Glück. …

 

Siehe auch: „Wer lacht und glücklich ist, bekämpft sich nicht, führt keine Kriege.

 

 

„… Mein Ziel war es nicht, Europa zur Verantwortung zu ziehen …“

 

 

Siehe auch: „Das Bedürfnis nach Wahrheit” …,

Ohne Er-Kenntnis des Affenbrotbaumes geht gar nichts, oder …

 

 

„… Dokumentiert: IALANA-Fachtagung »Krieg und Frieden in den Medien« …“

 

… oder: RECHT- versus RECHTS-staat u.a. …

 

Hochkarätig besetzt, informativ und differenziert, 350 Plätze binnen kürzester Zeit ausverkauft und von der Mainstreampresse komplett ignoriert – das war »Krieg und Frieden in den Medien«, die Fachtagung der Juristenvereinigung IA LA NA im Januar 2018 in Kassel. Im Ossietzky-Verlag sind jetzt die Konferenzbeiträge erschienen. Es ist ein herausragendes Handbuch der Medienkritik mit insgesamt 26 Gastbeiträgen, unter anderem von Uwe Krüger, Michael Meyen, Ulrich Teusch, Jens Wernicke, Albrecht Müller, Jens Berger, Ute Finckh-Krämer, Maren Müller, Sabine Schiffer, Ekkehard Sieker und Max Uthoff.

IALANA (Hg.): Krieg und Frieden in den Medien. Ossietzky-Verlag 2018, 292 Seiten, 20 €

 

1. Auflage 2018, Dokumentation der IALANA-Tagung im Januar 2018 in Kassel

»IALANA« ist hier die Kurzform für »IALANA Deutschland e. V. – Vereinigung für Friedensrecht – Deutsche Sektion der International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms« – mit Sitz in Berlin

( homepage: www.ialana.de )

Warum veranstaltet eine Vereinigung von Juristinnen und Juristen, die sich in erster Linie für die Abschaffung von Atomwaffen aufstellt, eine Tagung zu diesem Thema? Das liegt daran, dass man als Friedensaktivist immer wieder auf Artikel stößt, vorzugsweise in den sogenannten ›Mainstream-Medien‹ wie FAZ und Süddeutsche Zeitung, bei deren Studium man stutzt: Da fehlt doch die Hälfte. Diese Beobachtung machen auch andere, z. B. die Autoren der Kabarett-Sendung Die Anstalt. Deswegen geben sie jeder Sendung einen Faktencheck im Internet bei, der häufig viele Seiten stark ist. So geht es übrigens auch der heute-Show, deren Moderator Oliver Welke vor kurzem in einem Interview in der FAZ auf die Frage »Muss wegen des Erstarkens der AfD auch Satire präzise sein?« sagte: »Definitiv. Satire muss viel mehr aufpassen als früher. Deshalb haben wir schon seit Jahren Redakteure, die gar nicht mit dem satirischen Teil der Sendung befasst sind, sondern nur die Fakten checken, in Ministerien anrufen, für uns die Themen vorrecherchieren.«
Das war beim Thema Krieg und Frieden schon lange so, wie das aufschlussreiche On-dit zeigt: »Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.«

Taschenbuch, 292 Seiten, ISBN 978-3-944545-14-1

20,00 EUR / zzgl. 1,50 EUR Versandkosten

 

Siehe auch: 2018 (!) – „Die gesellschaftlichen Entwicklungen weisen in eine präfaschistische Phase” u.a. …

… „Das Bedürfnis nach Wahrheit …” …,

… „Wahrscheinlich eine Einser-Juristin und auch sonst von mäßigem Verstand.

 

 

„Wissen in Teilen macht eine schöne Geschichte; aber Weisheit entsteht, wenn wir das Ganze sehen.“

 

… oder: Zwei Schweizer Weltbürger …

 

Ja, wie entsteht aus den einzelnen Mosaiksteinen ein Gesamtbild? Was ist es? Das habe ich mich als Lehrer oft gefragt. Und welcher Gesetzmässigkeit, welcher Pflicht muss ich mich als Be-Teil-igter unterziehen, damit die zusammengefügten Steine das gewollte Ganze ergeben? Wie entsteht aus der ursprünglichen Addition von Partikeln ein Ergebnis, das nicht nur mehr ist als die Summe, sondern auch anders und wirkungsvoller als das lediglich Zusammengefügte(?)

 

Siehe auch: „mare in grosser Gefahr …” …,

… Literatur: Thomas Göbel: Quellen der Kunst …,

Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen

 

 

„‚We have a Situa­tion‘: Von Hegels Philo­so­phie der #Situa­tion zur poli­ti­schen Kunst heute …“

 

… oder: Auch gute Denk-„Kunst macht sichtbar” …

 

Bei dem Wort „Situation“ denkt man an die Sprache amerikanischer TV-Serien, französischer Existentialisten oder deutscher Bürokraten. Dabei hat der Philosoph Hegel schon 1817 eine Theorie der „Situation“ entworfen, die bis heute wichtig ist und politischen Widerstand und zeitgenössische Kunst neu zu denken gibt.

 

Zu Hegel hier mehr …

 

 

„Neu in der Schriftenreihe der Georg Elser Gedenkstätte Königsbronn“

 

… oder: Lernen aus Geschichte …

 

Der neue Band 16 berichtet darüber, wie Georg Elser die Propaganda der Nazis durchschaut hat. Er schildert die Schriftenreihe der Gedenkstätte die Informationsgrundlage, die Elser seiner Zeit hatte und zeichnet ein eindrucksvolles und einprägsames Bild der brachialen Entwicklung Deutschlands hin zum November 1939.
Es ist das Bild, das sich dem Widerstandskämpfer Elser bot, während sich seine Gegnerschaft zum Regime festigte und in den Plan für das Attentat auf Adolf Hitler mündete.

So trägt dieser Band 16 der Reihe den Titel „Georg Elsers Heimatzeitung“ und den anschaulichen Untertitel
„Seine Informationsgrundlage in Königsbronn – Lesen zwischen den Zeilen und Desinformationen durchschauen“.

 

Siehe auch: „… Keiner von ihnen zeigte Reue, Einsicht oder Schuldgefühle, alle beriefen sich auf ihre angebliche Pflicht.

 

 

„Die Eska­la­tion der Zeit. Hans Blumen­berg als konser­va­tiver Diagnos­tiker der Moderne …“

 

… oder: Kriegst Du noch die Kurve!?

 

Der Philosoph Hans Blumenberg entwarf 1986 in seiner Studie „Lebenszeit und Weltzeit“ eine Diagnose des modernen Zeitverständnisses und zugleich eine Pathologie des Konservativen – vor der er allerdings selbst nicht ganz gefeit war. Die anhaltende Prominenz Blumenbergs erfordert eine kritische Relektüre.

 

Siehe auch: „Was ist Zeit? Die Welt zwischen Wesen und Erscheinung …” Hrsg. von Wolfgang Schad

 

 

So schafft man ein christliches EUropa(!?) …

 

oder: Doch bloss ein klerikalfaschistoides Nichts?

 

G.Thr.

 

Siehe auch: Zu Novalis „Die Christenheit oder

Europa” …,

„Die Christenheit oder Europa” (Text)

 

 

„Weihnachten an Andere denken. …“

 

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Das Fest der Nächstenliebe bewegt noch immer dazu, auch an jene zu denken, denen es schlechter geht. Doch hinter den rührenden Bildern der Spendenwerbung verschwinden Schwache und Verlierer leicht. Von ihnen erzählen die Geschichten von Heinz Strunk.

 

 

„… 2019 jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Von der Euphorie jener Tage ist nicht viel übrig geblieben. …“

 

Wo aber Gefahr ist, da wächst das Rettende auch.“ Nur, wo soll es herkommen? Von den Mutigen, die auf der Strasse der staatlichen Repression trotzen? Von den Solidarischen, die Vertriebene bei sich aufnehmen? Von den Unentwegten, die lieber ins Gefängnis gehen, als sich korrumpieren zu lassen? Vielleicht. Unsere einzige Hoffnung: eines Tages sagen zu können, wir hätten auch zu ihnen gehört.

 

Mein Weihnachtsgeschenk: Zu „Hölderlin” hier mehr …

 

 

Humboldt!? — Vergiss es!!!

 

Fest­tage bei (und für) GdG …

 

 

„… Die »Aktion T 4« zwischen 1940 und 1945 war systematischer Massenmord an Menschen mit Behinderung. …“

 

… Vor 50 Jahren wurden die Verantwortlichen zu milden Strafen verurteilt …

 

Zu diesen „getarnten Verbrechen” hier mehr …

 

 

“Uns wurden diese UN-Pakte in den Hals geschoben, wie ungewolltes Essen einer Stopfgans.”

 

Nicht vergessen: Genau diese „Stopfgans” kommt in gut 8 Tagen als „Festmal auf den Gabentisch” —  jedes Jahr aufs Neue ( – Headline aus dem Forum dazu … – ):

 

„… Und die, schlimmer noch, ihre eigenen Kinder fressen, die sie in den Konsum treiben, um daraus noch mehr Profit zu ziehen. …”

 

G.Thr.

 

Über den rechten Hass auf die Aufklärung … u.a. …

Zu „Migration” hier mehr …

Zu „Weihnachten” in einer ungewohnt stillen Stunde hier mehr …

 

 

Klimawandel-Weihnachtsgeschenke, oder …

 

… Klimakonferenz Katowice: Land unter in Polen(?) …

 

 

„… Es ist an der Zeit, die Mitverantwortung der Unterrichtspraxis im Fach Geschichte zu erkennen. …“

 

oder: Wer gibt den Leisen ihre Stimme zurück …

 

Hochschullehrer klagen immer wieder über mangelhafte intellektuelle Voraussetzungen ihrer Studienanfänger. Dies betrifft nicht bloß die oftmals miserable Orthografie, es betrifft ebenso Lücken in der Allgemeinbildung und da zumal in Sachen Geschichte. Historische Fakten bedeuten nicht nur Zahlen und Namen, sondern auch die damit verbundenen Ereignisse und Schicksale. Sie rufen emotionale Reaktionen hervor und ordnen sich einer Werteskala zu.

Sofern dies alles fehlt, herrschen Unwissen und Ignoranz. Sie lassen Raum für Falschinformationen, wie sie zumal das Internet bereithält, man muss bloß auf die entsprechenden Blogs und Webseiten gehen und dort bleiben. Die Angebote sind reichlich. Nebenher verheißen sie Kameraderie, Abenteuer, Elitebewusstsein und Provokation, was manche pubertierende Seele begehrt.

Wir haben Brandenburg und Sachsen nicht zufällig erwähnt. In beiden Bundesländern häufen sich rechtsextreme Überzeugungen und Aktivitäten, zumal bei jungen Leuten. Das Problem wird bevorzugt mit den dort geschehenen gesellschaftlichen Umbrüchen nach 1990 erklärt. Es ist an der Zeit, die Mitverantwortung der Unterrichtspraxis im Fach Geschichte zu erkennen.

 

Siehe auch: „Offener Brief an den Herrn Bundespräsidenten vom 13.12.2018” …,

… „Wider die politisch-völkische Veruntreuung des Deutschtums(!!!) …” …,

… „Hitlers Glocke — bleibt!” …: Zu diesen Nibelungen hier mehr

„Geschichte(n) der Gegenwart” u.a. …

 

 

Rezension zu Götz Eisenberg: „Zwischen Anarchie und Populismus“

 

Zwischen Anarchismus und Populismus – Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus Band 3
Edition Georg-Büchner-Club
Verlag Wolfgang Polkowski
Gießen 2018
ISBN 978-3-9818195-3-3
450 Seiten; 24,90 Euro

 

 

DAS Ostergeschenk …

 

Aber der Buch-Gutschein kann schon unterm Weihnachtsbaum liegen (… es erscheint erst im März ’19…):

 

 
 

„Herbert Ludwig: EU oder Europa? Die Entscheidungsfrage der europäischen Entwicklung zur freien Individualität.“

 

Geistige Höhenflüge und geistige Unabhängigkeit gehen Hand in Hand. Das werden Sie nach der Lektüre des gleichermaßen aktuellen wie zeitlosen Essays von Herbert Ludwig spüren. Die Verankerung des Einzelnen als Teil der Völker Europas in Freiheit und Selbstbestim-mung, die engen Grenzen des Staates als Diener und nicht als unerbittlicher bürokratischer Moloch, der das gesamte Dasein machtpolitisch dominiert und nivelliert, schließlich die Rückkehr zu dem was die menschliche Seele in den Völkern und ihrem Zusammenklang ausmacht, bilden wesentliche Gedankenstränge dieser wahrhaft europäischen Schrift.

„Die Freiheit ist ein Ideal … an ihm muss die Wirklichkeit gemessen und sukzessive verändert werden.“ Damit benennt Herbert Ludwig den einzig menschengemäßen Weg, den es für Europa geben kann. Der seit Jahrzehnten praktizierte Marsch in den Einheitsstaat stellt hingegen eine stetig wachsende Bedrohung dar, die das Selbstbestimmungsrecht der Men-schen aushebelt und die Würde jedes einzelnen Menschen verletzt.

Praktisch negieren Politik und Bürokratie dieses Recht permanent, weil sie individuelles Handeln per se als unvernünftig ansehen. Die gewählten Repräsentanten betreiben eine „ungeheure Anmaßung“. Die herrschenden Gesetze berauben Menschen tatsächlich ihrer Freiheit wie Ludwig aufzeigt. Die Politisierung und Verstaatlichung der Bildung steht einer freiheitlicher selbstbestimmter Entwicklung entgegen – das humboldtsche Ideal einer proportionierlichsten Bildung der Kräfte zu einem Ganzen wird systematisch verhindert.

Herbert Ludwig bringt es auf den Punkt: „Die Verschmelzung der europäischen Staaten in einem Riesenstaat … hat .. mit dem wahren Europa nichts zu tun“. Der Wille der Menschen ist unerheblich geworden angesichts der „Diktatur eines geistlosen Politik-Proletariats“. Wir leben in einer „Zuschauerdemokratie“, in der absolute Fürsten durch eine Parteienoligarchie ersetzt wurden.

Der Ausweg ist klar: Eine Rückkehr zu Europa als historisch gewachsenem Kulturraum mit unterschiedlichen Völkern mit unterschiedlich „seelisch-geistigen Organismen“. Das bedeutet eine Abkehr von der machtpolitischen EU, die im Grunde die Völker vergewaltigt und sie mit einer nivellierenden Staatsmaschine erdrückt, so dass die Menschen zu Rädchen im Getriebe erniedrigt werden. Mit den klugen Worten des über viel Waldorfschul-Erfahrung verfügenden Herbert Ludwig: „Die EU bildet in Wahrheit die wüsteste Reaktion gegen die europäische Kultur- und Geistesentwicklung, gegen den Fortschritt der Menschheit.“ – EU bedeutet Untergang Europas.

 

 

„… Ist uns eine langfristige Überlebensmöglichkeit der Menschen vielleicht doch nicht so wichtig?“

 

… oder: Nicht EUropa, aber Europa schafft das.

 

 

 

„Nazis, Moslembrüder und CIA“

 

Eine Moschee in München. Wie sich die CIA immer schon radikaler Islamisten bediente. Und wie dabei eine Moschee in München mit Nazi-Wurzeln zum Brennpunkt wurde. Ein Beitrag zur Islamkonferenz.

 

 

Apropos Kuhhorn etc. …

 

… oder: Potemkinsche ‚Schweiz’ – wer braucht das!? — Kein Mensch, oder …

 

– Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

Goethe

 

Siehe auch: „Die extreme Trockenheit des vergangenen Sommers (2018) …

 

 

„Nachdenken nach Stalingrad heisst: Nie wieder Krieg!“

 

… oder: Mutti go home!

 

Im Februar 2018 jährten sich die Ereignisse von Stalingrad zum 75. Mal. Im heutigen Wolgograd, wo ein riesiges Mahnmal daran erinnert, fanden grosse Gedenkveranstaltungen statt. Von der deutschen Bundesregierung nahm niemand daran teil. Es ist unverständlich – Differenzen mit Putin hin oder her –, dass die Kanzlerin (die heute eine europäische Armee aufbauen will) es nicht für nötig hielt, den 142 567 dort begrabenen deutschen Soldaten und ihren Angehörigen den Respekt zu erweisen. Um so mehr hätte die noch weit grössere Zahl russischer Soldaten und ihre Angehörigen und auch die Bewohner von Wolgograd den Respekt verdient – hat doch niemand Deutschland eingeladen, Russland und die Stadt an der Wolga anzugreifen, und die Toten auf beiden Seiten sind nicht freiwillig gestorben. Auch die Bundeswehr war nicht in Wolgograd. Dazu Michael Henjes vom Bundesverteidigungsministerium: «Stalingrad ist ein Mythos, der nicht mehr so präsent ist. In der Bundeswehr ist das heute kein Thema mehr. Da sind die Fäden gekappt.» («Hannoversche Allgemeine Zeitung» vom 1.2.2018) – Schliesslich war nur ein kleines Grüppchen anwesend – einige aus den Städte­partnerschaften von Köln und Chemnitz mit Wolgograd, einige Abgeordnete der Linken und ganz wenige der SPD.
Der «Durchbruch» zu neuen Einsichten und zu einem neuen Denken ist heute so dringend wie nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies würde auch die Migrationsproblematik entschärfen – weit mehr als ein Pakt der Uno. Die Publikation des erschütternden Dokuments kommt zur richtigen Zeit.    •

Quellen:
Gerlach, Heinrich. Durchbruch bei Stalingrad. München 2017
Diedrich, Torsten. Ebert, Jens. Walther von Seydlitz. Nach Stalingrad – Feldpostbriefe und Kriegsgefangenenpost 1939–1955. Göttingen 2018 

 

Siehe auch: „Wider die politisch-völkische Veruntreuung des Deutschtums (!!!) …” …,

… „Sag nicht, es ist fürs Vaterland.

 

 

„… Es sind also nicht nur Tier- und Pflanzenarten, die heute unterm Diktat der Gewinnmaximierung vernichtet werden, sondern peu à peu auch unsere menschliche Werteordnung. …“

 

„Sie wird“, schrieb der britische Schriftsteller John Berger, „systematisch besprüht – nicht mit Pestiziden, sondern mit Ethiziden – Wirkstoffen, die die Ethik und damit auch jeden Sinn für Geschichte und Gerechtigkeit töten.“ Über den Gesellschaften des entfesselten Marktes bildet sich so ein ständig größer werdendes moralisches Ozonloch. Was durch das permanente Versprühen von Ethziden abstirbt, ist unwiderruflich dahin und auch durch Ethikunterricht nicht wiederzubeleben. Wenn wir wirklich etwas gegen die wachsende psychische Verelendung und moralische Verwahrlosung unternehmen wollen, sollten wir uns für eine solidarische Ökonomie und neue Vergesellschaftungsformen jenseits von Ware, Geld und Markt einsetzen. Wir brauchen eine Gesellschaft, die menschliche Bindungen hervorbringt und fördert, statt sie systematisch zu zerstören, wie es das System des flexiblen Kapitalismus tut, das in Bindungen und moralischen Grundsätzen eine Form der Behinderung erblickt.

 

Siehe auch: „Ich glotze …” … u.a. …

Zu „Erinnerung” hier mehr …

… Weiter gefasst „Krieg und Frieden” und die Kategorie dazu …

 

 

„… Dem Volk, weil nicht spezialisiert, sei es nur erlaubt, bei den Wahlen ein Team von Technokraten durch ein anderes zu ersetzen. …“

 

Die „liberale Intelligenz“, wie Chomsky die Technokraten nannte, hätte es wirksam verstanden, alle Machtfragen zu sogenannten rein technischen Problemen von Spezialisten und Experten zu reduzieren. Dem Volk, weil nicht spezialisiert, sei es nur erlaubt, bei den Wahlen ein Team von Technokraten durch ein anderes zu ersetzen.

Immer weniger kritische Geister

Als Linguist, Publizist und Aktivist veröffentlichte Chosmky mehr als einhundert Bücher. Bedeutend sind insbesondere seine medientheoretischen Arbeiten wie „Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media“. Dieses Werk hat er zusammen mit dem amerikanischen Medienanalysten Edward S. Hermann publiziert. Leider gehören Menschen wie Noam Chomsky im 21. Jahrhundert zu einer aussterbenden Art. Viele intellektuelle Mitdenker und Gefährten Chomskys sind gestorben, wie etwa der kritische US-Historiker Howard Zinn oder der palästinensische Literaturkritiker Edward Said.

Wer Dissident ist, bestimmt die Gesellschaft

2018 ist ein neues Buch über Noam Chomsky erschienen. Der bald 90-jährige Chomsky führt ein Gespräch mit dem 1991 geborenen Journalisten Emran Feroz

 

Zu „… Leider gehören Menschen wie Noam Chomsky im 21. Jahrhundert zu einer aussterbenden Art. …” hier mehr …

 

 

Wer rettet die Schule?

 

… oder: „Eine Bankrotterklärung für die Schweiz”, Europa, die Welt …

 

Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren; es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer stolpern muß. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Mit grosser Leidenschaft eine kleine Welt erklärt

Auf dieser Schulreise zählte nicht das Besondere; bedeutungsvoll war das Naheliegende. Unser Sechstklasslehrer hatte ein Auge für das Bedeutsame im Kleinen, ein Gespür für das Wichtige im engen Lebensraum zwischen Andermatt und Realp. Ein Lehrer mit einem achtsamen Auge für das Grosse im Kleinen, leidenschaftlich verliebt in die Geheimnisse dieser Landschaft, vertraut mit den unscheinbaren Phänomenen dieses rauen Gebirgstals. Was er uns über sein Heimattal Urseren erzählte, berührte unsere Sinne, gab Sinn und Bewusstsein und wurde wirksam. Noch heute bin ich ihm dafür dankbar.

Nicht das ohnehin Sichtbare wollte er wiedergeben, sondern Unscheinbares sichtbar machen – formuliert auf Augenhöhe von uns Schülern, skizziert als einprägsames Erlebnis. Was prägen und bleiben soll, muss zum Erlebnis werden. Dazu ist Entdecken nötig und Verweilen. Schulreisen waren für unsern Lehrer solche Gelegenheiten.

Wie wird aus Informationen Bildung(?) …

 

 

„Ich glotze, also bin ich“ II

 

… oder: Ich fürchte, bei Mutti hat Deutschland nüscht bis gar nichts jelernt …

 

… Meine Mutter jedoch fühlte sich zeitlebens mißverstanden, konnte sich bis ans Ende ihres langen Lebens nicht von dem Gefühl einer Kränkung befreien. Ich kann den Ausdruck ihrer Verzückung in ihrem Gesicht, wenn wir am Bückeberg vorbeifuhren, nicht vergessen. Sechzig Millionen Tote sind ihr dagegen nicht der Rede wert gewesen. Sie war eine Verführte. Der Bückeberg als Erinnerungsort kann vermitteln, wie es funktionierte. …

Auszug aus Bernhard Gelderblom, Die NS-Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933 – 1937 — Aufmarsch der Volksgemeinschaft und Massenpropaganda, S. 190        (Hervorhebung G.Thr.)

