Archiv der Kategorie ‘„Kunst macht sichtbar.“‘

 
 

Krank, kränker, „DIE ZEIT“ …

 

… oder: Giovanni kann nicht lesen, oder …

 

… Propagandaschleuder Zeit: „Die Zeit” propagiert eine schnelle Aufrüstung und freiere Rüstungsexporte. Argumente sind Europas „Sicherheit” und Russland als böser Popanz. Gegenstimmen unerwünscht.

 

Siehe auch: „… Die Welt finanziert die US-Armee, von der sie letztlich dominiert wird. …

 

 

«Lenkungsabgaben täten Armen mehr weh als Reichen.» widerlegt …

 

Hanspeter Guggenbühl widerlegt klar das Argument «Lenkungsabgaben täten Armen mehr weh als Reichen.»

Ich denke mit höheren Energiepreisen, für Benzin, Diesel und Flugzeugbenzin würde vermutlich allgemein weniger Auto gefahren und weniger geflogen, genauso wie weniger geraucht oder Alkohol getrunken wird, wenn Tabakwaren und alkoholische Getränke teurer werden und wenn keine Reklame mehr für diese Suchtmittel gemacht würde.

Heute kostet der Import von Erdölprodukten zum Autofahren und zum Heizen etwa neun Milliarden Franken pro Jahr. Volkswirtschaftlich wäre es sinnvoller einen Teil dieser Milliarden einzusparen, durch die eine Energieproduktion im Inland, durch Solar- Wind- Erdwärmenergie.

In Zürich könnte auch noch Energie gespart werden, wenn keine Hochhäuser mehr gebaut werden. Ein Hochhaus verbraucht 20 bis 30 Prozent mehr Ressourcen für den Bau und dann für den Betrieb, als Häuser bis zu sechs Stockwerken. Für Familien mit Kindern sind Wohnhochhäusern sowieso nicht geeignet.

Die Pensionskasse der Stadt Zürich könnte darauf verzichten ihre Gelder weiterhin in die Rüstungsindustrie zu investieren und stattdessen das Geld in Produktionsanlagen von grüner Energie anlegen. Auch meine SBB Pensionskasse, die sogar in Firmen investiert die an der Produktion von nach Schweizer Gesetzen verbotenen Waffen beteiligt ist, (Atombomben, Streubomben un Antipersonenminen), könnte endlich ihre Gelder um umweltfreundlich anlegen.

Heinrich Frei, am 08. April 2019

 

 
 

„Ökologisch mit gutem Beispiel vorangehen…“

 

… oder: Sorry, aber ohne Kuhhorn geht gar nichts …

 

„Ökologisch mit gutem Beispiel vorangehen…“ schnell gesagt, nicht so leicht getan. Ich fahre öV, fliege höchst selten und versuche umweltfreundlich einzukaufen, aber:
Beim lesen des Beitrages des 17jährigen Gian Lüchinger schiebt infosperber in der Mitte des Textes die Reklame von Coop ein. Ich komme soeben aus dem Coop, alles da, was wir nicht tun sollten! Erdbeeren aus Spanien, Rosenkohl und Kefen aus Nordafrika, jede Menge exotischer Früchte, alle eingeflogen und der Käse zweifach in Plastik verpackt, das Fleisch auch. Sie darf nicht anders, sagt die Verkäuferin!
Lieber als eine Coop Reklame hätte ich bei infosperber eine Haltungserklärung von Coop zum Ökologieanliegen der Jungen gelesen.

( Aus dem Forum dazu … )

 

Überzeugend wirkt: Zürich ist die Europäische Grossstadt mit der geringsten Autodichte, weil die Bahn(en) mit Jahres- oder Halbtax-Abo eben schweizerisch präzise laufen …

 

G.Thr.

 

 

„… Der Westen gleitet schleichend in die Überwachung durch Big Data. …“

 

… oder: Der Schillerstein im Urnersee ist doch nicht ganz ‚für die Katz’, oder …

 

… Regierungen, Internetfirmen, Präventionshysteriker, Gesundheitsapostel, Unfallverhüter und viele mehr wollen uns weismachen, die Möglichkeiten von Big Data seien nur zu unserem Besten. …

 

Siehe auch: „Auf dem Weg zur digitalen Knechtschaft” …,

… „… Und einiges wird davon abhängen, wie tech­nik­gläubig wir sind: inwie­weit der Mensch der Maschine die Hoheit der Einschät­zung und Beur­tei­lung einer Lage über­gibt.” …,

Zu „Digitalisierung” hier mehr …

 

 

„… Seither geht ein Riss durch Europa,und das Versöhnungswerk liegt in Trümmern. …“

 

… Damit wir die Dimension begreifen und nur verantwortbare Schlüsse ziehen, ist das Buch von Wolfgang Bittner das „Zeichen an der deutschen Wand”.

Willy Wimmer

Staatssekretär a. D.

 

 

„… Vor 100 Jahren nahm das Leben von Wilhelm Lehmbruck ein tragisches Ende. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern …“

 

und suchte nach einer Schönheit mit ganz eigenen Maßen – die bis heute staubfrei ist.

Der Duisburger hatte sich zunächst am klassischen Schönheitsideal abgearbeitet: stimmige Proportionen, einfache Posen, glatte Oberflächen. Doch dann bediente er sich der Abstraktion – wie er das machte, bleibt, so Dinkla, weitgehend einmalig: Der Mensch als Figur ist weiter deutlich erkennbar, doch Lehmbruck längt Gliedmaßen und Proportionen. Arme und Beine können unnatürlich lang sein, der Hals ebenso, Finger und Zehen, die ganzen Figuren überlebensgroß. Nichts Muskulöses ist zu sehen, keine wirklichkeitsgetreuen körperlichen Auffälligkeiten – weil eben, so Dinkla, der reale Körper nicht im Vordergrund steht. Dafür wirken die Figuren – auch durch nur halbgeöffnete Augen und geneigte Köpfe – nach innen gewandt, versunken. Sie sollen Symbol sein für das Innere, das Geistige, auch das Innehalten.

Lehmbruck ging es mit dem Blick auf das Innere aber nicht um pure Schöngeistigkeit. Seine Kunst sollte auch Sorgen und Schwere Ausdruck geben. Im Ersten Weltkrieg – die Familie war wieder nach Deutschland gezogen – wurde Lehmbruck Zeuge vom Verlust der Menschlichkeit, erst als Sanitäter, dann als Kriegsmaler, bis er wegen seiner Schwerhörigkeit freigestellt wurde. In der Arbeit des Künstlers, der unter Depressionen litt, klingen Zweifel, Melancholie und Trauer an. „Aber er will diese Schwere in Schönheit zeigen“, sagt Dinkla. „Dahinter steht die Idee, dass Kunst Schweres auflösen kann, dass Kunst etwas Heilendes hat.“ Sein Werk stelle bis heute die Frage, was den Menschen ausmache. „Nach dem Ersten Weltkrieg konnte das nicht mehr der Körper sein, der war der Zerstörung preisgegeben, was bleibt, ist der Geist des Menschen, seine Inspiration, seine Kreativität.“ …

 

Siehe auch: „Manfred Schneckenburger zum 100. Todestag von Wilhelm Lehmbruck …” …,

… „Wilhelm Lehmbruck

 

 

„… Konzerne zahlen an viele kulturelle Veranstaltungen und Publikationen – und erwarten Wohlwollen. Das Beispiel des VW-Konzerns. …“

 

Der Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) des VW-Konzerns sponsert seit Jahren das Kunstmuseum in Wolfsburg. Jetzt sorgte der Konzern für die sofortige Entlassung von Museumsdirektor Ralf Beil, obwohl dessen Vertrag noch bis Ende 2020 lief.

…………………………………………………………………………………….

Der Vorgang wirft auch ein Licht auf die Kommerzialisierung der Kunst, die wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche der Bereicherung einiger weniger unterworfen wird. Viele ‹Kunstevents› können nur noch durch grosse Spenden privater Sponsoren verwirklicht werden, viele Museen nicht mehr unabhängig arbeiten. Der Kunstmarkt wird nicht nur vom Kommerz beherrscht, Kunstwerke dienen als Kapitalanlagen und werden Besuchern nur gezeigt, wenn sich potente Geldgeber finden, denen die Werke gefallen.»

Das Museum und sein Kuratorium gaben in einer mageren Pressemitteilung keine nähere Auskunft über die wirklichen Gründe für die Entlassung des renommierten Kunsthistorikers. Auf die von etlichen Kulturschaffenden erhobene Kritik reagierte das Kuratorium nicht.

 

Siehe auch: „Die gekaufte Kunsthistoriker-Universität (Arbeitstitel …) …” …,

„Kunst und Deutschland — ”… u.a. …,

… „Kunst macht sichtbar.” …,

Zur Stiftungs-(Un-)Kultur hier mehr …,

 

Wer zahlt schafft an, auch bei Stiftungen und sogenannten gemeinnützigen Organisationen und das noch auf Kosten des Steuerzahlers. Das war schon seit langem so, nur die Kapitalgewaltigen können viel mehr Mittel und Professionalität dabei einsetzen.
Fragwürdig wird es, wenn der indirekte und eigentliche Stiftungszweck hauptsächlich die Steigerung der Kapitalrendite und einer Vormacht-Stellung ist.

( Aus dem Forum dazu … )

 

 

„Es hört doch jeder nur, was er versteht.“

 

zitiert JOURNAL21 Goethe — und erinnert an seinen heutigen 187. Todestag.

 

Nach ihm wurde es finster und kalt — nicht nur in Weimar. Unverstand haust allerorten.

 

G.Thr.

 

 

„… «Die Menschenrechte leben» Friede herrscht nicht, er muss gestiftet werden – Teil 2 …“

 

… oder: Im Nachgang des Göttinger Friedenspreises 2019 …

 

[ Zu Teil 1: „Frieden herrscht nicht, er muss gestiftet werden – 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte …” ]

 

… Abschaffung des Denkens im Dienst der Herrschaft

Das ist unsere bittere Realität: Wir leben unter der Herrschaft einer Ideologie, die beansprucht, alle Wissenschaften in ihr universelles Weltbild aufzusaugen: Es gebe keinen Unterschied zwischen belebter und unbelebter Materie, es gebe nur Systeme. Bereits die Verbindung zweier Atome zu einem Molekül sei ein informationsverarbeitender Prozess, ein «Lern»vorgang. Bateson nannte das sogar allen Ernstes einen «geistigen Vorgang». Atome, Moleküle, Steine, Berge, Pflanzen, Organe, Organismus, Individuum, Ehe, Familie, Gemeinde, Kanton, Bund, Staat, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung usw. – alles lernende (=informationsverarbeitende) ­Systeme, wurde behauptet.5 Damit fing es an: Lernen, menschliches Denken wird dabei dem Heizungsthermostaten gleichgesetzt, der bei Erreichen eines programmierten Sollwertes (gleich «Information») automatisch das Einstellen der Heizung bewirkt («Info-Verarbeitung» = «Lernen»).
Aus dieser Wurzel entstand in den siebziger und achtziger Jahren ein ganzer Baum von Spielarten: Spieltheorie, Synergetik, Chaostheorie, autopoietische (selbstregulierende) Systeme, Systembiologie, Soziobiologie, Tiefenökologie (Gaia-Theorie) bis hin zu Esoterik und New-Age-Lehren, um nur die wichtigsten zu nennen. Alles aus der Annahme: Alles auf der Welt sei ein «System» mit «Rückkopplung», ein «Regelkreis».6 Ein Teil davon wurde in der Psychologie zum Beispiel fruchtbar angewendet und hat mit dem anderen historischen Strang nichts zu tun.
Der grössere Teil aber wurde unter US-amerikanischer Leitung als Soft-Power-Techniken eingesetzt. Der österreichische Physiker Heinz von Foerster, Teilnehmer der sogenannten Macy-Gruppe,7 bekam zu diesem Zweck ein eigenes von der US-Army ­finanziertes Labor: das Biological Computer Laboratory (BCL), wo er Denkabläufe im Computer nachbauen wollte.8 So schuf er die Grundlagen des Konstruktivismus: Es gebe keine Realität, sie sei nur eine Konstruktion unseres – zum Computer degradierten – Gehirns.9 Die hochkomplizierten Vorgänge in Natur und Gesellschaft wurden auf extrem einfache Rechenformeln reduziert. Aus diesen einfachen Formeln stellte man «Modelle» her, die man vom Computer berechnen liess.10 Das war dann die (konstruierte) Realität oder was vom Menschen noch übrigblieb, wenn man ihn zur Maschine erklärt.

( Alles und die Anmerkungen im Original … )

 

 

Staatlich lancierte Gleichschaltungsversuche haben ganz, ganz kurze Beine, oder … (II) …

 

… oder: „Göttingen soll sich schämen!” …

 

Andreas Zumach zu den Antisemitismusvorwürfen gegen den Friedenspreisträger „Jüdische Stimme” …

 

Quel courage et quelle belle détermination. Et ce, malgré les pressions de lobbies pro israéliens et d’associations proches La fondation du prix Goettinger pour la paix ne se laisse pas intimider. «Nous ne voulons pas être les otages de la politique israélienne». La fondation refuse que la critique de la politique d’occupation des territoires palestiniens par Israël soit considérée comme de l’antisémitisme. Il faut saluer le courage des personnalités juives qui osent s’engager pour une paix juste au moyen orient. Ils sont les dignes héritiers d’écrivains courageux eux aussi comme Amos Oz et Aaron Appelfeld.

( Aus dem Forum dazu … )

 

Siehe auch: „Verleumdungen linker Antisemiten gegen die Jüdische Stimme

 

 

„… Warum trägt die Waldorfschule (z.B. Göttingen etc. …) dann den Namen der Firma Waldorf-Astoria-Tabake (?) …“

 

Ja, man muss es wohl so sehen, dass ein solches Bildungswesen nicht selber auch Teil der Wirtschaft ist.
Dann gehört eine Betriebsschule für die Kinder der Mitarbeiter auch nicht zum Betrieb selber.
Warum trägt die Waldorfschule dann den Namen der Firma Waldorf-Astoria-Tabake (?) …

( Aus dem Forum dazu … )

 

Siehe auch: „… Schau Dir die Waldorf-, Rudolf Steiner-Schule(n) genau an: Wer ‚regiert’(!?) …

 

 

Harold Pinter: KUNST, WAHRHEIT & POLITIK

 

 

Da ich immer wieder grossartigen Künstlern im weitesten Sinn begegne und Dämonien laut denkende Politiker wahrnehmen muss – vielleicht geht es Ihnen, werte Leserin, werter Leser ähnlich – , erinnerte ich heute der

 

 

Nobel-Vorlesung Harold Pinter’s

KUNST, WAHRHEIT & POLITIK

 

 

 

 

„… Trotz aller Verhinderungsversuche konnte der «Göttinger Friedenspreis» am Samstag feierlich übergeben werden. …“

 

Was wurde erreicht?

Infosperber hat darüber berichtet – hier und hier – und hätte fast drei Wochen lang jeden Tag darüber berichten können. Der von der Dr. Roland Röhl Stiftung gestiftete «Göttinger Friedenspreis», der seit 1999 jedes Jahr an eine Organisation oder an eine einzelne Person verliehen wird, sollte in diesem Jahr, so hat es die dafür zuständige Jury der Stiftung beschlossen, an die Vereinigung «Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.» gehen. Das aber sollte verhindert werden

 

Siehe auch: „Verleumdungen linker Antisemiten gegen die Jüdische Stimme

 

 

„Göttinger Friedenspreis 2019: Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“

 

Dort die Rede der Preisträgerin und die Laudatio …

 

BIB Aktuell #56: Göttinger Friedenspreis: Bericht, Videos und eine Moritat

BIB-Gründungsmitglied Nirit Sommerfeld hielt Laudatio

 

 

… Zur diesjährigen „Geschichte” dazu hier mehr …

 

Beides dokumentiert auch auf Lebenshaus Alb e.V.

 

 

„… Dafür muss Frieden wieder zu einem zentralen Thema unserer Gesellschaft werden. …“

 

… oder: „… Ich bin überzeugt, dass der Klang dieser Töne ihr Herz und ihren Verstand öffnen wird und es Wege zu einem friedlichen Miteinander gibt – hier in Göttingen, in Deutschland und auch in Israel und Palästina. Wenn wir es alle wollen, ist es kein Traum. …

 

Aus Furcht vor Russland, als Reaktion auf den Irrsinn eines »America first« oder aus Angst vor Gewalt und Terror kommen die Gespenster des Kalten Krieges zurück. Der neue Rüstungswettlauf ist keine Drohung mehr, sondern bereits harte Realität. Deutschland kann in der Entspannungspolitik zwischen Ost und West im Rahmen der Europäischen Union eine führende Rolle einnehmen. Dafür muss Frieden wieder zu einem zentralen Thema unserer Gesellschaft werden. Genau dafür setzen sich die Herausgeber Michael Müller, Peter Brandt und Rainer Braun ein, die mit ihrem Aufruf die aktuellen Perspektiven einer neuen Friedens- und Entspannungspolitik ausloten und entwickeln. Mit Beiträgen von Heinrich Bedford-Strom, Frank Bsirske, Gabriele Krone-Schmalz, Harald Welzer, Norbert Lammert, Götz Neuneck, Iris Berben, Gerhart Baum, Ernst-Ulrich von Weizsäcker u.v.a.

 

Siehe auch: „Krieg und Friedenund die Kategorie dazu …

 
 

 
 
 

„Mit so einem offenen Diskurs hätte Göttingen eine Leuchtturmfunktion“ …

 

„Leuchtturm”: Watt datt denn!?

 

… Friedenspreis 2019 wird in Galerie Alte Feuerwache verliehen

Der Friedenspreis 2019 wird am Sonnabend, 9. März, dem Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ aus Berlin verliehen. Die Preisverleihung beginnt um 12 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4. Dorthin wurde die Preisverleihung verlegt. Räume in Gebäuden von Stadt und Universität wurden der Stiftung nicht zur Verfügung gestellt, nach der Kritik an dem Preisträger und dem Rückzug von Stadt und Universität Göttingen an der Beteiligung. Anfragen der Stiftung, in Göttingen kirchliche Räume, die Aula einer Privatschule, Kino- oder Hotelsäle zu mieten, wurden nach Angaben von Rudolf Scholten, Mitglied im Göttinger „Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern” Absagen erteilt. Die Stiftung Dr. Roland Röhl verleiht seit 1999 den Göttinger Friedenspreis. Er fördert die Konflikt- und Friedensforschung und ist mit 3000 Euro dotiert.

 

Die Laudatio von Nirit Sommerfeld am 9.3.2019 und mehr …

Siehe auch: A. ZumachAntisemitismus-Debatte um Preisträger Jüdische Stimme ist ‚unehrlich’ und ‚schädlich’” …,

Prof. Irene Schneider Uni Göttingen an die Präsidentin der Uni Göttingen …,

… „… Die im Zusammenhang mit der Göttinger Friedenspreisverleihung erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gehen ins Leere. …” …,

… „… Stadt und Universität Göttingen entblödeten sich nicht, Inhabern anderer Räumlichkeiten Textbausteine vorzuschreiben, mit denen auch sie der Verleihfeier den ihr gebührenden Raum verweigerten. …” …,

… Apropos: „Hätte — ‚Müsste, sollte, könnte, ja genau ! Und wer machts ?’

 

 

Konstantin Wecker: „… Meine große Bitte an Sie ist: Unterstützen auch Sie den Versuch, dass in Göttingen ein solches Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt werden kann …“

 

– mit all Ihrer Unterstützung wie in den Jahren zuvor! Bitte sorgen Sie mit aller Kraft dafür, dass es wieder zum Frieden kommt um die Verleihung dieses Friedenspreises – auch von Ihrer Seite aus!

Mit freundlichen Grüßen
Konstantin Wecker

 

Zu dieser „Geschichte” um den Göttinger Friedenspreis 2019 hier mehr …

 

 

„Göttinger Friedenspreis Stiftung Dr. Roland Röhl“ …

 

… oder: „Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion; wer jene beiden nicht besitzt, der habe Religion.” Goethe, Zahme Xenien IX

 

 

… Die Verleihung des Göttinger Friedenspreises 2019 an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.” erfolgt am 9. März ab 12:00 Uhr in einer öffentlichen Festveranstaltung in der 

Galerie Alte Feuerwache

Ritterplan 4, 37073 Göttingen

 

 

Siehe auch: „Rechts-Ruck an deutschen Universitäten(!?)” … u.a. …,

… „… daß wir den Glauben der Nationalsozialisten nicht teilen können. …” …,

„Die Stadt Göttingen selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht.” …

 

 

 

„… und ich fühlte mich, wie nie zuvor und nie danach, geborgen im Gemeinsamen eines Willens zur Kunst. …“

 

… oder: Bruno Ganz‘ Sorge um sein Schweizerisches ‚A’ …

 

… Der berührende Nachruf seines (Bruno Ganz‘) Freundes Stefan Zweifel, der ihm zeitlebens nah war. …

 

 

„… «Keiner von diesen Bundesliga-Erste-Sahne-Regisseuren im deutschen Theater lässt Identifikation zu. …“

 

… oder: Das ist hier ein Riesen-Theater! — Aber leider kein deutsches, oder …

 

Seine letzte Bühnenrolle spielte Bruno Ganz 2012. Zu seinem Abgang vom Theater sagte er der «Welt»: «Keiner von diesen Bundesliga-Erste-Sahne-Regisseuren im deutschen Theater lässt Identifikation zu. Die scheuen das wie der Teufel das Weihwasser. Also habe ich da nichts mehr zu suchen.» …

 

Zu „Identität” hier mehr …,

… „Die Wurzelkraft der Deutschen, ihr Sprachgeist …

 

 

Bruno Ganz liest Hölderlins «Diotima»

 

 

 

 

 

„Was man vergisst, hat man im Grunde nicht erlebt. …“

 

… zitiert JOURNAL21 Ernst R. Hauschka, deutscher Aphoristiker, 1926–2012.

 

Ulrich Matthes trauert um Bruno Ganz: „Das Leuchten dieses Schauspielers, die hohe Empfindsamkeit, die Klugheit, mit der er mit Texten umgehen konnte. Das war schon was Außerordentliches. Und das gibt es so selten – und deswegen ist meine Traurigkeit sehr groß.

 

Es ist die Empfindungs-Seele, die in unserer Zeit verloren ist, wenn man sie nicht wiederfindet: Kultur bildet sich nur, wenn man dieses Wiederfinden sucht …

Die ganz Grossen haben immer darum gerungen. Es gab ihrem Leben Sinn und Ausstrahlung.

Was gibt es zu verlieren!?

 

Gunther Thriene

 

Zu „Erinnerung” hier mehr …

Zu „Kultur” hier mehr …

 

 

„Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz war einer der Grossen.“

 

Sein Gesicht und seine Stimme sind unvergesslich. Heute ist er in Zürich im Alter von 77 Jahren gestorben.

 

 

„So werden in Deutschland Journalisten mundtot gemacht“

 

… oder: Wissenschaft in Göttingen abgeschafft, oder …

 

06.02.2019:  So werden in Deutschland Journalisten mundtot gemacht

Wo Israel das Thema ist, ist nur Lob erlaubt. Das erlebte jetzt auch Andreas Zumach, der u.a. regelmässig für Infosperber schreibt. …

 

14.02.2019: Der Vorsitzende der Jury des Göttinger Friedenspreises Andreas Zumach, weist in einer Stellungnahme daraufhin, dass die Jury allein über die Preisvergabe entscheidet. Die Kuratoriumsmitglieder seien „nicht verantwortlich für die Auswahl der Preisträger“. Alle Versuche die Jury zu einer Revision ihrer Entscheidung zu bewegen, seien zwecklos.

Dass die „Jüdische Stimme“ die BDS-Kampagne unterstütze, habe für die Entscheidung der Jury keine Rolle gespielt. Es gebe keine Position der Jury zu BDS. Er selbst unterstütze BDS nicht, weil er einige Ziele des Gründungsaufrufs von 2005 ebenso kritisiere wie einige Handlungsvorschläge. Aber er halte die weiterverbreitete pauschale Behauptung „BDS ist antisemitisch“ für falsch. Für dies Behauptung lege bis heute kein belastbarer wissenschaftlicher Beweis vor. Richtig sei allerdings, dass es unter den vielen tausend Einzelpersonen und Gruppen, die BDS unterstützen, auch Antisemiten gebe.

Der Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ weist die Vorwürfe, mit seiner Haltung zur BDS-Bewegung antisemitisch zu sein, zurück. „Wir unterstützen die Bewegung und solidarisieren uns mit ihren Zielen“, bestätigt die Vereinsvorsitzende Iris Hefets. Diese seien allerdings alles andere als antisemitisch. Der Aufruf zum zivilen Boykott und zum gewaltlosen Widerstand der Bevölkerung in Israel beziehe an erster Stelle auf die Grundzüge des Völkerrechts. „Wenn er antisemitisch ist, ist auch das Völkerrecht antisemitisch“, so Hefets.

(Hervorhebung G.Thr.)

 

Dazu passt die heutige Meldung: „Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in Zürich”. Er, der es auf sich nahm, uns Nachgeborenen den Hitler zu ‚spielen’, begann seine Karriere am Jungen Theater in Göttingen.

Zu und von „Andreas Zumach” hier mehr …

 

 

„… Dokumentiert: IALANA-Fachtagung »Krieg und Frieden in den Medien« …“

 

… oder: RECHT- versus RECHTS-staat u.a. …

 

Hochkarätig besetzt, informativ und differenziert, 350 Plätze binnen kürzester Zeit ausverkauft und von der Mainstreampresse komplett ignoriert – das war »Krieg und Frieden in den Medien«, die Fachtagung der Juristenvereinigung IA LA NA im Januar 2018 in Kassel. Im Ossietzky-Verlag sind jetzt die Konferenzbeiträge erschienen. Es ist ein herausragendes Handbuch der Medienkritik mit insgesamt 26 Gastbeiträgen, unter anderem von Uwe Krüger, Michael Meyen, Ulrich Teusch, Jens Wernicke, Albrecht Müller, Jens Berger, Ute Finckh-Krämer, Maren Müller, Sabine Schiffer, Ekkehard Sieker und Max Uthoff.

IALANA (Hg.): Krieg und Frieden in den Medien. Ossietzky-Verlag 2018, 292 Seiten, 20 €

 

1. Auflage 2018, Dokumentation der IALANA-Tagung im Januar 2018 in Kassel

»IALANA« ist hier die Kurzform für »IALANA Deutschland e. V. – Vereinigung für Friedensrecht – Deutsche Sektion der International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms« – mit Sitz in Berlin

( homepage: www.ialana.de )

Warum veranstaltet eine Vereinigung von Juristinnen und Juristen, die sich in erster Linie für die Abschaffung von Atomwaffen aufstellt, eine Tagung zu diesem Thema? Das liegt daran, dass man als Friedensaktivist immer wieder auf Artikel stößt, vorzugsweise in den sogenannten ›Mainstream-Medien‹ wie FAZ und Süddeutsche Zeitung, bei deren Studium man stutzt: Da fehlt doch die Hälfte. Diese Beobachtung machen auch andere, z. B. die Autoren der Kabarett-Sendung Die Anstalt. Deswegen geben sie jeder Sendung einen Faktencheck im Internet bei, der häufig viele Seiten stark ist. So geht es übrigens auch der heute-Show, deren Moderator Oliver Welke vor kurzem in einem Interview in der FAZ auf die Frage »Muss wegen des Erstarkens der AfD auch Satire präzise sein?« sagte: »Definitiv. Satire muss viel mehr aufpassen als früher. Deshalb haben wir schon seit Jahren Redakteure, die gar nicht mit dem satirischen Teil der Sendung befasst sind, sondern nur die Fakten checken, in Ministerien anrufen, für uns die Themen vorrecherchieren.«
Das war beim Thema Krieg und Frieden schon lange so, wie das aufschlussreiche On-dit zeigt: »Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.«

Taschenbuch, 292 Seiten, ISBN 978-3-944545-14-1

20,00 EUR / zzgl. 1,50 EUR Versandkosten

 

Siehe auch: 2018 (!) – „Die gesellschaftlichen Entwicklungen weisen in eine präfaschistische Phase” u.a. …

… „Das Bedürfnis nach Wahrheit …” …,

… „Wahrscheinlich eine Einser-Juristin und auch sonst von mäßigem Verstand.

 

 

„… Nicht Bildung ist das Problem, sondern jene Dummheit, die auch billigste Ironie teuer belohnt und jeden Spott als schönen Kitzel goutiert. …“

Eben: Fin de Siècle 2.0, oder …

Wer auch ‚nur noch eine heile Tasse im Schrank hat’, weiss, was auf das Fin de Siècle 1.0 folgte …

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Sie faseln von ‚Bildung’ – und meinen Krieg …

 

 

„Wissen in Teilen macht eine schöne Geschichte; aber Weisheit entsteht, wenn wir das Ganze sehen.“

 

… oder: Zwei Schweizer Weltbürger …

 

Ja, wie entsteht aus den einzelnen Mosaiksteinen ein Gesamtbild? Was ist es? Das habe ich mich als Lehrer oft gefragt. Und welcher Gesetzmässigkeit, welcher Pflicht muss ich mich als Be-Teil-igter unterziehen, damit die zusammengefügten Steine das gewollte Ganze ergeben? Wie entsteht aus der ursprünglichen Addition von Partikeln ein Ergebnis, das nicht nur mehr ist als die Summe, sondern auch anders und wirkungsvoller als das lediglich Zusammengefügte(?)

 

Siehe auch: „mare in grosser Gefahr …” …,

… Literatur: Thomas Göbel: Quellen der Kunst …,

Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen

 

 

„‚We have a Situa­tion‘: Von Hegels Philo­so­phie der #Situa­tion zur poli­ti­schen Kunst heute …“

 

… oder: Auch gute Denk-„Kunst macht sichtbar” …

 

Bei dem Wort „Situation“ denkt man an die Sprache amerikanischer TV-Serien, französischer Existentialisten oder deutscher Bürokraten. Dabei hat der Philosoph Hegel schon 1817 eine Theorie der „Situation“ entworfen, die bis heute wichtig ist und politischen Widerstand und zeitgenössische Kunst neu zu denken gibt.

 

Zu Hegel hier mehr …

 

 

„… Für das Publikum heute entscheidender als alles andere ist die Begegnung mit dem Original. Sie allein macht das Erlebnis Kunst aus. …“

 

… Sie macht alles Übrige zur Anekdote

 

… Und danach – wenn möglich – mit dem Zug nach Paris: Wenn Du Glück hast, begegnest Du ihm selbst …

 

 

Pablo Picasso, Anonym, Pablo Picasso auf der Place Ravignan, Montmartre, Paris, 1904
Silbergelatineabzug auf Papier, 12 x 8,9 cm
Musée national Picasso-Paris

 

… Zumindest erkennst Du, was an diesem Mann die grosse Kunst war und ist:

In der dort in Paris gezeigten Ausstellung in biographischer Reihenfolge kann man sehr schön das „künstlerische Alphabet” dieses grossen Künstlers ‚lesen lernen’.

 

G.Thr.

 

Siehe auch: FAZ – „Zwei Farben Picasso” …,

… Potsdam: „Picasso. Das späte Werk

 

 

„Das Bedürfnis nach Wahrheit …“

 

 

 
 

Siehe auch: „Afrikanisches Kulturgut in europäischen Museen: Kann das weg?” …,

… „Bildungsreformen

 
 
 

„100 Jahre Bauhaus: Weben am Mythos“

 

… oder: Mein Lieblings-BAUHAUS – zweifelsohne …

 

Das 100-Jahr-Jubiläum setzt „das Bauhaus“ mit einer deutschen Moderne in eins. Das hilft dem Mythos, aber nicht der Ideengeschichte der Schule. Denn die legendäre Kunst- und Designschule war heterogener und widersprüchlicher als vielen lieb ist.

 

Siehe auch: „100 Jahre Bauhaus – Zeit zum Umdenken” …,

… „… Das Bauhaus finden heute alle gut. Der Architekt Philipp Oswalt erinnert an historische Widersprüche und dunkle Flecken …” …,

… „Utopie und Praxis – 100 Jahre Bauhaus I: Die Entwicklung der sozialen Frage …” …,

… „Alles Bauhaus oder was?” …,

… „bauhaus imaginista

 

 

„Afri­ka­ni­sches Kultur­erbe in euro­päi­schen Museen: Kann das weg?“

 

… oder: Gut gegeben, Mesdames: „… sie stellte den Vergleich an, über dem (berliner Humboldt-)Forum würde eine Bleidecke wie über dem Atommüll in Tschernobyl liegen …

 

Die Rückgabe von ethnologischen Sammlungen an ihre Herkunftsgesellschaften wird derzeit hitzig diskutiert. Die Debatte könnte der Beginn einer Neubestimmung der Beziehung zwischen Europa und Afrika sein und die Chance, den Blick nicht ausschliesslich auf sich selbst zu richten.

 

Literatur: Bénédicte Savoy Die Provenienz der Kultur. Von der Trauer des Verlusts zum universalen Menschheitserbe, Berlin 2018

Siehe auch: „Ist es zeitgemäß, wenn Berlins Mitte nur in Gestalt der alten Hohenzollernburg auferstehen darf(?) …” …,

Zu „Kultur” hier mehr … …,

… „Kunst macht sichtbar.

 

 

 

„THERE IS NO PLANET B“

 

Europas ganz geheimer Code:

WENN EHR ÜCH NED WIE ERWACHSENI VERHALTET

MÖCHE MER’S HALT

 

 

Siehe auch: „Prima Klima mit Greta?” …,

… „Wenn wir etwas sinnvoller mit unseren Ressourcen umgehen würden, bräuchten wir nur noch 20 Stunden pro Woche arbeiten. Aber dann bestünde die große Gefahr, dass der Mensch mit dem Denken anfangen könnte. Und das will nun wirklich niemand.” ( Aus dem Forum dazu … )

 

 

„Die Raben-Hexe …“

 

… oder: Diese liebenswerten Kreise …

 

Die Hexenabfahrt geht auf eine Walliser Sage zurück. Danach lebte am Natischerberg eine Frau, die etwas „komisch“ war und als „Hexe“ galt. Ihren Mann verachtete sie. Er war ein kleiner Bergbauer, der sich um Ziegen und Schwarznasenschafe kümmerte. Bald wurde bekannt, dass die Hexe in Birgisch einen Geliebten hatte. Doch da der Weg vom Natischberg nach Birgisch weit war, verwandelte sie sich in einen Raben und flog immer wieder zu ihrem Angebeteten.

Eines Sommers verwandelte sie sich wieder in einen Raben und kreiste über ihrem ungeliebten Mann, der auf einer Leiter stand und Kirschen pflückte. Sie spritzte ihm Kot in die Augen. Ihr Mann, der Sepp, stürzte von der Leiter und brach sich das Genick. Neben ihm lag eine leere Kirschflasche. Jetzt griffen die Behörden ein. Sie nahmen die Hexe fest, verurteilten sie und verbrannten sie.

Dort, wo der Kirschbaum stand und Sepp zu Tode stürzte, befindet sich heute  der Zielraum der Hexenabfahrt. Auf den Sieger des Rennens wartet eine gute Flasche Kirsch, eine volle.

(J21/mit Informationen aus der „Hexenzeitung“)

 

„Wer lacht wird verschossen.” (Ostschweizer Spruch)

 

 

„… Woran erkennt man, dass die Spies­serin eine Gali­ons­figur unserer Zeit ist(?) …“

 

… oder: You make my day …

 

Und wo begegnet man ihr? Das stärkste Indiz ist die für unsere Gegen­wart typi­sche Ineins­set­zung von öffent­li­chem und privatem Raum. Weil die Spies­serin ihr Wohn­zimmer liebt und die Aussen­welt fürchtet, erklärt sie letz­tere zu ersterem und ihre Mitmen­schen zu Möbel­stü­cken. In den Stadt­park bringt sie ihre Boombox mit und dreht ihre Lieb­lings­songs auf, wie sie es auch zu Hause zu tun pflegt. In Fern­zügen streift sie die Schuhe ab, legt die feuchten, bunt­be­sockten Füsse hoch und diktiert ihre Lebens­ge­schichte als Epos ins Telefon. Nebenbei teilt sie einen damp­fenden Döner mit ihren Mitrei­senden, zumin­dest olfak­to­risch. Die Atmungs­ap­pa­rate der unmit­tel­baren Neben­sit­ze­rinnen dienen ihr als Dunst­abzug.

 

Zu diesem gut erkannten Welt-Spiessertum hier mehr …

 

 

„Die Regierung fürchtet die Künstler“

 

… nicht nur in Rumänien, oder …

 

Zu „Kunst macht sichtbar.” hier mehr …

 

 

„Die Eska­la­tion der Zeit. Hans Blumen­berg als konser­va­tiver Diagnos­tiker der Moderne …“

 

… oder: Kriegst Du noch die Kurve!?

 

Der Philosoph Hans Blumenberg entwarf 1986 in seiner Studie „Lebenszeit und Weltzeit“ eine Diagnose des modernen Zeitverständnisses und zugleich eine Pathologie des Konservativen – vor der er allerdings selbst nicht ganz gefeit war. Die anhaltende Prominenz Blumenbergs erfordert eine kritische Relektüre.

 

Siehe auch: „Was ist Zeit? Die Welt zwischen Wesen und Erscheinung …” Hrsg. von Wolfgang Schad

 

 

„… #Zuhören. Die poli­ti­schen Fall­stricke einer schönen Idee …“

 

Alle reden über das Zuhören – als Forderung, als Wunsch und als Diagnose, dass es am Zuhören mangle. Woher kommt die Idee, dass die Demokratie „Zuhören“ verlangt – und was könnte daran falsch sein? Eine Spurensuche.

 

Siehe auch: „‚Keine blasse Ahnung’ wird …” …,

„‚Spielraum der Freiheit’ – oder wie man den auch verspielen kann …” u.a. …

„… seine neuen Chöre” (… auch das Forum dazu …) …,

Auch Amerika ist noch nicht ganz verloren, oder …

 

 

„Weihnachten an Andere denken. …“

 

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Das Fest der Nächstenliebe bewegt noch immer dazu, auch an jene zu denken, denen es schlechter geht. Doch hinter den rührenden Bildern der Spendenwerbung verschwinden Schwache und Verlierer leicht. Von ihnen erzählen die Geschichten von Heinz Strunk.

 

 

„… 2019 jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Von der Euphorie jener Tage ist nicht viel übrig geblieben. …“

 

Wo aber Gefahr ist, da wächst das Rettende auch.“ Nur, wo soll es herkommen? Von den Mutigen, die auf der Strasse der staatlichen Repression trotzen? Von den Solidarischen, die Vertriebene bei sich aufnehmen? Von den Unentwegten, die lieber ins Gefängnis gehen, als sich korrumpieren zu lassen? Vielleicht. Unsere einzige Hoffnung: eines Tages sagen zu können, wir hätten auch zu ihnen gehört.

 

Mein Weihnachtsgeschenk: Zu „Hölderlin” hier mehr …

 

 

„Goethe und die iranische Revolution“

 

 

Literatur: „Goethe: Elemente” …,

… „Wolfgang Schad: Goethes Weltkultur …” … ders.: „Der periphere Blick – Die Vervollständigung der Aufklärung

Siehe auch: „Das Drama Ehec – und Goethe …

 

 

“Uns wurden diese UN-Pakte in den Hals geschoben, wie ungewolltes Essen einer Stopfgans.”

 

Nicht vergessen: Genau diese „Stopfgans” kommt in gut 8 Tagen als „Festmal auf den Gabentisch” —  jedes Jahr aufs Neue ( – Headline aus dem Forum dazu … – ):

 

„… Und die, schlimmer noch, ihre eigenen Kinder fressen, die sie in den Konsum treiben, um daraus noch mehr Profit zu ziehen. …”

 

G.Thr.