 

Glotzen hilft nicht …

Zu „Erinnerung” hier mehr …

 

 

„… Die ‚Kriegsgeneration‘ stirbt langsam aus, und ich habe den Eindruck, das Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit von Frieden auch. …“

 

Deeskalieren, vermitteln, sich in die Lage anderer versetzen, um deren Handlungen besser zu begreifen und die Folgen des eigenen Handelns besser einschätzen zu können — das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit politischer Weitsicht …

Dort zitiert aus: Gabriele Krone-Schmalz, Eiszeit, München 2017, S. 11

 

Siehe auch: „… Zuletzt ist dazu mehrmals eine „deutsche (Atom-)Bombe“ gefordert worden. …” …,

… „Deutschland vor der Bewährung: erneuter ‚Rammbock’ gegen Russland oder Lernen aus der Geschichte?

„Lernen aus der Geschichte?” — Watt datt denn!?

 

 

Rezension: Samuel Schirmbeck: Gefährliche Toleranz

 

Eher bietet er der Linken eine Art Therapiegespräch an.

 

Ja, bitte(!!!): „… Biographiearbeit in diesem Sinne ist keine Therapie seelischer Krankheit. …

 

G.Thr.

 

 

„… Ein tausendfacher Mörder, der immer gedeckt wurde …“

 

Wer deckt(e) da wen!?

Fortsetzung folgt …

 

G.Thr.

 

Zu diesem „Doktor” und seiner ‚Umgebung’ hier mehr …

Siehe auch: „Er kommt wieder — und alle machen wieder mit, oder …” …,

… „… Sie suchen weiter die V2, wie einst. …

 

 

Neuerscheinung: „Die NS-Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933 – 1937“

 

Dieses Buch von Bernhard Gelderblom bietet eine kompakte Einführung in das Thema „Reichserntedankfeste“. Diese Massenveranstaltungen mit mehreren hunderttausend Teilnehmern wurden von 1933 bis 1937 auf dem Bückeberg bei Hameln vom NS-Regime inszeniert. Das Buch enthält etwa 200 Abbildungen, viele davon bislang unveröffentlicht. Eine nicht geringe Zahl der Fotos entstand zu Propagandazwecken. Die „Reichserntedankfeste“ waren Medienereignisse: Hitlers Rede wurde live auf alle „Volksempfänger“ des Deutschen Reiches übertragen. Bedeutsamer war die Rolle von Fotografie und Film: Die gewaltsame Ästhetik der Menschenmassen, Fahnenwälder und marschierenden Kolonnen wurde vom NS-Regime bewusst für die mediale Nutzung inszeniert. . Der eigentliche Anlass der Ereignisse, der Erntedank, spielte im Rahmen dieser „Feste“ nur eine Nebenrolle – neben den Auftritten Adolf Hitlers waren die Schauübungen der Wehrmacht mit der Zerstörung des „Bückedorfes“ die Höhepunkte der Veranstaltung. Die militärische Machtdemonstration diente zur Vorbereitung des deutschen Volkes auf einen kommenden Krieg. Als 1938 der Einmarsch in das „Sudetenland“ kurz bevor stand, wurde das letzte geplante „Reichserntedankfest abgesagt, weil die verfügbaren Transportmittel militärisch genutzt werden mussten.

 

 

„Indoktrination statt Information“

 

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Demokratie in einer beispiellosen Weise ausgehöhlt. Demokratie wurde durch die Illusion von Demokratie ersetzt, die freie öffentliche Debatte durch ein Meinungs- und Empörungsmanagement, das Leitideal des mündigen Bürgers durch das des politisch apathischen Konsumenten. Wahlen spielen mittlerweile für grundlegende politische Fragen praktisch keine Rolle mehr. Die wichtigen politischen Fragen werden von politisch-ökonomischen Gruppierungen entschieden, die weder demokratisch legitimiert noch demokratisch rechenschaftspflichtig sind. Die destruktiven ökologischen, sozialen und psychischen Folgen dieser Form der Elitenherrschaft bedrohen immer mehr unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen. Rainer Mausfeld deckt die Systematik dieser Indoktrination auf, zeigt dabei auch ihre historischen Konstanten und macht uns sensibel für die vielfältigen psychologischen Beeinflussungsmethoden.

 

Siehe auch – meine Rede –: „Hitlers TV” … …,

… „… diese verzerrende Sicht innerstaatlich mit Staatspropaganda durchzusetzen …” …,

… „Dokumentation ‚Projekt Bückeberg’: DENK-mal fällt aus(!?) — wegen PROPAGANDA

… „Die NZZ holt gerne emeritierte Professoren aus der Versenkung, um ihrer ideologischen Position Wissenschaftlichkeit zu verleihen.” …,

… „Darum schweigen die Lämmer!” …,

… „Der schöpferische Journalist. Jetzt!

 

 

„Die Illustration dieses Artikel als perfide zu benennen ist erheblich zu höflich. …“

 

Hinterfotzigkeit in höchster Potenz.

( Aus dem Forum dazu )

 

Siehe auch: „Was Bullshit-Jobs mit Sadomasochismus zu tun haben

Stichwort: „Identität” …

Stichwort: „Kairos” …

 

 

„Wenn Arten sang- und klanglos verschwinden“

 

… oder: Die Professoren für Entwickelungs-Biologie werden dann auch arbeitslos und Wissenschafts-Seiten in der NZZ u.a. = Fehlanzeige, oder …

 

In den vergangenen 500 Jahren sind über 180 Vogelarten ausgestorben. Viele davon waren Inselspezies. Nun melden Forscher, dass auch immer mehr Festlandarten verschwinden. Eine neue Analyse weist auf bisher unbemerkte Fälle hin.

 

 

Rezension: Christoph Dieckmann: Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941-1944

 

… oder: Deutsche Besatzungspolitik in der Schweiz 2016 …

 

Der 22. Juni 1941 war, so hat es einer der wenigen Überlebenden einmal formuliert, „der Tag, an dem alles anfing“. Das Deutsche Reich überfiel die Sowjetunion; die Wehrmacht und ihre diversen osteuropäischen Kollaborateure rückten in Richtung Osten vor – auch auf litauisches Territorium. Und unmittelbar begann, während litauische Nationalisten begeistert „die Stunde der Befreiung“ von den ihnen verhassten Sowjets bejubelten, der Massenmord an den litauischen Jüdinnen und Juden. Antikommunistische Untergrundkämpfer tauchten auf, schlachteten die ersten Juden, denen sie vorwarfen – so lautete auch im litauischen Antisemitismus ein übliches Vorurteil -, gemeinsame Sache mit den Kommunisten gemacht zu haben, ab, gingen zu ersten Pogromen und Massakern über

 

 

„Jeder kann wütend werden, das ist einfach. …“

 

Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Mass, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.
 
Aristoteles

 
 

Nicht nur Herrn Habeck sollten wir heute einen Panzer schenken, oder …

 

dann sind wir den Schrott los …

 

Ich werde mich bemühen, ihm einen Bildungsgutschein für den Besuch der in Neugründung befindlichen FWS Rendsburg zukommen zu lassen. Da kann er dann noch einmal seinen Schiller studieren:

 

Deutscher Nationalcharakter

[267] Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;

Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.

 

Wie gehts eigentlich ‚unserer Waldorfschule’ in Chemnitz und Umgebung!?

 

G.Thr.

 

 

„… Das war aber illegal. Darüber liest man vor allem in den kleinen Alternativmedien wie KenFM, Nachdenkseiten, Rubikon, Zeitpunkt oder Infosperber. …“

 

… oder: Der gängigen Gehirnwäsche entgehen …

 

Ich bin daher der Meinung, dass alternative Medien eine wichtige Kraft für den Frieden sind.

 

 

„Madelaine Albright hat ihrem Buch „FASCHISMUS – EINE WARNUNG“ eine Widmung vorangestellt: …“

 

„Den Opfern des Faschismus damals und heute und allen, die den Faschismus der anderen und ihren eigenen bekämpfen.“ Und bevor sie ihr verdienstvolles Buch beginnt steht da dieser Satz von Primo Levi: „Jedes Zeitalter hat seinen eigenen Faschismus.“

 

Zu „Faschismus” hier mehr …

Zu „Hitlers TV” hier mehr …

Zu „Kriegstreiberei” hier mehr …

 

 

„… Die Rationalgalerie stört die Herrschenden und der Hebel, mit dem Internetseiten wie diese hier und andere kritische Blogs eingeschüchtert und gebrochen werden sollen …“

 

… oder: Zwei Weltkriege und die Deutschen (D-A-CH) haben gar nichts daraus gelernt, oder …

 

ist das Geld, erst einmal nur das Geld. …                                            ( Aus dem Forum dazu … )

 

Tonangebend ist eine Gruppe von Menschen, welche die Erde beherrschen wollen mit dem Mittel der beweglichen kapitalistischen Wirtschaftsimpulse. Zu ihnen gehören alle diejenigen Menschenkreise, welche diese Gruppe imstande ist, durch Wirtschaftsmittel zu binden und zu organisieren. Das Wesentliche ist, daß diese Gruppe weiß, in dem Bereich des russischen Territoriums liegt eine im Sinne der Zukunft unorganisierte Menschenansammlung, die den Keim einer sozialistischen Organisation in sich trägt. Diesen sozialistischen Keim-Impuls unter den Machtbereich der anti-sozialen Gruppe zu bringen, ist das wohlbezeichnete Ziel. Dieses Ziel kann nicht erreicht werden, wenn von Mitteleuropa mit Verständnis eine Vereinigung gesucht wird mit dem östlichen Keim-Impuls. Nur weil jene Gruppe innerhalb der anglo-amerikanischen Welt zu finden ist, ist als untergeordnetes Moment die jetzige Mächte-Konstellation entstanden, welche alle wirklichen Gegensätze und Interessen verdeckt.(1) Sie verdeckt vor allem die wahre Tatsache, daß um den russischen Kultur-Keim zwischen den anglo-amerikanischen «Pluto-Autokraten»(2) und dem mitteleuropäischen Volke gekämpft wird. In dem Augenblick, in dem von Mittel-Europa diese Tatsache der Welt enthüllt wird, wird eine unwahre Konstellation durch eine wahre ersetzt. Der Krieg wird deshalb solange in irgendeiner Form dauern, bis Deutschtum und Slawentum sich zu dem gemeinsamen Ziele der Menschen-Befreiung vom Joche des Westens zusammengefunden haben.
Es gibt nur die Alternative: Entweder man entlarvt die Lüge, mit der der Westen arbeiten muß, wenn er reüssieren will, man sagt: die Macher der anglo-amerikanischen Sache sind die Träger einer Strömung, die ihre Wurzeln in den Impulsen hat, die vor der französischen Revolution liegen und in der Realisierung einer Welt-Herrschaft mit Kapitalistenmitteln bestehe, die sich nur der Revolutions-Impulse als Phrase bedient, um sich dahinter zu verstecken(3); oder man tritt an eine okkulte Gruppe innerhalb der anglo-amerikanischen Welt die Welt-Herrschaft ab, bis aus dem geknechteten deutschslawischen Gebiet durch zukünftige Ströme von Blut das wahre geistige Ziel der Erde gerettet wird.”

Rudolf Steiner

 

 

„… wenn der Gesellschaft das Bewußtsein vom Wert einer umfassenden musischen Bildung entgleitet. …“

 

… — Ja, was dann!?

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Keine blasse Ahnung …” u.a. …,

Zu „Bildungsreformen” hier mehr … …,

… „Ein Burn-Out wird zu Literatur …

 

 

„… Das demagogische Potential der „Werte“ ist erschreckend groß. …“

 

Es gibt sie noch, die grossen Seelen …

 

G.Thr.

 

 

„Lieber tot als rot: Gewerkschaften und Militär in Deutschland seit 1914“

 

… oder: Siehst Du die Schleimspur …

 

Autor Malte Meyer geht darin zwei Thesen nach: Einmal, dass die Gewerkschaften – und damit meint er stets ihre Funktionseliten – spätestens seit 1914 in Konfliktfällen stets „das Bündnis mit Staat, Militär und Rüstungsindustrie ebenso regelmäßig wie wenig zufällig der Treue zu ihren sozialistischen Programmen vorzogen“ (S. 9f.) Dies wird von Meyer in seinem Buch überzeugend und materialreich belegt und zwar anhand von elf Kapiteln, die sich mit dem Verhältnis zwischen Gewerkschaft, Staat und Militär in ausgewählten Fragen der (west-)deutschen Geschichte beschäftigen (es gibt zwar auch ein Kapitel, das sich um die DDR dreht, das ist aber – wie der Autor selbst einräumt – notgedrungen etwas kursorisch).

Darauf aufbauend entwickelt Meyer eine zweite spannende These, nämlich dass die Gewerkschaften nicht nur kein Teil der Friedensbewegung seien, sondern eine ihrer wesentlichen Funktionen in der Demobilisierung antimilitaristischen Protestes bestünde.

Malte Meyer: Lieber tot als rot. Gewerkschaften und Militär in Deutschland seit 1914, 336 S., 19.80 EUR

 

Siehe auch: „… Wenn Donald Trump verrückt ist, dann sind es die anderen, die dieselbe Vorstellung nur duckmäuserischer verfolgen, aber mindestens auch. Glauben Sie mir …

 

 

Denken? – Watt datt denn!? Nachhilfe für Menschen, nicht nur für Deutsche …

 

80 Prozent unseres Denkens bleiben unbewusst und werden durch Metaphern und Deutungsrahmen geprägt. Unser vermeintlich freies Denken wird durch diejenigen beeinflusst, die bewusst bestimmte Metaphern in die öffentliche Diskussion einführen. Diesen „heimlichen Macht-Habern“ sind George Lakoff und Eva Elisabeth Wehling auf der Spur: Welcher Sprache bedienen sich Politiker in öffentlichen Debatten, um in den Köpfen der Menschen die gewünschte „Wirklichkeit“ entstehen zu lassen? In lebhaften Gesprächen klären die beiden Wissenschaftler anhand von Sprachschöpfungen wie „Krieg gegen den Terror“ oder „Achse des Bösen“, wie Menschen denken, wie solche Denkstrukturen unser Gehirn auch physisch verändern und wie wir die Welt begreifen. Dabei werfen sie ein völlig neues Licht auf Fragen der politischen Identität, der Moral und religiöser Werte oder der Rolle von Medien und Berichterstattern. Als Leser lernt man so die Mechanismen seines eigenen politischen Denkens, Sprechens und Handelns besser kennen. Man erfährt, wie stark und gleichzeitig subtil die eigenen politischen Einstellungen durch Metaphern bestimmt sind und was nötig ist, um sich davon zu befreien.

Titel: Auf leisen Sohlen ins Gehirn
Politische Sprache und ihre heimliche Macht.
‚Kommunikation/Gesellschaft‘.
Autor/en: George Lakoff, Elisabeth Wehling
ISBN: 3849701417
EAN: 9783849701413
4. Auflage.
Carl-Auer-System-Verlag
18. Mai 2016 – kartoniert – 191 Seiten

 
 

Die Schweizer Indianer sind die allerbesten, keine Frage …

 

Da ist Karl May Aufklärer reinsten Wassers.
Und immer wieder die radikale Absage an Rache und Faustrecht: Die beiden Blutsbrüder greifen nicht an, provozieren keinen Kampf. Aber mit allen Kräften des Geistes und der Waffen wehren sie jeden Angriff, das Töten, den Raub, das Unrecht ab, auch und gerade, wenn es anderen zugefügt wird. Die beiden Freunde als lebendes Sinnbild bewaffneter Neutralität, denen es zutiefst zuwider ist, schaden zu müssen, wenn es die Notwehr verlangt. Die in Ehrfurcht vor dem Menschen als Ebenbild Gottes und in tiefer Verachtung gegenüber der Gier nach Macht und Gold, dem elenden Dreck, nur das eine Ziel kennen: Das Leben retten und schützen, wo es geht. Gelebte Mitmenschlichkeit unter der geballten Schutzkraft von scharfem Verstand, Schmetterhand, Silberbüchse, Bärentöter und dem 25schüssigen Henry-Stutzen.
In diesem Geist verfasst mitten im brodelnden Kolonialismus und Imperialismus der Schriftsteller Karl May lebendige, spannende Reisebeschreibungen, die jedermann ansprechen und auf hundert- und aberhundert Seiten einen ethischen Zweck anstreben: Anhand von menschlichen Vorbildern wie Winnetou, Kleki Petra, Intschu Tschuna, Old Shatterhand und anderen die Jugend am Vorabend des Ersten Weltkrieges, als die Pläne für das Massenschlachten schon in den Schubladen liegen und die Rüstungsspirale sich unerbittlich dreht, im Geiste des Friedens, der Nächstenliebe, der Mitmenschlichkeit und der Völkerverständigung zu erziehen. Und zu Abscheu gegen Kolonialismus, Völkermord und Krieg!
Die Einleitung zu «Winnetou I» ist das politisch-menschliche Credo des dem Christentum und dem Naturrecht verbundenen Karl May:

«Wenn es richtig ist, dass alles, was lebt, zum Leben berechtigt ist, und dies sich ebenso auf die Gesamtheit wie auf das Einzelwesen bezieht, so besitzt der Rote das Recht zu existieren nicht weniger als der Weisse und darf wohl Anspruch erheben auf die Befugnis, sich in sozialer, in staatlicher Beziehung nach seiner Individualität zu entwickeln.»

 

 

„… Die EU ist eben noch nicht das «Europa der Freiheit», das Gret Haller vorschwebt. …“

 

… oder: Als Schweizer/in kann man ja auch nicht alles wissen, oder

 

bereits die Zusammenfassung von Jürg Müller-Muralt erlaubt einen kritischen Kommentar ohne einen Hüftschuss zu riskieren.
Der Europa-Parlamentarier Alexander Graf Lambsdorff äusserte in seinem Vortrag von Juni 2017 in Bern einige hoffnungsvolle Erwartungen für die Entwicklung der EU.

Meine an ihn gerichtete Frage, über die Rolle der Schweiz in Europa und insbesondere, ob er sich EU-Bürgerechte, vergleichbar mit den Bürgerrechten eines Schweizerbürgers, vorstellen könne, beantwortete Hr. Lambsdorff unsicher. Verständlich! Ich hätte wissen müssen, dass er die Bürgerrechte eines Schweizers gar nicht kennt. Hierin liegt auch das Problem der angeblich «pubertierenden» EU, dem «Bündnis autonomer Demokratien».
Ein heutiger Schweizerbürger hat Souveränitätsrechte in der Gemeinde, im Kanton und auf Landesebene. Welche dieser Rechte würde er als «Europäer» aufgeben müssen oder welche allenfalls dazu gewinnen? Und wer würde darüber bestimmen? Nicht alle Kräfte in der heuteigen EU sind an europäischen Bürgerrechten eines Schweizers interessiert. Aber kein Schweizer wird diese Rechte ohne Not und ohne demokratische Abstimmung aufgeben. Gleiches gilt wohl für alle Bürger europäischer Nationalstaaten. Die EU ist eben noch nicht das «Europa der Freiheit», das Gret Haller vorschwebt. Ob sie es überhaupt werden will? Das sind wohl die Zweifel der künftigen Bürger Europas! Die EU müsste Europa der Bürger werden wollen.

( Aus dem Forum zur Buch-Rezension … — Wie man ein Europa ohne die Schweiz bauen möchte, ist mir eh‘ ein unlösbares Rätsel. Hervorhebung G.Thr )

 

 

„… Ein gläubiger praktizierender Muslim wirft sich einzig und allein vor seinem Schöpfer nieder. …“

 

Das macht ihn und seine Kinder für jeden Faschisten gefährlich.

 

Siehe auch: NZZ – «Der deutsche Staat kapituliert vor dem Islam»

Zur NZZ-gewollten Verlagerung der ‚Kampfzone’ hier mehr …

Zu „Faschismus” hier mehr …

 

 

„… Gefragt ist eine Volksvertretung, die diesen Namen auch verdient.“

 

AHA!!!

 

Siehe auch: „Die Deutschen sollen kriegsreif gelogen werden!

 

 

„Die Entmachtung der Staatsbürger war zu einem Gutteil selbst gewollt.“

 

… oder: Ein gedankliches DENK-mal — DANKE …

 

Die Mitglieder der Weissen Rose „erlagen dem Trugschluss, noch viel mehr Deutsche stünden auf ihrer Seite“. Sie merkten bald, dass sie ziemlich allein waren. „Es wäre falsch, sich das Volk als Geisel Hitlers vorzustellen“, schreibt die Historikerin Gebhardt. „Die Entmachtung der Staatsbürger war zu einem Gutteil selbst gewollt.“ Ein grosser Teil der Deutschen habe Hitler „ganz bewusst den Steigbügel gehalten“. Die massiven Übergriffe auf Juden „lösten höchstens ein öffentliches Kopfschütteln, aber keinen lauten Protest aus“.

Die Mitglieder der Weissen Rose hatten gehofft, in der Universität würden viele mit ihnen sympathisieren. Zwei Tage nach den Hinrichtungen versammelten sich viele Studenten im grossen Vorlesungssaal der Münchner Uni. Ein Gau-Studentenführer nannte die Enthaupteten „ehrlose und niederträchtige Gesellen“. Darauf brach im Auditorium Jubel aus. „Hunderte Studierende johlten und trampelten Beifall …“

 

Siehe auch: „…, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist …

 

 

„Buchvorstellung: ‚Die Externsteine. Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung.'“

– Donnerstag, 15. März 2018 um 19.30 Uhr –

Buchvorstellung: „Die Externsteine. Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung. Beiträge der Tagung am 6. und 7. März 2015 in Detmold.“

Veranstaltungsort:

Lippisches Landesmuseum
Ameide 4
32756 Detmold

www.lippisches-landesmuseum.de

Begrüßung durch Dr. Michael Zelle (Lippisches Landesmuseum), Anke Peithmann (Landesverband Lippe), Dr. Burkhard Beyer (Historische Kommission für Westfalen) und Gefion Apel (Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V.).

Einführung von Larissa Eikermann und Stefanie Haupt: Zur Konzeption und Entstehung der Tagung und des Tagungsbandes.

Vortrag von Roland Linde und Prof. Dr. Ulrich Meier: In wessen Auftrag wurde das Kreuzabnahmerelief geschaffen? Neue Überlegungen zu alten Fragen.

Anschließend besteht Gelegenheit zum Gespräch und zum Erwerb des Bandes.

Am 6. und 7. März 2015 kamen im Lippischen Landesmuseum in Detmold Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um sich mit einem der bekanntesten und umstrittendsten Natur- und Kulturdenkmäler in Westfalen-Lippe zu beschäftigen: den Externsteinen bei Horn-Bad Meinberg im Teutoburger Wald. Nun ist der umfangreiche Tagungsband erschienen, der sich zu einem Standardwerk über die Felsen entwickeln dürfte.

Die Externsteine wecken das öffentliche Interesse nicht nur durch ihre ungewöhnliche, von der Natur geschaffene Formation, sondern vor allem durch die von Menschenhand hinzugefügten Anlagen – ein offenes Nischengrab, eine Höhenkammer, eine Grottenanlage und nicht zuletzt das monumentale Relief der Kreuzabnahme Christi. Seit Jahrhunderten wird über Alter und Bedeutung dieser Anlagen kontrovers diskutiert. Spekulationen und fantastische Deutungen überlagern dabei mitunter wissenschaftlich fundierte Interpretationen. Aufgabe des Bandes ist es deshalb nicht nur, den aktuellen Forschungsstand über die Externsteine zu dokumentieren. Darüber hinaus setzt er sich ausführlich mit den vielen anderen Interpretationen der Steine in Geschichte und Gegenwart auseinander, um die rote Linie zwischen Wissenschaft und Spekulation nachvollziehbar zu machen.