 

Über den rechten Hass auf die Aufklärung … u.a. …

Zu „Migration” hier mehr …

Zu „Weihnachten” in einer ungewohnt stillen Stunde hier mehr …

 

 

„… Es ist an der Zeit, die Mitverantwortung der Unterrichtspraxis im Fach Geschichte zu erkennen. …“

 

oder: Wer gibt den Leisen ihre Stimme zurück …

 

Hochschullehrer klagen immer wieder über mangelhafte intellektuelle Voraussetzungen ihrer Studienanfänger. Dies betrifft nicht bloß die oftmals miserable Orthografie, es betrifft ebenso Lücken in der Allgemeinbildung und da zumal in Sachen Geschichte. Historische Fakten bedeuten nicht nur Zahlen und Namen, sondern auch die damit verbundenen Ereignisse und Schicksale. Sie rufen emotionale Reaktionen hervor und ordnen sich einer Werteskala zu.

Sofern dies alles fehlt, herrschen Unwissen und Ignoranz. Sie lassen Raum für Falschinformationen, wie sie zumal das Internet bereithält, man muss bloß auf die entsprechenden Blogs und Webseiten gehen und dort bleiben. Die Angebote sind reichlich. Nebenher verheißen sie Kameraderie, Abenteuer, Elitebewusstsein und Provokation, was manche pubertierende Seele begehrt.

Wir haben Brandenburg und Sachsen nicht zufällig erwähnt. In beiden Bundesländern häufen sich rechtsextreme Überzeugungen und Aktivitäten, zumal bei jungen Leuten. Das Problem wird bevorzugt mit den dort geschehenen gesellschaftlichen Umbrüchen nach 1990 erklärt. Es ist an der Zeit, die Mitverantwortung der Unterrichtspraxis im Fach Geschichte zu erkennen.

 

Siehe auch: „Offener Brief an den Herrn Bundespräsidenten vom 13.12.2018” …,

… „Wider die politisch-völkische Veruntreuung des Deutschtums(!!!) …” …,

… „Hitlers Glocke — bleibt!” …: Zu diesen Nibelungen hier mehr

„Geschichte(n) der Gegenwart” u.a. …

 

 

Das Beste am Norden sind seine neuen Chöre …

 

Chorsingen galt lange als uncool, war nur etwas für richtig gute Sänger. Doch das hat sich gründlich geändert. Insgesamt singen in Deutschland momentan mehr als fünf Millionen Menschen in Gesangsgruppen oder im Chor. Es gibt allein 60.000 registrierte und geschätzt noch mal 50.000 unabhängige Chöre. Der Film begleitet Chöre, die anders singen wollen als klassische Schul- oder Kirchenchöre und fragt: Warum sind Chöre plötzlich so angesagt(?)

 

Siehe auch: „Musikjournalismus in der Krise” …,

Zu „Kunst macht sichtbar.” hier mehr …

 

 

«Als Künstler muss ich meine Absichten und mein Handeln genau verstehen lernen …»

 

… damit ich nicht Gefahr laufe, zu den grossen Irrtümern beizutragen, die die Menschen quälen.

 

 

„Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Wirtschaft.“

 

, Frank Zappa, US-Musiker, gestorben am 04.12. vor 25 Jahren

 

 

Wider die hohle Polit-Phrasendrescherei – richtig!

 

All jenen, die ständig davon reden, Schulen hätten Schülern „Medienkompetenz“ zu vermitteln und sie „fit zu machen“ für die digitale Welt von morgen, sei noch einmal nachdrücklich gesagt: Die Fähigkeit, von den digitalen Medien sinnvoll Gebrauch machen zu können (wenn es einen solchen denn überhaupt gibt), erwirbt man nicht im Internet oder beim Wischen über Tablets und Smartphones. Denken lernt man im direkten Umgang und Austausch mit leibhaftig anwesenden Menschen, beim Lesen und der gemeinsamen Aneignung des Gelesenen. Denken heißt Zusammenhänge herstellen, das Gegebene kritisch hinterfragen, Urteilsvermögen entwickeln, Distanz einzuhalten zu dem, was sich vor uns so kompakt und scheinbar alternativlos als Wirklichkeit aufspreizt. …

( Aus dem Forum dazu )

 

Siehe auch: Picasso 1964 – „Computer sind nutzlos, sie können nur Fragen beantworten.” … etc. …

… „Soziale Experimente am ‚offenen Kind’ …

 

 

„… Riesige Teppiche aus Plastik treiben auf den Welt­meeren, manche so gross wie kleine Inseln. …“

 

… oder: Frau Freitag, ich halte unbedingt zu Ihnen …

 

In unzu­gäng­li­chen Unter­was­ser­tä­lern und auf den von Menschen­hand unbe­rührten Meeres­böden schlum­mern Millionen Tonnen an Kunst­stoff­ge­gen­ständen in ewiger Nacht. Langsam zerreibt der Wellen­gang das Plastik zu mikro­sko­pisch kleinen Parti­keln, die Seite an Seite mit Algen und Plankton im Salz­wasser schweben und sich längst in die Nahrungs­kette einge­klinkt haben. Auf diesem Weg wandert der Abfall in Meeres­früchten auf unsere Teller, in unsere Mägen, in unser orga­nisch Innerstes. Plastik, aus Erdöl gewonnen, in Labors entwi­ckelt, mittels chemi­scher Prozesse der Natur abge­trickst: Ein Fremd­körper, so scheint es, eine Meta­pher für den Gegen­spieler des Lebens, ein granu­lares Stück Anti­natur.

Die Plasti­fi­zie­rung des Lebens

Dabei war Plastik in der zweiten Hälfte des vergan­genen Jahr­hun­derts der Rohstoff tief­grei­fender Umwäl­zungen. In den 1930er Jahren konnten Chemiker in Labo­ra­to­rien deut­scher Gross­un­ter­nehmen erst­mals ther­mo­plas­ti­sche Kunst­stoffe herstellen: Poly­styrol, Poly­acry­ni­tril und das bekannte Poly­vi­nyl­chlorid (PVC). Diese Ther­mo­plaste über­trafen in ihrer Form­bar­keit jeden anderen Stoff, und bald zeigte sich, dass ihre Anwen­dungs­be­reiche gren­zenlos sind. Das Ausgangs­ma­te­rial liess sich erhitzt in jede erdenk­liche Form pressen, und unter Beigabe beson­derer Zusatz­stoffe konnten alle mögli­chen Härte­grade erreicht werden.

 

Youtube zu: „Eddy Arnold, The Tennessee Plowboy And his Guitar: Texarkana Baby / Bouquet of Roses. Die erste kommerziell erhältliche 45-rpm-Vinyl-Single, erschienen in den USA im März 1949; Quelle: Sammlung E. Keller.”

Siehe auch: Picasso 1964 – „Computer sind nutzlos, sie können nur Fragen beantworten.”

 

 

„Bei Mozart kann man nicht schummeln“

 

… oder: Wenn Hélène Grimaud nicht dazu kommt, sämtliche Klavierkonzerte Mozarts einzuspielen, bitten wir dieses junge Genie, oder Frau Freitag …

 

Zürich: Tonhalle Maag
Lise de la Salle / Daniel Hope
Zürcher Kammerorchester
4. Dezember 2018

 

Zu „Mozart” hier mehr …

 

 

Apropos Kuhhorn etc. …

 

… oder: Potemkinsche ‚Schweiz’ – wer braucht das!? — Kein Mensch, oder …

 

– Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

Goethe

 

Siehe auch: „Die extreme Trockenheit des vergangenen Sommers (2018) …

 

 

„‚Free thinkers welcome!‘ Die Uni Zürich bietet libertären Aktivisten ein Forum …“

 

Die libertäre und mit der Alt-Right in den USA verbundene Londoner „Academy of Ideas“ veranstaltete an der Universität Zürich ein sogenanntes „Battle of Ideas-Festival“. Die teilweise rechtsextreme Agenda der „Academy“ versteckt sich hinter der Parole der „Meinungsfreiheit“ – und verbreitet sich so.

 

Denken können will gelernt sein

… Daran arbeiten nicht nur Deutsche, Gott sei Dank(!) …

 

G.Thr.

 

 

 

DaF: Deutschkurs(e) für Präsidenten …

 

Auch im Alltag und der Politik ist das Verschwinden der Möglichkeitsform fatal. „Der Präsident twittert, Iran ist ein Schurkenstaat.“ Die falsche Grammatik macht aus der Meinung des Präsidenten eine Tatsache. Dabei handelt es sich nur um die Behauptung einer vermeintlichen Tatsache. Das ist ein grosser Unterschied: Jemand anderes kann etwas anderes behaupten. Dabei geht es nicht immer um wahr oder falsch. Unterschiedliche Aussagen können durch unterschiedliche Perspektiven zustande kommen. Die Möglichkeitsform markiert diese Tatsache. Der Blick muss diejenigen einschliessen, die etwas behaupten.

 

 

„… Das gab dem Wortverbrecher Gellermann die Gelegenheit, dem Gericht und dem Zeugen erneut deutlich zu machen, …“

 

dass er den Artikel der SZ zu den möglichen Russlandverbindungen des US-Präsidenten für schlechten Journalismus, letztlich für politische Propaganda, hält. Präzis erklärte er vor Gericht, dass der Artikel der SZ im Kern auf einem Geheimdienst-Dossier basiere, Geheimdienste aber nun mal nur Interessen von Politik und Militär wahrnehmen, also kaum verläßliche Informationen für Zeitungsleser liefern.

 

Ja, was kann man noch lesen in diesem germanophilen Schmierfinkentheater!?

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Wie sich der Vorwurf der Beleidigung eines SÜDDEUTSCHEN-Journalisten als u.a. postfaktisches Arschloch in Luft auflöst

 

 

(B)Innenschau: „… unver­einbar mit den Idealen der wahren Heimat­liebe. …“

 

Altes, Echtes, Schönes steht gegen Modernes, Falsches und Häss­li­ches. Diese Dicho­tomie spie­gelt die Ideale der bürger­li­chen Heimatschutz-Bewegungen seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts in Deutsch­land wie auch in der Schweiz. Sie verab­scheuten alles Moderne und Indus­tri­elle, wollten zurück in ihre Utopie der heilen Welt, des Alther­ge­brachten, des Echten. Diese imagi­nierte Alte Welt sollte alt bleiben, griechisch-römisch, roma­nisch, gotisch, mittel­al­ter­lich, wie auch immer. Moderne Bauformen störten das Sich-Wohlfühlen und die natio­nale Gemüt­lich­keit, galten gar als fremd und undeutsch oder unschwei­ze­risch – unver­einbar mit den Idealen der wahren Heimat­liebe.

 

 

„… Was bleibt, nachdem Noldes Selbststilisierung als Nazi-Opfer wegfällt? In Bern wird das jetzt geprüft. …“

 

Hingehen, hinfahren: ANSCHAUEN …

Im Zentrum Paul Klee …

 

Siehe auch: „Paul Klee: Der goldene Fisch” u.a. …

 

 

Wer rettet die Schule?

 

… oder: „Eine Bankrotterklärung für die Schweiz”, Europa, die Welt …

 

Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren; es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer stolpern muß. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Mit grosser Leidenschaft eine kleine Welt erklärt

Auf dieser Schulreise zählte nicht das Besondere; bedeutungsvoll war das Naheliegende. Unser Sechstklasslehrer hatte ein Auge für das Bedeutsame im Kleinen, ein Gespür für das Wichtige im engen Lebensraum zwischen Andermatt und Realp. Ein Lehrer mit einem achtsamen Auge für das Grosse im Kleinen, leidenschaftlich verliebt in die Geheimnisse dieser Landschaft, vertraut mit den unscheinbaren Phänomenen dieses rauen Gebirgstals. Was er uns über sein Heimattal Urseren erzählte, berührte unsere Sinne, gab Sinn und Bewusstsein und wurde wirksam. Noch heute bin ich ihm dafür dankbar.

Nicht das ohnehin Sichtbare wollte er wiedergeben, sondern Unscheinbares sichtbar machen – formuliert auf Augenhöhe von uns Schülern, skizziert als einprägsames Erlebnis. Was prägen und bleiben soll, muss zum Erlebnis werden. Dazu ist Entdecken nötig und Verweilen. Schulreisen waren für unsern Lehrer solche Gelegenheiten.

Wie wird aus Informationen Bildung(?) …

 

 

«Falls Mozart und ich uns dereinst vielleicht begegnen sollten, möchte ich guten Gewissens vor ihn treten können. Das ist mein Ziel!»

 

Wer vom Ziel nichts weiss, kann den Weg nicht finden …

 

Drunter tut man es nicht, oder …

(Und – ganz wichtig – ‚Taminos’ schaffen das!)

 

G.Thr.

 

Zu „Mozart” hier mehr …

 

 

„… Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. …“

 

… oder: „… Grün ist das tote Bild des Lebens …

 

Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Danach war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben.

Erich Kästner 1958

 

Siehe auch: „Als trojanischer Esel der NATO in den 3. Weltkrieg” …,

… „… Am Ende der Kriegspropaganda stand der Krieg. …

Aus: Bernhard Gelderblom, Die NS-Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933 – 1937.
Aufmarsch der Volksgemeinschaft und Massenpropaganda,
unter Mitarbeit von Mario Keller-Holte, Holzminden 2018, S. 98

 

 

„Alles Grosse und Gescheite existiert in der Minorität. …“

 

Es ist nie daran zu denken, dass die Vernunft populär werde. Leidenschaften und Gefühle mögen populär werden, aber die Vernunft wird immer nur im Besitze einzelner Vorzüglicher sein.
 
Goethe

 
 

Endlich einmal ein richtiger Geograph!

 

Das Land, das ich nicht kenne

Georg Genoux hat in den letzten zwanzig Jahren in Moskau, Sofia und Kiev Theater gemacht. Jetzt ist er wieder in Deutschland und schreibt Tagebuch über sein neues Projekt. Dabei zeigt er fast wie nebenbei, wie unterschiedlich fremd man sein kann.  —————–

Seit über 20 Jahren reise ich an die verschie­densten Orte slawi­scher Länder, um dort mit Menschen vor Ort Theater zu machen. Noch nie bin ich bei dem Versuch der Kontakt­auf­nahme so oft geschei­tert wie in Zittau, Hagen­werder und anderen säch­si­schen Städten.

Damit meine ich gar nicht einmal die augen­schein­lich „rechten“ Jugend­li­chen am Baut­zener Bahnhof, die mich mit den Worten „Verpiss dich, Alter!“ wieder wegschi­cken wollten.

Viel schwie­riger war es beispiels­weise mit Geflüch­teten oder den Orts­ein­woh­nern Sach­sens, die man so auf der Straße traf. Sie ließen mich regel­recht auflaufen. Die Geflüch­teten wollten entweder nicht mit mir spre­chen – oder aber sie erzählten mir genau das, wovon sie glaubten, was ein links­li­be­raler Mensch hören möchte.

 
Der richtige Link zum Weiter­lesen: www.fremdland.org
 
 

Gottfried Benn: „Nur zwei Dinge.“

 

 

Nur zwei Dinge.

 

Durch so viel Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewusst,
es gibt nur eines: ertrage
– ob Sinn, ob Sucht, ob Sage –
dein fernbestimmtes: Du musst.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.

 

Gottfried Benn, 1953

 

 

 

„… Zusammen bilden sie das Porträt einer Welt, in der sexuelle und ökonomische Gewalt Hand in Hand gehen. …“

 

… oder: Etwas Kultur bitte… bitte!!!…

 

Die Gewalt, die sich für einen verhängnisvollen Moment Bahn gebrochen hat, zersetzt die Menschen und wird zugleich kenntlich als Teil einer gesellschaftlichen Ordnung, die sich von innen heraus auffrisst. In diesem Befund ähnelt Alles ist gut Paul Verhoevens polarisierender, weil zugleich auch sarkastischer Rachefantasie Elle von 2016 mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Zusammen bilden sie das Porträt einer Welt, in der sexuelle und ökonomische Gewalt Hand in Hand gehen.

 

Siehe auch: „… Und die, schlimmer noch, ihre eigenen Kinder fressen, die sie in den Konsum treiben, um daraus noch mehr Profit zu ziehen. …” …,

… und: Künstlerische ‚Zukunftsvorhersage aus Berlin’: Premiere von ‚Let Them Eat Money’ am Deutschen Theater

 

 

An welchem Punkt beginnt die weltgeschichtliche Amnesie ganzer Völker, ganzer Kontinente(!?) II

 

… oder: Die „Last des Vergessens” – s.u. – erkennen — und nicht zulassen …

 

Eine individuelle künstlerische Antwort:

 

Erinnerung und Musik haben Parallelen. Beide sind flüchtig, nie fixiert, immer Gegenstand der Interpretation. Unsere Identität ist von Erinnerungen bestimmt, genau wie viele unserer Erlebnisse mit Musik verbunden sind. Das Wesen der Erinnerung ist universell und hat einen Platz im Leben jedes Einzelnen. Hélène Grimaud geht ihm nach und erkundet auf Memory musikalisch die vielen Ebenen des menschlichen Bewusstseins.

»Musik entfernt die Schichten der Zeit und enthüllt den Kern unserer Erfahrungen. Schmerz, Angst oder Freude verblassen, es bleibt nur die Empfindung. Die Empfindung ist der Nachhall der Erfahrung im Raum der Erinnerung. Sie ist auch der Raum, in dem Musik in jedem von uns erklingt – uns berührt, bewegt, uns unserem Inneren näherbringt. So kann uns die Musik auch daran erinnern, dass es neben den Belanglosigkeiten des Alltags einen Ort gibt, der den Sinn bewahrt, und dass wir nicht unter der Last des Vergessens leiden: Das Wunder des Lebens besteht in der Fähigkeit, zu reflektieren und zu erinnern.« Was die Pianistin sagt, berührt sowohl das Universelle als auch das Individuelle, und es verrät viel über ihre Auffassung von Musik als ein natürlicher Prozess, der im Augenblick des Erschaffens und Wiedererschaffens durch Gespür und Intuition gestaltet wird.

 

Zu Teil I hier …

Zu „Erinnerung” hier mehr …

 

 

„… aber solche kleinen Verschiebungen zeigen subtile Veränderungen in der Gesellschaft an. …“

 

Mit dem Sprachgebrauch sind immer auch Haltungen verbunden. Dessen sollten sich Medienschaffende wieder vermehrt bewusst werden und Leserinnen oder Zuschauer müssten ihre Aufmerksamkeit dafür schärfen.

 

Siehe auch: „Wie sich der Staat die Herrschaft über die Sprache sicherte.” …,

… „Staatsräson

 

 

„Jeder kann wütend werden, das ist einfach. …“

 

Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Mass, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.
 
Aristoteles

 
 

Die unbelehrbaren Nibelungen: „Verdopplung der Militärausgaben bis 2024“

 

Das ist nichts anderes, als eine offene Kriegserklärung gegen den Rest der Welt. Diesem Kriegskurs stellen wir uns entgegen, dem Hochrüstungskurs der NATO und den Kriegsvorbereitungsplanungen gegen Russland, an denen die Bundesregierung maßgeblich beteiligt ist.

Mit dem größten Militäraufmarsch seit dem zweiten Weltkrieg rückt die NATO an die Westgrenze Russlands vor, und deutsche Panzer stehen 75 Jahre nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion wieder an den Grenzen Russlands. Die NATO-Osterweiterung (13 Länder des ehemaligen „Ostblocks“ wurden sei 1990 in die NATO integriert), die Stationierung der Raketenabwehr in Europa, die den USA die Fähigkeit zum atomaren Erstschlag ermöglichen soll und der Versuch, die Ukraine in die NATO einzugliedern, führen zu einem brandgefährlichen Konfrontationskurs gegenüber Russland.

Die militärische Kommando-Zentale für die Verlegung von Truppen- und Kriegsgerät an die NATO-Ostflanke wird auf Wunsch der Bundesregierung in Ulm errichtet. Um Schienennetze, Straßen und Brücken panzertauglich auszubauen, hat die EU bereits 6,5 Milliarden Euro bewilligt. Um die schelle Einsatzfähigkeit der NATO sicher zu stellen, sollen 30 Infanteriebataillone, 30 Kampfflugzeugstaffeln und 30 Kriegsschiffe innerhalb von 30 Tagen kampfbereit zur Verfügung stehen.