Im ersten Teil des Bandes wird der Forschungsstand zu den Externsteinen auf interdisziplinärer Basis zusammengefasst und wesentlich erweitert. Die Beiträge nehmen die urkundliche und inschriftliche Überlieferung in den Blick und untersuchen die Anlagen unter aktuellen kunst- und baugeschichtlichen sowie archäoastronomischen Fragestellungen. Im zweiten Teil setzen sich die Autorinnen und Autoren kritisch mit der stark von völkischen und esoterischen Deutungen geprägten Wahrnehmung der Externsteine im 20. und frühen 21. Jahrhundert auseinander. Von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit lassen sich dabei Kontinuitätslinien bis in die Gegenwart ziehen. Damit bietet das Werk erstmals einen umfassenden Überblick über die wechselvolle Nutzungs- und Rezeptionsgeschichte der Externsteine. Ergänzt wird er durch zahlreiche aktuelle und historische, zum Teil noch nie publizierte Abbildungen.

„Die Externsteine. Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung. Beiträge der Tagung am 6. und 7. März 2015 in Detmold.“ Herausgegeben von Larissa Eikermann, Stefanie Haupt, Roland Linde und Michael Zelle. Münster 2018, 608 Seiten, Festeinband, zahlreiche, teils farbige Abbildungen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 31; Schriftenreihe des Lippischen Landesmuseums Detmold, Band X; Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, Band 92). Aschendorff, ISBN 978-3-402-15122-8, 59 Euro.

Zu dieser Buchvorstellung laden die Historische Kommission für Westfalen, das Lippische Landesmuseum und der Naturwissenschaftliche und Historische Verein für das Land Lippe e.V. ein.

 

Zu dieser in esoterisch-faschistoiden Kreisen gängigen Geschichtsklitterung hier mehr …

 

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Westfalen-Blatt, 16.03.2018:

Von Germanen keine Spur

Buch über Externsteine belegt Bedeutung fürs Christentum

Von Dietmar Kemper

Horn-Bad Meinberg (WB). Die Externsteine beflügelten schon immer die Fantasie. Waren sie eine christliche Sakralstätte im Mittelalter, ein germanisches Heiligtum oder eine Sternwarte? Ein neues Buch bringt Licht ins Dunkel.

„Die Externsteine – zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung“ heißt das Buch, das die Ergebnisse einer Tagung im Lippischen Landesmuseum in Detmold zusammenfasst und gestern im Schatten der 40 Meter hohen und etwa 70 Millionen Jahre alten Felsformation vorgestellt wurde. Es ist nach Angaben des Mitherausgebers Michael Zelle eine „wissenschaftliche Standortbestimmung“ und notwendige Antwort auf Esoteriker und Rechtsextremisten, die die Externsteine als „schöne Beute“ für sich vereinnahmt hätten.

Im Tal der Wiembecke bei Horn-Bad Meinberg ist einiges mittlerweile unbestritten. Das berühmte Kreuzabnahmerelief, das Nikodemus und Joseph von Arimathia dabei zeigt, wie sie unter den Augen von Maria und des Evangelisten Johannes den gekreuzigten Christus bergen, verweist auf die Kunstfertigkeit mittelalterlicher Steinmetze und belegt die Bedeutung der Externsteine als christliche Sakralstätte.

„Sie waren im Mittelalter ein wichtiger Anlaufpunkt, aber es gibt keine Belege dafür, dass sie ein Wallfahrtsort gewesen sind, das hätte in Quellen aus dieser Zeit auftauchen müssen“, sagte Michael Zelle, der Direktor des Lippischen Landesmuseums in Detmold, dem Westfalen-Blatt. Das Relief entstand vermutlich um 1150, möglicherweise aber auch erst um 1190 herum. Belegt ist, dass die Externsteine von Eremiten im 14. und 15. Jahrhundert als Klause genutzt wurden. Das Kreuzabnahmerelief, die künstlichen Grotten, der Seiteneingang zur Kuppelgrotte mit den Resten der Petrusskulptur, das offene Felsengrab in einer Rundbogennische und die Höhenkammer mit Altarnische ergeben ein faszinierendes Ensemble. „Die gesamte Zeit vor dem Mittelalter ist nicht belegt“, betont Zelle. Mit einer Ausnahme: An den Externsteinen wurden Werkzeuge entdeckt, die darauf hindeuten, dass Menschen in der Steinzeit dort zum Beispiel Schutz vor dem Wetter suchten.

Dass rund um die Felsformation Hermann der Cherusker 9 nach Christus die Legionen des Varus vernichtet haben soll, hält Zelle für eine Spinnerei von Heimathistorikern. „Dass die Germanen hier waren, kann man nicht nachweisen“, sagt er: „Man weiß nichts über ein germanisches Heiligtum, und es gibt auch keine Belege für eine archäologische Sternwarte.“ Die Höhenkammer sei vermutlich eine christliche Kapelle gewesen und kein Bestimmungsort für die Sommersonnenwende. Dass die Externsteine zum Anziehungspunkt für völkische Kreise wurden, ist unter anderem dem SS-Führer Heinrich Himmler zu „verdanken“, der das Weserbergland als eine der urgermanischen Gegenden bezeichnet hatte.

Esoteriker wiederum glauben, dass von den Externsteinen besondere Kräfte ausgehen, und malen mit Farbe obskure Zeichen auf die Felsen – sehr zum Ärger des Landesverbandes Lippe. Zum Glück benehmen sich die allermeisten der jährlich 500.000 Besucher unauffällig. Was sie heute nicht mehr sehen können, ist das ehemalige Jagdschloss der lippischen Fürsten. Einblicke in Nutzung und Bedeutung der Externsteine gibt das 2011 neu eröffnete Infozen­trum – und jetzt das neue Buch.

Bildunterschrift: Imposant und sagenumwoben: Die Externsteine beschäftigen ebenso Besucher wie Wissenschaftler.

Bildunterschrift: Das Titelbild des Buches aus dem Aschendorff-Verlag zeigt das Kreuzabnahmerelief.

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Lippische Landes-Zeitung, 17./18.03.2018:

Forscher wagen sich an „heißes Eisen“

Buchvorstellung: In einem großen Band zu den Externsteinen verbünden sich regionale Historiker / Sie wollen einen klaren Akzent gegen die Vereinnahmung des Denkmals durch rechte Ideologen setzen

Von Kai Brandebusemeyer

Horn-Bad Meinberg. „Die Externsteine sind ein Thema, das lange Zeit verseucht war – parawissenschaftliche, völkische und esoterische Deutungen erforderten jetzt einfach einen wissenschaftlich fundiertes Gegengewicht“, sagt Dr. Michael Zelle. Der Leiter des Lippischen Landesmuseums in Detmold und drei andere Wissenschaftler, Larissa Eikermann, Stefanie Haupt und Roland Linde, haben nun einen umfangreichen Band zu den sagenumwobenen Felsformationen im Teutoburger Wald herausgegeben.

Entstanden sei das Buch mit dem Titel „Die Externsteine – Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung“ in Folge einer Tagung im Landesmuseum im Jahr 2015. Die Finanzierung des Treffens hatten damals die Historische Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der Landesverband Lippe, die „Schutzgemeinschaft Externsteine“, die Gruppe „Argumente und Kultur gegen Rechts“ und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Ostwestfalen-Lippe übernommen.

Viele der Buchbeiträge seien aus den Vorträgen der Tagung entstanden. Darüber hinaus freuen sich die Herausgeber aber auch über zahlreiche zusätzliche Artikel. Larissa Eikermann etwa findet: „Viele Beiträge sorgen dafür, dass dieser Band in Methoden und Betrachtungsweisen sehr interdisziplinär daher kommt. Das gibt unserer Botschaft noch einmal mehr Gewicht.“ Eine exzellente Expertise sei in dem Buch versammelt.

Lange Zeit hätten sich nur wenige Wissenschaftler an das Thema Externsteine herangetraut – zu lautstark dominierten krude Thesen und Ideologien die öffentliche Debatte und Wahrnehmung um das Naturphänomen. „Wir haben tatsächlich – wie Sie in dem Buch auch lesen können – festgestellt, dass die völkische Vereinnahmung gerade in der Nachkriegszeit nur von wenigen Akteuren ausgeht“, erklärt Eikermann. In der öffentlichen Wahrnehmung dominierten diese Leute aber die Debatte. Stefanie Haupt verspricht beipflichtend: „Von daher dürfte diese wissenschaftliche Schwarte auch für Menschen jenseits des Fachpublikums von Interesse sein.“ Überhaupt biete das Werk einen guten Überblick über die wechselhafte Geschichte des Naturmonuments.

Den Forschern gehe es darum, endlich wieder Objektivität in die Debatte zu bringen, Vorsicht und Abwägung auf den Schild zu heben: „Die Quellenlage ist nicht gerade leicht“, befindet Co-Autor Ulrich Meier. Die Inschriften an den Externsteinen seien zu weiten Teilen um die Zeit des Hochmittelalters entstanden, weshalb fundierte Nachweise sehr rar seien.

Diese Quellenlage mache es natürlich schwierig, endgültige Behauptungen zu fällen, wie Roland Linde zugibt. Dies sei allerdings angesichts der teils abenteuerlichen Deutungen von selbst ernannten Experten eine notwendige Abwechslung. Dennoch sei genug Interessantes in dem Buch zutage gefördert worden, es werfe wichtige Fragen auf.

Dabei findet Zelle: „Wir haben nichts Grundsätzliches gegen Hobbyhistoriker. Leider hatten viele der Laienhistoriker in der Vergangenheit aber ideologische Ziele und kein echtes Interesse an objektiver Forschung.“ Nach wie vor sei die rechte Szene beim Thema Externsteine aktiv – so aktiv, dass bei der öffentlichen Buchvorstellung Donnerstagabend Störungen befürchtet worden waren. Die von der Polizei überwachte Präsentation verlief aber ohne Vorfall.

Verschiedene Perspektiven

Das neue Buch „Die Externsteine – Zwischen wissenschaftlicher Forschung und völkischer Deutung“ erkundet auf rund 600 Seiten das Phänomen der Felsformationen aus zwei Perspektiven. Die erste Hälfte beschäftigt sich mit den Externsteinen selbst. Es geht um die Echtheit der Inschriften und die mutmaßliche astronomische und christliche Symbolik der Steine.

Die zweite Hälfte wiederum beschäftigt sich vor allem mit völkischen und esoterischen Zirkeln, die die Steine seit dem 19. Jahrhundert anziehen. Das Buch kostet 60 Euro und ist ab sofort im Handel erhältlich.

Bildunterschrift: Solides Ergebnis: (von links) Roland Linde, Burkhard Beyer, Dr. Michael Zelle, Larissa Eikermann und Stefanie Haupt werfen an den Externsteinen einen Blick in das Resultat jahrelanger und intensiver historischer Forschung.

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„… Der katholisch-autoritäre Schuschnigg hatte dem rücksichtslosen Nationalsozialisten Hitler nichts als klägliche Beteuerungen der ‚deutschen Rolle‘ Österreichs entgegenzusetzen …“

 

… oder: Wie damals, so heute – und immerdar!?

 

Beim Folgenden handelt es sich um eine (gekürzte) Niederschrift Schuschniggs (aus: Kurt Schuschnigg. Ein Requiem in Rot-Weiß-Rot). Ein Dokument der hilflosen Beschwichtigungsversuche eines autoritären Antidemokraten gegenüber einem absoluten Gewaltsystem.

 

Siehe auch: „Jetzt wirds für … freie Schweizer wieder gefährlich …

 

 

„… Deutsche Redaktionen wissen genauso gut wie die EU-Außenminister in Brüssel, wer die wesentlichen Akteure in Syrien sind …“

 

, nämlich die USA, Frankreich, Großbritannien, Israel und die Türkei. Deshalb forderte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn die USA und die Türkei auf, ihren Einfluss zu nutzen, um die „Barbarei“ in Syrien zu stoppen. (Treffen der EU-Außenminister in Brüssel am 26.2.2018 zum Syrienkrieg)

Stärke der syrischen Gesellschaft

Karin Leukefeld klärt uns in ihrem Buch „Flächenbrand – Syrien, Irak, die arabische Welt und der Islamische Staat“ über den Hintergrund der schlimmen Vorgänge in Syrien auf:

<<Den USA und ihren Partnern geht es um die Zerschlagung der Region, die Unterwerfung auch des Irans unter … westliche Rohstoff-Begehrlichkeiten und geostrategische Ziele auf dem Vormarsch nach Zentralasien. … Der Weg des Krieges ist eine Sackgasse… Die Neuordnung des Mittleren Ostens war lange geplant. Schon nach dem Ersten Weltkrieg entstanden Pläne für einen „Neuen Mittleren Osten“. … Der Minister für Nationale Versöhnung, Ali Haidar, erklärte im Gespräch mit der Autorin: <Trotz aller Brutalität, die wir hier erlebt haben wurden die innersyrischen gesellschaftlichen Beziehungen nicht zerrissen. … Man hat erwartet, dass die Regierung stürzt und sich auflöst. Das ist nicht geschehen. Trotz allem, was hier geschieht, hält diese Regierung und sie ist stark. Die medizinische Versorgung ist weiter kostenlos, auch die Bildung ist kostenlos, die Gehälter werden pünktlich gezahlt…(Gespräch mit der Autorin, Damaskus, Februar 2014) Bis heute bemühen wir uns darum, dass diejenigen, die zu den Waffen gegriffen haben, umkehren, mit uns reden und nach einer politischen Lösung suchen… Wir können es nicht akzeptieren, dass diese Gewalt weiter anhält. Eine friedliche Lösung ist das, was unsere Gesellschaft will und genau das hat uns vor einem Bürgerkrieg bewahrt. Das ist die Stärke der syrischen Gesellschaft. Das Problem sind die ausländischen Akteure, die bei der Entstehung dieser Krise mitgemischt haben …>>

Eine friedliebende Gesellschaft mit Terror zu verwüsten ist höchst kriminell.

Federica Mogherini und die gesamte EU müssen dieser offiziellen syrischen Erklärung genau zuhören und sie beachten. Eine friedliebende syrische Gesellschaft mit Terror zu überziehen und zu verwüsten, ist nichts anderes als höchst kriminell. Die UN-Vollversammlung muss dringend die kriegerischen Interventen hinter der Gewalt in Syrien anmahnen und verurteilen. Frankreich, die USA und Großbritannien müssen sich für den terroristischen Krieg in Syrien und weitere Massaker in Ost-Ghuta verantworten. Deren Regierungsmitglieder haben Blut an ihren Händen, wie schon der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sie richtigerweise hart anklagte. Als oberster Verwalter der UN muss sich Antonio Guterres an die Vorschriften der UN-Charta halten und alle Rechtsbrecher auf diese Vorschriften der UN-Charta aufmerksam machen und ermahnen. Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stand unter dem enormen Druck des zionistischen Regimes Israels und Washingtons, aber trotzdem war er mutig und stellte in seiner letzten Rede vor der UN-Vollversammlung am 20.9.2016 einige der versammelten Staats- und Regierungschefs mit ungewöhnlich scharfen Worten an den Pranger: „Mächtige Schutzherren haben Blut an ihren Händen. Anwesend in diesem Saal sind Vertreter von Regierungen, die Gräueltaten ignoriert, erleichtert, finanziert, die daran teilgenommen oder sie sogar geplant und ausgeführt haben“, sagte der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vollkommen zu Recht (New York, UN, 20.9.2016) Weltweit bekannt bei der Weltstaatengemeinschaft sind die Aggressoren in Syrien, nämlich die USA, Großbritannien, Frankreich, die zusammen mit Saudi-Arabien, den Golfstaaten, Israel und der Türkei den Terror und die Verwüstung in Syrien geplant, bewaffnet und finanziert haben und es weiter tun.

Schwache Haltung von Guterres und Mogherini

Der aktuelle UN-Generalsekretär Antonio Guterres weiß es auch, er kennt die Schuldigen, aber er fällt durch seine erbärmlich schwache Haltung gegenüber den westlichen Staaten auf, die die Terroristen und Gewalt in Syrien unterstützen. Dieselbe Schwäche zeigt die EU-Außenpolitikerin Federica Mogherini.

 

Siehe auch: „Kriegspropaganda: Die Einflussnahme des Pentagons und der Rüstungskonzerne auf die Massenmedien” …,

… „ In Sachen „Syrien” lügen unsere Medien wie gedruckt oder gesendet. …

 

 

„… Durch Hass und Krieg wollen die westlichen Eliten uns zusammenschweißen …“

 

– nicht durch Freiwilligkeit und Liebe. …

 

Zur „Sicherheitskonferenz MSC” hier mehr …

Zum „dank” der völlig verfehlten berliner Politik überall wieder erblühenden Nationalismus hier mehr …

 

 

„… Der Krieg scheint sich weiterhin mehr zu lohnen, als der Frieden. …“

 

Das russische Versöhnungszentrum in Hmeimin, Syrien, warnt vor einem möglichen Giftgaseinsatz der Nusra Front. Syrische Regierungstruppen finden in einem Lagerhaus bei Deir Ezzor große Mengen israelischer Waffen. US-Außenminister Rex Tillerson kündigt an, dass die USA weiterhin „Sicherheitskräfte in Syrien bewaffnen und ausbilden“ werden, um den „IS“ zu bekämpfen. Israel will in Syrien „zubeißen“, die Zeit des Bellens sei vorbei, meint der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und fügt hinzu: „Es gibt keine Beschränkungen, wir akzeptieren keine Beschränkungen. (…) Wir werden unsere zentralen Sicherheitsinteressen verteidigen.“ Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigt an „zuzuschlagen“ in Syrien, sollte die Regierung Giftgas einsetzen. Die militärische Eskalation in Syrien wird angefeuert. Der Krieg scheint sich weiterhin mehr zu lohnen, als der Frieden.

 

Wer profitiert!?

 

G.Thr.

 

Siehe auch: SZ: „Ihr Leben war bestimmt von der Ästhetik …” – Ästhetik(!?) – oder: Das Blendwerk der Leni Riefenstahl

… „…, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist …

 

 

 

„… Unsere fortschrittliche Medizin fokussiert das Segment und hat das Ganze aus den Augen verloren. …“

 

Diese Sichtweise spiegelt sich in allen Lebensbereichen: Wir sind bestens über das Detail informiert – doch das Gesamte ist uns entglitten. Wir verstehen unsere Welt nicht mehr und verlieren die Kontrolle über unser Leben. Kriege, Attentate, Finanzcrashs, Massenverarmung, Umweltkatastrophen, Hunger und Epidemien setzen ganze Völker in Bewegung und treiben unseren Planeten an seine Grenzen.

 

Siehe auch: „Das Drama Ehec – und Goethe …

 

 

(K)eine Vertreibung aus dem Paradies bitte!

 

Wir leben im ‚post-politischen Zeitalter‘, und wir ‚die Menschen wie Du und ich‘, die in den USA und Europa leben, sind aus der Zeit gefallen. Denn wir haben keine Antwort auf das, was uns geschieht. Und auch keine Strategie, um irgendwann wieder „in der Zeit zu sein“. Im heutigen ‚Dystopia‘ (dem Gegenbild zu Utopia) hat das Finanzkapital die Herrschaft übernommen und die Güterproduktion in den westlichen Ländern weitgehend abgeschafft. In auf Pump lebende Konsumenten verwandelt, finden sich immer mehr Menschen als Opfer des globalen Kapitalismus im ‚Korb der Verachtenswerten‘ (H. Clinton) wieder. Die Demokratie ist zur Farce geworden, die Bürger haben so gut wie keinen Einfluss mehr auf politische Entscheidungen. Und das Ganze ist fast reibungslos über die Bühne gegangen, ohne dass es nennenswerte soziale Proteste, eine grundlegende wissenschaftliche Kritik oder die kritische künstlerische Verarbeitung der Entwicklung gegeben hätte. Dies ist Gilad Atzmons Beschreibung des Zustands der Welt, in der wir leben. Warum ist das so(?)  …

 

 

„Nationalismus heißt Krieg.“

 

… oder: 75 Jahre nach Stalingrad – dem damaligen Leiden heute Sinn geben

 

… wir sollten uns immer daran erinnern, was der französische Präsident Francois Mitterrand 1995 bei seinem Abschiedsbesuch des europäischen Parlaments gesagt hatte: Die Geister des nationalistischen Eifers, die Europas blutgetränkte Geschichte durchzogen, seien nicht endgültig verjagt. Und als Mahnung hatte der große Mann, der das Jahrhundert der Kriege miterlebt hatte, ergänzt: „Nationalismus heißt Krieg.”

Der Traum eines geeinten Europa mit mehr als 500 Millionen Menschen, ohne Binnengrenzen, verbunden durch eine Währung-den Euro-, mit einem gemeinsamen Markt, mit Wohlstand für alle Völker, abgesichert durch die NATO, was vor allem Polen und die baltischen Länder freut und sicher macht, friedfertig, ökonomisch stark, mit einer kulturellen Vielfalt, die einzigartig ist in der Welt, demokratisch und sozial, dieser Traum darf nicht zum Albtraum werden, der Brexit, der auf einer Lüge aufgebaut worden ist, darf nicht zum Vorbild anderer werden. Europa ist zu schön, um es Nationalisten zu überlassen.

Quelle: William Drozdiak: Der Zerfall. Europas Krisen und das Schicksal des Westens. Orell Füssli Verlag. Zürich 2017.

 

Zu „Nationalismus” hier mehr …

Zum überall drohenden Ethnonationalismus hier mehr …

Siehe auch: „Wie man neue Kriege vorbereitet – ARTE und Stalingrad

 

 

Yanis Varoufakis: „Die ganze Geschichte“

 

Ein Blick in den tiefen Staat der Europäischen Union …

 

Siehe auch: „Europa: ‚Humanitärer Imperativ’ versus ‚Humanitäre Krise’!?

 

 

„… Dabei wird die Anzahl der zivilen Opfer … schlicht menschenverachtend heruntergespielt. …“

 

Laut Whistleblowern, aber auch dem Bureau of Investigative Journalism oder ziviler Organisationen, die den Opfern im Internet gedenken, liegt die Anzahl der Toten um ein Vielfaches über den offiziellen Zahlen der US-Administration. Wie aber gelingt es den Verantwortlichen, das wahre Ausmaß dieser Katastrophe so herunterzuspielen? Welche Interessen stecken hinter diesen Angriffen? Und welche Rolle spielt Deutschland dabei(?)

(Siehe dort unten auch den Kommentar des Autors …; Hervorhebung G.Thr.)

 

Deshalb amtliche Volksverblödung en masse – und scheinheilige „Reformen”!!!???

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Wie man Gehirne wäscht – weltweit …” …

… und: „Wenn die vollkommene Geistlosigkeit im berliner Regierungsviertel ‚regiert’ …”, …

Keine blasse Ahnung’ …’” …

… und – ganz wichtig(!) –: „In Delphi – oder: Ich weiss, dass ich nicht weiss …

 

 

„… Es geht nicht darum, zu gefallen, denn allein um Wahrheit. …“

 

… oder: Weil DIE jetzt sogar — aus der UNESCO ‚vertreiben’ … </ironie off>

 

MM: Organisationen, die zum friedlichen Boykott gegen Israel aufrufen, werden in Deutschland kriminalisiert. Wie erklären Sie sich das?

Wogatzki: Bekannt ist, dass die Kriminalisierung der friedlichen BDS Bewegung allein auf Ideologie fußt. Die internationale BDS Bewegung ist das legitime und legale Recht aller Menschen für die Rechte der Palästinenser einzutreten. Das daraus unsinnige und mehr noch unhaltbare Kriminalisierung gemacht wird, ist dem imperialistischen, dem zionistischen System als auszeichnendes Merkmal seiner destruktiven Kraft innewohnend.

Es geht der Kriminalisierungskampagnen gegen die internationale BDS Bewegung um die vollständige Verneinung der Palästinenser. Es ist die Kriminalisierung der geraubten Menschenrechte der Palästinenser. Folgerichtig wird der internationale Widerstand gleichermaßen, wie die Menschen Palästinas, zu einem Objekt der Kriminalität. Palästinenser werden aufgrund ihres Seins zum Objekt der Kriminalisierung. Bedenken wir genau, wie sich das israelische Procedere gegen Palästinenser darstellt. So ist es staatsisraelische Handhabe Palästinenser per se, also durch ihr Sein nicht als Menschen, sondern als Terroristen „einzustufen“.

Wer wolle leugnen, dass diese Praxis durch die deutsch-faschistische Geschichte nicht bekannt ist, als Juden ihres Menschseins durch rassenideologische Neudefinierung ihres Seins beraubt wurden, und so ihre Entrechtung und Vernichtung um so brutaler vorangetrieben wurde. Auf die Bezeichnungen: Tiere auf zwei Beinen, Schlangen; aber auch Arabushim, sand nigger, bis zu geschichtlichen Wiederholungen wie: Arabs to the gas chambers, es ist abscheulich, ist zu verweisen. So, wie also die Palästinenser aufgrund ihres Seins kriminalisiert werden, werden ihre Interessen, die die BDS Bewegung international vertritt, kriminalisiert.

„Der israelische Journalist Nitzan Horowitz stellte in der israelischen Zeitung „Haaretz“ die Frage: “Wie konnte die Welt während des Holocausts still bleiben?”, und beantwortet diese mit: “Genauso, wie sie es in Aleppo tut.” Die Kriminalität findet sich allein in der Kriminalisierung der internationalen Befreiungsbewegung für das Volk der Palästinenser.

Wie Frau Hecht-Galinski, Norman Finkelstein, Vittorio Arrigioni und viele aufrechte Menschen mehr müssen die Worte von Noam Chomsky begriffen werden, aufzustehen, für die Schwachen aktiv helfend zu sein. Andernfalls, wie er sagt: “Wenn die breite Bevölkerung weiterhin passiv, apathisch, konsumsüchtig und voller Hass gegen die Schwachen bleibt, können die Mächtigen tun, was ihnen beliebt – und die Überlebenden werden die Trümmer betrachten.”

 

 

„Die ZEIT, das Zentralorgan der deutschen Oberstudienräte, …“

 

… gab vor der Wahl sorgenvolle Tipps: „Wie wir die Wahl vor russischem Einfluss schützen können.“


Man kennt den Russen: Der fackelt nicht lange. Wenn Putin eine Wahl gewinnen will, dann gewinnt er sie auch. Ob er den Verlierer-Typen Martin Schulz persönlich ins Rennen geschickt hat, um der Merkel den Weg zu bahnen? Hat der KGB Winfried Kretschmann so lange mit Einzelheiten aus seiner maoistischen Vergangenheit erpresst, bis der grüne Ministerpräsident bekannte: „Ich bete jeden Tag für Angela Merkel“? Klar ist: Der Kreml hat alle Register seiner Nebelmaschine gezogen, um den Deutschen den Durchblick zu verschleiern. Und so ist es den Moskauer Strategen gelungen: Merkel hat die Wahl gewonnen. Im russischen Auftrag, versteht sich.

 

«Es ist dein Lachen, das die Welt verändert»

 

In diesem Sinne – mit Herrn Gellermann kann man beruhigt die Zelle teilen(!)

 

G.Thr.

 

 

Wie das „europäische“ Polit-„Pack“ mit seinen Künstlern ‚umspringt‘ …

 

Gestern Mittag vor dem Gänseliesel einer international etwas bekannteren deutschen Universitätsstadt: Das Symphonie-Orchester schenkt dem dankbaren Publikum ein öffentliches Konzert …

Danach ein kurzes Gespräch mit dem Chefdirigenten, einem Schweizer, einem Zürcher …

Ich: „Oh das freut mich, Sie kommen aus einer der schönsten Städte Europas, der ganzen Welt.”

Der Chefdirigent darauf: „Ich würde gerne auch dort leben, wenn ich es bezahlen könnte …”

Ich denke: „‚Der arme Mann im Toggenburg’ ist eine lesenswerte, ganz gegenwärtige Geschichte …”

 

(Im Hintergrund dieses schönen Kunsterlebnisses: Die Werbe-Stände der in der Überschrift benannten Herren …)

Heute lese ich: „… Über 300 Kilo Lebensmittel werfen die Deutschen in den Müll – pro Sekunde(!) … Das macht knapp 20 Millionen Tonnen pro Jahr …”

 

Da läuft etwas ganz schief im Lande, in Europa: Wenn die, die ‚am Ruder sind’, am Ruder bleiben ‚aus dem Ruder’.

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „‚Spielraum der Freiheit’ – oder wie man den auch verspielen kann …

 

 

«Wie Europa zum Spielball von Politik und Geheimdiensten wird»

 

Politik für Menschen sieht anders aus, ganz anders …

 

Nur ein Beispiel … :

 

*) Siehe auch: „Wo siegen welche Werte?

Einfach nur: Schon kriminell zu nennende Augenwischerei der Menschen mit Hilfe der „öffentlich-rechtlichen Kriegstreiber” -, ihrer menschheitsverbrecherischen ‚Hintermänner’ und naiver ZuhälterInnen, – nicht so tief gesunken wie die deutsche BK, aber eben leider auch viel zu tief(!), — als ob es Verdeckungskriminalität wie auch in der Schweiz etc. pp. nicht oder nie gegeben hätte …

Wider die (Selbst-)Massakrierung des Menschen, der Menschen!

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Wie der BND die deutschen Medien steuerte …

 

 

Keine Geiselhaft der Deutschen wie auch schon durch menschheitsverbrecherische Banden in Berlin und anderswo!

 

«Erzieht Kinder so, dass sie sich später weigern, Soldaten- und Kriegsdienste zu tun!» (Ernst Friedrich, 1924)

 

Siehe aktuell dazu auch: „… Ein weiterer Schritt in eine inhumane Zukunft: …

— deutsch und deutlich: Der allgegenwärtige politische Terror des Nicht-Bewusstseins.

Der Deutschen (D-A-CH) zweifelsohne allergrößtes ‚Talent’: Den Bock zum Gärtner machen

 

G.Thr.

 

Siehe: „Auch die gestrige Friedensdemo in Ramstein war kein Thema für die öffentlich-rechtlichen Kriegstreiber” …

… und: „Hilfe! schreien die etablierten Medien, Hilfe! schreit der Regierungssprecher, Hilfe! schreit auch die Europäische Union. …” …

… sowie: „‚Noch ein Jahrhundert Zeitungen –
und alle Worte stinken.’ Friedrich Nietzsche

 

 

»genauso konsequent sozialistisch wie national«

 

Wie heutzutage …

 

Nationalsozialistinnen der ersten Stunde verfassen im Sommer 1934 ihre politischen Lebensgeschichten.

Im Sommer 1934 verfassten frühe Nationalsozialistinnen aufgrund eines vermeintlichen Aufsatzwettbewerbs ihre Lebensgeschichten. Die Fragestellung lautete »Warum ich vor 1933 der NSDAP beigetreten bin«. Sie wussten nicht, dass es sich bei diesem Aufsatzwettbewerb um eine Datenerhebung des amerikanischen Soziologen Theodore Abel handelte. Abel erhielt über 600 Zuschriften. 36 dieser Lebensbeschreibungen aus der Feder von Frauen werden in diesem Band erstmals vollständig veröffentlicht.
Diese Nationalsozialistinnen der ersten Stunde, auch »Alte Kämpferinnen« genannt, waren Durchschnittsbürgerinnen mit zeittypischen Biographien. Nach dem Machtantritt der NSDAP fühlten sie sich als Siegerinnen und wollten ihre Beteiligung an diesem Erfolg hervorheben.
Das Buch fragt nach ihrer Motivation vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs und der jungen Weimarer Republik. Ihr Engagement fand unterschiedliche Formen, jedoch setzten alle Frauen große Hoffnungen in einen nationalen Sozialismus.
Die autobiographischen Essays sind durch ihre zeitliche Nähe zur NS-Kampfzeit und die Freimütigkeit ihrer Verfasserinnen wertvolle und ergiebige Quellen zum Aufstieg des Nationalsozialismus.

 

Siehe auch: „Ich habe Angst, dass die Gutmenschen von heute morgen Nazis sind.

 

 

„Arte ed amore vincono il tempo“ (Kunst und Liebe besiegen die Zeit) …

 

… (eigentlich das ‚Entwicklungs-Programm‘ für die sich politisch zerstören wollende Menschheit, oder …)


G.Thr.

 
 

„Identität: Begreifst du, wer du bist?“

 

Wir dokumentieren die Rede, die Iso Camartin zur Eröffnung des Lucerne Festival 2017 am 11. August im KKL gehalten hat.

 

… – Da dort von ihm erwähnt, siehe auch: „‚Verlorenes Ich’ von Gottfried Benn (1943)” …

… und heute: „Massenindividualität statt Authentizität. Identitätsinszenierungen statt So-Sein. Konsum statt Zufriedenheit.”, …

‚Das Versagen des intellektuellen Establishments’ – nicht nur in den USA …”, …

Die Boten der Nachrichten sind schuld und nicht die Politiker, die das Chaos verursachen und zulassen …

 

 

Dürrenmatts Vermächtnis …

 

“[Meine] Stoffe sind der Sprache nicht gewachsen, ausserhalb von ihr angesiedelt, im Vorsprachlichen, noch nicht genau Gedachten, im Bildhaften, Visionären. Nicht meine Gedanken erzeugen meine Bilder, meine Bilder erzwingen meine Gedanken.” (Labyrinth, S.12f)

 

Zitiert von hier, dort im Schlussbericht Seite 8 …

Siehe auch: „Schweizer Meineide
 
 

„Deutschland ist ein ganzes Stück moderner geworden“

 

Glückliche Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

 
 

„Der Terrorismus der westlichen Welt“

 

Die Politik des Westens stellt jeden Terrorismus weit in den Schatten und die Medien üben Zensur, indem sie Informationen unterschlagen oder falsche und abwegige Darstellungen liefern – oft genug, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Dieses Buch empfehle ich allen meinen Lesern. …

 
 

„… Die Wurzelkraft der Deutschen, ihr Sprachgeist ist angepisst von einem Wechselbalg(!) …“

 

… Dagegen muss man sich wehren. …

 

… und mehr ist zu dem Pfingst-„Ereignis” 2017ff. im und für den deutschen Sprachkreis (D-A-CH) auch nicht zu sagen. Danke, Herr Suhrmann.

 

G.Thr.

 
 

Robert Dreyfuss, Devil’s Game – how the United States helped unleash fundamentalist Islam.

 

Rezension folgt …

 
 

„Ueberblick über Goethes Schweizer Reisen“

 

… den Friedrich Schiller’schen Wilhelm Tell

gäb es nicht ohne ihn

 
 

„Der deutsche Geist am Scheideweg: Anthroposophen in Auseinandersetzung mit völkischer Bewegung und Nationalsozialismus“

 

Anthroposophen und Nationalsozialismus

von Peter Staudenmaier (25 Seiten-PDF)

 

Siehe dazu u.a. aktuell auch: „Die Waldorfschule M. und der völkische Aktivist W.-D.S. …

… und: „Nationalsozialismus made auf Schwizerdytsch

 

G.Thr.

 

 

„Methoden der Unterdrückung in der ‚Demokratie'“

 

Herbert Ludwig veröffentlicht im vorliegenden Buch eine Auswahl von Artikeln, die im Laufe der vergangenen zwei Jahre in seinem Blog FASSADENKRATZER erschienen sind. Die zeitlich nacheinander zu jeweils unterschiedlichen Themen geschriebenen Artikel werden hier unverändert, aber thematisch geordnet herausgegeben. Es kann so jeder für sich gelesen werden, und doch fügen sie sich in einen inneren Zusammenhang, der sowohl Kernpunkte der gegenwärtigen gesellschaftlichen Problematik, als auch notwendige freiheitlich Entwicklungsrichtungen heraustreten lässt.
Er geht in ihnen der Frage nach, ob die „Demokratie“ hält, was sie als angeblicher Hort der Freiheit dem Menschen verspricht. Doch überall ist sie von überkommenen Machtstrukturen durchsetzt, die ihn bevormunden und zum hilflosen Untertanen degradieren. Macht ist mit Demokratie, die auf Freiheit und Selbstbestimmung des mündigen Menschen beruhen soll, prinzipiell unvereinbar. Macht macht untertan. 

Die Sammlung umfasst drei Themenschwerpunkte:

Macht und Ohnmacht – sichtbar gemacht z. B. am System der gegenwärtigen Scheindemokratie als Fassade einer Oligarchie, am staatlichen Schulsystem und an der „Allmacht“ der Ökonomie;

EU oder Europa – Gegenüberstellung des „eigentlichen Europa“ mit seinem Zerrbild im bürokratischen Monster EU, in dem die Völker Europas ihre Souveränität verlieren sollen und der Einzelne noch weniger Einfluss auf die Geschehnisse hat als schon in den Nationalstaaten;

Methoden der Macht – subtile Beeinflussungen und massive Einschüchterungen durch Denkverbote im Sinne der political correctness, transportiert von den Massenmedien als den Propagandainstrumenten und Denkbetreuern der Mächtigen.

Herbert Ludwig
Macht macht untertan –
Methoden der Unterdrückung in der „Demokratie“

EWK-Verlag GmbH, Elsendorf 2015
Taschenbuch, 196 Seiten, EUR 15,80
ISBN: 978-3-938175-90-3
Zu beziehen über den EWK-Verlag
oder im Buchhandel.

 
 

„Lügenpresse“ sagt man nicht!

 

Gellermann, Uli; Klinkhammer, Friedhelm; Bräutigam, Volker:

Die Macht um acht
15 Minuten Tagesschau

Neue Kleine Bibliothek 241, etwa 160 Seiten

Erscheinungstermin: März 2017

ISBN 978-3-89438-633-7

15 Minuten lang informiert die Tagesschau Abend für Abend über die wichtigsten Nachrichten des Tages. Als »Flaggschiff der ARD« gibt sie sich als verlässlich, neutral und seriös. Diesen Anspruch hinterfragen Uli Gellermann, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer detailliert und gründlich. Sie gehen der Geschichte der Tagesschau seit der Gründung ihres Vorgängers durch den britischen Geheimdienst nach, beleuchten ihre Vermittlung und Auswahl von Nachrichten, kommentieren ihre Berichterstattung zu zentralen aktuellen Themenschwerpunkten wie dem Krieg gegen Syrien und dem Konflikt um die Ukraine, stellen die viel zu unbekannten »Programmbeschwerden« als Möglichkeit des Zuschauerprotests und der demokratischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar. Ihr Fazit ist ernüchternd. Sie halten die Tagesschau weder für verlässlich noch für neutral, nur für bedingt seriös und bestenfalls für schlau. Nach diesen 15 Minuten weiß man, was die Regierung denkt; was die Republik denken soll und was zu denken unter den Tisch fallen kann.

Uli Gellermann, *1945, Journalist und Filmemacher. Hat als Creative Director gearbeitet. Verantwortet die Website rationalgalerie.de.

Friedhelm Klinkhammer, *1944, Jurastudium in Hamburg. Dreieinhalb Jahrzehnte angestellt beim NDR. Langjähriger IG Medien / ver.di-Vorsitzender und Gesamtpersonalratsvorsitzender im NDR.

Volker Bräutigam, *1941, Journalist. 14 Jahre bei Tageszeitungen, danach beim NDR in Hamburg, dort u. a. zehn Jahre Redakteur bei der Tagesschau und weitere zehn Jahre in der Kulturredaktion von N3. Seit 2001 freier Autor.
im NDR.

 
 

„Der 18. Januar ist der Tag an dem vor 77 Jahren die „Euthanasie“-Verbrechen ihren Anfang nahmen.“

 

Harald Görlich: „Verschollene Spuren“
Rudolf Meissner, frisch pensionierter Kriminaldirektor aus Stuttgart, lässt sich im Dorf seiner Kindheit nieder – und macht sich schon nach kurzer Zeit gründlich unbeliebt. Bei seinen Recherchen zu einem mysteriösen, nie aufgeklärten Verbrechen, das ihn seit Kindertagen beunruhigt hat, stößt Meissner auf massiven Widerstand. Dennoch zieht der Fall immer weitere Kreise, bis in die Gegenwart und nach Berlin, wo ein betagter Professor ermordet wird, bevor Meissner ihn befragen kann. Auch in der vermeintlich heilen Sechzigerjahre-Welt seines Dorfes tun sich immer neue Abgründe auf. Wie das alles zusammenhängt? Der sympathisch-sture Exkriminalist tappt lange im Dunkeln. Erst durch einen anonymen Hinweis auf die NS-Zeit wird er auf Schloss Grafeneck aufmerksam, wo 1940 im Rahmen der »Aktion T4« weit mehr als zehntausend Menschen umgebracht wurden. Liegt hier der Schlüssel für die unheilvollen Ereignisse in seinem Dorf, die über Jahrzehnte mehrere Familien ins Unglück stürzten?

Der 18. Januar
Der 18. Januar ist ein so unbekannter wie schicksalsschwerer Tag im deutschen Erinnerungskalender. An diesem Tag des Jahres 1940 begann die systematische Ermordung von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen aus Heil- und Pflegeeinrichtungen. Die erste Vernichtungsstätte der nach dem Krieg „Aktion T4“ genannten Verbrechen war Grafeneck im heutigen Kreis Reutlingen (Baden-Württemberg). Am 18. Januar rollte von Grafeneck aus erstmals einer der grauen Busse Richtung München in die bayerische Heilanstalt Eglfing-Haar. 25 Patienten wurden an diesem Tag nach Grafeneck deportiert und ermordet.

Der Roman „Verschollene Spuren“ verknüpft eine fiktionale Handlung mit der wahren Geschichte Grafenecks. Der 18. Januar ist der Tag an dem vor 77 Jahren die „Euthanasie“-Verbrechen ihren Anfang nahmen. Harald Görlich, Jahrgang 1955 (Studium der Wirtschaftspädagogik an der Universität Mannheim, Promotion zum Dr. phil.), verfolgt mit seinem historischen Romanen das Ziel, ein Bewusstsein und ein Interesse für die deutsche Geschichte zu schaffen. Die Idee zu „Verschollene Spuren“ kam ihm nach dem Besuch der Gedenkstätte Grafeneck, die er als Mahnung für den unbedingten Einsatz für Humanität und Menschenwürde versteht.

(Hervorhebung: G.Thr.)

Zu Grafeneck: Thomas Stöckle „Grafeneck 1940 – Die Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland”

Grafeneck ist der erste Ort systematisch-industrieller Ermordung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland überhaupt.

Der Autor beschreibt als Leiter der Gedenkstätte sehr genau die geschichtlichen Hintergründe der NS-„Euthanasie”-Verbrechen in Grafeneck. Die dort Mordenden machten mit ihren menschheitsverbrecherischen ‚Erfahrungen’ später in den KZ’s ‚Karriere’. … G.Thr.

 

 

Thorsten Mense: Kritik des Nationalismus

 

Rezension folgt …

 
 

Morgenstern: Wer vom Ziel nicht weiß …

 
 

Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;
kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Wer vom Ziel nichts kennt,
kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt
nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit
er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit
nicht bis oben trunken.

Denn zu fragen ist
nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen:
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier.

 

Christian Morgenstern

 
 
 

Ein Oberstleutnant der BW a.D. rezensiert: «Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung»

 

Als hätte es eines schlagenden Beweises bedurft, dass Hannes Hofbauers Buch zur rechten Zeit erschienen ist, hat das Europäische Parlament mit einer Mehrheit von 304 Stimmen gegen 179, bei 208 Enthaltungen eine – nichtbindende – Resolution angenommen mit dem Titel «Strategische Kommunikation der EU, um gegen sie gerichteter Propaganda von Dritten entgegenzuwirken»1. Das klingt vordergründig defensiv. Tatsächlich geht es um die Unterstützung der «Task-Force für die strategische Kommunikation der EU» und deren «Disinformation Digest»2, und damit um die Deutungshoheit über das internationale politische Geschehen.

Die Resolution «fordert die Mitgliedsstaaten auf, ihren Bürgern die beiden Newsletter der Task-Force für strategische Kommunikation der EU, ‹The Disinformation Digest› und ‹The Disinformation Review›, bereitzustellen, um die breite Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, welche Propagandamethoden Dritte einsetzen».

Russland im Visier

Dabei wird primär Russland ins Visier genommen, wie aus dem «Disinformation Digest» des Europäischen Diplomatischen Dienstes zu entnehmen ist. Das hat natürlich Gründe. Sie hängen mit der immer weiteren Verbreitung des elf Jahre alten Auslands-Fernsehsenders Russia Today (RT) und seiner zunehmenden Akzeptanz zusammen, die er in den Staaten des «Westens» geniesst. Politik und einheimische Medien sehen sich daher zunehmend einer Situation gegenüber, in der ihnen die Deutungshoheit über die zwischen Russ­land und den EU-/Nato-Staaten strittigen Fragen der internationalen Politik entgleitet. Dazu tragen die hohe Professionalität der für die RT-Gruppe arbeitenden Journalisten und der flotte mediale Auftritt bei, aber auch die Übermittlung von Informationen, die in westlichen Medien ausgeklammert werden. Dass die Resolution die russischen Medien in einen Topf wirft mit der von islamistischen Terrororganisationen wie dem sogenannten «Islamischen Staat» verbreiteten Propaganda und deren Videos über Enthauptungen und die russischen Medien damit auf eine Stufe mit Massenmördern stellt, kann man nur noch als bizarr bezeichnen. Derart indoktriniert sind die Bürger der EU nun doch noch nicht, als dass sie dies nicht erkennen würden, zumal das in den gängigen Medien geschürte Feindbild Russland allen Umfragen zufolge bisher keineswegs die erhoffte Wirkung gezeigt hat.