Anstatt Konflikte zu entschärfen, dreht die Bundesregierung mit an der Eskalationsschraube, beteiligt sich an den abenteuerlichen Kriegsvorbereitungsplänen der NATO gegenüber Russland und versucht so, weitere Milliarden für die Hochrüstung der Bundeswehr zu rechtfertigen. …

 

Zu dieser mittlerweile alltäglichen EU-weiten, weltweiten Kriegstreiberei hier mehr …

Zu dem „edlen Geschlecht” der Nibelungen hier mehr …  —  seine vollkommen Ich-lose Identität: „… Natürlich ist eine solche staatliche Unterwanderung möglich, aber die ganz offen und egal agierende AfD, die zunehmend das Gesicht solcher Aktionen prägt, ist mit steifem echten Arm geboren.” (Aus dem Forum dazu – und leider vollkommen richtig. Hervorhebung G.Thr.)

Siehe auch: „… Die EU-Staaten folgen demselben Irrweg drastischer Ausgabenerhöhung für das Militär. …

 

 

„… Selbst Kabarettisten schweigen inzwischen über die Inszenierung eines gescheiterten Staates. …“

 

 

Lachen ist der erste Weg zum Glück oh, Verzeihung: HIER GEHTS LANG

 

Treffend ( aus dem Forum dazu … ): „ die demokratische Bundesrepublik ist nicht in Gefahr. Die Nazis stehen nicht vor der Tür.’ Doch, die waren noch nie weg und haben nur ihre Abzeichen abgelegt und Uniformen aus- (um-)gezogen und sich seither als Demokraten verkleidet.” …,

… und: Der Beweis — „Die Drei Affen auf Schwizerdytsch“ etc.

 

 

Die Wagner-Knechte sterben nicht aus …

 

Schlechtes Vorbild: die Nibelungen

Die Kaste der Inschenöre hat schon in fernen mythologischen Zeiten eine zuweilen unheilvolle Rolle gespielt. Der Komponist und Textdichter Richard Wagner nahm dies zum Anlass, um dazu ein Opus Magnum, bestehend aus vier Opern, zu verfassen. Es wird jedes Jahr unter dem Titel „Der Ring der Nibelungen“ in Bayreuth, meiner oberfränkischen Heimat, aufgeführt. Auf angemessenen Plätzen – fünf Reihen hinter Angela M. – und zum Preis von 800 Euro kann man die 18-stündige Aufführung im nichtklimatisierten Festspielhaus an vier Wochentagen bei Augusttemperaturen genießen.

Die Story spielt zu jener Zeit, da Göttervater Wotan noch Herrscher der Welt war – nicht zuletzt deshalb, weil er sich ein großes Waffenarsenal leisten konnte. Dafür zuständig war das Zwergengeschlecht der Nibelungen. In geologischen Tiefen waren sie für die Beschaffung der Erze und Materialien sowie die Waffenherstellung verantwortlich. Der Chef-Inschenör dieser Truppe war der Gnom Alberich, seinem Bruder Mime oblag das Schmieden der Schwerter und Lanzen. Leider waren diese Gesellen keine sonderlich vertrauenswürdigen Personen, sondern machten nebenbei und zu eigenem Nutzen noch allerhand Privatgeschäfte, die vom Göttervater zwar nicht genehmigt waren, ihm aber letztlich doch (über Loge, seinem Geheimdienstchef) zugetragen wurden.

 

 

„… Politische Sprache, so wie Politiker sie gebrauchen, wagt sich auf keines dieser Gebiete, weil die Mehrheit der Politiker, nach den uns vorliegenden Beweisen, an der Wahrheit kein Interesse hat sondern nur an der Macht und am Erhalt dieser Macht. …“

 

Damit diese Macht erhalten bleibt, ist es unabdingbar, dass die Menschen unwissend bleiben, dass sie in Unkenntnis der Wahrheit leben, sogar der Wahrheit ihres eigenen Lebens. Es umgibt uns deshalb ein weitverzweigtes Lügengespinst, von dem wir uns nähren.

(Aus: Harold Pinter’s Nobelpreis-Vorlesung „Kunst, Wahrheit & Politik” 2005 … mit ausdrücklichem Dank an Wolfgang Bittner für den Hinweis — G.Thr.)

 

Harold Pinter’s Nobel-Vorlesung „Kunst, Wahrheit & Politik” am 07.12.2005 als 14-Seiten-PDF zum Download auch hier …

Siehe auch: „Ganz grosse ‚Koalition gegen den Frieden!’” …,

… „D wie Täuschland: Kinderehen zulassen – und von Freiheit schwätzen …” …,

… „… Und die, schlimmer noch, ihre eigenen Kinder fressen …

„Hitlers TV” …

 

 

„Kunst macht sichtbar.“: Manfred Welzel

 

Der Nachlass des verstorbenen Bildhauers Manfred Welzel wird nun in Stetten aufbewahrt – und bald erstmals ausgestellt.

Zu Beginn dieses Jahres ist in Stuttgart der renommierte Bildhauer Manfred Welzel gestorben. Er hinterließ eine große Zahl von Plastiken aus Stein, Holz und Bronze, die nun das Atelier des Künstlers verlassen mussten und in das Haus der Tochter Cordula Welzel-Ciriello und ihres Ehemanns nach Stetten geholt wurden. In dem großen Gebäude wird derzeit ein Ausstellungsraum eingerichtet, der bis zum „Tag des offenen Denkmals“ am 9. September fertig werden soll.

Da das Haus in unmittelbarer Nähe zur Klosterkirche steht und ursprünglich auch ein Klostergebäude war, liegt es nahe, dass es zu diesem Zeitpunkt zu einer gemeinsamen Ausstellung in der Klosterkirche, im Klostergarten und im Haus Ciriello kommen kann.

Manfred Welzel gehörte zu derselben Künstlergeneration wie Joseph Beuys, Antoni Tapies, George Segal und andere, die auf den revolutionären Umwälzungen der Klassiker der Moderne aufbauend nach 1950 wiederum zu ganz neuen Ufern der Kunst vorstießen. Allerdings trat er nicht so radikal auf wie manche seiner Zeitgenossen. Manfred Welzel kam 1926 in Berlin zur Welt. Dort besuchte er ab 1934 die Rudolf-Steiner-Schule in Berlin-Charlottenburg bis zu ihrer Schließung 1938, dann die Realschule Berlin-Moabit. Bereits im Alter von neun Jahren begann er, vom Klassenlehrer ermuntert, sich künstlerisch zu betätigen und plastizierte Tierfiguren aus farbigem Wachs.

Ausbildung bei Arno Breker

Der umstrittene Bildhauer Arno Breker, der für das NS-Regime künstlerisch tätig war, schlug dem Jungen, nachdem er seine Arbeiten sah, vor, die Schule zu verlassen und in sein Atelier einzutreten, wo er von 1941 bis 1943 eine handwerklich gediegene Steinmetzausbildung erfuhr. Dann wurde er zunächst zum Arbeitsdienst, dann zum Militär einberufen. Als Soldat erlebte er die Invasion in der Normandie und geriet bis 1947 in amerikanische Gefangenschaft. In dieser Zeit hat er so viel wie möglich gezeichnet, vor allem Porträts.

Mit 21 Jahren nach Berlin zurückgekehrt studierte er fünf Jahre lang an der Akademie für Bildende Künste. Diese Gesellenzeit war der Suche nach einem eigenen Stil gewidmet, nach den unverwechselbaren individuellen künstlerischen Ausdrucksmitteln. Professor Alexander Gonda war sein Lehrer. Er ließ den jungen Manfred Welzel, der die menschliche Gestalt nie verleugnen mochte, völlig frei, lehrte ihn aber nachdrücklich die Gesetzmäßigkeit der Plastik.

Viele Strömungen in der zeitgenössischen Bildhauerei gaben ihm Anregungen. Die stärksten Impulse gingen von Richard Scheibe, Gerhard Marcks und Hermann Blumenthal aus. Als wesentliche Vorbilder wirkten Wilhelm Lehmbruck und Ernst Barlach. Zwei Studienreisen führten den Künstler 1952 und 1955 nach Italien und Griechenland. Romanische Plastiken wie in Vézelay und Autun sowie in Parma zogen ihn immer wieder in ihren Bann, wenn er ihnen begegnete. Dem jungen, noch unbekannten Künstler wurde 1954 der Georg-Kolbe-Preis der Stadt Berlin verliehen. Im gleichen Jahr zog er nach Stuttgart. Dorthin wies ihn sein alter Lehrer an das Seminar der Waldorfschule. Dort begannen seine Meisterjahre, in denen er zu seinem individuellen, ausgereiften Stil fand. Der Umgang mit Menschen und die Beziehung zu den Schülern war ihm ein Lebensbedürfnis. Er wirkte über 14 Jahre als Lehrer für Plastizieren, Schnitzen und Zeichnen an der Waldorfschule.

Freischaffend in Stuttgart

1969, im Alter von 43 Jahren, löste sich Manfred Welzel von seiner Lehraufgabe und wirkte seit dieser Zeit als freischaffender Künstler in Stuttgart. Er erschuf unzählige Werke aus Stein, Bronzeplastiken, Tierplastiken aus Bronze, Porträtplastiken, bearbeitete religiöse Themen, schuf Reliefs, Zeichnungen, Baumplastiken sowie Figuren aus Holz. Groß war die Zahl der von Welzel beschickten Ausstellungen in ganz Deutschland.

Die letzten zwei Ausstellungen, die er trotz Alter und Erkrankung noch selbst eröffnen konnte, waren 2016 im Kloster Mariaberg und 2016/2017 in Stuttgart in der Galerie im Rudolf-Steiner-Haus.

Und nun kommt Welzels umfangreicher künstlerische Nachlass nach Stetten und wird voraussichtlich am Tag des Offenen Denkmals erstmals zu sehen sein.

Offene Denkmäler am 9. September

„Entdecken, was uns verbindet“ ist das Motto des diesjährigen Tages des Offenen Denkmals. Er findet am Sonntag, 9. September, zum 25. Mal statt. Mehr als 7500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffnen bundesweit ihre Türen, davon allein rund 900 in Baden-Württemberg. Stetten ist dank des Welzel-Nachlasses mit dabei.

 

 

„Agentur für Geistige Gastarbeit“

 

— der hatte ja eine weltweite Monopolstellung, oder …

 

G.Thr.

 

 

„Musik drückt etwas aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

 

Vielen Dank für den Artikel und dafür einer untergegangenen Welt einen kleinen Platz zu geben. (Aus dem Forum zum oben Victor Hugo zitierenden Artikel )

 

Siehe auch: „So siehts aus in Gross-Dunkel-Deutschland” 2016ff.!? …,

… „Tote Erinnerung

 

 

„Besser ist Frieden als immer Krieg“

 

… oder: „Unterwerfung”!?

 

 Der Zuhörer wird von den Fackeln und Flammen der Schlacht, von den brennenden Menschen nach der Atombombenexplosion, vom Elend des Krieges hören und dabei vielleicht an selbst Erlebtes und an die vielen Menschen, die zurzeit unter den Kriegen leiden, denken. Aufatmen gibt es, wenn der Chor „Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, gib uns Frieden” singen wird. Und es gibt Zustimmung, wenn am Ende „Besser ist Frieden als immer Krieg“ gesungen wird, denn seit 1945 leidet die Menschheit jedes Jahr unter 20 bis 25 Kriegen weltweit.

Gemahnt wird „läutet aus die Dunkelheit im Land, läutet ein den Christus, der kommen wird. Zum Abschluss werden die tröstende Worte aus dem Apokalypse „Gott wird alle ihre Tränen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein. Lob den Herrn“ erklingen.

 

Siehe auch: „Der Sack ist zu!” …,

… „Wie sah Stuttgart nach dem 2. Weltkrieg aus!?

 

 

„… wenn der Gesellschaft das Bewußtsein vom Wert einer umfassenden musischen Bildung entgleitet. …“

 

… — Ja, was dann!?

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Keine blasse Ahnung …” u.a. …,

Zu „Bildungsreformen” hier mehr … …,

… „Ein Burn-Out wird zu Literatur …

 

 

„… Das Wort Niedertracht wird derzeit kaum gebraucht. …“

 

Aber die Niedertracht hat es bis ganz nach oben geschafft.

 

 

„… ‚Über Beuys gelangte Rudi Dutschke dann plötzlich mit Altnazis in Hinterzimmer und diskutierte die Gründung der Grünen.‘ …“

 

Ganz D: Ein Riesen-Nazi-Puff, oder …

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Monte Verità – oder: Bilder und Gegenbilder” …,

… „… Die gleichgeschalteten Medien bestätigen doch alles, was aus dem NATO-Hauptquartier kommt. Eine differenzierte Meinung findet nicht statt. …” …,

… „Hitlers TV – oder: Du bist Deutschland!” …,

… „Die Leidkultur der deutschen Werte !

 

 

„… Das demagogische Potential der „Werte“ ist erschreckend groß. …“

 

Es gibt sie noch, die grossen Seelen …

 

G.Thr.

 

 

„Der Raum existiert nicht, man muss ihn schaffen.“

 

… oder: Glotzt Du noch — , oder schaust Du schon(?) …

 

Die Fondation Beyeler kombiniert Alberto Giacometti mit Francis Bacon, das Kunstmuseum Winterthur stellt Alberto Giacometti Ferdinand Hodler gegenüber.

 

Siehe auch: „… Wer die Dinge anschaut, schickt sie ins Licht. …

 

 

„… Der Raum, den eine Form einnimmt, ist in der Schweiz teurer als die Form selbst. …“

 

Wo ist hier Freiheit!?” — Goethe auf einer seiner Reisen in die/der Schweiz

 

G.Thr.

 

 

„Ich betrachte den Nationalismus als eine ideologische Analogie des unausrottbaren Verbrennungsmotors – …“

 

längst verdammt, allgemein als primitiv, ungenügend, schädlich erkannt, doch nach wie vor in unverminderten Quantitäten von den Fließbändern rollend.

Yehudi Menuhin, gestorben heute vor 19 Jahren

 

Zu „Nationalismus” hier mehr …

 

 

„Humboldt-Universität – Gedecktes Geschacher“

 
… oder: Humboldt auf berlinisch – so geht Untergang 3.0 …

 

 

Siehe auch: „Wenn die vollkommene Geistlosigkeit im berliner Regierungsviertel ‚regiert …’

 

 

Ganz Klein gegen ganz Groß …

 

 

 

 

 

 

„… Unsere fortschrittliche Medizin fokussiert das Segment und hat das Ganze aus den Augen verloren. …“

 

Diese Sichtweise spiegelt sich in allen Lebensbereichen: Wir sind bestens über das Detail informiert – doch das Gesamte ist uns entglitten. Wir verstehen unsere Welt nicht mehr und verlieren die Kontrolle über unser Leben. Kriege, Attentate, Finanzcrashs, Massenverarmung, Umweltkatastrophen, Hunger und Epidemien setzen ganze Völker in Bewegung und treiben unseren Planeten an seine Grenzen.

 

Siehe auch: „Das Drama Ehec – und Goethe …

 

 

„Kunst“ und „Deutschland“ – das geht nicht (II) …

 

 

In Berlin wird ein Gedicht übermalt, das Studierenden nicht genehm ist, an amerikanischen Universitäten stehen Ovids Werke auf dem Index, Museen hängen Bilder ab, die als anstössig gelten. Geht die Freiheit der Kunst verloren? Ja, aber das ist nicht einmal das Schlimmste.

 
Zu „Kunst” und „Schweiz” hier mehr …

 

G.Thr.

 

 

(K)eine Vertreibung aus dem Paradies bitte!

 

Wir leben im ‚post-politischen Zeitalter‘, und wir ‚die Menschen wie Du und ich‘, die in den USA und Europa leben, sind aus der Zeit gefallen. Denn wir haben keine Antwort auf das, was uns geschieht. Und auch keine Strategie, um irgendwann wieder „in der Zeit zu sein“. Im heutigen ‚Dystopia‘ (dem Gegenbild zu Utopia) hat das Finanzkapital die Herrschaft übernommen und die Güterproduktion in den westlichen Ländern weitgehend abgeschafft. In auf Pump lebende Konsumenten verwandelt, finden sich immer mehr Menschen als Opfer des globalen Kapitalismus im ‚Korb der Verachtenswerten‘ (H. Clinton) wieder. Die Demokratie ist zur Farce geworden, die Bürger haben so gut wie keinen Einfluss mehr auf politische Entscheidungen. Und das Ganze ist fast reibungslos über die Bühne gegangen, ohne dass es nennenswerte soziale Proteste, eine grundlegende wissenschaftliche Kritik oder die kritische künstlerische Verarbeitung der Entwicklung gegeben hätte. Dies ist Gilad Atzmons Beschreibung des Zustands der Welt, in der wir leben. Warum ist das so(?)  …

 

 

„… Alle, alle haben ihren Stolz, ihre Würde und ihre Selbstachtung bedenkenlos an der Garderobe des WEF abgegeben. …“

 

Ein Paradebeispiel von widerwärtiger Speichelleckerei und charakterlosem Opportunismus ! Zum Fremdschämen !

(Aus dem Forum dazu …)

 

Siehe auch: „Davos — das globale Kapital ist begeistert von Trumps Offerten

 

 

„Kunst“ und „Deutschland“ – das geht nicht …

 

Gomringer-Gedicht an berliner Hausfassade – geht gar nicht!

 

G.Thr.

 

 

„Die Sehnsucht nach dem Krieg oder Blut tut gut“

 

Die ewige Seuche …

 

G.Thr.

 

 

Goethe: Elemente

 
 

Aus wie vielen Elementen

Soll ein echtes Lied sich nähren,

Daß es Laien gern empfinden,

Meister es mit Freuden hören?

 

Liebe sei vor allen Dingen

Unser Thema, wenn wir singen;

Kann sie gar das Lied durchdringen,

Wird’s um desto besser klingen.

 

Dann muß Klang der Gläser tönen

Und Rubin des Weins erglänzen:

Denn für Liebende, für Trinker

Winkt man mit den schönsten Kränzen.

 

Waffenklang wird auch gefodert,

Daß auch die Drommete schmettre;

Daß, wenn Glück zu Flammen lodert,

Sich im Sieg der Held vergöttre.

 

Dann zuletzt ist unerläßlich,

Daß der Dichter manches hasse;

Was unleidlich ist und häßlich,

Nicht wie Schönes leben lasse.

 

Weiß der Sänger, dieser viere

Urgewalt’gen Stoff zu mischen,

Hafis gleich wird er die Völker

Ewig freuen und erfrischen.

 
 
 
 

„… ein Haus, das nach vorne schaut, und eines, das rückwärts blickt. …“

 

Letzteres steht leider in Berlin.

Das passt doch glatt zur Tradition der Schmonzetten-Selbst-Bespassung berliner Polit-Prominenz – und deren „Niveau”.

Ihr armen Berliner: Die „Kraken sind wieder einmal im Lande” – oder waren es doch nur die „Babelsberger Böcke”?

Oder gar: „Hier will … die Maus den Elefanten reiten.”!?

 

G.Thr.

 

 

Wie das „europäische“ Polit-„Pack“ mit seinen Künstlern ‚umspringt‘ …

 

Gestern Mittag vor dem Gänseliesel einer international etwas bekannteren deutschen Universitätsstadt: Das Symphonie-Orchester schenkt dem dankbaren Publikum ein öffentliches Konzert …

Danach ein kurzes Gespräch mit dem Chefdirigenten, einem Schweizer, einem Zürcher …

Ich: „Oh das freut mich, Sie kommen aus einer der schönsten Städte Europas, der ganzen Welt.”

Der Chefdirigent darauf: „Ich würde gerne auch dort leben, wenn ich es bezahlen könnte …”

Ich denke: „‚Der arme Mann im Toggenburg’ ist eine lesenswerte, ganz gegenwärtige Geschichte …”

 

(Im Hintergrund dieses schönen Kunsterlebnisses: Die Werbe-Stände der in der Überschrift benannten Herren …)

Heute lese ich: „… Über 300 Kilo Lebensmittel werfen die Deutschen in den Müll – pro Sekunde(!) … Das macht knapp 20 Millionen Tonnen pro Jahr …”

 

Da läuft etwas ganz schief im Lande, in Europa: Wenn die, die ‚am Ruder sind’, am Ruder bleiben ‚aus dem Ruder’.

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „‚Spielraum der Freiheit’ – oder wie man den auch verspielen kann …

 

 

„Arte ed amore vincono il tempo“ (Kunst und Liebe besiegen die Zeit) …

 

… (eigentlich das ‚Entwicklungs-Programm‘ für die sich politisch zerstören wollende Menschheit, oder …)


G.Thr.