«Feindschaft erzeugt Feindbilder»

Hannes Hofbauer hat einen Satz formuliert, der dem Leser in seiner schlichten Klarheit den Zusammenhang zwischen politischer Lage und Russophobie verständlich macht: «Feindschaft erzeugt Feindbilder» (S. 13). Dies bezieht er nicht nur auf die aktuelle Situation, vielmehr geht sein Blick zurück in das 15. Jahrhundert, wo er die Quelle des «Russland und die Russen diffamierenden Bildes» verortet, das Bild des «asiatischen und barbarischen» Russlands, das seither in vielerlei Varianten als ein stets wiederkehrendes Stereotyp von Feindbild-Erzeugern benutzt wird. Dass die römisch-katholische Kirche hieran ein gerüttelt Mass an Mitschuld trägt, arbeitet der Autor unter Hinweis auf das Schisma von 1054 heraus. Die oströmische Kirche, und damit auch die russisch-orthodoxe, galt seitdem nicht mehr als christliche Gemeinschaft, sondern als «Horte der Abtrünnigen». Die Universität Krakau war im 16. Jahrhundert die in Europa führende Bildungseinrichtung. Ihr einflussreicher Rektor Johannes Sacranus bezeichnete die Russen im Jahr 1500 als «ein Ketzervolk mit Verbindungen zu den Türken». …

ALLES – auch die Anmerkungen – HIER …

 

Zum Autor dieser Rezension schreibt Zeit-Fragen.ch: Jochen Scholz war Oberstleutnant der Bundeswehr. Als solcher diente er einige Jahre bei der Nato in Brüssel und danach – während des Nato-Krieges gegen Jugoslawien – im deutschen Bundesverteidigungsministerium. Dort bekam er mit, dass die offiziellen Reden der verantwortlichen Politiker über krasse Menschenrechtsverletzungen durch Serbien nicht mit dem übereinstimmten, was er den Berichten der Fachleute vor Ort entnehmen konnte. Wegen dieser Lügen der Politiker verliess er 1999 die SPD.

 

Siehe dazu aktuell auch: „Der 3. Weltkrieg droht – NATO-Soldaten retten Osteuropa

 

 

„Fassade – Wenn ich tot bin, werde ich reden“

 

Buchbesprechung folgt

 
 

„Zeugnisse von der Heimatfront“

 

Der Erste Weltkrieg an der „Heimatfront“: In über 30 Selbstzeugnissen geben Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Kriegs- und Schulchroniken einen Einblick in den Lebensalltag von Menschen in Westfalen und Lippe. Sie schildern – wenngleich fernab von der Kriegsfront – in Sorge um ihre Verwandten eine auch daheim aus den Fugen geratene Welt. …

 

 

… Vor allem wurde bei der Recherche, sowohl in Halle als auch in Werther und Häger, immer deutlicher, dass nicht zuletzt auch die Kinder vom Ersten Weltkrieg direkt betroffen waren: Mädchen mussten ihre Zöpfe abschneiden, weil das Haar als Kamelhaarersatz auf den U-Booten gebraucht wurde. Fahrradschläuche mussten abgegeben werden, weil es der Kriegsmaschinerie an Gummi fehlte. „Es gab sogar ein Kuchenbackverbot, weil das Mehl für die Soldaten an der Front gebraucht wurde“, nennt Wiegand ein weiteres Beispiel, das Katja Kosubeck, Leiterin der „Haller Zeiträume“, dazu veranlasste, den Haller Beitrag für den neu erschienenen Sammelband aus Kindersicht zu schreiben.

In „Zeugnisse von der Heimatfront“ steht also nicht die große Politik im Vordergrund, sondern vielmehr deren Auswirkung auf die Bevölkerung. Im Zuge der Auswertungen von Quellen wie privaten Tagebüchern stellt die moderne Geschichtsforschung die These auf, dass die begeisterte Kriegsstimmung, die sich durch alle Bevölkerungsschichten gezogen haben soll, ein Wunschbild der zeitgenössischen, amtlich gesteuerten Rhetorik gewesen sei. Wenn es denn eine solche Kriegsbegeisterung gegeben hat, „dann ist sie immer mehr abgeklungen, je länger der Krieg dauerte“, ist Eva Bloss-Vögler überzeugt, die überlegt, die Wertheraner Ausstellung von 2014 im Jahr 2018, zum 100-Jährigen des Kriegsendes, noch einmal zu präsentieren. …
Alles aus: Neue Westfälische 04 – Bielefeld Dornberg-Werther, 02.01.2017:
Wie der ferne Krieg wirkte
Zitiert nach: hiergeblieben.de

 
 

„Was haben Bildungsreformen mit kultureller Hegemonie zu tun?“

 

… oder: Die unfähigen Wissenschafts-, Kultusminister und Erziehungsdirektoren entlassen – wegen unreifer ‚Soldaten-Züchterei‘ …

 

… Mit Bologna sollte ein einheitlicher Europäischer Bildungsraum geschaffen und die Studiendauer verkürzt werden. Einheitliche Kriterien und Methoden der Qualitätskontrolle, das European Credit Transfer System (ECTS), sollten die Leistungen in den verschiedenen Studiengängen und Ländern mess- und vergleichbar machen. Damit sollte Mobilität und Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Universitäten gegenüber der globalen Konkurrenz gesichert werden.
Nichts von dem wurde erreicht. Herausgekommen ist ein marktwirtschaftlich orientiertes bürokratisches Monster, das die Freiheit von Lehre und Forschung einschränkt und die Universitäten zu wirtschaftlichen Unternehmen sowie die Studierenden zu Kunden macht. Kapitalkräftige Unternehmen drängen die Forschung immer mehr in eine Richtung, die Gewinn verspricht. «Mehr Wettbewerb, mehr Leistung, mehr Effizienz. Und vor allem mehr Europa [sprich EU] sind die Losungen», schreibt Matthias Daum in der Zeit.3
Der Zürcher Soziologe und Bologna-Kritiker Kurt Imhof spricht in einem Interview in der Sonntagszeitung von «Bulimie-Lernen: reinfuttern, rauskotzen, vergessen». Die Lehre sei auf den Mainstream verkürzt worden. Und das Lehrpersonal sei gezwungen, «das Wissen zu standardisieren und dann mit Multiple-Choice-Tests abzufragen». Das Wissen werde heute wie durch einen Trichter vermittelt und am Schluss abgeprüft. «Die Studierenden blicken nicht mehr über den Tellerrand hinaus. Sie können sich aus Zeitgründen nicht mehr kritisch mit etwas auseinandersetzen und werden immer mehr eingeschränkt auf das, was gängig ist», sagt Imhof.4

 

Wie Pisa die Volksschule umgestaltet und die Lerninhalte steuert

Die Umgestaltung der Volksschulen, welche durch die Propagierung individualisierender Lernformen bereits in den späten sechziger Jahren ihren Anfang genommen hat, erhielt durch Pisa neuen Schub. Befeuert durch das überwältigende Medienecho, führte die Veröffentlichung der ersten Testergebnisse zu Anfang unseres Jahrhunderts in einigen europäischen Ländern zum sogenannten «Pisa-Schock». Und in der Folge begannen diese, ganz im Sinne der Pisa-Macher, ihre Bildungspolitik auf ein besseres Abschneiden im «Ländervergleich» auszurichten und die Lerninhalte auf die Tests abzustimmen. Auf diese Weise sollen die Lerninhalte weltweit vereinheitlicht und mess- und kontrollierbar werden. «Der angeblich neutrale Pisa-Test», sagt der Didaktik-Dozent Jochen Krautz in einem Interview in der «Neuen Zürcher Zeitung», «führt zu einem völlig neuen Begriff von Bildung: Es geht nicht mehr um Wissen, sondern um die Fähigkeit, sich anzupassen.»5
Eng mit Pisa verbunden ist die Kompetenz­orientierung. Doch hat Kompetenz im Sinne der Pisa-Tests nichts mit der Vorstellung von kompetenten Menschen zu tun, die wir alle schätzen, sondern führt zu einer handlungsorientierten Banalisierung der Schule.

 

Hervorhebung von mir – Anmerkungen im verlinkten ganzen Originaltext …

 

Novalis: Kenne dich selbst

 

Freiberg, 11. Mai 1798

 

Eins nur ist, was der Mensch zu allen Zeiten gesucht hat;
Überall, bald auf den Höhn, bald in dem Tiefsten der Welt –
Unter verschiedenen Namen – umsonst – es versteckte sich immer,
Immer empfand er es noch – dennoch erfaßt er es nie.
Längst schon fand sich ein Mann, der den Kindern in freundlichen Mythen
Weg und Schlüssel verriet zu des Verborgenen Schloß.
Wenige deuteten sich die leichte Chiffre der Lösung,
Aber die wenigen auch waren nun Meister des Ziels.
Lange Zeiten verflossen – der Irrtum schärfte den Sinn uns –
Daß uns der Mythus selbst nicht mehr die Wahrheit verbarg.
Glücklich, wer weise geworden und nicht die Welt mehr durchgrübelt,
Wer von sich selber den Stein ewiger Weisheit begehrt.
Nur der vernünftige Mensch ist der echte Adept – er verwandelt
Alles in Leben und Gold – braucht Elixiere nicht mehr.
In ihm dampfet der heilige Kolben – der König ist in ihm –
Delphos auch und er faßt endlich das: Kenne dich selbst. 

 

 

Freiheitliche – und imperative Gedanken …

 

Dank der Lektüre von Antony Suttons Werk und dank der Hinweise durch Rudolf Steiner in seinen „Zeitgeschichtlichen Betrachtungen“ ist mir bewusst geworden, wie Massensuggestionen auf den Weg gebracht werden. Insbesondere wurde mir dadurch der Modus Operandi klar, wie eine kleine, westliche Elite ihre Ziele durchsetzt – mit Hilfe unlauterer Manipulationen und Suggestionen und gegen den Willen der betroffenen Völker. Dazu setzen die Eliten eine unsichtbare, aber sehr wirksame Waffe ein, den suggestiven imperativen Gedanken.

Was ist ein „imperativer Gedanke“? Es ist ein Gedanke, der keine Freiheit lässt, sondern der als Imperativ und damit als „alternativlose Notwendigkeit“ den Menschen suggeriert wird. Es ist ein Plan, der von wenigen Mitgliedern einer Elite ausgedacht wurde und dann über „Einflussketten“ von „oben“ nach „unten“ transportiert wird. Bis er das Volk erreicht, wird er verschleiert und mit Dogmen und Tabus belegt, wodurch Kritiker des imperativen Gedankens als politisch unkorrekt angegriffen und dadurch meist zum Schweigen gebracht werden. …

 
 

Die Ritalin-Gesellschaft wundert sich nicht wirklich über 17-, 18-, 19-jährige Amokläufer …

 

Da wundert sich vor Jahren, Jahrzehnten ein bayerischer Kriminalkommissar – damals im Drogendezernat tätig – bei seinen Recherchen über jugendliche Amokläufer in den USA über denen verabreichte Medikamente – und schreibt darüber ein Buch.

Mittlerweile könnte dieser Mann sicherlich ein (autobiographisches) Buch schreiben über die ihm u.a. im deutschen Beamtenapparat dadurch erfahrenen Anfeindungen …

Gestern sprach Horst Seehofer nach dem Amoklauf in München über G8 und G9: Man hat es nötig, denn die deutschen Amokläufer im jugendlichen Alter waren allesamt Gymnasiasten bzw. Schüler höherer Schulen – mit Medikation(!)

(Den Nazi-Drogenkonsum in deutschen Parlamenten klammern wir hier einmal aus …)

 

Gunther Thriene
 

 

Die Veredelung der Liebe durch wahre Kunst …

 

… Ich war vierzehn, und das Hören dieses Stückes* hatte mich vernichtet, in der noblen Bedeutung des Wortes: die körperliche Empfindung einer endlosen Öffnung, die einen in eine höhere Dimension zieht. Es handelt sich um eine sehr intime Erfahrung, die ich meinerseits weiterzugeben versuche, wenn ich Brahms spiele. Und ich bin glücklich, wenn es mir gelingt, den charakteristischen Ausdruck seiner Musik in Klang umzusetzen – den seelischen Schmerz, der aus dem Prozess des Sich-bewusst-Werdens entsteht, und dieser Blick nach hinten in dem Augenblick, in dem alles kippt, alles sich verändert, alles sich erklärt. Alle, die die Erfahrung dieser Augenblicke der Wahrheit, der Aletheia gemacht haben, die einen klar erkennen lassen, wer man ist und was einen umgibt, und einen zwingen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, werden verstehen, was ich meine. Es gibt bei Brahms … diese Versuchung der Nacht, die eine höhere, stärkere, in der ganzen Schöpfung verwurzelte Freude übersteigt und verwandelt. …

Hélène Grimaud: Das Lied der Natur, München 2014, S. 71

*) Brahms Erstes Klavierkonzert mit Claudio Arrau, dirigiert von Carlo Maria Giulini

 

Die ‚Verdichtung‘ des Seelischen bis hin zur möglichen Schicksalserkenntnis beschreibt Hélène Grimaud in der sie kennzeichnenden kunstvollen Stringenz. Sie berührt dabei und damit auch heute sich grundsätzlich stellende Fragen der menschlichen Existenz in einer sich zunehmend zerstörenden Welt, einer sich selbst zu vernichten drohenden Menschheit – überall auf der Erde.

Das Buch wünscht man sich mit seinem sehr ernsten Anliegen in die Hände möglichst vieler Leser.

 

Gunther Thriene

 

 

Friedrich Hölderlin: Lebenslauf

 
 

Lebenslauf

 

Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
All uns nieder; das Laid beuget gewaltiger;
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.

Aufwärts oder hinab! herrschet in heil’ger Nacht,
Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,
Herrscht im schiefesten Orkus
Nicht ein Grades, ein Recht noch auch?

Diß erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich
Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
Daß ich wüßte, mit Vorsicht
Mich des ebenen Pfads geführt.

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern’,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.

 

Friedrich Hölderlin, Sommer 1800

 
 
 

„Wer lacht und glücklich ist, bekämpft sich nicht, führt keine Kriege.“

 
 

Die Chaplins



 
 

„Waldorf-Theater nach umstrittenem Buch“

 

Oder: WIE MAN (Waldorf-)SCHULE MACHT, UND ERKENNEN KANN, MUSS: DIE SCHÜLER SIND SCHLAUER ALS DIE (Waldorf-)LE(E)HRER …

 

 

 
 

Ende Spaß: „US-Waffenlobby schreibt Grimms Märchen um“

 

Die Diskussionen in den USA über das Recht auf Waffenbesitz haben eine neue Stufe erreicht: Der Waffenverband NRA lässt Märchen so umschreiben, dass sich schon die Jüngsten für Schusswaffen interessieren.

 

„Mister Bundesrepublik“ …

 

Die CDU/CSU hat keine Leute, – außer einer Frau -, die SPD – wer, wiebitte, was ist das (!?)-, der FDP sterben die Männer weg, weiteres: ferner liefen …

Da taucht anläßlich des Todes Hans-Dietrich Genschers gestern auf „allen Kanälen“ obiger Begriff auf.

Man staunt: Sind Politiker in Deutschland schlauer als Deutschlands größte Geister. Wissen die mehr!? – US-Panzer 2016ff. an den russischen Grenzen im Osten Europas, da wird ein Minister dieses Landes nicht einmal mehr gefragt …

Ach ja – nur einmal so am Rande der staatlichen Gehirnwäsche auf allen Kanälen: da gab es einmal einen vom Schwäbischen König mit Schreibverbot belegten ‚Sonderling‘. Der sagte diesen nicht erst heute reichlich der Gehirnwäsche ausgesetzten Deutschen folgendes:

Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;

Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.

Nicht zuletzt: Einwürfe aus der Schweizer FDP werden hiermit glatt zurückgewiesen: In über zehn Jahren in der Schweiz ist mir kein einziger Schweizer, geschweige denn Schweizer FDPler, begegnet, der Friedrich Schillers WILHELM TELL auch nur ansatzweise verstanden hätte …

 

Gunther Thriene

 
 

„Mit der WARE MENSCH können bei ausreichender Kapitalskraft möglichst gute und sichere Geschäfte gemacht werden. …“

 

… Und der große ZUHÄLTER aller dieser kapitalistischen GESCHÄFTEMACHER, PROFITEURE ist ganz selbstverständlich der CDU/CSU/SPD/GRÜNE;/“LINKE“/“Gewerkschafter“ und unisono BRD-Parteienstaat. …

 

Eine grosse Künstlerin drückte es vor Jahren schon so aus:

 

 

Zuhören müßte man können!

 

Gunther Thriene

 

 

Viel Licht!

 

… Einleitend weist der Autor* darauf hin, dass die Anthroposophische Medizin, die eigentlich eine zukünftige, eine Äthermedizin ist, nicht als bloß hinzugefügte Ergänzung der naturwissenschaftlich orientierten Medizin zu sehen ist, sondern dass hier Anatomie und Physiologie in einem ganz neuen Licht erscheinen, welches letztlich den Blick auf ein viel umfassenderes Menschenbild freigibt.

Es beginnt mit einem historischen Rückblick über die Entwicklung des medizinischen Denkens durch die Kulturepochen. Zur Zeit der urindischen und urpersischen Kultur gab es eine reine Priester Medizin, bei der die Gedanken noch ganz in der göttlichen Wesenheit bzw. im Ich erlebt wurden. Die mesopotamische Medizin war vornehmlich im Astralischen beheimatet und bezog ihre Einsichten aus den Offenbarungen einer magisch dämonischen Natur. Der Priester hatte auf seinem Weg zum Kranken ganz auf die umgebenden Naturerscheinungen zu achten, die ihm Auskunft über Wesen und Prognose der jeweiligen Erkrankung gaben.
Das medizinische Denken der Griechen orientierte sich hauptsächlich an der Wirksamkeit der vier Elemente, die Gedanken wurden im Ätherleib erlebt und entsprechend sahen die Heilkundigen nicht das Gewordene, die physischen Endpunkte der Entwicklung, wie das die heutige Medizin tut, sondern der griechische Arzt fasste ganz das Prozessuale, das Werdende ins Auge und hatte dabei eine große Beweglichkeit im Denken, wie es in den Dialogen des Plato zum Ausdruck kommt. Dieser nannte das Ätherische die »Amme allen Werdens«, über die die Urbilder des Seins vermittels der vier Elemente abbildhaft zur Erscheinung gebracht werden. Als Vier Säfte Lehre reichte das griechische Denken bis in die Neuzeit hinein.
Die letzte Bewusstseinsetappe ist die heutige, die ein ganz auf das gewordene Werk, auf die rein physischen Tatbestände gerichtetes Denken entwickelt hat und zu den großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Medizin geführt hat. Die anthroposophische Medizin markiert nun den Beginn des Wiederaufstiegs des medizinischen Denkens durch die Wesensglieder hindurch, was mit einem durch Michael inspirierten freien Willen verbunden ist. Eine zukünftige Medizin kann nur eine Äthermedizin sein, wenn sie über die Detailanalysen hinaus die großen lebendigen Zusammenhänge wieder ins Blickfeld nimmt. …

 

*) Andreas Goyert: Anthroposophische Medizin und die Prozesse im Stoffwechselsystem, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2015, 296 Seiten, 28,90 €

Die ganze Rezension von Thomas Hardtmuth in DIE DREI 02/2016 hier unten …

 

 

 

NEUJAHR: „… Gott behüte uns vor einem blutigen Krieg! Frieden und Ruhe herrsche in der ganzen Welt!“

 

Es ist keine drei Generationen her – und schon nahezu vollkommen vergessen: Universitätsstadt Göttingen – Stadt, die Wissen schafft (, aber auch Gewissen?), – Neujahr 1945:

„… Auch am 1. Januar 1945 arbeitete Olga Aleksejewna T. bei ihrer deutschen Familie, und so war sie nicht im Lager (Schützenplatz Göttingen, in dem 1944 etwa 1000 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen untergebracht waren – G.T.),
als um die Mittagszeit amerikanische Bomben auf das Lager Schützenplatz und das angrenzende Reichsbahnlager auf der Masch fielen und mindestens 39 „Ostarbeiter“ (darunter 9 Kinder) töteten.23
Iwan Semjonowitsch Oserjanskij, der bei Ruhstrat arbeitete und im Lager Tonkuhle (dort ist heute das neue Polizeigebäude) untergebracht war, beschrieb in seinem Brief (ebenfalls schon im Dezember 2000) den Angriff auf das Zwangsarbeiterlager:
„Abends bekamen wir unsere Suppe mit Brot und gratulierten uns zum Neuen Jahr und gingen Schlafen.
Nachts gab es keinen Alarm. Morgens war auch still, kein Aufruf zur Arbeit. Plötzlich um 11 Uhr 30 gab es Luftalarm. Das ganzes Lager lief zum Bunker, er war genau neben den Baracken. Doch ich und mein Freund blieben draußen und versteckten uns hinter der Baracke. Plötzlich hörten wir den Lärm von Flugzeugen. Zuerst kamen einige Flugzeugen. Die Luftabwehr schwieg. Die Mannschaften der Luftabwehrkanonen hatten sich versteckt. Eine Kanone stand 50 m von unserer Baracke entfernt. Wahrscheinlich gab es einen Befehl, nicht zu schießen.
Plötzlich hörten wir schrecklichen Lärm von den Flugzeugen und den Explosionen der Bomben. Dort waren etwa 2500 Flugzeugen in einer Höhe von 1000 m und 2 – 3 km breit. Sie flogen und warfen Bomben von 50 kg bis 1000 kg. Dann begannen sie unser großes Lager zu bombardieren. [Gemeint ist das Lager Schützenplatz – C.T.]
Baracken wurden zerstört, Menschen getötet. Wir haben geschimpft: Sie sind doch unsere Alliierten, oder? Wir beobachteten, ob sie zurückkehrten, um uns wieder zu bombardieren. Aber Gott rettete uns […]
Gemeinsam mit seinem Freund ging Iwan Semjonowitsch Oserjanskij nach dem
Angriff zum Lager Schützenplatz: „Wir durchbrachen den Stacheldraht, fast ohne Kraftanstrengung. Den Weg entlang sahen wir die Löcher im Boden. Das waren die
Bomben mit Zeitzünder. Aber Gott hat uns gerettet. Was wir gesehen haben, ließ uns erschrecken. Alles brannte, die Bomben explodierten. […] Wir standen und sahen uns um. Die am Leben gebliebenen Menschen trugen die Toten und legten sie in Reihen. Ein Mann sagte uns, wir sollten zurückgehen, weil hier die Bomben explodieren. Eine Bombe explodierte in der Nähe und wir wurden mit Erde überschüttet.
Als wir ins Lager zurückkamen, war dort niemand. Als die Leute zurückgekommen sind, haben wir alles erzählt. […] So schrecklich war das Neujahr 1945. An diesen Tag bekamen wir kein Frühstück, Mittag und Abendessen.
Am nächsten Tag war wieder alles wie immer: „Aufstehen!“ u.s.w. und wir wurden zur Arbeit getrieben, aber diesmal nicht in die Fabrik, sondern zum Bahnhof, um dort nach dem Bombenangriff aufzuräumen. Dort war alles zerstört, Züge waren umgestürzt und ausgebrannt, die Gleise zerstört, die Bombenexplosionen gingen weiter. Die Löcher in der Erde wurden umzäunt. So haben wir das alles wiederherstellt.
Nach etwa zwei Tagen fuhren wieder die erste Züge. Keiner von unseren Freunden wurde diesmal getötet. Wir arbeiteten zusammen mit Deutschen. Dann wurden wir zur Wiederherstellung der Wohnhäuser geschickt. Solch ein Neujahr 1945 hatten wir. Gott behüte uns vor einem blutigen Krieg! Frieden und Ruhe herrsche in der ganzen Welt!24

Anmerkungen:

23) Sterbebücher des Standesamts Göttingen 1.1.1945 und Friedhofslisten Grünflächenamt C 83 Nr. 9, Stadtarchiv Göttingen.