 
 

„Identität: Begreifst du, wer du bist?“

 

Wir dokumentieren die Rede, die Iso Camartin zur Eröffnung des Lucerne Festival 2017 am 11. August im KKL gehalten hat.

 

… – Da dort von ihm erwähnt, siehe auch: „‚Verlorenes Ich’ von Gottfried Benn (1943)” …

… und heute: „Massenindividualität statt Authentizität. Identitätsinszenierungen statt So-Sein. Konsum statt Zufriedenheit.”, …

‚Das Versagen des intellektuellen Establishments’ – nicht nur in den USA …”, …

Die Boten der Nachrichten sind schuld und nicht die Politiker, die das Chaos verursachen und zulassen …

 

 

Dürrenmatts Vermächtnis …

 

“[Meine] Stoffe sind der Sprache nicht gewachsen, ausserhalb von ihr angesiedelt, im Vorsprachlichen, noch nicht genau Gedachten, im Bildhaften, Visionären. Nicht meine Gedanken erzeugen meine Bilder, meine Bilder erzwingen meine Gedanken.” (Labyrinth, S.12f)

 

Zitiert von hier, dort im Schlussbericht Seite 8 …

Siehe auch: „Schweizer Meineide
 
 

„… Die Wurzelkraft der Deutschen, ihr Sprachgeist ist angepisst von einem Wechselbalg(!) …“

 

… Dagegen muss man sich wehren. …

 

… und mehr ist zu dem Pfingst-„Ereignis” 2017ff. im und für den deutschen Sprachkreis (D-A-CH) auch nicht zu sagen. Danke, Herr Suhrmann.

 

G.Thr.

 
 

„Ueberblick über Goethes Schweizer Reisen“

 

… den Friedrich Schiller’schen Wilhelm Tell

gäb es nicht ohne ihn

 
 

Die zerrissene Perlenkette …

 

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2002 stießen im Luftraum nördlich des Bodensees nahe Überlingen zwei  Flugzeuge zusammen. Die aus Ufa in Baschkortostan kommende Maschine mit 49 Kindern und 20 Erwachsenen an Bord zerschellte unweit von Brachenreuthe, die aus Italien kommende Frachtmaschine, besetzt mit zwei Piloten, stürzte etwa 15 km weiter im Hinterland bei Taisersdorf ab. Flugzeugteile und Leichen, Kleider, Koffer und persönliche Gegenstände fanden sich in weitem Umkreis. Am Boden kam niemand und nichts zu nennenswertem Schaden.

So nüchtern und sachlich kann man das im Nachhinein aufschreiben, aber es blieb und bleibt die Verstörung, der Schmerz, der Schrecken, die Ratlosigkeit, die Trauer, bei den Angehörigen die Untröstlichkeit.

 

die Folgen

 

…, aber was folgt daraus!?

 
 

„Wenn Brahms noch lebte …“

 
 

... , würden ihm die Pfeffersäcke dennoch keine
mickrige Kapellmeisterstelle bieten, weil man
das ganze schöne Geld für diesen zugegebenermaßen
wirklich prächtigen Bau ausgeben musste.

 
 
 

„Keine blasse Ahnung“ wird in D BuPrä, Bürgermeister etc.?

 

Es ist immer wieder ‚interessant‘, mitteleuropäischer ‚Elite‘ zu lauschen: So bei der Eröffnungsfeier der Elphie in HH …

Wohl muß man Herrn Scholz attestieren, dass er zumindest ’näher am Bürger dran‘ war: „Die Schöne ist erwacht.“ – Schön, aber auch gut? Cäcilia höchstpersönlich wird es nicht sein, aber den medial geradezu epidemisch heutzutage zerstörten und ‚dank Bildungspolitik‘ weiterhin zerstört werdenden Fähigkeiten zum Zuhörenkönnen ist zumindest etwas aufgeholfen mit diesem Saalbau. – Ich fürchte, es gehen eher diejenigen hin, die ‚es weniger nötig haben‘ … Sozial geht anders, ganz anders … Deswegen der bundesdeutsche Sturzflug von Herrn Bürgermeisters Partei?

Ich erinnere auch, daß vor Jahrzehnten ein Mitglied der Berliner Philharmoniker mir erzählte, daß es auch für sein Orchester immer schwerer werde, wirklich gute Solisten, Meister ihres Instruments, zu finden …

Aber, werte Redner in der Elphie am 11.01.2017, muß man wirklich öffentlich so zur Schau stellen, daß es mit den Kenntnissen zur Kunstgeschichte oder gar mit Wissen über die „Bewusstseinsentwicklung der Menschheit“ schwer hapert!? Die dort waren, merken so etwas gar nicht mehr, oder …

 

G.Thr.

 

 

Die Elphi – ein prometheisches oder ein titanisches Bauwerk(?) …

 

Grosses ist gelungen wie auch das weltgewandte und neutrale Architekten-Team aus Basel/Schweiz bescheinigte.

Sieht man so als meteorologisch etwas Interessierter sich die Hochwasser-Meldungen des Tages an, so wurde für diese Nacht zum 12. Januar für Hamburg eine Sturmflut angekündigt. Der Fischmarkt stand wieder einmal unter Wasser. Interessanter noch ist die Meldung, daß auch sehr viel weiter stromaufwärts jetzt bei Sturmfluten die Pegelstände rasant steigen … Bleckede a.d. Elbe, das ist so beinahe auf der geogr. Breite von Lüneburg, „Rote Rosen“ geht unter …

So hat HH endlich seinen grossen Spielort*, das Orchester kann möglichst lange spielen. – Hoffen wir auf ein langes Leben dort und überall!

 

G.Thr.

*) Das Programmheft zur Eröffnung der Elbphilharmonie als 25 Seiten-PDF hier …

 

 

Heribert Sasse …

 

Vor Jahrzehnten habe ich ihn noch in (West-)Berlin erlebt, privat am Rande, einmal – wohl nach seiner ‚Abdankung‘ als Generalintendant der Staatlichen Schaubühnen in Berlin – in der Hauptrolle in „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ von Ferdinand Raimund im Berliner Schillertheater. Nie werde ich diesen großartigen Auftritt von ihm vergessen … Jahre später verabschiedeten wir mit einer Reise nach Wien einen von dort stammenden Kollegen in St.Gallen. Welch großartiges wiener Theater! Kunststadt Wien! Heribert Sasse wird sicher Dir und mir fehlen.

 

G.Thr.

 

 

„Bienenköniginnen entstehen nicht durch das Protein Royalactin“

 

Auf die Schweizerischen Bienenväter ist vollkommener Verlaß …

 

G.Thr.
 
 

„Die ersten aufregenden 21 Tage im Leben einer Honigbiene“

 

Die faszinierende Metamorphose von einer Larve zur Honigbiene dauert 21 Tage. Der Fotograf Anand Varma hat diesen Wandlungsprozess in einem einmaligen Dokumentarfilm festgehalten, inklusive einer Varroa-Milbe mitten in der Brut. Das Video wird von Anand Varma kommentiert (deutsche Übersetzung).

 
 

Waldorfschulen: „… das steht aber nicht auf dem staatlichen Leerplan …“

 

… Damit sind die Waldorfschulen aber überfordert und das ist auch nicht im Interesse der meisten Eltern. ( Aus dem Forum dazu … )

 
… – Sagen wir es deutsch und deutlich*: An Waldorf-, resp. Rudolf Steiner-Schulen herrscht heutzutage nahezu durchgängig brutaler, teilweise nur als menschheitsverbrecherisch kriminell zu bezeichnender, vollkommen geistloser Eltern-Terror. – ‚Kraft durch Freude’, wie gehabt, wider die Wahrheit = Nationalsozialismus 2.0 – Punkt.

 

Gunther Thriene

*) „Die Waldorfschulen in der schwarzmagisch-kriminellen Schlangengrube” oder „Kindheitskräftemißbrauch an den Rudolf-Steiner-Schule …

 

 

Novalis: Kenne dich selbst

 

Freiberg, 11. Mai 1798

 

Eins nur ist, was der Mensch zu allen Zeiten gesucht hat;
Überall, bald auf den Höhn, bald in dem Tiefsten der Welt –
Unter verschiedenen Namen – umsonst – es versteckte sich immer,
Immer empfand er es noch – dennoch erfaßt er es nie.
Längst schon fand sich ein Mann, der den Kindern in freundlichen Mythen
Weg und Schlüssel verriet zu des Verborgenen Schloß.
Wenige deuteten sich die leichte Chiffre der Lösung,
Aber die wenigen auch waren nun Meister des Ziels.
Lange Zeiten verflossen – der Irrtum schärfte den Sinn uns –
Daß uns der Mythus selbst nicht mehr die Wahrheit verbarg.
Glücklich, wer weise geworden und nicht die Welt mehr durchgrübelt,
Wer von sich selber den Stein ewiger Weisheit begehrt.
Nur der vernünftige Mensch ist der echte Adept – er verwandelt
Alles in Leben und Gold – braucht Elixiere nicht mehr.
In ihm dampfet der heilige Kolben – der König ist in ihm –
Delphos auch und er faßt endlich das: Kenne dich selbst. 

 

 

Die Veredelung der Liebe durch wahre Kunst …

 

… Ich war vierzehn, und das Hören dieses Stückes* hatte mich vernichtet, in der noblen Bedeutung des Wortes: die körperliche Empfindung einer endlosen Öffnung, die einen in eine höhere Dimension zieht. Es handelt sich um eine sehr intime Erfahrung, die ich meinerseits weiterzugeben versuche, wenn ich Brahms spiele. Und ich bin glücklich, wenn es mir gelingt, den charakteristischen Ausdruck seiner Musik in Klang umzusetzen – den seelischen Schmerz, der aus dem Prozess des Sich-bewusst-Werdens entsteht, und dieser Blick nach hinten in dem Augenblick, in dem alles kippt, alles sich verändert, alles sich erklärt. Alle, die die Erfahrung dieser Augenblicke der Wahrheit, der Aletheia gemacht haben, die einen klar erkennen lassen, wer man ist und was einen umgibt, und einen zwingen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, werden verstehen, was ich meine. Es gibt bei Brahms … diese Versuchung der Nacht, die eine höhere, stärkere, in der ganzen Schöpfung verwurzelte Freude übersteigt und verwandelt. …

Hélène Grimaud: Das Lied der Natur, München 2014, S. 71

*) Brahms Erstes Klavierkonzert mit Claudio Arrau, dirigiert von Carlo Maria Giulini

 

Die ‚Verdichtung‘ des Seelischen bis hin zur möglichen Schicksalserkenntnis beschreibt Hélène Grimaud in der sie kennzeichnenden kunstvollen Stringenz. Sie berührt dabei und damit auch heute sich grundsätzlich stellende Fragen der menschlichen Existenz in einer sich zunehmend zerstörenden Welt, einer sich selbst zu vernichten drohenden Menschheit – überall auf der Erde.

Das Buch wünscht man sich mit seinem sehr ernsten Anliegen in die Hände möglichst vieler Leser.

 

Gunther Thriene

 

 

Saint Denis, der Schutzpatron der jesuitisch arbeitenden „Anthroposophen“ …

 

… und Waldorfle(h, mehrheitlich: e)rer.

 

Text folgt …

 

Friedrich Hölderlin: Lebenslauf

 
 

Lebenslauf

 

Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
All uns nieder; das Laid beuget gewaltiger;
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.

Aufwärts oder hinab! herrschet in heil’ger Nacht,
Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,
Herrscht im schiefesten Orkus
Nicht ein Grades, ein Recht noch auch?

Diß erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich
Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
Daß ich wüßte, mit Vorsicht
Mich des ebenen Pfads geführt.

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern’,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.

 

Friedrich Hölderlin, Sommer 1800

 
 
 

„Wer lacht und glücklich ist, bekämpft sich nicht, führt keine Kriege.“

 
 

Die Chaplins



 
 

Wenn die vollkommene Geistlosigkeit im berliner Regierungsviertel „regiert“ …

 

muss das DEUTSCHE THEATER dort UNTERWERFUNG auf die Bühne bringen, – das ist schon richtig so …

Was für Auseinandersetzungen auf die EU-Mitgliedsstaaten und damit auch Deutschland zukommen(?) – die sind schon da, zeigt der integrationsfreudigste ( „Die Schweizermacher” ) und freundlichste Staat Europas, den ich kenne, die Schweiz – trotz – oder wegen der(?) – Schweizer Garde:

Salafist Emir Tahirovic stellt sich seit Jahren gegenüber den Behörden quer. Aktueller Fall ist das Schwimmunterrichtsverbot für seine Tochter. Das löst heftige Reaktionen aus. …

Man kann natürlich mit solchen vollkommen unnützen Dauer-Diskussionen ganz geschickt ablenken von den wirklichen Problemen im Land, im Staat, in Europa und der Welt …

UND: Darin sind wohl Politiker weltweit „einsame Spitze” …

Aus einem Forum zum oben benannten und nicht nur in Berlin inszenierten Roman: Wer statt dessen die Lücke im Werte-Vakuum füllt, ist da schon fast egal.”

Gross-Sekte, ganz große Sekte können die Deutschen (Christen), das haben sie schon öfter bewiesen: Guckst Du am Himmelfahrtstag den Opus Dei-Hänfling Markus Lanz, dann weiss man – nichts, ausser der üblichen GEZ-Gehirnwäsche: Anschluss empfohlen, genauer: ‚UNTERWERFUNG unter Rom’ … Da hätten wir ja doch besser gleich auf den Massenmörder Breivik gehört, oder!???

ABER: Das hatten wir schon einmal 1933ff. …

Nachtrag 08. Mai: Denken können war schon immer Luxus in diesem Staat, aber den „Luxus” sollten sich Deutsche heute zur Verhinderung der Wiederholung der Geschichte leisten, oder!?!

 

Gunther Thriene

 

Siehe auch: „Im Deutschen Bundestag am 30. Januar 2013

 

 

„Waldorf-Theater nach umstrittenem Buch“

 

Oder: WIE MAN (Waldorf-)SCHULE MACHT, UND ERKENNEN KANN, MUSS: DIE SCHÜLER SIND SCHLAUER ALS DIE (Waldorf-)LE(E)HRER …

 

 

 
 

Kein einziger Rudolf Steiner-Schullehrer weltweit kann dieser Schülerin antworten!?

 

Wirkliche Kunst ist immer „an der direkten Pulsmessung“ der Menschheit, während Politiker ja immer erst nach (Welt-)Kriegen l a n g s a m aufwachen …

Da beschäftigt sich eine Oberstufenschülerin mit dem Schicksal einer ganz jungen Frau aus Bayern, die sich dem IS anschließt – und verarbeitet dieses innere Ringen mit einer Jahresarbeit, einem Schauspiel auf dem Münchner Schultheaterfestival 2016. Die SZ schreibt dazu und resümiert …

… Später wird Fanny Rösch vom Publikum gefragt werden, ob sie nun eine schlüssige Antwort gefunden hat, warum Mädchen wie Rosalie, wie Elif verschwinden. Bescheiden wird sie nein sagen. …

Solange Europa auf diese existentiellen Fragen keine ehrlichen Antworten findet, rede mir kein Mensch von Bildung:

Gehen Sie einmal nach Dornach, dort wabbert der geistige Verwesungsgestank durch die Straßen.

 

Gunther Thriene

 

 

Wieviele Menschen sind weltweit auf der Flucht?

 

Die UNO-Flüchtlingshilfe gibt dazu genauere Zahlen an und warnt deutlich vor den rasant weltweit ansteigenden Zahlen …

Eine junge Frau wird wohl beim diesjährigen Eurovision Song Contest die Ukraine mit einem Lied vertreten, das das Schicksal ihrer 1944 nach Sibirien deportierten Großmutter thematisiert. Die Sängerin hat wohl selbst erlebt, wie diese Deportations-Traumatisierung* lebenslang bei ihrer Grossmutter unverarbeitet blieb.

Die Zahl der unbehausten Seelen nach den Völkerschlachten des letzten Jahrhunderts wird also die Zahl der jetzt Fliehenden noch um ein Vielfaches überragen.

Insgesamt geht es also um eine viel grössere Aufgabe, als deutsche oder europäische Politiker sich bisher auch nur vorzustellen wagen.

Wie behausen wir diese Abermillionen Unbehausten wieder auf einem Planeten, der durch die bisherige Politik eher nur Zerstörung erfuhr – und erfährt?

Wie bildet man wieder Kultur!?

Nachtrag Pfingstsonntag 2016: Herzlichen Glückwunsch zum ESC-Gewinn, Jamala!

 

Gunther Thriene

 

*) Diese Schicksale werden auch eindrücklich geschildert in der Autobiographie „Die schwarzen Wasser des Wassjugan: Aus dem Leben eines Verbannten“ von Julius Wolfenhaut

 

„Mit der WARE MENSCH können bei ausreichender Kapitalskraft möglichst gute und sichere Geschäfte gemacht werden. …“

 

… Und der große ZUHÄLTER aller dieser kapitalistischen GESCHÄFTEMACHER, PROFITEURE ist ganz selbstverständlich der CDU/CSU/SPD/GRÜNE;/“LINKE“/“Gewerkschafter“ und unisono BRD-Parteienstaat. …

 

Eine grosse Künstlerin drückte es vor Jahren schon so aus:

 

 

Zuhören müßte man können!

 

Gunther Thriene

 

 

„Schwellengang“

 

SCHWELLENGANG

 

Der Weg ist schmal, die Nacht ist wirr,

Wohin soll ich mich wenden?

„Ich bin mit dir, o folge mir,

Im Heil wird alles enden.“

Das Wasser rauscht,

Tief ist die Furt,

Wie findet sich das Ufer?

„Ich bin mit dir, o folge mir,

Erwarte dich als Bruder.“

Die Bahn ist steil,

Der Stein ist glatt,

Schon stürz‘ ich angstbeschwert hinab,

Wo bist du nur, mein Rufer?

„Ich bin mit dir, o folge mir

Hinan ans Geistesufer“ –

Der See ist uferlos und weit,

Die Nebel sinken dichter,

O Herr, der Segler ist bereit,

Wo find ich dich, mein Richter?

„Ich bin in dir, o folge mir

In Tiefen und auf Höhen,

Die Weisheit macht die Tiefen hell,

Die Liebe stützt die Höhen.“

 

Berta Gräfin Polzer-Hoditz am 24. Juni 1915

 

Anmerkung: Das Gedicht wurde von ihrem Ehemann Ludwig Polzer-Hoditz seinem Buch DAS MYSTERIUM DER EUROPÄISCHEN MITTE (Ausgabe 1928) hintangestellt, das er ihr auch widmete „in treuem Gedächtnis an unseren großen Lehrer Dr. Rudolf Steiner“. Laut einem Hinweis dort erschien es vorher in „Ausschau – Einschau“. Gedichte. Selbstverlag. – (ohne Zeitangabe). – Das Datum unter dem Gedicht ist bedeutsam, macht es doch darauf aufmerksam, dass neben Steiner eben auch zumindest Berta und Ludwig Polzer-Hoditz sehr früh die weltgeschichtliche Zäsur deutlich war, deren politisch gewollter Unerkenntnis im 20. Jahrhundert Millionen und Abermillionen Menschen zum Opfer fielen – und auch heute noch fallen. Dumm gehaltene Völker parieren und marschieren besser …

 

„Von nun an ist alles anders.“ – Zu R. Safranskis GOETHE-Biographie

 

Wird man seiner Aufgabe gerecht? Werde ich Goethe gerecht, wenn ich mich ihm zuwende?

Die Frage ist berechtigt in Zeiten, in denen ‚genialische’ Menschen in riesigen Bibliotheken eher verborgen bis gänzlich unerkannt bleiben, zumal ganze Heerscharen von Germanistik-Professoren heutzutage wegen völliger Inkompetenz diesen Zustand eher noch gravierend verstärken als Licht ins Dunkel zu bringen.

Wird Rüdiger Safranski seinem ‚Gegenstand’ Goethe gerecht? – Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch wünsche ich in die Hände jedes Menschen.    – Nicht vorschreibend wie gewisse teutsche Diktatoren mit ihren unlesbaren Pamphleten sich in jedes deutsche Bücherregal ‚wünschten’, sondern aus freiem Erkenntniswillen und mit dem Wunsch, dass die deutsche Kultur wieder aufgebaut werden möge, die seit weit mehr als einhundert Jahren nurmehr politische Zerstörung erfuhr – und erfährt …
Rüdiger Safranski befreit Goethe aus der weitverbreiteten Deutsch-Lehrer-Idiotie, ihrem Gedankenlosigkeits-Gefängnis, das da lautet: „Wir hatten die Nazi- und Stasi-Schergen trotz Goethe, also was brauchen wir heute noch Goethe?!” – Deren Schulen aber wünscht man ja keinem einzigen Kind dieser Welt: Inklusion der staatlich beförderten Volksverdummung funktioniert eben viel besser mit gehirngewaschenen Beamten-Seelchen, die heute die Sekundärliteratur der Sekundärliteratur über … in kilometerlangen Regalen rezipieren können – und das allein schon für Erkenntnis halten …

Safranski durchschaut diesen kollektiven Irrtum der uniform total langweiligen Undeutsch-Lehrer und -Professoren, wartet auch keinen Goethe-Verbot’s-Erlaß der sog. Kultusminister und weitere ‚Volksvernichtungs-Befehle’ ab – und erzählt Goethes Leben einfach und arbeitsam weitestgehend nach den ja auch noch reichlich vorhandenen Original-Quellen (Zitate Goethes im Folgenden kursiv):

 

… Wenn ein Geistesblitz, ein Einfall, eine plötzliche Intuition einen bisher rätselhaften und dunklen Zusammenhang mit einem Mal erkennbar werden läßt – eine Evidenz im Augenblick -, dann nennt Goethe das ein Aperçu, zunächst und hauptsächlich bei der Naturerkenntnis. Alles kommt in der Wissenschaft auf das an, was man ein Aperçu nennt, auf ein Gewahrwerden dessen, was eigentlich den Erscheinungen zum Grunde liegt, heißt es in der »Geschichte der Farbenlehre«. Der Begriff kommt aus den Französischen, wo er für eine rasche Erst-Wahrnehmung steht.     Drei Aspekte am Aperçu als außerordentlichem Erkenntnisereignis treten hervor:                                             Das eigentliche Objekt ist nicht ein zufälliges oder belangloses Phänomen, sondern eines, das den Durchblick auf den Zusammenhang des Ganzen, auf das Unendliche gewährt. Das Objekt ist zwar ein einzelnes und gegenständliches, doch zugleich symbolisch durchscheinend für die ewige Harmonie des Daseins. In diesem Sinne wird Goethe etwa die Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim Menschen, die er im übrigen auch als eine jähe Einsicht beschreibt, als Einblick in den Gesamtzusammenhang der Natur deuten, da dieser Knochen, den man bei Tieren, aber noch nicht beim Menschen entdeckt hatte, ihm als Beweis dafür gilt, daß es einen gleitenden Übergang zwischen Mensch und Tier gibt, daß also die Natur eben doch keine Sprünge macht. So wird der Zwischenkieferknochen zum Gegenstand eines Aperçus. Nach der Seite des Objektes verweist das Aperçu also auf eine Totalität, die sich plötzlich in etwas Einzelnem enthüllt.               Nach der Seite des Subjektes bedeutet das Aperçu, daß der Erkennende sich verwandelt fühlt, wie aus der Vereinzelung gelöst und erhoben zur Teilhabe am Sinn des Ganzen. …            Der dritte Aspekt betrifft die Plötzlichkeit, Augenblicklichkeit des ganzen Vorgangs. Auf einmal sieht man die Dinge neu, sieht mit anderen Augen in die Welt. Damit verbunden ist ein Einschnitt im Leben. Von nun an ist alles anders. Das Leben wird durchschnitten, es gibt im pathetischen Sinne ein Vorher und Nachher. …                                                                       Das  Aperçu mit diesen drei Aspekten … nennt Goethe eine genialische Geistesoperation. …


Das bewundernswerte an Rüdiger Safranskis GOETHE-Biographie ist das akribische Aufspüren dieser geisteswissenschaftlichen Dimension dieses weitgehend unbekannten bzw. falsch verstandenen bis böswillig bekämpften Wissenschaftler und Künstlers Goethe, sein Werk wie das Goethes eine stille, unaufdringliche Kampfansage gegen die – nicht nur: kulturpolitisch – gängige (Selbst-)„Verzwergung”* des Menschen.

Seine Biographie macht auch deutlich, daß Goethe seine Studienjahre nicht fach-idiotisch vertat, sondern universell ernst nahm – und dadurch die oben im Zitat kurz zitierte Wahrheits- und Freiheitssphäre der Intuition vor seinem Brotberuf in Weimar sich erarbeitete. Dazu passt auch, …

… daß Goethe das Anerbieten der Straßburger juristischen Fakultät ablehnte, ihn gegen eine Gebühr doch noch zum ordentlichen Doktor der Jurispudenz zu promovieren. Es sei ihm vergangen, Doktor zu sein, schreibt er an Salzmann, er habe es so satt an aller Praxis, daß ich höchstens nur des Scheins wegen meine Schuldigkeit tue. …

Was aber machen heutige (Bundes-)Minister mit des öfteren erschlichenem Doktorhut außer der Vermehrung geistiger Armseligkeit – und deren schamloser massenhafter Verbreitung in Talkshows? 

 

Gunther Thriene

 

*) Jede Ähnlichkeit mit anthroposophischen Goetheanum-Adepten ist rein zufällig …

 

„Der Sturz der Engel …“

 

Raffael St.Michael (um 1505)

Raffael: St. Michael (um 1505)

 

… (Zitat von hier …)

In der Anthroposophie wird Luzifer als „Lichtträger“ (Lucifer = lat. Lichtträger) verstanden, der die Menschen aus dem irdischen Dasein in ein sinnlich-geistiges Zwischenreich führen will (anstatt in die rein geistige Wirklichkeit Gottes). Luzifer ist es nach Rudolf Steiners Ausführungen auch, der Adam und Eva im Paradies verführte und ihnen zu früh die Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen gab, also zu einem Zeitpunkt, zu dem die Menschen noch nicht bereit dafür waren. Seither sind die Menschen tiefer in die sinnliche Welt geraten und wurden für andere widergöttliche Wesenheiten zugänglich.
Die Tätigkeit Luzifers hat also das Wirken des zweiten bösen Geistwesens, das Rudolf Steiner Ahriman nennt, ermöglicht. Ahriman hingegen möchte die Menschen in ein sinnlich-materielles Zwischenreich führen, das auch als untermenschlich bezeichnet werden kann.
In der Anthroposohpie gibt es demnach zwei gefallene Engel mit ihren jeweilgen zugehörigen Engeln: Luzifer und Ahriman. Luzifer, der rauschhaft, schwelgerische und weltflüchtige Engel, der die Menschen mit dem Gefühl von Genuss und Auflösung lockt, steht gegenüber Ahriman, dem materialistisch-technischen, kalt berechnenden Engel, der die Menschen mit Kontrolle und Vereinheitlichung lockt. Dazwischen sieht die Anthroposophie Christus, der die Menschen zu ihrer eigenen Bestimmung bringt und sie zu Freiheit, Liebe und ewigem Leben (Weiterentwicklung) führt.

 

 

Vertreibt Europa wieder einmal seine besten Geister!?

 

I am also ideologically driven in my decisions, seeing the excesses of modern capitalism leading the world to a catastrophe. I don’t want to be part of that mechanism. It’s for my soul’s salvation.

(… Ich … sehe, dass die Exzesse des modernen Kapitalismus die Welt in eine Katastrophe führen. Ich möchte nicht ein Teil dieses Mechanismus sein. Es ist für mein Seelenheil. …)

 

Adina Spire floh im Jahre 2009 aus Rumänien – Mitglied der EU seit 2007 – nach Russland (siehe oben verlinkten englischsprachigen Artikel).

 

Gunther Thriene

 

 

Ludwig Hölty: Frühlingslied

 

 

 

Frühlingslied

 

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund
ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

 

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht
hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

 

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

1748 – 1776, Mitglied im Göttinger Hainbund

 

 

 

 

„Eine Alchemie, die im Alter Schönheit verleiht“

 

„Es gibt nur eine Alchemie, die im Alter Schönheit verleiht: Das Gefühl!“

Clara – die Protagonistin in Marc Levi’s Roman BIS ICH DICH WIEDERSEHE, der spielerisch das Thema der möglichen Wiedergeburt und des Bösen, das das zu verhindern sucht, zentral zum Inhalt hat …

 

Levis Roman ist ein ganz leicht zu lesendes „Unbuch“, weil es mit seinem Ende beginnt. …

„Alles in allem ist dieser Roman jedem Freund esoterisch-übersinnlich-paranormalem Wahnsinns zu empfehlen.“, schreibt ein JederMensch in einer Rezension eines bekannteren Online-Versand-Buchhändlers:

Also quasi eine Pflichtlektüre für alle, die die Anthroposophie haben – das sind viele(!) – und nach mehr streben … :-)

 

G.Thr.
 
 

„… weil ich nicht zauderte … der Stimme meines Gewissens zu folgen …“

 

…, schreibt Jakob Grimm im Januar 1838 im Nachgang seiner Entlassung als Professor in Göttingen, bekannter als Entlassung der Göttinger Sieben durch den König von Hannover.

Auf dem Campus dieser Universität 175 Jahre später – genau Karfreitagmorgen 2012:

Polizei ermittelt

Grass-Denkmal beschmiert

08.04.2012 11:44 Uhr
In Göttingen haben Unbekannte ein vom Literaturnobelpreisträger Günter Grass gestiftetes Denkmal mit Graffiti beschmiert. Auf dem Sockel einer Plastik, die auf dem Universitätscampus an die „Göttinger Sieben“ erinnern soll, schmierten Unbekannte „SS! Günni halts Maul“. …
Aus dem Göttinger Tageblatt

 

Was ist Entwickelung?

 

Gunther Thriene

 
 

Zum 20. März …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jörgen Smit: Waldorfpädagogik – oder: Mensch werden …

 

„Die ganze Menschheit ist im selben Boot.“ – oder:

Was erwartet die Jugend von der Waldorfpädagogik in der Zukunft?
Vortrag von Jörgen Smit von der pädagogischen Sektion am Goetheanum gehalten auf der Universität in Wien im Oktober 1989. Einiges zur Entwicklung in Siebenjahresschritten und über die drei wichtigen Kompetenzen für eine umfassende Bildung: Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Sachkompetenz (1h 23min):

 

 

 

 Link: Waldorfschulen in Norwegen

 

 

Leben gestalten, Zukunft bewegen …

 

 

 

 

Paul Klee: Der goldene Fisch

 

 

Paul Klee (1879-1940), Der Goldfisch (Der goldene Fisch), 1925,
Ölfarbe und Aquarell auf Papier auf Karton, 49,6 x 69,2 cm, Hamburger Kunsthalle, Hamburg

Das Bild galt im Nazireich als ‚entartete Kunst‘.

Der grossartige hanseatische Bürgersinn zeigt so heute, dass man durch die und mit der Kunst sogar Weltgeschichte ‚begreifen‘ kann: ‚Man sieht nur mit dem Herzen gut‘ – oder: Solche Menschheitsliebe macht sichtbar – und nicht blind: Sie heilt – und kränkt nicht, sie erbaut – und zerstört nicht.

 

Jeder neue Gegenstand, wohl beschaut, schliesst ein neues Organ in uns auf. – Goethe

 

 

Joseph Beuys: „Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt“

 

Von Brügge, Peter

SPIEGEL-Gespräch mit Joseph Beuys über Anthroposophie und die Zukunft der Menschheit

SPIEGEL: Herr Beuys, Sie beziehen sich in Ihrer künstlerischen Arbeit besonders auf Rudolf Steiner und seine Anthroposophie. Wie sind Sie denn darauf gekommen?

BEUYS: Nach dem Kriege, als Student, wohnte ich bei einer Familie, die sich ein bißchen mit Grenzwissenschaften befaßte, und da war so allerlei im Bücherschrank: Ostasiatisches, Yoga, auch ein paar Sachen von Steiner. Ich war spontan davon angerührt. Es war günstig, daß ich die mehr gesellschaftsbezogenen Werke in die Finger gekriegt habe.

SPIEGEL: Die „Kernpunkte der sozialen Frage“?

BEUYS: Ja, und seine Dreigliederungsidee. Es paßte zu dem, was so in meinem Kopf umging. Und seit der Zeit sind diese Ideen in meiner Arbeit immer wirksam geblieben. Und ich habe mich deswegen ja auch mit allen möglichen anderen Anthroposophen herumgeschlagen.

SPIEGEL: Was verstehen Sie denn in der heutigen Situation unter Dreigliederung?

BEUYS: Es geht um die Notwendigkeit, über die Gesellschaft so nachzudenken, daß man ein Verhältnis zu ihrer Grundgestalt bekommt. Was ja bis heute nicht passiert ist. Der Marxismus und der Privat-Kapitalismus berücksichtigen nicht die Grundgestalt des sozialen Geschehens. Für mich ist das Wichtigste, was Steiner gesehen hat, diese Gestalt des sozialen Geschehens und ihrer Grundkräfte.

SPIEGEL: Freiheit im Geistesleben, Gleichheit vor dem Recht, Brüderlichkeit in der Wirtschaft, wie Steiner das meinte, bedeutet das nicht ein eher abstraktes Gesellschafts-Splitting?

BEUYS: Dreigliederung heißt nicht, daß der soziale Organismus in drei Stücke gehauen wird. Es gilt vielmehr, die drei Dinge getrennt zu begreifen und in ihren Funktionen untereinander so zu verstehen, wie ein Arzt das Herz im Zusammenhang mit der Galle, mit der Milz und dem Gehirn verstehen muß. Er muß es begrifflich trennen können, damit er das organische Zusammenspiel begreifen kann. Heute – und das nennt man ja Verfilzung – ist das vollkommen chaotisch, keiner weiß, was mit den Gesellschaften ist.

SPIEGEL: Wer sagt Ihnen, daß Wildwuchs nichts Organisches ist?

BEUYS: Nein, das ist Zersplitterung, das Gegenteil von organisch. Das ist pluralistisch, und das heißt eigentlich „Zerstreut euch noch mehr“. Das ist Zerfall. …

ALLES HIER …

 

 

Das Drama Ehec – und Goethe …

 

Nun analysieren sie wieder: Eine tödliche Krankheit grassiert in Deutschland und Europa – und die Spezialisten suchen verzweifelt nach der Ursache, der Seuchenquelle …

Nun weiss jeder Krankenhaushygieniker, dass gerade dort, wo sauberst, möglichst steril gearbeitet werden muss, bei geringster Nachlässigkeit Bakterien, Viren, Pilze gerade hohe Resistenzen bilden.

Jeder gesunde Mensch lebt mit diesen Bakterien, Viren und Pilzen – und erkrankt zumeist nicht, weil sein Immunsystem und die tägliche Hygiene i.d.R. diese abwehrt, d.h. in der Anzahl im und am Körper so gering hält, dass sie nicht ‚Oberhand‘ über ihn erlangen.

Schon oft gering geachtete Empfindlichkeiten bringen oft dieses Gleichgewicht in Unordnung: Ängstliche Menschen vor Ansteckung erkranken signifikant häufiger als Nicht-Geängstigte etc.

Neben der physisch-leiblichen, vitalen Konstitution ist also auch unsere seelisch-geistige Verfassung von existentiellem Einfluss auf unsere menschliche Gesundheit bzw. unser Krankwerden.

Was also ist die Ursache einer Krankheit, einer Seuche? Die Gurke, Tomate, die Sprossen können Überträger sein. Entscheidend ist aber in erster Linie der Organismus Mensch im engeren und weiteren Sinne selbst.

Gerade das aber hat unsere atomistische ‚Wissenschafts-Gemeinde‘ an zumeist politisch auserwählten Elite-Universitäten weitestgehend vollkommen aus den Augen verloren – und denunziert nun haltlos ein Gemüse nach dem anderen …

Keiner kommt darauf, dass uns Menschen mittlerweile Goethes „geistiges Band“ vollkommen abhanden zu kommen droht, weiss auch nur ansatzweise, was das denn sein könnte:

KEINER!?

Nein, es gibt solche Seelen, solche Geister:

Eine Suche nach der „Wachstumsstelle einer menschenmöglichen Zukunft“ nennt z.B. Sigrid Damm ihr Lebenswerk, dass nicht zufällig auch Goethe und Schiller mit im Mittelpunkt hat.

Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben,
Sucht erst den Geist heraus zu treiben,
Dann hat er die Teile in seiner Hand,
Fehlt leider! Nur das geistige Band.
Encheiresin naturae nennt’s die Chemie,
Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie.

                            Goethe, Faust I

Goethe kannte sicherlich nicht den Namen ‚Ehec‘, aber das Problem als realer Krankheitsprozess stand ihm lebenslang vor Augen. Mit Sicherheit!

 

Gunther Thriene

 

Literaturhinweise:

Frank Nager, GOETHE – Der heilkundige Dichter

Sandrine Delorme, Untersuchungen zum Nachweis von vero-toxinogenen E. coli (VTEC), speziell Serovar O157, in Lebensmitteln speziell tierischen Ursprungs mit verschiedenen Anreicherungsverfahren

 

 

„… wer nicht selbst denkt …“

 

… Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln, und wer nicht selbst denkt, nicht aufs freie uferlose Meer steuert mit seinem Geist, der wird die Gottheit nicht selbst erreichen, nicht selbst handeln, denn sich nach andern richten, das ist nicht handeln, handeln ist Selbstsein, und das ist: in Gott leben.

Aus: Bettine von Arnim, Die Günderode

 


„… ist es nicht an uns, uns zu verändern?“

 

… Aber nun, da so vieles anders wird, ist es nicht an uns, uns zu verändern? Könnten wir nicht versuchen, uns ein wenig zu entwickeln, und unseren Anteil Arbeit in der Liebe langsam auf uns nehmen nach und nach? Man hat uns alle ihre Mühsal erspart, und so ist sie uns unter die Zerstreuungen geglitten, wie in eines Kindes Spiellade manchmal ein Stück echter Spitze fällt und freut und nicht mehr freut und endlich daliegt unter Zerbrochenem und Auseinandergenommenem, schlechter als alles. Wir sind verdorben vom leichten Genuß wie alle Dilettanten und stehen im Geruch der Meisterschaft. Wie aber, wenn wir unsere Erfolge verachteten, wie, wenn wir ganz von vorne begännen die Arbeit der Liebe zu lernen, die immer für uns getan worden ist? Wie, wenn wir hingingen und Anfänger würden, nun, da sich vieles verändert. …

Rainer Maria Rilke in „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“

 

 

Geistesmut …


… Das etablierte Christentum ist überall auf dem Rückzug. Gegenüber dem Islam ist es spirituell verkümmert und es wird unterliegen, wenn es das Kommende weiter zu verhindern sucht. Zukünftig ist aber ein solares Christentum mit dem Kennzeichen, daß der wahre Christ den direkten Zugang zum Mittler in Sein Reich in sich selbst gefunden hat. Die institutionelle Kirchenmacht und -religion verschwindet, weil sie nicht mehr gebraucht wird. Das künftige kosmische Chistentum steht im Zeichen der Sonne und wird dem Islam begegnen in einem kosmischen Fest der Versöhnung auf den Trümmern beiderseits überlebter Institutionen. Noch ist der Islam dem herrschenden Christentum durch sein offenes Bekenntnis zum Mond und damit zu den belebenden Kosmoskräften voraus. Ein christlicher Impuls, der dem Islam als Weltenreligion ebenbürtig sein will, muss erkennen, daß es wahre Sonnenreligion ist. Das Etablierte zu überwinden ist der gerechte Kampf gegen die Verdummung. Dieser Kampf ist begonnen. Zeichen des Sieges wird sein, wenn das Todessymbol des Kruzifix aus dem öffentlichen Raum entfernt ist und ersetzt durch den Sonnenstrahlenglanz der Monstranz. Dann kann die spirituelle Allianz von Christentum und Islam im Zeichen von Sonne und Mond den nächste Schritt wagen, der da ist die Erlösung des Hebräertums durch Integration in den kosmischen Zusammenhang.