24) Iwan Semjonowitsch Oserjanskij, geb. 14.4.1926, Brief vom 29.12.2000, Stadtarchiv Göttingen, Sa. 32 – Sammlung Tollmien.

Alles aus:  Cordula Tollmien: „Jetzt kann ich sterben“ – Begegnungen mit ehemaligen Göttinger Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen. Vortrag gehalten auf Einladung der Universität des Dritten Lebensalters an der Universität Göttingen am 24. Oktober 2003 (leicht überarbeitet im August 2011), unveröffentlichtes Manuskript.

Der Text im Zusammenhang online auch hier …

Noch viele Jahrzehnte später fielen 2010 auf eben diesem Göttinger Schützenplatz drei Männer einer mißglückten Bombenentschärfung zum Opfer.

 

Gunther Thriene

 

 

Zwei Buchhinweise des Deutschen Bundespräsidenten …

 

… bei seiner Ansprache zum Volkstrauertag 2015 im Plenarsaal des Deutschen Bundestages:

 

Willy Peter Reese: Mir selber seltsam fremd: Die Unmenschlichkeit des Krieges – Rußland 1941-44

Diejenigen, die die Kriege auf der Welt verantworten, sollten dieses Buch unbedingt lesen, damit sie wissen, was sie anrichten.

 

Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders

Meine Rezension dazu am 17. Oktober 2003:

Dieses wichtige Buch erinnert an die Sage von Castor und Pollux: Es ist wie ein grosses Gebet eines um Wahrheit und Wahrhaftigkeit Ringenden an den toten Bruder – und damit auch eines für sich selbst, für uns Lebende: Wie konnte dieses Volk in der Mitte Europas – und mit ihm Angehörige vieler anderer Völker – in das geistige Gegenbild seiner selbst fallen!? Wie war das möglich!?
Schlimmer noch: Wie verlogen muss der jugendliche Uwe Timm in den 50er Jahren seine Väter-Generation erlebt haben, die sich selbst eher als Opfer sah!?
Das Buch ist der gelungene Versuch, der allgegenwärtigen Geschichtsleugnung, -verdrängung und -lüge ein kleines, ergreifendes, manchmal bitteres, aber gerade durch den Mut seines Autors, es zu schreiben, auch ein wiederum Mut machendes wichtiges Denkmal, ein Buch eben, entgegenzustemmen. Es ist noch nicht das Ziel, aber der Beginn eines Weges, auf dem wir Menschen wieder lernen dürfen, durch Sprache – und nur dadurch – Menschen zu werden …

 

Beide Bücher wünscht man sich auf den Gabentisch aller 80 Millionen Deutsche – und deren Gäste, – und nicht nur, weil sie der Deutsche Bundespräsident erwähnt hat

 

Gunther Thriene

 

 

„Von nun an ist alles anders.“ – Zu R. Safranskis GOETHE-Biographie

 

Wird man seiner Aufgabe gerecht? Werde ich Goethe gerecht, wenn ich mich ihm zuwende?

Die Frage ist berechtigt in Zeiten, in denen ‚genialische’ Menschen in riesigen Bibliotheken eher verborgen bis gänzlich unerkannt bleiben, zumal ganze Heerscharen von Germanistik-Professoren heutzutage wegen völliger Inkompetenz diesen Zustand eher noch gravierend verstärken als Licht ins Dunkel zu bringen.

Wird Rüdiger Safranski seinem ‚Gegenstand’ Goethe gerecht? – Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch wünsche ich in die Hände jedes Menschen.    – Nicht vorschreibend wie gewisse teutsche Diktatoren mit ihren unlesbaren Pamphleten sich in jedes deutsche Bücherregal ‚wünschten’, sondern aus freiem Erkenntniswillen und mit dem Wunsch, dass die deutsche Kultur wieder aufgebaut werden möge, die seit weit mehr als einhundert Jahren nurmehr politische Zerstörung erfuhr – und erfährt …
Rüdiger Safranski befreit Goethe aus der weitverbreiteten Deutsch-Lehrer-Idiotie, ihrem Gedankenlosigkeits-Gefängnis, das da lautet: „Wir hatten die Nazi- und Stasi-Schergen trotz Goethe, also was brauchen wir heute noch Goethe?!” – Deren Schulen aber wünscht man ja keinem einzigen Kind dieser Welt: Inklusion der staatlich beförderten Volksverdummung funktioniert eben viel besser mit gehirngewaschenen Beamten-Seelchen, die heute die Sekundärliteratur der Sekundärliteratur über … in kilometerlangen Regalen rezipieren können – und das allein schon für Erkenntnis halten …

Safranski durchschaut diesen kollektiven Irrtum der uniform total langweiligen Undeutsch-Lehrer und -Professoren, wartet auch keinen Goethe-Verbot’s-Erlaß der sog. Kultusminister und weitere ‚Volksvernichtungs-Befehle’ ab – und erzählt Goethes Leben einfach und arbeitsam weitestgehend nach den ja auch noch reichlich vorhandenen Original-Quellen (Zitate Goethes im Folgenden kursiv):

 

… Wenn ein Geistesblitz, ein Einfall, eine plötzliche Intuition einen bisher rätselhaften und dunklen Zusammenhang mit einem Mal erkennbar werden läßt – eine Evidenz im Augenblick -, dann nennt Goethe das ein Aperçu, zunächst und hauptsächlich bei der Naturerkenntnis. Alles kommt in der Wissenschaft auf das an, was man ein Aperçu nennt, auf ein Gewahrwerden dessen, was eigentlich den Erscheinungen zum Grunde liegt, heißt es in der »Geschichte der Farbenlehre«. Der Begriff kommt aus den Französischen, wo er für eine rasche Erst-Wahrnehmung steht.     Drei Aspekte am Aperçu als außerordentlichem Erkenntnisereignis treten hervor:                                             Das eigentliche Objekt ist nicht ein zufälliges oder belangloses Phänomen, sondern eines, das den Durchblick auf den Zusammenhang des Ganzen, auf das Unendliche gewährt. Das Objekt ist zwar ein einzelnes und gegenständliches, doch zugleich symbolisch durchscheinend für die ewige Harmonie des Daseins. In diesem Sinne wird Goethe etwa die Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim Menschen, die er im übrigen auch als eine jähe Einsicht beschreibt, als Einblick in den Gesamtzusammenhang der Natur deuten, da dieser Knochen, den man bei Tieren, aber noch nicht beim Menschen entdeckt hatte, ihm als Beweis dafür gilt, daß es einen gleitenden Übergang zwischen Mensch und Tier gibt, daß also die Natur eben doch keine Sprünge macht. So wird der Zwischenkieferknochen zum Gegenstand eines Aperçus. Nach der Seite des Objektes verweist das Aperçu also auf eine Totalität, die sich plötzlich in etwas Einzelnem enthüllt.               Nach der Seite des Subjektes bedeutet das Aperçu, daß der Erkennende sich verwandelt fühlt, wie aus der Vereinzelung gelöst und erhoben zur Teilhabe am Sinn des Ganzen. …            Der dritte Aspekt betrifft die Plötzlichkeit, Augenblicklichkeit des ganzen Vorgangs. Auf einmal sieht man die Dinge neu, sieht mit anderen Augen in die Welt. Damit verbunden ist ein Einschnitt im Leben. Von nun an ist alles anders. Das Leben wird durchschnitten, es gibt im pathetischen Sinne ein Vorher und Nachher. …                                                                       Das  Aperçu mit diesen drei Aspekten … nennt Goethe eine genialische Geistesoperation. …


Das bewundernswerte an Rüdiger Safranskis GOETHE-Biographie ist das akribische Aufspüren dieser geisteswissenschaftlichen Dimension dieses weitgehend unbekannten bzw. falsch verstandenen bis böswillig bekämpften Wissenschaftler und Künstlers Goethe, sein Werk wie das Goethes eine stille, unaufdringliche Kampfansage gegen die – nicht nur: kulturpolitisch – gängige (Selbst-)„Verzwergung”* des Menschen.

Seine Biographie macht auch deutlich, daß Goethe seine Studienjahre nicht fach-idiotisch vertat, sondern universell ernst nahm – und dadurch die oben im Zitat kurz zitierte Wahrheits- und Freiheitssphäre der Intuition vor seinem Brotberuf in Weimar sich erarbeitete. Dazu passt auch, …

… daß Goethe das Anerbieten der Straßburger juristischen Fakultät ablehnte, ihn gegen eine Gebühr doch noch zum ordentlichen Doktor der Jurispudenz zu promovieren. Es sei ihm vergangen, Doktor zu sein, schreibt er an Salzmann, er habe es so satt an aller Praxis, daß ich höchstens nur des Scheins wegen meine Schuldigkeit tue. …

Was aber machen heutige (Bundes-)Minister mit des öfteren erschlichenem Doktorhut außer der Vermehrung geistiger Armseligkeit – und deren schamloser massenhafter Verbreitung in Talkshows? 

 

Gunther Thriene

 

*) Jede Ähnlichkeit mit anthroposophischen Goetheanum-Adepten ist rein zufällig …

 

„Eine Alchemie, die im Alter Schönheit verleiht“

 

„Es gibt nur eine Alchemie, die im Alter Schönheit verleiht: Das Gefühl!“

Clara – die Protagonistin in Marc Levi’s Roman BIS ICH DICH WIEDERSEHE, der spielerisch das Thema der möglichen Wiedergeburt und des Bösen, das das zu verhindern sucht, zentral zum Inhalt hat …

 

Levis Roman ist ein ganz leicht zu lesendes „Unbuch“, weil es mit seinem Ende beginnt. …

„Alles in allem ist dieser Roman jedem Freund esoterisch-übersinnlich-paranormalem Wahnsinns zu empfehlen.“, schreibt ein JederMensch in einer Rezension eines bekannteren Online-Versand-Buchhändlers:

Also quasi eine Pflichtlektüre für alle, die die Anthroposophie haben – das sind viele(!) – und nach mehr streben … :-)

 

G.Thr.
 
 

Warum man Europa heute nicht mehr mit den jesuitischen Mitteln der auch schon gescheiterten Habsburger regieren kann …

 

… oder: Der fatale Irrtum sämtlicher Parteien, sämtlicher PolitikerInnen:

( … nicht zuletzt: –  Bundespräsident a.D. Wulff weiss das „schon” … – EINLEITUNG und TEIL I,1 als PDF-Auszug hier … )

 

Polzer-Hoditz


 
 

„… dabei denken wir überhaupt an die segnende Kraft, die in diesen liegt …“

 

… Wir übergeben dies Buch wohlwollenden Händen, dabei denken wir überhaupt an die segnende Kraft, die in diesen liegt, und wünschen, daß denen, welche diese Brosamen der Poesie Armen und Genügsamen nicht gönnen, es gänzlich verborgen bleiben möge.

Cassel, am 18ten October 1812.

 

… schreiben Jacob und Wilhelm Grimm am Ende ihres Vorwortes zu ihren Gesammelten Märchen, deren 1. Band genau vor 200 Jahren am 20. Dezember 1812 erschien: Ein einmaliges Geschenk an die Menschen deutscher Zunge, aber nicht nur die: Die Grimmschen Märchen sind bis heute das in die meisten fremden Sprachen übersetzte Werk der deutschen Kultur als literarisches Welterbe – und damit ein wirklich positives Gegenbild zu tragischen „bayerischen Märchenkönigen“ in welcher Erscheinungsform auch immer …

Dieses Geschenk steht heute auch digital und kostenlos zur Verfügung …

für Kindle (am PC etc.)

Das in der Kindle-Ausgabe vermisste Inhaltsverzeichnis findet man gleich zu Anfang hier:

Kinder- und Haus-Märchen Band 1 (1812)

Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1815)

 

 

„GEDÄCHTNIS UND GEWISSEN“

 

In dem schlafenden Zustande ist der Mensch an den Kosmos hingegeben. Er trägt dem Kosmos entgegen, was er beim Heruntersteigen aus der geistig-seelischen Welt in die irdische als Ergebnis voriger Erdenleben hat. Er entzieht diesen Inhalt seines Menschenwesens dem Kosmos während des Wachens.

In diesem Rhythmus: Hingabe an den Kosmos und Sich-dem-Kosmos-Entziehen verläuft das Leben zwischen Geburt und Tod.

Das Entziehen gegenüber dem Kosmos ist zugleich ein Aufnehmen des geistig-seelischen Menschen durch die Sinnes-Nervenorganisation. Was in dieser als physische und Lebensvorgänge sich abspielt, mit dem vereinigt sich im Wachen das Geistig-Seelische des Menschen zu einer einheitlichen Wirkungsweise. In dieser Wirkungsweise ist Sinneswahrnehmung, Formung der Erinnerungsbilder, Phantasie-Leben enthalten. Diese Betätigungen sind an den physischen Leib gebunden. Die Vorstellungen, das Denk-Erleben, in denen dem Menschen bewußt wird, was halbbewußt in Wahrnehmung, Phantasie, Erinnerung sich abspielt, sind an die Denkorganisation gebunden.

In dieser eigentlichen Denkorganisation liegt auch das Gebiet, durch das der Mensch sein Selbstbewußtsein erlebt. Die Denkorganisation ist eine Sternen-Organisation. Lebte sie sich einzig als solche aus, dann trüge der Mensch in sich nicht ein Selbstbewußtsein, sondern ein Götterbewußtsein. Aber die Denkorganisation ist Sternen-Organisation, herausgehoben aus dem Sternen-Kosmos und versetzt in das irdische Geschehen. Indem der Mensch die Sternenwelt im Irdischen erlebt, wird er ein selbstbewußtes Wesen.

Da hat man also das Gebiet des inneren Menschenlebens vor sich, in dem die göttlich-geistige Welt, die mit dem Menschen verbunden ist, ihn entläßt, damit er in vollem Sinne Mensch werden kann.

Aber gleich unterhalb der Denkorganisation, da wo Sinneswahrnehmung, Phantasie, Erinnerungsbildung sich vollziehen, lebt die göttlich-geistige Welt im Menschenleben mit. Man kann sagen, in der Gedächtnis-Entfaltung lebt das Göttlich-Geistige in dem wachenden Zustande des Menschen. Denn die beiden anderen Betätigungen, Sinneswahrnehmung und Phantasie, sind nur Modifikationen der Formung der Erinnerungsbilder. In der Sinneswahrnehmung ist die Bildung des Erinnerungsinhaltes in seiner Entstehung; in dem Inhalte der Phantasie leuchtet in der Seele auf, was sich von diesem Inhalte im Seelen-Dasein erhält.

Der Schlafzustand trägt das Geistig-Seelische des Menschen in das Kosmische hinüber. Er ist da mit der Betätigung seines Astralleibes und seines Ich in den göttlich-geistigen Kosmos eingetaucht. Er ist nicht nur außerhalb der physischen, sondern auch außerhalb der Sternenwelt. Aber er ist innerhalb der göttlich-geistigen Wesen, durch die sein Dasein den Ursprung hat.

In dem gegenwärtigen Zeitpunkt der kosmischen Entwickelung wirken diese göttlich-geistigen Wesen so, daß sie den moralischen Weltinhalt während des Schlafzustandes in Astralleib und Ich einprägen. Alles Weltgeschehen im schlafenden Menschen ist reales moralisches Geschehen, kein Geschehen, das der Naturwirkung auch nur ähnlich genannt werden könnte.

Dieses Geschehen in seiner Nachwirkung trägt der Mensch aus dem schlafenden in den Wachzustand herüber. Diese Nachwirkung bleibt im schlafenden Zustande. Denn der Mensch wacht nur in dem Leben, das dem Denkgebiete zugeneigt ist. Was in seiner Willenssphäre eigentlich vorgeht, das ist auch während des Wachens in solche Dumpfheit gehüllt wie während des Schlafens das ganze Seelenleben. Aber in diesem schlafenden Willensleben webt das Göttlich-Geistige im wachenden Zustande weiter. Der Mensch ist moralisch so gut oder so schlecht, als er es sein kann, je nach der Nähe, in die er schlafend zu den göttlich-geistigen Wesen kommen kann. Und er kommt näher oder bleibt ferner, je nachdem seine früheren Erdenleben in moralischer Richtung waren.

Aus den Tiefen des wachenden Seelenwesens tönt herauf, was sich während des Schlafens in Gemeinschaft mit der göttlich-geistigen Welt in dieses Seelenwesen hat einpflanzen können. Was herauf klingt, ist die Stimme des Gewissens.

So zeigt sich, wie dasjenige, was eine materialistische Weltansicht am meisten geneigt ist, bloß nach der Naturseite hin zu erklären, für die Geist-Erkenntnis auf der moralischen Seite gelegen ist.

Im Gedächtnis wirkt im wachenden Menschen unmittelbar das göttlich-geistige Wesen; im Gewissen wirkt im wachenden Menschen mittelbar – als Nachwirkung – dieses göttlich-geistige Wesen.

Gedächtnisbildung spielt sich in der Nerven-Sinnesorganisation ab; Gewissensbildung spielt sich als rein seelischgeistiger Vorgang ab, aber in der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation.  

Zwischen beiden liegt die rhythmische Organisation. Diese ist nach zwei Seiten hin polarisch in ihrer Wirksamkeit ausgebildet. Sie ist als Atmungsrhythmus in inniger Beziehung zur Sinneswahrnehmung und zum Denken. In dem Lungen-Atmen ist der Vorgang am gröbsten; er verfeinert sich und wird als verfeinertes Atmen sinnliches Wahrnehmen und Denken. Was noch dem Atmen ganz nahesteht, aber ein Atmen durch die Sinnes-Organe, nicht durch die Lungen ist, das ist das sinnliche Wahrnehmen. Was dem Lungen-Atmen schon ferner ist und durch die Denkorganisation gestützt wird, das ist Vorstellen, Denken; und was schon nach dem Rhythmus der Blutzirkulation hinübergrenzt, schon ein innerliches Atmen ist, das mit der Gliedmaßen-Stoffwechselorganisation sich verbindet, das offenbart sich in der Phantasie-Tätigkeit.

Diese reicht dann seelisch in die Willenssphäre, wie der Zirkulationsrhythmus in die Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation reicht.

In der Phantasiebetätigung strebt die Denkorganisation an die Willensorganisation nahe heran. Es ist ein Untertauchen des Menschen in seine wachende Schlafsphäre des Willens. Es erscheinen daher bei Menschen, die in dieser Art organisiert sind, die Seelen-Inhalte wie Träume im Wachzustande. In Goethe lebte eine solche Menschen-Organisation. Daher spricht er davon, daß ihm Schiller seine dichterischen Träume deuten müsse.

In Schiller selbst war die andere Organisation wirksam. Er lebte aus dem heraus, was er sich aus den vorigen Erdenleben mitbrachte. Er mußte zu einem starken Wollen den Phantasie-Inhalt suchen.

Auf Menschen, die nach der Phantasiesphäre hin veranlagt sind, so daß sich ihnen wie von selbst die Anschauung der sinnlichen Wirklichkeit in Phantasiebilder wandelt, zählt bei ihren Weltenabsichten die ahrimanische Macht. Sie meint, mit Hilfe solcher Menschen die Entwickelung der Menschheit von der Vergangenheit ganz abschneiden zu können, um sie in eine Richtung zu bringen, die sie will.

Auf Menschen, die nach der Willenssphäre hin organisiert sind, die aber die sinnliche Anschauung in Phantasiebilder aus innerer Liebe zur idealen Weltanschauung kräftig gestalten, zählt die luziferische Macht. Sie möchte die Menschheitsentwickelung durch solche Menschen ganz in den Impulsen der Vergangenheit erhalten. Sie könnte dann die Menschheit vor dem Untertauchen in die Sphäre bewahren, in der die ahrimanische Macht überwunden werden muß.

Man steht im Erdendasein in zwei polarischen Gegensätzen. Oben breiten sich die Sterne. Von da strahlen die Kräfte, die mit allem errechenbaren Regelmäßigen im Erdendasein zusammenhängen. Regelmäßiger Tag- und Nachtwechsel, Jahreszeiten, längere Weltperioden, sie sind die irdische Spiegelung dessen, was Sternen-Geschehen ist.

Der andere Pol strahlt vom Innern der Erde her. Unregelmäßiges lebt in ihm. Wind und Wetter, Donner und Blitz, Erdbeben, Vulkanausbrüche spiegeln dieses innere Erden-Geschehen.

Der Mensch ist ein Abbild dieses Sternen-Erdeseins. In seiner Denkorganisation lebt die Sternen-Ordnung, in seiner Gliedmaßen-Willensorganisation lebt das Erden-Chaos. In der rhythmischen Organisation wird in freiem Ausgleich das irdische Menschenwesen erlebt.

Rudolf Steiner in: GOETHEANUM, Februar 1925.

Quelle.: GA 26

 

 

„… weil ich nicht zauderte … der Stimme meines Gewissens zu folgen …“

 

…, schreibt Jakob Grimm im Januar 1838 im Nachgang seiner Entlassung als Professor in Göttingen, bekannter als Entlassung der Göttinger Sieben durch den König von Hannover.

Auf dem Campus dieser Universität 175 Jahre später – genau Karfreitagmorgen 2012:

Polizei ermittelt

Grass-Denkmal beschmiert

08.04.2012 11:44 Uhr
In Göttingen haben Unbekannte ein vom Literaturnobelpreisträger Günter Grass gestiftetes Denkmal mit Graffiti beschmiert. Auf dem Sockel einer Plastik, die auf dem Universitätscampus an die „Göttinger Sieben“ erinnern soll, schmierten Unbekannte „SS! Günni halts Maul“. …
Aus dem Göttinger Tageblatt

 

Was ist Entwickelung?

 

Gunther Thriene

 
 

„Der Amok-Komplex – oder die Schule des Tötens“ …

 

Phänomene des nahezu vollkommenen Versagens unserer (Bildungs-)„Eliten”, die „Bildung” phrasenhaft oft im Munde führen, fast jede Staatsschule spricht heutzutage schon vom Bauzustand her eine ganz andere Sprache, – und de facto Krieg und Zerstörung meinen, beschreibt wie gewohnt akribisch recherchiert Ines Geipel in ihrem neuen Buch:

(Verlagstext – dort ausführlicher): Eine brennende Zeitdiagnose über die mentalen Ursprünge dieser Form von Jugendgewalt

Ist der Amoklauf Teil unserer westlichen Gesellschaft und was verbindet die Taten der jungen Todesschützen weltweit? Ines Geipel stellt fünf exemplarische Orte ins Zentrum ihrer vielschichtigen Recherchen – darunter auch die drei Amokläufe in Deutschland: Erfurt, Emsdetten, Winnenden.

Junge Amokschützen lernen voneinander: Die »Schule des Tötens« erstreckt sich vom australischen Port Arthur bis zum norwegischen Utoya. Die drei deutschen Tatorte Erfurt, Emsdetten und Winnenden stellt Ines Geipel in den Kontext der weltweiten Geschichte des Amok­laufs und sie zeigt, wie diese neue Form der Gewalt aus der Mitte un­serer befriedeten westlichen Gesellschaften herausbricht. Was treibt junge Amokläufer an? Warum sind Waffen noch immer so mühelos verfügbar? Wie schützt die Polizei, was klärt die Politik, wer ist für die Hinterbliebenen da? Unveröffentlichte Akten und Materialien, Gespräche mit Augenzeugen, Angehörigen und Experten geben tiefe Einblicke in den Amok­Komplex.

Chronologie der Amok-Läufe
April 1996:
Port Arthur/Australien
April 2002:
Erfurt, Gutenberg-Gymnasium
April 2006:
Emsdetten, Geschwister-Scholl-Realschule
April 2009:
Winnenden, Albertville-Realschule
Juli 2011:
Utoya, Norwegen

 

Ines Geipel
„Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens“
Stuttgart  2012

 

       Der Titel scheint heftig, aber ist er es auch? – Ein Zitat aus dem Jahre 1928 (!!!) belegt bis in die z.T. identische Wortwahl hinein deutlich, daß der wirtschaftlich-politische Mißbrauch der Kindheitskräfte gerade hier auch in Mitteleuropa eine tragische Tradition hat:

… Es schwand aber diese Stimmung sogleich in denjenigen Zusammenhängen, in welchen ich mich abstrakt amtlich einregistriert empfand. Da legte sich mir ein Alp auf die Seele, ein betäubender Schatten zog herauf, der Furcht erzeugte, der Lebensfreude tötete. Der erste derartige Kerker war die Schule. Bis zur Mittelschule war ich nicht vom Lernen, aber vom offiziellen Lernen verschont und empfinde es heute noch dankbar, daß es so war; aber dann war es ein Martyrium, dem ich mich zwar unterwarf, daß mich aber nicht förderte, sondern individuell zu töten versuchte. Ich fühlte, daß die Weisheit der Welt so nicht an den Menschen herangebracht werden kann, daß sie auf andere Art und anderswo zu finden sein müsse. Ich konnte es nicht formulieren, aber die Gemütsstimmung war doch die, daß man die Weisheit der Welt absichtlich verbergen will und dazu die Kerker erfand. Ich fühlte mich in etwas stehend, was die Weltentwicklung in dieser Art nicht mehr will, was die Weltentwicklung aufhält und was ihr entgegenarbeitet. Später war es dann der militärische Beruf, die Kaserne …

Aus: Ludwig Polzer-Hoditz, Das Mysterium der europäischen Mitte, Stuttgart 1928, Seite 7

 

Was also entwickeln wir? Die Banalität des Freiheitsbegriffes gewisser Staatsoberhäupter!? – Oder was!?

 

Gunther Thriene

 

 

Das Drama Ehec – und Goethe …

 

Nun analysieren sie wieder: Eine tödliche Krankheit grassiert in Deutschland und Europa – und die Spezialisten suchen verzweifelt nach der Ursache, der Seuchenquelle …

Nun weiss jeder Krankenhaushygieniker, dass gerade dort, wo sauberst, möglichst steril gearbeitet werden muss, bei geringster Nachlässigkeit Bakterien, Viren, Pilze gerade hohe Resistenzen bilden.

Jeder gesunde Mensch lebt mit diesen Bakterien, Viren und Pilzen – und erkrankt zumeist nicht, weil sein Immunsystem und die tägliche Hygiene i.d.R. diese abwehrt, d.h. in der Anzahl im und am Körper so gering hält, dass sie nicht ‚Oberhand‘ über ihn erlangen.

Schon oft gering geachtete Empfindlichkeiten bringen oft dieses Gleichgewicht in Unordnung: Ängstliche Menschen vor Ansteckung erkranken signifikant häufiger als Nicht-Geängstigte etc.

Neben der physisch-leiblichen, vitalen Konstitution ist also auch unsere seelisch-geistige Verfassung von existentiellem Einfluss auf unsere menschliche Gesundheit bzw. unser Krankwerden.

Was also ist die Ursache einer Krankheit, einer Seuche? Die Gurke, Tomate, die Sprossen können Überträger sein. Entscheidend ist aber in erster Linie der Organismus Mensch im engeren und weiteren Sinne selbst.

Gerade das aber hat unsere atomistische ‚Wissenschafts-Gemeinde‘ an zumeist politisch auserwählten Elite-Universitäten weitestgehend vollkommen aus den Augen verloren – und denunziert nun haltlos ein Gemüse nach dem anderen …

Keiner kommt darauf, dass uns Menschen mittlerweile Goethes „geistiges Band“ vollkommen abhanden zu kommen droht, weiss auch nur ansatzweise, was das denn sein könnte:

KEINER!?

Nein, es gibt solche Seelen, solche Geister:

Eine Suche nach der „Wachstumsstelle einer menschenmöglichen Zukunft“ nennt z.B. Sigrid Damm ihr Lebenswerk, dass nicht zufällig auch Goethe und Schiller mit im Mittelpunkt hat.

Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben,
Sucht erst den Geist heraus zu treiben,
Dann hat er die Teile in seiner Hand,
Fehlt leider! Nur das geistige Band.
Encheiresin naturae nennt’s die Chemie,
Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie.

                            Goethe, Faust I

Goethe kannte sicherlich nicht den Namen ‚Ehec‘, aber das Problem als realer Krankheitsprozess stand ihm lebenslang vor Augen. Mit Sicherheit!

 

Gunther Thriene

 

Literaturhinweise:

Frank Nager, GOETHE – Der heilkundige Dichter

Sandrine Delorme, Untersuchungen zum Nachweis von vero-toxinogenen E. coli (VTEC), speziell Serovar O157, in Lebensmitteln speziell tierischen Ursprungs mit verschiedenen Anreicherungsverfahren

 

 

Der Meditationsweg der Michaelschule in neunzehn Stufen

 

Rudolf Steiners esoterisches Vermächtnis aus dem Jahre 1924

Diese neu gestaltete Ausgabe des esoterischen Vermächtnisses Rudolf Steiners (1861–1925) aus dem Jahre 1924 wendet sich an jedermann, der das ernste Bedürfnis nach einer wahrhaft zeitgemäßen meditativen Schulung in sich trägt.
Es handelt sich um die dritte, vollständige Ausgabe der neunzehn esoterischen Stunden, die Rudolf Steiner zwischen dem 9. Februar und dem 2. August 1924 in Dornach gehalten hatte (Textgrundlage: Ausgabe von 1977). Diese neunzehn Stunden stellen neunzehn Stufen des durch Steiner gegebenen Meditationswegs der Michaelschule dar. Die erste «Gehilfin» beim Aufbau dieses Weges war Ita Wegman (1876–1943).

Historisch knüpft diese Ausgabe an die Tatsache an, dass bereits einer der ersten, von Steiner sehr geschätzten und von ihm noch im November 1924 autorisierten Leser und Halter der «Klassenstunden» diese Aufgabe zwölf Jahre lang innerhalb der erwähnten Rahmeninstitutionen (Anthroposophische Gesellschaft und Freie Hochschule) leistete, um sie nach den katastrophalen Ereignissen von 1935 neun weitere Jahre außerhalb der genannten Institutionen fortzusetzen. Es handelt sich um Ludwig Polzer-Hoditz (1869–1945).

Zum sachgemäßen Umgang mit den hier veröffentlichten Mantren und Ausführungen Rudolf Steiners gehört ein gewisses Vertrautsein mit den Grundlagen des anthroposophischen Schulungsweges, wie sie in Steiners Buch Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? (GA 10), in seinem Werk Die Geheimwissenschaft im Umriss (GA 13) oder in anderen seiner Grundschriften dargestellt sind.

Die 19 «Klassenstunden», vollständiger Text in einem Band, mit Erläuterungen und Kommentaren. Herausgegeben von Thomas Meyer 472 Seiten, Leinen, € 35,- / CHF 44,- ISBN 978-3-907564-79-0



 

„… ist es nicht an uns, uns zu verändern?“

 

… Aber nun, da so vieles anders wird, ist es nicht an uns, uns zu verändern? Könnten wir nicht versuchen, uns ein wenig zu entwickeln, und unseren Anteil Arbeit in der Liebe langsam auf uns nehmen nach und nach? Man hat uns alle ihre Mühsal erspart, und so ist sie uns unter die Zerstreuungen geglitten, wie in eines Kindes Spiellade manchmal ein Stück echter Spitze fällt und freut und nicht mehr freut und endlich daliegt unter Zerbrochenem und Auseinandergenommenem, schlechter als alles. Wir sind verdorben vom leichten Genuß wie alle Dilettanten und stehen im Geruch der Meisterschaft. Wie aber, wenn wir unsere Erfolge verachteten, wie, wenn wir ganz von vorne begännen die Arbeit der Liebe zu lernen, die immer für uns getan worden ist? Wie, wenn wir hingingen und Anfänger würden, nun, da sich vieles verändert. …

Rainer Maria Rilke in „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“

 

 

„Nur wir zusammen sind ein Mensch“ …


… schreibt Helmuth James von Moltke am Tage nach seiner Verurteilung zum Tode am 12. Januar 1945 an seine Frau Freya.

Diese hatte ihn zu Michaeli 1944 – da beginnt die jetzt erstmals erschienene Korrespondenz – zu trösten versucht: „Dein Leben erscheint mir schön und vollendet. Du stirbst für etwas, für das es sich zu sterben lohnt.“

An der Schwelle der Menschheit zerbricht alles Äusserliche, ‚Exoterische‘. Wie zum Beweis dessen sterben nach der Ermordung Helmuth James von Moltkes am 23.01.1945 in Berlin-Plötzensee dann am 02.02.1945 – die Christenheit feiert an diesem Tag ‚Mariä Lichtmess‘, auch ‚Darstellung des Herrn‚ genannt, – im deutschen Widerstand Carl Friedrich Goerdeler und der Jesuit Alfred Delp.

Über diese Schwelle verhilft uns Menschen und der gesamten Menschheit ein wahrhaftiges (Ge-)Wissen wie das der Familie von Moltke:

„Nur wir zusammen sind ein Mensch …“ – unteilbar durch Gefängnis-, KZ- oder Kerkermauern hinweg, ja, untrennbar auch durch und über den Tod hinaus, – wenn man es wahrnehmen kann und will … Was berührt, ist die Liebe Helmuth James und Freya von Moltkes für das Leben hinter den Äusserlichkeiten, für das Wesentliche, ihr Berührtsein dadurch von dem, den die gesamte Christenheit den Heil-and nennt …

Es gibt letzte Dinge, die sind uns Erbe – und immerwährender Auftrag:


 Freya und Helmuth James von Moltke

Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel, September 1944 – ­ Januar 1945

Herausgegeben von Helmuth Caspar von Moltke und Ulrike von Moltke

München 2011, Auszüge hier …

 


Erich Fromm: Die Furcht vor der Freiheit …


… Im Verlauf der modernen Geschichte ist an die Stelle der Autorität der Kirche die des Staates getreten, an die Stelle der Autorität des Staates trat die des Gewissens, und in unserer Zeit hat man letztere durch die anonyme Autorität des gesunden Menschenverstandes und der öffentlichen Meinung ersetzt, um hierdurch zur Konformität zu gelangen. Weil wir uns von den älteren unverhüllten Formen der Autorität freigemacht haben, merken wir nicht, dass wir einer neuen Art von Autorität zum Opfer gefallen sind. Wir sind zu Konformisten geworden, die in der Illusion leben, Individuen mit eigenem Willen zu sein. Diese Illusion hilft dem einzelnen Menschen, sich seiner Unsicherheit nicht bewusst zu werden, aber darin erschöpft sich auch die Hilfe, die einem eine solche Illusion gewähren kann. Im Grunde ist das Selbst so geschwächt, dass der Mensch sich machtlos und höchst unsicher fühlt. Er lebt in einer Welt, zu der er keine echte Beziehung mehr hat und in der jeder und alles instrumentalisiert ist, wo er zu einem Teil der Maschine geworden ist, die seine Hände konstruiert haben. Er denkt, fühlt und will, was die anderen von ihm erwarten, und er verliert dabei sein Selbst, auf das sich jede echte Sicherheit eines freien Menschen gründen muss. Was also bedeutet Freiheit für den heutigen Menschen? Er hat sich von äusseren Fesseln befreit, die ihn daran hindern könnten, das zu tun und zu denken, was er für richtig hält. Er möchte die Freiheit haben nach seinem eigenen Willen zu handeln, wenn er nur wüsste, was er will, denkt und fühlt. Aber eben das weiß er nicht. Er richtet sich dabei nach anonymen Autoritäten und nimmt ein Selbst an, das nicht das Seine ist. Je mehr er das tut, um so ohnmächtiger fühlt er sich, um so mehr sieht er sich gezwungen sich anzupassen. Trotz allem dick aufgetragenen Optimismus und trotz aller äußerlichen Initiative ist der heutige Mensch vom Gefühl einer tiefen Ohnmacht erfüllt, so dass er wie gelähmt herannahenden Katastrophen entgegenstarrt.

Aus: Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit (engl. Original: 1941)


… und die sich somit immer wieder und wieder stellende Aufgabe:


… Die Geisteswissenschaften sind im eminenten Sinne daher Freiheitswissenschaften. Die Idee der Freiheit muss ihr Mittelpunkt, die sie beherrschende Idee sein. Deshalb stehen Schillers ästhetische Briefe so hoch, weil sie das Wesen der Schönheit in der Idee der Freiheit finden wollen, weil die Freiheit das Prinzip ist, das sie durchdringt. …

Aus: Rudolf Steiner, Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung, 1886

 


Kirsten Heisig – oder: Die menschliche Tragik …


Berlin und Deutschland beschäftigt ein nachgelassenes Buch o.g. jung verstorbener berliner Jugendrichterin. Sie schildert darin ihren Berufsalltag und ihre Ohnmacht angesichts einer komplexer werdenden Welt, in der Kulturen aufeinander- und zusammentreffen, die eben auch alle Menschheitszeitalter repräsentieren. Kommt man da mit ihrem römischen Gesetzestext gut zurecht?

Sie selbst gab und gibt die Antwort: In ihrem lesenswerten Buch „Das Ende der Geduld“ beschreibt sie deutschen Justizalltag – und dessen Unvermögen, soziale Irrwege nicht nur nicht ‚geradebiegen‘ zu können, sondern de facto oft unbeabsichtigt noch mehr Unheil zu säen.

Sie entlarvt so das politische Credo des „Rechtstaates“ als die lügnerische Vernebelung des Rechtsstaates – die Staatsanwaltschaft ist hier politisch weisungsgebunden -, den die Menschen aber zunehmend als solchen erkennen – und so eben auch berechtigt ablehnen.

Ein Trost bleibt: Geschichtsblinde Herrscher gegen ihre Völker blieben nie lange …

Kirsten Heisig: Das Ende der Geduld – Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter, Freiburg i.B. 2010

Weitere Infos online hier …

Infos zu Rechts- versus Recht-Staat hier …


Gunther Thriene



„Oma Hilde, Sokrates und der Dalai Lama“


Aus einer WDR4-Rezension:


„… Aber wer kümmert sich noch um das große Ganze, um den Zusammenhang, den Zusammenhalt und um die Werte? Oma Hilde jedenfalls hatte keine Ahnung von Quantenphysik oder Relativitätstheorie. Doch „ihre Weisheitslehren waren in vieler Hinsicht nicht weit von denen des Dalai Lama entfernt. Sie war der festen Überzeugung, dass in jedem Mensch etwas Gutes steckt, dass es für alles eine friedliche Lösung gibt und dass kein Schmerz von Dauer ist.“

Oma Hilde kam aus einer Zeit, als man die Dinge im Kopf statt im Computer speicherte. Schillers „Glocke“ konnte sie auch mit Anfang 90 noch zitieren. Auch Weisheit ist nichts, was sich aufschreiben lässt. „Kein noch so kluges Buch macht einen Leser auch weise. Es inspiriert ihn vielleicht, aber die Weisheit muss sich ein Mensch auf seinem Weisheitsweg, der ein Leben lang dauert, erwerben.“

Das mussten auch die großen Männer der Antike – Heraklit, Aristoteles, Platon oder Sokrates, den Kristin Raabe als einen „Jahrtausendweisen“ bezeichnet. Das Leben und die Lehren dieser berühmten Denker stehen im Mittelpunkt einiger interessanter Exkurse. Sie kommen höchst anschaulich und alles andere als trocken daher.

Kristin Raabe gelingt es, die Parallelen zwischen griechischen Philosophen, ihrer Oma Hilde und anderen weisen Menschen greifbar zu machen. …


Kristin Raabe: Oma Hilde, Sokrates und der Dalai Lama, Was wir von weisen Menschen lernen können, Hamburg 2010

Wesentliches hier von Sri Aurobindo dazu


 

In der Mitte der Mensch …

 

… ja, aber welcher(!?) …


… Australopithecus afarensis steht an der Wurzel des Stammbaumes zum Homo sapiens – doch zwischen diesen ersten Menschen vor etwa vier bis drei Millionen Jahren und den ersten unbestritten anatomisch modernen Menschen vor ungefähr 100.000 Jahren liegt ein langer Zeitraum. Die Fossilüberlieferung beweist, dass in dieser Zeitspanne viele verschiedene Menschentypen existierten. Sie gehörten nicht einem einzelnen, sich entwickelnden Stamm an, sondern stellen vielmehr eine ganze Reihe getrennter Evolutionszweige dar (der menschliche Stammbaum gleicht somit einem sich verzweigenden Busch). Tatsächlich liegt der größte Teil der bekannten fossilen Menschen im strengen evolutionsbiologischen Sinne nicht direkt auf dem Pfad zu Homo sapiens; die meisten von ihnen können ebenso gut Seitenzweige und Sackgassen gewesen sein, von denen keine Spur in die moderne Welt führt.

Dass die Entwicklung zum Homo sapiens nicht linear verlief, muss nicht erstaunen. Denn der zentrale Punkt bei der Evolution ist nicht der Fortschritt, sondern das Hervorbringen verschiedenartiger Formen, Varietäten wie Darwin sie nannte. Afrika, die Wiege der menschlichen Spezies, erwies sich dabei als besonders gut geeigneter Ausgangspunkt für evolutionäre Neuerungen. Warum das so ist? Betrachtet man die Erde als Ganzes, so stößt man auf ein charakteristisches Verbreitungsmuster der Arten: Von den Tropen bis zur Arktis nimmt die Zahl der Arten schrittweise ab (und dieses Verteilungsmuster gilt für alle Lebensformen). Das liegt vor allem daran, dass der Äquatorregion erheblich größere Energiemengen (in Form von Sonneneinstrahlung) zur Verfügung stehen als der Arktis, wodurch sich wesentlich mehr Lebensformen entwickeln können. Eine vielfältig strukturierte Umgebung bringt aber auch weitere Artenvielfalt hervor – oder kurz gesagt: Diversität erzeugt Diversität. …

Zitat aus der Publikation der Max-Planck-Gesellschaft BIOMAX Ausgabe 24, Frühjahr 2009; Autorin: Christina Beck

 

 

„Sag nicht, es ist für’s Vaterland.“

 

Zu hohe Denk-Kunst für „Verteidigungsminister” – und andere Politiker(!?):

 

Ich kann es nicht begreifen, daß nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für´s Vaterland.

Sophie Scholl, 05. Mai 1939

 

Aus: DAMIT WIR UNS NICHT VERLIEREN, Fritz Hartnagel, Sophie Scholl, Briefwechsel 1937 – 1943, Frankfurt/Main 2005

 

 

„Wie westliche Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten …“

 

und es wieder und immer wieder versuchen* – muss man hinzufügen -:

 

Guido Giacomo Preparata, ein in Boston geborener Italiener und in den USA, Frankreich und Italien aufgewachsen, war bis 2008 Assistenzprofessor für Volkswirtschaft an der Universität von Tacoma (Bundesstaat Washington) und hat im Jahr 2005 ein außerordentlich wichtiges Buch mit dem Titel Conjuring Hitler – How Britain and America made the Third Reich veröffentlicht. Er beleuchtet darin die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus einem anderen als dem üblichen Blickwinkel und zeigt, wie die Politik Großbritanniens und der USA von Anfang an darauf ausgerichtet war, Deutschland als mögliches Hindernis gegenüber westlichen Herrschaftsbestrebungen auszuschalten. Mitteleuropa sollte keine unabhängige und eigenständige Rolle spielen dürfen, sondern dem Westen einverleibt werden. Unter allen Umständen wollten die westlichen Eliten verhindern, dass es zu einer Annäherung Deutschlands und Russlands käme, weil das ihren Zielen der Beherrschung des eurasischen Kontinents diametral entgegengesetzt gewesen wäre. Preparata greift auch die Forschungen Antony Suttons auf, dessen verdienstvolle Publikation Wall Street und der Aufstieg Hitlers Ende 2008 im Perseus Verlag erstmals auf Deutsch erschienen ist, rund 33 Jahre nach der englischen Originalausgabe 1976. Während sich Sutton in seiner Untersuchung jedoch auf die Zeit ab etwa Mitte der Zwanziger Jahre beschränkt, setzt Preparata schon bei der Jahrhundertwende um 1900 ein. …

 

Weiter auf der schweizer Verlagsseite hier (6 Seiten PDF) …

Guido Giacomo Preparata, WER HITLER MÄCHTIG MACHTE – Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten, Perseus-Verlag, Basel

Hier die kostenlose Version der englischen Originalfassung  des oben auch erwähnten Buches „Wallstreet and the rise of Hitler“ von Antony C. Sutton – woanders auch als PDF …

*) Ein williges Medium dieser Finanz-Eliten sind immer wieder gern Politiker, wie die deutsche Bundeskanzlerin Merkel nicht zuletzt mit ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 24. Januar 2013 beweist

 

Siehe auch: „US-Hauptziel ist, ein Bündnis zwischen Russland und Deutschland zu verhindern

(Da der Direktlink auf dieser Schweizer Seite nur zeitlich begrenzt funktioniert: Im Archiv sind alle Artikel nach dem Erscheinungsdatum zu finden!)

 

Goethes Farbe-Ton-Vergleiche …

 

Goethes Farbe-Ton-Vergleiche in der Gesamtdarstellung„, lautet der Titel einer kleinen Schrift von Hilmar Dreßler1. Im Geleitwort dazu schreibt Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer, Universität Heidelberg, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste:

In seinem Vorbericht zum Briefwechsel Goethes mit Zelter hat Riemer 1833 bemerkt, „Tonkunst und Bildkunst“ seien als „die notwendigsten Organe von Goethes Wesen“ zu betrachten. In seinen eigenen Augen hatte er so weit reichende Kenntnisse in der Musik, daß er schon 1790/91 zunächst zusammen mit Reichardt eine „Akustik“ und nach der Entfremdung von dem Komponisten zumal in Verbindung mit Zelter eine „Tonlehre“ als Gegenstück zu seiner Farbenlehre planen konnte. In diesen theoretischen Umkreis gehört auch der Dur-Moll-Streit zwischen Zelter und Goethe im Jahre 1808. Goethe steht ähnlich wie in der Farbenlehre in Opposition zur dominierenden physikalistischen Theorie. Wie er in der Farbenlehre eine Physiologie und Psychologie des Sehens zu begründen sucht, so in seiner Tonlehre eine Psycho-Physiologie des Hörens, d.h. in der Frage der Tongeschlechter sind für ihn nicht Zahlenverhältnisse maßgebend, sondern ihre unterschiedlichen Wirkungen aufs menschliche Ohr und Gemüt. Als er am 6. Februar 1815 Christian Heinrich Schlosser, einem der engsten Vertrauten auf dem Gebiete der Musiktheorie, seine „tabellarische Behandlung der Tonlehre“ schickt, hebt er „die Ähnlichkeit dieser Schematisierung mit dem Schema der Farbenlehre“ hervor: „Hier steht das Subjektiv-Organische wieder voraus, das Objektiv-Physische, Mathematische ihm entgegen.“ Wie Newtons Optik in Goethes Augen eine Farbenlehre für Blinde ist, da Farben ihr zufolge ja eine vom Auge unabhängige, objektiv dem Licht zugehörende Realität sind, so ist die physikalistische Akustik für ihn gewissermassen eine Tonlehre für Taube. Sind die Farben – als gesehene – im Zusammenhang von Subjekt und Objekt der Gegenstand von Goethes Farbenlehre, so die Töne – als gehörte – im gleichen Zusammenspiel das Thema seiner Tonlehre. …

Nannte Goethe seinen Farbkreis vom Jahre 1809 selbst „Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens„, so wird so bereits deutlich, dass Goetheanismus als Wissenschaft Welt und Ich niemals trennt2. – Wurde dies 200 Jahre eher als etwas ‚wissenschaftliche Spintisiererei‘ eines ansonsten weltweit anerkannten Dichter-Genies abgetan, so erweist es sich vor der konkreten Menschheitsgeschichte als höchste Praxis: Nur eine den Menschen selbst zum Massstab machende Wissenschaft ist in der Lage, eine humane Kultur zu schaffen – nichts sonst.

Goethes menschheitliches Verdienst ist und bleibt, diese Wahrheit in seiner Zeit durchgetragen zu haben wie es unsere heutige Aufgabe ist, uns dieses „menschliche Geistes- und Seelenleben“, das Ich zu erretten – genau: das „transzendentale Selbst“ des Novalis -, um die von Goethe benannten Seelenqualitäten überhaupt wieder erleben zu können.

Die Gegenbilder krudesten Darwinismus und ewiger Weltzerstörung sind allgegenwärtig, …

… Goethes heilender Geist3,4 aber eben auch.

Der notierte am 25. Mai 1807 – also mit 57 Jahren – in sein Tagebuch:

Lieben und Hassen, Hoffen und Fürchten sind auch nur differente Zustände unseres trüben Inneren, durch welche der Geist entweder nach der Licht- oder Schattenseite hinsieht […] Beide Seiten haben ihr Anziehendes und Reizendes, für manche Menschen sogar die traurige mehr als die heitere. Man könnte diese Vergleichung auf eine anmutige Weise noch viel weiter fortsetzen.

So vollendet selbsterkennend schreibt nur einer, der Licht- und Tonwelten in sich zu vollkommener Harmonie zu bringen vermag … 

 

Gunther Thriene


1) Hilmar Dreßler: Goethes Farbe-Ton-Vergleiche in der Gesamtdarstellung, Berlin 2008, eine nützliche Schrift trotz eindeutig minderwertiger Farbdrucke: Goetheforschung ist in Deutschland offensichtlich mittlerweile unter Discounter-Niveau angesiedelt …

2) In der Einführung zu ihrer Anthologie  EIN UNTEILBARES GANZES – Goethe: Kunst und Wissenschaft, Freiburg i.Br. 1997, schreiben Günter Schnitzler und Gottfried Schramm (Hrsg.): „… Während Gelehrte vom Typus Newtons Versuche so aufbauten, daß störende Einflüsse nach Möglichkeit ausgeschaltet wurden, und sie den Experimentator als eine prinzipiell austauschbare Figur begriffen, wandte Goethe sich gegen die Trennung des Objektes vom Subjekt, die für ihn eine unauflösliche Einheit bildeten, und wollte den individuellen Bezug zur Natur und Welt retten. Ein Don Quichotte ist er dabei keineswegs geworden. Der Beitrag (Anm.: von  Manfred Wenzel) bescheinigt ihm eine »genaue Kenntnis des physikalischen Wissensstandes seiner Zeit«. …“

3) Literaturhinweis: FRANK NAGER, Goethe – Der heilkundige Dichter

4) Auch Josef Ackermann studiert Goethe – dank Hans Christoph Binswanger


Monte Verità – oder: Bilder und Gegenbilder


Eine Ausstellung zum Thema „Freie Liebe und Anarchie. Schwabing – Monte Verità. Entwürfe gegen das etablierte Leben“ zeigte die Monacensia (Maria-Theresia-Straße 23 in München- Schwabing) vom 1. Juli bis 13. November 2009.


Hans Arp: "Roue Oriflamme" oder "Goldflammendes Rad"

Hans Arp: „Roue Oriflamme“ oder „Goldflammendes Rad“


Dazu schrieb die Siebenbürger Zeitung u.a.:

… Der Berg hatte sich gewandelt. Was als lebensreformerische Praxis begonnen hatte – Vegetarismus, Nacktkultur, freie Liebe, Selbstarbeit, Gartenbau, Gleichberechtigung der Frau, Abbau von Herrschaft –, suchte nun seine geistige Verankerung in Theosophie, Anthroposophie, Philosophie, Dichtung und Kunst. Ida Hofmann etwa, zunächst Feministin und Darwinistin, mauserte sich zur Theosophin und Freimaurerin. Gusto Gräser ging seine eigenen Wege. Sein Aufenthalt auf dem Berg dauerte nicht allzulang. Die „vernünftigen“ Anpasser, die Kompromissbereiten warfen ihn hinaus. Gusto wanderte weiter als der wandelnde und leibhaftige „Berg der Wahrheit“. Andere, die Sesshaften, eben jene, die meinten, in einer maßvollen Anpassung ans Übliche Sicherheit zu finden, gingen zugrunde. So auch Karl, der sich ein Besitztum schuf und seinem aus dem Haus vertriebenen Bruder Gusto schrieb: „Dein Streben scheint mir nicht schlecht, im Gegentheil, aber himmelschreiend maßlos und darum eitel, unwahr, unwirklich. Ohne Besitz kannst Du ja nicht leben. Du bist ein von Schönheit und Güte Besessener.“

Karl starb vierundvierzigjährig im Irrenhaus, seine Lebensgefährtin Jenny Hofmann starb im Irrenhaus. Der verbürgerlichte Bruder Ernst starb sechzigjährig an Krebs. Ida Hofmann starb zweiundsechzigjährig in Brasilien. Nur der besitzlose, allseits verachtete und vertriebene Gusto überlebte, wurde trotz äußerster Not in ungeminderter Schaffenskraft achtzig Jahre alt. Der Aufstieg zum Monte Verità war kein Spaziergang gewesen, die Suche nach neuen Lebensformen forderte ihre Opfer. Die Wenigen, die sich diesem „Narrenhaus“ zu nähern wagten, die Dichter, Denker und Künstler, waren klug genug, ihre Besuche und die Wurzel ihrer Erkenntnisse geheim zu halten. Anonym und verschlüsselt, in Gedichten, Romanen und Aktionen, verbreitete sich die Botschaft vom Berg, überlebte im Untergrund und tauchte in den Siebzigerjahren, plötzlich aktuell geworden, wieder an die Oberfläche: als Alternativbewegung, als Umwelt- und Friedensbewegung. Jetzt erwies sich: Die „Narren“ von einst hatten die Zukunft vorweggenommen.

Drei Bücher, die man „Bibeln“ genannt hat, stehen stellvertretend für die Wirkungen, die vom Berg der Siebenbürger ausgingen: Ernst Blochs (des damals noch antibolschewistischen Philosophen) Geist der Utopie, 1917 in Locarno-Monti im Hause Neugeboren abgeschlossen, wurde als „Bibel des Expressionismus“ gefeiert. Hermann Hesses Roman Demian, in dem er seinem Freund und Lehrer Gusto Gräser ein Denkmal setzt, machte als „Bibel der Jugendbewegung“ Furore. Rudolf von Labans Die Welt des Tänzers von 1920, in dem er seine auf dem Monte Verità gewachsene Tanzphilosophie entwirft, galt bald als „Bibel des Ausdruckstanzes“. Drei Grundthemen des Berges sind damit angedeutet: der nie erlahmende Mut zur Utopie, die Suche nach dem eigenen Selbst, die ekstatische Hingabe ans Hier und Jetzt im Bild des zum Tanz begeisterten Leibs.

Gräser, der Unbehauste, Verlachte, der Kriegsdienstverweigerer, der Mystiker, der prophetische Dichter, dessen Werk erst jetzt aus der Versenkung auftaucht – er wird schon heute in Romanen, Gedichten, Liedern, Theaterstücken, Ausstellungen und Filmen als ein Bahnbrecher gefeiert. Man sieht ihn als den „Gandhi des Westens“ oder als „Urvater der Grünen“. In Boston wurde 1993 eine Oper uraufgeführt, in der er „in einer finalen Apotheose durch das von zwei Weltkriegen verwüstete Europa wandert als lebendiger Geist des Widerstands“. Er hat den „Berg der Wahrheit“ nicht nur überlebt, er hat ihn höhergebaut in Wort und Tat.

Hermann Müller


Man ‚google‘ einmal zu Gusto Gräser – und man trifft auf eine ähnliche Symptomatologie wie bei Joseph Beuys etcetc.

Update 2018:… Pierre Ramus steht für einen gewaltlosen Kulturanarchismus, der dahin zielt, bestehende Denkformen in Frage zu stellen, eingelebte Gewohnheiten zu durchbrechen und so den Weg freizumachen für eine wahrhaft humane und konviviale Gestaltung des Daseins. …


Gunther Thriene

 

 

 

„Wie rettet man sein Ich aus den Wirbelstürmen der Zeit?“

 

 

Das Weltwachwerden des Widerstandskämpfers

Jochen Köhlers Biographie über Helmuth James von Moltke ist ein Fragment voller Lebensklugheit

Das Leben des Widerstandskämpfers Helmuth James von Moltke endete am 23. Januar 1945 im Gefängnis Berlin-Plötzensee. Wenige Wochen vor Kriegsende wurde der führende Kopf des „Kreisauer Kreises“ hingerichtet. Seine nun vorgelegte Biographie von Jochen Köhler bricht bereits mit der Südafrikareise des Ehepaars von Moltke im März 1934 ab. Die späteren Jahre und damit die entscheidenden Metamorphosen und Katastrophen fehlen, weil auch der Biograph vor der Zeit starb. Von doppelter Tragik ist das Fragment also umstellt, und doch atmet es auf jeder Seite eine Daseinsfreude, eine Wissbegier, eine Lebensklugheit, die alles Gerundete und Gesunde hinter sich lassen. „Zack“, schreibt Jochen Köhler einmal über den Liebesbrief des 22-jährigen Helmuth James an seine spätere Frau Freya, „zack, strömte von unten bis oben oder von oben bis unten die Freude in die Achtzehnjährige.“

So formuliert niemand, der sich um historiographische Standards oder akademische Fußnoteneinzelheiten schert. Auch der häufige Rückgriff aufs Imaginierte, wo die Quellenlage Lücken produzierte, irritiert. So ist dies ein ganz anderes Buch als die gründliche Moltke-Biographie von Günter Brakelmann, die Anfang letzten Jahres bei C. H. Beck erschienen ist (SZ vom 29. Januar 2007).

Köhler will das Drama des begabten Kindes erzählen, das eine böse Zeit zum Helden schlug. Die „im eignen Leib gespürte Liebe“ war es schließlich, die den allzu vielseitig interessierten Adelsspross grundlegend veränderte. In besagtem Liebesbrief vom 1. September 1929 beschreibt Moltke „das Gefühl, am Anfang einer Entwicklung zu stehen, die mir Höhen erschließen wird, die für mich noch vor vier Wochen unerreichbar waren. Sie haben Herz und Sinne bei mir entwickelt, sodass ich eingesehen habe, dass alles, was der Intellekt ist, was er schafft, nur Ornamente sind und nicht Träger des Lebens.“ Nimmt man zur Hochschätzung des Lebens und des Individuums einen ganz bürgerlichen Willen zur Politik hinzu, so hat man zwei wesentliche Eigenschaften beisammen, die den Juristen und Gelegenheitsjournalisten zur Zentralgestalt der Opposition gegen Hitler prädestinierten.

Köhler verwendet manchmal die erste Person Singular, wenn er Moltke meint. Seltsamerweise klingt die Anverwandlung weder kokett noch kitschig. Es ist Köhler um die innere Wahrheit eines Menschen zu tun, dessen Lebensfrage nicht überholt ist: Wie rettet man sein Ich aus den Wirbelstürmen der Zeit? Unvermittelt schließt Köhler darum die nahe und die fernere Vergangenheit Deutschlands, den „Epochenumbruch“ vom Wilhelminismus zur Weimarer Republik und jenen von 1989, mit der Gegenwart seines Schreibens kurz: „Viel hängt mitunter von wenigen ab, von recherchierenden Journalisten, beherzten Richtern, phantasievollen Lehrern, von Individuen, die sich ohne lange Absprache gegen Verblödungswellen einsetzen, von sogenannten intakten Familien, die nur deshalb so heißen, weil sie den Strom zivilisatorischer Prozesse zwischen den Generationen vermitteln.“

Helmuth James von Moltke wurde 1907 in eine der bekanntesten deutschen Familien hineingeboren. Für den Ruhm gesorgt hatte Generalfeldmarschall Helmuth Carl Bernhard von Moltke, der „Held von Sedan“, in dessen Gedenkzimmer auf Schloss Kreisau Helmuth James getauft wurde. Köhler porträtiert den Ahnen als Heeresreformer mit außergewöhnlichem „Sinn für Innenverhältnisse fremder Menschen“ – darin dem Porträtisten wie dem eigentlich Porträtierten ähnlich. Helmut James“ Mutter Dorothy, eine gebürtige Südafrikanerin mit schottischen Wurzeln, überliefert von der Taufe ein sprechendes Detail. Kein Kruzifix, kein religiöses Bild stand hinter dem provisorischen Altar – sondern die Ahnentafel derer von Moltke, zurückreichend bis in die Epoche Heinrichs des Löwen.

Kreisauer Familiengeselligkeit

Wann immer der Stammhalter später versucht sein sollte, sein Glück im Säbelrasseln zu suchen, blieb er dank des mütterlichen Erbes immun. Die Erzählungen von Südafrika, wo „Daddy“ Sir James Rose Innes zum Justizminister aufgestiegen war, waren ein Therapeutikum gegen teutonische Barbarismen. Auch Vater Helmuth Adolph, ein melancholischer Schöngeist und Liedsänger, taugte ganz anders als Großonkel Helmuth Johannes Ludwig, der Generalstabschef im Ersten Weltkrieg, nicht zum Musterpreußen. Zusammen mit Ehefrau Dorothy war es sein größter Ehrgeiz, der „Christlichen Wissenschaft“ in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen. Seine Leidenschaft galt dem ganz unmetaphorisch gemeinten Gesundbeten. Die ungleichen Helmuth Johannes Ludwig und Helmuth Adolf einte indes ihre Sympathie für die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Beide waren mit Rudolf Steiner bekannt, und einmal, weiß Köhler, zerrieben Helmuth James und sein Vater Kuhhörner, vermischten sie mit Dung und Eisenstücken, warfen die Mischung nachts auf den Acker und brachten so „kosmische Wirkungsgesetze zum Flutschen“.

Helmuth James entwickelte auf niederschlesischer Erde eine stabile Heimatliebe. Ein Land, so Köhler, das man eigenhändig umgrub, kann man nur lieben.Die Kindheit auf Gut Kreisau, wo „alles roh, alles ohne Verkleidung“ war zwischen Kühen und Gänsen, schuf die bis in den Tod belastbare Überzeugung, dass der Mensch menschlich lebt, wo er frei das Vorgegebene aufnimmt, wo er sich anschmiegt an das personenreiche „Milieu, das mich einhüllt“ und das „immer Elemente von mir selbst“ enthält. Die Kreisauer „Familiengeselligkeit“ blieb das Fluidum der geistigen wie leiblichen Existenz. Sie suchte Moltke später zu weiten hin zur „freien Gesellschaftsbildung“, wie sie der „Löwenberger Arbeitsgemeinschaft“ Ende der zwanziger Jahre in ihrem Kampf gegen das Elend der schlesischen Arbeiter und Bauern vorschwebte, und schließlich zu einem friedlichen Europa als „geistiger Einheit“ – so Helmuth James 1928, während er an einem gemeinsamen Geschichtsbuch für englische, französische und deutsche Schüler arbeitete.

Die Begrifflichkeit lässt keinen Zweifel, die Rede von Milieu und Geselligkeit, auch von „unseren Leuten“ und tanzenden Verhältnissen: Jochen Köhler, der ehemals wegen maoistischer Umtriebe mit einem Lehrverbot belegte Lehrer, war ein Alt-Achtundsechziger. An Moltke faszinierte ihn gerade jene Haltung, mit der dieser einem platten Aktionismus und einem plumpen Politisieren wehrte, die Haltung eines schöpferischen, christlich verschärften Reformers aus Sorge um die Tradition. Sein „rotierendes Leben in den verschiedenen Kreisen“ fand genau dann zur menschlichen Mitte, als die meisten Deutschen an den Rändern bestialisch wurden.

Im Vorwort des Verlegers heißt es, der Autor Köhler habe sich rund 25 Jahre mit Moltke beschäftigt, weil er ein symptomatisches „Weltwach- und Erwachsenwerden“ beschreiben wollte. Aus dem doppelten Epitaph lässt sich die Lehre ableiten, dass Reife gelingt, wenn Verantwortung für die Heimat und Liebe zur Welt einander ergänzen. Jochen Köhlers Leben endete am 18. Juni 2007 in Berlin. ALEXANDER KISSLER

JOCHEN KÖHLER: Helmuth James von Moltke. Geschichte einer Kindheit und Jugend. Rowohlt, Berlin 2008. 396 Seiten, 22,90 Euro.

 

AUS der SZ, 27.11.2008. – Zur Entstehungsgeschichte dieser Biographie und zum Autor schreibt der Rowohlt-Verlag hier Näheres.

Als Frage kann man den hier in der Überschrift zitierten Satz durchaus so stehen lassen, aber erweckt er nicht Illusionen, wenn man weiss, wo und wie Helmuth James von Moltke von den Nazis ermordet wurde!?

Die richtige Intuition seiner Mutter viele Jahre vorher fand damals keinerlei Beachtung – und ich fürchte, auch heute würde es einem solch wahrheitsliebenden Menschen nicht sehr viel anders gehen …

Und gerade das ist das offenbare Geheimnis dieser Biographie: Sie spürt den ‚ganz geheimen – und doch offenbaren – kraftgebenden Energiezentren‘ einer werdenden Individualität so intensiv nach, wie ich es so noch nirgends las, lesen konnte …

 

Gunther Thriene

 

 

Wall Street und der Aufstieg Hitlers



Das bahnbrechende Werk von Antony C. Sutton (1925–2002) untersucht den von der offiziellen Geschichtsschreibung verdrängten Zusammenhang zwischen Wall Street Bankiers und dem Aufstieg Hitlers. Der Perseus Verlag legt hiermit die deutsche Erstausgabe des vor 33 Jahren auf Englisch erschienenen Klassikers des britischen Historikers Wall Street and the Rise of Hitler vor. Sutton ist unseren Lesern u. a. aus den Europäer-Aufsätzen von Andreas Bracher bekannt.
Während die Halbwahrheit, dass der Hitlerismus mit Hilfe der amerikanischen Streitkräfte 1945 besiegt wurde, in alle Köpfe gehämmert wurde, bleibt die andere Hälfte der Wahrheit, dass derselbe Hitlerismus nur mit Hilfe westlicher (britisch-amerikanischer) Kapitalhilfe überhaupt aufgebaut werden konnte, bis heute ein Tabu akademischer Geschichtsschreibung. Die gegenwärtige Schleuderfahrt der Wall Street-Praktiker, die unter dem rein kommerziellen Motto «Geld stinkt nicht», Geschäfte treiben, wo es eben geht, legt es nahe, auch einmal Wall Streets geschäftliche Verbindungen mit dem Dritten Reich ins Auge zu fassen.
Suttons Buch sollte jedoch nicht als Anklage gegen die Wall Street oder gar gegen «Amerika» gelesen werden, sondern als akribischer Nachweis, wohin eine rein wirtschafts-egoistisch ausgerichtete Denkweise letztlich führen muss – zu einem Bündnis mit menschheitsfeindlichsten Kräften und ihren Trägern. So könnte es zu einem Erwachen für die Notwendigkeit «höherer Zwecke als die Bereicherung» führen, wie sich der weit blickende Laurence Oliphant einmal ausdrückte.

Aus dem Englischen übertragen von Peter Geiger
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Andreas Bracher

208 S., brosch., Fr. 28.– / Euro 19.–
ISBN 978-3-907564-69-1

«… aktiver und sehr konstruktiver Beitrag …»
Thomas G. Borer, ehem. Schweizer Botschafter


Der Link zur Verlagsseite

 

 

Der Schulamok von Erfurt …


… wurde exzellent von Ines Geipel nachrecherchiert. Meine Rezension dazu damals bei Amazon:


Schule in staatlicher Verwaltung ist abstrus …

Ich selbst bin Lehrer und habe insbesondere die Seiten in Frau Geipels Buch über den Schulverweis Robert Steinhäusers mit grossem Interesse gelesen. Was dort steht, ist idealtypisch für den selektiven Sozialdarwinismus, der im deutschen Bildungswesen allergrösstenteils herrscht: Nicht, was braucht der einzelne Mensch, um seine Fähigkeiten bestmöglich für die menschliche Gemeinschaft entfalten zu können, wird untersucht, sondern alle – bis hin zum Herrn Bundeskanzler – lassen sich das Diktat erteilen von der schon in sich krankhaften Frage, was der Standort Deutschland für Menschen brauche:
Wer Menschen so „abrichten“ muss, braucht sich über den Amoklauf einer sich tödlich verletzt fühlenden Seele, im Alter von 18, 19 Jahren nämlich noch ich-los(!), sondern erst ich-begabt, nicht wirklich zu verwundern: Meine Damen und Herren Bildungspolitiker, Sie weinten und weinen Krokodilstränen nach Erfurt …
Besonders infam äussert sich der damalige Ministerpräsident von Thüringen Bernhard Vogel über dieses wichtige und mutige Buch und seine Autorin, der – nur weil Frau Geibel einen einzigen Satz über röm.-katholisches Trauergebaren verliert – nun gleich den Untergang des Abendlandes wittert …

St. Gallen, 28. Januar 2004

 

Gunther Thriene

 

Ines Geipel: Für heute reicht`s. Amok in Erfurt, Berlin 2004

Ines Geipel: Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens, Stuttgart 2012

Gründliche Recherchen und Hintergründe zu diesem katastrophalen Gewalt-Phänomen finden Sie auch hier.


Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schreibt am 21.11.2008 auf Seite 18 zu Gewalt in Computerspielen:

Nach dem Spiel ist vor dem Kampf

Machen Gewaltspiele am Computer aggressiv? Neueste Studien aus den USA und Deutschland liefern stichhaltige Beweise. …“