Dies sind die Voraussetzungen für das Mittelpunktsgeschehen der Jungfrau, die auf dem Monde steht. Ihr Name ist Isis-Sophia und ihr Zeichen die Venus. Dieser Impuls ist noch im Dunkel der Zukunft. Jeder, der diesen Gedanken in sich belebt, stärkt aber dessen Potential. Der einstmals für die Zukunft Europas gestiftete Gral und sein Gegenpol das Palladium werden erneut erwachen und das Spannungsfeld bilden für das Konzert aller Kräfte, das die Menschheit zum Gelingen des Alls zu geben hat und in dem Luzifer selbst als fünfte Kraft erstmalig seine Stimme zum gemeinsamen Kyrie erklingen lässt.


… schreibt Wolfgang Suhrmann, Berlin, zu Michaeli 2010.

Aber ist das Isis-Sophia-Mysterium wirklich ’nur‘ ein „Impuls …  im Dunkel der Zukunft“?

Wodurch wurde dann Wolfgang Amadeus Mozarts ZAUBERFLÖTE zur weltweit meistgespielten Oper? – Die Menschen ahnten und ahnen heute schon ganz konkret diese Zukunft – ganz gegenwärtig und überall1. Sie lebt ganz real in ihren Seelen.

Auch eine gängige Fehlinterpretation Goethes will da wohl zurecht gerückt werden2. Wer sonst schreibt eine MARIENBADER ELEGIE nach einem ’netten Korb‘!?

Stefan Zweig, der sich ohne direkte Bedrohung am 22. Februar 1942 in Brasilien gemeinsam mit seiner Frau „aus Schwermut über die Zerstörung seiner ‚geistigen Heimat Europa'“ das Leben nahm, hatte 1927 diesem Gedicht nichts weniger als ein Kapitel in seinen STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT gewidmet:

Er beschreibt das lyrische Dokument als das „bedeutendste intimste Gedicht seines (Anm. Goethes) Alters“ … Für Zweig enthalten die Verse „eine der reinsten Strophen über das Gefühl der Hingabe und Liebe, die jemals die deutsche und irgendeine Sprache geschaffen:“


In unsers Busens Reine wogt ein Streben,
Sich einem Höhern, Reinern, Unbekannten
Aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben,
Enträtselnd sich den ewig Ungenannten;
Wir heißen’s: fromm sein! – Solcher seligen Höhe
Fühl’ ich mich teilhaft, wenn ich vor ihr stehe.

 

Die neue, weil verchristlichte Isis-Sophia wurde so schon für Goethe zur erlebten lebendigen Wirklichkeit3.

Wir Nachgeborenen erhellen den durch die Tyrannei sich für Stefan Zweig u.v.a.m. unrettbar verdunkelt habenden Himmel wieder durch Anerkennung eines Weltenlehrers, wie Goethe es ist.

Goethe macht uns – auch und gerade heute – wesentlich und damit wirksam. Rudolf Steiner nannte später diese wesentliche Wirksamkeit auch einfach „reines Denken“ …

Das aber sollte man zumindest können, wenn man sich Anthroposoph nennt.


Gunther Thriene


1) Ähnlich wie Grundmotive in den Märchen der Welt überall – nur nominell anders – auftauchen, als gäbe es eine Weltsprache, einen Grundkonsens über das Wahre, Schöne und Gute vollkommen unabhängig von meiner oder Ihrer Nationalität …

2) nun ja, Herr Martin Walser

3) So mancher „anthroposophische“ Kurzschluss, der zumeist in ganz übler Sektiererei mündet, erhellt sich dann, wenn man Goethes Gabriel-Zeitalter von unserem heutigen Michael-Zeitalter unterscheiden zu lernen sich bemüht.

 

Hölderlin: Unter den Alpen gesungen

 

Unter den Alpen gesungen

 

Heilige Unschuld, du der Menschen und der
Götter liebste vertrauteste! du magst im
Hause oder draußen ihnen zu Füßen
      Sitzen, den Alten,

Immerzufriedner Weisheit voll; denn manches
Gute kennet der Mann, doch staunet er, dem
Wild gleich, oft zum Himmel, aber wie rein ist
      Reine, dir alles!

Siehe! das rauhe Tier des Feldes, gerne
Dient und trauet es dir, der stumme Wald spricht
Wie vor Alters, seine Sprüche zu dir, es
      Lehren die Berge

Heil’ge Gesetze dich, und was noch jetzt uns
Vielerfahrenen offenbar der große
Vater werden heißt, du darfst es allein uns
      Helle verkünden.

So mit den Himmlischen allein zu sein, und
Geht vorüber das Licht, und Strom und Wind, und
Zeit eilt hin zum Ort, vor ihnen ein stetes
      Auge zu haben,

Seliger weiß und wünsch‘ ich nichts, so lange
Nicht auch mich, wie die Weide, fort die Flut nimmt,
Daß wohl aufgehoben, schlafend dahin ich
      Muß in den Wogen;

Aber es bleibt daheim gern, wer in treuem
Busen Göttliches hält, und frei will ich, so
Lang ich darf, euch all‘, ihr Sprachen des Himmels!
      Deuten und singen.

 

Friedrich Hölderlin, 1801 in Hauptwil/Thurgau/Schweiz

 

 

Die Weltgeschichte – fast schon in anthroposophischer Beleuchtung …

 

… Die Geschichte fragt nicht nach dem Stand der Debatte über sie. Das ist eine der größten Kränkungen, die der aufgeklärte deutsche Intellektuelle zu verarbeiten hat. Sein Wohlverhalten der eigenen Ideologie gegenüber hat ihn ein ganzes Jahrhundert lang keinen Zentimeter weiter gebracht. Und ihm auch keinen Zentimeter Erkenntnis beschert. So begreift er sich weiterhin als Verhandlungsführer unserer Öffentlichkeit mit den Verächtern und Gegnern unserer Werte und unserer Freiheit, und ist gleichzeitig der staatlich subventionierte Fundamentaloppositionelle. …

Aus: Richard Wagner, Die goldene Schere im Kopf

 

Hervorhebung G.Thr

 


Rainer Maria Rilke: Königslied

 

 

KÖNIGSLIED

 

Darfst das Leben mit Würde ertragen,

nur die Kleinlichen macht es klein;

Bettler können dir Bruder sagen,

und du kannst doch ein König sein.

 

Ob dir der Stirne göttliches Schweigen

auch kein rotgoldener Reif unterbrach,-

Kinder werden sich vor dir neigen,

selige Schwärmer staunen dir nach.

 

Tage weben aus leuchtender Sonne

dir deinen Purpur und Hermelin,

und, in den Händen Wehmut und Wonne,

liegen die Nächte vor dir auf den Knien …

 

          R.M. Rilke (1896)

 

 

 

Man muss bereit sein, alles zu verlieren …


… PARTITUREN Und wie viel Freiheit bietet der Moment der Aufführung?

GRIMAUD Man muss offen sein für alles, was passieren könnte. Indem du an einem Stück arbeitest, über es reflektierst und versuchst, es mit deinem Herzen zu verbinden, erhöhst du die Chancen, dass das Unerwartete eintreten wird. Das ist auch angsteinflößend. Beim Auftreten versucht man, alles unter Kontrolle zu haben, auf Nummer sicher zu gehen, denn das ist natürlich angenehmer. Aber es ist unkreativ. Man muss in der Lage sein, Risiken einzugehen, und zwar so, dass man bereit ist, alles zu verlieren, nur um das zu gewinnen, was man ohne dieses Risiko nicht erreichen könnte. …

 

ALLES HIER …

 


Erika Beltle: Jahresbeginn

 

 

Jahresbeginn

 

Aufgetan ist das Tor,
und dein Fuss tastet ins Ungewisse.
Niemand geht vor,
aber du fühlst, dich führt eine Spur durch Licht und
Finsternisse.
Niemand geht mit,
aber vertraut ist deinem Ohr ein jeder Schritt.
Wanderer, du gehst immerzu –
weisst du wie weit?
„Zur Ewigkeit –
ohne Rast und Ruh,
auf Erdenwegen dem Ziele zu,
mir immer entgegen…….“

 

Erika Beltle

 

 

Sofia Gubaidulina’s „Seven Words“ performed in Eurythmy …

 

 

 

Zu Friedrich Schillers 250. Geburtstag …


Durch die Schönheit wird der sinnliche Mensch zur Form und zum Denken geleitet; durch die Schönheit wird der geistige Mensch zur Materie zurückgeführt und der Sinnenwelt wieder gegeben.

 

Friedrich Schiller am Anfang seines 18. Stücks seiner ästhetischen Briefe

Seinem Verleger Cotta schreibt er dazu am 09. Januar 1795:

Durch die Briefe ››Über die ästhetische Erziehung des Menschen‹‹, welche sich über die ganze Kunsttheorie … verbreiten – sie muss ich für das beßte erklären, was ich je gemacht habe und was ich überhaupt hervorbringen kann -, hoffe ich zur Unsterblichkeit zu gehen.

 


 

Friedrich Hölderlin: Friedensfeier

 

Ich bitte dieses Blatt nur gutmütig zu lesen. So wird es sicher nicht unfaßlich, nochweniger anstößig sein. Sollten aber dennoch einige eine solche Sprache zu wenigkonventionell finden, so muß ich ihnen gestehen: ich kann nicht anders. An einem schönenTage läßt sich ja fast jede Sangart hören, und die Natur, wovon es her ist, nimmtsauch wieder.

Der Verfasser gedenkt dem Publikum eine ganze Sammlung dergleichen Blättern vorzulegen, unddieses soll irgend eine Probe sein davon.

 

Der himmlischen, still wiederklingenden,
Der ruhigwandelnden Töne voll,
Und gelüftet ist der altgebaute,
Seliggewohnte Saal; um grüne Teppiche duftet
Die Freudenwolk’ und weithinglänzend stehn,
Gereiftester Früchte voll und goldbekränzter Kelche,
Wohlangeordnet, eine prächtige Reihe,
Zur Seite da und dort aufsteigend über dem
Geebneten Boden die Tische.
Denn ferne kommend haben
Hieher, zur Abendstunde,
Sich liebende Gäste beschieden.

Und dämmernden Auges denk’ ich schon,
Vom ernsten Tagwerk lächelnd,
Ihn selbst zu sehn, den Fürsten des Fests.
Doch wenn du schon dein Ausland gern verleugnest,
Und als vom langen Heldenzuge müd,
Dein Auge senkst, vergessen, leichtbeschattet,
Und Freundesgestalt annimmst, du Allbekannter, doch
Beugt fast die Knie das Hohe. Nichts vor dir,
Nur eines weiß ich, Sterbliches bist du nicht.
Ein Weiser mag mir manches erhellen. wo aber
Ein Gott noch auch erscheint,
Da ist doch andere Klarheit.

Von heute aber nicht, nicht unverkündet ist er;
Und einer, der nicht Flut noch Flamme gescheuet,
Erstaunet, da es stille worden, umsonst nicht, jetzt,
Da Herrschaft nirgend ist zu sehn bei Geistern und Menschen.
Das ist, sie hören das Werk,
Längst vorbereitend, von Morgen nach Abend, jetzt erst,
Denn unermeßlich braust, in der Tiefe verhallend,
Des Donnerers Echo, das tausendjährige Wetter,
Zu schlafen, übertönt von Friedenslauten, hinunter.
Ihr aber, teuergewordne, o ihr Tage der Unschuld,
Ihr bringt auch heute das Fest, ihr Lieben! und es blüht
Rings abendlich der Geist in dieser Stille;
Und raten muß ich, und wäre silbergrau
Die Locke, o ihr Freunde!
Für Kränze zu sorgen und Mahl, jetzt ewigen Jünglingen ähnlich.

Und manchen möcht’ ich laden, aber o du,
Der freundlichernst den Menschen zugetan,
Dort unter syrischer Palme,
Wo nahe lag die Stadt, am Brunnen gerne war;
Das Kornfeld rauschte rings, still atmete die Kühlung
Vom Schatten des geweiheten Gebirges,
Und die lieben Freunde, das treue Gewölk,
Umschatteten dich auch, damit der heiligkühne
Durch Wildnis mild dein Strahl zu Menschen kam, o Jüngling!
Ach! aber dunkler umschattete, mitten im Wort, dich
Furchtbarentscheidend ein tödlich Verhängnis. So ist schnell
Vergänglich alles Himmlische; aber umsonst nicht;

Denn schonend rührt des Maßes allzeit kundig
Nur einen Augenblick die Wohnungen der Menschen
Ein Gott an, unversehrt, und keiner weiß es, wenn?
Auch darf alsdann das Freche drüber gehn,
Und kommen muß zum heiligen Ort das Wilde
Von Enden fern, übt rauhbetastend den Wahn,
Und trifft daran ein Schicksal, aber Dank,
Nie folgt der gleich hernach dem gottgegebnen Geschenke;
Tiefprüfend ist es zu fassen.
Auch wär’ uns, sparte der Gebende nicht
Schon längst vom Segen des Herds
Uns Gipfel und Boden entzündet.

Des Göttlichen aber empfingen wir
Doch viel. Es ward die Flamm’ uns
In die Hände gegeben, und Ufer und Meersflut.
Viel mehr, denn menschlicher Weise
Sind jene mit uns, die fremden Kräfte, vertrauet.
Und es lehret Gestirn dich, das
Vor Augen dir ist, doch nimmer kannst du ihm gleichen.
Vom Allebendigen aber, von dem
Viel Freuden sind und Gesänge,
Ist einer ein Sohn, ein Ruhigmächtiger ist er,
Und nun erkennen wir ihn,
Nun, da wir kennen den Vater
Und Feiertage zu halten
Der hohe, der Geist
Der Welt sich zu Menschen geneigt hat.

Denn längst war der zum Herrn der Zeit zu groß
Und weit aus reichte sein Feld, wann hats ihn aber erschöpfet?
Einmal mag aber ein Gott auch Tagewerk erwählen,
Gleich Sterblichen und teilen alles Schicksal.
Schicksalgesetz ist dies, daß alle sich erfahren,
Daß, wenn die Stille kehrt, auch eine Sprache sei.
Wo aber wirkt der Geist, sind wir auch mit, und streiten,
Was wohl das Beste sei. So dünkt mir jetzt das Beste,
Wenn nun vollendet sein Bild und fertig ist der Meister,
Und selbst verklärt davon aus seiner Werkstatt tritt,
Der stille Gott der Zeit und nur der Liebe Gesetz,
Das schönausgleichende gilt von hier an bis zum Himmel.

Viel hat von Morgen an,
Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander,
Erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang.
Und das Zeitbild, das der große Geist entfaltet,
Ein Zeichen liegts vor uns, daß zwischen ihm und andern
Ein Bündnis zwischen ihm und andern Mächten ist.
Nicht er allein, die Unerzeugten, Ew’gen
Sind kennbar alle daran, gleichwie auch an den Pflanzen
Die Mutter Erde sich und Licht und Luft sich kennet.
Zuletzt ist aber doch, ihr heiligen Mächte, für euch
Das Liebeszeichen, das Zeugnis
Daß ihrs noch seiet, der Festtag,

Der Allversammelnde, wo Himmlische nicht
Im Wunder offenbar, noch ungesehn im Wetter,
Wo aber bei Gesang gastfreundlich untereinander
In Chören gegenwärtig, eine heilige Zahl
Die Seligen in jeglicher Weise
Beisammen sind, und ihr Geliebtestes auch,
An dem sie hängen, nicht fehlt; denn darum rief ich
Zum Gastmahl, das bereitet ist,
Dich, Unvergeßlicher, dich, zum Abend der Zeit,
O Jüngling, dich zum Fürsten des Festes; und eher legt
Sich schlafen unser Geschlecht nicht,
Bis ihr Verheißenen all,
All ihr Unsterblichen, uns
Von eurem Himmel zu sagen.
Da seid in unserem Hause.

Leichtatmende Lüfte
Verkünden euch schon,
Euch kündet das rauchende Tal
Und der Boden, der vom Wetter noch dröhnet,
Doch Hoffnung rötet die Wangen,
Und vor der Türe des Hauses
Sitzt Mutter und Kind,
Und schauet den Frieden
Und wenige scheinen zu sterben
Es hält ein Ahnen die Seele,
Vom goldnen Lichte gesendet,
Hält ein Versprechen die Ältesten auf.

Wohl sind die Würze des Lebens,
Von oben bereitet und auch
Hinausgeführet, die Mühen.
Denn alles gefällt jetzt,
Einfältiges aber
Am meisten, denn die langgesuchte,
Die goldne Frucht,
Uraltem Stamm
In schütternden Stürmen entfallen,
Dann aber, als liebstes Gut, vom heiligen Schicksal selbst,
Mit zärtlichen Waffen umschützt,
Die Gestalt der Himmlischen ist es.

Wie die Löwin, hast du geklagt,
O Mutter, da du sie,
Natur, die Kinder verloren.
Denn es stahl sie, Allzuliebende, dir
Dein Feind, da du ihn fast
Wie die eigenen Söhne genommen,
Und Satyren die Götter gesellt hast.
So hast du manches gebaut,
Und manches begraben,
Denn es haßt dich, was
Du, vor der Zeit
Allkräftige, zum Lichte gezogen.
Nun kennest, nun lässest du dies;
Denn gerne fühllos ruht,
Bis daß es reift, furchtsamgeschäftiges drunten.

 

Friedrich Hölderlin

 

 

Schönheit von Kunst und Literatur …

 

Schönheit von Kunst und Literatur hat etwas mit Liebe zu tun, die stärker ist als der Hass.

 

Aus einem Banater Diskussionsforum über den Literaturnobelpreis für Herta Müller

 

 

„Der Dämon / Wechselt bei dir mit dem Schwein ab …“

 

Der Dämon / Wechselt bei dir mit dem Schwein ab, und das nennest du Mensch.

 

Goethe und Schiller in ihren Xenien 179

 

 

Wie verwahrt sich der Künstler vor den Verderbnissen seiner Zeit?

 

Wie verwahrt sich aber der Künstler vor den Verderbnissen seiner Zeit, die ihn von allen Seiten umfangen? Wenn er ihr Urteil verachtet. Er blicke aufwärts nach seiner Würde und dem Gesetz, nicht niederwärts nach dem Glück und nach dem Bedürfnis …; er aber strebe, auf dem Bunde des Möglichen mit dem Notwendigen das Ideal zu erzeugen. Dieses präge er aus in Täuschung und Wahrheit, präge es in die Spiele seiner Einbildungskraft und in den Ernst seiner Taten, präge es aus in allen sinnlichen und geistigen Formen und werfe es schweigend in die unendliche Zeit.

 

Friedrich Schiller im neunten Stück seiner ästhetischen Briefe

 

 

„Rolf Hochhuth: Wowereit mit Hitler verglichen“


… titelt FOCUS – und kanzelt dann mehr oder weniger Rolf Hochhuth ab. Man kann zu Hochhuths Werk stehen wie man will: Ohne ihn wären die machtheischenden Machenschaften der Päpste als Steigbügelhalter der Nazis und anderer rechter Regime nur Wenigen deutlich geworden …

Tatsache ist auch, dass der Deutschen nur noch kriminell zu nennende Kultur- und Bildungspolitik einem Hochverrat eines Volkes an sich selbst gleichkommt, was der Bürger aber eigentlich seit Nietzsches Feststellung von der „Extirpation des deutschen Geistes zu gunsten des deutschen Reiches“ wissen könnte.

Gestern las ich als Untertitel einer (deutschen) Webseite:

ES IST NICHT UNGEFÄHRLICH, WENN EIN VOLK LESEN UND SCHREIBEN KANN.

Da stellt sich die Frage, was dieser Autor uns Deutschen sagen will. – Und: Denken können wäre manchmal ooch nich schlecht, waah(?!) …


Gunther Thriene

 


Demokratie und Freiheit missbraucht …


Der Dirigent Claudio Abbado:

„Wenn ich im Ausland oder sonst wo von Italien spreche, dann rede ich nicht von den Regierenden, sondern darüber, was hier meiner Meinung nach nicht stimmt. Immer öfter werden die Begriffe Demokratie und Freiheit falsch gebraucht, so wie es einem gerade in den Kram passt.“

Mehr Verständnis für das Fremde
Abbado ist mit von der Partie. Und zusammen mit ihm Martha Argerich und Daniel Barenboim, Hélène Grimaud und Dutzende von Musikern der bekanntesten italienischen und auch europäischen Orchester: der Accademia di Santa Cecilia, der Wiener Philharmoniker, des Opernhauses La Fenice in Venedig, des San Carlo in Neapel und vieler anderer. So entstand das „Human Right Orchestra“, kurz HRO.

Die Künstler wollen mit ihrem Engagement für mehr Verständnis den Fremden gegenüber aufrufen, die nach Italien und sonst wohin in Europa kommen. Auf der Suche nach einem neuen, einem besseren Leben. So wurde in Rom, im Senat, der ersten Kammer des italienischen Parlaments, die Initiative „Musicisti senza frontiere“, Musiker ohne Grenzen, aus der Taufe gehoben.

Daniel Barenboim, einer der Schirmherren der Initiative, meint: „Es gibt eine Menge an Rechten zu verteidigen. Unsere Regierungen haben vielleicht gar nicht mehr die Zeit, angesichts so vieler anderer Probleme, wie zum Beispiel der Wirtschaftskrise, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, so, wie es eigentlich sein sollte. Deshalb es ist unsere Verpflichtung als Künstler und Privatpersonen uns hier einzusetzen.“ …

Ursprünglicher Link:

http://oe1.orf.at/inforadio/110952.html?filter=5

 

 

DIE SCHWARZE SPINNE …

 

An Zeiten, in denen sich die Sieben freien Künste noch gegenseitig forderten und förderten zum Wohle der Menschheit – heute missbraucht solches Ansinnen die Politik in menschheitsverbrecherischer Weise – …

Basler-Kopp: Die Schwarze Spinne

                                                                                                                             … erinnert dieses Bild des Malers Franz Karl Basler-Kopp im Kunstmuseum Luzern.

Der Titel und das Motiv dazu ist die Novelle Jeremias Gotthelf`s DIE SCHWARZE SPINNE aus dem Jahre 1842.

Wenn Politiker von Fordern und Fördern schwadronieren, ist diese schwarze Spinne weltweit allgegenwärtig, denn was – bitteschön – befördert diese Politik!? – Das niederste Arbeits- und Steuersklaventum, – wenns noch ganz hochkommt!

So sieht sich Mitteleuropa seit nunmehr weit über hundert Jahren seinen eigenen kulturellen Verfall und seine Zerstörung fatalistisch an, ohne gegenzusteuern.

Dazu müsste man ja etwas können.

 

Gunther Thriene

 


Zum 20. Juli 1944 …

 
 

Du bist bei mir,

Wenn auch Dein Leib verging,

Und immer ist’s, als ob

Dein Arm mich noch umfing.


Dein Auge strahlt mir zu

Im Wachen und im Traum

Dein Mund neigt sich zu mir,

Dein Flüstern schwingt im Raum:


»Geliebtes Kind! Sei stark,

Sei Erbe mir!

Wo Du auch immer bist,

Ich bin bei Dir!«


Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

in der Isolations-Sippenhaft im KZ Ravensbrück Herbst/Winter 1944/45, Nachweis hier, Seite 215f.

 

Nachtrag 2016: Der Historiker und Publizist Wolfgang Eggert im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Wolfgang Eggert belegt, daß die Westalliierten 1944 nicht nur begeistert über das Scheitern des Attentats auf Hitler waren, sondern die Vertreter des Deutschen Widerstands verraten haben und zum Teil ihren Gegnern im NS-System ans Messer lieferten.

„Im allgemeinen bedauern es die Amerikaner keinesfalls, daß Hitler von der Bombe verschont wurde und sich nun persönlich seiner Generäle entledigt. Außerdem haben die Amerikaner mit Aristokraten nichts am Hut, ganz besonders nicht mit solchen, die Dolchstöße ausführen“, schreibt nach dem Scheitern des Attentats von Schenk Graf Stauffenberg auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 die renommierte US-Zeitung „The Herald Tribune“.

Vor dem Hintergrund, daß zwischen dem 20. Juli 1944 und dem 8. Mai 1945 noch Millionen von Menschen ihr Leben verloren haben, wird der ganze Zynismus des Westens deutlich, der den Krieg mit einer demokratischen Regierung in Deutschland hätte beenden können, wenn die Westmächte den deutschen Widerstand unterstützt hätten. Ging es in Wahrheit nicht um die Bestimmung des Nazismus, sondern die Zerstörung der europäischen Zentralmacht Deutschland? Die Verlängerung des Krieges und Millionen von Toten hätten mit einem vorzeitigen Kriegsende und einem demokratischen Deutschland möglicherweise vermieden werden können.

 


Monte Verità – oder: Bilder und Gegenbilder


Eine Ausstellung zum Thema „Freie Liebe und Anarchie. Schwabing – Monte Verità. Entwürfe gegen das etablierte Leben“ zeigte die Monacensia (Maria-Theresia-Straße 23 in München- Schwabing) vom 1. Juli bis 13. November 2009.


Hans Arp: "Roue Oriflamme" oder "Goldflammendes Rad"

Hans Arp: „Roue Oriflamme“ oder „Goldflammendes Rad“


Dazu schrieb die Siebenbürger Zeitung u.a.:

… Der Berg hatte sich gewandelt. Was als lebensreformerische Praxis begonnen hatte – Vegetarismus, Nacktkultur, freie Liebe, Selbstarbeit, Gartenbau, Gleichberechtigung der Frau, Abbau von Herrschaft –, suchte nun seine geistige Verankerung in Theosophie, Anthroposophie, Philosophie, Dichtung und Kunst. Ida Hofmann etwa, zunächst Feministin und Darwinistin, mauserte sich zur Theosophin und Freimaurerin. Gusto Gräser ging seine eigenen Wege. Sein Aufenthalt auf dem Berg dauerte nicht allzulang. Die „vernünftigen“ Anpasser, die Kompromissbereiten warfen ihn hinaus. Gusto wanderte weiter als der wandelnde und leibhaftige „Berg der Wahrheit“. Andere, die Sesshaften, eben jene, die meinten, in einer maßvollen Anpassung ans Übliche Sicherheit zu finden, gingen zugrunde. So auch Karl, der sich ein Besitztum schuf und seinem aus dem Haus vertriebenen Bruder Gusto schrieb: „Dein Streben scheint mir nicht schlecht, im Gegentheil, aber himmelschreiend maßlos und darum eitel, unwahr, unwirklich. Ohne Besitz kannst Du ja nicht leben. Du bist ein von Schönheit und Güte Besessener.“

Karl starb vierundvierzigjährig im Irrenhaus, seine Lebensgefährtin Jenny Hofmann starb im Irrenhaus. Der verbürgerlichte Bruder Ernst starb sechzigjährig an Krebs. Ida Hofmann starb zweiundsechzigjährig in Brasilien. Nur der besitzlose, allseits verachtete und vertriebene Gusto überlebte, wurde trotz äußerster Not in ungeminderter Schaffenskraft achtzig Jahre alt. Der Aufstieg zum Monte Verità war kein Spaziergang gewesen, die Suche nach neuen Lebensformen forderte ihre Opfer. Die Wenigen, die sich diesem „Narrenhaus“ zu nähern wagten, die Dichter, Denker und Künstler, waren klug genug, ihre Besuche und die Wurzel ihrer Erkenntnisse geheim zu halten. Anonym und verschlüsselt, in Gedichten, Romanen und Aktionen, verbreitete sich die Botschaft vom Berg, überlebte im Untergrund und tauchte in den Siebzigerjahren, plötzlich aktuell geworden, wieder an die Oberfläche: als Alternativbewegung, als Umwelt- und Friedensbewegung. Jetzt erwies sich: Die „Narren“ von einst hatten die Zukunft vorweggenommen.

Drei Bücher, die man „Bibeln“ genannt hat, stehen stellvertretend für die Wirkungen, die vom Berg der Siebenbürger ausgingen: Ernst Blochs (des damals noch antibolschewistischen Philosophen) Geist der Utopie, 1917 in Locarno-Monti im Hause Neugeboren abgeschlossen, wurde als „Bibel des Expressionismus“ gefeiert. Hermann Hesses Roman Demian, in dem er seinem Freund und Lehrer Gusto Gräser ein Denkmal setzt, machte als „Bibel der Jugendbewegung“ Furore. Rudolf von Labans Die Welt des Tänzers von 1920, in dem er seine auf dem Monte Verità gewachsene Tanzphilosophie entwirft, galt bald als „Bibel des Ausdruckstanzes“. Drei Grundthemen des Berges sind damit angedeutet: der nie erlahmende Mut zur Utopie, die Suche nach dem eigenen Selbst, die ekstatische Hingabe ans Hier und Jetzt im Bild des zum Tanz begeisterten Leibs.

Gräser, der Unbehauste, Verlachte, der Kriegsdienstverweigerer, der Mystiker, der prophetische Dichter, dessen Werk erst jetzt aus der Versenkung auftaucht – er wird schon heute in Romanen, Gedichten, Liedern, Theaterstücken, Ausstellungen und Filmen als ein Bahnbrecher gefeiert. Man sieht ihn als den „Gandhi des Westens“ oder als „Urvater der Grünen“. In Boston wurde 1993 eine Oper uraufgeführt, in der er „in einer finalen Apotheose durch das von zwei Weltkriegen verwüstete Europa wandert als lebendiger Geist des Widerstands“. Er hat den „Berg der Wahrheit“ nicht nur überlebt, er hat ihn höhergebaut in Wort und Tat.

Hermann Müller


Man ‚google‘ einmal zu Gusto Gräser – und man trifft auf eine ähnliche Symptomatologie wie bei Joseph Beuys etcetc.

Update 2018:… Pierre Ramus steht für einen gewaltlosen Kulturanarchismus, der dahin zielt, bestehende Denkformen in Frage zu stellen, eingelebte Gewohnheiten zu durchbrechen und so den Weg freizumachen für eine wahrhaft humane und konviviale Gestaltung des Daseins. …


Gunther Thriene

 

 

 

Buchenwald – oder: Das goethische Versprechen …

 

Wer um die weltgeschichtliche Tragik dieses Ortes weiss, wird still und ehrfürchtig:

Besagter Gedenkort eines Menschheitsverbrechens ist das weltgeschichtliche Gegenbild eines hier quasi künstlerisch geborenen zukünftigen Menschenbildes von weltkultureller Bedeutung:

Während die hohe Politik dieses Mahnmal besucht, schreibt die berliner Schaubühne am Lehniner Platz zu ihrer Neuinszenierung von Goethes Iphigenie auf Tauris:

Für Thomas Mann gab es, bevor er die Partitur von »Tristan und Isolde« sah, nur ein perfektes Kunstwerk in der Welt: Goethes »Iphigenie auf Tauris«. Die beängstigende Ausgewogenheit, in die Goethe den blutigen Mythos der letzten Nachkommen des Tantaliden Geschlechts gebracht hat, provoziert jede Epoche neu, sich über das Verhältnis von Barbarei und Kunst zu verständigen. Die Handlung ist bis zur Unverständlichkeit grausam. Die Sprache, in der diese Gewalt sich vollzieht, ist bis zur Unverständlichkeit hochgestimmte Weltliteratur.
Iphigenie lebt nach ihrer wundersamen Rettung vor der Opferung durch ihren Vater im feindlichen Tauris. Dort regiert ein grausames Gesetz, dass den Tod jedes Fremden befiehlt. Im laufe der Jahre ihrer dortigen Gefangenschaft gewinnt Iphigenie das Herz des Herrschers Thoas und kann als Priesterin für die Gestrandeten Gnade erwirken. Doch Thoas will sich mit der Milde seiner gefangenen Priesterin nicht mehr begnügen, er fordert ihre Liebe nun ganz für sich. Zugleich wird die Gefangennahme zweier Männer verkündet, deren baldige Opferung der Preis sein soll, wenn Iphigenie sich länger seinem Begehren entzieht. Die Gefangenen, Orest und Pylades, sind auf der Flucht vor den Rachegöttinnen, die den Muttermord an Orest rächen wollen. Die lange getrennten Geschwister, Iphigenie und Orest, erkennen sich hinter den Masken ihrer Leiden nur mühsam wieder. Gemeinsam entwerfen sie einen Plan, wie sie aus der Gefangenschaft ihrer blutigen Familiengeschichte ebenso wie aus der Gefahr, von Thoas getötet zu werden, entfliehen können.
In den schönsten Jamben der deutschen Literatur entfaltet sich die Geschichte der gefangenen Kinder, die in einer Welt leben, in der Goethes Weimar in der Nachbarschaft von Buchenwald liegt.

Mit Thomas Manns Urteil erstem Teil einig – und dies auch durch keinen einzigen Wagner-Knecht dieser Welt revidieren lassen wollend -, weist uns Goethe in seiner Iphigenie doch auf eine, nein,  d i e  Erlösungsmöglichkeit bisher tragischen Schicksals hin.

Iphigenie zu ihrem Herrscher Thoas, der sie und ihren erkannten Bruder Orest töten könnte:

„… Rettet mich – Und rettet euer Bild in meiner Seele.“

Die Künstler in Berlin, die sich getrauen, gerade dieses Schauspiel jetzt in der deutschen Bundeshauptstadt aufzuführen, zeigen damit auf, dass es einen kulturellen Impuls gibt, der erst zukünftig verwirklicht werden muss. Sie retten Seelenbilder machtpolitisch schrecklich missbrauchten Deutschtums.

Es gibt dazu eigentlich keine Alternative. Buchenwald ist das treffende Mahnmal für weltgeschichtliches Versagen. – Goethes Iphigenie aber ist die ewige Schule für Menschlichkeit.

Barack Obama zumindest ahnt das …

 

Gunther Thriene

 

 

Das Karma des anthroposophischen Buchhändlers …

 

Es gibt Tage wie diese Anfang März 2009, da treffen Bühnenkunst und Wirklichkeit manchmal so kongenial zusammen, dass man Maler Gott ehren und loben muss:

Michael Thalheimer verabschiedet sich mit einem runden „Reigen“ vom Hamburger Thalia Theater„, schreibt DIE WELT und beschreibt, wie der Regisseur Arthur Schnitzlers Werk auf die Bühne bringt. – In Zeiten der Hollywood-Konkurrenz und werkimmanent gut begründet natürlich mit Sex …

Nun beginnt gerade heute ein Prozess um Sex und Big Money, so als wäre die Wirklichkeit der verlängerte Arm der theatralischen Bühne: Schiller lacht!

Anstatt des armen Sgarbi-Bürschlis aus Uznach SG/Schweiz könnte auch ein basler anthroposophischer Buchhändler heute vor Gericht auf der Anklagebank sitzen. Der aber hatte das Angebot Ernani Barettas, des Gurus der Sex-Erpressersekte, damals vor Jahren in Basel in seiner Wohnung abgelehnt – o.s.ä. …

Etwa drei Jahre später nämlich starb dieser Buchhändler anthroposophischer Bücher – und überlegt sich seitdem im Himmel, ob es nicht auch an der Zeit sei, die Bücher lesen zu lernen, die man(n) so tagtäglich verkauft …

Wünschen wir ihm, dem vom Leben der Anklagebank entzogenen Fasttäter ebenso alles Gute, wie denen vor weltlichen Gerichten!

Die wahren Helden dieser Tage aber leben auf der und für die Bühne, auch wenn einer wie Joseph Beuys die immerzu vergeblich im Bahnhof auf der Bahnsteigkante suchen wird.

 

Gunther Thriene

 

 

Gottfried Benn: Verlorenes Ich

 

 

Verlorenes Ich

 

Verlorenes Ich, zersprengt von Stratosphären,
Opfer des Ion: – Gamma – Strahlen .- Lamm -,
Teilchen und Feld: – Unendlichkeitschimären
Auf deinem grauen Stein von Notre – Dame. 

Die Tage gehen dir ohne Nacht und Morgen,
die Jahre halten ohne Schnee und Frucht
bedrohend das Unendliche verborgen -,
die Welt als Flucht.

Wo endest du, wo lagerst du, wo breiten
Sich deine Sphären an -, Verlust, Gewinn -:
Ein Spiel von Bestien. Ewigkeiten,
an ihren Gittern fliehst du hin.

Der Bestienblick: die Sterne als Kaldaunen,
Der Dschungeltod als Seins- und Schöpfungsgrund,
Mensch, Völkerschlachten, Katalaunen
Hinab den Bestienschlund.

Die Welt zerdacht. Und Raum und Zeiten
Und was die Menschheit wob und wog,
Funktion nur von Unendlichkeiten,
die Mythe log.

Woher, wohin -, nicht Nacht, nicht Morgen,
kein Evoë, kein Requiem,
du möchtest dir ein Stichwort borgen -,
allein bei wem?

Ach, als sich alle einer Mitte neigten
Und auch die Denker nur den Gott gedacht,
sie sich den Hirten und dem Lamm verzweigten,
wenn aus dem Kelch das Blut sie rein gemacht,

und alle rannen aus der einen Wunde,
brachen das Brot, das jeglicher genoss -,
oh ferne zwingende erfüllte Stunde,
die einst auch das verlorene Ich umschloss.

 

                         Gottfried Benn (1943)

 

Der wie Stalingrad oder das tragische Schicksal der Weißen Rose bald 66 2/3 Jahre vergangene Entstehungszeitraum dieses Gedichtes kann hier nur als symptomatischer Hinweis auf ein tragisch-weltgeschichtliches Versäumen dienen, dem zwei Jahre später dann zwangsgewaltig in Japan der Abwurf der Atombomben folgte.

Das Gedicht selbst liegt mit unterschiedlicher Interpunktion und/oder Rechtschreibung vor. Neue Erkenntnissstände dazu werde ich hier jeweils berichtigend veröffentlichen.

 



 

„Spielraum der Freiheit“ – oder wie man den auch verspielen kann …

 

Stephan Märki macht in diesem bedeutenden gestern in der SZ erschienenen Artikel richtig und wichtig darauf aufmerksam, dass Kunst nicht die Aufgabe hat, „den Staat“ o.s.ä. „zu repräsentieren“, weil ein Staat so die Kunst ihrer eigentlichen Aufgabe beraubt:

 

… Ich meine die Erwartung einiger Menschen, dass ein Theater wie das unsere in Weimar als junges Thüringisches Staatstheater „repräsentativ“ sein müsse. Gemeint ist damit wohl die Widerspiegelung des Selbstverständnisses einer oder mehrerer sich für relevant erklärender Gruppen auf der Bühne, in der theatralischen Aktion.

Wir haben Beispiele solcher Repräsentation auf dem Theater des 17. und 18. Jahrhunderts, als der Adel sich gespiegelt sehen wollte, und auch im 19. Jahrhundert, als das Bürgertum an seine Stelle trat. Diese Erwartung ist vor dem Hintergrund der tiefen und wohl irreversiblen Geisteskrise auch des Bürgertums nach zwei Weltkriegen und fortdauernder, wachsender Gewalt selbst im zivilen Bereich vom Theater nicht mehr zu erfüllen, und zwar aus einem schlichten Grund: So lange sich das Theater am Leitbild der Repräsentation orientiert, sucht es Ordnung zu schaffen, Staat zu machen, wie kritisch es sich auch geben mag. Dieser Grundsatz der Vereinheitlichung und Abschließung, der der Repräsentation eigen ist, erfordert den Ausschluss all dessen, was nicht ins Bild passt, was die Repräsentation stört oder sie in Frage stellt. „Repräsentation“ so Heiner Müller, „bedeutet Selektion“. Es gibt keine Repräsentation ohne Ausschluss und Opfer.

Gewalt bestimmt nicht nur unser Handeln, sondern auch unser Denken. Kunst und Theater bieten einen Raum an, wo solcher Gewalt im Spiel widersprochen wird: einen ästhetischen Übungsraum für die Zivilgesellschaft.

 

Der ganze Text hier1: „Stephan Märki ist Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Bei dem hier abgedruckten Text handelt es sich um die gekürzte Fassung eines Referats, das Märki bei einer Tagung gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Weimar gehalten hat.“

Man kann es den politisch etwas Bornierten oder denen mit ganz dunklen Absichten auch mit Goethe2 und Schiller3 und 200 Jahre nach denen nicht oft genug sagen.

 

Gunther Thriene

 

1) Ursprünglicher Link: http://archiv.sueddeutsche.de/055381/934/2628989/Spielraum-der-Freiheit.html

2) »Natur und Idee lässt sich nicht trennen, ohne dass die Kunst sowie das Leben zerstört werden.«

3) Siehe: »Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen«