Archiv der Kategorie ‘Karma-Erkenntnis‘

 
 

„Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche kämpfen …“

 

… oder: Da lachen alle Hühner global, weltweit …

 

… hier in der Schweiz geht man offen mit diesem Thema um …

 

… und das kurz vor Ostern … :-)

 

G.Thr.

 

 

„… Ein Gen für Geschichtsvergesslichkeit gibt es aber bei den deutschen Autobauern ganz bestimmt. …“

 

Daher erscheinen sie auch besonders skrupellos, wenn sie jetzt das Auslaufmodell Dieselmotor retten wollen, indem sie in einer Testreihe Affen und Menschen deren Abgase einatmen lassen um den fraglichen Beweis zu erbringen, dass diese Schadstoffe dank verbesserter Technologie unbedenklich seien.

 

Zu dieser nicht nur in Mitteleuropa epidemischen Amnesie hier mehr …

Siehe auch: „Der 18. Januar ist der Tag an dem … die ‚Euthanasie’-Verbrechen ihren Anfang nahmen.

 

 

„Wissen in Teilen macht eine schöne Geschichte; aber Weisheit entsteht, wenn wir das Ganze sehen.“

 

… oder: Zwei Schweizer Weltbürger …

 

Ja, wie entsteht aus den einzelnen Mosaiksteinen ein Gesamtbild? Was ist es? Das habe ich mich als Lehrer oft gefragt. Und welcher Gesetzmässigkeit, welcher Pflicht muss ich mich als Be-Teil-igter unterziehen, damit die zusammengefügten Steine das gewollte Ganze ergeben? Wie entsteht aus der ursprünglichen Addition von Partikeln ein Ergebnis, das nicht nur mehr ist als die Summe, sondern auch anders und wirkungsvoller als das lediglich Zusammengefügte(?)

 

Siehe auch: „mare in grosser Gefahr …” …,

… Literatur: Thomas Göbel: Quellen der Kunst …,

Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen

 

 

„… als Männern solchen Unsinn beizubringen wie dass ‚Gewalt nicht naturgegeben ist‘. Natürlich ist sie naturgegeben, was sonst(?) …“

 

… oder: Der Fisch stinkt vom Kopf her …

 

Das Märchen von der friedlichen, sanften Natur und der bösen, destruktiven Kultur und Sozialität ist zwar ein urgrünes Narrativ und schwer en vogue, nichtdestweniger aber Kitsch und kontraproduktiv in der Therapie und Gewaltprävention. Gewalt hört automatisch auf und hat keine Naturverleugnung nötig, wenn die tiefenen Konflikte ans Licht kommen und gewürdigt werden, die Paare oft stellvertretend für ihre Vorfahren austragen. …

( Aus dem Forum dazu … )

 

Siehe auch: „… Wie der Krieg die Seelen der Menschen ruiniert. …

… An sächsischen Schulen werden ‚extrem rechte Vorfälle’ behördlich registriert. …” …,

… „Kirsten Heisig – oder: Die menschliche Tragik …” …,

… „Wohin Deutschland?

 

 

„Das Bedürfnis nach Wahrheit …“

 

 

 
 

Siehe auch: „Afrikanisches Kulturgut in europäischen Museen: Kann das weg?” …,

… „Bildungsreformen

 
 
 

„… Es sieht aus, als hätte die Matrix das Freiheitskonzept gekapert …“

 

… oder: Es sieht nur so aus. Alles Maya …

 

… Es sieht aus, als hätte die Matrix das Freiheitskonzept gekapert, es quasi ins Set der eigenen Programmroutinen übernommen – und damit als Ausweg nachhaltig illusorisch gemacht. Die Melancholie der Jetztzeit mag daher rühren, dass uns die aktuelle Form der Macht in der Tat wie eine Gebärmutter – eine Matrix – umschliesst, uns nährt und wärmt. So viel wir auch zappeln, wir kommen nicht raus.

 

Siehe auch: Kleinodien der Freiheitssuche …

 

 

So schafft man ein christliches EUropa(!?) …

 

oder: Doch bloss ein klerikalfaschistoides Nichts?

 

G.Thr.

 

Siehe auch: Zu Novalis „Die Christenheit oder

Europa” …,

„Die Christenheit oder Europa” (Text)

 

 

Der letzte Geschenk-Tipp …

 

Darum schweigen die Lämmer

Rainer Mausfeld hat das Buch unter dem Titel «Warum schweigen die Lämmer?» veröffentlicht. Sein Buch aber ist seine Antwort darauf: Weil es von oben so gewollt und mit raffiniertem Meinungsmanagement – und nicht zuletzt dank willfährigen Medien – so durchgesetzt wird.

 

 

„Goethe und die iranische Revolution“

 

 

Literatur: „Goethe: Elemente” …,

… „Wolfgang Schad: Goethes Weltkultur …” … ders.: „Der periphere Blick – Die Vervollständigung der Aufklärung

Siehe auch: „Das Drama Ehec – und Goethe …

 

 

Apropos Kuhhorn etc. …

 

… oder: Potemkinsche ‚Schweiz’ – wer braucht das!? — Kein Mensch, oder …

 

– Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

Goethe

 

Siehe auch: „Die extreme Trockenheit des vergangenen Sommers (2018) …

 

 

„… Kommt das autoritäre Zeitalter? Gewaltforscher W.H. erklärt, warum er sich große Sorgen um die liberale Demokratie macht. …“

 

… oder: Krieg und Zerstörung ist alles, was sie können …

 

D: Tausche männliche gegen weibliche Unfähigkeit – und was passiert(!?): NÜSCHT!!!

 

Die Karawane der NIBELUNGEN zieht weiter, oder …

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Polit-Idiotie führt wohin(!?): ENDSTATION RECHTS …” …,

Zu „Faschismus” hier mehr …,

… und: Theorie und Praxis des bielefelder Anti-Faschismus …

 

 

Tausche „Washington“ durch „Berlin“ — dann stimmt der Text …

 

Interessanter Artikel, aber Lindsey Graham ist soweit ich weiss immer noch ein Mann,

 

Wer kann das in der heutigen Zeit schon so genau sagen 😂

 

( Beides hier aus dem Forum dazu )

 

 

„… unsere Zivilisation steuert sehenden Auges auf gewaltige Eskalationen zu …“

 

Monster-Fusion der Saatgut- und Chemiekonzerne, Manipulationen am Erbgut und weltweiter Anstieg der Fleischernährung — unsere Zivilisation steuert sehenden Auges auf gewaltige Eskalationen zu. Die einzige Reaktion der Menschheit scheint aber darin zu bestehen, sich immer schneller um sich selbst zu drehen. Der Grund hierfür liegt nicht in mangelnder Intelligenz. Vielmehr fehlt es an Aufklärung über die wirklich relevanten Aspekte der Wirklichkeit.

 

Siehe auch: … ‚KI’ —, weil man selbst keine mehr hat … u.a. …

…  … Sie suchen weiter die V2, wie einst. …” …,

„Glotzen” hilft nicht, oder …

 

 

100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg …

 

«Ich bin zurück!»

 

 

„… sollten wir also statt Krieg zu treiben, die Brücken zwischen den Welten wieder­auf­richten. …“

 

also: Brückenbauer sein …, aber wirklich und nicht nur theoretisch, oder …

 

G.Thr.

 

 

„… Das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Establishment ist weitest davon entfernt, in Gemeinwohl oder Weltwohl-Kategorien zu denken; geschweige denn entsprechend zu handeln. …“

 

Wohin hat das Primat des grenzenlosen wirtschaftlichen Wachstums vor allem seitens der ‚westlichen Industrienationen‘, es ist letztlich Ausdruck einer unendlichen, blinden, ( schließlich selbst- )zerstörerischen Gier des Homo sapiens sapiens, seit 1945 – ich bin milde hinsichtlich der Festlegung eines zeitlichen Horizontes, müsste ich doch mindestens bereits in der Kolonialzeit ansetzen – die Welt ‚getrieben‘? Welche schein-wissenschaftlichen Theorien haben diesen Prozess immer wieder legitimiert und weiter und anders neu befördert?

Wo steht die Welt heute? Richtig, an Abgründen verschiedenster Art in Folge einer barbarischen, irrsinnigen Durchsetzung wirtschaftlicher Partikularziele von Minderheiten auf Kosten u.a. zukünftiger Generationen. Stichworte hierzu:

Umweltverschmutzung in größten Stile ( u.a. spricht man euphemistisch vom CO² Fußabdruck! ) zu Land, unter Land, zu Wasser, unter Wasser und in der Luft, Zerstörung der Artenvielfalt ( Tiere wie Pflanzen ), Zerstörung verschiedenster Waldformen wie den Tropischen Regenwald, um Monokulturen ( z.B. Palmenwälder für Palmenöl für ‚Bio-Benzin‘ ) anzulegen, Klimadesaster ( euphemistisch spricht man vom ‚Klimawandel‘ ), Flüchtlingselende ohne Ende u.a. in Folge von Stellvertreter-Kriegen ( Beispiel Syrien ) zwecks Sicherung von Zugängen zu Rohstoffquellen, Rohstoffkriege um u.a. Erdöl, Verfolgung geostrategischer Wirtschaftsziele durch Expansionsstrategien u.a. der NATO, Außerkraftsetzung von Völkerrecht und Menschenrecht durch Staaten wie die USA, dem sog. Gralshüter demokratischer, westlicher Werte ( Darf ich hier nun lachen? ), systemische Paralyse der UNO durch sämtliche Mächte des UN-Sicherheitsrates sowie anderer Staaten ( z.B. Deutschland ), ‚Konfliktbewältigung‘ durch perfideste Diplomatie- und Kriegsformen ganz im Stile des Ancien Régime – also mit Handlungs- und Denkkategorien von vor-vor-vorgestern … usw.

Viele andere Themen müsste ich benennen …

Das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Establishment ist weitest davon entfernt, in Gemeinwohl oder Weltwohl-Kategorien zu denken; geschweige denn entsprechend zu handeln. Unabhängige wissenschaftliche Expertise – kritischer Natur gar – wird schlicht ignoriert. An ihre Stelle treten non-faktische Denkgebäude, welche ein Ziel verfolgen: Den unbedingten Willen sehr Weniger zu legitimieren und gegen die Mehrheit der Menschen durchzuboxen. Dabei bleiben u.a. Demokratie, Föderalismus und Menschenrechte auf der Strecke.

„Geiz ist geil!“ und Macht ist sexy!: ca. 90% der Menschen scheinen dieser Maxime zu folgen. Was spielt es da für eine Rolle, ob Arbeitssklaven und Kinder in Asien für weniger als einen Euro am Tage ‚arbeiten‘, nein, schuften; und zwar mehr als acht Stunden täglich?

Wie lange lässt die Menschheit zu, dass immer mehr Macht, Geld und Besitz in den Händen immer Wenigerer konzentriert wird?

( Aus dem Forum dazu   Hervorhebung G.Thr. )

 

 

„… Die US-Kriegsverbrechen werden kein Ende nehmen. …“

 

… und: Die scheinheiligen Mitmacher in Berlin, Wien, Zürich etc. sind erkannt, oder …

 

Wer mit den USA in einem NATO-Boot sitzt, der steuert gern internationale Beerdigungen an: „Wir lassen den Internationalen Strafgerichtshof sterben“, kündigte jüngst der Nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, John Bolton, an. Er reagierte damit auf ein Ermittlungsersuchen der Chefanklägerin beim Strafgerichtshof in Den Haag gegen Mitglieder der US-Streitkräfte sowie der US-Geheimdienste wegen möglicher Kriegsverbrechen in Afghanistan. Die US-Kriegsverbrechen werden kein Ende nehmen. Hat doch derselbe Bolton mal eben auch behauptet, der Iran sei der „Zentralbanker des internationalen Terrorismus“. Seit der US-Erklärung des Krieges gegen den Terror weiß man, was das bedeutet: Erst wird das internationale Rechts-Porzellan zerschlagen, dann dieses oder jenes Land mitsamt seiner Bevölkerung.

 

 

„… Algerischer Geschäftsmann will St. Galler Burka-Bussen zahlen …“

 

… oder: Online gibt es im Angebot schon ‚Haremshosen’ … :-)

 

St. Gallen kann die christliche Menschheit ganz sicher ‚abschreiben’, oder …

 

Siehe auch: Dossier Pro und Contra Niqab-/Burka-Verbot

 

G.Thr.

 

 

„Wenn Arten sang- und klanglos verschwinden“

 

… oder: Die Professoren für Entwickelungs-Biologie werden dann auch arbeitslos und Wissenschafts-Seiten in der NZZ u.a. = Fehlanzeige, oder …

 

In den vergangenen 500 Jahren sind über 180 Vogelarten ausgestorben. Viele davon waren Inselspezies. Nun melden Forscher, dass auch immer mehr Festlandarten verschwinden. Eine neue Analyse weist auf bisher unbemerkte Fälle hin.

 

 

„Gegen sexuelle Gewalt“

 

… oder: „…, dass jeder (deutsche) Lehrer damit rechnen muss, ein, eher mehrere sexuell mißbrauchte Kind(er) in seiner Klasse zu haben. …” (Zitat Lehrervollversammlungen Berliner Schulsenat Anfang der 1990er Jahre)

 

Die aus dem Nordirak stammende Jesidin Nadia Murad und der kongolesische Arzt Denis Mukwege erhalten den diesjährigen Friedensnobelpreis.

 

Zum Friedensnobelpreis hier mehr …

Zu Missbrauch hier mehr …

 

 

„… Der Dieselskandal wirft die Frage nach der Mündigkeit der Politiker und Bürger auf. …“

 

‚Mündigkeit’, Erwachsen sein  —  Watt datt denn!?

 

G.Thr.

 

 

Die Nibelungen wollen es wissen, oder …

 

Schaffung einer neuen – kriegerischen – Bevölkerung Mitteleuropas(?) …

 

Zu unseren Nibelungen hier mehr …

Zu u.a. deren Kriegstreibereien hier mehr …

 

 

„Unsere“ Nazi-Waldorfschulen arbeiten … II

 

 

… oder: ‚… ALLES IM NICHT-NATIONALSOZIALISTISCHEN SAUBEREN BEREICH(!!!)… (… als Mitmacher, dann Wendehals ist man(n) schließlich weltweit berühmt!) …’

:

… Es war der ehemalige Rudolf-Steiner-Lehrer Bernhard Schaub, der wieder einmal eine neonazistische Organisation ins Leben gerufen hatte. …

 

… Als Ex-Schulköchin an einer Wiener Waldorfschule sorgte Caroline Sommerfeld für Wirbel. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde sie zuletzt von AfD-Politikern als Shooting-Star gefeiert. …

 

… Friedlich liegt die Freie Schule Hitzacker zwischen Wald und Elbe, Fachwerk und Kopfsteinpflaster. Doch die heile Welt ist brüchig. Kürzlich musste die Waldorfschule den Vertrag mit einer Familie kündigen. Der Vater hatte sich als Vorsitzender des NPD-Jugendverbands „Junge Nationaldemokraten“ entpuppt. …

 

Die u.v.a.m. und die hier angesprochenen Acht und die dort dagegen schweigende Mehrheit kann man meinetwegen allesamt am Nordpol aussetzen – ohne wärmende Felle. Da ist für deren „Durchlüftung” ordentlich gesorgt, oder …

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Nationalsozialismus made auf Schwizerdytsch” …,

… „… Der Berner nimmt eine «führende Rolle» unter Deutschlands Rechten ein …” …,

… „… Bernhard Schaub hatte auf der Holocaust-Leugner-Konferenz in Teheran 2006 betont: „Die Freiheitshelden Arminius und Wilhelm Tell sind nicht tot. In den besten Männern und Frauen aller Nationen leben sie weiter.” …

 

 

„… Es ist Symptom einer zerfallenden, dekadenten Gesellschaft und einer geist- und ideenlosen, machtgierigen ‚Elite‘ …“

 

Das alles ist keine Kleinigkeit, wie man oberflächlich beschwichtigen könnte. Es ist Symptom einer zerfallenden, dekadenten Gesellschaft und einer geist- und ideenlosen, machtgierigen „Elite“, die den inneren Zusammenhang mit der geistvollen deutschen Kultur vollkommen verloren hat und die dadurch eingetretene seelische Barbarisierung des gesellschaftlichen Lebens bewusst oder unbewusst massiv befördert.

 

Mitgezeichnet, weil wahr und wahrhaftig. Mit ausdrücklichem Dank an Herbert Ludwig!

Göttingen, den 11.09.2018                    Gunther Thriene

 

 

„… Dass der Staat dazu gar kein Volk von Pestalozzis, Einsteins, Guevaras, Jungs und Hatties haben will …“

 

Dass der Staat dazu gar kein Volk von Pestalozzis, Einsteins, Guevaras, Jungs und Hatties haben will, sondern nur gerade so schlaue, gehorsame Arbeiter, dass sie die Maschinen richtig bedienen und die nötigen Formulare dazu ausfüllen können, liegt auf der Hand.

( Aus dem Forum dazu )

 

Zu „Bildungsreformen” hier mehr …

 

 

Er kommt wieder — und alle machen wieder mit, oder …

 

Kampf um Europa: Bannon vs. Macron und Varoufakis …

 

Siehe auch: „Yanis Varoufakis: Im Reich der Gier” …,

… „Halbhart gegen illegale Waffendeals” …,

… „… wer es unternimmt, die auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beruhende verfassungsmäßige Ordnung zu ändern, der wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.” …,

… „AfD-Funktionäre finanzieren rechtsextreme Bewegung

 

 

„… Selbst Kabarettisten schweigen inzwischen über die Inszenierung eines gescheiterten Staates. …“

 

 

Lachen ist der erste Weg zum Glück oh, Verzeihung: HIER GEHTS LANG

 

Treffend ( aus dem Forum dazu … ): „ die demokratische Bundesrepublik ist nicht in Gefahr. Die Nazis stehen nicht vor der Tür.’ Doch, die waren noch nie weg und haben nur ihre Abzeichen abgelegt und Uniformen aus- (um-)gezogen und sich seither als Demokraten verkleidet.” …,

… und: Der Beweis — „Die Drei Affen auf Schwizerdytsch“ etc.

 

 

Nicht nur Herrn Habeck sollten wir heute einen Panzer schenken, oder …

 

dann sind wir den Schrott los …

 

Ich werde mich bemühen, ihm einen Bildungsgutschein für den Besuch der in Neugründung befindlichen FWS Rendsburg zukommen zu lassen. Da kann er dann noch einmal seinen Schiller studieren:

 

Deutscher Nationalcharakter

[267] Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;

Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.

 

Wie gehts eigentlich ‚unserer Waldorfschule’ in Chemnitz und Umgebung!?

 

G.Thr.

 

 

„… Wann befreit sich Deutschland endlich von dem „Vasallen-Syndrom“, von diesen Zangen in denen es sich befindet(?) …“

 

… oder: Wagner-Knecht bleibt Wagner-Knecht, oder …

 

Es gibt den alten Satz, dass man über Tote nichts sagen soll, es sei denn es ist was Gutes. Deswegen fällt es mir heute nicht leicht auf den verstorbenen amerikanischen Senator McCain hinzuweisen. Aber er war ja, zusammen mit Hillary Clinton, der Exponent der von mir angesprochenen Kriegstreiber-Fraktion in Washington. Und wenn man sieht, welche Lobeshymnen die Bundesregierung, allen voran die Bundeskanzlerin, auf den Verstorbenen singt, dann bekommt man ein Empfinden dafür auf welche Karte die deutsche Bundeskanzlerin in Washington gesetzt hat, setzt und in Zukunft zu setzen bereit ist. Das ist nicht die Formation Trump/Frieden, sondern die Formation Clinton/andere Republikaner, die McCain ersetzen/Krieg. Das ist die Situation und beantwortet aus meiner Sicht auch ihre Frage.

 

 

Die Wagner-Knechte sterben nicht aus …

 

Schlechtes Vorbild: die Nibelungen

Die Kaste der Inschenöre hat schon in fernen mythologischen Zeiten eine zuweilen unheilvolle Rolle gespielt. Der Komponist und Textdichter Richard Wagner nahm dies zum Anlass, um dazu ein Opus Magnum, bestehend aus vier Opern, zu verfassen. Es wird jedes Jahr unter dem Titel „Der Ring der Nibelungen“ in Bayreuth, meiner oberfränkischen Heimat, aufgeführt. Auf angemessenen Plätzen – fünf Reihen hinter Angela M. – und zum Preis von 800 Euro kann man die 18-stündige Aufführung im nichtklimatisierten Festspielhaus an vier Wochentagen bei Augusttemperaturen genießen.

Die Story spielt zu jener Zeit, da Göttervater Wotan noch Herrscher der Welt war – nicht zuletzt deshalb, weil er sich ein großes Waffenarsenal leisten konnte. Dafür zuständig war das Zwergengeschlecht der Nibelungen. In geologischen Tiefen waren sie für die Beschaffung der Erze und Materialien sowie die Waffenherstellung verantwortlich. Der Chef-Inschenör dieser Truppe war der Gnom Alberich, seinem Bruder Mime oblag das Schmieden der Schwerter und Lanzen. Leider waren diese Gesellen keine sonderlich vertrauenswürdigen Personen, sondern machten nebenbei und zu eigenem Nutzen noch allerhand Privatgeschäfte, die vom Göttervater zwar nicht genehmigt waren, ihm aber letztlich doch (über Loge, seinem Geheimdienstchef) zugetragen wurden.

 

 

„… Senator John McCain war das, was wir hierzulande eine Kriegsgurgel nennen. …“

 

Wer ist das nicht? — BITTE melden!!!

 

G.Thr.

 

Zu Kriegstreibereien hier mehr …

 

 

„… Politische Sprache, so wie Politiker sie gebrauchen, wagt sich auf keines dieser Gebiete, weil die Mehrheit der Politiker, nach den uns vorliegenden Beweisen, an der Wahrheit kein Interesse hat sondern nur an der Macht und am Erhalt dieser Macht. …“

 

Damit diese Macht erhalten bleibt, ist es unabdingbar, dass die Menschen unwissend bleiben, dass sie in Unkenntnis der Wahrheit leben, sogar der Wahrheit ihres eigenen Lebens. Es umgibt uns deshalb ein weitverzweigtes Lügengespinst, von dem wir uns nähren.

(Aus: Harold Pinter’s Nobelpreis-Vorlesung „Kunst, Wahrheit & Politik” 2005 … mit ausdrücklichem Dank an Wolfgang Bittner für den Hinweis — G.Thr.)

 

Harold Pinter’s Nobel-Vorlesung „Kunst, Wahrheit & Politik” am 07.12.2005 als 14-Seiten-PDF zum Download auch hier …

Siehe auch: „Ganz grosse ‚Koalition gegen den Frieden!’” …,

… „D wie Täuschland: Kinderehen zulassen – und von Freiheit schwätzen …” …,

… „… Und die, schlimmer noch, ihre eigenen Kinder fressen …

„Hitlers TV” …

 

 

„…, dass die Politik der Ängstlichkeit weitergeht, nach dem Prinzip: «Nenn mich Nazi, sei mein Gast.» …“

 

Werte Zürcher! Liegt der Davos-Marathon vor oder hinter Euch!?

 

G.Thr.

 

 

Wie krank ist das denn(!?): „… 73 Jahre später wird in BRD über Beschaffung nuklearer Waffen diskutiert. …“

 

Zehntausende starben bei Abwurf von US-Atombombe. …

 

Zur atomaren Bedrohung hier mehr … …,

… „Weshalb das Gerede über eine nukleare Bewaffnung der Bundeswehr unverantwortlich ist.

 

 

Sehenswert: DIE ZAUBERFLÖTE in Salzburg 2018 …

 

Die amerikanische Regisseurin bringt diese „Märchenoper” in Zusammenhang mit Bildern aus dem Weltkriegsgeschehen der vergangenen Jahre und Jahrhunderte …

… und zeigt damit auf, warum diese Oper die weltweit meistgespielte ist: Sie zeigt mein, unser menschheitliches Schicksal.

Wagner-Knechte – steht zu befürchten – werden das leider wohl nie verstehen, oder …

 

G.Thr.

 

Zur Zauberflöte hier mehr …

 

 

„Eine Nazi-Allianz für Europa …“

 

… oder: Wo sitzen die wahren Penner!?

 

– die düsteren Pläne des Steve Bannon. Revolution von Rechtsaussen …

 

Zu diesem Cowboy u.a. hier mehr …

Siehe auch: „Nationalsozialismus made auf Schwizerdytsch” u.a. …

 

 

Hitlers TV: „Auch nach Helsinki verbreitet die ARD noch Propaganda für den großen Krieg. …“

 

Unmittelbar vor und nach dem Gipfeltreffen von Helsinki wäre eine etwas ausgewogenere Berichterstattung über das geopolitische Ereignis Nummer 1 plus Kontext zu erwarten gewesen.

 

Zu „Hitlers TV” hier mehr …

 

 

„Munition für den Krieg – Die Rolle der Rheinmetall AG“

 

… oder: Idioten (machen) glauben, das falle nicht eines Tages auf uns zurück …

 

Tausende, vor allem ZivilistInnen, sind bei den Kriegshandlungen im Jemen bereits gestorben. Deutsche Firmen tragen dafür eine erhebliche Mitverantwortung. Sie lassen kriegführende Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate mit Munition versorgen und verdienen gut daran. Zum Beispiel Rheinmetall.

 

Siehe auch: „Scheinheiligkeit Deutschlands betreffend Waffenexporte” …,

… „Rheinmetall – Gegenwind für ein Rüstungsunternehmen

 

 

„Wenn man bedenkt, dass es schon wieder losgeht, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung, ihrer Hautfarbe angegriffen werden …“

 

Deister- und Weserzeitung, 27.07.2018:

Eine andere Verbeugung

Uwe-Peter Keil lenkt mit Schwamm und Reiniger den Blick auf die Opfer der NS-Zeit

Von Jens Rathmann

Bad Münder. Ein stellvertretender Bürgermeister auf den Knien, einen Putzschwamm in der Hand – das sorgt auch in der münderschen Fußgängerzone für Aufmerksamkeit. Doch dass Uwe-Peter Keil mit seiner Tätigkeit den Blick auf die Stolpersteine lenkt, ist lediglich ein ihm nicht unangenehmer Nebeneffekt. Sein eigentliches Ziel: Die Gravur auf den vor vier Jahren in das Pflaster eingelassenen Messingsteine wieder besser lesbar zu machen.

Die Stolpersteine wurden vom Künstler Gunter Demnig installiert – als Teil eines Projektes, das inzwischen in mehr als 20 Ländern an Opfer der NS-Zeit erinnert. In Bad Münder wurden die Steine vor Häusern, aus denen Münderaner zu ihrer Ermordung geholt wurden, gesetzt.

Keil war im September 2015 Mitglied des Arbeitskreises, der sich für Stolpersteine auch in Bad Münder einsetzte. „Wir müssen die Erinnerung daran wachhalten, was Bürgern dieser Stadt, Bürgern in ganz Europa, passiert ist“, sagt Keil, während er vorsichtig mit einem Schwamm und Reinigungsmittel den Namen von Ingrid Friedheim wieder sichtbar macht. 1936 wurde sie geboren, 1943 deportiert und in Auschwitz ermordet. All das steht auf dem Stein, den Keil auf diese Weise wieder in den Blick rückt.

Und kaum hat er ihn abgespült, halten die ersten Passanten an, lesen, was dort im Boden eingelassen steht. „Wenn man nichts sieht, stolpert man nicht darüber, wird man nicht zum Nachdenken angeregt“, sagt Keil. Dass sich dafür ein stellvertretender Bürgermeister die Finger etwas schmutzig macht, findet er vollkommen in Ordnung. „Wenn man bedenkt, dass es schon wieder losgeht, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung, ihrer Hautfarbe angegriffen werden – dann ist es unsere Aufgabe, die Erinnerung an eine unselige Zeit weiterzugeben, damit so etwas nie wieder passiert.“

Bildunterschrift: Wer sie reinigen will, muss tief runter: Uwe-Peter Keil kniet in der Obertorstraße vor Stolpersteinen, die kurze Zeit später wieder glänzen (kleines Bild).

( Zitiert nach  hiergeblieben.de  , Hervorhebung G.Thr.)

 

 

„… Wo bleibt die Friedensbewegung, wo die Grünen und die Links-Liberalen, die sich doch sonst lautstark für „Menschenrechte“ einsetzen(?) …“

 

… oder: Dito übelstes Neo-Nazitum dornacher Provenienz …

 

Tatsächlich sind sie die grössten Kriegsbefürworter und fordern immer, man muss die „bösen Diktatoren“ stürzen, ihre Staaten angreifen und bombardieren. Schon vergessen, welche Regierung zum ersten Mal die Bundeswehr in einen illegalen Angriffskrieg befehligte? Es war eine rot-grüne Bundesregierung gegen Serbien(!!!)

 

 

„… und auf diese Weise Deutschland den Weg zur Weltmacht zu verstellen. …“

 

… oder: Davon albträumt die Welt zurecht, oder …

 

Nebenprodukt des transatlantischen Konkurrenzkampfs, die Berlin und Brüssel bereits vor vielen Jahren gestartet haben und in den der US-Präsident in vollem Umfang einsteigt, ist ein neuer Schub für die extreme Rechte in Europa.

(Hervorhebung G.Thr.)

 

Siehe u.a. letzter Beitrag …

 

 

Waldorfschule, Rudolf Steiner-Schule — oder doch nur Neo-Nazi-Puff!?

 

… oder: Unzucht mit Waldorflehrern …

 

Es sollte Herrn Henning Kullak-Ublick und seine von allen guten Geistern Verlassenen in Dornach schon noch interessieren, was sie Deutschland und der Welt  so (re-)präsentieren, oder:

 

Die Erfahrungen von 18 Jahren haben bewiesen, dass unsere Kinder durch die Waldorfschule zu tüchtigen, an Leib und Seele gesunden, vollwertigen Mitgliedern der Volksgemeinschaft herangebildet werden. Wir sind daher der Überzeugung, dass die erzieherische Arbeit der Waldorfschule im Rahmen des national-sozialistischen Staates mit Erfolg für den kulturellen Aufbau unseres Volkes fruchtbar gemacht werden kann.(Eingabe der Elternschaft der Stuttgarter Waldorfschule, 14. März 1938, BArch R4901/2521: 9)

 

Siehe auch: „Nationalsozialismus made auf Schwizerdytsch” …,

… „2019: Hundert Jahre (Neo-)Nazi-Waldorfschule(n)!?” …,

… „‚Unseren’ Waldorf-Nazis …” …,

«dass Verschwörungstheorien in der anthroposophischen Bewegung nicht unwidersprochen bleiben» Das Schweizer Volk ist für mich eines der ‚wachesten’ unter den schlafenden Völkern: Deshalb studiere man dort auch die Leserbriefe! „Waldorfzeugnisse” über eine nunmehr fast 100 Jahre andauernde geistesgeschichtliche dornacher Fehlleistung. G.Thr.

 

 

„‚Nationalsozialistischer Untergrund‘ – Aufklärung oder Feigenblatt?“ II

 

… oder: Die schwarzmagischen Drahtzieher im Hintergrund lachen sich ins Fäustchen: ‚DUMMES VOLK! – So packt man Dich immer wieder!’, oder …

 

Der NSU-Prozess schützt die Heimat vor der Wahrheit

 

Zur gängigen ‚abgesegneten’ Schwarzmagie hier mehr …

 

 

Woran man heute anknüpfen kann …

 

im neu wieder einmal herbeimanipulierten Ost-West-Konflikt — am Tage des NSU-Urteiles …

 

Zum 75. Jahrestag der Hinrichtung von Prof. Kurt Huber und Alexander Schmorell (am 13. Juli 1943) schreibt Frau Kronawitter von der Weisse Rose Stiftung e.V.:

12. Juli 2018, 20 Uhr, Seidlvilla, Nikolaiplatz 1B, 80802 München: Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Hinrichtungen von Prof. Kurt Huber und Alexander Schmorell

Nach der Begrüßung von Tatjana Lukina, Präsidentin von MIR e.V., werden Prof. Wolfgang Huber und Markus Schmorell persönlich über ihre Angehörigen der Widerstandsgruppe Weiße Rose sprechen. Anschließend liest die Theaterregisseurin Jutta Schubert aus ihrer Romanbiographie „Zu blau der Himmel im Februar“, in der sie die Tage der Flucht von Alexander Schmorell beschreibt. Raphael Schmid liest Ausschnitte aus der Verteidigungsrede von Kurt Huber, die dieser zur Vorbereitung auf den Prozess vor dem Volksgerichtshof geschrieben hatte. Zum Abschluss spricht der russisch-orthodoxe Erzbischof Mark von Berlin und Deutschland. Aus dem Umkreis von MIR e.V. spielt eine Gruppe von Musikern auf traditionellen Instrumenten.

Eine Kooperationsveranstaltung der Weiße Rose Stiftung e.V. mit MIR e.V., Zentrum russischer Kultur in München, mit Förderung der Bayerischen Staatskanzlei und des Bezirksausschusses Maxvorstadt der Landeshauptstadt München und freundlicher Unterstützung der Seidlvilla.

Am Tag darauf gibt es um 13 Uhr eine russischsprachige Führung durch die DenkStätte Weiße Rose.

 

Gedenken an den Gräbern

12. Juli 2018, 10.00 bis ca. 12.15 Uhr, Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands, Lincolnstr. 58, 81549 München: Gedenken am Grab zum 75. Jahrestag der Hinrichtung von Alexander Schmorell. Eucharistische Liturgie, anschließend Prozession zum Grab von Alexander Schmorell auf dem Friedhof am Perlacher Forst.

Veranstalter: Russische Orthodoxe Kathedralkirche München

13. Juli 2018, 10.30 Uhr, Grab von Kurt Huber auf dem Waldfriedhof (Grab 21-W-22):  Gedenken des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing und der Weiße Rose Stiftung e.V. am Grab.

Es sprechen Uta Wüst, Bürgermeisterin der Gemeinde Gräfelfing, Anita Groß, Schulleiterin des Kurt-Huber-Gymnasiums, Markus Schmorell in Vertretung der Weiße Rose Stiftung e.V., Schülersprecherin Julia Schwab. Anschließend Lesung der Arbeitsgruppe Politik und Zeitgeschichte, feierliche Kranzniederlegung und Übergabe des Kondolenzbuchs an Prof. Wolfgang Huber.

 

Zu dieser ganz gegenwärtigen Geschichte hier mehr …

 

 

Die Tragik der Deutschen …

 

Über die „Folgen der Merkelschen Fehlleistung”en zu lamentieren – oder zu schreiben, überlasse ich gern dem Schweiz-stämmigen ‚Cicero’ …

Aaaaaber, wenn Frau Nahles offen in ‚Hitlers TV’ zu sagen wagt, sie mache „keine nationalen Alleingänge” und lehne diese ab …

… dann lachen sicherlich alle zumeist hintergründig ernsthaften Komiker weltweit, oder …

 

Diese Berliner Gurkentruppen schaffen gar nichts, nur Chaos.

 

G.Thr.

 

Siehe auch: „Ausfall der Mitte

 

 

„… „Zwei Wege – Eine Katastrophe“ vergleicht die EU-Konzepte der Antagonisten. …“

 

… oder: Das Karma der uneinsichtigen Nibelungen

 

Trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte und Motivationen führen beide Entwürfe „in paneuropäische Illusionen und verfehlen das überstaatliche Friedensziel. Sie enden in Imperialismus und Krieg“ (Hans-Rüdiger Minow, Autor). 160 Seiten. Erste Auflage 2016.

(Hervorhebung G.Thr.)

 

Siehe auch: „‚Dank’ flOppermann und Dr. MURKSel — es werden immer mehr …” …,

Warnung „vor einem Atomkrieg mit Russland”

 

 

Krieg und Frieden: „… Aber ohne sich bewusst in diesen Zusammenhang zu stellen wird es wohl nicht in eine lebendige Zukunft gehen. …“

 

… oder: „Der Lehrer sagt es nur einmal …”

 

Was haben wir denn heute für eine Situation? Da ist der aus dem Westen herandrängende ökonomische Druck, da ist Russland, hinter ihm der asiatische Raum, mit den noch wirksamen stärkeren Gemeinschaftstraditionen. Ein nach beiden Seiten schwankendes Europa dazwischen, das sich nicht entscheiden kann, ob es sich als europäischer Nationalstaat nach denselben Kriterien wie eh und je zu einem neuen Machtzentrum, hochgerüstet als dritte, vierte, fünfte Macht neben den USA, Russland und China entwickeln möchte oder ob es auf einen Weg der Vermittlung gehen will. Vermitteln hieße nicht etwa neutral sein im Sinne von nichts tun, vermitteln hieße, westliche und östliche Qualitäten und Mentalitäten in einen Austausch zu bringen. Es ginge darum, die Werte der jeweils anderen zu erkennen und miteinander füreinander fruchtbar zu machen. Da hätten die Europäer, zumal die Deutschen in Europa eine klare Chance, wenn sie ergriffen würde.

 

Wenn, dann…

Ja, wenn! Das ist natürlich der Punkt, der die meisten Fragen zu Steiners „Kernpunkten“ wie überhaupt bei der ganzen Diskussion um mögliche Alternativen heute aufwirft. Dazu noch einmal Steiner selbst: „Auch der ganz radikal Denkende kann Vertrauen zu einer sozialen Neugestaltung unter Wahrung der überkommenden Werte gewinnen, wenn er vor Ideen sich gestellt sieht, die eine wirklich gesunde Entwickelung einleiten können. Auch wird er einsehen müssen, dass, welche Menschenklasse auch immer zur Herrschaft gelangt, sie die bestehenden Übel nicht beseitigen wird, wenn ihre Impulse nicht von Ideen getragen sind, die den sozialen Organismus gesund und lebensfähig machen. Verzweifeln, weil man nicht glauben kann, dass bei einer genügend großen Anzahl von Menschen auch in den Wirren der Gegenwart Verständnis sich findet für solche Idee, wenn auf ihre Verbreitung die notwendige Energie gewandt werden kann, hieße an der Empfänglichkeit der Menschennatur für das Gesunde und Zweckentsprechende zu verzweifeln. Es sollte diese Frage, ob man daran verzweifeln müsse, gar nicht gestellt werden, sondern nur die andere: was man tun soll, um die Aufklärung über vertrauenerweckende Ideen so kraftvoll als möglich zu machen.“[10]

Haben wir heute die Möglichkeit Energie in dieser Weise aufzubringen? Und worin müsste diese Energie bestehen? Das ist eine Frage, die vermutlich jede/r zuerst mit sich selber klären muss. Darüber hinaus ist klar, dass die Idee der Dreigliederung natürlich durchzogen ist von der Vorstellung, dass der Mensch nicht nur auf der Erde lebt, sondern kosmisch eingebunden ist. Es ist heute nicht üblich davon zu sprechen, dass der Mensch nicht nur da sitzt, wo er gerade sitzt, isst und konsumiert, sondern dass der Mensch auch noch in einem größeren Zusammenhang steht. Aber ohne sich bewusst in diesen Zusammenhang zu stellen wird es wohl nicht in eine lebendige Zukunft gehen.

Kai Ehlers, info@kai-ehlers.de

 

 

Kommunisten in der Rudolf Steiner-Schule!

 

Die westlichen „Schutzmächte” haben vollends versagt:

 

unzensuriert.at meldet dazu: „Anti-Regierungs-Pickerl: ORF zeigt in der ZiB linke Polit-Propaganda in Wiener Steiner-Schule …”

 

 

„… Denn sie haben eine historische Mission. Manche nennen es eine Mission Impossible. …“

 

… oder: Glaubwürdig und überzeugend kann das in Europa nur die Reinkarnation des General Guisan – sorry EU –, oder …

 

… Die Quadratur des Kreises

Denn sie haben eine historische Mission. Manche nennen es eine Mission Impossible. Sie wollen das Atomabkommen ohne Trump retten, die Herrschenden in Teheran zufriedenstellen und zugleich ihre Macht eindämmen. Ob und wie dieses Kunstwerk der Diplomatie gelingen soll, wissen wir nicht. Am Dienstag dieser Woche gibt es dazu einen Probelauf, wenn in Brüssel der deutsche, der britische und der französische Aussenminister mit ihrem iranischen Kollegen zusammenkommen. Es ist ungewiss, was Europa dem Javad Zarif anbieten kann und wird, um den Scherbenhaufen halbwegs zusammenzukehren, den Trump hinterlassen hat. Aber man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, was die Islamische Republik von Europa will.

 

Siehe auch: „Die USA behandeln die Staaten Europas wie Kolonien” …,

… „Militarism Mapped” …,

… „Abrüsten jetzt!

 

 

„… Unser Opfer in dieser Gesellschaft ist unsere Lebendigkeit. …“

 

Diese ist die unbeugsamste aller Kräfte, zu der ein Mensch fähig ist – nicht die Langhantel mit 500 Kilogramm Gewicht. Doch wenn ein Fremdkörper von uns Besitz ergreift, die Autorität, dann bleibt das Eigene in uns, was wir sind, fremd und abgespalten. Und es wird als unnatürlich empfunden. „Mut, Herz und offenes Denken sind die Kräfte, die den Gehorsam besiegen“, schreibt Arno Gruen. Sich selbst dahin zu wandeln, ist viel wichtiger, als die Bomben zu zählen, den Bösen zu verfolgen oder sich in der eigenen Angst zu ergehen. Du musst es tun. Kein anderer. Denn niemand wird es für dich tun. Den Wandel der Gesellschaft wirst du nur erleben, wenn du dich wandelst und selbst zu dem wirst, was du erwartest oder erhoffst. Es gibt zum Besseren keine Alternative. Niemals wirst du etwas besseres erreichen für dich, wenn du den Bösen im Außen zu finden glaubst. Wenn du einen Zaun um dich spannst und glaubst, das du den anderen zum Führer deiner Interessen machst. Er wird dann zwar Führer. Führen wird er dann allerdings wirklich dich. An deiner Nase herum.

 

 

„Kinder im Netz globaler Konzerne“!!!

 

… oder: Glaubt ihnen kein einziges Wort(!) …

 

ruft eine Ostschweizerin laut über die ganze Schweiz und Rest-Europa … Solche Rufe (er)klingen immer gut, wenn ‚das Kind in den Brunnen gefallen ist’, oder …

Aber warum, werte Frau Judith Barben, ruft die gesamte Ostschweiz – wer hören kann, der höre(!) – vernehmlich schweiz-, europa-, weltweit 24 Stunden am Tag de facto allerorts und immerdar:

 

Heil Gecaj — und ‚anthroposophische Artgenossen’!!!”

— ???

 

Da ist u.a. die gesamte Schweiz leider weltweit ohne Antwort, sprich: verantwortungslos und das vollkommen, oder …

 

G.Thr.

 

Zu „Digitalisierung” hier mehr …

 

 

„…, weshalb aktuell eine ‚Lawine atomarer Nachrüstung‘ droht. …“

 

 

 
 

Bückeberg hin, Bückeberg her …

 

Herrn Gelderblom und seinen Frauen und Mannen wünsche ich jetzt die Kraft und den Mut, noch die ganze Geschichte dieses weltgeschichtlichen Mißbrauches schreiben zu können … 

… und den Anwohnern des Bückeberges sei versichert: Zukünftig werden gerade die, wir Deutschen einmal froh, sehr froh sein, dieses finsterste Tal der Weltgeschichte, diesen Ort als Lernort zu haben.

 

Gunther Thriene

 

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Niedersächsische Allgemeine Online, 14.03.2018:

Kreistag Hameln beschließt Projekt

14.03.2018 – 13.10 Uhr

Reichserntedankfeste der Nazis: Festplatz am Bückeberg wird Doku-Stätte

Hameln. Der Kreistag in Hameln hat grünes Licht für den Bau einer Dokumentationsstätte am Bückeberg gegeben – dort ließ Hitler fünf Mal das Reichserntedankfest feiern.

Zum Reichserntedankfest zogen die Massen zum Bückeberg, am Hang flatterten Hakenkreuzflaggen an 1.000 Masten im Wind. Wenn Hitler und andere NS-Größen wie Goebbels kamen, streckten sich ihnen hunderttausende Arme zum Gruß entgegen. Heute grasen auf dem Gelände, das Hitler-Architekt Albert Speer gestaltet hatte, Kühe. Doch bald soll das es zur Dokumentationsstätte werden.

NS-Aufmarsch bei Hameln

Das Für und Wider sorgte nicht nur rund um den Bückeberg bei Hagenohsen für Diskussionen. Kaum eine Entscheidung des Kreistages Hameln-Pyrmont hat zuletzt für heftigere Diskussionen gesorgt. Denn der Boden am Bückeberg ist verseucht: Dort ließ Hitler von 1933 bis 1937 das Reichserntedankfest auch mit einer Waffenschau feiern.

Bomber zerstörten ein Schaudorf. 1937 sollen 1,2 Millionen Menschen dort gewesen sein, angekarrt in 215 Sonderzügen – eine der größten Massenveranstaltungen der Nazis. Allein die Tribüne fasste 3.000 „Ehrengäste“. Hameln wurde so zum „Nürnberg des Nordens“.

Streit um Doku-Stätte am Bückeberg

Seit einem Jahr wird um die Doku-Stätte gestritten, die Gemeinde Emmerthal ist dagegen, mehr als 2.000 Bürger und Anwohner unterschrieben ihr Nein. Wut kochte hoch. Der Kirchenkreis stellte einen Riss zwischen Befürwortern und Gegnern fest, der durch die Gemeinden gehe.

Die Mehrheit von SPD, Grünen, Linke und FDP im Kreistag jedenfalls brachte gestern das Projekt auf den Weg. Dabei ging es auch um die Finanzierung einer Gesellschaft, die das Konzept umsetzen soll.

Zuletzt hatte Landrat Tjark Bartels für die Sache geworben, die Wichtigkeit der Doku-Stätte betont. Seine Begründung ähnelte jener, die vom Verband Niedersächsischer Geschichtslehrer kam: Der betonte, dass „die Reichserntedankfeste damals für die manipulative Wirkung der NS-Ideologie auf viele Deutsche“ standen. Die Feste huldigten der bäuerlichen Idylle, sprachen also viele Menschen an.

Transportiert wurde aber vor allem das totalitäre Gesellschaftsideal der Nazis. Die Wortwahl zum Ort des Geschehens sprach für sich: Es sei „ureigenster deutscher Boden, germanisches Kerngebiet am deutschen Fluss Weser“.

Zeitzeugin erinnert sich an Reichserntedankfeste der Nazis

Ingrid Kopietz, geb. Schmidt, war ein Kind, als 1937 „unglaubliche Menschenmassen“ auch durch Hagenohsen am Südrand des 160 Meter hohen Hügels dorthin zogen, wo die NS-Größen „von einer Tribüne aus zu den Massen sprachen“. Die Rentnerin erinnert sich zwar intensiv, aber nicht gerne an die Jahre vor und während des Krieges mit den Bombennächten, die Angst und Tod nach Hameln brachten.

„Für junge Leute könnte es wichtig sein, an das Geschehen am Bückeberg erinnert zu werden“, sagt die 84-Jährige, die persönlich damit aber abgeschlossen hat – trotz der vielen Bilder im Kopf.

Fläche am Nordhang soll Doku-Stätte werden

Die 23 Fußballfelder große Fläche am Nordhang soll Dokumentationsstätte- und Lehrort werden. 450.000 Euro sind veranschlagt für Wege, Sitzbänke und Inseln mit Info-Tafeln. Die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten will Geld geben, auch der Kreis, der auf Hilfe vom Bund hofft.

Wenn alles glatt geht, könne bald begonnen werden, sagt der Initiator, Projektleiter und Historiker Bernhard Gelderblom.

Manche aber wünschen sich, dass die Kühe dort weiter grasen. Und schon gar nicht, dass dort Neonazis auftauchen, um ihren zweifelhaften Idealen zu huldigen.

Bildunterschrift: Reichserntedankfest am Bückeberg bei Emmerthal im Kreis Hameln-Pyrmont: Dort ließ Hitler von 1933 bis 1937 auf einem von Albert Speer gestalteten Gelände das zentrale Fest feiern. Bald soll es zum Dokumentations- und Lernort werden.

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Deister- und Weserzeitung, 14.03.2018:

Vom „Hoffnungsträger“ am Bückeberg

Zweistündige Kreistagsdebatte um Dokumentationsort mit heftigen verbalen Entgleisungen

Von Joachim Zieseniß

Hameln-Pyrmont. Die Entscheidung für den Dokumentationsort Bückeberg ist in der gestrigen Kreistagssitzung gefallen. Die Gräben zwischen Befürwortern und Gegnern sind aber längst nicht zugeschüttet, im Gegenteil: Zeigten die Stimmen aus Einwohnerschaft wie aus Politik doch auch am Abend der Entscheidung einmal mehr, wie sehr der ehemalige Nazi-Propagandaort und damit die Beschäftigung mit der Vergangenheit von vor immerhin 80 Jahren immer noch polarisiert.

Und so zeigten sich Mehrheitsgruppe, die CDU und die AfD in ihren Wortbeiträgen als unversöhnliche Lager. Während Ulrich Watermann (SPD) darauf bestand, dass der Bückeberg als Mahnmal für den Wert unserer heutigen Demokratie „niemals nach Geldmaßstäben beurteilt werden dürfe“, und Michael Ebbecke (Grüne) darauf verwies, dass die grüne Landtagsfraktion bereits einen Antrag auf Unterstützung des Lernorts Bückeberg mit Landesmitteln gestellt habe, lehnte Hans-Ulrich Siegmund (CDU) das Projekt nach wie vor rigoros ab: Die Politik sei bei der Konzeptionierung der Bückeberg-Pläne „bislang in vielen Fragen übergangen worden“, kritisierte er. Siegmund forderte, dass das Thema vor einer Entscheidung erst einmal politisch aufgearbeitet werden müsse. Dabei müssten auch Gestaltungsalternativen des Bückebergs aufgezeigt und in den Gremien diskutiert werden. Ursula Körtner (CDU) bekannte sich zwar zur historischen Bedeutung des Bückebergs, kritisierte aber Arroganz im Umgang mit dem Bürgerwillen im bisherigen Findungsprozess. Auch forderte sie, einen Beschluss zurückzustellen, bis die Grundstücksfrage mit dem Land und die Bebauungsplanung mit der Gemeinde Emmerthal geklärt sei.

Für die FDP merkte Rüdiger Zemlin – Gruppensprecher Heinrich Fockenbrock hatte während der Sitzung eine Herzattacke erlitten – an, FDP / Unabhängigen werden dem Projekt zustimmen, sobald eine Beteiligung von Land und Bund an den Kosten geklärt sei.

Strikte Ablehnung kam von Seiten der AfD. Hier merkte Dr. Jürgen Schönbrodt an, man dürfe Gegner des Vorhabens „nicht in eine falsche Ecke drücken“. Nach einem Exkurs in das soziale Klima nach dem Ersten Weltkrieg erklärte er die Reichserntedankfeste und die damalige Begeisterung damit, dass „da eben einer kam und als Hoffnungsträger gefeiert wurde“. Und die Folgen seien damals eben nicht abzusehen gewesen.

Womit der Damm zu verbalen Entgleisungen gebrochen zu sein schien: Rolf Keller (CDU) sprach der Mehrheitsgruppe das Zulassen eigener Meinungen in ihren Reihen ab, geißelte deren Missachtung von Bürgermeinung und Emmerthaler Interessen und hatte für Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD) die Beschimpfung parat, er habe in der ganzen Sache „keinen Arsch in der Hose“.

Bildunterschrift: Eindringlich warb Landrat Tjark Bertels vor allem bei der CDU-Fraktion um eine Zustimmung zum Lernort Bückeberg.

Bildunterschrift: Das Medieninteresse an den AfD-Politikern im Kreistag war groß.

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Deister- und Weserzeitung, 14.03.2018:

Hameln-Pyrmont billigt NS-Infostätte am Bückeberg

Weichenstellungen gegen Widerstand von CDU, AfD und Anwohnern

Von Joachim Zieseniß

Hameln-Pyrmont. Am Emmerthaler Bückeberg – einer der wichtigsten Propagandastätten der Nationalsozialisten – wird eine Dokumentations- und Lernstätte eingerichtet. Das hat der Kreistag von Hameln-Pyrmont gestern nach emotionaler zweistündiger Debatte mit den 27 Stimmen von SPD, Grünen, Linken, FDP, Unabhängigen und dem Einzelbewerber Helmuth Mönkeberg beschlossen. Die CDU und AfD stimmten gegen das Vorhaben: Sie kamen auf 20 Stimmen.

Das Thema hatte in den vergangenen Monaten die öffentliche Meinung im Landkreis Hameln-Pyrmont gespalten wie kaum ein anderes in der Vergangenheit. Um den bereits unter Denkmalschutz stehenden Bückeberg zu einem Lernort zu gestalten, wird der Landkreis nun gemeinsam mit dem Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte eine gemeinnützige GmbH gründen. Die umstrittenen Gelder hierfür können nun mit Sperrvermerk in den Haushalt 2018 eingestellt werden. Bevor dieser Sperrvermerk aufgehoben wird, soll geprüft werden, ob sich Land und Bund an den Kosten beteiligen. Außerdem sollen zwei weitere öffentliche Bürger-Foren die Beteiligung der Öffentlichkeit sicherstellen. Auch sollen die verschiedenen Möglichkeiten der künftigen Bückeberg-Gestaltung noch mit der Politik besprochen werden.

„Jetzt sind die Weichen für den Dokumentationsort Bückeberg gestellt.“
Tjark Bartels, Landrat

Die CDU und AfD wandten sich gegen die Bereitstellung von Kreisgeldern. Auch in der Bevölkerung war die Kritik immer wieder an den Kosten für den Landkreis in Höhe von 293.500 Euro festgemacht worden. Der Gesamtaufwand für das derzeit geplante Konzept beläuft sich auf rund 450.000 Euro. Für die Hälfte des Betrages liegen Zusagen von Stiftungen vor.

Vor dem Einstieg in die Tagesordnung des Kreistags hatten die zahlreich erschienenen Zuschauer das Wort. Hier trafen erneut Befürworter und Gegner des Projekts aufeinander. Vor allem bei den Anwohnern gibt es Widerstand. „Wir möchten eine Aufarbeitung des Bückebergs, aber nicht große bauliche Veränderung am Berg selbst“, sagte Timo Schriegel, Sprecher einer Kritiker-Gruppe, die mehr als 2.000 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat.

Landrat Tjark Bartels (SPD) setzte sich im Kreistag bei allem Gegenwind weiter vehement für die Dokumentationsstätte am Bückeberg ein. Dort schwor das Nazi-Regime, auch Adolf Hitler persönlich, in den Jahren 1933 bis 1937 bei den Reichserntedankfesten jeweils bis zu eine Million Deutsche auf die verbrecherischen Ziele ein. Bartels betont seit längerem, dass Hameln-Pyrmont ungeachtet der Kosten in der Verantwortung stehe, am Bückeberg, „einen der wichtigsten Orte der NS-Selbstinszenierung“, einen Lernort zu schaffen.

Weserbergland: 17

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(Alles zitiert nach  hiergeblieben.de  )

 

 

„… alles das aus dem anthroposophischen Phrasen-Baukasten, was seit Jahrzehnten verbal eingefordert, aber nie ausgefüllt worden ist. …“

 

Ja, wenns nur der „anthroposophische Phrasen-Baukasten” wäre*)

Da gehört der geistige Konkurs-Hammer auf den Tisch, oder …*)

 

Gunther Thriene

 

Siehe auch: „Das ‚Ende’ einer jahrzehntelangen Nazi-Zuhälterei in der Waldorfschule …

*) Offenbar nicht nur der „geistige Konkurs-Hammer” …

 

 

„… Der katholisch-autoritäre Schuschnigg hatte dem rücksichtslosen Nationalsozialisten Hitler nichts als klägliche Beteuerungen der ‚deutschen Rolle‘ Österreichs entgegenzusetzen …“

 

… oder: Wie damals, so heute – und immerdar!?

 

Beim Folgenden handelt es sich um eine (gekürzte) Niederschrift Schuschniggs (aus: Kurt Schuschnigg. Ein Requiem in Rot-Weiß-Rot). Ein Dokument der hilflosen Beschwichtigungsversuche eines autoritären Antidemokraten gegenüber einem absoluten Gewaltsystem.

 

Siehe auch: „Jetzt wirds für … freie Schweizer wieder gefährlich …

 

 

„… Durch Hass und Krieg wollen die westlichen Eliten uns zusammenschweißen …“

 

– nicht durch Freiwilligkeit und Liebe. …

 

Zur „Sicherheitskonferenz MSC” hier mehr …

Zum „dank” der völlig verfehlten berliner Politik überall wieder erblühenden Nationalismus hier mehr …

 

 

„… Dafür, dass er seine journalistische Seele verkauft hat und ständig Lügen verbreitet …“

 

bekommt er ein sagenhaftes Honorar, …

 

Aber nicht nur die TV-Journalisten verkaufen ihre Seele, werter Freeman … Die allermeisten Schulhäuser wären le(h)erer-los, die Hochschulen verwaist, Militär und Polizei abgeschafft, die Parlamente mutierten zum menschenleeren Vakuum und Waldorfschulen, Rudolf-Steiner-Schulen — gäbe es die!?

Seelenleben ist ein hoher Anspruch in vollkommen geistlosen Zeiten, oder …

… Man hört nur noch immer von allen Seiten mäh mäh mäh mäh, ab und zu auch mal muh!

 

Gunther Thriene

 

Siehe auch: „Wenn die vollkommene Geistlosigkeit im berliner Regierungsviertel ‚regiert’ …

 

 

„…, daß die jetzigen Anthroposophen gemeinsame Veranstaltungen mit (u.a.) »rechtslastigen YouTubern« machen. …“

 

… oder: „Mitte, Mitte, Mitte, Mitte, Mitte …” schreiben – bis man begreift …

 

Findest Du auch das nicht genügend erwiesen(?)

 

 

„…, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist …“

 

oder: Heute vor 75 Jahren

 

Wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten(?)

 

Siehe auch: „Verlorenes Ich

 

 

Kreuz oder Halbmond auf dem Gotthard-Hospiz!?

 

Köppel ruft zum biblischen «Endkampf» …

 

Für «Endkampf» sind Schweizer i.d. Regel zu lieb, oder …

 

G.Thr.

 

 

Es soll auch ziemlich dumme Muttis geben …

 

Davor warnen …

erstens …,

zweitens …,

drittens …,

… viertens …( … da muss jetzt jede(r) selbst darauf kommen …)

 

G.Thr.

 

 

„… Doch der deutscheste Funk im Äther, der DEUTSCHLANDFUNK, das Radio für den Gebrauchs-Führer, …“

 

... macht mit einem verbalen Radetzky-Marsch Schluss mit lustig: „Die Welt erwartet von Deutschland, dass es führt“. – Deutscher Funk, befiehl, wir folgen Dir! Ta-tatata, ta-tatat, ta-tata, schnätterä-päng. Kein Sack Reis kann in China ohne deutsche Führung umfallen.

 

Siehe auch: „… Ich befürchte … dass mittlerweile die Hälfte der Bevölkerung sich nicht mehr traut, den Schnabel aufzumachen. Die Moralisten haben die Deutungshoheit in den Medien übernommen und die bestimmen, was gut und böse ist. …

Zur „Deutungshoheit in den (deutschen) Medien” hier mehr … ,

… und: „Der Korridor des als ‚zulässig’ Deklarierten ist verengt wie lange nicht mehr.” …

…, sowie: „Die goldene Schere im Kopf” …

… Zu „Denkverboten” hier und anderswo mehr …

 

 

„… Wenn ein Schüler sich darüber beschwert, dass sein Lehrer ihn ‚gezwungen hat, deutsch zu singen‘, wo sind wir da(?) …“

  

Folgerichtig findet da der Islamismus offene Türen. (… Zitat aus dem Forum dazu …)

 

An Silvester freut man sich auf das Feuerwerk, oder nicht …

In diesem Jahr wird es besonders groß, man riecht es förmlich:

 

 

 

Im Jahresrückblick werden dort und anderswo wichtige Fragen gestellt, keine Frage. Im gelebten Clash of Civilisations fällt aber auf, dass eine vollkommen fehlt:
 
Wie wird man die schicksalsschweren Blutstropfen im Kaufmannsladen nicht nur chemisch, sondern auch karmisch wieder los?
 
Ein Gutes Neujahr 2018 wünscht
 

 

Gunther Thriene

 
 

„Die Quelle der wahren Positivität“

 

 

Werden wir also Pessimisten? Das war die philosophische Konsequenz von Schopenhauer und Eduard von Hartmann und allen, die wie sie bloß addieren und subtrahieren. Die Rechnung stimmt, doch das menschliche Ich rechnet anders. Es setzt ein anderes Verhältnis zwischen positiven und negativen Erlebnissen, als sie zu addieren und zu subtrahieren. Es nimmt mit ihnen eine Division vor. Setzen wir alle negativen und positiven Erlebnisse in einen Bruch: Über dem Strich (Zähler) stehen alle positiven, unter dem Strich (Nenner) alle negativen Erlebnisse. Dieser Bruch kann niemals Null werden! Denn dazu müsste entweder der Zähler Null sein oder der Nenner approximativ unendlich werden. Wer kann behaupten, dass er bis zum letzten Atemzug keinen einzigen Wert erlebte? Wer kann behaupten, dass die Zahl seiner Leiden unendlich groß sei? Das divisorische Verhältnis von negativen und positiven Erlebnissen behält also unter allen Umständen einen positiven Wert, wie gering er auch sein oder scheinen mag. Diese nüchterne Erkenntnis zu erleben, verleiht unserem Leben einen erlebten, positiven Grundwert.

 

 

Siehe auch: „Identität: Begreifst du, wer du bist?” …

… und: „Wie rettet man sein Ich aus den Wirbelstürmen der Zeit?

 

 

„Identität: Begreifst du, wer du bist?“

 

Wir dokumentieren die Rede, die Iso Camartin zur Eröffnung des Lucerne Festival 2017 am 11. August im KKL gehalten hat.

 

… – Da dort von ihm erwähnt, siehe auch: „‚Verlorenes Ich’ von Gottfried Benn (1943)” …

… und heute: „Massenindividualität statt Authentizität. Identitätsinszenierungen statt So-Sein. Konsum statt Zufriedenheit.”, …

‚Das Versagen des intellektuellen Establishments’ – nicht nur in den USA …”, …

Die Boten der Nachrichten sind schuld und nicht die Politiker, die das Chaos verursachen und zulassen …

 

 

Freie Waldorfschulen – Rechtsextremismus als Hausaufgabe

 

Die, wie jeder Kenner weiß, rotzverlogene Verkürzung des Problems auf nur eine Schule, hat menschheitsverbrecherische – deutsch und deutlich – ‚dornacher Methode’: Permanenter Terror wider den Geist.

 

Mindener Tageblatt Online , 24.06.2017 :

Freie Waldorfschule Minden – Rechtsextremismus als Hausaufgabe

24.06.2017 – 00.08 Uhr

Von Stefan Koch

Minden (mt). Die Freie Waldorfschule Minden wird im neuen Schuljahr 2017 / 2018 in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der nordrhein-westfälischen Waldorfschulen wieder dabei sein. Nachdem die Mitgliedschaft ruhte (das MT berichtete) und ein Aufarbeitungsprozess nach der Entlassung eines in rechtsextrem-esoterischen Kreisen verwurzelten Lehrers begann, stellte am Donnerstag das dafür zuständige Gremium der Öffentlichkeit die Ergebnisse vor. Mit sechs Mitgliedern war zuletzt diese Aufarbeitungskonferenz besetzt – jeweils zur Hälfte aus der Lehrerschaft und der LAG bestehend.

Die Vorgeschichte: Im April 2015 informierten Schülerinnen das Kollegium der Waldorfschule über erste Medienberichte wegen des Lehrers. Eine interne Recherchegruppe der Schule setzte sich mit dessen Publikationen auseinander. Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold deckte weitere Kontakte des Lehrers zu braunen Weltanschauungs- und Glaubenskreisen auf. Im Juni 2015 verlangten schließlich der Bund der Freien Waldorfschulen (Stuttgart) und die LAG, dass sich die Mindener Waldörfler von ihrem Lehrer trennen, der schon 20 Jahre bei ihnen war, als äußerst beliebt galt und Leitungsfunktionen innehatte. Hatte zunächst noch ein Großteil des Kollegiums hinter dem in Verruf geratenen Mitstreiter gestanden, wurde dieser im August 2015 entlassen.

Peter Bücker, als Lehrer Mitglied im Gremium, machte am Donnerstag deutlich, dass die Aufarbeitung nach diesem Schritt zunächst unzureichend verlaufen ist. Vor allem den Rechercheauftrag hätte die Schule in externe Hände legen müssen. „Ab Mai 2016 zeigte sich an Hand der Fragen der LAG und der mit der Aufarbeitung unzufriedenen Eltern, dass eine intensivere Arbeit notwendig ist.“ Nicht zuletzt hatte die LAG vor einem Jahr die Mitgliedschaft der Mindener Schule ruhen lassen. Der nächst Schritt wäre der endgültige Ausschluss gewesen.

„Große Sorge machte der Verlust des Namensrechtes bei Ausschluss aus dem Verband sowie die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr in die LAG möglich ist“, erklärte Agnes Sieg von der LAG, die ebenfalls dem Aufarbeitungsgremium angehört. Und Wilfried Bialik, auch von der LAG, merkte dazu an, dass es nie das Ziel gewesen sei, den Namensentzug zu erklären, sondern lediglich die Aufarbeitung zu betreiben.

Im November vergangenen Jahres traf sich dann die Aufarbeitungskonferenz, die zunächst noch aus 20 Personen bestanden hatte und aus Gründen der Verschlankung der Prozesse verkleinert wurde. Bei insgesamt zwölf Treffen wurde unter anderem an der Schaffung einer neuen Schulverfassung mit einem neuen Leitungsgremium gearbeitet und die Trennung von dem Lehrer weiter aufgearbeitet – wobei es noch ein begleitetes Treffen mit seiner ehemaligen Oberstufenklasse und ein späteres Betretungsverbot der Schule gab.

Auch weiteren Mutmaßungen über Verstrickungen der Freien Waldorfschule Minden in der rechten Szene wurde nachgegangen. Deren Grundbuchauszüge sowie Belege und Darlehen hatte ein Sprecher der LAG im Januar dieses Jahres geprüft und keine Hinweise auf finanzielle Verpflichtungen zwischen dem Lehrer oder rechtsextremen Gruppen entdeckt. Es wurden auch Darlehensverträge und andere Finanzzuflüsse gecheckt, ohne dass sich ein Befund ergeben hatte. Nicht zuletzt nahm sich die LAG auch die angrenzenden Flurstücke der Schule an der Haberbreede vor, da diese von Erweiterungsbauten hätten betroffen sein können. Dabei stellte sich heraus, dass diese nicht in Besitz einer der Schule nahestehenden Person sind.

Auch die Anfänge der Freien Waldorfschule Minden wurden auf rechtsradikale Netze durchleuchtet. Sabine Henke-Kohl von der LAG: „Es konnte geklärt werden, dass keine Gründungseltern im Freibund gewesen sind.“ Es habe lediglich Namensgleichheiten gegeben, die aufgeklärt werden konnten.

Auf Nachfrage aus dem Publikum, weshalb der Lehrer zu seiner Entlassung noch eine finanzielle Abfindung erhalten hatte, erklärte Bücker, dass es arbeitsrechtlich keine andere Lösung gegeben hätte. Mehrere Fachanwälte hätten geraten, mangels Erfolgsaussichten vor dem Arbeitsgericht, diese Zahlung zu leisten. Eine andere Frage ging dem Phänomen nach, dass vor zwei Jahren fast die komplette Lehrerschaft hinter dem stillen Anhänger braun-esoterischen Gedankenguts stand und sich nun komplett abgewandt habe. „Das ist ein Beziehungsproblem – viele kannten ihn schon seit Jahren“, sagte Henke-Kohl.

Wie sehr der Konflikt der Schule geschadet hatte, stellte sich bei der Nachfrage des pensionierten Waldorflehrers Hartmut Karge nach den Folgen aus Abmeldungen von Schülern heraus. Ursula Paulus, als Lehrerin ebenfalls im Aufarbeitungsgremium, berichtete von finanziellen Engpässen, weil Lehrerstellen frei finanziert werden müssen. Um den Fächerkanon zu halten und niemanden zu entlassen, haben sich die verbliebenen Pädagogen auf eine Gehaltsreduzierung um 20 Prozent verständigt, damit die Deckungslücke aufgefangen werden kann.

Auch in Zukunft will sich die Freie Waldorfschule Minden gegenüber rechten Tendenzen abgrenzen. Vor einer Woche hatte sie mit der Mobilen Beratung über eine weitere Zusammenarbeit gesprochen. Der Fächerkanon wird um das Thema „Sensibilisierung gegen Rechtsextremismus“ erweitert. Und mit dem Mindener Bündnis für Demokratie und Vielfalt ist eine Veranstaltung verabredet worden. Der Verein hatte bereits ab Sommer 2015 als Vertreter der Öffentlichkeit in der Steuerungsgruppe der Schule mitgearbeitet.

Bildunterschrift: In der Freien Waldorfschule Minden ist Rechtsextremismus jetzt Thema im Unterricht. Das war in früheren Zeiten nicht die Regel.

Copyright: Texte und Fotos aus dem Mindener Tageblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

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Neue Westfälische, 24./25.06.2017:

Affäre um rechten Lehrer beendet

Mindener Waldorfschule: Die Rückkehr in die NRW-Landesarbeitsgemeinschaft steht bevor / Zukünftig will man sich gegen rechte Tendenzen abgrenzen

Von Stefan Koch

Minden. Die Freie Waldorfschule Minden wird im neuen Schuljahr 2017 / 2018 in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der nordrhein-westfälischen Waldorfschulen wieder dabei sein. Nachdem die Mitgliedschaft ruhte und ein Aufarbeitungsprozess nach der Entlassung eines in rechtsextrem-esoterischen Kreisen verwurzelten Lehrers begann, stellte das dafür zuständige Gremium der Öffentlichkeit die Ergebnisse vor.

Die Vorgeschichte: Im April 2015 informierten Schülerinnen das Kollegium der Waldorfschule über erste Medienberichte wegen des Lehrers. Im Juni 2015 verlangten schließlich der Bund der Freien Waldorfschulen (Stuttgart) und die LAG, dass sich die Mindener Waldörfler von ihrem Lehrer trennen, der schon 20 Jahre bei ihnen war, als äußerst beliebt galt und Leitungsfunktionen innehatte. Hatte zunächst noch ein Großteil des Kollegiums hinter dem in Verruf geratenen Mitstreiter gestanden, wurde dieser im August 2015 entlassen.

Im November vergangenen Jahres traf sich dann die Aufarbeitungskonferenz, die aus Gründen der Verschlankung der Prozesse verkleinert wurde. Bei insgesamt zwölf Treffen wurde unter anderem an der Schaffung einer neuen Schulverfassung mit einem neuen Leitungsgremium gearbeitet und die Trennung von dem Lehrer weiter aufgearbeitet.

Auch in Zukunft will sich die Freie Waldorfschule Minden gegenüber rechten Tendenzen abgrenzen. Vor einer Woche hatte sie mit der Mobilen Beratung über eine weitere Zusammenarbeit gesprochen.

Namensschild: Freie Waldorfschule Minden.

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Radio Westfalica, 23.06.2017:

Abschlussbericht der Waldorfschule

Die Mindener Waldorfschule will zwei Jahre nach der Entlassung eines umstrittenen Lehrers neu anfangen. Eine Arbeitsgruppe hat den Fall zusammen mit dem Verband der nordrhein-westfälischen Waldorfschulen aufgearbeitet. Der Abschlussbericht wurde am Abend vorgestellt.

Unter anderem hat die Schule untersucht, warum die Kontakte des Lehrers in rechtsextremistische Kreise jahrelang unbemerkt geblieben sind. Auch sonst seien in dem Fall Fehlergemacht worden. Peter Bücker vom Schul-Vorstand sagte, dass das an Missverständnissen und unklaren Entscheidungsstrukturen gelegen habe. Die Waldorfschule hat inzwischen eine neue Schulverfassung und ein neues Bewusstsein gegen Rechts entwickelt. Zum neuen Schuljahr kann sie auch wieder vollwertiges Mitglied im Verband der NRW-Waldorfschulen werden. Die Mitgliedschaft hatte nach dem Fall geruht.

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Mindener Tageblatt, 14.06.2017:

TV-Dokumentation über rechte Umtriebe

Waldorfschule im Bayerischen Fernsehen

Von Jürgen Langenkämper

Minden (mt). Vor zwei Jahren wurden die rechten Umtriebe eines Werklehrers aus Uchte an der Freien Waldorfschule Minden der Öffentlichkeit bekannt. Obwohl sich die Schule längst von dem Lehrer getrennt hat, der nicht bereit war, sich von dem völkischen Milieu loszusagen, ist der Klärungsprozess noch nicht gänzlich abgeschlossen. Jetzt taucht der Fall in einer Dokumentation des Bayerischen Fernsehens zur ARD-Woche „Woran glauben“ auf. Gesendet wird der Beitrag am Mittwochabend um 22 Uhr in der Sendung „dok Thema“ im dritten Programm.

„Im Film geht es definitiv nicht darum, die Schule anzuprangern“, teilt die zuständige BR-Redakteurin Johanna Walter gegenüber dem Mindener Tageblatt mit. „Es geht vielmehr darum zu zeigen, wie die Waldorfschulen Ziel von politischen Akteuren aus dem rechten Spektrum werden können. Denn diese docken gerne an alternative Bildungsangebote an.“

„Sowohl von Reichsbürgern als auch von rechten Kräften unterwandert“

In dem Beitrag mit dem Titel „Gefährliche Allianz: grüne Esoterik und braune Philosophie“ befasst sich der Bayerische Rundfunk mit der Esoterik-Szene und beleuchtet, dass „diese sowohl von Reichsbürgern als auch von rechten Kräften unterwandert wird“, so die Redakteurin. „Ausgangspunkt war, dass uns aufgefallen ist, dass viele ausgewiesene Reichsbürger einen esoterischen Hintergrund haben, zum Beispiel Heilpraktiker sind oder esoterische Produkte verkaufen.“

Waldorfschulen stellen in der Berichterstattung lediglich einen Randaspekt dar. Sie sahen sich jedoch in der Vergangenheit gezwungen, sich von der Reichsbürger-Ideologie abzugrenzen, die seit dem vergangenen Herbst auf Grund der tödlichen Schüsse in Georgensgmünd (Mittelfranken) auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist.

Die Waldorfschule Minden, deren Mitgliedschaft in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Freien Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen seit Mitte vergangenen Jahres ruhte, bemühte sich, die Trennung von dem Lehrer mit Kontakten in rechtsextremistische Kreise in einer Arbeitsgruppe mit der LAG aufzuarbeiten. Bei einem Treffen vor den Osterferien waren nach MT-Informationen noch nicht alle Auskunftswünsche von Eltern, besonders hinsichtlich finanzieller Hintergründe der Trennung zufriedengestellt worden. Inzwischen scheint diese Arbeit – zumindest aus Sicht der Schulleitung – abgeschlossen zu sein. Denn in der kommenden Woche wollen der Vorstand der Schule und die LAG den Abschlussbericht präsentieren und eine Presseerklärung abgeben. Dazu haben sie am Donnerstag, 22. Juni, um 20 Uhr in das Saalgebäude in Haddenhausen, Haberbreede 37, eingeladen.

Gedreht worden ist unter Leitung der Filmautorin Susanne Roser MT-Informationen zufolge auch auf der neuheidnischen Ahnenstätte in Seelenfeld.

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Vlothoer Bündnis gegen das Collegium Humanum / Minden gegen Rechts, 05.04.2017:

Offener Brief

Sehr geehrte Schulleitung, sehr geehrte Vorstände des Schul- und Fördervereins der Freien Waldorfschule Minden, wir, das „Vlothoer Bündnis gegen das Collegium Humanum“ und das Bündnis „Minden gegen Rechts“ beobachten das seit 2015 öffentlich gewordene Geschehen um die Freie Waldorfschule Minden und den dort langjährig tätigen rechtsextremen Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe. Dessen Aktivitäten in rechtsradikalen und völkisch-nationalistischen Zusammenhängen wurden im April 2015 erstmalig aufgedeckt. In den Sommerferien 2015 wurde von Seiten Ihrer Schule die Trennung von Wolf-Dieter Schröppe vollzogen.

Wolf-Dieter Schröppe wuchs in Argentinien / Buenos Aires als Sohn des Nationalsozialisten Ben Horst Schröppe auf und wohnte später in Bariloche. Dort engagierte er sich im Vorstand der Deutschen Schule an der Seite des verurteilten Kriegsverbrechers Erich Priebke. Nach dessen Enttarnung migrierte er 1994 nach Deutschland.

Zusammenhänge zwischen deutschen rechts-esoterischen Kreisen und zwischen Argentinien weisen zurück in die NS-Zeit, als Werner Haverbeck in Buenos Aires als Rundfunkattaché stationiert war.

Schröppe publizierte auch während seiner Tätigkeit an der Freien Waldorfschule Minden in verschiedenen Organen völkisch-nationalistischer Organisationen und war unter anderem in der rechtsextremen Artgemeinschaft aktiv. Durch zwei schriftliche Einschätzungen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold ist auch ein ausführlicher Überblick über seine publizierten Werke und Führungspositionen in rechten Organisationen vorhanden.

Mittlerweile ist bekannt, dass Ihre Schule auch nach der Trennung von Schröppe im Sommer 2015 dessen Gehalt weiterhin gezahlt hat oder zahlt. Offiziell heißt es, dass dies die günstigste Form einer Kündigung gewesen sei.

Wir wissen aber, dass der Bund der Waldorfschulen durch ihren Justiziar Martin Malcherek Ihnen angeboten hatte, die Kündigung abfindungsfrei durchzusetzen. Dennoch haben Sie sich für die weitere Gehaltszahlung entschieden und behandeln die Umstände der Kündigung als geheim.

Dies finden wir sehr verwunderlich, da die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen NRW (LAG NRW) in ihrem Fragenkatalog, der im Sommer 2016 Ihrer Schule zugegangen ist, ausdrücklich eine Aufklärung dieser Zusammenhänge fordert. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu betrachten, dass im April 2015 ein schulinternes Gremium installiert wurde, das offiziell die Aufklärung des Falles betreiben sollte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dieses Gremium belastende Informationen gegen Wolf-Dieter Schröppe nicht an die Schulgemeinschaft und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus weitergab und so die Aufklärung behinderte.

Gegen Personen, die sich für eine Aufklärung des Falles einsetzen, wurde und wird mit großer Vehemenz vorgegangen. So verschickte Ihre Schule unter anderem anwaltliche Unterlassungsaufforderungen und verhindert massiv einen transparenten Umgang mit dem Thema innerhalb der Schulgemeinschaft und gegenüber der Öffentlichkeit.

Wolf-Dieter Schröppe machte an der Freien Waldorfschule Minden eine erstaunliche Karriere vom Hausmeister bis zum informellen Schulleiter und hat auf verschiedenen Ebenen schulinterne Entscheidungen beeinflusst. So war er lange Zeit Vorstand im Förderverein, der eine wesentliche Aufgabe bei der Finanzierung der Schulgebäude innehat, zeitweise parallel zu einer Mitgliedschaft im Vorstand des Schulvereins. Eine Offenlegung und Prüfung der Finanz- und Besitzzusammenhänge hat bis heute nicht stattgefunden.

Bezeichnenderweise hat im Jahre 2016 entgegen der Satzungsbestimmungen keine Mitgliederversammlung stattgefunden.

Wie sind all diese offensichtlichen Ungereimtheiten zu erklären? Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge rund um den Fall Schröppe und eine vollständige Beantwortung des Fragenkatalogs der LAG NRW.

Dringend zu klärende Fragen sind unseres Erachtens:

Welche Verbindungen zwischen Wolf-Dieter Schröppe und der Schulgemeinschaft – Schuleltern, Lehrerinnen / Lehrern, Schülerinnen / Schülern – bestehen aktuell? Wie wird damit umgegangen?

Gibt es Erfahrungen mit der extrem rechten Szene nahestehenden oder extrem rechten Positionen vertretenden Schuleltern der Freien Waldorfschule Minden?

Unserer Auffassung nach ist eine dringliche Überprüfung der Schulfinanzen und Eigentumsverhältnisse, sowie eine kritische, transparente Aufarbeitung der Arbeit des schulinternen Aufklärungsgremiums geboten.

Wir hoffen, dass die Freie Waldorfschule Minden selbst ein großes Interesse daran haben wird, die hier aufgeführten Fragen zu klären. Offenheit und Transparenz sind unseres Erachtens das beste Mittel, um gemachte Fehler und Irrtümer zu korrigieren, aber auch um mögliche falsche Verdächtigungen endgültig auszuräumen.

Dieser Brief wird auch den lokalen Medien, der LAG NRW, dem Bund der Freien Waldorfschulen sowie der Bezirksregierung Detmold zur Kenntnis gegeben.

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Themen der Zeit, 20.11.2015:

Waldorfschule Minden: Eindeutige Distanzierung!

Um die Freie Waldorfschule Minden hatte es im Verlauf des Jahres viel Aufregung wegen der Vorwürfe gegen einen Lehrer wegen seiner völkischen und nazistischen Kontakte gegeben (Themen der Zeit hatte mehrfach an dieser Stelle darüber berichtet). Inzwischen distanziert sich das Kollegium der Schule sehr eindeutig von seinem ehemaligen Kollegen.

Die Freie Waldorfschule Minden hat aktuell eine Erklärung herausgegeben, in der das Kollegium sein Bedauern darüber ausdrückt, dass man dem Lehrer Schröppe „fälschlicherweise geglaubt ( … ) und dadurch ein Teil der Schulgemeinschaft das Vertrauen (in uns) verloren hat und dass erheblicher Schaden entstanden ist“.

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus hat, so heißt es weiter, inzwischen ein aktuelles Gutachten vorgelegt, in dem alle Fakten um Schröppe zusammengefasst sind. Das Ausmaß dieser gesammelten Fakten scheint das gesamte Kollegium jetzt endgültig davon überzeugt zu haben, dass die Entscheidung, sich von dem Kollegen zu trennen, richtig war. In der Erklärung, die unserer Redaktion im Wortlaut vorliegt, wird zudem bedauert, dass es früher nicht möglich gewesen sei, „die völkischen und neonazistischen Haltungen des ehemaligen Kollegen zu erkennen und angemessen zu handeln.“.

Es sei keinesfalls die Absicht gewesen, lässt das Kollegium weiterhin verlauten, dass es zu Missverständnissen, Verletzungen und auch Kränkungen unter Kolleginnen, Eltern und auch Schülerinnen gekommen sei. Man sei „in der Phase der Aufklärung“ immer bemüht gewesen, „nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Im Nachhinein erkennen wir, dass wir uns in Bezug auf unseren ehemaligen Kollegen getäuscht haben.“

Es werde jetzt „mit aller Kraft“ und mit der Hilfe der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus daran gearbeitet, das man sich wieder „in gegenseitigem Vertrauen begegnen“ könne.

Sehr eindeutig distanziert sich das Kollegium der Freien Waldorfschule Minden damit „ausdrücklich von allen rassistischen, nationalistischen und völkischen Tendenzen und Anschauungen und damit auch von Herrn Schröppe“.

Dieser Schritt dürfte wohl von allen Beteiligten und sicherlich auch vom Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) begrüßt werden. Dieser hatte schon in einer frühen Phase der Diskussionen gefordert, den Lehrer zu entlassen, was dann nach den Sommerferien auch geschehen war.

Die Schulgemeinschaft wird vom Kollegium dazu eingeladen, mitzuwirken, „die Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung“ weiter zu bearbeiten.

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NRW rechtsaußen, 12.08.2015:

Minden: Waldorfschule trennt sich von völkischem Lehrer

Minden. In einer Pressemitteilung teilte die Freie Waldorfschule Minden am 10. August mit, sich „von dem umstrittenen Kollegen getrennt“ zu haben. Die Aktivitäten des Mindener Waldorflehrers Wolf Dieter Schröppe in völkischen und extrem rechten Organisationen waren im Frühjahr diesen Jahres durch Zufall von SchülerInnen der Waldorfschule entdeckt worden.

Sie waren darauf gestoßen, das Schröppe Vorsitzender der Ahnenstätte Conneforde ist, eines völkischen Friedhofs. Im Laufe der Auseinandersetzung kamen weitere Verbindungen Schröppes zu rechten Kreisen ans Licht. Der Mitte der 1990er Jahre aus Argentinien eingewanderte Schröppe war von 1997 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des esoterisch-völkischen „Bund Deutscher Unitarier – Religionsgemeinschaft Europäischen Geistes e.V.“, publizierte in dessen Verbandsorgan „Glauben und Wirken“ mehrere Artikel, organisierte Sonnenwendfeiern und referierte auf Tagungen. Er schrieb in dem Ludendorffer-Blatt „Mensch und Maß“ und in der „Nordischen Zeitung“ der rassistischen Artgemeinschaft (wir berichteten am 24. Juni 2015).

Schröppe wurde zu Beginn der Sommerferien trotz der Unterstützung der Schule durch die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus“ und der Forderung des „Dachverbands der Freien Waldorfschulen“, Schröppe zu entlassen, von der Schule nur beurlaubt. Viele KollegInnen befürworteten seine Weiterbeschäftigung. In den Sommerferien wurde der Fall von überregionalen Medien aufgegriffen, die FachjournalistInnen Andrea Röpke und Andreas Speit publizierten Fotos, die ihn mit dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke zeigten.

Dass die Schule sich jetzt von ihm getrennt hat, scheint vor allem an dem Druck von außen gelegen zu haben. Eine wirklich inhaltliche Auseinandersetzung mit der von Schröppe vertretenen extrem rechten Ideologie steht noch aus. So waren dessen KollegInnen nach der Auswertung der Hefte des „Bund Deutscher Unitarier“ in einem Gutachten doch zu dem Schluss gekommen: „Grundsätzlich zeigt sich in den Heften ein sehr freiheitsliebendes Denken, in dem eine Reihe von Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie zu erkennen sind.“ Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses von Schröppe, zu dessen Bedingungen die Schule bisher schweigt, kann nur der notwendige Anfang einer Auseinandersetzung um extrem rechte Ideologie sein, und nicht ihr Abschluss, wie es die um Ruhe bemühte Waldorfschule vielleicht möchte.

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Blick nach Rechts, 31.07.2015:

Pädagoge mit bedenklicher Vita

Von Andrea Röpke

Der Streit um den Waldorflehrer in Minden geht weiter. Ein Foto zeigt ihn im Schulvorstand einer Schule in Argentinien – neben dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke.

Was ist los an der Freien Waldorfschule Minden? Über Jahrzehnte hinweg bewegte sich der Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe in rechten Kreisen, pflegte früh engen Umgang zu einem NS-Kriegsverbrecher, publizierte und referierte bei den „Deutschen Unitariern“, „Ludendorffern“ oder reaktionären Ostpreußen sowie der rassistischen „Artgemeinschaft“ – und doch wird an der Schule in Westfalen anscheinend weiter relativiert und toleriert.

Zwei in Auftrag gegebene Studien kamen bereits im Juni zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Die eine, erstellt durch ein dreiköpfiges Lehrergremium, zitiert Schröppe immerzu und gleicht einer Schutzschrift, während die Experten der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Nordrhein-Westfalen den Lehrer als Aktivisten „eines extrem rechten völkischen Netzwerkes“ einstufen. Diese massive Einschätzung blieb bisher ohne Folgen, zögerlich wurde Schröppe vorübergehend suspendiert. In knapp zwei Wochen allerdings beginnt das neue Schuljahr, bis dahin sollen klare Entscheidungen getroffen werden.

In den über 20 Jahren beruflicher Tätigkeit in Minden brachte es der 53-jährige Pädagoge aus Uchte an der alternativen Schule vom Hausmeister, Handwerkslehrer zum „informellen Leiter“. Er gestaltete die Einrichtung mit und erhielt viel Zuspruch. So scheint wenig verwunderlich, wenn im 25-seitigen „Abschlussbericht“ des Aufklärungsgremiums Schlüsse gezogen werden wie zum Beispiel der, dass sich in den Heften des „Bundes Deutscher Unitarier“ – zu denen Schröppe zehn Jahre gehörte – durchaus ein „freiheitsliebendes Denken“ zeige. Auch seien Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie erkennbar, dazu gehören „neben der Achtung der Natur, die Liebe zu den Menschen und der Glaube an geistige Mächte“.

Viele Fans des Dritten Reichs in Carlos de Bariloche

Bei wichtigen Entscheidungen wie Neueinstellungen von Kollegen durfte Schröppe sein Gewicht in die Waagschale werfen und die Schule bei offiziellen Anlässen nach außen repräsentieren. Jahrelang schien sich niemand daran zu stören, wenn der beliebte Lehrer Sprüche wie „biste schwul, oder was?“ fallen ließ oder eines seiner Kinder dadurch auffiel, die Unterrichtsstunde ausgerechnet beim Thema Holocaust zu verlassen.

Schröppe wurde 1962 in Buenos Aires geboren. Aufgewachsen ist er in einem Ort, in dem es von Fans des Dritten Reiches nur so wimmelte: San Carlos de Bariloche. Zahlreiche hoch belastete NS-Verbrecher waren nach 1945 über geheime Fluchtrouten in den abgelegenen argentinischen Gebirgsort gelangt und abgetaucht. Sie bauten eine urdeutsche Enklave mit Schuhplattlerverein und Fachwerkhäusern auf. Aushängeschild war die „Instituto Primo Capraro“, die deutsche Schule. Als einflussreicher Ehrenvorsitzender fungierte seit den 1980er Jahren der Rentner und später in Italien verurteilte NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke – heute ein Idol bundesdeutscher Neonazis.

Priebke, während der NS-Zeit Hauptsturmführer und stellvertretender Polizeichef in Rom, wurde für ein Massaker an unschuldigen italienischen Zivilisten 1944 in den Ardeatinischen Höhlen mitverantwortlich gemacht und 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Haft zeigte er bis zu seinem Tod 2013 keine Reue. Im Gegenteil: Priebke unterhielt fortdauernden Kontakt zur deutschen Neonazi-Szene.

Feiern zum Führer-Geburtstag im Schulvorstand

Wenige Jahre zuvor führte er noch die deutsche Schulgemeinde in Bariloche an, zu der auch die Schröppes gehörten. Von 1987 bis 1989 leitete Fritz Küper das Instituto Primo Capraro. In seinem Buch „Unsere Schulen – undemokratisch und inhuman“ widmet er ein ganzes Kapitel „Erich Priebke und dem „Germanisch-argentinischen Schulverein Bariloche“, dem Träger der Einrichtung.

Küpers Rückblick ist erdrückend, er berichtete von täglichen Fahnenappellen, aber vor allem davon, dass der Schulverein unter maßgeblicher Führung von Priebke und anderen ehemaligen NS-Familien den „so genannten Holocaust“ als „Alliierten-Lüge“ ansah und ihn aufgefordert habe, ihre Kinder „nicht durch gegenteilige Äußerungen“ zu verwirren. Der Ex-Schulleiter schreibt, es habe intern im Schulvorstand Feiern zum Geburtstag des Führers gegeben. Auch habe Priebke mit seiner Erziehung durch „Gestapo-Müller“ geprahlt, aber stets betont, sich „nie die Finger an gefangenen Opfern“ schmutzig gemacht zu haben. Der Alt-Nazi genoss sein Ansehen, empfing eine Delegation von Bundespolitikern oder vertrat auch schon mal den deutschen Botschafter.

Kontakt zu diesem elitären Kreis hatte auch Wolf-Dieter Schröppe. Die WDR-Dokumentation „Pakt des Schweigens“ von 2006 zeigt ihn als jungen Mann gleich neben Priebke bei einem Fest in Bariloche. Schnell war der Jungpädagoge aufgestiegen, 1992 gehörte er bereits dem Schulvorstand an. Ein Foto mit der Bildunterschrift „Comision Directiva“ zeigt das 16-köpfige Gremium mit einem lächelnden Priebke im Vordergrund und dem jungen Schröppe schräg dahinter.

Zehn Jahre bei den „Unitariern“

Von dieser verantwortlichen Position unter der Ägida eines Nazi-Verbrechers ist im Abschlussbericht des Schulgremiums nicht die Rede. Auch nicht davon, dass der Schleswiger Rechtsextremist Dieter Vollmer die Familie Schröppe 1989 in der rassistischen Zeitung „Nordische Zukunft“ als wesentlichen „Kristallisationskern des Deutschtums in Argentinien“ feierte. Zwar räumt Schröppe ein, Vollmer seit 1982 zu kennen und den Ex-Chef des rechtsextremen „Nordischen Rings“ häufig getroffen zu haben. Doch anstatt diese Verbindung bohrend kritisch zu hinterfragen, wird auch hier sofort relativiert. Der langjährige Szene-Autor wird zur scheinbar harmlosen Bekanntschaft, die „wegen bündischer Umtriebe“ fast im Konzentrationslager gelandet sei.

1994, als gegen Priebke Ermittlungen aufgenommen wurden, er in Hausarrest verschwand, verließ Wolf-Dieter Schröppe Argentinien. Ein Jahr später wurde Priebke an Italien ausgeliefert und kehrte nicht mehr zurück. Schröppe dagegen nahm in Minden seine Arbeit an der Freien Waldorfschule auf. Zugleich tummelte er sich im rechten Milieu. Etwa zehn Jahre lang war er nach eigenen Angaben Mitglied der Religionsgemeinschaft „Bund Deutscher Unitarier – Gemeinschaft Europäischen Geistes“. Dann sei durch seine Arbeit am Thema Externsteine die Anthroposophie für ihn zur „Offenbarung“ geworden und er habe die Unitarier verlassen, heißt es.

Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen unter anderem im extrem rechten österreichischen Aula-Verlag oder beim „Bund für Gotterkenntnis / Ludendorff“. Doch nicht immer schrieb Schröppe anscheinend unter seinem Klarnamen, so sollen seine Artikel den Recherchen des Rechtsextremismus-Experten Jan Raabe zufolge auch unter den Namen „Dieter van Moor“ und „Dieter S. Wolfer“ erschienen sein. Unter diesen Pseudonymen wurden zuletzt 2014 in der Ausgabe Nr. 4 der „Nordischen Zeitung“ Artikel über „Hoffmann von Fallersleben“ und 2015 ein Text auf dem Online-Portal der „Artgemeinschaft“ zum Thema „Irminsul am Externstein“ veröffentlicht. Nebenher baute Schröppe sich eine weitere Existenz als „Moorschmied“ auf seinem „Moorhof“ bei Nienburg auf. Dort bot er Kurse an und zeigte seine schmiedeeiserne Arbeit gemeinsam mit einem Sohn im NDR.

Schüler-Reisen nach Ostpreußen

Bis dahin hatte der Lehrer das religiöse Spektrum anscheinend längst zugunsten ideologisch radikalere Strukturen verlassen. 2005 wurden Schröppe und seine Ehefrau als Gäste eines geheimen Lagers der „Artgemeinschaft“ von der Polizei in Thüringen geführt – mit dabei auch eines seiner Kinder.

2009 vermischten sich dann politische Weltanschauung und pädagogische Verantwortung: Schröppe band Kinder seiner Schulklassen in die ideologische Arbeit ein. Der Lehrer mit den Kontakten ins einschlägige Lager leitete Schüler-Reisen zur „Katharinenkirche Arnau / Ostpreußen“.

Die rechtslastige „Preußische Allgemeine Zeitung“ berichtete 2010 über die Reise einer privaten Jugendgruppe aus Nienburg / Weser unter Leitung von Schröppe und seiner Ehefrau nach Arnau. Zwei Mal fuhren auch Waldorf-Schüler mit. Vornehmlich ging es um den Erhalt einer kunsthistorisch wichtigen christlichen Kirche gegenüber der angeblichen Zerstörungswut durch die russisch-orthodoxe Kirche. Ein dubioses „Kuratorium Arnau“ unter Führung eines Kieler Wissenschaftlers namens Dr. Walter Rix übernahm die Retter-Rolle – zeitweilig mit dabei als Schatzmeister: Wolf Schröppe. Gemeinsam mit Rix unterschrieb Schröppe einen Spendenaufruf, der weitere Schulfahrten nach Arnau ermöglichen sollte.

Heute wird Dr. Rix von der Schule als „problematisch“ bezeichnet. Schröppe habe sich erstaunt gezeigt, dass dieser Ostpreußen-Funktionär einen rechten Hintergrund haben sollte. Wieder mal schien ihm das Waldorf-Gremium Glauben zu schenken. Dabei verlinkt das „Kuratorium“ auf seiner Homepage die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und auch der Artikel in der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ hätte Anstoß erregen können. Tatsächlich war Rix auch 2013 zwei Mal Referent in der rechtsextremen Tagungsstätte in Guthmannshausen, eines seiner Themen lautete: „Umerziehung und die schöne Literatur“. Auch zum einschlägigen Kieler Verleger Dietmar Munier, immer bemüht um das Deutschtum in Ostpreußen, pflegte Rix Kontakt. Von der „Landsmannschaft Ostpreußen“ wurde der „treue Freund“ gar mit dem Goldenen Ehrenzeichen geehrt.

Vorsitzender des „Ahnenstättenvereins Conneforde“

Über ihren Lehrer gerieten minderjährige Schüler aus Minden mit diesem politischen Spektrum in Berührung. Im Nachhinein erinnert sich ein jugendlicher Reiseteilnehmer an alte Leute, die sie damals besuchten. Die hätten bedauert, dass es „Hitler nicht mehr gäbe“.

2008 übernahm Schröppe dann noch den Vorsitz des „Ahnenstättenverein Conneforde“ in der Nähe von Oldenburg – bei denen scheint es Usus, nicht in der Kirche zu sein. Der Pädagoge machte hier vorgeblich nur mit, weil es galt ein „Familiengrab“ zu pflegen. 1974 war sein verstorbener Vater auf den Waldfriedhof mit Irminsul umgebettet worden. Natürlich sei der Lehrer dem 1958 von früheren Nationalsozialisten mitgegründeten Verein in „bester Absicht beigetreten“, um „einen kulturell wertvollen Platz zu erhalten – auf dem über 2.000 unbescholtene Bürger liegen“, heißt es dazu in dem internen Abschlussbericht des dreiköpfigen Schulausschusses. Die Bedeutung der Stätte für Alt- und Neonazis wird nicht hervorgehoben. Seine Mitgliedschaft wird als anstößig vermittelt, aber sinngemäß wolle der Ahnenstätten-Verein ja unter der Führung von Schröppe Aufarbeitung gemeinsam mit der Gemeinde Conneforde und der Universität Oldenburg leisten.

Dazu scheint es nicht zu kommen. Im Juli dieses Jahres vermeldete die „Nordwest-Zeitung“, dass das Aufarbeitungsvorhaben „krachend“ am Verein gescheitert sei. Auf der Jahreshauptversammlung lehnten 53 Vereinsmitglieder alle Gespräche ab, nach NWZ -Informationen bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Die Freie Waldorfschule Minden fordert Schröppe nun auf, dieses Amt niederzulegen.

Bildunterschrift: Schule in Bariloche 1992, Schröppe (im Bild hinten 2. v. r.).

 

(Alles ZITAT von hiergeblieben.de )
 
 

„… kein Wunder bei diesen Führern die nur Kriegsgerät und Krieg wollen. …“

 

… Einfach entwaffnend: …

 

Im Jenseits erhält jeder das, was er hier an Bewusstsein erreicht hat, das handeln hier, das denken hier, das ist das was im Jenseits Wirklichkeit wird, Licht oder Dunkel.
Die Erde ist ein Ausbildungsplanet, sie soll die Menschen zu Bewusstsein führen, ohne den Tod und die Läuterung im Jenseits, wäre es schlecht um die Evolution bestellt.
Manche müssen solange hier runter, solange die Sonne brennt, weil sie nichts lernen wollen.
Die kosmischen Gesetze sind gerecht aber gnadenlos, alles wird ausgeglichen sonst würde das gesamte Werk keine Sinn haben, es würde zusammenstürzen, so wie unsere Gesellschaften immer wieder stürzen, weil sie ungerecht sind, kein Wunder bei diesen Führern die nur Kriegsgerät und Krieg wollen.
Das ganze Geld und der Reichtum, das wird dem Rockefeller schwer zu schaffen machen.
Die Schriften sind hier, Beweise auch, viele Wissenschaftler zweifeln es an, viele andere auch, doch es ist die Wahrheit, die heilige Wahrheit. …

 
 

„In diesem Spannungsgefüge stehen die Waldorfschulen.“

 

Weil Politiker total versagen und „nur” nominelle „Waldorfschulen” – oder sogar vollkommen geistlose – nicht reichen:

 

… Dr. Albrecht Hüttigs Vortrag  regte zum Nachdenken an. Hüttig, selbst ehemaliger Schüler an der Georgenschule und Vater von Kindern, die dort die Schule besuchten, ist nun Lehrer an der Nürtinger Waldorfschule. „Mehr geht nicht”, so Stirnkorb. Hüttig wies auf die weltweiten gesellschaftlichen Entwicklungen hin, in einer Zeit, in der Mensch und Maschine immer mehr zusammenwachsen würden. „Das Alter der geistbegabten Maschinen hat begonnen”, so der Waldorf-Lehrer. Was das für die Pädagogik bedeute? „Das ist abstrus.” Doch es gebe auch eine Gegenentwicklung: Gemäß der Theorie des Anthropozän habe der Mensch „die Erde seit der industriellen Revolution in eine Sackgasse geführt”. Durch das rational-analytische Denken sei der Sinnzusammenhang verloren gegangen. „Wir müssen zu einer ganzheitlichen Weltsicht finden”, sagte Albrecht Hüttig. „In diesem Spannungsgefüge stehen die Waldorfschulen.” …

 

Literatur: Hüttig, Albrecht (Hrsg.) Wissenschaften im Wandel Zum Oberstufenunterricht an Waldorfschulen

 

 

ANNE WILL jetzt in die Waldorfschule!?

 

Passiert ‚öppis‘, sind alle, wirklich alle urplötzlich verschwunden – hinter Mamas Schürzenrock: Nur die Aufgaben werden dadurch nicht erledigt.

 

Gunther Thriene

 

 

DIE ZEIT – aus dem Tiefschlaf aufgewacht!?

 

‚Euer‘ edler ehem. Chefredaktor Roger de Weck mit seiner ganzen Eidgenossenschaft ist nahezu gesamthaft ‚zwangsarabisiert‘-muslimisiert – und DIE ZEIT titelt – sich noch die Augen reibend -:

Muss man wieder Christ sein, um dazuzugehören?

DAS GRAB ist leer, oder …

Schöne Grüße an Roger de Weck!

 

Gunther Thriene

 

 

Wider den Dornacher De-facto-Nationalsozialismus …

 

Ein öffentlicher Brief an alle ehrlichen Menschen angesichts von Neo-Nazi-„Waldorfschulen“en masse – und Kinder schändende „Waldorf-Lehrer“– oft vorkommend -:


Sehr geehrte Damen und Herren!
Da niemand von Ihnen das Rückgrat besitzt, offen gegen den von mir oft und deutlich benannten Mißbrauch des Lebenswerkes Rudolf Steiners einzuschreiten, ersuche ich Sie hiermit, die de facto Nazi-Waldorfpädagogik-Professoren an der Alanus-Hochschule daran zu hindern, den Dornacher De-facto-Nationalsozialismus „im Gespräch mit anderen Pädagogik-Professoren auch noch europa- und weltweit zu bewerben und weiterzuverbreiten“ …
 
Finden Sie Geist-losen denn nicht auch(?): ES REICHT!
Zum ‚ES REICHT!’ hier mehr:
 
Mit freundlichen Grüssen
 

 

Gunther Thriene

 

 

Waldorfschulen: „Der seelische Missbrauch geht weiter!“

 

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.”

 

 
 

Waldorfschulen: „… das steht aber nicht auf dem staatlichen Leerplan …“

 

… Damit sind die Waldorfschulen aber überfordert und das ist auch nicht im Interesse der meisten Eltern. ( Aus dem Forum dazu … )

 
… – Sagen wir es deutsch und deutlich*: An Waldorf-, resp. Rudolf Steiner-Schulen herrscht heutzutage nahezu durchgängig brutaler, teilweise nur als menschheitsverbrecherisch kriminell zu bezeichnender, vollkommen geistloser Eltern-Terror. – ‚Kraft durch Freude’, wie gehabt, wider die Wahrheit = Nationalsozialismus 2.0 – Punkt.

 

Gunther Thriene

*) „Die Waldorfschulen in der schwarzmagisch-kriminellen Schlangengrube” oder „Kindheitskräftemißbrauch an den Rudolf-Steiner-Schule …

 

 

Freiheitliche – und imperative Gedanken …

 

Dank der Lektüre von Antony Suttons Werk und dank der Hinweise durch Rudolf Steiner in seinen „Zeitgeschichtlichen Betrachtungen“ ist mir bewusst geworden, wie Massensuggestionen auf den Weg gebracht werden. Insbesondere wurde mir dadurch der Modus Operandi klar, wie eine kleine, westliche Elite ihre Ziele durchsetzt – mit Hilfe unlauterer Manipulationen und Suggestionen und gegen den Willen der betroffenen Völker. Dazu setzen die Eliten eine unsichtbare, aber sehr wirksame Waffe ein, den suggestiven imperativen Gedanken.

Was ist ein „imperativer Gedanke“? Es ist ein Gedanke, der keine Freiheit lässt, sondern der als Imperativ und damit als „alternativlose Notwendigkeit“ den Menschen suggeriert wird. Es ist ein Plan, der von wenigen Mitgliedern einer Elite ausgedacht wurde und dann über „Einflussketten“ von „oben“ nach „unten“ transportiert wird. Bis er das Volk erreicht, wird er verschleiert und mit Dogmen und Tabus belegt, wodurch Kritiker des imperativen Gedankens als politisch unkorrekt angegriffen und dadurch meist zum Schweigen gebracht werden. …

 
 

Die Veredelung der Liebe durch wahre Kunst …

 

… Ich war vierzehn, und das Hören dieses Stückes* hatte mich vernichtet, in der noblen Bedeutung des Wortes: die körperliche Empfindung einer endlosen Öffnung, die einen in eine höhere Dimension zieht. Es handelt sich um eine sehr intime Erfahrung, die ich meinerseits weiterzugeben versuche, wenn ich Brahms spiele. Und ich bin glücklich, wenn es mir gelingt, den charakteristischen Ausdruck seiner Musik in Klang umzusetzen – den seelischen Schmerz, der aus dem Prozess des Sich-bewusst-Werdens entsteht, und dieser Blick nach hinten in dem Augenblick, in dem alles kippt, alles sich verändert, alles sich erklärt. Alle, die die Erfahrung dieser Augenblicke der Wahrheit, der Aletheia gemacht haben, die einen klar erkennen lassen, wer man ist und was einen umgibt, und einen zwingen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, werden verstehen, was ich meine. Es gibt bei Brahms … diese Versuchung der Nacht, die eine höhere, stärkere, in der ganzen Schöpfung verwurzelte Freude übersteigt und verwandelt. …

Hélène Grimaud: Das Lied der Natur, München 2014, S. 71

*) Brahms Erstes Klavierkonzert mit Claudio Arrau, dirigiert von Carlo Maria Giulini

 

Die ‚Verdichtung‘ des Seelischen bis hin zur möglichen Schicksalserkenntnis beschreibt Hélène Grimaud in der sie kennzeichnenden kunstvollen Stringenz. Sie berührt dabei und damit auch heute sich grundsätzlich stellende Fragen der menschlichen Existenz in einer sich zunehmend zerstörenden Welt, einer sich selbst zu vernichten drohenden Menschheit – überall auf der Erde.

Das Buch wünscht man sich mit seinem sehr ernsten Anliegen in die Hände möglichst vieler Leser.

 

Gunther Thriene

 

 

Saint Denis, der Schutzpatron der jesuitisch arbeitenden „Anthroposophen“ …

 

… und Waldorfle(h, mehrheitlich: e)rer.

 

Text folgt …

 

Anthroposophische Heilpädagogik – oder billigste Dornacher Nazi-Zuhälterei!?

 

Text folgt …

 

Londons Ex-Bürgermeister: EU geht selben Weg wie Hitler.

 

Europa verfolgt selben Weg wie Hitler.

 

DAS IST LEIDER SO …

EU-Programme und ‚Exzellenz-Initiativen‘ en masse – und trotzdem kommt man nicht heraus aus dem ‚Hamsterrad‘ der unerlösten, tragischen, dann kriminell-menschheitsverbrecherischen Geschichte.

 

Gunther Thriene

 
 
 

Kirchen und Staat stützen seit Jahrzehnten allerorten Rechte …

 

… um das klarere Wort Nazis zu vermeiden, schliesslich braucht ja der Herr Pastor oder der Herr Politiker zum Beispiel den rechten Waldorflehrer für seine Kinder …

Herr Deutscher, Herr Österreicher, Herr Schweizer benutzt für seine „Bedürfnisse“ gern Legionen von im Sexgewerbe versklavten – meist osteuropäische – Mädchen und Frauen …

… – und wenn sie nicht gefügig ist/sind, „hilft“ Inzest und/oder Mord …

Und dieses „Pack mitteleuropäischer Elite“ glaubt auch noch ernsthaft, Europa zu bauen.

Den Hass, den Ihr Deutschen – damit meine ich alle deutscher Zunge – zusammen erzeugt, möchte unsereiner nicht geschenkt ‚ernten‘.

 

Gunther Thriene

Heimat ohne Hass

 
 

Der sog. ‚Bund der Freien Waldorfschulen‘ und seine menschheitsverbrecherischen „Nazi-Spielchen“ …

 

Text folgt …

 

Zur „Dokumentation über die Waldorfschule Minden und den völkischen Aktivisten W.-D. S.“ erreichte mich in der Nacht zum 18. Mai 2016 folgender Kommentar von

Willkürgegner
gewaltenteilung@googlemail.com
87.160.28.132

Der fiktive Rechtsstaat ist Schuld an der Entstehung der Reichsbürger, Germaniten und anderer Widerstandsbewegungen!

Einige Beispiele dazu:
Bei uns wird an die Tradition und Gepflogenheiten totalitärer Staaten angeschlossen, vgl. Buch „Fehldiagnose Rechtsstaat“, http://www.sgipt.org/lit/sonstige/FDRSDuPO.htm.
Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen sind systemkonform. Unzählige kriminelle Kollegen kennengelernt, bestätigte ein Richter a.D. (vgl. http://www.odenwaldgeschichten.
de/?p=1740). Dass der Rechtsstaat nur Fiktion ist, hat ein Richter a.D. experimentell nachgewiesen- http://www.odenwaldgeschichten.de/?p=682.
Der Rechtsstaat steht nur auf dem Papier, vgl. http://web.wengertgruppe.de/wengert_ag/news/2003/SteuerstrafverfinDeutschland.pdf und http://unschuldige.homepage.tonline.de/default.html.
Die CIA und auch der US-Experte George Friedman prophezeien übrigens schon aus anderen Gründen einen Bürgerkrieg in BRD und EU (s. Internet). Das derzeit praktizierte Verfolgen von friedlichen Widerstandskämpfern trägt dazu bei.

 

Die Sicherheitsbehörden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – und nicht nur die(!) – sollten sich dieser zahlreichen „Widerstandskämpfer“ in den und um der Waldorfschulen/Rudolf Steiner-Schulen unbedingt annehmen.

 

G.Thr.

 

 

„Waldorf-Theater nach umstrittenem Buch“

 

Oder: WIE MAN (Waldorf-)SCHULE MACHT, UND ERKENNEN KANN, MUSS: DIE SCHÜLER SIND SCHLAUER ALS DIE (Waldorf-)LE(E)HRER …

 

 

 
 

„Wodurch unterscheidet sich der Anthroposoph vom Vogel?“

 

Der Vogel schläft auf dem Zweig, der Anthroposoph schläft im Zweig.

 

Lauter Vogelfänger, sprich: Papagenos … – Schon Mozart wusste mehr.

 

Gunther Thriene

 

 

„Neuauflage von Adolf Hitlers ‚Mein Kampf‘ durchaus unangebracht“

 

… „Nur Wahnsinnige sehen jetzt Positives in derartigen Projekten, jetzt, wo Europa von Flüchtlingen überschwemmt ist, ein Monster namens ‚Islamischer Staat‘ im Nahen Osten sein Unwesen treibt, so genannte Veteranen der Waffen-SS im Baltikum marschieren und Fackelzüge mit Nazi-Symbolen in Kiew und anderen Städten der Ukraine veranstaltet werden.“

Naryschkin äußerte seine Überzeugung, dass diese Situation „einen offenen, fairen und sehr ausführlichen Dialog“ verlange. …

 

In diesem Irrenhaus redet man mit Engelszungen … für die Katz – und deren Kater …

Nicht zuletzt: Die völkischen Hintermänner dieser „Aktion“ sollten sich schon einmal die geographischen Karten Sibiriens etwas genauer anschauen: Viel Wald, viel Bären, viel kalt …

 

Gunther Thriene

 

 

„Mister Bundesrepublik“ …

 

Die CDU/CSU hat keine Leute, – außer einer Frau -, die SPD – wer, wiebitte, was ist das (!?)-, der FDP sterben die Männer weg, weiteres: ferner liefen …

Da taucht anläßlich des Todes Hans-Dietrich Genschers gestern auf „allen Kanälen“ obiger Begriff auf.

Man staunt: Sind Politiker in Deutschland schlauer als Deutschlands größte Geister. Wissen die mehr!? – US-Panzer 2016ff. an den russischen Grenzen im Osten Europas, da wird ein Minister dieses Landes nicht einmal mehr gefragt …

Ach ja – nur einmal so am Rande der staatlichen Gehirnwäsche auf allen Kanälen: da gab es einmal einen vom Schwäbischen König mit Schreibverbot belegten ‚Sonderling‘. Der sagte diesen nicht erst heute reichlich der Gehirnwäsche ausgesetzten Deutschen folgendes:

Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;

Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.

Nicht zuletzt: Einwürfe aus der Schweizer FDP werden hiermit glatt zurückgewiesen: In über zehn Jahren in der Schweiz ist mir kein einziger Schweizer, geschweige denn Schweizer FDPler, begegnet, der Friedrich Schillers WILHELM TELL auch nur ansatzweise verstanden hätte …

 

Gunther Thriene

 
 

Die, „die über die Reinkarnation WISSEN – sind aus diesem einfachen Grunde extrem friedlich.“

 

Religionen, die über die Reinkarnation WISSEN – sind aus diesem einfachen Grunde extrem friedlich.

JESUS wußte um die Reinkarnation, und lehrte auch dieses WISSEN – leider haben seine jüdisch/christlichen Verwalter Ihn auch in diesem Punkt VERRATEN – und im Jahre 325 NACH Jesus die Reinkaration auf dem Konzil von NICÄA aus der BIBEL und aus dem TALMUD heraus GEFÄLSCHT !

DAS war die wesentliche Vorraussetzung für die angeblich „christlichen“ GEWALT-ORGIEN & MEGA-VERBRECHEN, wie INQUISITION, Völker-MORD in GAZA, oder die HEXEN-Verbrennung, aber auch den HÖCHST IDIOTISCHEN & KRIMINELLEN „war on terror“ – der den TERROR gerade weltweit in die Höhe treibt.

Bei WISSEN um die Reinkarnation – ist MORD ja schlagartig KEINE glaubwürdige Methode mehr . . .

ALSO, wer NICHTS wirklich BEGRIFFEN hat – und ALTGRIECHISCHES Daten speichern, mit echtem WISSEN verwechselt – der darf sich nicht wundern, wenn er das uralte, perverse Psychopathen-Gewalt-System der MEGA-LÜGEN und der professionell organisierten UNTERDRÜCKUNG des WISSENS fälschlich für ein „funktionierendes System“ hält . . .

(Zitat unten in den Kommentaren dazu …)

 

Literaturhinweis dazu: James Morton Pryse „REINKARNATION IM NEUEN TESTAMENT“

 

 

„… wie man in der Schweiz sagt: „Da chunnsch Vögel über!“

 

Die vollkommen geistlosen Hardliner bereiten den ganz grossen Krieg vor(!):

Der Basler EUROPÄER schreibt in seinem März-Editorial dazu:

Der US-Präsident Obama vervierfachte im Februar für 2016 das Budget für die Militärausgaben der an der Westgrenze Russlands aufmarschierten NATO-Armeen. Diese stellten bekanntlich bereits bisher eine durch nichts – als durch Rüstungsgeschäfte und andere unnoble Motive – bedingte Provokation Russlands dar. Nun droht der Kalte Krieg in einen wirklichen Krieg überzugehen, wobei mit dem Einsatz atomarer Sprengköpfe auch auf Seiten Russlands zu  rechnen ist.

«Dieser Schritt [der Obama-Administration] steht in der neueren Geschichte ohne Vorbild da», bemerkt Stephen Cohen, ein emeritierter Professor für Russlandstudien und Politik der Universität von Princeton. «Außer Nazi-Deutschland bei seiner Invasion Russlands, hat sich eine westliche Militärmacht niemals in solcher Nähe Russlands positioniert. Die Entscheidung der Obama-Administration ist nichts anderes als russisches Roulette à la Washington.»

Natürlich macht dieser Schritt sämtliche angeblichen Friedensbemühungen der USA, nicht nur gegenüber Russland, augenblicklich zur Farce. Ein erneuter Anlass, sich die grundstrukturelle Verlogenheit der heutigen US-Politik zu vergegenwärtigen. Das Wort «Verlogenheit» ist dabei nicht als Ausdruck subjektiver Empörung aufzufassen, sondern als sachliche Kennzeichnung des Grundantriebs dieser Politik. Im Sinne der Formulierung Steiners: «Entweder man entlarvt die Lüge, mit der der Westen arbeiten muss, wenn er reüssieren will (…)»

Jetzt hat …

… Philip Mark Breedlove, Viersternegeneral der United States Air Force, oberster Befehlshaber aller US-Truppen in Europa und seit 13. Mai 2013 Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) der NATO Allied Command Operations …, behauptet, der russische Präsident Wladimir Putin hat absichtlich die Flüchtlingskrise erschaffen, um Europa damit zu „überwältigen“ und zu „zerbrechen„. Breedlove sagte, die Präsidenten Putin und Assad hätten die Migration „zu einer Waffe gemacht„, durch eine Kampagne der Bombardierung von zivilen Zielen. „Zusammen, Russland und das Assad-Regime, haben absichtlich die Migration zu einer Waffe gemacht, in einem Versuch, die Strukturen von Europa zu überwältigen und zu zerbrechen.“ …

 

Also bitteschön(!): Keine Zeit für Kraft-durch-Freude-Aktivitäten und anderen Nazi-Drogenkonsum in Berlin und darum herum, oder!?!

 

Gunther Thriene

 

 

„Mit der WARE MENSCH können bei ausreichender Kapitalskraft möglichst gute und sichere Geschäfte gemacht werden. …“

 

… Und der große ZUHÄLTER aller dieser kapitalistischen GESCHÄFTEMACHER, PROFITEURE ist ganz selbstverständlich der CDU/CSU/SPD/GRÜNE;/“LINKE“/“Gewerkschafter“ und unisono BRD-Parteienstaat. …

 

Eine grosse Künstlerin drückte es vor Jahren schon so aus:

 

 

Zuhören müßte man können!

 

Gunther Thriene

 

 

„Es ist eben die Kultur, die den Menschen wertvoll macht …“

 

Oder: „… es wird für die Seele eine verlorene Inkarnation sein.”:

 

Wenn die Eliten dumm wären, dann würden sie ihre Agenda gegen den Willen der Menschen umsetzen, aber das würde zu Widerstand führen, das würde die luziferische Agenda der Elite verlangsamen. Man geht folglich nach einem ganz anderen Schema vor: Man erobert den Geist der Menschen, man sieht das geistige Bewusstseinsfeld des Menschen als das eigentliche Schlachtfeld an, man infiltriert die Gedankenwelt der Menschen, man manipuliert ihr Denken, man pervertiert ihre Werte, man suggeriert ihnen, es sei eine Tugend gehorsam zu sein, Autoritäten nicht in Frage zu stellen, und auf keinen Fall selbst zu denken. Man etabliert ein System in dem die Menschen Angst davor haben aufzufallen, in dem sie es nicht wagen von der vorgeschriebenen Denknorm abzuweichen, wo sie sich gezwungen sehen sich dem von den Eliten geformten Gruppendruck der Masse unterzuordnen.

Es geht darum eine mentale Tyrannei zu etablieren, eine psychische Diktatur mit einem extremen Konformitätsdruck, in der jeder, der es wagt von der staatlich-medialen Denknorm abzuweichen als ein Extremist diffamiert wird, als ein Ewiggestriger, als ein Rechtsextremist, als ein Nazi, als ein Feind des ewigen Fortschritts, als ein Nationalist und Isolationist, kurzum man überhäuft ihn mit negativen Begriffen, die sein Selbstwertgefühl untergraben sollen, bis er schliesslich psychisch kollabiert und dem Gruppendruck nachgibt, um sein Selbstbild zu retten, um nicht noch mehr gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden.

Die Kunst der politischen Korrektheit ist so ein synthetisches Psycho-Korrektiv, so eine Form der mentalen Diktatur, der sich jeder Unterordnen soll, wenn er nicht geächtet werden will, wenn er nicht dem Zorn des gleich geschalteten Pöbels und dem Hohn medialer Inquisition anheim fallen will. Meinungsfreiheit gilt folglich nur noch für denjenigen, der keine eigene Meinung mehr hat, der keine eigenständige Identität mehr hat, der nur glaubt eine eigene Meinung zu haben, aber in Wahrheit nur noch ein Element im globalen Hive-Mind darstellt, ein programmierter Roboter, der nach dem Willen der luziferischen Elite willenlos und ohne Widerstand zu funktionieren hat, der nur noch die Gedanken denkt die man ihm zu denken erlaubt hat, die Gedanken des Kollektivs.

Jede Störung des Systems durch einen Ausdruck seiner Rest-Individualität wird pathologisiert und unschädlich gemacht, als eine Krankheit interpretiert, als eine pathologische Abweichung vom normativen Denken. Jede Schaufensterpuppe hat mehr Persönlichkeit als diese normierten Euroboter.

Und bald wird man diese Bioroboter durch mechanische Roboter ersetzen, und die Bioroboter auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Wenn man nämlich erst einmal das Wertvolle in einem Menschen beseitigt hat, seine Individualität und seine Seele, dann erübrigt sich jede Ethik, dann besteht der Wert eines Menschen nur noch in der Summe des Wertes seiner Organe, in seiner Funktion als Denkmaschine, und die wird man durch die Genetik bald im Labor züchten können, durch künstliche Intelligenz ersetzen können.

Die Eliminierung eines wertlosen Bioroboters wird nicht mehr als moralischer Verlust gesehen werden, weil schlicht kein Verlust entsteht. Wenn kein Wert mehr da ist, dann kann auch kein Wert mehr abhanden kommen. Ein historischer Genozid wird die Folge sein.

Es ist eben die Kultur, die den Menschen wertvoll macht, seine Traditionen, seine Eigenart, die ihn von anderen Völkern und anderen Individuen unterscheidet, seine persönlichen Lebenserfahrungen, und hat man jene Werte erst einmal zerstört, dann hat man auch den Wert des Menschen zerstört. Hat man die Erfahrungswelt jedes Menschen perfekt normiert, dann wird es auch keine individuellen Erfahrungen mehr geben, keine persönliche Lebensgeschichte.

Alles Persönliche soll ausgerottet werden, weil sich die Maschinenmenschen an der Macht durch das Persönliche bedroht fühlen, da das Persönliche immer das Unberechenbare sein wird. Und so wird das persönliche Abenteuer des Menschseins zunehmend zerstört werden, ersetzt werden durch die immer gleichen Routinen einer perfektionierten Maschinenwelt mit schlafwandelnden Maschinenmenschen, eine sterile und monotone Welt in der der Seele jede Möglichkeit genommen wird sich spirituell zu vervollkommnen und so Eintritt zu finden in die höheren geistigen Sphären des himmlischen Seins – es wird für die Seele eine verlorene Inkarnation sein, und das Abenteuer des Lebens wird zu einem unentrinnbaren Fluch werden, kaum erträglich gemacht durch staatlich verordnete Betäubungsmittel.

 
Hervorhebung im Zitat von mir. G. Thr.
 

 
 

Apropos: „Sexuelle Übergriffe …“

 

„Unschuld findet weit weniger Schutz als Verbrechen“

Francois de La Rochefoucauld

 

Zwangsprostitution in Deutschland

Anzahl und Alter der Opfer

Laut dem Bundeslagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2014 in Deutschland insgesamt 392 Ermittlungsverfahren im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen, allein 40 davon in Hamburg.

557 Opfer des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in Deutschland ermittelt, dies sind knapp 3% mehr als im Vorjahr. 47,7% der Opfer waren unter 21 Jahre alt, 57 Opfer minderjährig und 5 Opfer sogar unter 14 Jahre alt. 95% aller Opfer waren weiblichen, 5% männlichen Geschlechts.

Bundeslagebild „Menschenhandel“ 2013 (PDF 1,1 MB, Download auf der Originalseite)
Bundeslagebild „Menschenhandel“ 2014 (PDF 2 MB, Download auf der Originalseite)

Sind dies die tatsächlichen Zahlen?

Diese Zahlen beschreiben nur die Spitze des Eisbergs. Nach vorsichtigen Schätzungen des BKA dürfte die Zahl der Opfer bei mehreren Zehntausend pro Jahr liegen. Es gibt keine verlässlichen Angaben hierzu.

„Die offiziellen Fall- und Verfahrenszahlen zu Menschenhandel sagen wenig über das tatsächliche Ausmaß dieses Delikts aus. Dies hat folgende Gründe: Obgleich Opferanzeigen vorkommen, zeigt die Untersuchung, dass die Betroffenen vielfach weder anzeige- noch aussagebereit sind. (…)Insgesamt ist bei Menschenhandel von einem hohen Dunkelfeld auszugehen.“  BKA Straftatbestand Menschenhandel (PDF, Download auf der Originalseite)

Nationalität der Opfer

Rund 87% der im Jahr 2011 in Deutschland aufgegriffenen Opfer von Zwangsprostitution kommen aus Europa: ca. 21% sind Deutsche, 25% kommen aus Rumänien, 15% aus Bulgarien, fast 9% aus Ungarn, jeweils unter 5% aus Polen, der Türkei und der Slowakischen Republik. 6,9% der Opfer stammen aus Afrika und 1,4% aus Asien. Die restlichen Betroffenen kommen aus Nord- oder Südamerika oder haben eine ungeklärte Herkunft. …

 
 

Die Waldorfschulen in der schwarzmagisch-kriminellen Schlangengrube …

 

Die Dornacher völkische Gross-Sekte zeigt einmal mehr, was sie kann*: ‚Nichts‘ ist schon glatt übertrieben:

Waldorflehrer mißbraucht(e) die Schüler für seine spiessbürgerliche Polit-Sektiererei …

Typisch „Römerstrasse“!!!

 

In ihrer Talkrunde thematisierte Sandra Maischberger die perfiden Verbrechen oft organisierter sexueller Gewalt gegenüber (Kleinst-)Kindern und Jugendlichen hier in Mitteleuropa und anderswo …

Man ringt um Fassung: Sie erinnerte daran, daß vor Jahren auch ein Berliner Waldorflehrer an solchen grausamen Menschheitsverbrechen aktiv beteiligt war …

UPDATE 16.10.16: … mindestens zwei Berliner Waldorflehrer

 

Gunther Thriene

 

*) Der Rattenschwanz der (Neo-)Nazi-Waldorflehrer ist viele Ellen lang und kulminierte bishertrotz jahrzehntelanger Duldung(!), wenn nicht breiter Akzeptanz(!!!) – im Sommer 2015 in der Presse-Dokumentation: DIE WALDORFSCHULE M. UND DER VÖLKISCHE AKTIVIST W.-D. S. …

 

 

NEUJAHR: „… Gott behüte uns vor einem blutigen Krieg! Frieden und Ruhe herrsche in der ganzen Welt!“

 

Es ist keine drei Generationen her – und schon nahezu vollkommen vergessen: Universitätsstadt Göttingen – Stadt, die Wissen schafft (, aber auch Gewissen?), – Neujahr 1945:

„… Auch am 1. Januar 1945 arbeitete Olga Aleksejewna T. bei ihrer deutschen Familie, und so war sie nicht im Lager (Schützenplatz Göttingen, in dem 1944 etwa 1000 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen untergebracht waren – G.T.),
als um die Mittagszeit amerikanische Bomben auf das Lager Schützenplatz und das angrenzende Reichsbahnlager auf der Masch fielen und mindestens 39 „Ostarbeiter“ (darunter 9 Kinder) töteten.23
Iwan Semjonowitsch Oserjanskij, der bei Ruhstrat arbeitete und im Lager Tonkuhle (dort ist heute das neue Polizeigebäude) untergebracht war, beschrieb in seinem Brief (ebenfalls schon im Dezember 2000) den Angriff auf das Zwangsarbeiterlager:
„Abends bekamen wir unsere Suppe mit Brot und gratulierten uns zum Neuen Jahr und gingen Schlafen.
Nachts gab es keinen Alarm. Morgens war auch still, kein Aufruf zur Arbeit. Plötzlich um 11 Uhr 30 gab es Luftalarm. Das ganzes Lager lief zum Bunker, er war genau neben den Baracken. Doch ich und mein Freund blieben draußen und versteckten uns hinter der Baracke. Plötzlich hörten wir den Lärm von Flugzeugen. Zuerst kamen einige Flugzeugen. Die Luftabwehr schwieg. Die Mannschaften der Luftabwehrkanonen hatten sich versteckt. Eine Kanone stand 50 m von unserer Baracke entfernt. Wahrscheinlich gab es einen Befehl, nicht zu schießen.
Plötzlich hörten wir schrecklichen Lärm von den Flugzeugen und den Explosionen der Bomben. Dort waren etwa 2500 Flugzeugen in einer Höhe von 1000 m und 2 – 3 km breit. Sie flogen und warfen Bomben von 50 kg bis 1000 kg. Dann begannen sie unser großes Lager zu bombardieren. [Gemeint ist das Lager Schützenplatz – C.T.]
Baracken wurden zerstört, Menschen getötet. Wir haben geschimpft: Sie sind doch unsere Alliierten, oder? Wir beobachteten, ob sie zurückkehrten, um uns wieder zu bombardieren. Aber Gott rettete uns […]
Gemeinsam mit seinem Freund ging Iwan Semjonowitsch Oserjanskij nach dem
Angriff zum Lager Schützenplatz: „Wir durchbrachen den Stacheldraht, fast ohne Kraftanstrengung. Den Weg entlang sahen wir die Löcher im Boden. Das waren die
Bomben mit Zeitzünder. Aber Gott hat uns gerettet. Was wir gesehen haben, ließ uns erschrecken. Alles brannte, die Bomben explodierten. […] Wir standen und sahen uns um. Die am Leben gebliebenen Menschen trugen die Toten und legten sie in Reihen. Ein Mann sagte uns, wir sollten zurückgehen, weil hier die Bomben explodieren. Eine Bombe explodierte in der Nähe und wir wurden mit Erde überschüttet.
Als wir ins Lager zurückkamen, war dort niemand. Als die Leute zurückgekommen sind, haben wir alles erzählt. […] So schrecklich war das Neujahr 1945. An diesen Tag bekamen wir kein Frühstück, Mittag und Abendessen.
Am nächsten Tag war wieder alles wie immer: „Aufstehen!“ u.s.w. und wir wurden zur Arbeit getrieben, aber diesmal nicht in die Fabrik, sondern zum Bahnhof, um dort nach dem Bombenangriff aufzuräumen. Dort war alles zerstört, Züge waren umgestürzt und ausgebrannt, die Gleise zerstört, die Bombenexplosionen gingen weiter. Die Löcher in der Erde wurden umzäunt. So haben wir das alles wiederherstellt.
Nach etwa zwei Tagen fuhren wieder die erste Züge. Keiner von unseren Freunden wurde diesmal getötet. Wir arbeiteten zusammen mit Deutschen. Dann wurden wir zur Wiederherstellung der Wohnhäuser geschickt. Solch ein Neujahr 1945 hatten wir. Gott behüte uns vor einem blutigen Krieg! Frieden und Ruhe herrsche in der ganzen Welt!24

Anmerkungen:

23) Sterbebücher des Standesamts Göttingen 1.1.1945 und Friedhofslisten Grünflächenamt C 83 Nr. 9, Stadtarchiv Göttingen.

24) Iwan Semjonowitsch Oserjanskij, geb. 14.4.1926, Brief vom 29.12.2000, Stadtarchiv Göttingen, Sa. 32 – Sammlung Tollmien.

Alles aus:  Cordula Tollmien: „Jetzt kann ich sterben“ – Begegnungen mit ehemaligen Göttinger Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen. Vortrag gehalten auf Einladung der Universität des Dritten Lebensalters an der Universität Göttingen am 24. Oktober 2003 (leicht überarbeitet im August 2011), unveröffentlichtes Manuskript.

Der Text im Zusammenhang online auch hier …

Noch viele Jahrzehnte später fielen 2010 auf eben diesem Göttinger Schützenplatz drei Männer einer mißglückten Bombenentschärfung zum Opfer.

 

Gunther Thriene

 

 

Waldorfschule, „Weihnachten und Rechtsextremismus“

 

Nachdem in perfider Weise versucht wurde und wird, den Impuls Rudolf Steiners zur Reform der Pädagogik völkisch, d.h. nationalsozialistisch ‚umzuwerten‘ – der Autor dieses Leserbriefes im Mindener Tageblatt spricht mit seinen Mitstreitern an anderer Stelle von ‚Hexenjägern‘ und ‚Rufmord‘ – , sei hiermit auch auf den schwarzmagischen Mißbrauch des Weihnachtsfestes hingewiesen. Die neuerscheinenden Kommentare zu MEIN KAMPF seien den Herren zum Lesen anempfohlen!*

 

Frohe und friedliche Weihnachten!

 

Gunther Thriene

 

*) „Unsere“ Nazi-Waldorfschulen arbeiten „sauber anthroposophisch verbrämt“, aber de facto rein nationalsozialistisch und menschheitsverbrecherisch verdeckungskriminell. …

 

 

Die Bibel der auch deutschen Idioten erscheint „neu“ …

 

„Kultur” aus München …

 
 

„Du bist Kanzler“ – oder doch nur Kanonenfutter!?

 

… „Am Montagabend freute sich die Bundesregierung über Millionen Versuchskaninchen: Die Zuschauer spielten auf Pro Sieben »Du bist Kanzler«. Das Mitmach-Experiment, war auch ein geheimer Meinungscheck: Wie bereit sind die jungen Deutschen für den NATO-Krieg gegen Russland? Hinter den Machern der Sendung steht der Bertelsmann-Konzern, ein massiver politischer Lobbyist. Und das Experiment lieferte brisante Ergebnisse: Gerade einmal 55 Prozent der jungen Deutschen lehnen noch Panzer gegen Putin ab. Die Mehrheit will außerdem den Soli abschaffen, dafür die Pkw-Maut erhöhen und bei weiteren Euro-Krisen kein Geld mehr in Südeuropa verteilen.“

 

Gibts in Berlin auch nur einen einzigen Europäer(?): KRIEG!?

 

… Alle gegenwärtigen Kriege sind, geistig betrachtet, «Stellvertreter-Kriege» der ahrimanischen Mächte, welche die Menschheit davon abhalten wollen, den zeitgemäßen Weg zum Geist zu finden, indem sie fortwährend in Terror und Krieg verstrickt wird. Die menschlichen Propagandisten solcher Kriege sind in Wirklichkeit Ahriman-Rekruten. Ihre Kriege drehen sich nur zum Schein um Recht, Demokratie, westliche Werte etc.; in Wirklichkeit unterminieren sie den modernen Weg zum Geist. …

 
 

„Unsere“ Nazi-Waldorfschulen arbeiten …

 

… „sauber anthroposophisch verbrämt”, aber de facto rein nationalsozialistisch und menschheitsverbrecherisch verdeckungskriminell.

Die Hintermänner dieser „in Anthroposophen-Kreisen” gängigen Niederträchtigkeiten halten das  selbst verursachte allgegenwärtige Gerede vom (Dritten Welt-)Krieg für ihr Weihnachtsgeläute. …

Wenns dann auffliegt – und es fliegt immer öfter auf – , wird notfalls – und dann auch nur auf Grund äußeren Druckes und „auf den letzten Drücker” –  dem entsprechenden „Kollegen” gekündigt – der Steuerzahler bezahlt dann schon die sozialen Folgekosten. GANZE WALDORF-KOLLEGIEN UND IHR UMFELD ZEIGEN DANN ‚GERN’ IHRE UNEINSICHTIGE, SEKTIERERISCHE, BORNIERTE DUMMHEIT … – Und „brennt dann die Hütte”, warnen die Waldorfzwerge im (Aus-)„Bund* der Freien Waldorfschulen” zwergenaufstandsgemäß schon einmal die Menschheit vor sich selbst:

„Waldorfschulen fürchten Unterwanderung durch Rechte”

Die unsägliche Nazi-Waldorf-Journaille, von ehrlichen Menschen spricht man bei denen sicher nicht, vermeldet dann nach ein paar Vergessens-Wochen jeweils unisono immer:

ALLES IM NICHT-NATIONALSOZIALISTISCHEN SAUBEREN BEREICH(!!!)… (… als Mitmacher, dann Wendehals ist man(n) schließlich weltweit berühmt!)

… bis der nächste Waldorf-Nazi ‚auffliegt’: UND DER KOMMT so sicher(!!!) – zum Mitzählen bisheriger Nazi-Waldorf-Fälle reichen zwei Hände nicht mehr aus – wie bei einem treuen Katholiken das AMEN in der Kirche!

Dem Bund der Freien Waldorfschulen habe ich deswegen eine Strafanzeige gegen ihn und alle seine Mitgliedsschulen in Europa wegen nationalsozialistischer Umtriebe, Bildung krimineller Vereinigungen und menschheitsverbrecherischer Verdeckungskriminalität angekündigt (s. Links o.u. hier).

Eindeutige Hakenkreuz-Gebilde, auch als Freie Waldorf-, Rudolf-Steiner-Schule, -Haus, Anthroposophische Gesellschaft etc.pp. menschheitsverbrecherisch verdeckungskriminell ‚perfekt’ getarnte, gehören auf den Komposthaufen der Welt- und Menschheitsgeschichte. (Die armen Regenwürmer!)

Traurige Fortsetzung hier

 

Gunther Thriene

*) Duden: Synonyme zu Ausbund: Gipfel, Höchstmaß, Inbegriff, Maximum, Muster[beispiel], Verkörperung; (bildungssprachlich) Inkarnation, Prototyp; (gehoben abwertend) Ausgeburt

 

 

„Neutral sein – unmoralisch?“

 

Während Vertreter der EU-Unkultur immer öfter das Wort „Krieg“ in den Mund zu nehmen sich unverhohlen getrauen, ein vollkommen geistloser jesuitischer Papst gar vom „Weltkrieg“ faselt – er wird schon wissen, was er und seine „Jünger“ so in der Welt vorbereiten und verbreiten – bereitet Deutschland sich auf den Staatsakt im Hamburger Michel, der St. Michaelis-Kirche zum Begräbnis Helmut Schmidts vor: Des deutschen Staatsmanns und Weltbürgers, der nach seiner Tätigkeit als Bundeskanzler später Herausgeber der ZEIT wurde.

Nun finden sich in der ZEIT-online auch heute noch dankenswerterweise Artikel wie der oben im Titel zitierte: „Neutral sein – unmoralisch?“ von Gösta von Uexküll aus dem Jahre 1956. Ich hatte zu der Zeit im zarten Alter von 2 Jahren gerade Heimat wieder gefunden nach den Kriegs-, Flucht- und Nachkriegserlebnissen, -traumatisierungen der Eltern in Südniedersachsen. …

Der Artikel erinnert an die Ideale der Nachkriegszeit „Nie wieder Waffen, nie wieder Krieg!“ u.ä.

Wie ehrt man einen großen deutschen Staatsmann der Nachkriegszeit wirklich, der wußte, daß mit dem hohen politischen Amt noch nichts erreicht wurde, daß man weiterarbeiten muß, um seinen Idealen näher zu kommen!?

Vielleicht das denken: Freiheit zum Leben ist einem geschenkt, frei zu werden wird mir damit – jedem der sich Mensch nennt – zugetraut.

Und das verbietet doch jedwede Kriegshändel, Kriegsgedanken gerade für Menschen, die sich lebenslang bemühen, deutsch zu lernen, deutsch zu werden.

 

Gunther Thriene

 

 

Der Nazi-Schlangen in der Anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung hat es viele …

 

… oder: Was so ein ‚richtiger Perseus’ sein will:

Knast für Holocaust-Leugnerin

… Und eine Sympathisantin wollte der Angeklagten gar den Friedensnobelpreis verleihen.

 
 

DER EUROPÄER: „Das ‚Neue Kaliphat‘ – längst geplant …“

 

Den Europäern mangelt die Fähigkeit, langfristige Perspektiven für die Entwicklung Europas und der Welt zu erfassen. Nicht so den entscheidenden politischen Kreisen im Westen (oder auch innerhalb der Kurie).

Wir haben in dieser Zeitschrift immer wieder auf die Weltkarte aufmerksam gemacht, die im September 1990 im Wirtschaftsmagazin The Economist erschienen war.

Diese Karte war von einem Artikel begleitet, der eine Art Zukunftsprogramm für die Gestaltung der Welt im 21. Jahrhundert entwarf. Auf ihr gibt es kein einheitliches Europa mehr. Europa wird in einen West- und einen Ostteil zerrissen; der eine steht in der Einflusssphäre des aufgeklärten Protestantismus/Katholizismus, der andere in der der orthodoxen Strömung. Daneben gibt es imaginäre Kontinente, die ebenfalls nach «religiösen» Gesichtspunkten benannt wurden: Hinduland, Confuciania und Islamistan. Zehn Jahre später erfolgten die Anschläge vom 11. September 2001, welche islamistischen Tätern in die Schuhe geschoben wurden. Nun konnte das Projekt Islamistan in die Tat umgesetzt werden. Der Kampf gegen den «islamistischen Terror» diente als Vorwand für die Zerstörung von Afghanistan, Irak, Libyen und so fort. Jetzt ist Syrien an der Reihe, andererseits Russland bedroht, weil man ihm das Herzstück Ukraine zu entreißen sucht.

In beides spielt ein scheinbar neues Phänomen hinein: das neue Kaliphat. Scheinbar neu, denn auch dieses wurde im Economist kurz nach der Veröffentlichung obiger Karte «vorausgesehen». Ein gutes Jahr nach der besprochenen Karte erschien zum Jahreswechsel 1992/93 ein geistreicher «Phantasie»-Artikel, mit dem Titel «Rückschau aus dem Jahre 2992» – also nach 1000 Jahren. Er gab sich als Auszug aus einem in diesem Zukunftsjahr erschienenen Buch über Weltgeschichte und trug den Untertitel: «Eine Weltgeschichte, Kap. 13: Das katastrophale 21. Jahrhundert».* Nach der weitgehenden Realisierung von «Islamistan» besteht aller Grund, auch diesen Artikel näher zu betrachten. Er schildert u.a. die Entstehung eines Neuen Kaliphats, «deren treibender Faktor nicht die Religion war, obwohl diese der Bewegung das Identitätsgefühl verlieh; es war vielmehr ein Hypernationalismus (…) Das erste Opfer war die Türkei (…) Die Kräfte des Neuen Kaliphats fegten den Bosporus hinauf und errichteten im Krieg von Sanjak (2016) den ersten Brückenkopf im süd-östlichen Europa.
Doch das Hauptziel war der zerfallende Leichnam von Russland (…) Hier fand das neue Kaliphat die Basis für seine Verbindung mit China.»

Am Schluss des Auszugs aus der fiktiven Weltgeschichte wird geschildert, wie sowohl das Kaliphat wie auch China ihre Weltrolle längst wieder abgegeben haben. Die beiden Schlusssätze lauten: «Die Bedingungen für eine Pax Democratica» – natürlich unter US-Regie – «sind endlich eingetreten. Wenn nur das Volk von 1992 schon eingesehen hätte, was seine fernen Nachkommen zustande brachten.»
Im Klartext: Angestrebt wird eine anglo-amerikanische Weltregierung, die sich gegenwärtig des Islams als Mittel bedient, ganze Länder zu destabilisieren und zu chaotisieren. Nun soll nach den oben genannten Ländern das «vereinigte» Europa chaotisiert werden.**

Dies ist der wahre Hintergrund der vorwiegend aus islamischen Ländern strömenden Migrationswelle. Das Neue Kaliphat soll einen Keil zwischen ein chaotisiertes Europa und ein chaotisiertes Russland treiben.

Hinter den westlichen «Fiktionen» steht eine reale Langzeitplanung; hinter der maßgeblichen Politik der Europäer ein Haufen naiver Illusionen.

 

Thomas Meyer

 

*     The Economist, Dec. 26th 1992 – January 8th 1993.
**     Nichts steht den im Gewand von fiktiven Karten und Buchauszügen in Erscheinung tretenden anglo-amerikanischen Weltmachtplänen mehr im Wege als ein wirklich geeintes Europa. Denn dieses könnte auch mit Russland lebensfähige Verbindung herstellen, was zu verhindern das erklärte Ziel der US-Außenpolitik der letzten hundert Jahre ist.

 

„… da sie darauf angewiesen sind, dass jemand anderes für sie denkt. …“

 

Das sind doch keine Linksliberale. Die stehen für linksliberale Werte wie die USA für Demokratisierung stehen. Nämlich dann, wenn es opportun ist.

In Wirklichkeit sind das einfach nur starrköpfige und kurzsichtige Ideologen, die es in Kauf nehmen, dass sich hier antiliberale islamische Gesellschaftssysteme massiv ausbreiten, und halsen dadurch zukünftigen Generationen enorme Probleme auf.

„Was ist Aufklärung“ von Kant haben sie vielleicht gelesen, aber nie verstanden. Ohne ihre Ideologie wären sie mit der Realität vollkommen überfordert, da sie darauf angewiesen sind, dass jemand anderes für sie denkt. Das sind keine Liberale, das sind Pseudoliberale, die mit ihrer Ideologie langfristig den Liberalismus zerstören. Von innen heraus haben sie ihn ja bereits zersetzt. …

Sie sind die Pseudotoleranten, die auch die Intoleranz tolerieren, die die Gesellschaft zerstört. Jedenfalls solange es sich nicht um ethnisch deutsche, sondern um importierte islamische Intoleranz handelt. Weil das ist ja voll progressiv und so, regressiven totalitären Gesellschaftssystemen zur Ausbreitung in Deutschland zu verhelfen. …

 

(Hervorhebung von mir … — zu den Hintermännern dieser Chaos-Praktiker hier mehr …)

 

 

„… die Boten der Nachrichten sind schuld und nicht die Politiker, die das Chaos verursachen und zulassen.“

 

… Die Bevölkerung soll dumm gehalten werden, damit sie meint, es ist alles in Ordnung und man hat alles im Griff. Wer über die Flüchtlingskrise informiert oder sogar Fragen stellt, ist mittlerweile in den Augen der deutschen Obrigkeit ein „Brandstifter“ und sogar ein Rassist und Nazi.

Das heisst, wer die Tatsachen berichtet „zündet einen Brand an“, deshalb soll man lieber schweigen und die kriminellen Taten nicht der Öffentlichkeit bekanntmachen. Eine sehr bedenkliche Einstellung. Klingt nach den Methoden eines Polizeistaates, denn in den faschistischen und kommunistischen Diktaturen gab es auch offiziell keine Kriminalität, weil nichts darüber in den Medien stand.

Dieses Schweigen über was passiert, trifft auf viele Ereignisse zu. Man darf keine Tatsachen die man als „negativ“ einstufen könnte über die USA berichten, sonst ist man ein Antiamerikaner, nichts über die EU sonst ist man ein Antieuropäer, nichts über Israel, denn dann ist man ein Antisemit, nichts über die Migranten, dann ist man ein Rassist … und die Liste der Tabus ist lang. Alles schönreden und vertuschen lautet die Parole!

 

Apropos: „Alles schönreden und vertuschen …“ – darin sind die Schüler des Dornacher, also Schweizerischen GOETHEANUM übrigens beweisbar exzellente Meister. …

 

Gunther Thriene

 

 

„Als trojanischer Esel der NATO in den Dritten Weltkrieg“

 

Anlässlich seines 84. Geburtstags hielt der wohl bedeutendste zeitgenössische deutsche Dramatiker Rolf Hochhuth am 1. April 2015 im Berliner BE-Theater am Schiffbauerdamm eine äußerst wichtige Rede, in der er auf die Gefahren eines drohenden Dritten Weltkriegs hinwies.

 

Um in der Bildsprache eines anderen zu bleiben: Lemminge – auch 80 oder 90 Millionen und mehr – läßt man laufen … Aufhalten kann die keine(r).

Informell:  „Warum die USA zivile Einrichtungen bombardieren“

 

Gunther Thriene

 

 

… dass wir im Namen der Freiheit die Unfreiheit fördern … und das schon viele Jahre und ganz subtil …

 

… Warum reden nur so wenige Klartext darüber, welche tief mittelalterlichen Gesinnungen massiv „einwandern“ und welche Gefahren für unsere freiheitliche Ordnung damit verbunden sind? Es braucht doch nur einige Stunden Recherche (und gewiss nicht in der rechtsextremen Szene) und jeder muss sich im Klaren darüber sein, dass wir im Namen der Freiheit die Unfreiheit fördern… und das schon viele Jahre und ganz subtil…
Wir sind das Volk und jeder sollte es sich zur Pflicht machen, sich mit dem GG und den Menschenrechten auseinanderzusetzen, in die Geschichte zu schauen und zu wissen, wie der Kampf um unsere Freiheit verlaufen ist, welche (Frauen)Bewegungen es gab und wie sich Menschen eingesetzt haben. Das alles scheint nicht mehr interessant und wichtig. Hauptsache, es dürfen unbesehen Millionen ins Land strömen. Wir werden uns schon schaffen. Eine geistige Bankrotterklärung ist das…

 

Mich persönlich erinnerte dieser gestrige Beitrag im DIE ZEIT-Forum an die Aussage eines Schweizer Bürgers sinngemäß mir gegenüber bereits vor vielen Jahren: „ … deshalb gibt es immer weniger freie Schweizer.

Das kostbarste Gut des Menschen, die Freiheit, – jeweils – billigst verscherbelt …

Karma-Chaos oder Karma-Bereinigung, das ist die alles entscheidende Frage. Diese Entscheidung ist immer eine des ganz individuellen Menschen – überall und weltweit …

Und – wer es entdecken will  -, erkennt: Gleichgesinnte Brüder und Schwestern sind auf diesem Erdenrund überall zu finden …

 

Gunther Thriene

(Hervorhebung von mir …)

 

Kriegsgewinne individualisieren, Kriegsfolgen solidarisieren …

 

… so läuft das schon immer – weltweit:

Flüchtlingskrise: EU erwägt Flüchtlingssoli

Der kleine Mann bezahlt immer alles.

Wie wäre es denn „zur Abwechselung” einmal mit weniger Krieg(s-Waffen-Produktion)!?

 

Gunther Thriene

 

 

Dokumentation: „Die Waldorfschule Minden und der völkische Aktivist Wolf-Dieter Schröppe“

 

Oder: Treiben sich in der Anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung nurmehr vollkommen seelen- und gewissenlose, gehirngewaschene Nazis herum?

(Meine Antwort: HIER UNTEN … )

Die folgende Presse-Dokumentation, so zusammengestellt zum Fall Freie Waldorfschule Minden von hiergeblieben.de – Stand: 02.09.2015 – wurde dort leider online aufgelöst, die 69 Artikel sind aber vereinzelt weiterhin dort zu finden: (Im Folgenden alles Zitat)

„Einvernehmliche“ Trennung mit Abfindung – 69 Artikel , 10.09.2015:

Die Waldorfschule Minden und der völkische Aktivist Wolf-Dieter Schröppe

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Dokumentation: Freie Waldorfschule Minden, 10.08.2015:

„Presseerklärung

In der letzten Ferienwoche hat sich die Freie Waldorfschule Minden von dem umstrittenen Kollegen getrennt.

Nach einer menschlich fairen Auseinandersetzung und gründlicher Prüfung aller Details kamen wir darin überein, den Arbeitsvertrag mit dem Kollegen aufzulösen.

Er ist ab sofort kein Lehrer unserer Schule mehr.

Der in den Ferien begonnene Prozess mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts im Reg. Bez. Detmold“ aus Herford wird mit Schülern, Eltern und Lehrern fortgesetzt mit den Zielen, die Schulgemeinschaft wieder zusammen zu führen und gegen jede Form von Radikalismus zu sensibilisieren.“

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Inhaltsverzeichnis:

Mindener Tageblatt Online, 02.09.2015:
Leserbrief / Erkenntnis Fehlanzeige / Betr. Leserbriefe zu entlassenem Waldorf-Lehrer

Jungle World, 13.08.2015:
Ein kosmisches Komplott

NRW rechtsaußen, 12.08.2015:
Minden: Waldorfschule trennt sich von völkischem Lehrer

Neue Osnabrücker Zeitung Online, 11.08.2015:
Kontakt zur rechten Szene / Mindener Waldorfschule entlässt Lehrer

Hertz 87,9 – Campusradio für Bielefeld, 11.08.2015:
Mindener Waldorflehrer geht

Radio Westfalica, 11.08.2015:
Arbeitsvertrag aufgehoben

Themen der Zeit, 11.08.2015:
Einvernehmliche Trennung

Mindener Tageblatt, 11.08.2015:
Waldorfschule trennt sich von Lehrer unter Rechtsverdacht

Neue Westfälische, 11.08.2015:
Waldorfschule trennt sich von rechtem Lehrer

Westfalen-Blatt, 11.08.2015:
Schule entlässt umstrittenen Lehrer / Ausschluss aus Dachverband drohte – Waldorfpädagoge hatte Kontakte ins rechte Milieu

Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 10.08.2015:
Pressemitteilung / BdFWS begrüßt Entscheidung der Mindener Waldorfschule, sich von umstrittenem Lehrer zu trennen

die tageszeitung Online, 10.08.2015:
Rechter Lehrer an Waldorfschule Minden / Arbeitsvertrag nun doch aufgelöst

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 10.08.2015:
Mindener Waldorflehrer geht

Themen der Zeit, 10.08.2015:
Mindener Waldorfschule trennt sich von rechtem Lehrer

Radio Westfalica, 10.08.2015:
Darf er wieder unterrichten?

die tageszeitung, 08./09.08.2015:
Rechter Lehrer an Waldorfschule Minden / Noch immer nicht gefeuert

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 07.08.2015:
Zukunft des Waldorflehrers weiter ungewiss

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 05.08.2015:
Gespräche über umstrittenen Lehrer

Themen der Zeit, 04.08.2015:
Minden: Schülervater meldet sich zu Wort

Mindener Tageblatt, 01./02.08.2015:
Ehemalige Waldorfschüler fordern fristlose Entlassung des umstrittenen Lehrers

Blick nach Rechts, 31.07.2015:
Pädagoge mit bedenklicher Vita

Mindener Tageblatt, 31.07.2015:
Kommentar zum Waldorf-Lehrer: Am Abgrund

Mindener Tageblatt, 31.07.2015:
Weiter unklar, ob Waldorfschul-Lehrer entlassen wird

Mindener Tageblatt, 31.07.2015:
Nähe eines Waldorflehrers zu NS-Verbrecher wirft Fragen auf

Neue Westfälische, 31.07.2015:
Waldorflehrer mit Kriegsverbrecher gefilmt

die tageszeitung, 31.07.2015:
Rechter Waldorflehrer in Minden / Gruppenbild mit Kriegsverbrecher

Nordwest-Zeitung, 08.07.2015:
Rechtsextremismus / Ein Vorsitzender unter Verdacht / Debatte um Ahnenstätte Conneforde geht weiter – Lehrer vom Dienst suspendiert

Westfalen-Blatt, 27./28.06.2015:
Waldorf-Lehrer suspendiert / Schule untersucht Rechtsextremismus-Vorwürfe weiter – Dachverband droht mit Ausschluss

die tageszeitung Online, 26.06.2015:
Rechter Lehrer an Waldorfschule / Schulbund droht mit Rauswurf

Neue Osnabrücker Zeitung Online, 26.06.2015:
Vorwurf: Verbindungen in rechte Szene / Waldorfschule in Minden suspendiert umstrittenen Lehrer

Radio Westfalica, 26.06.2015:
Lehrer suspendiert

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 26.06.2015:
Mindener Lehrer suspendiert

Neue Westfälische, 26.06.2015:
Waldorflehrer suspendiert

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 25.06.2015:
Lehrer soll Kontakte ins völkische Milieu gehabt haben / Pädagoge der Waldorfschule Minden wird vorerst freigestellt

Mindener Tageblatt Online, 25.06.2015:
Waldorfschule suspendiert umstrittenen Lehrer

Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 25.06.2015:
Pressemitteilung / Update: Rechtsextremismus ist mit Waldorfpädagogik unvereinbar

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 25.06.2015:
Lehrer soll Kontakte ins völkische Milieu gehabt haben / Diskussion um Waldorfpädagogen geht weiter

Themen der Zeit, 25.06.2015:
Seltsame Kontakte eines Waldorflehrers

Radio Westfalica, 25.06.2015:
Fall Waldorfschule: Entscheidung heute

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 25.06.2015:
Zukunft eines Mindener Lehrers

Mindener Tageblatt, 25.06.2015:
Kommentar zur Waldorfschule: Das Kind ist im Brunnen

Mindener Tageblatt, 25.06.2015:
Gespaltene Gemeinschaft: Waldorfschule stimmt über Lehrer ab

Westfalen-Blatt, 25.06.2015:
Umstrittener Lehrer soll bleiben / Mindener Waldorfschüler und Eltern stimmen dafür – heute entscheidet Schulkonferenz

Neue Westfälische, 25.06.2015:
Skandal-Lehrer weist Vorwürfe zurück / Waldorfschule diskutiert Fall von Rechtsextremismus

die tageszeitung, 25.06.2015:
Rechter Lehrer an Waldorfschule / Der „völkische Aktivist“ darf bleiben

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.06.2015:
Lehrer soll Kontakte ins völkische Milieu gehabt haben / Schulversammlung der Mindener Walldorfschule spricht sich für Verbleib aus

Mindener Tageblatt Online, 24.06.2015:
Schule diskutiert über mutmaßlich rechtsnahen Waldorfschullehrer

Mindener Tageblatt Online, 24.06.2015:
Waldorfschullehrer nimmt Stellung zu rechtsextremen Vorwürfen

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.06.2015:
Gutachten belastet Lehrer von Mindener Waldorfschule / Lehrer hatte Kontakte ins völkische Milieu

NRW rechtsaußen, 24.06.2015:
Minden: Waldorfschullehrer mit Kontakten nach Rechtsaußen

Radio Westfalica, 24.06.2015:
Entscheidung im Fall Waldorfschule

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.06.2015:
Vorwürfe gegen Mindener Lehrer

Mindener Tageblatt, 24.06.2015:
Solidaritätsbekundung von Rechtsradikalen für Waldorflehrer

Westfalen-Blatt, 24.06.2015:
Lehrer aus der rechten Szene? / Mindener Waldorf-Pädagoge ist Mitglied der „Artgemeinschaft“ – Entlassung gefordert

WDR-Fernsehen, Lokalzeit OWL, 23.06.2015:
Streit um „rechten“ Lehrer an der Waldorfschule:

Neue Osnabrücker Zeitung Online, 23.06.2015:
Verbindungen in rechte Szene / Ist ein Lehrer der Mindener Waldorfschule rechtsextrem?

Neue Westfälische Online, 23.06.2015:
Rechtslastiger Lehrer entzweit Waldorf-Schule / Kontakte in die Szene inzwischen unbestritten

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 23.06.2015:
Gutachten belastet Lehrer von Mindener Waldorfschule / Lehrer hatte Kontakte ins völkische Milieu

Neue Westfälische, 23.06.2015:
Rechtslastiger Lehrer entzweit Waldorf-Schule / Kontakte in die rechte Szene inzwischen unstrittig

die tageszeitung, 23.06.2015:
Duldet Waldorfschule einen rechten Lehrer?

Mindener Tageblatt Online, 22.06.2015:
Rechtsnaher Waldorflehrer weiter umstritten

Blick nach Rechts, 22.06.2015:
Völkischer Pädagoge?

Radio Westfalica, 22.06.2015:
Diskussion um Waldorflehrer

Neue Westfälische, 22.06.2015:
Rechte Aktivitäten: Kritik an Waldorf-Lehrer / Kollegen lehnen geforderte Suspendierung ab

WABE-Koordinierungsstelle, 21.06.2015:
Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe aus dem Landkreis Nienburg mit vielen Kontakten in die rechte Szene

Mindener Tageblatt Online, 21.06.2015:
Update – Lehrer der Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben

Mindener Tageblatt Online, 21.06.2015:
Lehrer der Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben

Mindener Tageblatt Online, 20.06.2015:
Lehrer der Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben

Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 19.06.2015:
Pressemitteilung / Rechtsextremismus in jeder Form nicht mit der Waldorfpädagogik vereinbar

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Mindener Tageblatt Online, 02.09.2015:

Leserbrief / Erkenntnis Fehlanzeige / Betr. Leserbriefe zu entlassenem Waldorf-Lehrer

02.09.2015 – 18.20 Uhr

Im Mai war öffentlich geworden, dass ein an der Waldorfschule in Minden tätiger Lehrer tief in die extreme Rechte verstrickt ist. Er schrieb Artikel für die Zeitung der neonazistischen „Artgemeinschaft“, stand auf deren Teilnehmerlisten, organisierte Treffen einer extrem rechten Religionsgemeinschaft, referierte und schrieb für und bei einschlägigen Organisationen und Verlagen. Nachdem immer mehr Details ans Licht der Öffentlichkeit kamen, teilte die Waldorfschule am 10. August mit, dass der Arbeitsvertrag im Einvernehmen aufgelöst wurde. Der Sprecher der Schule teilte im Gespräch mit, dass „der Druck, der seitens des Bundes der Freien Waldorfschulen aufgebaut worden war, den Entschluss wesentlich beeinflusst“ habe. Dem Lehrer wurde eine Abfindung gezahlt, deren Höhe die Schule nicht bekannt gab.

Betrachtet man die danach im Mindener Tageblatt veröffentlichten Leserbriefe, so wird deutlich, dass mit der Vertragsauflösung nur ein Teil des Problems gelöst wurde, dass dieser Schritt notwendig war – und dass noch viel Aufklärung oder weitere Konsequenzen notwendig sind.

Festzustellen ist einerseits, dass in den Artikeln immer wieder entlastende Behauptungen aufgestellt werden, die nicht den Tatsachen entsprechen. So, wenn behauptet wird, dass der Lehrer nicht „nazistisch publiziert“ habe, oder versucht wird, seine Aktivitäten in der extremen Rechten dadurch zu legitimieren, dass Personen, die im Nationalsozialismus aktiv waren, nach Kriegsende unbehelligt ihre Karriere fortsetzen konnten. Nach dem Motto „wenn schon die originalen Nazis das durften, dann kann man es doch hier nicht verwehren“. Kurze Zeit später erschien unter dem Titel „Rufmord ist auch Mord“ ein Leserbrief. Der Autor versucht, die Informationen über den Lehrer als Resultat einer „Rufmord“-Kampagne darzustellen. In Wirklichkeit habe es sich um „bestattete Leichen“ gehandelt. Auch hier werden die nachgewiesenen extrem rechten Aktivitäten bagatellisiert oder geleugnet. Der Autor schließt mit dem Satz: „Die Mindener stehen vor der Entscheidung, ob sie mithelfen wollen, den verbrieften Schutz der persönlichen Ehre durch die Wiederherstellung des guten Rufes des Lehrers zu gewähren oder ob wir das Feld weiter den politischen Hexenjägern überlassen.“

Den „guten Ruf“ scheint in einem weiteren im Mindener Tageblatt veröffentlichtem Leserbrief ausgerechnet der derzeitige Sprecher der Schule wieder herstellen zu wollen, wenn dieser schreibt: „Im Zweifel für den Angeklagten“. In diesem Leserbrief wird die Aufdeckung der Verstrickungen als „Gesinnungskrämerei“ denunziert, das Gutachten der Mobilen Beratungsstelle sinnentstellend zitiert und letztendlich mit der Überschrift der Eindruck einer ungerechten Vorverurteilung erzeugt. Dass der Sprecher trotz des katastrophalen Agierens der Schule diese als „eine Schule, in der Unterdrückung, weltanschauliche Manipulation oder Gesinnungskämpfe keinen Platz haben“ bezeichnet, macht deutlich, dass er inhaltlich nichts begriffen hat. In einem von einzelnen Lehrkräften erstellten Gutachten über die völkisch-religiöse Publikation „Glauben und Wirken“, in der der Lehrer schrieb, resümierten diese: „Grundsätzlich zeigt sich in den Heften ein sehr freiheitsliebendes Denken, in dem eine Reihe von Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie zu erkennen sind.“

Die im Mindener Tageblatt veröffentlichen Leserbriefe versuchen das Rad der Erkenntnis zurückzudrehen und verschleiern die eigentliche Dimension des Problems. Dass der Sprecher der Schule daran beteiligt ist, zeigt das wirkliche Ausmaß dieses Vorfalls.

Jan Raabe, Bielefeld

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Jungle World, 13.08.2015:

Ein kosmisches Komplott

Seit einem Jahrhundert glauben Anthroposophen an eine übersinnlich gelenkte Verschwörung gegen das spirituelle Deutschland. Die Geister der Finsternis sollen dafür die Verantwortung tragen. Egal ob Masern, Juden oder TTIP – die ­dämonische Bedrohung lauert überall.

Von Ansgar Martins

Im Juli 2015 sandte der Bund der Freien Waldorfschulen eine Warnung vor rechten Demagogen an die Kollegien aller Mitgliedsschulen. Darin hieß es, im vergangenen Jahr seien Waldorfschulen mindestens fünf Mal wegen Verbindungen mit Rechten in die Presse gekommen. Pressesprecher Henning Kullak-Ublick fordert, den Politikunterricht zu verbessern, statt sich zur Plattform für reaktionäre Propaganda zu machen. Anlass des Schreibens war ein Vorfall im Juni. Die Schülermitverwaltung der Freien Waldorfschule Filstal hatte den antisemitischen Verschwörungsideologen Ken Jebsen – selbst ehemaliger Waldorfschüler – zu einer Tagung eingeladen. Zwar distanzierte sich die Schule in letzter Minute von Jebsen, kein Problem sah man hingegen in dem gleichfalls eingeladenen Wiener Truther-Rapper und Montagsdemo-Teilnehmer Kilez More, der unter anderem von Chemtrails und der New World Order überzeugt ist. Erst wenige Wochen zuvor hatte der Waldorfbund die Entlassung des Lehrers Wolf-Dieter Schröppe von der Waldorfschule Minden gefordert, der über 20 Jahre in der rechten Szene aktiv war. Die Schule unterstütze zunächst den Kollegen und bestritt dessen rechte Gesinnung. Erst im August wurde Schröppe gekündigt, laut der Schule, weil sich die Auseinandersetzung, auch durch Journalisten, so sehr zugespitzt habe, dass kein konstruktives Gespräch mehr möglich sei.

Kritiker weisen seit den neunziger Jahren immer wieder auf ähnliche Vorfälle hin. Erst seit 2014 der Geschäftsführer der Waldorfschule Rendsburg auf Grund von Kontakten ins „Reichsbürger“-­Milieu entlassen wurde, scheint der Bund tätig zu werden. Im Dezember legte er eine Broschüre über die reichsideologische Bewegung vor, in dessen engerem Fokus die Waldorfschulen stünden. Nach der Entlassung des Rendsburger „Reichsbürgers“ hat sich die Schule tief zerstritten. Der Eurythmielehrer Arfst Wagner, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen, hatte durch Recherchen entscheidend zur Entlassung seines Kollegen beigetragen. Wagner hat die Schule inzwischen verlassen und sich wieder der Politik zugewandt: „Unter anderem, weil aus meiner Sicht an der Schule auch nach der Kündigung die Strukturen, die durch den Geschäftsführer ein­geführt wurden, weiterhin bestehen. Aus einer selbstverwalteten solidarischen Schule wurde eine hierarchisch geführte Institution“, so Wagner.

Die anthroposophische Alternativkultur kann eine Reihe neovölkischer Sympathisanten vorweisen, von Waldorf-Schulen und der Demeter-Landwirtschaft bis hin zu Grundeinkommens­-Initiativen. Die verschwörungsideologischen Sympathisanten der Waldorf-Szene spüren – möglicherweise unbewusst – den ursprünglichen politischen Kontext dieser Weltanschauung, der sie für solcherlei Gedankengut anschlussfähig macht. Die Anthroposophische Gesellschaft ist 1913 als Abspaltung der Theosophischen Gesellschaft Adyar entstanden. Deren vermeintlich indischem Gedankengut wollte Rudolf Steiner eine mitteleuropäische und christliche Esoterik entgegenstellen. Ihm gelang es, seine völkischen Konkurrenten zu kritisieren und zugleich das eigene Ressentiment als universelle Menschheitsbefreiung zu verkaufen. Heutige Kritiker halten sich zu Recht oft an den hässlichen Rassenlehren Steiners und seiner Anhänger auf. Deren Evolutionsideologie sieht jedoch die allmähliche „Überwindung“ der Rassen durch das „Ich“ vor, wofür der „Sonnengeist“ Christus verantwortlich ist. Nationalismus heißt für Steiner Rückfall in ein blutgesteuertes Kollektivbewusstsein, das er mit dem „Mondgeist“ Jahwe assoziiert und im Judentum verkörpert sieht. Dagegen steht die „urdeutsche Tugend des Kosmopolitismus“, die nur im „Ich“ errungen werden kann. Dem „deutschen Volksgeist“ kommt somit die Weltmission zu: „Deutscher ist man nicht, Deutscher wird man.“

Der Erste Weltkrieg war ein kosmisches Komplott gegen die Mission Steiners: „Okkulte Logen“, „Brüder des Schattens“ hinter dem „Angloame­rikanertum“ strebten die Weltherrschaft an. Sie stünden unter dem Einfluss des Dämonen Ahriman und seiner Scharen, die den guten Gang der Weltentwicklung verhindern wollten. Zur Domäne dieser „Geister der Finsternis“, die der Erzengel Michael gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Erde geworfen habe, gehören Materialismus, Technisierung und Intellektualismus. Völkischer Blutrausch gilt Steiner als ahrimanischer Materialismus, er selbst lässt die Volksgemeinschaft derweil als geistige auferstehen. Diese Legierung aus nationalistischen Einkreisungsphantasien und proklamiertem Kosmopolitismus, Amerika-Hass und strikt antijüdischen Obertönen bildet den Kern von Steiners Zeitdiagnose, gegen die er seine Utopie der Sozialen Dreigliederung stellte.

Während heutige Anthroposophen die „Geister der Finsternis“ auch im NS am Werk sehen – schließlich wurde die Anthroposophische Gesellschaft 1935 verboten -, entdeckte 1933 etwa der einflussreiche Sozialwissenschaftler und Anthroposoph Roman Boos in der „deutschen Erneuerung“ die Erfüllung von Steiners Erwartungen. Weil nationalsozialistische Esoterik-Hasser wiederum den 1925 verstorbenen Steiner als Teil der Weltverschwörung denunzierten, gab der Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft den Band „Rudolf Steiner während des Weltkriegs“ heraus. Im Vorwort wetterte Boos gegen den „ökonomischen „Geist““ in Ost und West. Steiner gehöre „gerade der unmittelbaren Gegenwart – der Gegenwart von 1933“. Tagebuchnotizen des Vorstandsvorsitzenden Albert Steffen zeigen, dass dieser Hitler als Marionette der Geister der Finsternis betrachtete und selbst das wahre „Deutschtum“ beanspruchte: „Bei ihm Blut, bei uns Geist.“ Steffen adoptierte ein jüdisches Kind, gegen Boos ging er dennoch nicht vor – sondern wollte die Nazis durch Meditation und spirituelle Kunst überwinden. Der Vorsitzende der deutschen anthroposophischen Landesgesellschaft, Hans Büchenbacher, wurde 1934 wegen seines jüdischen Vaters von seinem Posten verdrängt. Er kritisierte rückblickend, dass zwei Drittel der Anthroposophen mit dem Nationalsozialismus sympathisierten, und spekulierte über Hitler und die „Thule-Gesellschaft“ als Diener der westlichen „Logen“.

Die Kontinuität dieser Vorstellung beweist die anthroposophische Zeitschrift

Der Europäer aus Basel, deren Chefredakteur Thomas Meyer im September einen ganztägigen Kurs über die bevorstehende „Inkarnation Ahrimans“ abhalten will. Schon Steiner hatte die baldige Fleischwerdung Ahrimans „im Westen“ prophezeit. Im Bündnis mit Christus und dem Erzengel Michael soll die Anthroposophie die spirituellen Waffen gegen die dämonische Bedrohung schmieden. Meyer weiß, wo Ahriman steckt: „Ukraine, Israel, ISIS, TTIP, der „Krieg gegen den Terror“.“ Lieblingsthema der Europäer-Redaktion scheinen Apologien des Ersten Weltkriegs zu sein. Von der „Kriegsschuldlüge“ und den amerikanisch-okkulten Kräften, die sie zu verantworten haben, geht sie dabei nahtlos zum „Inside Job“ 9/11 über. Dazu schreiben auch Konspirationsexperten wie der Kopp- und Compact-Autor Gerhard Wisnewski und der Schweizer „Friedensforscher“ Daniele Ganser, ein weiterer ehemaliger Waldorfschüler. Im anthroposophischen Zentralblatt Das Goetheanum wurde der Begriff Verschwörungstheorie kürzlich als „tödliches Waffenwort“ denunziert, das aus dem Wortschatz verbannt werden müsse.

Von Steiners Metaphysik der Weltverschwörung zehren auch viele dem Anspruch nach linke und grüne Anthroposophen: Joseph Beuys beispielsweise, der sich für direkte Demokratie und gegen Amerika einsetzte, das „die ganze Welt versaut“ habe. „Auschwitz existiert weiter auf eine andere Art“, meinte er. „Nicht mehr diese primitive Methode, dass man Menschen ins Feuer wirft und sie so vernichtet, aber heute vernichtet man sie durch diese Art von Wirtschaft, die die Menschen innerlich aushöhlt und zu Konsumsklaven macht … “ Dagegen stellte Beuys mit Steiner den „sozialen Organismus“, einen regressiv-holistischen Wärmekosmos, der in seinen Kunstwerken durch Filz und Honig anschaulich wird.

Steiners okkulter Politikbaukasten ermöglicht es seit einem Jahrhundert, den anthroposophischen Weltgeist mit beliebiger zeitgeistiger Paranoia kurzzuschließen. Wenn einige seiner Erben sich heute auf Ken Jebsen oder Daniele Ganser berufen, ernten sie bloß die Früchte ihrer Gründertage. Zwar stellen sich manche Anthroposophen gegen den neurechten Trend. Sie kämpfen aber gegen die eigene Tradition. Deren Alternativkultur ist dem anthroposophischen Milieu derweil längst entwachsen, obwohl Anhänger und Kritiker oft das Gegenteil behaupten. Niemand braucht mehr Steiner, um esoterischen Schöngeist mit politischem Wahn zu verbinden. Waldorfschulen heute sind ein Sammelbecken für ein sich progressiv dünkendes ökologisches wie alternativ-pseudokritisches Publikum. Hier stoßen Impfgegner oder esoterische Coaching-Methoden auf ebenso offene Ohren wie die vernunftwidrig-provokative Lüsternheit des Verschwörungsglaubens.

Der Autor betreibt den anthroposophiekritischen „Waldorfblog“ (waldorfblog.wordpress.com).

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NRW rechtsaußen, 12.08.2015:

Minden: Waldorfschule trennt sich von völkischem Lehrer

Minden. In einer Pressemitteilung teilte die Freie Waldorfschule Minden am 10. August mit, sich „von dem umstrittenen Kollegen getrennt“ zu haben. Die Aktivitäten des Mindener Waldorflehrers Wolf Dieter Schröppe in völkischen und extrem rechten Organisationen waren im Frühjahr diesen Jahres durch Zufall von SchülerInnen der Waldorfschule entdeckt worden.

Sie waren darauf gestoßen, das Schröppe Vorsitzender der Ahnenstätte Conneforde ist, eines völkischen Friedhofs. Im Laufe der Auseinandersetzung kamen weitere Verbindungen Schröppes zu rechten Kreisen ans Licht. Der Mitte der 1990er Jahre aus Argentinien eingewanderte Schröppe war von 1997 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des esoterisch-völkischen „Bund Deutscher Unitarier – Religionsgemeinschaft Europäischen Geistes e.V.“, publizierte in dessen Verbandsorgan „Glauben und Wirken“ mehrere Artikel, organisierte Sonnenwendfeiern und referierte auf Tagungen. Er schrieb in dem Ludendorffer-Blatt „Mensch und Maß“ und in der „Nordischen Zeitung“ der rassistischen Artgemeinschaft (wir berichteten am 24. Juni 2015).

Schröppe wurde zu Beginn der Sommerferien trotz der Unterstützung der Schule durch die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus“ und der Forderung des „Dachverbands der Freien Waldorfschulen“, Schröppe zu entlassen, von der Schule nur beurlaubt. Viele KollegInnen befürworteten seine Weiterbeschäftigung. In den Sommerferien wurde der Fall von überregionalen Medien aufgegriffen, die FachjournalistInnen Andrea Röpke und Andreas Speit publizierten Fotos, die ihn mit dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke zeigten.

Dass die Schule sich jetzt von ihm getrennt hat, scheint vor allem an dem Druck von außen gelegen zu haben. Eine wirklich inhaltliche Auseinandersetzung mit der von Schröppe vertretenen extrem rechten Ideologie steht noch aus. So waren dessen KollegInnen nach der Auswertung der Hefte des „Bund Deutscher Unitarier“ in einem Gutachten doch zu dem Schluss gekommen: „Grundsätzlich zeigt sich in den Heften ein sehr freiheitsliebendes Denken, in dem eine Reihe von Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie zu erkennen sind.“ Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses von Schröppe, zu dessen Bedingungen die Schule bisher schweigt, kann nur der notwendige Anfang einer Auseinandersetzung um extrem rechte Ideologie sein, und nicht ihr Abschluss, wie es die um Ruhe bemühte Waldorfschule vielleicht möchte.

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Neue Osnabrücker Zeitung Online, 11.08.2015:

Kontakt zur rechten Szene / Mindener Waldorfschule entlässt Lehrer

11.08.2015 – 13.21 Uhr

Minden. Der vor einigen Wochen vom Unterricht suspendierte Lehrer der Freien Waldorfschule in Minden (NRW) ist jetzt entlassen worden. Grund dafür ist, dass der Lehrer Kontakte zur rechten Szene haben soll.

„Die Verdachtsmomente ergaben einen so dichten Teppich, dass auch viele Kollegen überzeugt sind, der ins Kreuzfeuer Geratene habe mehr als nur Kontakte zum rechten Sumpf“, teilt die Schule auf Anfrage unserer Redaktion mit. Deshalb sei der Vertrag mit dem Lehrer kurz vor Beginn des neuen Schuljahres aufgelöst worden. Die Schule hatte den Lehrer Ende Juni suspendiert.

Keine rassistischen Äußerungen

Um den Fall aufzuklären, hat die Mindener Schule eng mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts“ aus Herford zusammengearbeitet. Die Einschätzung habe ergeben, „dass nicht ein Wort in den Artikeln des unter Verdacht geratenen Ex-Lehrers nationalistische oder rassistische Inhalte transportiert – nichtsdestotrotz bewegte er sich in einem Umfeld, in dem sich auch Rechtsgesinnte bewegten“, teilt die Schule mit.

BdFWS begrüßt Entscheidung

Mit der Kündigung ist die Mindener Waldorfschule dem Wunsch des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) nachgekommen – auch, um einen Ausschluss aus dem Bund zu verhindern. „Die Chance als „Freie Schule“ mit dem fraglichen Kollegen weiter zu existieren streben nach unserer Überzeugung gegen Null“, heißt es von der Schule. „Im Interesse der Schulgemeinschaft und der anderen Elternhäuser konnte man sich keine andere Entscheidung vorstellen“, sagte BdFWS-Vorstandssprecher Henning Kullak-Ublick. Rechtsextremismus sei weder mit der Pädagogik noch mit dem zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis der Waldorfschulen vereinbar.

Gruppenfoto mit SS-Mann

Dem Lehrer wird vorgeworfen, Verbindungen in die rechtsextreme Szene zu haben und Texte in Verlagen veröffentlicht zu haben, die der rechten Szene nahe stehen. Der Beschuldigte hatte in einer Stellungnahme bestritten, rechtsextreme Ansichten zu vertreten. Schüler hatten herausgefunden, dass der Lehrer Verbindungen zur rechten Szene habe. Medienberichten zufolge war zuletzt ein Gruppenfoto aufgetaucht, das den Pädagogen mit dem SS-Mann Erich Priebke zeigt.

Vorfall aufarbeiten

In Workshops will die Schule zusammen mit der Mobilen Beratungsstelle den Fall mit Schülern, Eltern und Kollegen aufarbeiten.

Bildunterschrift: Kurz vor dem Ende der Schulferien in NRW hat die Mindener Waldorfschule eine Entscheidung getroffen.

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Hertz 87,9 – Campusradio für Bielefeld, 11.08.2015:

Mindener Waldorflehrer geht

Umstrittener Lehrer nicht mehr an Mindener Waldorfschule.

Wie der WDR berichtet, schlossen der Lehrer und die Schulleitung einen einvernehmlichen Auflösungsvertrag. Schon seit Monaten schwelt der Konflikt um den Lehrer dem ein enger Kontakt zum rechtsextremen Umfeld nachgesagt wurde. Unter anderem hat er den Vorsitz eines Altnazi-Friedhofs inne und in rechtsextrem Verlagen und Zeitungen publiziert. Im Vorfeld hatte der Bund der Freien Waldorfschulen die Mindener Schule dazu aufgefordert, sich vor dem neuen Schuljahr von ihrem Kollegen zu trennen.

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Radio Westfalica, 11.08.2015:

Arbeitsvertrag aufgehoben

Die Mindener Waldorfschule trennt sich von ihrem umstrittenen Lehrer. Dem Mann wurde vorgeworfen, rechts gerichtet zu sein. Grund war seine Mitgliedschaft im rechten Bund der Unitarier und der Vorsitz in einem zweifelhaften Friedhofsverein. In den Ferien tauchten dann auch noch alte Fotos auf, die den Lehrer mit einem verstorbenen NS-Verbrecher zeigen. An der Schule war der Lehrer sehr beliebt. Deshalb war er vor den Ferien erst mal nur vom Dienst suspendiert worden.

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Themen der Zeit, 11.08.2015:

Einvernehmliche Trennung

In Nordrhein-Westfalen beginnt ab Mittwoch wieder die Schule. An der Freien Waldorfschule Minden wurde das Problem mit dem rechten Lehrer jetzt durch die einvernehmliche Trennung gelöst. Eine Aufarbeitung ist geplant und wird unmittelbar nach den Ferien beginnen.

Mit einer lapidaren und ausgesprochen kurz gehaltenen Pressemitteilung informierte die Freie Waldorfschule Minden über die endgültige Trennung von dem umstrittenen Werklehrer Schröppe. Unter anderem heißt es in der Erklärung: „Nach einer menschlich fairen Auseinandersetzung und gründlicher Prüfung aller Details kamen wir darin überein, den Arbeitsvertrag mit dem Kollegen aufzulösen. Er ist ab sofort kein Lehrer unserer Schule mehr. Der in den Ferien begonnene Prozess mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts im Regierungsbezirk Detmold“ aus Herford wird mit Schülern, Eltern und Lehrern fortgesetzt mit den Zielen, die Schulgemeinschaft wieder zusammen zu führen und gegen jede Form von Radikalismus zu sensibilisieren.“

Der Bund der Freien Waldorfschulen kommentierte die Entscheidung in einer Pressemeldung unter anderem so: „Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) begrüßt die Entscheidung der Mindener Waldorfschule, sich von dem Lehrer, der in Kontakt mit der rechtsextremen Szene steht, zu trennen.“ „Im Interesse der Schulgemeinschaft und der anderen Elternhäuser konnte man sich keine andere Entscheidung vorstellen“, betonte BdFWS-Vorstandssprecher Henning Kullak-Ublick.“

Die Schule hatte es sich in den letzten Wochen vor den Sommerferien nicht leicht gemacht mit der Frage, wie im Falle des rechten Lehrers zu verfahren sei. Bereits zu Beginn der Auseinandersetzungen hatte der Bund der Freien Waldorfschulen sehr eindeutig Stellung bezogen und empfohlen, sich sofort von dem Lehrer zu trennen. Dazu hatten sich Vorstand und etliche Kollegen der Schule allerdings nicht durchringen können, obwohl die Faktenlage mehr als eindeutig war und auch die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ in ihrem – schon vor Beginn der Ferien verfassten – Gutachten zu dem Schluss gekommen war, dass in den Texten des Waldorflehrers wesentliche Denk- und Argumentationsmuster der „völkischen Ideologie“ zu finden seien. Gleichwohl ist der aktuelle Beschluss, sich nun endgültig von dem Lehrer zu trennen, angesichts der zahlreichen und unwiderlegbaren Fakten im Hinblick auf rechte Aktivitäten zu begrüßen.

Es handele sich um eine einmütige Entscheidung, den Arbeitsvertrag mit dem umstrittenen Kollegen aufzulösen, erfahre ich in einem Gespräch mit Ulrich Schubert, dem derzeitigen Sprecher der Schule. Der Vorstand und einige Kollegen hätten das Mandat gehabt, diese Entscheidung zu treffen und auch diejenigen Kollegen, die Schröppe nicht für einen Rechten halten, hätten diese Entscheidung vollumfänglich mitgetragen. Dabei – und auch das wurde im Gespräch deutlich – habe der Druck, der seitens des Bundes der Freien Waldorfschulen aufgebaut worden war, den Entschluss wesentlich beeinflusst. Auch seien während der Ferien Fakten aufgetaucht, die vorher nicht bekannt gewesen seien. Gemeint sind hier die Kontakte zum SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke, die unter anderem durch ein Foto vom Vorstand der Deutschen Schule in Bariloche belegt sind, auf dem neben Priebke auch Wolf-Dieter Schröppe zu sehen ist.

Eine einmütige Entscheidung zur einvernehmlichen Trennung also. Einhergehend mit einer Abfindung, über deren Höhe sich natürlich der Sprecher der Schule nicht äußern wollte. Verständlich und …

… soweit, so gut. Die Tatsache aber, dass es nach wie vor einige Kollegen an der Schule gibt, die trotz der erdrückenden Faktenlage lieber für einen Verbleib des Lehrers an der Schule votiert hätten, kann allerdings Fragen aufwerfen. Über die Zahl wollte Ulrich Schubert im Gespräch keine genauen Angaben machen, herauszuhören war allerdings, dass es mindestens vier Kollegen seien. Handelt es sich hier also eher um eine pragmatische, als um eine durch Anerkennung der Tatsachen geprägte Entscheidung? Die Folgen für eine Schulgemeinschaft, die zwischen derlei Polaritäten hin und her gebeutelt wird, mag man sich nicht unbedingt ausmalen.

Und so muss man wohl die Ankündigung, den Fall und die Folgen gemeinsam mit der „Beratung gegen Rechtsextremismus“ aufzuarbeiten, sicher als notwendigen und auf jeden Fall angemessenen, gleichwohl – trotz der „einmütigen“ Entscheidung – als einen ersten Schritt zu einer echten Bewältigung der Krise sehen.

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Mindener Tageblatt, 11.08.2015:

Waldorfschule trennt sich von Lehrer unter Rechtsverdacht

Von Anja Peper

Minden (mt). Die Waldorfschule Minden hat einen Schlussstrich unter den Konflikt um den umstrittenen Lehrer gezogen: Der Arbeitsvertrag wurde aufgelöst. „Er ist ab sofort kein Lehrer unserer Schule mehr“, schreibt Karla Hoppe als Vertreterin des Kollegiums. Dem Mann wird eine rechtsextreme Gesinnung angelastet (Berichte im MT). Der Konflikt schwelte seit April. Der Druck auf die Schule war zum Ende der Ferien hin immer stärker geworden.

So hatte der Bund der Waldorfschulen die Mindener aufgefordert, sich bis zu Beginn des Schuljahres von dem Lehrer zu trennen, sonst könne der Ausschluss der Schule aus dem Verband geprüft werden. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen NRW hat diese Position vertreten: „Rechtsextremismus ist in jeder Form mit der Tätigkeit an einer Waldorfschule unvereinbar“, so Wilfried Bialik für den Sprecherkreis. An der Schule selbst waren die Meinungen geteilt. Zum Start ins neue Schuljahr soll die Schulgemeinschaft wieder zusammengeführt werden, so Karla Hoppe. Das solle gemeinsam mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts“ im Regierungsbezirk Detmold geschehen. Die Beratungsstelle hatte bereits an der Aufarbeitung des Falls mitgewirkt. Ihr Fazit: Ein Verbleib des Lehrers an der Schule sei weder pädagogisch noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen zu verantworten.

Wie das MT bereits berichtete, hatte der ehemalige Waldorflehrer einige Jahre im Bund deutscher Unitarier mitgearbeitet. Der religiös ausgerichtete Verein verschreibt sich einer gewissen Rassentheorie. Weiter ist der Lehrer Vorsitzender des Trägervereins Ahnenstätte Conneforde. Auf diesem Friedhof bei Oldenburg lassen sich Altnazis beerdigen.

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Neue Westfälische, 11.08.2015:

Waldorfschule trennt sich von rechtem Lehrer

Minden (ani). Die Waldorfschule Minden hat einen Schlussstrich unter den Konflikt um ihren umstrittenen Lehrer gezogen, dem eine rechtsextreme Gesinnung angelastet wird. Der Arbeitsvertrag wurde aufgelöst. „Er ist ab sofort kein Lehrer unserer Schule mehr“, schreibt Karla Hoppe als Vertreterin des Kollegiums. Der Konflikt schwelte seit April. Der Druck auf die Schule war zum Ende der Ferien immer stärker geworden. So hatte der Bund der Waldorfschulen die Mindener aufgefordert, sich bis zum Beginn des Schuljahres von dem Lehrer zu trennen, sonst könne der Ausschluss der Schule aus dem Verband geprüft werden. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen NRW hat diese Position vertreten. „Rechtsextremismus ist in jeder Form mit der Tätigkeit an einer Waldorfschule unvereinbar“, erklärte Wilfried Bialik für den Sprecherkreis.

An der Schule selbst waren die Meinungen geteilt. Nun soll die Schulgemeinschaft wieder zusammengeführt werden, sagt Hoppe. Das solle gemeinsam mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen rechts“ im Regierungsbezirk Detmold geschehen. Die Beratungsstelle hatte bereits an der Aufarbeitung des Falls mitgewirkt. Ihr Fazit: Ein Verbleib an der Schule sei weder pädagogisch noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen zu verantworten.

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Westfalen-Blatt, 11.08.2015:

Schule entlässt umstrittenen Lehrer / Ausschluss aus Dachverband drohte – Waldorfpädagoge hatte Kontakte ins rechte Milieu

Von Christina Ritzau

Minden (WB). Jetzt ist es offiziell: Der Lehrer der Mindener Waldorfschule, dem Kontakte zur rechten Szene vorgeworfen wurden, wird die Einrichtung verlassen. Das hat die Schule gestern mitgeteilt.

Zumindest nach außen hin ist die Trennung einvernehmlich. Beide Seiten – sowohl die Schule als auch der betreffende Lehrer – haben am Freitag einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Über die Bedingungen, unter denen der Pädagoge die Waldorfschule verlässt, wollte Schulsprecher Ulrich Schubert aber nichts sagen. Nur soviel: Gemeinsam mit den jeweiligen Anwälten sei die Entscheidung in der vergangenen Woche gefallen. Bevor die Schule das Ergebnis gestern öffentlich machte, erfuhren Lehrer, Schüler und Eltern davon.

Die Vorwürfe gegen den 53-jährigen Lehrer, der Handwerk und Kunstgeschichte unterrichtete, waren einige Wochen vor den Sommerferien hochgekocht. Es ging um Publikationen in nationalistischen Schriften und Verbindungen zu rechten Vereinigungen (wir berichteten). Nach einem Gutachten der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts (Herford) und einer Abstimmung durch die Schulgemeinschaft wurde der Pädagoge vor den Ferien suspendiert. „Wir wollten den Kollegen nicht vorverurteilen, sondern die Vorwürfe gegen ihn gründlich prüfen“, erklärte Schubert. Als zuletzt ein Gruppenfoto auftauchte, das den Mindener Lehrer gemeinsam mit dem ehemaligen SS-Führer Erich Priebke zeigte, schien das Maß voll. Doch auch dafür habe der Kollege – laut einer Umfrage im Februar der beliebteste Oberstufenlehrer der Schule – eine Erklärung, sagte Schubert. Er sei damals in Argentinien Mitglied eines Schulfestkomitees gewesen und habe nicht mit Priebke im Vorstand der Deutschen Schule gearbeitet. All das sei noch vor Bekanntwerden von Priebkes Nazi-Vergangenheit gewesen.

Auch wenn es immer noch Kollegen gibt, die hinter dem Pädagogen stehen: Der Preis, den die Waldorfschule zahlen müsste, wenn er bleiben würde, wäre zu hoch. Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) hatte sogar angekündigt, die Mindener Schule dann ausschließen zu wollen. „Die Chance zu überleben wäre gering, wenn wir versuchen würden, ihn zu halten“, räumte Schubert ein. Dann würden auch Lehrer gehen und Eltern ihre Kinder abmelden. Und man würde womöglich ein anderes Klientel anziehen. „Ich glaube, dass dieser Schritt für die Schule die einzige Möglichkeit war, nach vorne zu gehen – und auch für den Lehrer selbst“, sagte Henning Kullak-Ublick, Sprecher vom BdFWS.

Mit Hilfe der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts will die Schule die Ereignisse nun aufarbeiten. Ziel sei es, „die Schulgemeinschaft wieder zusammen zu führen und gegen jede Form von Radikalismus zu sensibilisieren“, heißt es in der gestrigen Mitteilung der Schule.

Bildunterschrift: An der Freien Waldorfschule Minden war der Lehrer sehr beliebt.

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Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 10.08.2015:

Pressemitteilung / BdFWS begrüßt Entscheidung der Mindener Waldorfschule, sich von umstrittenem Lehrer zu trennen

Hamburg / Stuttgart (CU). Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) begrüßt die Entscheidung der Mindener Waldorfschule, sich von dem Lehrer, der in Kontakt mit der rechtsextremen Szene steht, zu trennen. „Im Interesse der Schulgemeinschaft und der anderen Elternhäuser konnte man sich keine andere Entscheidung vorstellen“, betonte BdFWS-Vorstandssprecher Henning Kullak-Ublick.

Die Freie Waldorfschule Minden hatte mitgeteilt, sie sei nach „einer menschlich fairen Auseinandersetzung und gründlicher Prüfung aller Details darin übereingekommen, den Arbeitsvertrag mit dem Kollegen aufzulösen“. Er sei „ab sofort kein Lehrer unserer Schule mehr“. Den in den Ferien begonnenen Prozess mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts“ im Regierungsbezirk Detmold aus Herford will die Schule mit Schülern, Eltern und Lehrern fortsetzen mit dem Ziel, „die Schulgemeinschaft wieder zusammen zu führen und gegen jede Form von Radikalismus zu sensibilisieren“.

Der Vorstand hatte anlässlich des Konflikts unterstrichen, dass Rechtsextremismus in jeder Form weder mit der Pädagogik noch mit dem zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis der Waldorfschulen vereinbar ist. Die Waldorfschulen distanzierten sich ausdrücklich von jeder Form des Rechtsextremismus, Nationalismus, Rassismus oder anderen Formen der Diskriminierung. Die Mitarbeit eines Lehrers, der diesem Spektrum angehört, ist aus der Sicht des BdFWS an einer Waldorfschule ausgeschlossen.

Der Vorstand des BdFWS und der Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen (ARGE NRW) hatten die Mindener Waldorfschule daher aufgefordert, den betreffenden Kollegen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und über die Ferien zu einer Entscheidung zu kommen. Um die von Schülern entdeckte Publikationstätigkeit des Lehrers in einem völkischen Kontext aufzuklären, hatte die Mindener Waldorfschule die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ als externen Ratgeber hinzugezogen.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V.

Die derzeit 234 deutschen Waldorfschulen haben sich zum Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS) mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen, wo 1919 die erste Waldorfschule eröffnet wurde. Seit 2013 sitzt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS als Zweigstelle in Hamburg. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr.

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die tageszeitung Online, 10.08.2015:

Rechter Lehrer an Waldorfschule Minden / Arbeitsvertrag nun doch aufgelöst

Nach langem Konflikt verlässt ein Lehrer mit engen rechtsradikalen Verbindungen die Schule. Ihr drohte der Ausschluss aus dem Waldorfbund.

Von Andreas Speit

Hamburg (taz). Die Entscheidung fiel der Freien Waldorfschule Minden nicht leicht. Am Montagnachmittag erklärte die Schule, dass sie die Zusammenarbeit mit ihrem Lehrerkollegen Wolf-Dieter Schröppe beenden würde. „Wir haben uns im Einvernehmen getrennt“, sagt Ulrich Schubert, Sprecher der Schule.

„Es war ein beschwerlicher Weg, aber auch durch den öffentlichen Druck war keine andere Möglichkeit mehr gegeben“, sagt Schubert. Karla Hoppe von der Schule ergänzt: „Nach einer menschlich fairen Auseinandersetzung und gründlicher Prüfung aller Details kamen wir darin überein, den Arbeitsvertrag mit dem Kollegen aufzulösen.“

Seit April dieses Jahres musste sich die Schule in der nordrhein-westfälische Stadt mit Schröppe wegen seiner rechten Verstrickungen auseinandersetzen – ein Vorgang, der die Schule mit rund 250 Mädchen und Jungen stark belastete. Das Kollegium war gespalten in jene, die dem langjährigen Kollegen nicht kündigen, und jene, die sich trennen wollten.

Zwei Schülerinnen hatten die Auseinandersetzung ausgelöst, nachdem sie die Schule auf Berichte über die Ahnenstätte Conneforde hinwiesen. Der Vorsitzende des Trägervereins des Friedhofs bei Oldenburg, auf dem sich gerne Altnazis beerdigen lassen, ist Schröppe. Vor sieben Jahren, 2008, übernahm er das Amt von dem Rechtsextremen Alfred Mahnke, der zur Bundestagswahl 1972 für die NPD kandidierte. Schröppe unterhielt zudem Kontakte zu weit rechtsstehenden Weltanschauungs- und Glaubensgemeinschaften und veröffentlichte Beiträge in einschlägigen Publikationen.

„Denkmuster der „völkischen Ideologie““

In vielen Gesprächen mit Schröppe suchte die Schule nach einem Ausweg. Zwei Gutachten zu seinem Wirken offenbarten die unterschiedlichen Einschätzungen. Eine Studie aus dem Kollegium der Waldorfschule attestierte dem Kollegen keine rechtsextreme Gesinnung, eine Untersuchung der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ resümierte indes, dass sich in Schröppes Texten „Denk- und Argumentationsmuster der „völkischen Ideologie““ wiederfänden.

Eine über 20-jährige Aufnahme vom Vorstand der Deutschen Schule im argentinischen San Carlos de Bariloche bestätigte für Frederic Clasmeier, einen der Autoren der Mobilen Beratung, ihre Einschätzung, dass der Lehrer „als Aktivist innerhalb eines extrem rechten völkischen Netzwerks gesehen werden“ müsse. Auf dem Bild aus einer Broschüre der Schule, dass der taz vorliegt, sind der SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke und der spätere Waldorfschullehrer zu sehen.

Die Waldorfschule überlegte mit der Mobilen Beratung auch, inwieweit durch eine moderierte Reflexion eine weitere Zusammenarbeit möglich sein könnte. Die Zuspitzung der Auseinandersetzung auch durch Journalisten, so Schubert, ließ die Umsetzung solcher Ideen kaum noch zu. „Die Schule hätte das nicht mehr ausgehalten“, sagt er.

Schon im Juni fordert der „Bund der Freien Waldorfschulen“ die Trennung von dem Kollegen, sonst könnte der Ausschluss der Schule überprüft werden. Als Frist hatte der Bund den Schulbeginn nach den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen gesetzt – den 12. August.

Bildunterschrift: Waldorfschulen suchen Distanz zu Lehrer mit Verbindungen ins rechtsradikale Milieu.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 10.08.2015:

Mindener Waldorflehrer geht

10.08.2015 – 17.18 Uhr

Der umstrittene Lehrer an der Mindener Waldorfschule wird dort nicht mehr unterrichten. Schulleitung und Lehrer schlossen einen einvernehmlichen Auflösungsvertrag. Dem Lehrer wurden enge Kontakte in ein rechtsextremes Umfeld nachgesagt. Unter anderem war er Vorsitzender eines Vereins, der einen Friedhof, auf dem Altnazis begraben liegen, betreut. Auf einem Foto war er mit dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke zu sehen.

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Themen der Zeit, 10.08.2015:

Mindener Waldorfschule trennt sich von rechtem Lehrer

Wie soeben bekannt wurde, gibt es eine Presseerklärung der Freien Waldorfschule Minden zum Thema „Rechter Waldorflehrer“. In der Erklärung heißt es:

„In der letzten Ferienwoche hat sich die Freie Waldorfschule Minden von dem umstrittenen Kollegen getrennt. Nach einer menschlich fairen Auseinandersetzung und gründlicher Prüfung aller Details kamen wir darin überein, den Arbeitsvertrag mit dem Kollegen aufzulösen. Er ist ab sofort kein Lehrer unserer Schule mehr. Der in den Ferien begonnene Prozess mit der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechts im Reg. Bez. Detmold“ aus Herford wird mit Schülern, Eltern und Lehrern fortgesetzt mit den Zielen, die Schulgemeinschaft wieder zusammen zu führen und gegen jede Form von Radikalismus zu sensibilisieren.“

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Radio Westfalica, 10.08.2015:

Darf er wieder unterrichten?

An der Mindener Waldorfschule soll sich in den kommenden Tagen entscheiden, was mit dem angeblich rechtsgerichteten Lehrer passiert. Ein Sprecher des Bundesverbandes der Waldorfschulen sagte uns, er rechnet bis Mitte der Woche mit einer Entscheidung.

Vor mehr als sechs Wochen hatte die Schulkonferenz entschieden, den Lehrer erst mal für drei Monate vom Dienst zu suspendieren. Der Grund war seine Mitgliedschaft im rechten Bund der Unitarier und der Vorsitz eines umstrittenen Friedhofs-Vereins. Seit seiner Suspendierung sind neue Details über den Lehrer ans Licht gekommen: im Internet waren Fotos aufgetaucht, die ihn mit dem inzwischen verstorbenen NS-Verbrecher Erich Priebke zeigen. Vorher hatte sich der Lehrer immer wieder von der rechten Szene distanziert.

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die tageszeitung, 08./09.08.2015:

Rechter Lehrer an Waldorfschule Minden / Noch immer nicht gefeuert

Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe sitzt einem rechten Verein vor und schreibt für rechte Publikationen. Die Schule überlegt, ob sie ihn behalten will.

Von Andreas Speit

Hamburg (taz). Die Freie Waldorfschule Minden hat noch immer keinen Umgang mit den rechten Verstrickungen ihres Lehrers Wolf-Dieter Schröppe gefunden. Gespräche, bei denen im Laufe der Woche eine Lösung gefunden werden sollten, scheinen in eine Sackgasse geführt zu haben. „Wir haben noch keine Einigung finden können“, sagt Ulrich Schubert, Sprecher der Waldorfschule. Er glaubt jedoch, auf einem „guten Weg“ zu sein.

Schon seit April schwelt der Konflikt. Zwei Schülerinnen waren Berichte über die Ahnenstätte Conneforde aufgefallen: Auf diesem Friedhof bei Oldenburg lassen sich Altnazis beerdigen. Vorsitzender des Trägervereins ist Schröppe. Vor sieben Jahren hatte er das Amt von dem Rechtsextremen Alfred Mahnke übernommen, der 1972 für die NPD bei der Bundestagswahl kandidierte. Der in der Schule bisher geschätzte Lehrer unterhielt zudem weitere Kontakte zu weit rechts stehende Weltanschauungs- und Glaubensgemeinschaften.

Seit Juni fordert der Bund der Freien Waldorfschulen, dass die Mindener sich von dem Kollegen trennen, sonst könne der Ausschluss der Schule aus dem Verband überprüft werden.

Im Laufe der Auseinandersetzungen fanden viele Gespräche statt. Zwei Gutachten konnten nicht gegensätzlicher ausfallen. Das Kollegium der Waldorfschule attestierte Schröppe, keine rechtsextreme Gesinnung zu haben. Die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ resümierte indes, dass sich in Schröppes Texten „Denk- und Argumentationsmuster der „völkischen Ideologie““ wiederfinden. „Er muss als Aktivist innerhalb eines extrem rechten völkischen Netzwerks gesehen werden“, sagt Frederic Clasmeier, einer der Autoren der Mobilen Beratung.

Das sieht er durch neuer Erkenntnisse bestätigt. Denn mittlerweile liegt der taz eine über 20 Jahre alte Aufnahme vom Vorstand der deutschen Schule im argentinischen San Carlos de Bariloche vor. Das Foto zeigt den späteren Waldorf-Lehrer zusammen mit dem SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke.

Bei den Gesprächen Mitte der Woche sollten Bedingungen für eine weitere Zusammenarbeit vereinbart werden, sagte der Schulsprecher. So sollte Schröppe zum Beispiel den Vereinsvorsitz abgeben. Ob das umgesetzt wurde, ist unklar. „Über den Inhalt der Gespräche möchte ich nichts sagen“, erklärt Schubert – „damit nicht das Kollegium, Eltern und Schüler über die Presse vom Stand der Gespräche erfahren“. Am Dienstag ist ein weiterer Gesprächstermin vereinbart.

Bildunterschrift: Sucht zwar einen Lehrer aber noch keinen Nachfolger für Schröppe: Die Freie Waldorfschule Minden.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 07.08.2015:

Zukunft des Waldorflehrers weiter ungewiss

07.08.2015 – 06.22 Uhr

Die Zukunft des umstrittenen Lehrers an der Waldorfschule in Minden bleibt weiter unklar. Schul- und Elternvertreter und der Lehrer selbst konnten sich bei mehreren Treffen in den vergangenen Tagen nicht einigen, ob er weiter unterrichten darf oder nicht. Dem Lehrer werden Kontakte ins rechte Milieu nachgesagt. In der vergangenen Woche waren zudem Fotos aufgetaucht, die ihn mit dem ehemaligen SS-Mann und Kriegsverbrecher Erich Priebke zeigen.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 05.08.2015:

Gespräche über umstrittenen Lehrer

05.08.2015 – 09.49 Uhr

Im Fall des umstrittenen Lehrers an der Waldorfschule Minden rückt eine Entscheidung näher. Am Mittwoch und Donnerstag wollen sich Vertreter von Schule und Eltern mit dem Lehrer treffen, um über seine Zukunft an der Waldorfschule zu sprechen. Dem Mann werden Kontakte ins rechte Milieu nachgesagt. In der vergangenen Woche waren zusätzliche Fotos aufgetaucht, die ihn mit dem ehemaligen SS-Mann und Kriegsverbrecher Erich Priebke zeigen.

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Themen der Zeit, 04.08.2015:

Minden: Schülervater meldet sich zu Wort

Aktuelles aus Minden. Neben neuen Informationen und Medienberichten über die Kontakte des Mindener Waldorflehrers in die rechte Szene erreicht uns auch ein Schreiben eines Waldorfvaters, dessen Sohn die Freie Waldorfschule Minden besucht.

Von Michael Mentzel

In seinem Brief bezieht sich der Vater auf den aktuellen Fernsehbericht des WDR am 31. Juli 2015. Für ihn ist es „erschütternd, wie der Schulsprecher immer noch versucht, den „Lehrer“ zu decken. Es ist empörend, wie versucht wird, die Eltern und Schüler mit Schlaftabletten zu versorgen. Eindeutigkeit sieht anders aus!“

Die aktuellen Berichte sowohl vom WDR als auch der tageszeitung (taz) der vergangenen Woche haben in der Tat den Verdacht erhärtet, dass die Kontakte des Waldorflehrers Schröppe ins rechte Milieu weiter zurückreichen, als er es offensichtlich seine Kollegen und die gesamte Schule glauben machen will. Bereits in unserem ersten Bericht hatten wir über die argentinische Herkunft des Lehrers geschrieben. In dem Gespräch, dass wir mit einem Kollegen des Lehrers führten, der angab, Schröppe sehr gut zu kennen, wurde die Vermutung, er könne aus Bariloche kommen, allerdings als vollkommen unbegründet zurückgewiesen. Schröppe, so hieß es seinerzeit, sei aus Buenos Aires nach Westfalen gekommen. Buenos Aires ist immerhin über 1.500 Kilometer von San Carlos Bariloche entfernt. Dass aber im Netz beim Internetportal „SchulWeb“ unter der Deutschen Schule in Bariloche ausgerechnet auch noch eine Mitarbeiterin gleichen Namens zu finden ist, mag man angesichts des Fotos, dass Schröppe gemeinsam mit dem Kriegsverbrecher und Altnazi Erich Priebke zeigt, kaum noch als einen kuriosen Zufall bezeichnen. Die Webseite der deutschen Schule in Bariloche ist offensichtlich innerhalb der letzten Wochen relauncht worden. Dort ist der Name Schröppe (Mitarbeiterin im Sekretariat) inzwischen nicht mehr zu finden.

Der Brief des Waldorfvaters dürfte auch die Auffassung einer großen Anzahl von Eltern der Schule repräsentieren. Er fordert dazu auf, „diejenigen Eltern zu unterstützen, die nun endlich klare Konsequenzen fordern. Denn es könnte doch sein, dass an der Schule noch andere derartige Fälle schlummern.“ Für ihn, so stellt er klar, darf es nach den Sommerferien keinen Schulbeginn mit dem Lehrer geben, und weiter: „Ich fordere eine eindeutige Distanzierung des Kollegiums. Jeder Lehrer, jede Lehrerin muss eine Distanzierungserklärung unterschreiben. Wer das nicht tut, macht sich verdächtig. Es muss eine klare Erklärung der Schulleitung vor der Presse, den Schülern und Eltern sowie eine öffentliche Entschuldigung der Schulleitung und des Lehrkörpers in allen erreichbaren Medien geben.“

Wenngleich eine solche Reaktion verständlich ist, lässt sich aus dem Vorfall natürlich kein Generalverdacht gegenüber dem gesamten Kollegium der Schule ableiten. Nicht zuletzt aber dürfte diese Reaktion auch durch das aktuelle Verhalten der Schulleitung hervorgerufen worden sein, die in dem WDR-Fernsehbericht durch ihren Sprecher deutlich gemacht hatte, dass man den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen wolle und es ja auch noch eine „Unschuldsvermutung“ gebe. Angesichts der nachgewiesenen Vorwürfe wirken solche Aussagen reichlich diffus und könnten durchaus Anlass zu erneuten Spekulationen geben. In dem Brief heißt es dazu: „Nach den Worten des Schulsprechers im letzten TV-Bericht des WDR kann man den Eindruck haben, dass man an dieser Schule immer noch versucht, Schröppe zu halten und einzubinden. Wenn das aber gelingen sollte, werden Eltern ihre Kinder abmelden, die Schule wird ihren Namen und ihren Auftrag verlieren, pleite gehen und schließen müssen.“

Aus diesen Worten lässt sich auch die Warnung des Bundes der Freien Waldorfschulen heraushören, die Schule aus dem Verband auszuschließen und ihr den Namen Waldorf zu entziehen, wenn es nicht eine klare und eindeutige Distanzierung von diesem Lehrer geben sollte. Dies hatte – sehr schnell, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren – Vorstandssprecher Henning Kullak-Ublick in seiner Stellungnahme für den Verband eindeutig klar gemacht.

Die Forderungen des Waldorfvaters gehen noch etwas weiter, betreffen eigentlich auch eine Selbstverständlichkeit und sind in die Zukunft gerichtet: „Wichtig ist eine Aufklärungsarbeit an der Schule durch externe Kräfte über Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Neonazitum, Sprache und Methoden rechter Gruppen und Organisationen! Dazu eine Aufklärung über die Funktion der Schreiber rechter Texte, die mit ihren Schriften anderen die Grundlage zu entsprechenden Handlungen geben und Aufklärung über verschleiernde Sprache und Lügengebäude der rechten Szene.“

Nach den Vorfällen an der Rendsburger Waldorfschule, bei denen es um die Problematik der so genannten Reichsbürger gegangen war und die offensichtlich professionell gelöst werden konnten, erscheint die aktuelle Situation an der Mindener Waldorfschule etwas komplizierter, was nach Ansicht von Beobachtern darauf zurückzuführen ist, dass man den Lehrer – weil er so eine gute Arbeit mache – wohl unbedingt behalten wolle. Hier aber sei noch einmal an den Fall Andreas Molau erinnert, der der rechten Szene inzwischen glaubhaft den Rücken gekehrt hat. Auch an seiner Schule, der Waldorfschule in Braunschweig, war damals immer wieder hervorgehoben worden, dass er ja eigentlich ein guter Lehrer gewesen sei, dem man vertraut habe und der im Unterricht keinen Anlass zur Klage gegeben habe. Allerdings hatte man dort – ebenfalls sehr schnell nach Bekanntwerden der Vorwürfe – die sprichwörtliche Reißleine gezogen und den Lehrer entlassen.

Aus Insiderkreisen ist angesichts der aktuellen neuen Medienberichte sehr deutliches Stirnrunzeln zu bemerken, das bis zum Vorschlag geht, nicht mehr abzuwarten, sondern dem Lehrer die Kündigung auszusprechen und ihm lieber, falls es notwendig sein sollte, eine Abfindung zu zahlen als ihn noch weiter an der Schule zu beschäftigen.

Auch Henning Kullak-Ublick vom Bund der Freien Waldorfschulen wies in einem kurzen Telefonat mit unserer Redaktion noch einmal darauf hin, dass die Schulleitung bei der Elternversammlung vor den Sommerferien erklärt habe, „dass sie innerhalb von drei Monaten entscheiden werde. Diese Frist läuft kurz nach dem Ende der Sommerferien aus und ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen sich inzwischen genügend Klarheit verschafft haben, um das Notwendige zu beschließen.“

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Mindener Tageblatt, 01./02.08.2015:

Ehemalige Waldorfschüler fordern fristlose Entlassung des umstrittenen Lehrers

Von Monika Jäger

Minden (mt). „Gruppenbild mit Kriegsverbrecher“ lautet ein Beitrag, der bei taz.de erschienen ist. Darin wird die Rolle des umstrittenen Lehrers der Freien Waldorfschule Minden im argentinischen San Carlos de Bariloche beleuchtet. Wie das Mindener Tageblatt am Freitag berichtete, gehörte dort der Pädagoge Anfang der 90er-Jahre dem Vorstand der Deutschen Schule an, dessen Vorsitzender der Kriegsverbrecher Erich Priebke war. Auf Grund der Bildunterzeilen zu dem Foto des Schulvorstandes sind die Personen zuzuordnen. In der Mitte lächelt der ehemalige SS-Hauptsturmführer Priebke, der an der Ermordung von 335 Zivilisten in Italien beteiligt war. In der zweiten Reihe steht der Waldorflehrer.

Wie im Bericht von taz.de festgestellt wird, trat dieser drei Jahre nach dem Vorstandsfoto seine neue Stelle in Minden an. Dort hatte sich eine Schulkommission vor den Sommerferien mit seiner Verstrickung im rechten Milieu auseinandergesetzt und gegenüber den Medien erklärt, dass der Kollege keinerlei „rechtsextremes oder völkisches Gedankengut“ pflege. Unerwähnt blieb in dem Bericht der Schule die Verbindung zwischen dem Lehrer und dem Altnazi Priebke.

Die zu Rechtsextremismus publizierende Autorin Andrea Röpke schreibt in ihrem Artikel im Internetportal „Blick nach Rechts“, dass in der Freien Waldorfschule Minden ein dreiköpfiges Lehrergremium dem umstrittenen Pädagogen mit seiner Studie vor den Sommerferien eine Schutzschrift ausgestellt habe. Dagegen habe die Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus NRW den Lehrer als „Aktivisten eines extremen rechten völkischen Netzwerks“ eingestuft. Vor rund 20 Jahren sei dieser an der Waldorfschule in Minden als Hausmeister eingestiegen und habe sich als Handwerkslehrer bis zum informellen Leiter hochgearbeitet. „Bei wichtigen Entscheidungen wie Neueinstellungen von Kollegen durfte er sein Gewicht in die Waagschale werfen und die Schule bei offiziellen Anlässen nach außen repräsentieren“, so Röpkes Recherchen.

In einem offenen Brief wandten sich am Freitag die ehemaligen Absolventen der Freien Waldorfschule Minden Janika Ducks, Veronika Halber, Semjon Schmoller und Jana Wöpking an das Mindener Tageblatt . „Wir sind überrascht von Ihnen als Kollegen, dass Sie nichts von seinen Aktivitäten mitbekommen haben und dass Sie nun die Fülle an Beweisen gegen Herrn S. kleinreden“, schreiben sie an die Adresse des Kollegiums der Waldorfschule gerichtet. „Nach unserem Wissensstand ist Herr S. in den Augen der Ehemaligen als Lehrer nicht mehr haltbar und wir bitten Sie als Kollegium, eine umfangreiche Aufklärung der Sachverhalte zu unterstützen und im Sinne der Allgemeinheit zu handeln. Das heißt für uns konkret, dass wir von Ihnen die fristlose Entlassung von Herrn S. fordern“, heißt es weiter.

Wie das Mindener Tageblatt am Freitag berichtete, wurde noch nicht an der Freien Waldorfschule entschieden, ob der Lehrer dort weiterhin bleiben wird. Der Dachverband der Waldorfschulen hatte die Mindener vor den Sommerferien aufgefordert, bis zu Beginn des neuen Schuljahres eine klare Entscheidung zu treffen. Sollte der umstrittene Lehrer weiterhin beschäftigt werden, müsse ein Ausschlussverfahren der Schule aus dem Bund geprüft werden, hieß es.

Die Ehemaligen sind in Sorge. Sie schreiben: „Es ist uns wichtig, dass die Schule eine Freie Waldorfschule Minden bleibt, die sich klar von jeglicher Form des rechten Gedankenguts distanziert.“

Bildunterschrift: Vorstandsarbeit in Argentinien: Altnazi Erich Priebke (2. v. r. vorne) steht dem Vorstand vor, dem der Waldorflehrer (2. v. r. hinten) vor mehr als 20 Jahren angehörte. Drei Jahre später kam er nach Minden.

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Blick nach Rechts, 31.07.2015:

Pädagoge mit bedenklicher Vita

Von Andrea Röpke

Der Streit um den Waldorflehrer in Minden geht weiter. Ein Foto zeigt ihn im Schulvorstand einer Schule in Argentinien – neben dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke.

Was ist los an der Freien Waldorfschule Minden? Über Jahrzehnte hinweg bewegte sich der Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe in rechten Kreisen, pflegte früh engen Umgang zu einem NS-Kriegsverbrecher, publizierte und referierte bei den „Deutschen Unitariern“, „Ludendorffern“ oder reaktionären Ostpreußen sowie der rassistischen „Artgemeinschaft“ – und doch wird an der Schule in Westfalen anscheinend weiter relativiert und toleriert.

Zwei in Auftrag gegebene Studien kamen bereits im Juni zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Die eine, erstellt durch ein dreiköpfiges Lehrergremium, zitiert Schröppe immerzu und gleicht einer Schutzschrift, während die Experten der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Nordrhein-Westfalen den Lehrer als Aktivisten „eines extrem rechten völkischen Netzwerkes“ einstufen. Diese massive Einschätzung blieb bisher ohne Folgen, zögerlich wurde Schröppe vorübergehend suspendiert. In knapp zwei Wochen allerdings beginnt das neue Schuljahr, bis dahin sollen klare Entscheidungen getroffen werden.

In den über 20 Jahren beruflicher Tätigkeit in Minden brachte es der 53-jährige Pädagoge aus Uchte an der alternativen Schule vom Hausmeister, Handwerkslehrer zum „informellen Leiter“. Er gestaltete die Einrichtung mit und erhielt viel Zuspruch. So scheint wenig verwunderlich, wenn im 25-seitigen „Abschlussbericht“ des Aufklärungsgremiums Schlüsse gezogen werden wie zum Beispiel der, dass sich in den Heften des „Bundes Deutscher Unitarier“ – zu denen Schröppe zehn Jahre gehörte – durchaus ein „freiheitsliebendes Denken“ zeige. Auch seien Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie erkennbar, dazu gehören „neben der Achtung der Natur, die Liebe zu den Menschen und der Glaube an geistige Mächte“.

Viele Fans des Dritten Reichs in Carlos de Bariloche

Bei wichtigen Entscheidungen wie Neueinstellungen von Kollegen durfte Schröppe sein Gewicht in die Waagschale werfen und die Schule bei offiziellen Anlässen nach außen repräsentieren. Jahrelang schien sich niemand daran zu stören, wenn der beliebte Lehrer Sprüche wie „biste schwul, oder was?“ fallen ließ oder eines seiner Kinder dadurch auffiel, die Unterrichtsstunde ausgerechnet beim Thema Holocaust zu verlassen.

Schröppe wurde 1962 in Buenos Aires geboren. Aufgewachsen ist er in einem Ort, in dem es von Fans des Dritten Reiches nur so wimmelte: San Carlos de Bariloche. Zahlreiche hoch belastete NS-Verbrecher waren nach 1945 über geheime Fluchtrouten in den abgelegenen argentinischen Gebirgsort gelangt und abgetaucht. Sie bauten eine urdeutsche Enklave mit Schuhplattlerverein und Fachwerkhäusern auf. Aushängeschild war die „Instituto Primo Capraro“, die deutsche Schule. Als einflussreicher Ehrenvorsitzender fungierte seit den 1980er Jahren der Rentner und später in Italien verurteilte NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke – heute ein Idol bundesdeutscher Neonazis.

Priebke, während der NS-Zeit Hauptsturmführer und stellvertretender Polizeichef in Rom, wurde für ein Massaker an unschuldigen italienischen Zivilisten 1944 in den Ardeatinischen Höhlen mitverantwortlich gemacht und 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Haft zeigte er bis zu seinem Tod 2013 keine Reue. Im Gegenteil: Priebke unterhielt fortdauernden Kontakt zur deutschen Neonazi-Szene.

Feiern zum Führer-Geburtstag im Schulvorstand

Wenige Jahre zuvor führte er noch die deutsche Schulgemeinde in Bariloche an, zu der auch die Schröppes gehörten. Von 1987 bis 1989 leitete Fritz Küper das Instituto Primo Capraro. In seinem Buch „Unsere Schulen – undemokratisch und inhuman“ widmet er ein ganzes Kapitel „Erich Priebke und dem „Germanisch-argentinischen Schulverein Bariloche“, dem Träger der Einrichtung.

Küpers Rückblick ist erdrückend, er berichtete von täglichen Fahnenappellen, aber vor allem davon, dass der Schulverein unter maßgeblicher Führung von Priebke und anderen ehemaligen NS-Familien den „so genannten Holocaust“ als „Alliierten-Lüge“ ansah und ihn aufgefordert habe, ihre Kinder „nicht durch gegenteilige Äußerungen“ zu verwirren. Der Ex-Schulleiter schreibt, es habe intern im Schulvorstand Feiern zum Geburtstag des Führers gegeben. Auch habe Priebke mit seiner Erziehung durch „Gestapo-Müller“ geprahlt, aber stets betont, sich „nie die Finger an gefangenen Opfern“ schmutzig gemacht zu haben. Der Altnazi genoss sein Ansehen, empfing eine Delegation von Bundespolitikern oder vertrat auch schon mal den deutschen Botschafter.

Kontakt zu diesem elitären Kreis hatte auch Wolf-Dieter Schröppe. Die WDR-Dokumentation „Pakt des Schweigens“ von 2006 zeigt ihn als jungen Mann gleich neben Priebke bei einem Fest in Bariloche. Schnell war der Jungpädagoge aufgestiegen, 1992 gehörte er bereits dem Schulvorstand an. Ein Foto mit der Bildunterschrift „Comision Directiva“ zeigt das 16-köpfige Gremium mit einem lächelnden Priebke im Vordergrund und dem jungen Schröppe schräg dahinter.

Zehn Jahre bei den „Unitariern“

Von dieser verantwortlichen Position unter der Ägida eines Nazi-Verbrechers ist im Abschlussbericht des Schulgremiums nicht die Rede. Auch nicht davon, dass der Schleswiger Rechtsextremist Dieter Vollmer die Familie Schröppe 1989 in der rassistischen Zeitung „Nordische Zukunft“ als wesentlichen „Kristallisationskern des Deutschtums in Argentinien“ feierte. Zwar räumt Schröppe ein, Vollmer seit 1982 zu kennen und den Ex-Chef des rechtsextremen „Nordischen Rings“ häufig getroffen zu haben. Doch anstatt diese Verbindung bohrend kritisch zu hinterfragen, wird auch hier sofort relativiert. Der langjährige Szene-Autor wird zur scheinbar harmlosen Bekanntschaft, die „wegen bündischer Umtriebe“ fast im Konzentrationslager gelandet sei.

1994, als gegen Priebke Ermittlungen aufgenommen wurden, er in Hausarrest verschwand, verließ Wolf-Dieter Schröppe Argentinien. Ein Jahr später wurde Priebke an Italien ausgeliefert und kehrte nicht mehr zurück. Schröppe dagegen nahm in Minden seine Arbeit an der Freien Waldorfschule auf. Zugleich tummelte er sich im rechten Milieu. Etwa zehn Jahre lang war er nach eigenen Angaben Mitglied der Religionsgemeinschaft „Bund Deutscher Unitarier – Gemeinschaft Europäischen Geistes“. Dann sei durch seine Arbeit am Thema Externsteine die Anthroposophie für ihn zur „Offenbarung“ geworden und er habe die Unitarier verlassen, heißt es.

Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen unter anderem im extrem rechten österreichischen Aula-Verlag oder beim „Bund für Gotterkenntnis / Ludendorff“. Doch nicht immer schrieb Schröppe anscheinend unter seinem Klarnamen, so sollen seine Artikel den Recherchen des Rechtsextremismus-Experten Jan Raabe zufolge auch unter den Namen „Dieter van Moor“ und „Dieter S. Wolfer“ erschienen sein. Unter diesen Pseudonymen wurden zuletzt 2014 in der Ausgabe Nr. 4 der „Nordischen Zeitung“ Artikel über „Hoffmann von Fallersleben“ und 2015 ein Text auf dem Online-Portal der „Artgemeinschaft“ zum Thema „Irminsul am Externstein“ veröffentlicht. Nebenher baute Schröppe sich eine weitere Existenz als „Moorschmied“ auf seinem „Moorhof“ bei Nienburg auf. Dort bot er Kurse an und zeigte seine schmiedeeiserne Arbeit gemeinsam mit einem Sohn im NDR.

Schüler-Reisen nach Ostpreußen

Bis dahin hatte der Lehrer das religiöse Spektrum anscheinend längst zugunsten ideologisch radikalere Strukturen verlassen. 2005 wurden Schröppe und seine Ehefrau als Gäste eines geheimen Lagers der „Artgemeinschaft“ von der Polizei in Thüringen geführt – mit dabei auch eines seiner Kinder.

2009 vermischten sich dann politische Weltanschauung und pädagogische Verantwortung: Schröppe band Kinder seiner Schulklassen in die ideologische Arbeit ein. Der Lehrer mit den Kontakten ins einschlägige Lager leitete Schüler-Reisen zur „Katharinenkirche Arnau / Ostpreußen“.

Die rechtslastige „Preußische Allgemeine Zeitung“ berichtete 2010 über die Reise einer privaten Jugendgruppe aus Nienburg / Weser unter Leitung von Schröppe und seiner Ehefrau nach Arnau. Zwei Mal fuhren auch Waldorf-Schüler mit. Vornehmlich ging es um den Erhalt einer kunsthistorisch wichtigen christlichen Kirche gegenüber der angeblichen Zerstörungswut durch die russisch-orthodoxe Kirche. Ein dubioses „Kuratorium Arnau“ unter Führung eines Kieler Wissenschaftlers namens Dr. Walter Rix übernahm die Retter-Rolle – zeitweilig mit dabei als Schatzmeister: Wolf Schröppe. Gemeinsam mit Rix unterschrieb Schröppe einen Spendenaufruf, der weitere Schulfahrten nach Arnau ermöglichen sollte.

Heute wird Dr. Rix von der Schule als „problematisch“ bezeichnet. Schröppe habe sich erstaunt gezeigt, dass dieser Ostpreußen-Funktionär einen rechten Hintergrund haben sollte. Wieder mal schien ihm das Waldorf-Gremium Glauben zu schenken. Dabei verlinkt das „Kuratorium“ auf seiner Homepage die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und auch der Artikel in der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ hätte Anstoß erregen können. Tatsächlich war Rix auch 2013 zwei Mal Referent in der rechtsextremen Tagungsstätte in Guthmannshausen, eines seiner Themen lautete: „Umerziehung und die schöne Literatur“. Auch zum einschlägigen Kieler Verleger Dietmar Munier, immer bemüht um das Deutschtum in Ostpreußen, pflegte Rix Kontakt. Von der „Landsmannschaft Ostpreußen“ wurde der „treue Freund“ gar mit dem Goldenen Ehrenzeichen geehrt.

Vorsitzender des „Ahnenstättenvereins Conneforde“

Über ihren Lehrer gerieten minderjährige Schüler aus Minden mit diesem politischen Spektrum in Berührung. Im Nachhinein erinnert sich ein jugendlicher Reiseteilnehmer an alte Leute, die sie damals besuchten. Die hätten bedauert, dass es „Hitler nicht mehr gäbe“.

2008 übernahm Schröppe dann noch den Vorsitz des „Ahnenstättenverein Conneforde“ in der Nähe von Oldenburg – bei denen scheint es Usus, nicht in der Kirche zu sein. Der Pädagoge machte hier vorgeblich nur mit, weil es galt ein „Familiengrab“ zu pflegen. 1974 war sein verstorbener Vater auf den Waldfriedhof mit Irminsul umgebettet worden. Natürlich sei der Lehrer dem 1958 von früheren Nationalsozialisten mitgegründeten Verein in „bester Absicht beigetreten“, um „einen kulturell wertvollen Platz zu erhalten – auf dem über 2.000 unbescholtene Bürger liegen“, heißt es dazu in dem internen Abschlussbericht des dreiköpfigen Schulausschusses. Die Bedeutung der Stätte für Alt- und Neonazis wird nicht hervorgehoben. Seine Mitgliedschaft wird als anstößig vermittelt, aber sinngemäß wolle der Ahnenstätten-Verein ja unter der Führung von Schröppe Aufarbeitung gemeinsam mit der Gemeinde Conneforde und der Universität Oldenburg leisten.

Dazu scheint es nicht zu kommen. Im Juli dieses Jahres vermeldete die „Nordwest-Zeitung“, dass das Aufarbeitungsvorhaben „krachend“ am Verein gescheitert sei. Auf der Jahreshauptversammlung lehnten 53 Vereinsmitglieder alle Gespräche ab, nach NWZ -Informationen bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Die Freie Waldorfschule Minden fordert Schröppe nun auf, dieses Amt niederzulegen.

Bildunterschrift: Schule in Bariloche 1992, Schröppe (im Bild hinten 2. v. r.).

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Mindener Tageblatt, 31.07.2015:

Kommentar zum Waldorf-Lehrer: Am Abgrund

Von Jürgen Langenkämper

Wer auf Zeit gesetzt hatte und mit der Hoffnung spielte, in den Sommerferien wachse ausreichend Gras über die Sache, der muss sich in der Angelegenheit des Waldorf-Lehrers mit dubiosen politischen Anwandlungen getäuscht sehen. Wer so blauäugig war, muss sich sogar Fahrlässigkeit vorwerfen lassen – Fahrlässigkeit vor allem gegenüber Schülern und auch gegenüber der Idee der Waldorf-Pädagogik.

Geradezu blauäugig waren die Waldorf-Lehrer und wohl auch viele Eltern aber ebenso gegenüber sich selbst. Denn nur der allererste Schritt zu einer Reparatur des Super-GAUs, den der offenbar völkisch angehauchte Kollege dem Renommee seiner Schule zugefügt hat, wäre doch wohl gewesen, dass er umgehend den Vorsitz des Fördervereins für die nationalsozialistische Ahnenkultstätte niedergelegt hätte. Das hat er nicht nur nicht von sich aus angeboten, er soll es auch abgelehnt haben.

Nun droht der Waldorf-Schule nicht nur eine Zerreißprobe, sie ist längst da, und das Ende ist abzusehen, wenn nicht sofort eine glaubhafte Kehrtwende erfolgt.

In der Schulversammlung vor den Ferien gab es drei nicht ganz gleichstarke Drittel. Das größte stand blindlings hinter dem als beliebt geltenden Lehrer, das kleinste war kritisch und verlangte Aufklärung. Bleibt diese weiterhin aus, steht zu befürchten, dass diese Eltern ihre Kinder an der Schule abmelden. Mehr noch: Andere Eltern werden in Zukunft ihre Kinder gar nicht erst anmelden. Macht nichts, mag mancher sagen. Kommen eben andere. Aber was für welche? Aus dem geistigen Umfeld von Conneforde etwa? Da muss sich jeder fragen lassen, der sein Kind dort anmeldet, wes Geistes Kind er ist.

Wenn die Waldorf-Schule auch nur annähernd 30 Prozent ihrer Schüler verliert, verändert sich damit ihr gesamtes Geschäftsmodell. Dann sind auch 30 Prozent des Lehrerkollegiums überflüssig – oder die Eltern müssen bereit sein, 30 Prozent mehr zu zahlen. Ob sich alle darüber klar waren?

Die Waldorf-Schule stand vor den Sommerferien am Abgrund. Nach den Ferien muss sich die Schulgemeinschaft fragen, ob sie schon einen Schritt weiter ist.

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Mindener Tageblatt, 31.07.2015:

Weiter unklar, ob Waldorfschul-Lehrer entlassen wird

Von Nina Könemann

Minden (mt). Ob der angeblich rechtsnahe Waldorfschul-Lehrer seinen Job verliert oder nicht, ist offenbar immer noch nicht entschieden. Vertreter der Mindener Schule waren gestern für eine Nachfrage nicht zu erreichen.

Henning Kullak-Ublick, Sprecher des Bundes der Waldorfschulen, bestätigte, dass das Video mit Erich Priebke bekannt sei. Er plädierte aber dafür, das Ende der Ferien abzuwarten. „Die Schule steht unter großem Druck. Sicher wird im Kollegium auch in den Ferien diskutiert. Man sollte der Schule Zeit geben, alles in Ruhe zu überdenken.“

Der Dachverband der Waldorfschulen hatte die Mindener am 25. Juni schriftlich aufgefordert, bis zu Beginn des neuen Schuljahres eine klare Entscheidung zur Zukunft des Lehrers zu treffen. „Sollte man sich bis dahin nicht für die Trennung entscheiden, werden wir prüfen, ob ein Ausschlussverfahren der Schule aus dem Bund eingeleitet werden muss“, hieß es.

Diese Erklärung gilt auch weiterhin, sagte Kullak-Ublick gestern, fügte aber hinzu: „Wir gehen nicht davon aus, dass es zu einem Ausschluss kommen wird.“ Die Waldorfschule hatte ursprünglich angekündigt, sich drei Monate Zeit für die Entscheidung zu nehmen und den Lehrer so lange zu beurlauben. Der Bund geht nun aber offenbar davon aus, dass der Lehrer doch zum Ende der Ferien entlassen wird.

Der Waldorfschul-Lehrer selbst beschwerte sich gegenüber dem Mindener Tageblatt über die Berichterstattung. Seine Person werde „massiv diskriminiert“ und einer „würdelosen Jagd“ ausgesetzt, teilte er per E-Mail mit. „Ich bekomme den Eindruck, dass man hinter aller Forschung um meine angebliche Vergangenheit das eigentlich Menschliche missachtet.“ Seine Existenzgrundlage, sein Leben und seine Gesundheit würden vernichtet.

Bildunterschrift: Neben Erich Priebke (l.) soll der Waldorflehrer bei einer Feier in Argentinien stehen.

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Mindener Tageblatt, 31.07.2015:

Nähe eines Waldorflehrers zu NS-Verbrecher wirft Fragen auf

Von Stefan Koch

Minden (mt). In welcher Beziehung stand ein an der Freien Waldorfschule in Minden beschäftigter Lehrer zu dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke (1913 – 2013)? Dieser Frage gehen Eltern von Schülern des Bildungsinstituts nach, die entsprechende Hinweise im Internet entdeckt hatten, nachdem der Pädagoge wegen seiner Kontakte in die rechte Szene in Verruf geraten war. In den Sommerferien will die Schule klären, ob er weiter dort unterrichten soll.

Der Lehrer stammt aus einer deutschen Siedlungsgemeinschaft aus Argentinien und kam im Jahr 1994 mit seiner Familie nach Deutschland. Ein Jahr später begann er an der Freien Waldorfschule in Minden zu unterrichten. Dort soll er unter anderem Mitglied der Schulführungskonferenz, des Vorstandes des Schulvereins und des Fördervereins, Delegierter für die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in NRW und Delegierter für den Bund der Waldorfschulen Deutschland gewesen sein.

Wie Eltern bei der Recherche im Internet festgestellt hatten, war der Pädagoge auch in der Deutschen Schule in Bariloche Anfang der 90er-Jahre aktiv. So gehörte er dem Vorstand der von Auswandererkindern besuchten Bildungseinrichtung an, dessen Vorsitzender zu dieser Zeit Erich Priebke war. Im Jahr 1998 wurde der ehemalige SS-Hauptsturmführer in Rom zu lebenslanger Haft verurteilt, die er in Form eines Hausarrestes verbüßte. Er war 1944 an dem Massaker in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom beteiligt, bei dem 335 Zivilisten ermordet wurden.

Des Weiteren zeigt eine Dokumentation des argentinischen Filmemachers Carlos Echeverria mit dem Titel „Pakt des Schweigens“ eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Schule in Bariloche. Sie stand noch in den 90er-Jahren im Zentrum der deutschen Gemeinde, wo ein Sammelbecken von nach dem Krieg geflohenen Nazis entstanden war. Der auch bei YouTube abrufbare Film soll den Waldorfschul-Lehrer unter anderem neben Priebke bei einer Ansprache zur deutschen Einheit zeigen, bei der von Demonstranten in Ostberlin die Rede ist, die mit Priebkes Worten „unter dem Feuer der bolschewistischen Waffen gefallen sind“.

„Aus meiner Sicht handelt es sich bei dem Film um eine seriöse Dokumentation“, sagt Dr. Karsten Wilke, Bildungsreferent bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus, die derzeit die Mindener Waldorfschule bei Fragen begleitet. Dass es sich bei der neben Priebke stehenden Person um den Pädagogen handele, sei sehr wahrscheinlich.

Der selbst leugnet das auch gar nicht. Er sei als junger Mensch in Argentinien Vertreter der „Fiesta de las colectividades“ (Fest der Gemeinschaften) gewesen, teilt er mit. Er habe für die deutsche Delegation ein Teil des Festes mitgestaltet. In diesem Zusammenhang sei er auch mit den Deutschen in Bariloche in Berührung gekommen. Er habe nicht bewusst mit irgendwelchen NS-Kriegsverbrechern zusammengesessen.

Mit der von NS-Auswanderern durchsetzten Deutschen Gemeinschaft in Bariloche hatte sich auch die Autorin Andrea Röpke auseinandergesetzt und das Buch „Stille Hilfe für braune Kameraden“ veröffentlicht. Nach ihren Recherchen hatte Erich Priebke eine führende Rolle in der Gemeinschaft gespielt. „Später wurde er eine herausragende Symbolfigur in der deutschen Neonazi-Szene und kam gleich nach Rudolf Hess.“

Auch in Zukunft will die Autorin weiter in der deutschen Auswandererszene in Argentinien recherchieren. Das Verhältnis von Priebke und dem späteren Waldorflehrer wird dabei eine Rolle spielen. „Er hat 1994 Bariloche verlassen – genau in dem Jahr, als der Kriegsverbrecher unter Hausarrest gestellt wurde.“

Am heutigen Freitag wird die Autorin einen weiteren Artikel zu dem Problemfall der Mindener Waldorfschule auf dem Internetportal „Blick nach Rechts“ und taz-online veröffentlichen. „Ich stelle einen kontinuierlichen Umgang des Lehrers mit der rechten Szene fest und wundere mich, wie das in der Waldorfschule toleriert werden konnte.“

Wie das Mindener Tageblatt bereits berichtete, hatte der Mann einige Jahre im Bund deutscher Unitarier mitgearbeitet. Der religiös ausgerichtete Verein verschreibt sich einer gewissen Rassentheorie. Des Weiteren ist der Lehrer Vorsitzender des Trägervereins „Ahnenstätte Conneforde“ bei Wiefelstede. Mehrere Altnazis sind dort begraben. Außerdem publizierte er unpolitische Texte in rechtsnahen Verlagen. Im Dezember 2005 dokumentierte der Staatsschutz, wie der Lehrer zusammen mit seiner Familie an einem Treffen der „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“ teilgenommen hatte. Dabei soll es sich um eine Sekte mit rechtsnationaler Tendenz handeln. Der Lehrer erklärte, dass er weder Rechtsverstöße begangen noch nazistisch oder antisemitisch publiziert habe.

Information

Bereits 2009 war die Autorin Andrea Röpke in ihrem Artikel „Indoktrination im Klassenzimmer“ Fällen nachgegangen, in denen Lehrer die Nähe zur rechten Szene gesucht hatten. Ein Beispiel führte damals auch in einer Mindener Schule zu einer dienstrechtlichen Erörterung, die dann abgeschlossen wurde.

Mit Andreas Molau nennt die Autorin einen prominenten Rechtsradikalen in einer Waldorf-Schule, der als ehemaliger NPD-Spitzenkandidat in Niedersachsen auftrat. Ein weiterer ehemaliger Waldorflehrer mit rechtsradikaler Tendenz war Bernhard Schaub. Nach seiner Tätigkeit trat er im politischen Umfeld des 2008 verbotenen „Collegiums Humanums“ in Vlotho auf. Er wurde als Holocaust-Leugner rechtskräftig verurteilt.

Wie Andrea Röpke in ihrem Artikel anmerkt, treten die meisten extrem rechten Lehrer und Lehrerinnen erst mit beginnendem Rentenalter oder nach der Pensionierung offen auf, um ihre Berufslaufbahn nicht zu gefährden.

Bildunterschrift: Die Freie Walddorfschule hat ein Problem mit den Freizeitaktivitäten eines Lehrers. Nach den Sommerferien soll eine Entscheidung fallen.

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Neue Westfälische, 31.07.2015:

Waldorflehrer mit Kriegsverbrecher gefilmt

Von Nina Könemann und Stefan Koch

Minden. In welcher Beziehung stand ein Pädagoge der Freien Waldorfschule in Haddenhausen zu dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke? Dieser Frage gehen Eltern von Waldorfschülern nach, nachdem der Pädagoge wegen seiner Kontakte in die rechte Szene in Verruf geraten war. In den Sommerferien will die Schule klären, ob er weiter unterrichten darf. Der Lehrer stammt aus Argentinien und kam 1994 nach Deutschland. 1995 begann er an der Waldorfschule in Minden zu unterrichten. Wie Eltern bei der Recherche feststellten, war der Pädagoge in Argentinien Teil des Vorstands an der deutschen Schule in Bariloche. Vorsitzender war Erich Priebke. 1998 wurde der ehemalige SS-Hauptsturmführer als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt. Des weiteren zeigt die Dokumentation „Pakt des Schweigens“ eine Auseinandersetzung mit der Schule in Bariloche. Der auch bei YouTube abrufbare Film zeigt den Waldorflehrer neben Priebke bei einer Ansprache, bei der von Demonstranten die Rede ist, die laut Priebke „unter dem Feuer der bolschewistischen Waffen gefallen sind“.

Dokumentation zeigt Erich Priebke

Der Bildungsreferent Karsten Wilke von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus bewertet die Dokumentation als seriös. Der Pädagoge bestätigt das Treffen mit Priebke auf Anfrage. Er sei in Argentinien Vertreter der „Fiesta de las colectividades“ (Fest der Gemeinschaften) gewesen. Er habe nicht gewusst, mit NS-Kriegsverbrechern zusammengearbeitet zu haben. Der Pädagoge erklärte, dass er seine Person „massiv diskriminiert“ und einer „würdelosen Jagd“ ausgesetzt sehe.

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die tageszeitung, 31.07.2015:

Rechter Waldorflehrer in Minden / Gruppenbild mit Kriegsverbrecher

Hartnäckig leugnet ein Mindener Waldorflehrer rechtsextrem zu sein. Ein Bild zeigt ihn nun als Kollegen des SS-Mann Erich Priebke.

Von Andreas Speit

Hamburg (taz). Das brisante Gruppenbild entstand vor mehr als 20 Jahren. Die Aufnahme vom Vorstand der deutschen Schule im argentinischen San Carlos de Bariloche zeigt in der zweiten Reihe den heutigen Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe. In der ersten Reihe sitzt lachend der Vorsitzende des Trägervereins der Schule: SS-Mann Erich Priebke, der später als Kriegsverbrecher verurteilt wurde.

Wolf-Dieter Schröppe lehrt heute an der Freien Waldorfschule in Minden, wo seit Monaten ein Streit über seine Verstrickungen in die rechtsextreme Szene läuft. Ende April hatten zwei Schülerinnen die Schule auf Berichte zur „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg hingewiesen, auf der sich Altnazis beerdigen lassen. Schröppe ist Vorsitzender der „Ahnenstätte“, ein Amt das er 2008 von dem NPD-Bundestagskandidaten Alfred Manke übernahm.

Und das ist nicht die einzige Verbindung des Lehrers zu alten und neuen Nazis. Schröppe war beim rechten „Bund Deutscher Unitarier – Gemeinschaft Europäischen Geistes“ aktiv, dessen Vermögen bei Auflösung an die „Ahnenstätte Conneforde“ geht. Er veröffentlichte auch in der Zeitschrift des rechten „Bundes für Gotterkenntnis“, die im rechtsextremen Verlag Hohe Warte erscheint.

Für einen Sammelband der extrem rechten Politiker Otto Scrinzi und Jürgen Schwab, schrieb er einen Beitrag, in dem er über den Einfluss der Hochfinanz spekuliert, zu der der Bankier Rothschild gehöre. Der Band erschien im rechten Aula-Verlag.

Diese Vorwürfe sind inzwischen bekannt und auch ein „Abschlussbericht“ der Mindener Waldorfschule setzt sich mit ihnen auseinander. Dennoch kommen die Autoren zu einem entwarnenden Fazit. Dieses fasste ein Autor für die taz so zusammen: „Wir sind davon überzeugt, dass unser Kollege keinerlei rechtsextremes oder völkisches Gedankengut pflegt.“

Deutlicher Einfluss von Altnazis

Unerwähnt bleibt im Bericht der Waldorfschule die Verbindung zwischen Schröppe und dem Altnazi Erich Priebke. Dabei entstand das Foto mit Priebke vor 23 Jahren – nur drei Jahre später begann Schröppe für die Waldorfschule zu arbeiten.

In demselben Jahr, 1995, musste sich Priebke in Italien wegen eines Massakers in den Ardeatinischen Höhlen verantworten und wurde 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb 2013 im Hausarrest in der Villa eines reichen Freundes. Reue zeigte er nie.

In jedem Fall muss der Einfluss von Altnazis auf seinen vorherigen Arbeitgeber Schröppe bekannt gewesen sein. Fritz Küper, der 1987 bis 1989 die deutsche Schule leitete, schreibt in dem Buch „Unsere Schulen – undemokratisch und inhuman“, dass bekannt war, dass im Vorstand Nazis waren. Die Schule sei eine „verschworene Gemeinschaft ewig Gestriger“ gewesen, so Küper.

Küper erinnert, dass ihn Schulkinder auf den Holocaust ansprachen. Nachdem er „diesen historischen Vorgang“ bestätigt habe, hätten die Schüler ihn angegrinst und der Schulvorstand ihm erklärt, dass sie den Holocaust als „Alliierten-Lüge“ ansehen.

Schule plant weiteres Gespräch

„Manche Aspekte der argentinischen Vergangenheit sind uns bekannt“, sagt Ulrich Schubert, Sprecher der Waldorfschule. Die Intensität sei jedoch nicht einzuschätzen, räumt er aber ein. Auch noch nicht, inwieweit Schröppe wirklich alles sagte. Schubert zufolge solle es aber keine Trennung von Schröppe ohne vorheriges Gespräch geben: „Manche sehen das als Fehler, wir aber als Chance für die Auseinandersetzung.“

Seit längerem liegt der Schule eine Studie der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ zu dem Wirken ihres Kollegen vor, die sie selbst in Auftrag gab. Das Fazit widerspricht dem eigenen „Abschlussbericht“: „In den von Schröppes verfassten Texten finden sich wesentliche Denk- und Argumentationsmuster der „völkischen Ideologie““. Als Reaktion erklärte Schröppe schriftlich: als „Lehrer stehe ich auf dem Boden der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung“.

Neue Textvergleiche legen allerdings nahe, dass Schröppe auch unter dem Pseudonym Dieter van Moor Beiträge in der „Nordischen Zeitung“, dem Blatt der rechtsextremen „Artgemeinschaft“ schrieb – bis 2014.

Am Mittwoch ist ein weiteres Gespräch geplant. „Wir erwarten, dass er uns aktiv alles sagt, auch bis wann er wo was veröffentlicht hat.“ Er müsse zudem erklären, den Vorsitz bei der Ahnenstätte niederzulegen. Werde er diese Auflagen nicht erfüllen, so Schubert, könne sich das Kollegium eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen.

Bereits im Juni empfahl der „Bund der Freien Waldorfschulen“ (BdFWS) die Trennung von Schröppe. Henning Kullak-Ublick, Vorstandsmitglied des BdFWS ist da deutlich: „Wir erwarten von der Schulleitung unmittelbar zu Beginn des neuen Schuljahres die klare Entscheidung, sich von dem Lehrer zu trennen“. Sollte sie sich nicht dazu entscheiden, werde ein Ausschlussverfahren aus dem BdFWS überprüft. Am 11. August gehen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien zu Ende.

Bildunterschrift: Der Vorstand der deutschen Schule in San Carlos de Bariloche: Wolf-Dieter Schröppe (hinten rechts) und Erich Priebke (vorne, 2. von links).

Bildunterschrift: Das Archivbild zeigt den Vorstand der deutschen Schule in San Carlos de Bariloche.

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Nordwest-Zeitung, 08.07.2015:

Rechtsextremismus / Ein Vorsitzender unter Verdacht / Debatte um Ahnenstätte Conneforde geht weiter – Lehrer vom Dienst suspendiert

Lehrer Wolf-Dieter Schröppe steht dem Ahnenstättenverein vor. Jetzt darf er nicht mehr unterrichten – wegen „Einbindung in ein extrem rechtes Netzwerk“.

Von Karsten Krogmann

Conneforde / Minden. Schüler sind neugierig, sie tippen gern mal die Namen ihrer Lehrer in eine Suchmaschine ein. Und manchmal verrät ihnen das Internet tatsächlich etwas Neues.

Als zwei Schülerinnen der Freien Waldorfschule Minden (Westfalen) im Frühjahr den Namen ihres Handwerkslehrers Wolf-Dieter Schröppe googelten, staunten sie nicht schlecht: Ihr Lehrer ist Vorsitzender eines Vereins, der unter Rechtsextremismus-Verdacht steht? Und er selbst soll ebenfalls Kontakte ins rechtsextreme Milieu haben? So stand es im September 2014 in der NWZ .

Am 23. April 2015 informierten die beiden Schülerinnen ihre Schule über ihren Fund. Am 25. Juni 2015 verkündete die Waldorfschule: Nach kontroverser Diskussion habe man „mit überwiegender Mehrheit“ beschlossen, „dass der Lehrer ab sofort vom Dienst suspendiert ist“.

„Aufklärung jetzt!“

Schröppe ist seit 2008 erster Vorsitzender des Ahnenstättenvereins Conneforde, der einen idyllischen Waldfriedhof in der Gemeinde Wiefelstede betreibt. Die NWZ  hat aufgedeckt, dass auf dem Friedhof neben zahlreichen unbescholtenen Bürgern aus der Region auffällig viele alte und neue Nazis ihre letzte Ruhestätte haben. Die Ahnenstätte war 1958 unter Mitwirkung bekennender Nationalsozialisten gegründet worden.

Die NWZ -Recherchen hatten zudem ergeben, dass nicht nur der langjährige Vereinsvorsitzende Alfred Manke, geboren 1929 und beim Verfassungsschutz als Mitbegründer der NPD bekannt, Kontakte in rechtsextreme Kreise pflegte. Sondern auch sein Nachfolger Wolf-Dieter Schröppe, Jahrgang 1962, wohnhaft im Landkreis Nienburg: Der Lehrer hatte Texte in Zeitschriften veröffentlicht, die von Verlagen einschlägiger Organisationen herausgegeben wurden, etwa vom zeitweilig als verfassungsfeindlich verbotenen „Bund für Gotterkenntnis“ und vom „Bund Deutscher Unitarier“.

Schröppe und seine Vorstandskollegen im Ahnenstättenverein wollten sich nicht zu den Rechercheergebnissen der NWZ  äußern, auch nicht bei einer anschließenden Live-Diskussion des Nordwestradios. Dort sprach lediglich Vereinsmitglied Dieter Hashagen, Jahrgang 1950 und nach eigenen Worten „der einzige Linke im Verein“. Er verwies darauf, dass der Verein laut Satzung unpolitisch sei. Den anderen Diskussionsteilnehmern war das zu wenig: „Wir wollen Aufklärung jetzt!“, forderte Wiefelstedes SPD-Fraktionschef Jörg Weden.

Gutachten liegt vor

Aufklärung will auch Schröppes Schule. In einem „demokratischen und menschlichen Weg“ werde man die Ereignisse aufarbeiten, kündigte die Schule an, denn: „Der Kollege hat sich in den vergangenen 20 Jahren im schulischen Bereich nichts zuschulden kommen lassen.“ Ob Schröppe nach dreimonatiger Suspendierung den Dienst wieder aufnehmen darf oder endgültig entlassen wird, werde man unter anderem auf Grundlage eines Gutachtens der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus“ in Nordrhein-Westfalen entscheiden.

Das Gutachten mit dem Titel „Der Autor Wolf-Dieter Schröppe. Netzwerk und Textproduktion“ liegt inzwischen vor. Auf 15 Seiten kommen die Gutachter Frederic Clasmeier und Dr. Karsten Wilke zu dem Schluss, dass Schröppes Texte eine „vielfältige Einbindung des Autors in ein völkisch orientiertes extrem rechtes Netzwerk“ belegen. Schröppe sei als „Aktivist“ zu sehen. Weiter heißt es: „Die Organisations- und Publikationszusammenhänge (Verlage, Medien, AutorInnenspektrum), in denen Schröppe auftritt, stehen vielfach ganz eindeutig für Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und NS-Akklamation.“

Zwar enthielten Schröppes Texte keine klassischen NS-Positionen oder gar antisemitische Ausfälle, wohl aber „wesentliche Denk- und Argumentationsmuster der völkischen Ideologie“. Karsten Wilke fasst es auf Nachfrage der NWZ  so zusammen: Die Texte seien bewusst „eindeutig uneindeutig“ gehalten, sie ließen hinreichend Platz für entsprechende Interpretationen.

Und noch etwas steht für Wilke außer Frage: Zufällig gerate kein erwachsener Mensch in derartige Kreise.

In Nordrhein-Westfalen haben bereits die Sommerferien begonnen. Die Schule hat angekündigt, im Anschluss über den Verbleib des Lehrers zu entscheiden.

Mittlerweile hat sich allerdings der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) aus Stuttgart in die Debatte eingemischt. Der BdFWS sieht in dem Gutachten der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus“ die Bestätigung dafür, „dass ein Verbleib des Lehrers an der Schule weder pädagogisch noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen zu verantworten ist“. Der Dachverband fordert von den Kollegen in Minden „unmittelbar zu Beginn des neuen Schuljahres die klare Entscheidung, sich von dem Lehrer zu trennen“. Sollte dies nicht geschehen, werde man ein Ausschlussverfahren der Schule aus dem BdFWS prüfen. Die Folge: Die Schule dürfte womöglich den Namen Waldorf nicht mehr tragen.

Unterdessen wollen Beobachter der Debatte Schröppe auch in einer Szene der WDR-Dokumentation „Pakt des Schweigens“ erkannt haben – und zwar an der Seite des verurteilten NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke. Der SS-Offizier war 1944 an den Massenerschießungen in den Ardeatinischen Höhlen beteiligt. Der Filmausschnitt (zu sehen auf YouTube) zeigt Priebke Anfang der 90er bei einer Rede als Vorsitzender des Trägervereins der deutschen Schule in Bariloche, Argentinien, wo er seit den 50er-Jahren lebte. Auch Schröppe lebte bis Anfang der 90er in Argentinien. Ob der junge Mann neben Priebke tatsächlich Schröppe ist, ist unbestätigt. Der Hinweis zeigt aber, dass die Diskussion weiterhin schwelt.

Außer im Ammerland.

Dort hatten die Fraktionen im Wiefelsteder Rat nach der NWZ -Berichterstattung zwar entschieden, dass man die Geschichte der Ahnenstätte und des Ahnenstättenvereins Conneforde gemeinsam mit der Universität Oldenburg und dem Vereinsvorstand aufarbeiten wolle – sie sind aber krachend am Verein gescheitert. Auf der Jahreshauptversammlung lehnten die Vereinsmitglieder alle Gespräche ab, nach NWZ -Informationen bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Dieter Hashagen fehlte bei der Versammlung. Er sagt, er hätte für Gespräche gestimmt. 56 Vereinskameraden sahen das offenbar anders.

Wiefelstedes Bürgermeister Jörg Pieper (parteilos) sagt dazu: „Schade, hier wurde eine Chance vertan. Wir würden gern reden.“ Pieper sieht nun die Möglichkeiten der Gemeinde erschöpft, „wir können ja niemanden zu Gesprächen zwingen“.

Bildunterschrift: Hinter dem Tor liegt ein idyllischer Waldfriedhof: Eingang zur Ahnenstätte Conneforde.

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Westfalen-Blatt, 27./28.06.2015:

Waldorf-Lehrer suspendiert / Schule untersucht Rechtsextremismus-Vorwürfe weiter – Dachverband droht mit Ausschluss

Von Christina Ritzau

Minden (WB). Die endgültige Entscheidung fällt der Mindener Waldorfschule schwer: Der Lehrer, dem Kontakte zur rechten Szene nachgewiesen wurden, soll vorerst nur vom Dienst suspendiert werden. Sollte die Waldorfschule sich nicht von ihm trennen, könnte sie im Extremfall sogar ihren Namen einbüßen.

Die Entscheidung, die die Schulführungskonferenz am späten Donnerstagabend nach langer Diskussion getroffen hat, ist ein Kompromiss. Die Schule verschafft sich Zeit, um „den Prozess“, wie es intern heißt, in Ruhe abzuwickeln. Die Aufarbeitung solle dazu dienen, die Zerrissenheit der Schulgemeinschaft zu überwinden und sich verstärkt gegen Rechtsextremismus zu positionieren, heißt es in einer Mitteilung. „Die Suspendierung gilt bis auf Weiteres“, sagte ein Sprecher der Waldorfschule Minden, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Wir planen erst einmal mit drei Monaten.“

In den nächsten sechseinhalb Wochen ruht der Fall allerdings. „Wir werden in den Ferien nicht tagen. Das ist bei uns nicht üblich“, erklärte der Sprecher. Eins ist der Schule bewusst: Eine „richtige“ Entscheidung sei in dieser Situation ohnehin nicht möglich.

Gegen den 53-jährigen Handwerkslehrer, der seit mehr als 20 Jahren an der Waldorfschule unterrichtet und dort sehr beliebt ist, waren im April Vorwürfe wegen Kontakten zur rechten Szene laut geworden. Es ging unter anderem um seinen Vorsitz in dem Verein „Ahnenstätte Conneforde“ – einem Friedhof bei Oldenburg, auf dem einige alte Nazis ruhen -, um seine früheren Aktivitäten im rechten „Bund Deutscher Unitarier“ sowie um Kontakte zur „Artgemeinschaft“, einer extrem rechten und geschlossenen Organisation.

Der Pädagoge hatte seine Aktivitäten mit kulturellem Interesse begründet und erklärt, er lehne seit jeher „jede menschenverachtende oder extremistische Denkweise ab“. Der Lehrer stammt aus Buenos Aires und kam 1992 von Argentinien nach Deutschland.

Die Bezirksregierung Detmold warnt vor einer Vorverurteilung des Lehrers. „Die Schule ist in ihrer Entscheidung völlig frei“, betonte Sprecher Andreas Moseke. Die Bezirksregierung ist seit Montag über den Fall unterrichtet und untersucht jetzt die Lehrbefugnis des Pädagogen. Im Extremfall könnte diese entzogen werden.

Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) setzt der Mindener Schule angesichts der Vorfälle die Pistole auf die Brust: Der Dachverband will die Einleitung eines Ausschlussverfahrens gegen die Schule prüfen lassen, sollte sie nicht unmittelbar nach den Ferien beschließen, sich von dem Lehrer zu trennen. „Die Konsequenz wäre, dass sie den Namen „Waldorf“ nicht mehr tragen dürfte“, erklärte Henning Kullak-Ublick, Sprecher des BdFWS. „Das ist schon eine harte Sanktion für eine Schule“, räumte er ein. „Aber letztlich ist das ein Markenname, der viel Inhalt transportiert.“

Ohne den Bund der Waldorfschulen im Rücken wäre die Mindener Einrichtung völlig isoliert und zum Beispiel bei der Organisation und Finanzierung von Lehrerfortbildungen und bei schulpolitischen Fragen komplett auf sich allein gestellt. Aus dem Verband sei bisher nur eine Schule ausgeschlossen worden, sagte Kullak-Ublick. Das war die Waldorfschule Kempten. Einigen Lehrern war dort „Körperverletzung im Amt“ vorgeworfen worden.

Im Mindener Fall geht Kullak-Ublick nicht davon aus, dass es tatsächlich zu einem Ausschluss kommt. „Und ich hoffe es auch nicht“, sagte er. „Das wäre die Ultima Ratio.“

Bildunterschrift: An der Freien Waldorfschule Minden ist der Lehrer sehr beliebt.

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die tageszeitung Online, 26.06.2015:

Rechter Lehrer an Waldorfschule / Schulbund droht mit Rauswurf

Die Waldorfschule Minden hält an einem Lehrer trotz rechter Kontakte fest. Der Bund der Freien Waldorfschulen droht sie rauszuwerfen.

Von Andreas Speit

Hamburg (taz). Die Entscheidung fiel der Freien Waldorfschule Minden nicht leicht. Kurz vor 23 Uhr kam am Donnerstag die Erklärung, dass die Schule ihren Kollegen Wolf-Dieter Schröppe wegen der „großen Anzahl von Kontakten ins rechtsextreme Umfeld“ zeitweilig suspendiere, aber nicht kündigte. Ein weiterer Grund für die Suspendierung sei die wegen der Verstrickungen verbundene Verunsicherung der Schulgemeinschaft, sagt der Sprecher der Schule, der nicht namentlich genannt werden will.

Schon auf einer Schulversammlung am Mittwoch hatte sich die Mehrheit trotz eines Gutachtens der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ für den Verbleib des langjährigen Kollegen ausgesprochen. Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) sah allerdings durch das Gutachten die Vorwürfe mehr als bestätigt. Das hatte resümiert, dass Schröppe als „völkischer Aktivist“ betrachtet werden müsse. Ein Verbleib des Lehrers an der Schule sei weder pädagogisch, noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen weiter zu verantworten, sagte Henning Kullak-Ublick vom BdFWS und empfahl die sofortige Trennung. Ohne Erfolg.

„In dieser Frage ist keine „einfache“ Entscheidung möglich“, sagt der Sprecher der Schule am letzten Freitag vor den Sommerferien. Denn der Kollege hätte sich in den vergangenen 20 Jahren „im schulischen Bereich nichts zu Schulden kommen lassen“ und es gebe „keine Beweise für eine rechtsextreme Gesinnung des Kollegen“.

Die Schule plant nun mit der Mobilen Beratung einen internen Dialog. Die entstandene Spaltung zwischen denen, die für den Verbleib sind, und denen, die die Trennung wollen, soll überwunden werden, so der Sprecher. Schröppe soll an diesen Gesprächen teilnehmen, sagt er weiter. Das Ziel sei auch, eine Entscheidung zu finden, ob der Lehrer an der Schule bleiben kann oder gekündigt werde.

Dieser Weg ist für den BdFWS nicht mehr vollziehbar. „Wir erwarten von der Schulleitung unmittelbar zu Beginn des neuen Schuljahres die klare Entscheidung, sich von dem Lehrer zu trennen“, sagt Kullak-Ublick. Sollte die Leitung sich bis dahin nicht dazu entscheiden, werde die Einleitung eines Ausschlussverfahrens der Schule aus dem Bund überprüft, so das Vorstandsmitglied. Im Falle eines Ausschlusses dürfte die Schule nicht mehr die Bezeichnung „Waldorf“ nutzen.

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Neue Osnabrücker Zeitung Online, 26.06.2015:

Vorwurf: Verbindungen in rechte Szene / Waldorfschule in Minden suspendiert umstrittenen Lehrer

26.06.2015 – 11.42 Uhr

Minden. Die Waldorfschule in Minden hat einen Lehrer der Schule vorerst suspendiert. Der Pädagoge steht im Verdacht, der rechten Szene anzugehören.

– Umstrittener Lehrer vorerst nur suspendiert und nicht entlassen

– Schule zieht Beratung gegen Rechtsextremismus zur Hilfe

– Bund der Waldorfschulen fordert Entlassung

Wie die Freie Waldorfschule Minden mitteilt, hat die Schulführungskonferenz am Donnerstagabend mit überwiegender Mehrheit beschlossen, dass der umstrittene Lehrer ab sofort vom Dienst suspendiert ist. Mithilfe einer Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus sollen die bisherigen Ereignisse aufgearbeitet werden. Danach werde entschieden, ob der Lehrer an der Schule bleiben darf. „In dieser Frage ist keine einfache, richtige Entscheidung möglich“, heißt es in der Mitteilung der Waldorfschule.

Dem Lehrer wird vorgeworfen, Verbindungen in die rechtsextreme Szene zu haben und Texte in Verlagen veröffentlicht zu haben, die der rechten Szene nahe stehen. Der Fall hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Der Beschuldigte selbst widerspricht der Darstellung, er vertrete rechtsextreme Ansichten. „Als Lehrer stehe ich auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung“, schreibt der Pädagoge in einer Stellungnahme. Er lehne jede Form von Diskriminierung ab. „Deshalb lehne ich nicht nur heute, sondern lehnte stets jede menschenverachtende oder extremistische Denkweise ab.“

Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) gibt sich damit nicht zufrieden. Der Vorstand stellt auf der Homepage des Bundes klar: „Rechtsextremismus ist in jeder Form mit der Tätigkeit an einer Waldorfschule unvereinbar.“ Er fordert die Waldorfschule in Minden zum Handeln auf und sieht nur eine Lösung: „Wir erwarten von der Schulleitung unmittelbar zu Beginn des neuen Schuljahres die klare Entscheidung, sich von dem Lehrer zu trennen.“ Sollte sie sich bis dahin nicht dazu entscheiden, werde der Bund die Einleitung eines Ausschlussverfahrens der Schule aus dem BdFWS prüfen.

Ein Sprecher der Mindener Waldorfschule erklärt daraufhin, dass man einen Ausschluss vermeiden wolle und „deshalb seit Beginn des Prozesses im engen Austausch mit dem Bund“ stehe. „Wir werden auch weiterhin zu dieser Frage im engen Kontakt mit dem Bund verbleiben“, teilt eine Sprecher der Schule auf Anfrage unserer Redaktion mit.

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Radio Westfalica, 26.06.2015:

Lehrer suspendiert

Der umstrittene Lehrer der Mindener Wahldorfschule darf bis auf weiteres nicht mehr unterrichten. Die Schulkonferenz hat am Abend entschieden, dass er wegen der vielen Kontakte in die rechtsextreme Szene vom Dienst suspendiert wird. Michael Ulex von der Waldorfschule sagte uns, über eine mögliche Entlassung des Lehrers werde erst später entschieden.

Die Waldorfschule will den Fall in den nächsten Wochen mit einer Beratungsstelle für Rechtsextremismus aufarbeiten. Danach soll über noch mal abgestimmt werden, ob der Lehrer entlassen wird.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 26.06.2015:

Mindener Lehrer suspendiert

26.06.2015 – 06.21 Uhr

An der Waldorfschule in Minden wird der umstrittene Lehrer vorerst nicht mehr unterrichten. Am Donnerstagabend hat ihn die Schulführungskonferenz ab sofort vom Dienst suspendiert. Als Grund nennt die Schule in einer Erklärung „eine große Anzahl von Kontakten ins rechtsextreme Umfeld und die damit verbundene Verunsicherung der Schulgemeinschaft“. Der Bund der Freien Waldorfschulen hält die Suspendierung für falsch. Er fordert, dass die Schule sich vom Lehrer trennt. Sollte dies nicht bis zum Beginn des neuen Schuljahres erfolgen, will der Bund einen Ausschluss der Mindener Waldorfschule prüfen.

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Neue Westfälische, 26.06.2015:

Waldorflehrer suspendiert

Minden (mt). Die Zukunft des umstrittenen Lehrers der Mindener Waldorfschule, der wegen Verbindungen in die rechte Szene im Fokus der Öffentlichkeit steht, ist weiter ungewiss. Die Schulführungskonferenz suspendierte ihn vom Dienst, vertagte aber eine endgültige Entscheidung. Unter Einbeziehung der Schulgemeinschaft soll nun ein Prozess der Aufarbeitung begonnen werden, an dessen Ende eine Entscheidung über die Entlassung des Lehrers oder seinen Verbleib an der Schule steht. Der Prozess soll von Experten der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus in OWL begleitet werden. Die Gemeinschaft sei verunsichert über die große Anzahl von Kontakten ins rechtsextreme Umfeld, hieß es. Allerdings habe der Lehrer sich in seinem 20-jährigen Wirken an der Schule nichts zuschulden kommen lassen. Die Verantwortlichen, die eigentlich eine Entscheidung bis 18 Uhr angekündigt hatten, tagten länger als sechs Stunden. Der Bund Deutscher Waldorfschulen teilte mit, man erwarte von der Schule eine klare Entscheidung bis zum Beginn des neuen Schuljahres. „Sollte sie sich bis dahin nicht für die Trennung entscheiden, werden wir prüfen, ob ein Ausschlussverfahren der Schule aus dem Bund eingeleitet werden muss.“

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 25.06.2015:

Lehrer soll Kontakte ins völkische Milieu gehabt haben / Pädagoge der Waldorfschule Minden wird vorerst freigestellt

25.06.2015 – 23.29 Uhr

Am späten Donnerstagabend (25.06.) hat die Schulführungskonferenz eine Entscheidung getroffen: Der umstrittene Lehrer der Waldorfschule Minden wird vorerst nicht mehr unterrichten. Grund sind die Vorwürfe, dass der Pädagoge über Jahre Kontakte ins rechte Milieu gehabt haben soll. Am Mittwoch (24.06.) hatte sich die Schulversammlung, bestehend aus Schülern, Eltern und Lehrern, noch für einen Verbleib des Lehrers ausgesprochen.

Mehrere Stunden lang hat das oberste Gremium der Mindener Schule am Abend diskutiert, jedoch mit einem nicht ganz klaren Ergebnis. Der 53-jährige Lehrer wird vorerst vom Unterricht suspendiert, wie lange ist allerdings unklar. Der Bund der freien Waldorfschulen hält diese Entscheidung für falsch und spricht von einem Herauszögern. Sollte die Schule sich bis zu Beginn des neuen Schuljahres nicht für die Trennung entscheiden, werde man ein Ausschlussverfahren der Schule aus dem Bund der Freien Waldorfschulen prüfen. Auch die Bezirksregierung in Detmold als Aufsichtsbehörde prüft den Sachverhalt. Die Schulaufsicht kann dem Lehrer die Unterrichtgenehmigung entziehen. Wenn er die nicht mehr hat, kann er nicht mehr unterrichten und die Schule muss ihn dann entlassen.

Die Schule selbst hatte bei der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ ein Gutachten in Auftrag gegeben, als erste Vorwürfe gegen den Lehrer publik wurden. Am Dienstag (23.06.) wurde das Gutachten dem Kollegium vorgestellt und Mittwoch (24.06.) auch Eltern und Schülern präsentiert. In dem umfangreichen Gutachten werden die Kontakte des Lehrers zu rechten und rechtsnahen Organisationen aufgelistet und untersucht. Das Gutachten kommt allerdings nicht zu der eindeutigen Erkenntnis, dass der Lehrer rechtsextremes Gedankengut vertritt.

Kollegium spricht Lehrer Vertrauen aus

Der Lehrer unterrichtet im Bereich Handwerk schon seit über 20 Jahren Werken und Kunstgeschichte an der Schule. Die Mindener Waldorfschule wurde vor rund 23 Jahren gegründet; zur Zeit lernen dort 250 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur 12. Klasse. Die Schule distanzierte sich in einem Wochenbrief deutlich von jeder Form von Rechtsextremismus, Rassismus und völkischem Denken. Das Kollegium hatte noch vor wenigen Tagen dem Lehrer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen: Die Vorwürfe nehme man sehr ernst; er habe aber in den 20 Jahren Tätigkeit an der Schule immer entgegengesetzt zu den Vorwürfen gehandelt.

Waldorfschul-Verband: Lehrer nicht mehr tragbar

Der Bund der Freien Waldorfschulen sieht nach Durchsicht des Gutachtens den Mindener Kollegen als „nicht entlastet“ an. Sprecher Henning Kullak-Ublick sagte gegenüber dem WDR, der Lehrer sei „nicht mehr tragbar“. Eine Schule müsse in der Lage sein, sich von einem Kollegen zu trennen, „bei dem deutlich ist, dass er in einem sehr stark rechtsextremen Spektrum vernetzt ist“.

Aktiv in der „Ahnenstätte Conneforde“

So soll der Pädagoge seit einigen Jahren im Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg aktiv gewesen sein und dort eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Verein, der laut der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zumindest Kontakte zur völkischen Bewegung hat. Außerdem habe er in völkischen Zeitschriften publiziert. Eindeutig der Neonazi-Bewegung zuzuordnen ist die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Es gibt Verdachtsmomente, dass die Familie des Lehrers auch zu dieser sektenähnlichen Gruppe Kontakt hatte.

Lehrer distanziert sich von Rechtsradikalismus

Der Lehrer ist zur Zeit krank geschrieben. Der Pädagoge hat sich inzwischen schriftlich zu dem Fall geäußert. Er lehne jede menschenverachtende oder extremistische Denkweise ab, heißt es darin. Er könne nicht hinter jeder Äußerung von Personen stehen, mit denen im selben Verein war und dort Kontakte hatte.

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Mindener Tageblatt Online, 25.06.2015:

Waldorfschule suspendiert umstrittenen Lehrer

25.06.2015 – 22.42 Uhr

Von Nina Könemann

Minden (mt). Die Zukunft des umstrittenen Lehrers der Mindener Waldorfschule, der wegen Verbindungen in die rechte Szene in der Kritik steht, ist weiter ungewiss. Die Schulführungskonferenz suspendierte ihn gestern vom Dienst, vertagte aber eine endgültige Entscheidung. Unter Einbeziehung der Schulgemeinschaft soll nun ein Prozess der Aufarbeitung begonnen werden, an dessen Ende eine Entscheidung über die Entlassung des Lehrers oder seinen Verbleib an der Schule steht. Experten der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus in OWL sollen das Vorhaben begleiten.

Die Gemeinschaft sei verunsichert über die große Anzahl von Kontakten des Kollegen ins rechtsextreme Umfeld, hieß es gestern in der Pressemitteilung des Gremiums. Allerdings habe der Lehrer sich in seinem 20-jährigen Wirken an der Schule nichts zuschulden kommen lassen. In seinen Schriften fänden sich keine rechtsextremen Äußerungen. Die Konferenz, die ursprünglich eine Entscheidung bis 18 Uhr angekündigt hatte, tagte bis nach 22 Uhr und damit länger als sechs Stunden.

Der Bund Deutscher Waldorfschulen äußerte sich Minuten später: „Das Gutachten der Experten hat unsere Auffassung bestätigt, dass ein Verbleib des Lehrers an der Schule weder pädagogisch noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen zu verantworten ist.“ Man erwarte von der Schulleitung eine klare Entscheidung bis zum Beginn des neuen Schuljahres. „Sollte sie sich bis dahin nicht für die Trennung entscheiden, werden wir prüfen, ob ein Ausschlussverfahren eingeleitet werden muss.“ Im Falle eines Ausschlusses aus dem Bund dürfte die Schule nicht mehr das Wort „Waldorf“ im Namen tragen.

Der umstrittene Lehrer hat mehrere Texte in Mitgliederzeitschriften rechtsnaher Vereine publiziert und soll an einem Treffen der rechtsextremen Vereinigung „Artgemeinschaft“ teilgenommen haben. Er selbst weist die Vorwürfe, rechtsnah zu sein, von sich.

Bildunterschrift: An der Waldorfschule ist man geteilter Meinung über die Weiterbeschäftigung eines Lehrers mit rechtsradikalen Kontakten.

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Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 25.06.2015:

Pressemitteilung / Update: Rechtsextremismus ist mit Waldorfpädagogik unvereinbar

Stuttgart (HKU). Nach der Entscheidung der Mindener Waldorfschule, den Lehrer vorerst zwar vom Unterricht zu suspendieren, ihn aber nicht zu kündigen, erklärte der Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS):

Rechtsextremismus ist in jeder Form mit der Tätigkeit an einer Waldorfschule unvereinbar.

Das Gutachten der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ hat unsere Auffassung bestätigt, dass ein Verbleib des Lehrers an der Schule weder pädagogisch noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen zu verantworten ist.

Wir erwarten von der Schulleitung unmittelbar zu Beginn des neuen Schuljahres die klare Entscheidung, sich von dem Lehrer zu trennen. Sollte sie sich bis dahin nicht dazu entscheiden, werden wir die Einleitung eines Ausschlussverfahrens der Schule aus dem BdFWS prüfen.

Henning Kullak-Ublick

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 25.06.2015:

Lehrer soll Kontakte ins völkische Milieu gehabt haben / Diskussion um Waldorfpädagogen geht weiter

25.06.2015 – 16.08 Uhr

Heute Abend (25.06.) geht es um die Zukunft eines umstrittenen Lehrers an der Freien Waldorfschule in Minden. Er soll Kontakte zur rechten Szene gehabt haben. Das oberste Gremium der Waldorfschule, die Schulführungskonferenz, muss entscheiden, ob der Lehrer entlassen, weiter beschäftigt oder freigestellt werden soll. Gestern (24.06) noch hatte sich die Schulversammlung, bestehend aus Schülern, Eltern und Lehrern hat dafür ausgesprochen, dass der Lehrer vorerst an der Schule bleiben darf.

Die Schule selbst hatte bei der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ ein Gutachten in Auftrag gegeben, als erste Vorwürfe gegen den Lehrer publik wurden. Gestern wurde das Gutachten dem Kollegium vorgestellt und heute auch Eltern und Schülern präsentiert. In dem umfangreichen Gutachten werden die Kontakte des Lehrers zu rechten und rechtsnahen Organisationen aufgelistet und untersucht. Das Gutachten kommt allerdings nicht zu der eindeutigen Erkenntnis, dass der Lehrer rechtsextremes Gedankengut vertritt.

Heute Abend (25.06.) muss nun die Schulführungskonferenz, das oberste Gremium der Waldorfschule, eine Entscheidung treffen. Soll der Lehrer entlassen, weiter beschäftigt oder erst einmal freigestellt werden? Auch die Bezirksregierung in Detmold als Aufsichtsbehörde prüft den Sachverhalt. Die Schulaufsicht kann dem Lehrer die Unterrichtgenehmigung entziehen. Wenn er die nicht mehr hat, kann er nicht mehr unterrichten und die Schule muss ihn dann entlassen.

Kollegium spricht Lehrer Vertrauen aus

Der Lehrer unterrichtet im Bereich Handwerk schon seit über 20 Jahren Werken und Kunstgeschichte an der Schule. Die Mindener Waldorfschule wurde vor rund 23 Jahren gegründet; zur Zeit lernen dort 250 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur 12. Klasse. Die Schule distanzierte sich in einem Wochenbrief deutlich von jeder Form von Rechtsextremismus, Rassismus und völkischem Denken. Das Kollegium hatte noch vor wenigen Tagen dem Lehrer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen: Die Vorwürfe nehme man sehr ernst; er habe aber in den 20 Jahren Tätigkeit an der Schule immer entgegengesetzt zu den Vorwürfen gehandelt.

Waldorfschul-Verband: Lehrer nicht mehr tragbar

Der Bund der Freien Waldorfschulen sieht nach Durchsicht des Gutachtens den Mindener Kollegen als „nicht entlastet“ an. Sprecher Henning Kullak-Ublick sagte gegenüber dem WDR, der Lehrer sei „nicht mehr tragbar“. Eine Schule müsse in der Lage sein, sich von einem Kollegen zu trennen, „bei dem deutlich ist, dass er in einem sehr stark rechtsextremen Spektrum vernetzt ist“.

Aktiv in der „Ahnenstätte Conneforde“

So soll der Pädagoge seit einigen Jahren im Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg aktiv gewesen sein und dort eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Verein, der laut der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zumindest Kontakte zur völkischen Bewegung hat. Außerdem habe er in völkischen Zeitschriften publiziert. Eindeutig der Neonazi-Bewegung zuzuordnen ist die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Es gibt Verdachtsmomente, dass die Familie des Lehrers auch zu dieser sektenähnlichen Gruppe Kontakt hatte.

Lehrer distanziert sich von Rechtsradikalismus

Der Lehrer ist zur Zeit krank geschrieben. Der Pädagoge hat sich inzwischen schriftlich zu dem Fall geäußert. Er lehne jede menschenverachtende oder extremistische Denkweise ab, heißt es darin. Er könne nicht hinter jeder Äußerung von Personen stehen, mit denen im selben Verein war und dort Kontakte hatte.

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Themen der Zeit, 25.06.2015:

Seltsame Kontakte eines Waldorflehrers

Über seltsame Kontakte eines Waldorflehrers der Freien Waldorfschule Minden – ins rechtsextreme Milieu – hatte das Mindener Tagblatt am vergangenen Wochenende berichtet. Im Internetportal „Blick nach Rechts“ sowie in einem taz-Artikel wurde der Fall Anfang der Woche ebenfalls aufgegriffen.

mm/mi-tdz. Die Waldorfschule ist wieder einmal im Fokus der Öffentlichkeit. Diesmal geht es um Kontakte eines Mindener Waldorflehrers ins rechtsextreme Milieu. Der Bund der Freien Waldorfschulen soll die Schule aufgefordert haben, hieß es in dem Bericht des Mindener Tageblatts, die Zusammenarbeit mit dem Lehrer zu beenden. Das Mindener Kollegium allerdings, so der Bericht weiter, stünde zu dem Kollegen und vertraue ihm: „Nach Abwägung der aktuell vorliegenden Ergebnisse unter Berücksichtigung der Erfahrung der Zusammenarbeit sei das Kollegium zu dem Schluss gekommen, dass er „keinerlei rechtsextremes, rassistisches oder völkisches Gedankengut vertritt“. In geheimer Abstimmung wurde ihm ohne Gegenstimme das Vertrauen ausgesprochen, so die Schule in einer schriftlichen Erklärung.“

In der Tat hat der Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) die Mindener Waldorfschule aufgefordert, den betreffenden Kollegen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden. Auf Empfehlung des BdFWS hat die Waldorfschule Minden zur Unterstützung zusätzlich die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ hinzugezogen. Die hatte am Montag den Verantwortlichen in der Schule ihren Bericht vorgelegt. In diesem Bericht kommen die Fachleute der Beratungsstelle zu einer ziemlich eindeutigen Einschätzung: „Auf Grund der uns zur Zeit vorliegenden Informationen muss Wolf-Dieter S. als Aktivist innerhalb eines extrem rechten völkischen Netzwerkes gesehen werden. In verschiedenen Organisationen der völkischen Bewegung nahm und nimmt er organisatorische Funktionen ein und betätigt sich als Publizist. In den von S. verfassten Texten finden sich wesentliche Denk- und Argumentationsmuster der völkischen Ideologie.“ Allerdings, so heißt es weiter in der Einschätzung, fänden sich keine „offen rassistische, antisemitische, antidemokratische und ( … ) NS-verherrlichende Haltungen“ in den Texten. Nach Auffassung der Schulverantwortlichen sei es damit eine „Ermessenssache“ ob der Lehrer „an unserer Schule verbleiben kann“.

Früheren Medienberichten zufolge hatte der Lehrer vor einigen Jahren den Vorsitz eines Vereins mit dem Namen „Ahnenstätte Conneforde“ in Wiefelstede in der Nähe von Oldenburg übernommen, der jahrelang von Alfred Manke geleitet worden sei, laut Wikipedia soll es sich dabei um einen ehemaligen niedersächsischen NPD-Funktionär handeln. In dieser Ahnenstätte sind zahlreiche Gedenksteine für alte Nationalsozialisten zu finden, unter anderem auch einer für die Holocaust-Leugnerin Gertrud Herr, die eine maßgebliche BDM-Führerin gewesen sei. Zitat der Nordwest-Zeitung: „Wo alte Nazis friedlich ruhen“. Hier soll sich der Pädagoge bereits eine Grabstelle für sich und seine Familie gesichert haben.

Die so genannte „Nazi-Sekte“ BDU (Bund der Unitarier) dürfte weitere Fragen aufwerfen, dort soll der Pädagoge Mitglied gewesen sein. Und sicher ist die Frage erlaubt, ob es tatsächlich als harmlos oder normal einzustufen ist, wenn ein Waldorflehrer ausgerechnet in der Zeitung „Mensch und Maß“ publiziert, die im Verlag „Hohe Warte“ erscheint, einem rechtsgerichteten Verlag, der in der unrühmlichen Tradition derer von Ludendorff steht.

Angesichts der vielen Ungereimtheiten dürfte es wohl nicht ganz auszuschließen zu sein, dass es vielleicht doch eine stärkere Verbindung zu rechten Kreisen geben mag, als der Waldorfpädagoge und die Mindener Schule die Kritiker glauben machen will. Auch in einer rechtsgerichteten Publikation aus Österreich namens „Aula“ taucht der Name des Pädagogen als Autor auf. Laut Wikipedia wird diese Publikation vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und vom ehemalige Informationsdienst gegen Rechtsextremismus als rechtsextrem eingestuft. Und dass der Waldorf-Werklehrer – mit Familie – an einer Veranstaltung der so genannten „Artgemeinschaft“ in Thüringen teilgenommen haben soll, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wird, könnte durchaus als weiteres Indiz dafür gewertet werden, dass hier nicht nur Naivität im Spiel ist. Denn an derlei – zumeist nicht öffentlichen – Veranstaltungen, die zudem an nicht bekannten Orten stattfinden, nimmt im Normalfall niemand teil, wenn er nicht eine gewisse Verbindung zu der veranstaltenden Organisation hat.

Zugute gehalten wird dem 1962 geborenen Lehrer von seinen Kollegen an der Schule offensichtlich, dass er erst zu Beginn der 1990er Jahre nach Deutschland gekommen sei und demzufolge über die Strukturen in Deutschland natürlich nicht so gut Bescheid wissen konnte. Nun kam er allerdings nicht aus irgendeinem Ausland, sondern aus Argentinien. Er sei in Buenos Aires geboren, erfahren wir von einem Kollegen, und dort auf eine deutsch-argentinische Schule gegangen. Dass man die Strukturen im Hinblick auf das „Deutschtum“ in Argentinien auch kritisch sehen kann, wird an einer deutschen Schule in Bariloche sichtbar, denn just an dieser deutschen Schule war bis 1994 kein geringerer als Erich Priebke Schul-Vorstandsvorsitzender, ein ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS, der 1994 in diesem Ort von den Behörden aufgespürt und nach Italien ausgeliefert wurde. Dort wurde er wegen der Massenerschießung italienischer Partisanen im Jahre 1945 gesucht. Dieser Mann genoss offensichtlich an diesem Ort eine hohe Reputation. In einer WDR-Dokumentation des argentinischen Filmemachers Carlos Echeverría, eines ehemaligen Schülers dieser Schule, wird durch zahlreiche Hintergrundinformationen zum Thema Argentinien und der dortigen deutschen Gemeinschaften ziemlich schnell deutlich, dass man nicht nur an diesem, sondern in ganz Argentinien sehr wohl über die Aktivitäten der Altvorderen Bescheid gewusst haben dürfte.

Laut einer Elterninformation der Mindener Schule vom Wochenende, in der noch einmal klargestellt wurde, dass man dem Pädagogen einstimmig das Vertrauen ausgesprochen habe, war der Lehrer bis zu den Sommerferien freigestellt worden.

Am gestrigen Mittwoch nun gab es an der Mindener Schule eine Veranstaltung, zu der von der Schule zwei Fachleute des oben genannten „Mobilen Beratungsdienst gegen Rechtsextremismus“ eingeladen worden waren, die die Schulgemeinschaft über die Ergebnisse ihrer Recherchen und ihre Einschätzung der Aussagen des Lehrers gegenüber der Schule informierten. In ihrem Bericht hatten sie explizit darauf hingewiesen, dass „die Organisations- und Publikationszusammenhänge ( … ) in denen S. auftritt, ( … ) ganz eindeutig für Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und NS-Akklamation (stehen). Es handelt sich insgesamt um Gruppen und Vereinigungen mit vergleichsweise starken Zugangsbeschränkungen; es ist nicht so ohne Weiteres möglich, sich in derartige Szenen zu integrieren. Es wäre daher höchst ungewöhnlich, wenn ein erwachsener Mensch „zufällig“ oder „unbewusst“ in derartige Kreise gerät, dort ohne inhaltliche Übereinstimmungen oder zumindest starke Affinitäten viele Jahre lang verbleibt sowie publizistisch wirkt und organisatorische Funktionen einnimmt.“

Die Abstimmung über die Frage nach dem weiteren Vorgehen zeigte nach einer vorangegangenen und erstaunlich wenig emotionsgeladenen Informations- und daran anschließender Diskussionsrunde, ein ziemlich deutliches – wenn auch nicht einheitliches – Meinungsbild. Die Auswertung wurde nach dem Status der Anwesenden aufgelistet. So sprachen sich 17 Schüler für eine Entlassung aus, 12 waren für eine Beurlaubung für 3 Monate, in denen ein Prozess der Aufarbeitung stattfinden soll und 31 plädierten für ein Weiterarbeiten des Pädagogen. Von den Lehrern waren 5 für die Entlassung, 16 für eine Beurlaubung und 5 für die Weiterbeschäftigung. Bei den Eltern waren es 28, die für eine Entlassung stimmten, 33, die für die Beurlaubung und 42, die für die Weiterbeschäftigung waren. Es obliegt jetzt der Schulführungskonferenz, am heutigen Nachmittag eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu treffen.

In ihrer aktuellen Presseveröffentlichung distanzierte sich die Schule ausdrücklich „von jeder Unterstützung von rechtsradikaler oder -extremer Seite. Wir haben mit der Partei „Die Rechte“ keinerlei Kontakt. Die Solidarität eines Teils der Schulgemeinschaft mit dem Lehrer speist sich nur aus der Überzeugung, dass dieser Kollege kein Rechtsextremist ist.“

Dieser Meldung voraus gegangen war ein Zeitungsartikel, der darüber berichtet hatte, dass es auf der Facebook-Seite der Parte „Die Rechte“ Solidaritätsbekundungen für die Haltung des Lehrers und der Schule gegeben habe.

Der Bund der Freien Waldorfschulen betonte sowohl gegenüber unserer Redaktion, wie auch in seiner aktuellen Pressemitteilung zu dem Thema noch einmal ausdrücklich die Empfehlung an die Schule, den Lehrer zu entlassen. Ein Vorgehen, das nach den vor einiger Zeit bekannt gewordenen Vorfällen an der Rendsburger Waldorfschule – bezüglich der so genannten Reichsbürger – nur folgerichtig und konsequent erscheint. Henning Kullak-Ublick, Vorstandsmitglied beim BdFWS kommt zu der Einschätzung, dass der Bericht der „Mobilen Beratungsstelle“ den Mitarbeiter nicht von dem Vorwurf entlastet, im extrem rechten Spektrum aktiv gewesen zu sein: „Weder mit der Pädagogik noch mit dem zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis der Waldorfschulen ist Rechtsextremismus vereinbar. Die Schule muss sich schnell, entschieden und glasklar positionieren und das auch vor den Eltern vertreten.“

Eine Weiterbeschäftigung des Lehrers an der Mindener Schule dürfte nach dieser Auffassung allerdings nicht ohne Konsequenzen im Hinblick auf den Verbleib der Schule im Bund der Freien Waldorfschulen bleiben.

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Radio Westfalica, 25.06.2015:

Fall Waldorfschule: Entscheidung heute

Ein Lehrer mit nachgewiesenen Kontakten in die rechte Szene spaltet die Mindener Waldorfschule. Eine Versammlung mit anschließender Befragung von rund 190 Eltern, Schülern und Lehrern ergab gestern ein ganz unterschiedliches Meinungsbild. 50 meinten, der Lehrer solle entlassen werden. Knapp 80 wollen ihn behalten. Rund 60 sind dafür, ihn erst mal nur vorübergehend zu suspendieren. Die, die gegen eine Entlassung sind sagen, der Lehrer sei sehr beliebt und ein Teil der Vorwürfe liege lang zurück.

Der Mann war in den 90ger Jahren Mitglied beim rechten Bund Deutscher Unitarier und ist noch Vorsitzender eines umstrittenen Friedhofs-Vereins. Der Lehrer selbst schreibt in einer Mitteilung, er lehne jede menschenverachtende und extremistische Denkweise ab.

Heute will die Schulkonferenz entscheiden, wie es weiter geht.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 25.06.2015:

Zukunft eines Mindener Lehrers

25.06.2015 – 08.45 Uhr

An der Mindener Waldorfschule soll der umstrittene Lehrer weiter unterrichten dürfen. Dafür haben sich Lehrer, Eltern und Schüler in geheimer Abstimmung ausgesprochen. Dem Lehrer wird vorgeworfen, seit Jahren im rechten Milieu aktiv zu sein. Vor der Abstimmung gab es heftige Diskussionen. Gerade von den Schülern wollten viele, dass der Lehrer weiter arbeiten darf. Das letzte Wort hat aber das oberste Gremium der Waldorfschule, die Schulführungskonferenz. Sie entscheidet heute Abend. Unabhängig davon prüft auch die Bezirksregierung die Vorwürfe gegen den Lehrer. Der Lehrer selbst weist alle Vorwürfe zurück. Der 53-Jährige distanziert sich in einer Stellungnahme von rechtem und völkischem Gedankengut.

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Mindener Tageblatt, 25.06.2015:

Kommentar zur Waldorfschule: Das Kind ist im Brunnen

Von Nina Könemann

Ein Urteil über jemanden zu Fällen ist einfach, wenn man ihn nicht kennt. Wer sich die Verbindungen des Waldorfschullehrers in die rechte Szene auf dem Papier ansieht, für den liegt eine Entscheidung über seinen Verbleib an der Schule auf der Hand. Wenn trotzdem mehr als ein Drittel der Schulgemeinschaft weiter hinter ihm steht, stellt sich die Frage: Ist es wirklich so einfach?

„Er ist einer unserer besten Lehrer, hat immer alle Konflikte demokratisch gelöst, fördert die Individuen“ – das Loblied auf Herrn S. war auch gestern wieder groß. Die Gemeinschaft versucht den Spagat zwischen beiden Welten hinzukriegen: Dem netten Lehrer und dem Mann, der offenbar Verbindungen zu rechten Szene unterhielt. Sei es für Vorträge oder als Organisator, unfreiwillig oder bewusst. Viele mussten gestern entscheiden, welche Seite für sie schwerer wiegt, ob sie ihm glauben. Sie werden ihr Bauchgefühl wohl nie überprüfen können.

Von daher hatten viele der Beteiligten recht: Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Die Nachricht über den rechten Lehrer, ob nun wahr oder nicht, wird der Schule noch lange anhaften. Egal, wie die Gemeinschaft entscheidet: Verloren hat sie schon. Entlässt sie einen lieb gewonnenen Kollegen, muss sie sich immer die Frage stellen, ob sie zu unrecht seine Existenz ruiniert hat. Tut sie es nicht, läuft sie Gefahr, dem Image der Waldorfschule in Minden und dem gesamten Bund zu schaden. Eltern könnten ihre Kinder abmelden, für Schulen ohne staatliche Förderung ein Desaster.

Von daher kann man dem Pädagogen eines doch vorwerfen: Ob nun rechte Gesinnung oder nicht, er hätte sich von Anfang an klarer positionieren müssen. Erst Tage nach den Anschuldigungen äußert er sich öffentlich, distanziert sich von den Vorwürfen. Taten folgen bisher nicht: S. will Vorsitzender des umstrittenen Ahnenstättenvereins Conneforde bleiben. Selbst wenn er durch Zufall und ohne Kenntnis in der rechten Szene unterwegs war, müsste er den Fehler jetzt eingestehen – um die Schule zu schützen und die Last von den Schultern derer zu nehmen, die sich vor ihn stellen. Nur er könnte das Kind noch an Land retten, dafür müsste er allerdings selbst ins Wasser springen.

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Mindener Tageblatt, 25.06.2015:

Gespaltene Gemeinschaft: Waldorfschule stimmt über Lehrer ab

Von Nina Könemann

Minden (mt). Einmal an diesem Nachmittag saugen die 200 Besucher in der Aula der Waldorfschule die Luft merklich ein, ihre Augen werden größer und die Schultern senken sich. Es ist der Zeitpunkt, an dem das erste Mal das Wort „Artgemeinschaft“ fällt und damit der Zeitpunkt, an dem sich eine Schule, die sich in der vergangenen Woche verzweifelt an einer Frage abgearbeitet hat, ein Stück mehr entzweit.

Artgemeinschaft ist eines dieser Wörter, das genau so klingt, wie es wirkt: Sperrig, unfreundlich, aus der Zeit gefallen. Für die einen ist es der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, für die anderen der Beweis, dass Fakten und Analysen da enden, wo Persönlichkeit und Beziehung beginnen. Artgemeinschaft beschreibt eine Vereinigung, die Experten als extrem rechts einordnen, sie vertritt rassistisches Gedankengut, ist antisemitisch und beherbergt einige von Deutschlands bekanntesten Neonazis.

An diesem Nachmittag bei der Vollversammlung in der Waldorfschule ist es der Begriff Artgemeinschaft, der die Zerrissenheit aller Beteiligten am besten widerspiegelt. 200 Menschen sind gekommen, um über den Verbleib eines Lehrers abzustimmen, dessen Gesinnung seit einer Woche die Diskussionen an der Schule dominiert. Als die Vorwürfe gegen S. am Wochenende öffentlich werden, stehen alle unter Schock. Ausgerechnet einer der beliebtesten Lehrer soll Verbindungen in die rechte Szene unterhalten. Das Kollegium und alle, die ihn kennen, stellen sich hinter ihn: S. habe zu jedem Zeitpunkt seiner 20-jährigen Schullaufbahn demokratisch gehandelt, sei durch und durch ein freiheitsliebender Mensch.

Dann folgt – auf Wunsch der Schule – eine Bewertung der Veröffentlichungen und Beziehungen des Mannes von Experten der Mobilen Beratungsstelle für Rechtsextremismus in OWL. Ihr Urteil: S. war nicht nur Mitläufer, sondern aktiv in der rechten Szene unterwegs. Seine Veröffentlichungen und Mitgliedschaften in unterschiedlichen Vereinigungen bis 2005 belegten das. Er sei in der Szene gut vernetzt, ein zufälliges Hineinrutschen ist laut den Experten sehr unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich. Gestern dann eine weitere Erkenntnis: S. war 2005 auch bei einem Treffen der Artgemeinschaft in Thüringen dabei. Er steht auf der offiziellen Teilnehmerliste, die dem Verfassungsschutz vorliegt.

In einer persönlichen Erklärung versucht S. die Vorwürfe auszuräumen. „Als Lehrer stehe ich auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung“, teilt er schriftlich mit. Dies sei den Kollegen bekannt, seine Grundhaltung spiegele sich in seinem Schaffen wider. Mitmenschen betrachte er als einzigartige Individuen mit der Möglichkeit und dem Recht, sich frei entscheiden und entwickeln zu können. Er distanziere sich entschieden von jeder „Form der Diskriminierung, der Über- oder Unterbewertung von Menschen auf Grund von Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiösen oder politischen Anschauungen“.

Schüler, Eltern und Lehrer versuchen seither das Bild, das sie von dem Mann haben, mit dem zu vereinbaren, das in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Was bleibt ist ein Gefühl von Zerrissenheit und Verzweiflung. Und die zentrale Frage, die auch die gestrige Versammlung dominiert: Wiegt das schwerer, was jemand tut und was er anderen vorlebt, oder das, was er abseits seiner Arbeit veröffentlicht und mit wem er sich trifft?

Die Entscheidung spaltet die Schulgemeinschaft. In der offenen Diskussion wird das immer wieder deutlich. Diejenigen, die S. seit 20 Jahren kennen, verteidigen ihn leidenschaftlich. Andere, die erst neu zur Waldorf-Gemeinschaft gehören, finden, S. strapaziert die Sympathie über. Sie wünschen sich ein Eingeständnis und einen reflektierten Umgang mit der Sache, um weitermachen zu können. Wieder andere sorgen sich um das Image und die Zukunft der Schule.

Allen ist klar, dass die Situation keine Gewinner hervorbringen wird. Kollegen und Schüler sind zerrissen: Entweder verlieren sie einen ihrer Liebsten oder sie stellen eine Schule ins Abseits, die sich so sehr um einen demokratischen und offenen Prozess bemüht. Die Experten moderieren die Ängste und Fragen, können jedoch niemandem die Entscheidung abnehmen.

Was am Ende bleibt, ist ein zersplittertes Meinungsbild: Einerseits die, die sich für Sympathie entschieden haben. Andererseits die, die sich an den Fakten orientieren. 78 der 189 Anwesenden stimmen dafür, dass S. an der Schule bleiben darf, 50 fordern seine Entlassung, 61 wollen ihn zunächst beurlauben lassen und die Entscheidung vertagen. Die Schulführungskonferenz entscheidet heute.

Bildunterschrift: Die Vorwürfe gegen einen ihrer Lehrer dominierten auch gestern die Gespräche in der Waldorfschule. In einer Abstimmung sollte ein Meinungsbild der Gemeinschaft eingeholt werden.

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Westfalen-Blatt, 25.06.2015:

Umstrittener Lehrer soll bleiben / Mindener Waldorfschüler und Eltern stimmen dafür – heute entscheidet Schulkonferenz

Von Christina Ritzau

Minden (WB). Der Mindener Waldorfpädagoge, dem Kontakte zur rechten Szene nachgewiesen wurden, soll weiter an der Schule unterrichten. Dafür haben sich Eltern und Schüler ausgesprochen.

Stundenlang haben alle Beteiligten gestern über den Fall diskutiert. Schüler ab der neunten Klasse, Eltern und Lehrer stimmten über die Zukunft des Lehrers ab, der beurlaubt ist. Das Ergebnis: 78 Personen waren dafür, dass er weiterarbeiten darf, 61 sprachen sich für eine vorübergehende Suspendierung aus und 50 für eine Entlassung. Weil viele Vorwürfe lange zurückliegen und der Handwerkslehrer beliebt ist, wollen die meisten Schüler und Eltern, dass er weiter unterrichten darf. Für das Kollegium steht die Aufklärung der Vorwürfe im Vordergrund: 16 von 26 Lehrern sind für eine Beurlaubung ihres Kollegen und damit gegen eine übereilte Entlassung oder Weiterbeschäftigung.

Das letzte Wort hat jetzt die Schulführungskonferenz, eine zwölfköpfige Kommission der selbstverwalteten Privatschule. Sie will heute entscheiden.

Unterdessen äußerte sich der Lehrer gestern selbst zu den Vorwürfen. „Ich stelle fest, dass meine Schule und die dort tätigen Menschen durch die Anschuldigen in eine extrem schwierige Situation gekommen sind, was mir sehr zusetzt“, schreibt der 53-Jährige in einer Mitteilung, die die Waldorfschule veröffentlichte. Der Lehrer – unter anderem war er in den 90er Jahren beim rechten Bund Deutscher Unitarier und ist Vorsitzender der „Ahnenstätte Conneforde“ – erklärte, er könne nicht hinter jeder Äußerung von Personen stehen, die im gleichen Verein seien wie er. Er selbst habe sich „ausschließlich mit kulturellen Aspekten, frei von Menschenverachtung und Extremismus beschäftigt“. Auch lehne er „jede menschenverachtende oder extremistische Denkweise ab“, betonte der Pädagoge, der 1992 aus Argentinien nach Deutschland gekommen war. Seinen Vorsitz bei der „Ahnenstätte Conneforde“ abzugeben, wo er ein Familiengrab pflege, plane er derzeit nicht. Er ziehe eine Aufarbeitung der Vorwürfe gegen den Verein vor. Die „Ahnenstätte“ ist ein Friedhof, auf dem einige verstorbene Alt-Nazis beigesetzt sind.

Um zu einer objektiven Einschätzung der Aktivitäten des Lehrers zu kommen, hatte die Schule die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus mit einer Untersuchung seiner Publikationen und Kontakte beauftragt. Belastend sei laut der Herforder Beratungsstelle unter anderem seine Teilnahme an Treffen der „Artgemeinschaft“. Außerdem heißt es in der schriftlichen Einschätzung, dass Kinder des Lehrers zumindest zeitweise im „Bund Heimattreuer Jugend“ (Freibund) aktiv gewesen sein sollen. Beide Organisationen sind aus dem rechtsextremen Bereich.

Bildunterschrift: Die Waldorfschule wurde 1992 gegründet, hat etwa 349 Schüler.

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Neue Westfälische, 25.06.2015:

Skandal-Lehrer weist Vorwürfe zurück / Waldorfschule diskutiert Fall von Rechtsextremismus

Minden (mt/los). In der Diskussion um einen mutmaßlich rechtsnahen Lehrer an einer Waldorfschule in Minden hat sich der Beschuldigte selbst geäußert. Schriftlich teilte er mit: „Als Lehrer stehe ich auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.“

Damit reagiert der Lehrer auf einen Bericht der Beratungsstelle Rechtsextremismus in Detmold. Darin analysieren zwei Experten die Texte des Pädagogen und überprüfen sie hinsichtlich ihrer Positionierung zum Rechtsextremismus. Der Auftrag dazu kam von der Waldorfschule selbst.

Die Beratungsstelle kommt zu dem Schluss, dass der Lehrer „als Aktivist innerhalb eines extrem rechten völkischen Netzwerks tätig ist“. In verschiedenen Organisationen nehme er Funktionen ein und betätige sich als Publizist. In seinen Texten seien Denk- und Argumentationsmuster der völkischen Ideologie erkennbar. Die Organisations- und Publikationszusammenhänge, in denen er auftritt, stünden „vielfach ganz eindeutig für Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und NS-Akklamation“. Das Argument, dass er ohne Kenntnis der Zusammenhänge Teil des Netzwerks geworden sei, halten die Experten für „höchst ungewöhnlich“.

Der Lehrer erklärte, seinen Kollegen sei seine demokratische Grundhaltung bekannt. Sie spiegele sich in seinem täglichen Schaffen wider. Er distanziere sich entschieden von jeder „Form der Diskriminierung, der Über- oder Unterbewertung von Menschen auf Grund von Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiösen oder politischen Anschauungen“.

Die Freie Waldorfschule distanzierte sich schriftlich von „jeder Unterstützung von rechtsradikaler oder -extremer Seite“. Die Solidarität eines Teils der Schulgemeinschaft speise sich aus der Überzeugung, dass der Kollege kein Rechtsextremist sei.

Detmold könnte Erlaubnis entziehen

Zu einer Diskussion in der Schule kamen 200 Besucher. Eine geheime Abstimmung über die Zukunft des Lehrers ergab kein einheitliches Bild. Die Stimmen entfielen zu je einem Drittel auf Entlassung, Beurlaubung und die Erlaubnis zu bleiben. Nun soll heute in der Schulführungskonferenz beraten werden.

Der Fall hat die obere Schulaufsicht bei der Bezirksregierung erreicht. Sie könnte dem Lehrer die Unterrichtserlaubnis entziehen, wenn Gründe vorliegen, die eine Entfernung aus dem Dienst rechtfertigen. Ein Sprecher der Bezirksregierung bestätigte, dass die Behörde sich den Sachverhalt vom Schulträger darstellen lasse und selbst Informationen zusammentrage.

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die tageszeitung, 25.06.2015:

Rechter Lehrer an Waldorfschule / Der „völkische Aktivist“ darf bleiben

Ein Lehrer steht im Zusammenhang mit Rassismus und NS-Akklamation. Die Freie Waldorfschule Minden will sich trotzdem nicht von ihm trennen.

Von Andreas Speit

Hamburg (taz). In Minden muss der Lehrer für Werken und Kunstgeschichte an der Freien Waldorfschule vorerst nicht gehen. Am späten Mittwochnachmittag sprach sich auf einer Schulversammlung die Mehrheit für den Verbleib von Wolf-Dieter Schröppe aus – trotz seiner engen rechten Verstrickungen. „Er hat uns versichert kein Rechtsextremer zu sein und wir glauben ihm“, sagte ein Sprecher der Schule, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Im April diesen Jahres begann der Konflikt, nachdem zwei Schülerinnen Berichte über die Ahnenstätte Conneforde aufgefallen waren: Der Vorsitzende des Trägervereines des Friedhofes bei Oldenburg, auf dem sich gerne Alt-Nazis beerdigen lassen, ist Schröppe. Das Amt übernahm er 2008 von dem Rechtsextremen Alfred Mahnke, der 1972 für die NPD bei der Bundestagswahl kandidierte.

In der internen Auseinandersetzung über den Lehrer, der seit rund 20 Jahre an der Schule unterrichtet, fanden Gespräche mit dem Kollegium, Eltern und Schülern statt, eine interne Faktenanalyse folgte. Und die Schule gab bei der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ eine Studie zu Schröppes Wirken in Auftrag.

Auf der Schulversammlung wurde die ausführliche Studie zu Schröppes Kontakten und Texten, die er bei verschiedenen extrem rechten Weltanschauungsgemeinschaften veröffentlicht hat, vorgestellt. Das schriftliche Fazit von Frederic Clasmeier und Karsten Wilke von der Mobile Beratung ist eindeutig: „In den von Schröppes verfassten Texten finden sich wesentliche Denk- und Argumentationsmuster der „völkischen Ideologie“. “ Hierzu gehörten „Dichotomien wie Ursprung / Zivilisation oder Gemüt / Intellekt“, damit einher gehen würden Rekurse auf Volk, Natur, Ursprünglichkeit und Kraft.

„Einer ihrer besten Lehrer“

Zudem stünden die Organisationen und Publikationszusammenhänge in denen Schröppe bewege, ganz eindeutig für Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und NS-Akklamation. Es sei höchst ungewöhnlich, wenn ein „erwachsener Mann „zufällig“ oder „unbewusst“ in derartige Kreise“ gerate. Der 53-Jährige müsste als „Aktivist innerhalb eines extrem rechten „völkischen Netzwerks“ gesehen werden“, so Clasmeier und Wilke.

Bei der Schulveranstaltung stimmten von 189 Anwesenden 78 für einen Verbleib an der Schule, 50 forderten eine Entlassung und 61 wollte ihn beurlauben und die Entscheidung verschieben. In der offenen Diskussion spiegelte sich die Zerrissenheit der Schule mit 250 Mädchen und Jungen wider: Die, die ihn seit Jahren kennen, traten vehement für ihn ein – er sei einer ihrer besten Lehrer. Andere warfen ihm vor, er strapaziere den Sympathiefaktor seit langem über. Zudem nun auch noch kurz vor der Versammlung öffentlich geworden sei, dass Schröppe auch bei der rechtsextremen Arier-Sekte „Artgemeinschaft“ involviert ist.

In einer persönlichen Erklärung versicherte Schröppe, auf dem „Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ zu stehen. Den Vorsitz bei der Ahnenstätte will er nicht abgeben. Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des „Bund der Freien Waldorfschulen“ sagte, dass Gutachten der Mobile Beratung „bestätigte die Fakten“ und habe den Kollegen „nicht entlastet“. Bei allen nachvollziehbaren Verdiensten eines langjährigen Kollegen, müsse sich die Schule von ihm trennen, so Kullak-Ublick: „Die Schulleitung kann sich nicht vor einer Entscheidung drücken.“ Im Laufe des Donnerstags soll die Schulkonferenz entscheiden.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.06.2015:

Lehrer soll Kontakte ins völkische Milieu gehabt haben / Schulversammlung der Mindener Walldorfschule spricht sich für Verbleib aus

24.06.2015 – 18.54 Uhr

An der Freien Waldorfschule in Minden wurde heute (24.06.2015) über die Zukunft eines Lehrers beraten, der Kontakte zu rechtsextremen Organisationen unterhalten haben soll. Die Schulversammlung hat sich dafür ausgesprochen, dass der Lehrer vorerst an der Schule bleiben darf. Ihm wird vorgeworfen, dass er Kontakt zu einer extrem rechts orientierten Organisation gehabt haben soll.

Die Schule selbst hatte bei der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ ein Gutachten in Auftrag gegeben, als erste Vorwürfe gegen den Lehrer publik wurden. Gestern wurde das Gutachten dem Kollegium vorgestellt und heute auch Eltern und Schülern präsentiert. In dem umfangreichen Gutachten werden die Kontakte des Lehrers zu rechten und rechtsnahen Organisationen aufgelistet und untersucht. Das Gutachten kommt allerdings nicht zu der eindeutigen Erkenntnis, dass der Lehrer rechtsextremes Gedankengut vertritt. Die Ansicht der Schulversammlung, die aus Lehrern, Eltern und Schülern besteht, soll morgen noch einmal in der Waldorfschule diskutiert werden. Auch die Bezirksregierung in Detmold als Aufsichtsbehörde prüft den Sachverhalt.

Kollegium spricht Lehrer Vertrauen aus

Der Lehrer unterrichtet im Bereich Handwerk schon seit über 20 Jahren Werken und Kunstgeschichte an der Schule. Die Mindener Waldorfschule wurde vor rund 23 Jahren gegründet; zur Zeit lernen dort 250 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur 12. Klasse. Die Schule distanzierte sich in einem Wochenbrief deutlich von jeder Form von Rechtsextremismus, Rassismus und völkischem Denken. Das Kollegium hatte noch vor wenigen Tagen dem Lehrer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen: Die Vorwürfe nehme man sehr ernst; er habe aber in den 20 Jahren Tätigkeit an der Schule immer entgegengesetzt zu den Vorwürfen gehandelt.

Waldorfschul-Verband: Lehrer nicht mehr tragbar

Der Bund der Freien Waldorfschulen sieht nach Durchsicht des Gutachtens den Mindener Kollegen als „nicht entlastet“ an. Sprecher Henning Kullak-Ublick sagte gegenüber dem WDR, der Lehrer sei „nicht mehr tragbar“. Eine Schule müsse in der Lage sein, sich von einem Kollegen zu trennen, „bei dem deutlich ist, dass er in einem sehr stark rechtsextremen Spektrum vernetzt ist“.

Aktiv in der „Ahnenstätte Conneforde“

So soll der Pädagoge seit einigen Jahren im Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg aktiv gewesen sein und dort eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Verein, der laut der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zumindest Kontakte zur völkischen Bewegung hat. Außerdem habe er in völkischen Zeitschriften publiziert. Eindeutig der Neonazi-Bewegung zuzuordnen ist die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Es gibt Verdachtsmomente, dass die Familie des Lehrers auch zu dieser sektenähnlichen Gruppe Kontakt hatte.

Lehrer distanziert sich von Rechtsradikalismus

Der Lehrer ist zur Zeit krank geschrieben und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegenüber seinen Kollegen soll er sich von rechtsradikalem Gedankengut distanziert haben.

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Mindener Tageblatt Online, 24.06.2015:

Schule diskutiert über mutmaßlich rechtsnahen Waldorfschullehrer

24.06.2015 – 18.37 Uhr

Minden (nik/nas). In der Mindener Waldorfschule sind am Nachmittag rund 200 Schüler, Eltern und Lehrer zusammen gekommen, um sich über den mutmaßlich rechtsnahen Waldorfschullehrer aus Minden zu beraten. Die Beratungsstelle Rechtsextremismus in Detmold war vor Ort und hat die Sachlage vorgestellt. Anschließend wurde im Plenum über den Fall diskutiert und danach abgestimmt, wie es mit dem Lehrer weiter gehen soll. Dabei hatten die Anwesenden drei Möglichkeiten: 1. Entlassung, 2. Beurlaubung für 3 Monate und eine erneute Beratung, 3. Der Lehrer darf bleiben.

Herausgekommen ist dabei ein sehr zerrissenes Bild: Jede Auswahlmöglichkeit bekam etwa ein Drittel der Stimmen. Mit der Veranstaltung wollte die Schule zunächst ein Meinungsbild einholen. Am Donnerstag entscheidet dann die Schulführungskonferenz, wie es mit dem Lehrer weiter gehen soll. Ein Sprecher der Schule sagte gegenüber dem MT, dass überhaupt noch nicht klar sei, wie die Entscheidung ausfallen wird.

Vertreter des Bundes der Walddorfschulen waren am Mittwoch vor Ort. Auch sie wollen ebenfalls am Donnerstag Stellung zu dem Thema beziehen.

Bereits am Vormittag hatte der Lehrer Stellung zu den Vorwürfen genommen (wir berichteten).

Ausführlicher Bericht folgt.

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Mindener Tageblatt Online, 24.06.2015:

Waldorfschullehrer nimmt Stellung zu rechtsextremen Vorwürfen

24.06.2015 – 11.48 Uhr

Von Nina Könemann

Minden (mt). In der Diskussion um einen mutmaßlich rechtsnahen Waldorfschullehrer aus Minden hat sich am Mittwoch zum ersten Mal auch der Beteiligte selbst zu Wort gemeldet. Schriftlich teilte er mit: „Als Lehrer stehe ich auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.“ Dies sei den Kollegen bekannt und seine Grundhaltung spiegele sich in seinem täglichen Schaffen wieder. Mitmenschen betrachte er als einzigartige Individuen mit der Möglichkeit und dem Recht, sich frei entscheiden und entwicklen zu können. Er distanziere sich entschieden von jeder „Form der Diskriminierung, der Über- oder Unterbewertung von Menschen auf Grund von Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiösen oder politischen Anschauungen“.

Damit reagiert der Lehrer auf einen Bericht der Beratungsstelle Rechtsextremismus in Detmold, die der Waldorfschule am Montag zuging. In dem Bericht analysieren zwei Experten die Texte von Lehrer S. und überprüfen sie hinsichtlich ihrer Positionierung zum Rechtsextremismus. Der Auftrag dazu kam von der Waldorfschule selbst. Die Beratungsstelle kommt in ihren ausführlichen Untersuchungen zu dem Schluss, dass Lehrer S. „als Aktivist innerhalb eines extrem rechten völkischen Netzwerks tätig ist“. In verschiedenen Organisationen der völkischen Bewegung nahm und nehme er organisatorische Funktionen ein und betätige sich als Publizist. In seinen Texten seien wesentliche Denk- und Argumentationsmuster der völkischen Ideologie erkennbar. Die Organisations- und Publikationszusammenhänge, in denen S. auftrete, stünden „vielfach ganz eindeutig für Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und NS-Akklamation“. Das Argument, dass er ohne Kenntnis der Zusammenhänge Teil des Netzwerks geworden sei, halten die Experten für „höchst ungewöhnlich“.

Lehrer S. selbst reagiert nur indirekt auf diese Anschuldigen. „Ich halte entschieden fest, dass ich nicht hinter jeder Äußerung und Ansicht von Personen stehe, mit welchen ich Kontakt habe oder hatte und mit welchen ich im selben Verein bin.“ Damit bezieht er sich vor allem auf seine umstrittene Rolle als Vorsitzender des Ahnenstättenvereins Conneforde. Er pflege dort eine Grabstätte der Familie und wolle sein Amt nicht aufgeben, sondern die Aufarbeitung der Vorwürfe dort vorantreiben.

Die Freie Waldorfschule distanzierte sich am Mittwoch erneut schriftlich von „jeder Unterstützung von rechtsradikaler oder -extremer Seite“. Die Solidarität eines Teils der Schulgemeinschaft speise sich nur aus der Überzeugung, dass der Kollege kein Rechtsextremist sei. Am Mittwoch um 15 Uhr kommen Schüler, Eltern und Lehrer der Waldorfschule

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.06.2015:

Gutachten belastet Lehrer von Mindener Waldorfschule / Lehrer hatte Kontakte ins völkische Milieu

24.06.2015 – 09.55 Uhr

An der Freien Waldorfschule in Minden wird heute (24.06.2015) über die Zukunft eines Lehrers beraten, der Kontakte zu rechtsextremen Organisationen unterhalten haben soll. Das Kollegium und die Eltern ringen um die Frage, ob der Lehrer an der Schule bleiben kann. Dabei wird die Schule von der Herforder Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus beraten.

Die Schule selbst hatte das Gutachten bei der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ in Auftrag gegeben, als erste Vorwürfe gegen den Lehrer publik wurden. Gestern wurde das Gutachten dem Kollegium vorgestellt, heute soll es auch Eltern und Schülern präsentiert werden. In dem umfangreichen Gutachten werden die Kontakte des Lehrers zu rechten und rechtsnahen Organisationen aufgelistet und untersucht. Das Gutachten kommt allerdings nicht zu der eindeutigen Erkenntnis, dass der Lehrer rechtsextremes Gedankengut vertritt. In einer Vollversammlung am Nachmittag wollen Lehrer, Eltern und Schüler darüber abstimmen, ob der Pädagoge im nächsten Schuljahr weiter unterrichten darf oder nicht. Die letztendliche Entscheidung trifft dann die Schulverwaltung.

Kollegium spricht Lehrer Vertrauen aus

Der Lehrer unterrichtet im Bereich Handwerk schon seit über 20 Jahren Werken und Kunstgeschichte an der Schule. Die Mindener Waldorfschule wurde vor rund 23 Jahren gegründet; zur Zeit lernen dort 250 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur 12. Klasse. Die Schule distanzierte sich in einem Wochenbrief deutlich von jeder Form von Rechtsextremismus, Rassismus und völkischem Denken. Das Kollegium hatte noch vor wenigen Tagen dem Lehrer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen: Die Vorwürfe nehme man sehr ernst; er habe aber in den 20 Jahren Tätigkeit an der Schule immer entgegengesetzt zu den Vorwürfen gehandelt.

Waldorfschul-Verband: Lehrer nicht mehr tragbar

Der Bund der Freien Waldorfschulen sieht nach Durchsicht des Gutachtens den Mindener Kollegen als „nicht entlastet“ an. Sprecher Henning Kullak-Ublick sagte gegenüber dem WDR, der Lehrer sei „nicht mehr tragbar“. Eine Schule müsse in der Lage sein, sich von einem Kollegen zu trennen, „bei dem deutlich ist, dass er in einem sehr stark rechtsextremen Spektrum vernetzt ist“.

Aktiv in der „Ahnenstätte Conneforde“

So soll der Pädagoge seit einigen Jahren im Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg aktiv gewesen sein und dort eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Verein, der laut der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zumindest Kontakte zur völkischen Bewegung hat. Außerdem habe er in völkischen Zeitschriften publiziert. Eindeutig der Neonazi-Bewegung zuzuordnen ist die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Es gibt Verdachtsmomente, dass die Familie des Lehrers auch zu dieser sektenähnlichen Gruppe Kontakt hatte.

Lehrer distanziert sich von Rechtsradikalismus

Der Lehrer ist zur Zeit krank geschrieben und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegenüber seinen Kollegen soll er sich von rechtsradikalem Gedankengut distanziert haben.

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NRW rechtsaußen, 24.06.2015:

Minden: Waldorfschullehrer mit Kontakten nach Rechtsaußen

Minden. Kurz vor den Sommerferien gerät die Mindener Waldorfschulen in die Schlagzeilen. Der an der Schule tätige Lehrer Wolf-Dieter Schröppe ist seit Jahren in völkischen Gruppen aktiv. Schröppe, der Anfang der 1990er Jahre aus Argentinien nach Deutschland „in die alte Heimat“ zurückkehrte, war bis 2005 zweiter Vorsitzender im „Bund Deutscher Unitarier“, in dessen Publikation „Glauben und Wirken“ er zahlreiche Artikel veröffentlichte. Zur Zeit ist Schröppe im Vorstand der „Ahnenstätte Conneforde“, dort ruhen bekannte Alt-Nazis. Darüber hinaus hat er Kontakte zur neonazistischen „Artgemeinschaft“, wie Andrea Röpke und Anton Maegerle in einem ausführlichen Artikel beim „Blick nach rechts“ schreiben.

Bereits am Freitag hatte der „Bund Freier Waldorfschulen“ auf seiner Homepage eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der die Schule aufgefordert wird, „den betreffenden Kollegen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden“. Schröppe soll seinen KollegInnen erklärt haben, er sei ahnungslos in die Nähe der extrem rechten Gruppierungen geraten. Am Samstag besprach das Kollegium der Waldorfschule Minden den Fall. „In geheimer Abstimmung sei ihm im Kollegium ohne Gegenstimme das Vertrauen ausgesprochen worden“, berichtete das „Mindener Tageblatt“ am Sonntag. Auch „Die Rechte OWL“ solidarisiert sich mit dem Lehrer und erklärt die Berichterstattung zur „politischen Verfolgung“.

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Radio Westfalica, 24.06.2015:

Entscheidung im Fall Waldorfschule

An der Mindener Waldorfschule könnte sich heute Nachmittag entscheiden, wie es mit einem offensichtlich rechtsgerichteten Lehrer weiter geht. In der Aula der Schule soll es um 15 Uhr eine Versammlung zu dem Thema geben. Es geht um die Frage, ob der Mann nach den Sommerferien wieder unterrichten darf. Seit vorgestern ist er beurlaubt.

Vor zwei Wochen noch hatten sich die Lehrer der Waldorfschule hinter ihren Kollegen gestellt. Doch das Vertrauen scheint nun zu bröckeln. Zu groß ist der Druck, nachdem immer mehr Details ans Licht kamen. Der Lehrer soll unter anderem Vereinsvorsitzender eines Friedhofs bei Oldenburg sein, auf dem Alt-Nazis begraben sind. Auch in anderen rechten Netzwerken soll er aktiv sein, nicht als Mitläufer, sondern als Organisator. An der Mindener Schule war der Lehrer anscheinend sehr beliebt. Rechte Gedanken hat er angeblich nie geäußert. Auch in Texten, die er veröffentlicht hat, sind keine rechtsextremen Ansichten zu erkennen. Die Landes- und Bundesverbände der freien Waldorfschulen fordern, dass er sofort entlassen wird.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.06.2015:

Vorwürfe gegen Mindener Lehrer

24.06.2015 – 06.51 Uhr

Schüler, Lehrer und Eltern der Waldorfschule in Minden wollen heute über die Zukunft eines Lehrers beraten. Dem Mann wird unter anderem vorgeworfen, an einer Tagung der rassistischen so genannten Artgemeinschaft teilgenommen haben. Sollte er tatsächlich Kontakt zur Artgemeinschaft haben, also dort eingeladen war oder gesprochen hat, droht ihm die Kündigung. Nach Angaben der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus aus Herford steht die Teilnahme an der Tagung zweifelsfrei fest.

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Mindener Tageblatt, 24.06.2015:

Solidaritätsbekundung von Rechtsradikalen für Waldorflehrer

Von Stefan Koch

Minden (mt). Während die rechtsradikale Szene den in die Kritik geratenen Lehrer an der Freien Waldorfschule Minden (das MT berichtete) bereits als „politisch Verfolgten“ bewertet, steht bei der Bezirksregierung Detmold als obere Schulbehörde die Prüfung des Falls noch an. Der Pädagoge selbst ist beurlaubt. Zu einer Stellungnahme war er für das Mindener Tageblatt am Dienstag nicht zu erreichen.

Jahrelange Kontakte zu rechten Organisationen und aktuell der Vereinsvorsitz einer „Ahnenstätte Conneforde“ – hier finden Altnazis ihren letzten Ruheplatz – werden dem Waldorfpädagogen zur Last gelegt. Am Montag hatte auf Betreiben des Kollegiums die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus aus Herford ein Gutachten zu dem Fall vorgelegt. Danach habe sich der Lehrer nicht als Mitläufer, sondern Organisator in rechten Netzwerken bewegt.

Ein Fall, der nun auch bei der oberen Schulbehörde angekommen ist. Nach Auskunft der Pressestelle der Bezirksregierung Detmold lasse sich die Behörde den Sachverhalt vom Schulträger darstellen und trage Informationen zusammen. Der Vorgang an der Waldorfschule könne als Einzelfall angesehen werden.

Die Bezirksregierung kontrolliert als obere Schulaufsicht den Träger der Waldorfschule, der wiederum in personalrechtlichen Fragen zuständig ist. Möglichkeiten eines Eingreifens hätte Detmold, indem es die Unterrichtsgenehmigung für den Pädagogen widerriefe. Die Voraussetzung dafür ist laut Schulgesetz NRW, dass bei der betreffenden Lehrkraft „Tatsachen vorliegen“, die eine Entfernung aus dem Dienst rechtfertigen würden.

Bislang hat das Mindener Kollegium dem umstrittenen Pädagogen sein Vertrauen ausgesprochen. Auch in weiten Teilen der Elternschaft hat der für den handwerklichen Unterricht Zuständige Sympathie erworben.

Unterstützung erfuhr der 53-Jährige nun auch von der politischen Rechten in Nordrhein-Westfalen. Auf ihrer Facebook-Seite spricht die „Die Rechte OWL“ von einer „Hetzkampagne gegen einen unbescholtenen Lehrer“ und beruft sich dabei auf die Vertrauensbekundung des Kollegiums der Waldorfschule. Zugleich wird der Pädagoge als politisch Verfolgter in eine Reihe mit der vorbestraften Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel sowie anderen Fällen gestellt.

Laut Verfassungsschutzbericht NRW ist die Partei „Die Rechte“ ein Sammelbecken von Neonazis, die aus den vor drei Jahren verbotenen Kameradschaften stammen. Sie zeichne sich durch eine Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus aus und hat bereits mehrere parlamentarische Gremien besetzt. Innenminister Ralf Jäger (SPD) ließ kürzlich ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um ein Verbot der Partei prüfen zu lassen.

Bildunterschrift: Auf ihrer Facebook-Seite greift „Die Rechte“ den Fall des Waldorf-Lehrers auf.

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Westfalen-Blatt, 24.06.2015:

Lehrer aus der rechten Szene? / Mindener Waldorf-Pädagoge ist Mitglied der „Artgemeinschaft“ – Entlassung gefordert

Von Christina Ritzau

Minden (WB). Hat ein Lehrer der Freien Waldorfschule Minden bewusst Kontakte zur rechten Szene gepflegt? Diese Frage drängt sich Kollegium und Eltern auf. Ob der Mann nach den Sommerferien weiter an der Schule unterrichten darf, soll sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Dass der Pädagoge in Organisationen mit rechtsextremer Ausrichtung aktiv war, steht fest. Dem gegenüber stehe sein Engagement in der Sensibilisierung der Schüler gegen rechtes Gedankengut. „Er war Ende der 90er Jahre der Erste, der eine Fahrt nach Dachau organisiert hat“, sagte ein Sprecher der Schule, der namentlich nicht genannt werden möchte. Dieser Spagat stelle ein „Riesenproblem“ dar. Der Mann unterrichtet in Minden seit über 20 Jahren Werken und Kunstgeschichte. Auch seine Kinder haben die Waldorfschule besucht.

Noch vor zwei Wochen habe das Kollegium dem Lehrer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Heute sieht die Sache anders aus: Die Meinungen seien gespalten, berichtete der Sprecher. Neue Erkenntnisse schüren Zweifel. Laut geworden waren die Vorwürfe gegen den Pädagogen Ende April. Schüler hatten auf Medienberichte über einen Nazi-Friedhof bei Oldenburg hingewiesen, die „Ahnenstätte Conneforde“. Vorsitzender ist seit 2008 ausgerechnet der Lehrer der Mindener Waldorfschule. Sein Vorgänger: NPD-Bundestagskandidat Alfred Manke. Der Lehrer sei erschreckt gewesen, als er mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, erzählte der Schulsprecher, „ganz groß erschreckt“.

„Er hat deutlich gesagt, dass ihm Rechtsextremismus zuwider ist.“
Ein Schulsprecher

Um die Situation aufzuklären, bildete die Schule eine Arbeitsgruppe. Diverse Publikationen des Pädagogen wurden zusammengetragen und untersucht. Texte des 53-Jährigen erschienen etwa in der Zeitschrift „Mensch und Maß“ vom Bund für Gotterkenntnis und in der Monatsschrift „Glauben und Wirken“ vom Bund Deutscher Unitarier (BDU), dem er bis vor etwa 15 Jahren angehörte.

„In den Texten konnten wir keine rechtsextremen, antisemitischen oder nationalsozialistischen Inhalte finden“, erklärte der Sprecher der Waldorfschule. Allerdings gebe es diverse Beziehungen „ins Umfeld des rechtsextremen Bereichs“. Und wegen der Vielzahl der Kontakte sei es unwahrscheinlich, dass dem Lehrer der Bezug zur rechten Szene nicht bewusst gewesen sei. Genau das hatte der Pädagoge, der 1992 aus Argentinien nach Deutschland gekommen war, aber kommuniziert. „Er hat sogar sehr deutlich gesagt, dass er Rechtsextremismus grundsätzlich ablehnt, dass er ihm zuwider ist“, berichtete der Schulsprecher.

Mittlerweile wurde der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) über die Ereignisse informiert, die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus aus Herford mit der Aufklärung beauftragt. Die kommt zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Schule: „Die Texte, das ist schon bemerkenswert, verzichten auf neonazistische Stellungnahmen“, resümiert Karsten Wilke von der Herforder Beratungsstelle. „Der Gesamtzusammenhang, in dem diese Texte publiziert werden, steht aber eindeutig für solche Positionen.“ Noch dazu wurde gestern die Teilnahme des Lehrers an Treffen der so genannten „Artgemeinschaft“ bekannt. Wilke beschreibt diese neonazistische Organisation als „eine Art Inner Circle“ mit extrem hohen Barrieren. Mit anderen Worten: Da kann man nicht zufällig hineingeraten.

Rechtsextremismus sei mit dem Selbstverständnis der Waldorfschulen nicht vereinbar, betonte Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des BdFWS. Deshalb forderten der BdFWS und die Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in NRW (ARGE) die Entlassung des Lehrers.

Die Freie Waldorfschule ist eine selbstverwaltete Privatschule. Einen Direktor gibt es nicht, auch keine Verbeamtung unter den Lehrern. Entscheidungen trifft die so genannte Schulführungskonferenz, die noch in dieser Woche klären will, ob der Lehrer nach den Ferien wieder unterrichten darf.

Vorher wird er definitiv nicht mehr im Klassenzimmer stehen: Der Pädagoge ist seit Montag und noch die gesamte Woche krankgeschrieben. Der Sprecher kündigte gestern an: „Für den Fall, dass wir uns entscheiden, dass der Kollege nicht sofort entlassen wird, wird er voraussichtlich vom Unterricht suspendiert werden.“

Bildunterschrift: An der Waldorfschule Minden ist der Lehrer sehr beliebt.

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WDR-Fernsehen, Lokalzeit OWL, 23.06.2015:

Streit um „rechten“ Lehrer an der Waldorfschule:

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Neue Osnabrücker Zeitung Online, 23.06.2015:

Verbindungen in rechte Szene / Ist ein Lehrer der Mindener Waldorfschule rechtsextrem?

23.06.2015 – 16.20 Uhr

Osnabrück. Die Verbindungen eines Handwerkslehrers in die rechtsextreme Szene spalten die Mindener Waldorfschule. Nach Einschätzung von Experten hat der Mann zwar keine rechtsextremen Texte veröffentlicht, sich aber in einem rechten Umfeld bewegt.

Schüler hatten die Waldorfschule im Herbst vergangenen Jahres darauf aufmerksam gemacht, dass der Handwerklehrer Verbindungen in die rechtsextreme Szene haben soll. Das bestätigt die Schule auf Anfrage unserer Redaktion. So hat er Texte in Verlagen veröffentlicht, die der rechten Szene nahe stehen. Außerdem hat er in der rechten Gemeinschaft „Bund Deutscher Unitarier“ mitgearbeitet und ist als Vorsitzender des Trägervereins der Ahnenstätte Conneforde tätig. Die Ahnenstätte liegt in der Gemeinde Wiefelstede im Landkreis Ammerland. Der Friedhof ist dafür bekannt, dass dort viele Rechtsextreme begraben sind. Der Ahnenstättenverein wurde früher von dem NPD-Mitbegründer Alfred Manke geführt.

Hilfe bei Aufklärung

Um die Vorwürfe gegen den Pädagogen aufzuklären, hat die Schule den Vorstand der Freien Waldorfschulen (BdFWS) informiert und um Unterstützung gebeten. Der BdFWS bestätigte auf Anfrage unsere Redaktion, dass der Vorstand informiert wurde. „Rechtsextremismus in jeder Form ist nicht mit den Grundsätzen der Waldorfschule vereinbar“, sagte Henning Kullak-Ublick vom BdFWS. Aus diesem Grund empfahl der Bund der Mindener Schule den Handwerkslehrer mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen.

Außerdem holte die Waldorfschule die „Mobile Beratung“ gegen Rechtsextremismus aus Herford mit ins Boot. „Die Schule trägt bis an die Grenzen der Erschöpfung zur Aufklärung bei“, sagt Kullak-Ublick. Die Beratungsstelle stellte am Montag dieser Woche ihren Fachbericht vor. Laut der Mindener Waldorfschule kommt die Beratungsstelle zu dem Schluss, dass die Texte des Lehrers nicht rechtsextrem, antisemitisch und nationalistisch seien. Allerdings gehe die Beratungsstelle davon aus, dass der Lehrer aufgrund seiner Tätigkeiten Kontakte in die rechte Szene hatte. Die Beratungsstelle war für eine Stellungnahme am Dienstag bisher nicht zu erreichen.

Schwierige Entscheidung

Nun muss die Waldorfschule entscheiden, wie sie mit dem Lehrer weiterhin verfährt. Zur Zeit ist der Handwerkslehrer krankgeschrieben und unterrichtet nicht. „Die Entscheidung fällt uns sehr schwer“, sagte der Sprecher der Schule. „Der Lehrer ist in der Schule nie mit rechtsextremen Äußerungen aufgefallen. Im Gegenteil: Er war dafür bekannt, dass er die Individualität und Freiheit fördert.“ Die Kollegen seien von den Anschuldigungen sehr überrascht gewesen. Der Lehrer ist seit fast zwanzig Jahren an der Schule tätig und beliebt bei den Schülern. Der Lehrer habe sich außerdem von jeder rechter Gesinnung distanziert. Er erkläre seine Tätigkeiten damit, dass er sich für bestimmte Ideen begeistern könne. Ob das eine Erklärung für seine Tätigkeiten sein könne, möchte die Schule nicht bewerten.

Gespaltene Meinung

Der BdFWS hält nach der Veröffentlichung des Fachberichts an seiner Forderung fest. „Auch wenn der Lehrer in der Schule nicht mit rechtsextremen Äußerungen aufgefallen ist, muss sich die Schulleitung in diesem Fall ganz klar positionieren und den Lehrer vom Unterricht freistellen“, sagt Kullak-Ublick. Ein Pädagoge sei ein Repräsentant der Demokratie. Dies stehe im Widerspruch mit den Verbindungen des Lehrers in die rechtsextreme Szene.

Die Waldorfschule möchte sich mit Lehrern, Schülern und Eltern ein Meinungsbild machen. „Die sozialen, die aus der Entscheidung resultieren könnten, bereiten uns „Sorgen“, sagt der Sprecher. Denn die Meinung in der Schule sei sehr gespalten. So würden sich viele Kollegen und Schüler für den Verbleib des Lehrers aussprechen. Viele seien allerdings auch dagegen.

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Neue Westfälische Online, 23.06.2015:

Rechtslastiger Lehrer entzweit Waldorf-Schule / Kontakte in die Szene inzwischen unbestritten

23.06.2015 – 14.20 Uhr

Von Monika Jäger

Minden. Unbestritten ist inzwischen, dass ein Lehrer der Mindener Waldorfschule sich über Jahrzehnte in extrem rechten Strukturen – nicht nur als Mitläufer – bewegt hat. Kollegium und Eltern ringen in zum Teil emotional geführten und aufgeheizten Diskussionen um eine Einordnung. Auch am Montag, nach einem Fachbericht der „Mobilen Beratung“ gegen Rechtsextremismus aus Herford, ist die erhoffte Eindeutigkeit aus Sicht des Kollegiums nicht eingetreten.

„Wir haben heute das Gutachten der Beratungsstelle erhalten, das sehr umfangreich und sehr wissenschaftlich ist“, so der Sprecher der Schule. „Wir sind aber nicht wirklich weitergekommen.“ Die Kollegen meinen: Der betreffende Lehrer habe in der Tat über lange Zeit Kontakte zu rechten und rechts-nahen Organisationen gehabt. In seinem Alltagswirken an der Schule und bei privaten Kontakten sei eine entsprechende Einstellung jedoch nicht deutlich geworden, so die Kollegen.

„Extrem rechte Strukturen“

Das Fazit der Stellungnahme der Herforder Beratungsstelle ist eindeutiger: „Der Lehrer hat sich über Jahrzehnte ab Mitte der 90er Jahre bis Mitte 2000 in extrem rechten Strukturen und Netzwerken bewegt – nicht als Mitläufer, sondern Organisator“, so Frederic Clasmeier von der Beratungsstelle.

Unter anderem ist der Pädagoge auch Vorsitzender des Ahnenstättenvereins Conneforde. Nach Informationen der Redaktion hat er bisher keine Schritte unternommen, um dieses umstrittene Engagement zu beenden. Der Friedhof Conneforde im Landkreis Ammerland (Niedersachsen) ist eine beliebte Adresse bei Rechtsradikalen, weil hier mehrere Alt-Nazis begraben sind, darunter Hans Hertel, SS-Mann späterer Landtagsabgeordneter der rechtsextremen Deutschen Reichspartei, oder Gertrud Herr, frühere Führerin im Bund Deutscher Mädel. Einen Gedenkstein hat hier auch Wilhelm Tietjen, NSDAP-Mitglied und Namensgeber der rechtsradikalen Wilhelm-Tietjen-Stiftung.

Information schon im Mai

Immerhin hatte die Mindener Schule schon im Mai den Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen darüber informiert, dass es Hinweise auf die Verbindungen eines Lehrers in das rechtsextreme Milieu gebe. Der Vorstand hatte die Schule daraufhin aufgefordert, den Lehrer zu entlassen.

Das Kollegium der Mindener Waldorfschule traf gestern noch keine Entscheidung. Jetzt soll noch vor den Ferien ein Beschluss zum weiteren Vorgehen gefasst werden – gemeinsam mit den Eltern, und unter Moderation der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 23.06.2015:

Gutachten belastet Lehrer von Mindener Waldorfschule / Lehrer hatte Kontakte ins völkische Milieu

23.06.2015 – 10.25 Uhr

An der Freien Waldorfschule in Minden wird über die Zukunft eines Lehrers diskutiert, der Kontakte zu rechtsextremen Organisationen unterhalten haben soll. Das Kollegium und die Eltern ringen um die Frage, ob der Lehrer an der Schule bleiben kann. Dabei wird die Schule beraten von der Herforder Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus.

Die Schule selbst hatte das Gutachten bei der „Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold“ in Auftrag gegeben, als erste Vorwürfe gegen den Lehrer publik wurden. Heute (23.06.2015) stellt ein Experte aus Herford das Gutachten dem Kollegium vor. Morgen soll es auch allen Eltern und Schülern präsentiert werden. In dem umfangreichen Gutachten werden die Kontakte des Lehrers zu rechten und rechtsnahen Organisationen aufgelistet und untersucht. Wie weit eine entsprechende Einstellung in die Arbeit des Lehrers mit den Kindern eingeflossen ist, ist aber unklar.

Kollegium spricht Lehrer Vertrauen aus

Der Lehrer unterrichtet im Bereich Handwerk schon lange an der Schule. Die Mindener Waldorfschule wurde vor rund 23 Jahren gegründet; zur Zeit lernen dort 250 Mädchen und Jungen von der 1. bis zur 12. Klasse. Die Schule distanzierte sich in einem Wochenbrief deutlich von jeder Form von Rechtsextremismus, Rassismus und völkischem Denken. Das Kollegium hatte noch vor wenigen Tagen dem Lehrer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen: Die Vorwürfe nehme man sehr ernst; er habe aber in den 20 Jahren Tätigkeit an der Schule immer entgegengesetzt zu den Vorwürfen gehandelt.

Waldorfschul-Verband: Lehrer nicht mehr tragbar

Der Bund der Freien Waldorfschulen sieht nach Durchsicht des Gutachtens den Mindener Kollegen als „nicht entlastet“ an. Sprecher Henning Kullak-Ublick sagte gegenüber dem WDR, der Lehrer sei „nicht mehr tragbar“. Eine Schule müsse in der Lage sein, sich von einem Kollegen zu trennen, „bei dem deutlich ist, dass er in einem sehr stark rechtsextremen Spektrum vernetzt ist“.

Aktiv in der „Ahnenstätte Conneforde“

So soll der Pädagoge seit einigen Jahren im Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg aktiv gewesen sein und dort eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Verein, der laut der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zumindest Kontakte zur völkischen Bewegung hat. Außerdem habe er in völkischen Zeitschriften publiziert. Eindeutig der Neonazi-Bewegung zuzuordnen ist die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Es gibt Verdachtsmomente, dass die Familie des Lehrers auch zu dieser sektenähnlichen Gruppe Kontakt hatte.

Lehrer distanziert sich von Rechtsradikalismus

Der Lehrer ist zur Zeit krankgeschrieben und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegenüber seinen Kollegen soll er sich von rechtsradikalem Gedankengut distanziert haben.

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Neue Westfälische, 23.06.2015:

Rechtslastiger Lehrer entzweit Waldorf-Schule / Kontakte in die rechte Szene inzwischen unstrittig

Von Monika Jäger

Minden. Unbestritten ist inzwischen, dass ein Lehrer der Mindener Waldorfschule sich über Jahrzehnte in extrem rechten Strukturen – nicht nur als Mitläufer – bewegt hat. Kollegium und Eltern ringen in zum Teil emotional geführten und aufgeheizten Diskussionen um eine Einordnung. Auch gestern, nach einem Fachbericht der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus aus Herford ist die erhoffte Eindeutigkeit aus Sicht des Kollegiums nicht eingetreten.

„Wir haben heute das Gutachten der Beratungsstelle erhalten, das sehr umfangreich und sehr wissenschaftlich ist“, so der Sprecher der Schule. „Wir sind aber nicht wirklich weiter gekommen.“ Die Kollegen meinen: Der betreffende Lehrer habe in der Tat über lange Zeit Kontakte zu rechten und rechts-nahen Organisationen gehabt. In seinem Alltagswirken an der Schule und bei privaten Kontakten sei eine entsprechende Einstellung jedoch nicht deutlich geworden, so die Kollegen.

Das Fazit der Stellungnahme der Herforder Beratungsstelle ist eindeutiger: „Der Lehrer hat sich über Jahrzehnte ab Mitte der 90er Jahre bis Mitte 2000 in extrem rechten Strukturen und Netzwerken bewegt – nicht als Mitläufer, sondern Organisator“, so Frederic Clasmeier von der Beratungsstelle.

Unter anderem ist der Pädagoge auch Vorsitzender des Ahnenstättenvereins Conneforde. Nach Informationen dieser Zeitung hat er bisher keine Schritte unternommen, um dieses umstrittene Engagement zu beenden. Der Friedhof Conneforde im Landkreis Ammerland (Niedersachsen) ist eine beliebte Adresse bei Rechtsradikalen, weil hier mehrere Alt-Nazis begraben sind, darunter Hans Hertel, SS-Mann späterer Landtagsabgeordneter der rechtsextremen Deutschen Reichspartei, oder Gertrud Herr, frühere Führerin im Bund Deutscher Mädel. Einen Gedenkstein hat hier auch Wilhelm Tietjen, NSDAP-Mitglied und Namensgeber der rechtsradikalen Wilhelm-Tietjen-Stiftung.

Immerhin hatte die Mindener Schule schon im Mai den Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen darüber informiert, dass es Hinweise auf die Verbindungen eines Lehrers in das rechtsextreme Milieu gebe. Der Vorstand hatte die Schule daraufhin aufgefordert, den Lehrer zu entlassen.

Das Kollegium der Mindener Waldorfschule traf gestern noch keine Entscheidung. Jetzt soll noch vor den Ferien ein Beschluss zum weiteren Vorgehen gefasst werden – gemeinsam mit den Eltern, und unter Moderation der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus.

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die tageszeitung, 23.06.2015:

Duldet Waldorfschule einen rechten Lehrer?

Bildung / Ein Lehrer betreut eine Ahnenstätte für Altnazis. Das Kollegium sagt: „Wir vertrauen ihm.“

Von Andrea Röpke und Andreas Speit

Hamburg (taz). Gegensätzlicher könnten die Einschätzungen zu einem Waldorflehrer nicht sein. Die Verstrickungen von Wolf-Dieter Schröppe in die rechtsextreme Szene seien zu stark, sagt Franz Glaw vom Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS). Er folgert: „Mit sofortiger Wirkung sollte sich von dem betreffenden Kollegen getrennt werden.“

Ein Schulsprecher hält dagegen: „Wir sind davon überzeugt, das unser Kollege keinerlei rechtsextreme oder völkisches Gedankengut pflegt.“ Was stimmt? Seit rund 20 Jahren unterrichtet Wolf-Dieter Schröppe an der Freien Waldorfschule in Minden, Nordrhein-Westfalen. Schröppe, wohnhaft im niedersächsischen Uchte, ist bei Schülern und Kollegen beliebt, aber über seine politische Einstellung ist ein Streit entbrannt.

Die Geschichte beginnt am 23. April. Zwei Schülerinnen wiesen die Schule auf Aktivitäten des Lehrers hin. Sie waren über einen Artikel und einen Fernsehbericht zur Ahnenstätte Conneforde gestolpert. Auf dem Friedhof bei Oldenburg lassen sich gerne Altnazis beerdigen. Schröppe ist der Vorsitzende des Trägervereins der Ahnenstätte. Den Posten übernahm er 2008 von dem Rechtsextremen Alfred Mahnke, der 1972 für die NPD bei der Bundestagswahl kandidierte.

Dies ist nicht die einzige Verbindung des Waldorflehrers ins rechte Milieu. Schröppe war beim rechten „Bund Deutscher Unitarier – Gemeinschaft Europäischen Geistes“ aktiv, dessen Vermögen bei Auflösung an die besagte Ahnenstätte geht. Er schrieb für die Monatsschrift des Unitarier-Bundes Glauben und Wirken. Ebenso veröffentlichte er in einer Zeitschrift des rechten Bundes für Gotterkenntnis namens Mensch und Maß, welche im rechtsextremen Verlag Hohe Warte erscheint. In dem von den extrem-rechten Politikern Otto Scrinzi und Jürgen Schwab herausgegebenen Sammelband „1848 – Erbe und Aufklärung“ schrieb er eine Biografie über Hoffmann von Fallersleben. In dem Beitrag spekuliert er über den Einfluss der Hochfinanz, zu der der Bankier Rothschild gehöre. Erschienen ist der Band im rechten Aula-Verlag.

Die Schule prüfte die Vorwürfe. In mehreren Gesprächen soll sich Schröppe mit dem Kollegium, Elternvertretern und Oberstufenschülern dazu verhalten haben. „Er erklärte uns ganz offen, wie es zu den Kontakten und Veröffentlichungen kam“, sagt der Schulsprecher. Mit zwei Kolleginnen verfasste er eine 25-seitige Studie über die Vorwürfe, in der es unter anderen heißt, dass Schröppe einen Artikel in dem rechtsextremen Verlag Hohe Warte veröffentlichte. Jener enthielte aber „keinerlei rechtsextreme Positionen“.

Die Autoren kommen – auch unter Berücksichtigung seines gesamten schulischen Wirkens – zu dem Schluss, dass sie „keine Zweifel“ daran haben, dass Schröppe keine rechtsextreme Einstellung habe. Das knapp 30-köpfige Kollegium stehe hinter ihm: „Wir vertrauen ihm.“

In der Studie wurde jedoch kaum berücksichtigt, dass laut dem Thüringer Amt für Verfassungsschutz Schröppe mit Familie 2005 an einem Treffen der rechtsextremen „Arier“-Sekte „Artgemeinschaft“ teilnahm. Mit dem Verlauf der Aufklärung sind einige Eltern und Schüler unzufrieden. „Es scheint, als wenn unbedingt Entlastendes gesucht wurde“, sagt eine Mutter. In Klassen sollen Lehrer den Schülern nahegelegt haben, dem Ruf eines guten Lehrers nicht zu schaden.

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Mindener Tageblatt Online, 22.06.2015:

Rechtsnaher Waldorflehrer weiter umstritten

22.06.2015 – 18.35 Uhr

Von Monika Jäger

Minden (mt). Unbestritten ist inzwischen, dass ein Lehrer der Mindener Waldorfschule geschichtsorientierte Artikel in rechtsnahen Verlagen publiziert hat und sich über Jahrzehnte in extrem rechten Strukturen – nicht nur als Mitläufer – bewegt hat. Kollegium und Eltern ringen in zum Teil emotional geführten und aufgeheizten Diskussionen um eine Einordnung. Auch gestern, nach einem Fachbericht der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (Arbeit und Leben, DGB / VHS im Kreis Herford), ist die erhoffte Eindeutigkeit aus Sicht des Kollegiums nicht eingetreten.

„Wir haben heute das Gutachten der Beratungsstelle erhalten, welches sehr umfangreich und sehr wissenschaftlich ist“, so der Sprecher der Schule gegenüber dem MT. „Wir sind aber nicht wirklich weiter gekommen.“ Denn weiterhin zeige sich aus Sicht des Kollegiums: Der betreffende Lehrer hat in der Tat an verschiedenen Stellen und über lange Zeit Kontakte zu rechten und rechts-nahen Organisationen gehabt. In seinem Alltagswirken an der Schule und bei privaten Kontakten sei eine entsprechende Einstellung jedoch zu keiner Zeit deutlich geworden, so die Kollegen.

Hier verlangt das Bild, das dieser Mann vermittelt, den Betrachtern einen inneren Spagat ab. Eine mittlere Position gibt es da zur Zeit nicht – das Kollegium hatte sich schon in der vergangenen Woche deutlich für den Mann ausgesprochen. Ein Teil der Eltern und auch der Bundesverband der Freien Waldorfschulen sehen das anders und finden, dass der Mann nicht mehr unterrichten sollte.

Unter anderem ist der Pädagoge auch Vorsitzender des Ahnenstättenvereins Conneforde. Nach MT-Informationen hat er bisher keine Schritte unternommen, um dieses umstrittene Engagement zu beenden.

Das Kollegium traf gestern keine Entscheidung. Jetzt soll noch vor den Ferien ein Beschluss zum weiteren Vorgehen gefasst werden – gemeinsam mit den Eltern, und unter Moderation der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus.

Bildunterschrift: Schmieden gehört zur Leidenschaft des umstrittenen Fachlehrers – neben einer Faszination für germanische Geschichte.

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Blick nach Rechts, 22.06.2015:

Völkischer Pädagoge?

Von Andrea Röpke / Anton Maegerle

In Minden gibt es Streit wegen eines Lehrers mit zahlreichen Rechts-Kontakten.

Wolf-Dieter Schröppe ist Waldorfschullehrer. Manchmal sucht er die Öffentlichkeit und manchmal das Verborgene. Das schien Anfang 2005 so zu sein, da wurden für den damals 43-Jährigen, seine fünf Jahre ältere Ehefrau und die fünf Kinder Plätze an einem geheimen Tagungsort reserviert. Der Weg vom niedersächsischen Wohnort führte tief hinein in den Thüringer Wald. Das entlegene Anwesen „Zum Hufhaus“ bei Ilfeld ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar. Dort tagte vom 2. bis zum 4. Dezember 2005 ganz konspirativ die Neonazi-Sekte „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Meistens werden bei solchen Zusammenkünften Wachen aufgestellt. Die Neonazis möchten ungestört bleiben.

Doch der Staatsschutz der Polizei Nordhausen fertigte Listen der Teilnehmer an. Auf einer solchen wurde auch die Familie des Lehrers einer Freien Waldorfschule in Minden festgehalten. Neben dem Namen „Wolf Schröppe“ korrigierte jemand nachträglich das Geburtsdatum. Die gesammelten Erkenntnisse der geheimen „Gemeinschaftstagung“ vom Dezember 2005 wurden einen Monat später dann an das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie zahlreiche Landesämter weitergeleitet. Auch Nordrhein-Westfalen wurde informiert.

Auf den „Belegungsplänen“ der „Artgemeinschaft“ geführt

An diesem kurzen Treffen unter Führung des inzwischen verstorbenen Neonazis Jürgen Rieger hatten neben anderen auch der Detmolder HDJ-Aktivist Gerd Ulrich sowie der Zwillingsbruder des NSU-Angeklagten Eminger und einige Aktivisten der bereits verbotenen Organisation „Blood & Honour“ teilgenommen. Die Familie Schröppe wurde auf den „Belegungsplänen“ der „Artgemeinschaft“ geführt. Seit Jahren trifft sich die Neonazi-Truppe mehrmals im Jahr in dem Gasthaus mit Bungalows und Zeltmöglichkeiten. Für die Ehefrau des Lehrers war es anscheinend nicht das erste Mal, sie soll Behördenangaben zufolge bereits zum Sonnenwendlager 2004 nach Ilfeld gereist sein.

Ende April 2015 war zwei Schülerinnen der Freien Waldorfschule Minden aufgefallen, dass der Pädagoge seit 2008 den mit Neonazis durchsetzen Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg leitet. Dort ruhen unter anderem bekennende Altnazis wie Gudrun Herr, Wilhelm Tietjen oder Hans Hertel. Die Irminsul ersetzt auf der Ahnenstätte den Altar. Vorgänger als Chef des Vereins war der als rechtsextrem bekannte Alfred Manke.

Angeblich ahnungslos in die Nähe geraten

Schröppe scheute den Posten nicht. Ebenso publizierte er bereits im Jahr 2000 in der Ludendorffer-Zeitung „Mensch und Maß“ über die Externsteine. Der antisemitische „Bund für Gotterkenntnis – Ludendorffer“ steht Anhängern der „Ahnenstätte“ nahe. Weitere Öffentlichkeit suchte Schröppe als selbst ernannter „Moorschmied“. Gemeinsam mit einem seiner Söhne führte er vor der Kamera des NDR vor, wie bronzene Messer geschmiedet werden. Sein Firmenlogo ziert eine Triskele. Dieses germanische Symbol ist nur im eindeutigen rechtsextremen Kontext strafbar und ob eckig oder rund sehr beliebt in der Neonazi-Szene, denn sie wird als dreiarmiges Hakenkreuz gedeutet. Neonazi-Organisationen wie „Blood & Honour“, der amerikanische „Ku-Klux-Klan“ oder die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ verwendeten es. Auch arbeitete Schröppe einige Jahre beim „Bund Deutscher Unitarier“ mit.

Doch Schröppe will von alledem nichts wissen. Seinen etwa 30 Kollegen soll der beliebte Handwerkslehrer, der die Waldorfschule auch nach außen repräsentierte, gesagt haben, ahnungslos in die Nähe von rechtsextremen Organisationen geraten zu sein. Das Kollegium glaubt ihm. In einer Erklärung heißt es: “ … ist das Kollegium zu dem Schluss gekommen, dass er keinerlei rechtsextremes, rassistisches oder völkisches Gedankengut vertritt“.

Die angebliche Naivität des Lehrers wird damit gerechtfertigt, dass er erst 1992 aus Argentinien in die Bundesrepublik übergesiedelt sei. Den Befürwortern von Schröppe stehen inzwischen zahlreiche Eltern kritisch gegenüber. Sie kritisieren die mangelnde Transparenz der Schule. Unterstützung erhalten sie vom Vorstand des „Bundesverbandes Freier Waldorfschulen“ sowie der ARGE Nordrhein-Westfalen, die dazu auffordern, den betreffenden Kollegen „mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen“.

Als Referent bei „Kärntner Kulturwoche“ angekündigt

Hinlänglich bekannt ist, dass insbesondere Freie Schulen und Kindergärten für rechte Eltern interessant sind, da sie viel Mitspracherecht bei der außerhäuslichen Erziehung der Kinder versprechen. Die jüngeren Kinder des verstorbenen „Artgemeinschafts“-Führers besuchten eine Waldorf-Einrichtung in Hamburg-Blankenese. Ein ranghoher NPD-Vorständler sorgte 2012 für Schlagzeilen, als er sich in den Trägerverein einer Montessori-Schule in Niederbayern wählen ließ und gemeinsam mit weiteren Sympathisanten nur unter Schwierigkeiten wieder hinaus komplimentiert werden konnte. Bekannt geworden sind bisher aber nur wenige Fälle von Waldorflehrern, die zu rechtem Gedankengut tendieren oder in der Szene aktiv sind. Der prominenteste Fall ist der eines späteren niedersächsischen NPD-Spitzenkandidaten, der acht Jahre lang als Geschichtslehrer in einer Braunschweiger Schule gearbeitet hatte.

Tatsächlich scheint Schröppes Naivität nur eine Ausrede. Zu den Treffen der äußerst elitären und geheim tagenden „Artgemeinschaft“ wird kaum jemand durch Zufall eingeladen, dazu muss man sich schon in der Szene auskennen, beziehungsweise gekannt werden. Hinzu kommt, dass Schröppe bereits 2000 als Autor der „Nordischen Zeitung“ dieser rassistischen Sekte in Erscheinung trat. Im selben Jahr wurde der rührige Pädagoge auch als Referent zum Thema „Brief an die deutsche Jugend – Die Zukunft heißt Familie und Kinder“ bei der als rechtsextrem geltenden „Kärntner Kulturwoche“ im österreichischen Sirnitz angekündigt. Zwei Jahre später sollte Schröppe dort erneut sprechen, das Thema: „Untergang oder Anfang Europas“.

Bildunterschrift: Zu den konspirativen Treffen der rassistischen „Artgemeinschaft“ wird niemand durch Zufall eingeladen.

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Radio Westfalica, 22.06.2015:

Diskussion um Waldorflehrer

In der Diskussion um einen angeblich rechtsgerichteten Lehrer an der Mindener Waldorfschule wird heute eine Einschätzung der Betragungsstelle gegen Rechtsextremismus erwartet. Eltern wollen von ihr wissen, wie sie die ganze Geschichte sieht. Die Situation ist einem Bericht des Mindener Tageblatt nach verzwackt.

Die Kollegen des Mannes sehen keine Anzeichen für rechtsgerichtete Aktivitäten und lehnen in eine Suspendierung ab. Die Landes- und Bundesverbände der Freien Waldorfschulen sehen das anders und fordern den Lehrer sofort vom Unterricht freizustellen. Aufgekommen ist die Diskussion vor zwei Monaten. Da kam raus, dass der Lehrer einige Jahre im rechtsgerichteten Bund Deutscher Unitarier gewesen sein soll. Außerdem soll er in einem umstrittenen Trägerverein Vorstand gewesen sein. Eltern finden, dass die Mindener Schule die ganze Sache nicht transparent genug aufgearbeitet hat.

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Neue Westfälische, 22.06.2015:

Rechte Aktivitäten: Kritik an Waldorf-Lehrer / Kollegen lehnen geforderte Suspendierung ab

Von Monika Jäger

Minden. Ein Lehrer der Mindener Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben. Die Vorstände des Bundesverbandes der Freien Waldorfschulen und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen haben die Schule jetzt aufgefordert, den Pädagogen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden.

Der Pädagoge soll einige Jahre im rechtsgerichteten Bund Deutscher Unitarier mitgearbeitet haben. Außerdem sei er Vorsitzender des Trägervereins des Friedhofs „Ahnenstätte Conneforde“, der lange von einem NPD-Politiker geführt wurde.

Das Mindener Kollegium hingegen steht nach einer internen Untersuchung zu seinem Kollegen: „Wir vertrauen ihm.“ Eine Gruppe aus der Elternschaft sieht das anders und besteht auf professionelle Aufarbeitung. Inzwischen wurde die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus aus Herford hinzugezogen.

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WABE-Koordinierungsstelle, 21.06.2015:

Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe aus dem Landkreis Nienburg mit vielen Kontakten in die rechte Szene

Bund der Waldorfschulen distanziert sich von Rechtsextremismus und Rassismus und empfiehlt die sofortige Freistellung des Lehrers vom Unterricht. Das Kollegium der Waldorfschule Minden spricht ihm angeblich dennoch das Vertrauen aus. Die SchülerInnen, die die Verbindungen nach Rechts herausgefunden haben, sind derzeit offensichtlich nicht an dem öffentlichen Diskurs beteiligt. Lehrkräfte und Eltern wurden zur Verschwiegenheit aufgefordert, um „der Schule nicht zu schaden“.

„Kassel / Hamburg / Stuttgart (HKU/WB.) Die Freie Waldorfschule Minden hat den Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) im Mai informiert, dass es deutliche Hinweise auf rechtsradikale Aktivitäten eines Kollegen gibt und zugleich um Unterstützung bei der weiteren Aufklärung gebeten. Die Recherchen des BdFWS und einer schulinternen Arbeitsgruppe haben diesen Verdacht erhärtet.

„Rechtsextremismus in jeder Form ist weder mit der Pädagogik noch mit dem zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis der Waldorfschulen vereinbar“, sagt Henning Kullak-Ublick vom BdFWS-Vorstand. Der BdFWS und seine Mitgliedseinrichtungen distanzieren sich ausdrücklich von jeder Form des Rechtsextremismus, Nationalismus, Rassismus oder anderen Formen der Diskriminierung. Entsprechend ist die Mitarbeit eines Lehrers, der diesem Spektrum angehört, ausgeschlossen.

Der Vorstand des BdFWS und der ARGE NRW haben die Mindener Waldorfschule daher aufgefordert, den betreffenden Kollegen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden.

Auf Empfehlung des BdFWS und der Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen (ARGE NRW) hat die Waldorfschule Minden zur Unterstützung zusätzlich die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ hinzugezogen.“

Soweit die Pressemitteilung des Bundes der Waldorfschulen vom 19. Juni 2015.

Am 20. Juni erschien darauf ein Artikel im Mindener Tageblatt, in dem die vielfältigen Verbindungen in die rechte Szene aus Sicht der Mindener Waldorfschule als „naiv“ dargestellt und verharmlost wurden.

Lehrer Schröppe ist unter anderem seit 2008 Vorsitzender der „Ahnenstätte Conneforde“, ein Amt, das er vom NPD-Gründungsmitglied Alfred E. Manke aus Bassum übernommen hat. Darüber hinaus wird über die Verbindungen zu den Unitariern und der völkischen Ludendorffer-Bewegung berichtet sowie über Veröffentlichungen in einschlägigen Publikationen.

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Mindener Tageblatt Online, 21.06.2015:

Update – Lehrer der Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben

21.06.2015 – 15.15 Uhr

Von Monika Jäger

Minden (mt). Ein Lehrer der Mindener Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben. Die Vorstände des Bundesverbandes der Freien Waldorfschulen und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen haben die Schule jetzt aufgefordert, den Pädagogen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden (www.waldorfschule.de/service/nachrichten/rechtsextremismus-in-jeder-form-nicht-mit-der-waldorfpaedagogik-vereinbar/).

Das Mindener Kollegium hingegen steht nach einer internen Untersuchung zu seinem Kollegen: „Wir vertrauen ihm.“ Eine Gruppe aus der Elternschaft sieht das anders und besteht auf professionelle Aufarbeitung. Inzwischen wurde die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus (Träger: Arbeit und Leben DGB / VHS im Kreis Herford) hinzugezogen. Deren Bericht wird für den Montag erwartet.

Eine Situation wie an der Mindener Schule, bei der sich Befürworter und Gegner fast erbittert gegenüberstehen, ist für die Berater dort nicht ungewöhnlich: „Das ist ein klassisches Muster, das wir aus vielen Beratungen kennen. Jetzt ist es wichtig, dass alle Beteiligten im Schulkontext wieder ins Gespräch kommen“, sagt Dr. Karsten Wilke, der die Mindener Situation aktuell begleitet.

In einer schriftlichen Presseerklärung heißt es seitens der Schule: Nach Abwägung der aktuell vorliegenden Ergebnisse unter Berücksichtigung der Erfahrung der Zusammenarbeit sei das knapp 30-köpfige Kollegium zu dem Schluss gekommen, dass der betreffende Lehrer „keinerlei rechtsextremes, rassistisches oder völkisches Gedankengut vertritt“. In geheimer Abstimmung sei ihm im Kollegium ohne Gegenstimme das Vertrauen ausgesprochen worden.

Seit Ende April die Verdächtigungen bekannt wurden, befasst sich eine interne dreiköpfige Arbeitsgruppe mit den Aktivitäten des beliebten Lehrers, der an der Schule seit rund 20 Jahren vor allem Handwerk unterrichtet. Ein Sprecher der Schule gegenüber dem MT: „Für uns stellt sich das Bild so dar, dass da ein großes Spannungsfeld besteht: Zum einen die Tätigkeit an der Schule, zum Wohle und zur Freiheit des Menschen. Und dann der Widerspruch, die Kontakte mit Rechts. Das macht es zu einer Ermessensentscheidung.“

Viele Kollegiums-Mitglieder glaubten und vertrauten den Einlassungen des Lehrers, dass er ahnungslos in die Nähe rechter Personen und Organisationen geraten sei. In einem 25-seitigen Bericht wurden die Erkenntnisse der internen Untersuchung zusammengestellt, mit Zitaten aus Veröffentlichungen des Mannes, Quellen und Nachweisen. Dieser wurde dem Kollegium und der Eltern-Vollversammlung mündlich vorgestellt. Einige Eltern baten anschließend um ein Gespräch mit dem Lehrer.

Auf MT-Nachfrage erklärten Eltern, über die Vorgänge sei in der Schule nicht transparent genug informiert worden, zum Beispiel hätten nicht alle Eltern über den Versammlungstermin Bescheid gewusst, und zum Gespräch mit dem Lehrer habe man sich schriftlich anmelden müssen. Bei dem Termin war schließlich auch ein Vertreter des Bundesvorstandes der Waldorfschulen zugegen.

In der vergangenen Woche organisierten besorgte Eltern dann selbst einen Infonachmittag mit den Fachleuten der Mobilen Beratungsstelle Arbeit und Leben.

Ob der Mann seine Stelle verliert, hat jetzt die zwölfköpfige Schulführungskonferenz zu entscheiden. Die Einlassung des Verbandes, den Lehrer zu suspendieren, habe lediglich empfehlenden Charakter, so der Schulsprecher. Er ist überzeugt: Die internen Recherchen haben ausreichend Licht in die Vorgänge gebracht.

Endergebnis: „Wir stellten jede Menge Kontakte ins rechtsextreme Umfeld fest.“ Bei der Befragung des Lehrers habe sich aber bestätigt, was die Kollegen gedacht hätten: „Er selber hegt keinerlei rechtsextreme Gedanken“, und er sei selbst „sehr verblüfft“ gewesen, dass einige seiner Kontakte zur rechten Szene gehören.

Doch beim Nachspüren der ehrenamtlichen Tätigkeiten des Mindener Lehrers stößt man schnell auf eine Reihe von Organisationen, denen zumindest große Nähe zu rechten oder rechtsextremen Kreisen nachgesagt, zum Teil auch nachgewiesen wurde.

So hat der Mann einige Jahre im „Bund Deutscher Unitarier“ (www.de.wikipedia.org/wiki/Bund_Deutscher_Unitarier) mitgearbeitet. Dieser Kontakt sei aber seit der Jahrtausendwende ausgelaufen, so der interne Untersuchungsbericht. Der Lehrer ist aktuell Vorsitzender des Trägervereins des Friedhofs „Ahnenstätte Conneforde“ bei Wiefelstede. Lange wurde der Verein von Alfred Manke geführt (1972 NPD-Bundestagskandidat). Dessen Nähe zur NPD habe der Lehrer bei der Übernahme des Postens auch angesprochen, so der Sprecher der Schule. Ihm sei dann ein Dokument vorgelegt worden, nach dem der Deutsche Presserat die Veröffentlichung einer Information, nach der Manke die NPD mit begründet habe, als nicht zutreffend missbilligt habe. „Das hat ihm genügt und ihn beruhigt.“

Seine Faszination für germanische Geschichte und die Bronzezeit führte für den Mann dann zu weiteren Kontakten und Veröffentlichungen von Beiträgen, die in rechts-nahen Verlagen erschienen. So etwa in einer Zeitung aus dem Umfeld der nationalistischen Ludendorff-Bewegung. Persönlich befreundet war der Mindener Lehrer auch mit weiteren Autoren von Publikationen in rechtsorientierten Verlagen.

„Wir haben sämtliche Texte gelesen und keine völkischen oder rassistischen Inhalte gefunden“, so der Sprecher der Schule.

Falls die Einschätzung der Beteiligten zutrifft, fragt sich: Darf ein Lehrer so naiv sein? Kann man tatsächlich in Organisationen mitarbeiten, die der rechten Szene nahe stehen, und es nicht merken? Der Sprecher der Schule erklärt das unter anderem damit, dass der Anfang der 60er Jahre geborene Lehrer erst 1992 nach Deutschland gekommen sei. Die Kontakte zu szenenahen Personen seien fast alle vor Jahren entstanden, und da gab es das Internet mit seiner Informationsfülle noch nicht.

Dennoch: Zwei Kontakte zu Organisationen, in denen szenenahe Personen aktiv mitgearbeitet haben (Ahnenstätte Conneforde, ebenso zum Kuratorium Arnau, Herrn Dr. Rix), sind aktuell oder nur wenige Jahre her.

Jetzt tritt das Kollegium – auch im Vorfeld der anstehenden bundesweiten Veröffentlichung eines Fachjournalisten – an die Öffentlichkeit. Der Lehrer unterrichtet zur Zeit nicht.

Information

Bund Deutscher Unitarier:

Verein, der sich laut Satzung dem Zweck verschrieben hat, „Menschen deutsch-unitarischer Religiosität europäischen Geistes im Streben nach religiöser Erkenntnis zusammenzufassen und zu betreuen“. Dem Bund gehörten in der Vergangenheit mehrere rechtsgerichtete Persönlichkeiten an. Der Verein verschreibt sich einer gewissen Rassenideologie, laut der eine Vermischung unerwünscht ist. Zweimonatig wird die Zeitschrift „Glauben und Wirken“ herausgegeben. Laut aktueller Satzung fällt das Vermögen des Vereins bei einer Auflösung an den Ahnenstättenverein Conneforde.

Ahnenstätte Conneforde:

Der Friedhof Ahnenstätte Conneforde ist vor allem deshalb immer wieder im Gespräch, weil dort mehrere Alt-Nazis begraben sind, darunter SS-Mann Hartmut Hertel oder Gertrud Herr, frühere Führerin im Bund Deutscher Mädel. Die Stätte liegt nahe des Heinenbarg, auf dem germanische Sonnenwendfeiern stattfinden. Vorsitzender des Trägervereins der Stätte war bis 2008 Alfred Mahnke. Mahnke kandidierte 1972 für die NPD im Bundestag und leitete ein rechtsextremes Schulungszentrum in Bassum.

Bund für (Deutsche) Gotterkenntnis, Ludendorff-Bewegung:

Die Vereinigung wird vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft und beobachtet. Gegründet wurde er von Erich Ludendorff und seiner Frau Mathilde. Mitglieder des Bundes vertreten vor allem die Auffassung, dass „die Trennung der Ethnien und Kulturen und die Vermeidung von Vermischungen wichtig ist, weil jedes Volk besondere Aspekte des Göttlichen repräsentiert“ und diese sonst verloren gingen. Der eingetragene Verein wurde 1961 vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindliche Organisation eingestuft und verboten. 1976 wurde das Verbot wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Der Bund veröffentlicht im zweimonatigen Rhythmus die Zeitschrift „Mensch und Maß“, verlegt im eigenen Verlag Hohe Warte.

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Mindener Tageblatt Online, 21.06.2015:

Lehrer der Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben

21.06.2015 – 10.15 Uhr

Von Monika Jäger

Minden (mt). Ein Lehrer der Mindener Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben. Vorstände des Bundesverbandes der Freien Waldorfschulen und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen haben die Schule jetzt aufgefordert, den Pädagogen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden ( www.waldorfschule.de/service/nachrichten/rechtsextremismus-in-jeder-form-nicht-mit-der-waldorfpaedagogik-vereinbar/ ). Das Mindener Kollegium hingegen steht nach ausführlicher Untersuchung der Zusammenhänge zu seinem Kollegen: „Wir vertrauen ihm.“

Nach Abwägung der aktuell vorliegenden Ergebnisse unter Berücksichtigung der Erfahrung der Zusammenarbeit sei das Kollegium zu dem Schluss gekommen, dass er „keinerlei rechtsextremes, rassistisches oder völkisches Gedankengut vertritt“. In geheimer Abstimmung wurde ihm ohne Gegenstimme das Vertrauen ausgesprochen, so die Schule in einer schriftlichen Erklärung.

Seit Ende April die Verdächtigung bekannt wurde, befasst sich eine Arbeitsgruppe mit den Aktivitäten des Mannes, der an der Schule seit rund 20 Jahren vor allem Handwerk unterrichtet. „Wir haben alles ausführlich untersucht“, so ein Sprecher der Schule gegenüber dem MT. „Für uns stellt sich das Bild so dar, dass da ein großes Spannungsfeld besteht: Zum einen die Tätigkeit an der Schule, zum Wohle und zur Freiheit des Menschen. Und dann der Widerspruch, die Kontakte mit Rechts. Das macht es zu einer Ermessensentscheidung.“

Viele Kollegiums-Mitglieder glaubten und vertrauten den Einlassungen des Lehrers, dass er ahnungslos in die Nähe rechter Personen und Organisationen geraten sei. Denn er habe im Schulwirken seit 20 Jahren stets so gehandelt, dass er rechtsextremen Zielen entgegen gearbeitet habe.

In einem 25-seitigen Bericht wurden die Erkenntnisse einer umfassenden internen Untersuchung dazu zusammengestellt, mit Zitaten aus Veröffentlichungen des Mannes, Quellen und Nachweisen. Dieser wurde nicht nur dem knapp 30-köpfigen Kollegium vorgestellt, sondern auch der Eltern-Vollversammlung. Aus Datenschutzgründen wurde der Bericht in Papierform jedoch nur einer kleinen Gruppe zugänglich gemacht. Einige Eltern baten anschließend um ein direktes Gespräch mit dem Lehrer.

Wie der Sprecher der Schule gegenüber dem MT erklärt, habe es seitens der Teilnehmer dieser Runde anschließend keine Forderung gegeben, den Lehrer zu entlassen. Ob er seine Stelle verliert, hat nun die zwölfköpfige Schulführungskonferenz zu entscheiden. Die Einlassung des Verbandes habe lediglich empfehlenden Charakter, so der Sprecher weiter.

Genauestens habe man die Aktivitäten des Lehrers untersucht. Bestürzendes Endergebnis: „Wir stellten jede Menge Kontakte ins rechtsextreme Umfeld fest.“ Bei der Befragung des Lehrers habe sich aber bestätigt, was die Kollegen seit Jahren der Zusammenarbeit auch gedacht hatten: „Er selber hegt keinerlei rechtsextreme Gedanken.“

In drei langen Gesprächen beantwortete der Lehrer alle Fragen der Arbeitsgruppe. Dieser sei selbst „sehr verblüfft“ gewesen, dass einige seiner Kontakte zur rechten Szene gehören, so der Sprecher der Schule zum MT.

So hat der Mann einige Jahre im „Bund Deutscher Unitarier“ (www.de.wikipedia.org/wiki/Bund_Deutscher_Unitarier) mitgearbeitet. Dieser Kontakt sei aber seit der Jahrtausendwende ausgelaufen und habe formal 2005 geendet, so der Untersuchungsbericht. Er ist aktuell Vorsitzender des Trägervereins des Friedhofs „Ahnenstätte Conneforde“ bei Wiefelstede. Lange sei der Verein von Alfred Manke geführt worden, der verschiedenen Berichten zufolge Mitbegründer der NPD war. Das habe der Lehrer bei der Übernahme des Postens dort auch angesprochen, so der Sprecher der Schule.

Ihm sei aber ein Dokument vorgelegt worden, nachdem der Deutsche Presserat die Veröffentlichung dieser Verbindung als nicht zutreffend missbilligt habe. „Das hat ihm genügt und ihn beruhigt.“

Seine Faszination für germanische Geschichte und die Bronzezeit führte für den Mann dann zu weiteren Kontakten und Veröffentlichungen von Beiträgen in Büchern und Zeitschriften, die in rechts-nahen Verlagen erschienen – etwa die im Jahr 2000 erschienene Antwort auf einen Artikel über die Externsteine aus einer Zeitung aus dem Umfeld der nationalistischen Ludendorff-Bewegung. Persönlich befreundet war der Mindener Lehrer auch mit weiteren Autoren von Publikationen in rechtsorientierten Verlagen.

„Wir haben sämtliche Texte gelesen und keine völkischen oder rassistischen Inhalte gefunden“, so der Sprecher der Untersuchungsgruppe. Wenn die Einschätzung der Beteiligten zutrifft, fragt sich dennoch: Darf ein Lehrer so naiv sein? Kann man tatsächlich in Organisationen mitarbeiten, die der rechten Szene zumindest nahe stehen, und es nicht merken?

Der Sprecher der Schule erklärt das unter anderem damit, dass der Anfang der 60er Jahre geborene Lehrer erst 1992 nach Deutschland gekommen sei. Die Kontakte zu szenenahen Personen seien auch fast alle vor Jahren gewesen, und als sie entstanden, gab es das Internet mit seiner heutigen Informationsfülle noch nicht. Dennoch: Zwei Kontakte zu Organisationen, in denen szenenahe Personen aktiv mitgearbeitet haben (Ahnenstätte Conneforde mit Alfred Manke, ebenso zum Kuratorium Arnau, Herrn Dr. Rix), seien aktuell oder nur wenige Jahre her.

Jetzt tritt das Kollegium – auch im Vorfeld einer anstehenden bundesweiten Veröffentlichung eines Fachjournalisten – offensiv mit diesem Thema an die Öffentlichkeit. Der Vorschlag des Verbandes zur Suspendierung und Kündigung – von dem sich der Sprecher überrascht zeigt, da alle Ergebnisse der internen Untersuchung stets ausgetauscht wurden – muss erst noch in der Schulführungskonferenz besprochen werden, der Lehrer unterrichtet bis zu den Sommerferien aus persönlichen Gründen nicht. Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold schätzt zur Zeit noch die Texte des Mannes ein, deren Experteneinschätzung, ob rassistisches oder völkisches Denken darin zu finden ist, wird am Montag erwartet.

Eltern, die ausdrücklich gegen eine Weiterbeschäftigung des Lehrers sind, haben sich inzwischen ans Mindener Tageblatt gewandt. Bericht dazu später hier auf MT.de.

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Mindener Tageblatt Online, 20.06.2015:

Lehrer der Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben

20.06.2015 – 17.55 Uhr

Von Monika Jäger

Minden (mt). Ein Lehrer der Mindener Waldorfschule soll rechtsgerichtete Aktivitäten verfolgt haben. Der Vorstand des Bundesverbandes der Freien Waldorfschulen und der Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen haben die Schule jetzt aufgefordert, den Pädagogen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden (www.waldorfschule.de/service/nachrichten/rechtsextremismus-in-jeder-form-nicht-mit-der-waldorfpaedagogik-vereinbar/). Das Mindener Kollegium hingegen steht nach ausführlicher Untersuchung der Zusammenhänge zu seinem Kollegen: „Wir vertrauen ihm.“

Nach Abwägung der aktuell vorliegenden Ergebnisse unter Berücksichtigung der Erfahrung der Zusammenarbeit sei das Kollegium zu dem Schluss gekommen, dass er „keinerlei rechtsextremes, rassistisches oder völkisches Gedankengut vertritt“. In geheimer Abstimmung wurde ihm ohne Gegenstimme das Vertrauen ausgesprochen, so die Schule in einer schriftlichen Erklärung.

Seit Ende April die Verdächtigung bekannt wurde, befasst sich eine Arbeitsgruppe mit den Aktivitäten des Mannes, der an der Schule seit rund 20 Jahren vor allem Handwerk unterrichtet. „Wir haben alles ausführlich untersucht“, so ein Sprecher der Schule gegenüber dem MT. „Für uns stellt sich das Bild so dar, dass da ein großes Spannungsfeld besteht: Zum einen die Tätigkeit an der Schule, zum Wohle und zur Freiheit des Menschen. Und dann der Widerspruch, die Kontakte mit Rechts. Das macht es zu einer Ermessensentscheidung.“ Viele Kollegiums-Mitglieder glaubten und vertrauten den Einlassungen des Lehrers, dass er ahnungslos in die Nähe rechter Personen und Organisationen geraten sei. Denn er habe im Schulwirken seit 20 Jahren stets so gehandelt, dass er rechtsextremen Zielen entgegen gearbeitet habe.

Ein 25-seitiger Bericht über die Erkenntnisse einer umfassenden internen Untersuchung dazu, mit Zitaten aus Veröffentlichungen des Mannes, Quellen und Nachweisen wurde dafür nicht nur dem knapp 30-köpfigen Kollegium vorgelegt, sondern auch der Eltern-Vollversammlung. Einige Eltern baten anschließend um ein direktes Gespräch mit dem Lehrer, am Ende sprachen sie sich – so der Sprecher der Schule – auch für den Mann aus. Ob er seine Stelle verliert, hat nun die zwölfköpfige Schulkonferenz zu entscheiden. Die Einlassung des Verbandes habe lediglich empfehlenden Charakter, so der Sprecher weiter.

Genauestens habe man die Aktivitäten des Lehrers untersucht. Bestürzendes Endergebnis: „Wir stellten jede Menge Kontakte ins rechtsextreme Umfeld fest.“ Bei der Befragung des Lehrers habe sich aber bestätigt, was die Kollegen seit Jahren der Zusammenarbeit auch gedacht hatten: „Er selber hegt keinerlei rechtsextreme Gedanken.“

In drei langen Gesprächen beantwortete der Lehrer alle Fragen der Arbeitsgruppe. Dieser sei selbst „sehr verblüfft“ gewesen, dass einige seiner Kontakte zur rechten Szene gehören, so der Sprecher der Schule zum MT.

So hat der Mann einige Jahre im Bund deutscher Unitarier mitgearbeitet. Dieser Kontakt sei aber seit der Jahrtausendwende ausgelaufen und habe formal 2005 geendet, so der Untersuchungsbericht. Er ist aktuell Vorsitzender des Trägervereins des Friedhofs „Ahnenstätte Conneforde“ bei Wiefelstede. Lange sei der Verein von Alfred Manke geführt worden, der verschiedenen Berichten zufolge Mitbegründer der NPD war. Das habe der Lehrer bei der Übernahme des Postens dort auch angesprochen, so der Sprecher der Schule. Ihm sei aber ein Dokument vorgelegt worden, nachdem der Deutsche Presserat die Veröffentlichung dieser Verbindung als nicht zutreffend gerügt habe. „Das hat ihm genügt und ihn beruhigt.“

Seine Faszination für germanische Geschichte und die Bronzezeit führte für den Mann dann zu weiteren Kontakten und Veröffentlichungen von Beiträgen in Büchern und Zeitschriften, die in rechts-nahen Verlagen erschienen – etwa die im Jahr 2000 erschienene Antwort auf einen Artikel über die Externsteine aus einer Zeitung aus dem Umfeld der nationalistischen Ludendorff-Bewegung. Persönlich befreundet war der Mindener Lehrer auch mit weiteren Autoren von Publikationen in rechtsorientierten Verlagen.

„Wir haben sämtliche Texte gelesen und keine völkischen oder rassistischen Inhalte gefunden“, so der Sprecher der Untersuchungsgruppe.

Wenn die Einschätzung der Beteiligten zutrifft, fragt sich dennoch: Darf ein Lehrer so naiv sein? Der Sprecher der Schule erklärt das unter anderem damit, dass der Anfang der 60er Jahre geborene Lehrer erst 1992 nach Deutschland gekommen sei. Die Kontakte zu szenenahen Personen seien auch alle vor Jahren gewesen, und als sie entstanden, gab es das Internet mit seiner heutigen Informationsfülle noch nicht.

Jetzt tritt das Kollegium offensiv mit diesem Thema an die Öffentlichkeit. Der Vorschlag des Verbandes zur Suspendierung und Kündigung – von dem sich der Sprecher überrascht zeigt, da alle Ergebnisse der internen Untersuchung stets ausgetauscht wurden – muss erst noch in der Schulführungskonferenz besprochen werden, der Lehrer unterrichtet bis zu den Sommerferien aus persönlichen Gründen nicht. Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold schätzt zur Zeit noch die Texte des Mannes ein, deren Experteneinschätzung, ob rassistisches oder völkisches Denken darin zu finden ist, wird am Montag erwartet.

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Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 19.06.2015:

Pressemitteilung / Rechtsextremismus in jeder Form nicht mit der Waldorfpädagogik vereinbar

Kassel / Hamburg / Stuttgart (HKU/WB.) Die Freie Waldorfschule Minden hat den Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) im Mai informiert, dass es deutliche Hinweise auf rechtsradikale Aktivitäten eines Kollegen gibt und zugleich um Unterstützung bei der weiteren Aufklärung gebeten. Die Recherchen des BdFWS und einer schulinternen Arbeitsgruppe haben diesen Verdacht erhärtet.

„Rechtsextremismus in jeder Form ist weder mit der Pädagogik noch mit dem zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis der Waldorfschulen vereinbar“, sagt Henning Kullak-Ublick vom BdFWS-Vorstand. Der BdFWS und seine Mitgliedseinrichtungen distanzieren sich ausdrücklich von jeder Form des Rechtsextremismus, Nationalismus, Rassismus oder anderen Formen der Diskriminierung. Entsprechend ist die Mitarbeit eines Lehrers, der diesem Spektrum angehört, ausgeschlossen.

Der Vorstand des BdFWS und der ARGE NRW haben die Mindener Waldorfschule daher aufgefordert, den betreffenden Kollegen mit sofortiger Wirkung vom Unterricht freizustellen und die Zusammenarbeit zu beenden.

Auf Empfehlung des BdFWS und der Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen (ARGE NRW) hat die Waldorfschule Minden zur Unterstützung zusätzlich die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ hinzugezogen.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V.

Die derzeit 234 deutschen Waldorfschulen haben sich zum Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS) mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen, wo 1919 die erste Waldorfschule eröffnet wurde. Seit 2013 sitzt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS als Zweigstelle in Hamburg. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr.

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„Unsere“ Nazi-Waldorfschulen versuchen sich in Geschichtsklitterung …

 

… das können die – sonst nicht so viel …

 

Mindener Tageblatt Online, 02.09.2015:

Leserbrief / Erkenntnis Fehlanzeige / Betr. Leserbriefe zu entlassenem Waldorf-Lehrer

02.09.2015 – 18.20 Uhr

Im Mai war öffentlich geworden, dass ein an der Waldorfschule in Minden tätiger Lehrer tief in die extreme Rechte verstrickt ist. Er schrieb Artikel für die Zeitung der neonazistischen „Artgemeinschaft“, stand auf deren Teilnehmerlisten, organisierte Treffen einer extrem rechten Religionsgemeinschaft, referierte und schrieb für und bei einschlägigen Organisationen und Verlagen. Nachdem immer mehr Details ans Licht der Öffentlichkeit kamen, teilte die Waldorfschule am 10. August mit, dass der Arbeitsvertrag im Einvernehmen aufgelöst wurde. Der Sprecher der Schule teilte im Gespräch mit, dass „der Druck, der seitens des Bundes der Freien Waldorfschulen aufgebaut worden war, den Entschluss wesentlich beeinflusst“ habe. Dem Lehrer wurde eine Abfindung gezahlt, deren Höhe die Schule nicht bekannt gab.

Betrachtet man die danach im Mindener Tageblatt veröffentlichten Leserbriefe, so wird deutlich, dass mit der Vertragsauflösung nur ein Teil des Problems gelöst wurde, dass dieser Schritt notwendig war – und dass noch viel Aufklärung oder weitere Konsequenzen notwendig sind.

Festzustellen ist einerseits, dass in den Artikeln immer wieder entlastende Behauptungen aufgestellt werden, die nicht den Tatsachen entsprechen. So, wenn behauptet wird, dass der Lehrer nicht „nazistisch publiziert“ habe, oder versucht wird, seine Aktivitäten in der extremen Rechten dadurch zu legitimieren, dass Personen, die im Nationalsozialismus aktiv waren, nach Kriegsende unbehelligt ihre Karriere fortsetzen konnten. Nach dem Motto „wenn schon die originalen Nazis das durften, dann kann man es doch hier nicht verwehren“. Kurze Zeit später erschien unter dem Titel „Rufmord ist auch Mord“ ein Leserbrief. Der Autor versucht, die Informationen über den Lehrer als Resultat einer „Rufmord“-Kampagne darzustellen. In Wirklichkeit habe es sich um „bestattete Leichen“ gehandelt. Auch hier werden die nachgewiesenen extrem rechten Aktivitäten bagatellisiert oder geleugnet. Der Autor schließt mit dem Satz: „Die Mindener stehen vor der Entscheidung, ob sie mithelfen wollen, den verbrieften Schutz der persönlichen Ehre durch die Wiederherstellung des guten Rufes des Lehrers zu gewähren oder ob wir das Feld weiter den politischen Hexenjägern überlassen.“

Den „guten Ruf“ scheint in einem weiteren im Mindener Tageblatt veröffentlichtem Leserbrief ausgerechnet der derzeitige Sprecher der Schule wieder herstellen zu wollen, wenn dieser schreibt: „Im Zweifel für den Angeklagten“. In diesem Leserbrief wird die Aufdeckung der Verstrickungen als „Gesinnungskrämerei“ denunziert, das Gutachten der Mobilen Beratungsstelle sinnentstellend zitiert und letztendlich mit der Überschrift der Eindruck einer ungerechten Vorverurteilung erzeugt. Dass der Sprecher trotz des katastrophalen Agierens der Schule diese als „eine Schule, in der Unterdrückung, weltanschauliche Manipulation oder Gesinnungskämpfe keinen Platz haben“ bezeichnet, macht deutlich, dass er inhaltlich nichts begriffen hat. In einem von einzelnen Lehrkräften erstellten Gutachten über die völkisch-religiöse Publikation „Glauben und Wirken“, in der der Lehrer schrieb, resümierten diese: „Grundsätzlich zeigt sich in den Heften ein sehr freiheitsliebendes Denken, in dem eine Reihe von Ähnlichkeiten mit der Anthroposophie zu erkennen sind.“

Die im Mindener Tageblatt veröffentlichen Leserbriefe versuchen das Rad der Erkenntnis zurückzudrehen und verschleiern die eigentliche Dimension des Problems. Dass der Sprecher der Schule daran beteiligt ist, zeigt das wirkliche Ausmaß dieses Vorfalls.

Jan Raabe, Bielefeld

 

… Alles wie immer gehabt: Sture, starrsinnige Erkenntnis-Verweigerung von Dornach/Schweiz bis Minden. Diese Bornierten tun hinterher dann immer auch noch blöd. Darin sind die Weltmeister.

Stumpfsinnige Waldorf-Idioten darf man denen trotzdem nicht sagen, die haben schliesslich ihre zuhaltenden Waldorf-Nazi-Weiber, „Eva Brauns“ in spe en masse … Deren permanenter „Waldorf-Song“ …

 

Die Gedanken sind frei!

 

Gunther Thriene

(Hervorhebung von mir …)

 

 

„Die EU ist ein Titanic-Projekt, das die völlige Zerstörung Europas zum Ziel hat, und es in den nächsten großen Krieg stürzen soll.“

 

DER EUROPÄER, Basel schreibt das im September 2015 und dazu …

 

Zu dieser ganz offenbaren weltweiten und eben auch wieder einmal deutschen Kriegstreiberei passt ein Leserbrief in der Sollinger Allgemeinen vom 23. Juni 2015:

 

Wahnsinnige Summe – Zum Wettrüsten

Der Irrsinn einer neuen Runde Wettrüsten scheint wieder unaufhörlich seinen Lauf zu nehmen. Unsere (…) Bundeswehr hat zur Verteidigung unseres Landes derzeit einen Jahresetat von 33 Milliarden (zum besseren Verständnis: 1 Milliarde sind 1000 Millionen Euro). Wie aus den Medien zu entnehmen, ist eine Verteidigung aufgrund von marodem Material und fehlgeschlagenen Großprojekten mehr als in Frage zu stellen. Weiter ist davon auszugehen, dass dieser Etat aufgrund der weltpolitischen Lage noch wesentlich steigen wird.

Ein kleiner Vergleich für diese wahnwitzige Summe: So fördert die Bundesregierung das Projekt Elektromobil mit 500 Millionen Euro, was 1,5 Prozent des Verteidigungsetats ist. Daran ist zu sehen, wo der Zug hinfährt und wo Politik und Industrie die Schwerpunkte setzen. So viel zu den vollmundigen Versprechungen bezüglich des Klimawandels. Wie viele Kriege, Atomkriege bei dem weltweiten Arsenal verträgt die Menschheit noch? (…)

Willi Möller, Frankenberg

 

 

Der Bund der Freien Waldorfschulen versucht stümperhaft, seinen Riesen-Nazi-Puff aufzuräumen …

 

Eine Pressemitteilung dieses „Bundes“, Sommer 2015:

 

Rechtsextremismus ist mit Waldorfpädagogik unvereinbar

Stuttgart, 25. Juni 2015/HKU. Nach der Entscheidung der Mindener Waldorfschule, den Lehrer vorerst zwar vom Unterricht zu suspendieren, ihm aber nicht zu kündigen, erklärte der Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS):

„Rechtsextremismus ist in jeder Form mit der Tätigkeit an einer Waldorfschule unvereinbar.

Das Gutachten der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW“ hat unsere Auffassung bestätigt, dass ein Verbleib des Lehrers an der Schule weder pädagogisch noch mit Blick auf den zivilgesellschaftlichen Anspruch der Waldorfschulen zu verantworten ist.

Wir erwarten von der Schulleitung unmittelbar zu Beginn des neuen Schuljahres die klare Entscheidung, sich von dem Lehrer zu trennen. Sollte sie sich bis dahin nicht dazu entscheiden, werden wir die Einleitung eines Ausschlussverfahrens der Schule aus dem BdFWS prüfen.“

 

Der „Rest“ ist bekannt: Das Kollegium trennte sich 2 (in Worten: zwei) Tage vor Beginn des neuen Schuljahres von diesem Kollegen lediglich aufgrund äusseren Druckes: Dieser obigen Androhung und zahlreicher weiterer Presseartikel …

Lächerlich! – Rechtsextreme „Waldorf-Kollegen“ finden nachweisbar nicht erst seit Anfang der 90er Jahre, aber dann eindeutig vermehrt anerkennende Anstellung in Rudolf Steiner Schulen – angefangen in der Schweiz(!), vervielfacht fortgesetzt dann in Deutschland -. Das sind ca. mindestens 25 Jahre, in denen sich ‚ganz prima‘ neo-nazistische Netzwerke im Waldorfzwergen-Tarnmantel entwickeln konnten – und leider auch – „dank“ schweizer, da insbesondere permanent penetranter Dornacher „Goetheanum“-Zuhälterei – weiterhin entwickeln werden …

Die allesamt haben einen Lehrer: A.H. – leider und ganz sicher nicht Rudolf Steiner. Punkt.

 

Gunther Thriene

 

Siehe auch: Dr. Murksel muttiviert sogar die schweizer Rütli-Nazis

 

 

Das „Ende“ einer jahrzehntelangen Nazi-Zuhälterei in der Waldorfschule …

 

… – hier am Beispiel Minden – wird durch diese Sammlung aller 69 Presse-Artikel, Nachrichten etc. innert der vergangenen zehn Wochen (19.06.-02.09.2015) unter dem Titel „Die Waldorfschule Minden und der völkische Aktivist Wolf-Dieter Schröppe“ gut dokumentiert …

Das Ende!?

Die Vergangenheit (Rudolf Steiner-Schule Zürich-Adliswil, FWS Braunschweig, FWS Rendsburg, jetzt FWS Minden, aufgeflogen FWS Berlin-Kreuzberg – etc. pp. – neurechte Seilschaften zuhauf ‚verkauft‘ als „Freie Waldorfschule“)  lehrt :

Die machen weiter, als wäre nichts geschehen …

(Selbst-)Erkenntnis: WATT DATT DENN!!!???

 

Gunther Thriene

 

 

Deutschlands „erste“ Neonazi-„Waldorfschule“!?

 

 

Völkischer Pädagoge?

Wolf-Dieter Schröppe ist Waldorfschullehrer. …

Update 31.07.2015: „… Was ist los an der Freien Waldorfschule Minden? …“

Presse-Dokumentation – Stand: 02.09.2015 – „Einvernehmliche“ Trennung mit Abfindung – 69 Artikel :

Die Waldorfschule Minden und der völkische Aktivist Wolf-Dieter Schröppe

 

 

 

Anthroposophie: Die Jesuiten sitzen mitten im Dornacher Goetheanum …

 

… und das nicht erst seit heute:

 

… Schon 14 Tage vor meiner Abreise nach Dornach hatte ich in der Nacht ein Erlebnis und hörte eine Stimme sagen: »Melde
Dich gleich zum Wort, sonst wird keine Zeit sein für
Dich, zu sprechen.« So telegraphierte ich meine Wortmeldung
gegen die Anträge. Die Wortmeldungen sollten
nach dem Datum ihres Eintreffens berücksichtigt
werden. Noch durch ein anderes Nachterlebnis mit Dr.
Steiner wurde mein Entschluß, einzugreifen gegen die
Anträge, befestigt. In diesem stellte er mir die Frage,
ob ich den Jesuiten in der Gesellschaft kenne, der in
zerstörerischer Weise arbeite. Jesuitischer Geist war es
also! Dieser Hinweis wurde mir zum Leitfaden meiner
späteren Beobachtungen innerhalb und außerhalb der
anthroposophischen Ereignisse. Bekämpfung der anthroposophischen Gesellschaft, Kampf gegen den Geist
lag immer und liegt weiter im Hintergrunde alles äußeren
und inneren Geschehens, besonders seit dem 30jährigen
Kriege. Dieses im Einzelnen zu durchschauen,
war seither mein Bemühen. Das Nachterlebnis vor der
Generalversammlung zeigte mir den Weg, wie ich arbeiten
sollte, um die Verbindung mit dem großen Lehrer
nicht zu verlieren.

Aus Aufzeichnungen Ludwig Polzer-Hoditz‚ über das Jahr 1935 (Unterstreichung von mir).

 

 

„Schwellengang“

 

SCHWELLENGANG

 

Der Weg ist schmal, die Nacht ist wirr,

Wohin soll ich mich wenden?

„Ich bin mit dir, o folge mir,

Im Heil wird alles enden.“

Das Wasser rauscht,

Tief ist die Furt,

Wie findet sich das Ufer?

„Ich bin mit dir, o folge mir,

Erwarte dich als Bruder.“

Die Bahn ist steil,

Der Stein ist glatt,

Schon stürz‘ ich angstbeschwert hinab,

Wo bist du nur, mein Rufer?

„Ich bin mit dir, o folge mir

Hinan ans Geistesufer“ –

Der See ist uferlos und weit,

Die Nebel sinken dichter,

O Herr, der Segler ist bereit,

Wo find ich dich, mein Richter?

„Ich bin in dir, o folge mir

In Tiefen und auf Höhen,

Die Weisheit macht die Tiefen hell,

Die Liebe stützt die Höhen.“

 

Berta Gräfin Polzer-Hoditz am 24. Juni 1915

 

Anmerkung: Das Gedicht wurde von ihrem Ehemann Ludwig Polzer-Hoditz seinem Buch DAS MYSTERIUM DER EUROPÄISCHEN MITTE (Ausgabe 1928) hintangestellt, das er ihr auch widmete „in treuem Gedächtnis an unseren großen Lehrer Dr. Rudolf Steiner“. Laut einem Hinweis dort erschien es vorher in „Ausschau – Einschau“. Gedichte. Selbstverlag. – (ohne Zeitangabe). – Das Datum unter dem Gedicht ist bedeutsam, macht es doch darauf aufmerksam, dass neben Steiner eben auch zumindest Berta und Ludwig Polzer-Hoditz sehr früh die weltgeschichtliche Zäsur deutlich war, deren politisch gewollter Unerkenntnis im 20. Jahrhundert Millionen und Abermillionen Menschen zum Opfer fielen – und auch heute noch fallen. Dumm gehaltene Völker parieren und marschieren besser …

 

„Mandarin mit Rudolf Steiner“

 

 

Es erstaunt immer wieder, wie eine eher wohl spiessbürgerliche WELTamSONNTAG-Redaktion zu ihren Texten wie unter obiger Überschrift am letzten Sonntag des Jahres 2013 kommt: Das Haken-Schlagen vom 1925 verstorbenen Rudolf Steiner bis zum heutzutage angeblich notwendigen Chinesischkurs will erst einmal auch für absolut rom-treue, weil darauf eingeschworene Springer-Konzern-Mitarbeiter ‚gekonnt sein‘ …

Dabei sind die ‚Schüler‘ Rudolf Steiners auch da der WELT-Zeit voraus – und haben lange schon ihre Waldorfschulen auch in China und in Taiwan!

Im Gegensatz zu DIE WELT ist WALDORF also längst Weltmarkt-kompatibel.

Also wozu das ganz und gar spießige, unweltmännische Wortgedrechsel hier wie oft auch dort!? – Zur Vernebelung der Tatsache, dass man hier wie dort nicht wirklich denken kann(!?), „… daß man unter „Anthroposophen” vieles gelernt hat, nur nicht das Denken.”!?

 

 

Gunther Thriene

 

 

„Die einzige Hilfe, die wir jetzt Deutschland bieten können, heißt Schweigen.“

 

… oder: Warum Nazi-Sektierer – egal, wo auf der Welt – ‚vollkommen falsch gewickelt sind’:

 

… Aurobindo beschäftigte sich auch mit den Ursachen für den Aufstieg Hitlers. Schon während des Ersten Weltkriegs hatte er mit geradezu prophetischem Weitblick erkannt, dass ein Sieg der Entente über Deutschland nicht ausreichen würde, um die deutsche Aggression zu bändigen. „Es kann leicht zu einer neuen Verkörperung dieses Geistes [des aggressiven und militaristischen Deutschlands] kommen (…). Solange die alten Götter am Leben sind, nützt das Brechen oder das Niederschlagen des Körpers, den sie beleben, nicht viel, denn sie wissen wohl zu transmigieren. Deutschland unterwarf den napoleonischen Geist 1813 in Frankreich und brach 1870 die Überreste der französischen Vorherrschaft in Europa. Dasselbe Deutschland wurde zur Inkarnation dessen, was es unterworfen hatte. Das Phänomen kann sich leicht in einem furchtbareren Ausmaß wiederholen.“ Zweifellos bewunderte Aurobindo Deutschlands geistige Leistungen, seine grossen Philosophen wie Kant, Hegel, Fichte und Nietzsche, und seine grossen Musiker wie Beethoven und Wagner, doch habe das deutsche Volk die Grösse seiner geistigen Potenz missbraucht, da es sich von seinem vitalen, triebgesteuerten Wesen habe leiten lassen. Deutschland „hatte sein vitales Ich für sein Wesen gehalten; es hatte seine Seele gesucht und nur seine Stärke entdeckt. Wie [der Dämon] Asura hatte Deutschland zu sich selbst gesagt: ‚Ich bin mein Körper, mein Leben, mein Verstand, mein Temperament‘, und hat sich mit titanischer Gewalt daran gebunden. Es hatte vor allem gesagt: ‚Ich bin mein Leben und mein Leib.‘ Einen größeren Fehler als diesen kann es weder für Mensch noch Nation geben. Das Selbst des Menschen und der Nation ist mehr und göttlicher als jene. Es ist größer als seine Werkzeuge und kann nicht in einer körperlichen, vitalen, durch Verstand und Temperament bedingten Form eingeengt werden. Eine solche Begrenzung kann – selbst wenn dieses falsche Gefüge in dem waffenstarrenden sozialen Gebilde eines riesigen kollektiven menschlichen Ungetüms verkörpert wird – das Wachstum der inneren Wirklichkeit nur zum Ersticken, Verfall oder Erlöschen bringen, das alles Ungeformte und nicht Angepasste überfällt.“

Um diese „titanische Gewalt“ ein für allemal zu bändigen, sei es, erklärte Aurobindo nach Kriegsende, nicht angebracht, „den Deutschen auf den Rücken zu klopfen, sie zu umarmen und zu trösten. Wenn man ihnen erlaubt, ohne Schwierigkeiten wieder auf die Beine zu kommen und ohne dass sie Wiedergutmachung leisten für den Schrecken der Finsternis und des Leids, die sie über die Welt brachten, werden sie sich wieder erheben, um nur dasselbe noch einmal zu tun – es sei denn, jemand kommt ihnen zuvor. Die einzige Hilfe, die wir jetzt Deutschland bieten können, heißt Schweigen.“…

ALLES HIER …

(Hervorhebung, Unterstreichung von mir.)

 

 

„Der Sturz der Engel …“

 

Raffael St.Michael (um 1505)

Raffael: St. Michael (um 1505)

 

… (Zitat von hier …)

In der Anthroposophie wird Luzifer als „Lichtträger“ (Lucifer = lat. Lichtträger) verstanden, der die Menschen aus dem irdischen Dasein in ein sinnlich-geistiges Zwischenreich führen will (anstatt in die rein geistige Wirklichkeit Gottes). Luzifer ist es nach Rudolf Steiners Ausführungen auch, der Adam und Eva im Paradies verführte und ihnen zu früh die Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen gab, also zu einem Zeitpunkt, zu dem die Menschen noch nicht bereit dafür waren. Seither sind die Menschen tiefer in die sinnliche Welt geraten und wurden für andere widergöttliche Wesenheiten zugänglich.
Die Tätigkeit Luzifers hat also das Wirken des zweiten bösen Geistwesens, das Rudolf Steiner Ahriman nennt, ermöglicht. Ahriman hingegen möchte die Menschen in ein sinnlich-materielles Zwischenreich führen, das auch als untermenschlich bezeichnet werden kann.
In der Anthroposohpie gibt es demnach zwei gefallene Engel mit ihren jeweilgen zugehörigen Engeln: Luzifer und Ahriman. Luzifer, der rauschhaft, schwelgerische und weltflüchtige Engel, der die Menschen mit dem Gefühl von Genuss und Auflösung lockt, steht gegenüber Ahriman, dem materialistisch-technischen, kalt berechnenden Engel, der die Menschen mit Kontrolle und Vereinheitlichung lockt. Dazwischen sieht die Anthroposophie Christus, der die Menschen zu ihrer eigenen Bestimmung bringt und sie zu Freiheit, Liebe und ewigem Leben (Weiterentwicklung) führt.

 

 

Nationaler Trauertag(?): Kindheitskräftemißbrauch an der Rudolf-Steiner-Schule München-Schwabing (II) …

 
 
 
Frühere Hinweise wurden ignoriert

Lehrer soll Waldorfschüler sexuell missbraucht haben

München – Es war eine Nachricht, die an der Rudolf-Steiner-Schule in Schwabing alles verändert hat: Ein Lehrer soll fünf Waldorfschüler sexuell missbraucht haben. Nun steht der Prozess gegen den 57-Jährigen kurz bevor.

Der Mann, der eine ganze Schule in die Krise stürzte, genoss als Lehrer einen exzellenten Ruf. Gisela Meining-Schopf, Lehrerin an der Rudolf-Steiner-Schule in Schwabing, erinnert sich gut, was Eltern über ihren ehemaligen Kollegen sagten: „Dieser Lehrer kennt unser Kind fast besser als wir.“ Über 25 Jahre lang war Rudolf F. (57, Name geändert) an der Münchner Waldorfschule tätig. „Er galt als begabter Pädagoge mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen“, sagt Meining-Schopf. „Wir mussten lernen, dass dies womöglich Tarnung war.“ Denn Rudolf F. soll seine Position auf schlimmste Weise ausgenutzt haben.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft ihm 22 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor. In seiner Wohnung in Landsberg und während einer Klassenfahrt soll er sich an fünf Schülern im Alter von zehn und elf Jahren vergangen haben. Laut Anklage passierten die Taten in zwei Zeiträumen: von Mai 1998 bis Juni 1999 und von Mai 2011 bis zu den Sommerferien 2012. Dann flog Rudolf F. auf – und ließ verstörte Schüler, Eltern und Kollegen zurück. „Letztlich geben Eltern ihr Kind in die Waldorfschule, weil es besonders behütet sein soll“, sagt Meining-Schopf. „Die Fallhöhe bei einem Vertrauensverlust ist unglaublich hoch.“ Schülervater Klaus Weise bestätigt das: „Mein Sohn geht auf die Waldorfschule, und das hat für mich immer impliziert: Dort kann so etwas nicht sein. Im Nachhinein komme ich mir naiv vor.“

Es waren die Opfer selbst, die den Pädagogen meldeten. Rudolf F. wurde erst suspendiert, dann wurde ihm fristlos gekündigt, er sitzt in U-Haft. Am kommenden Montag soll in Augsburg der Prozess gegen ihn beginnen, noch ist unklar, ob der 57-Jährige die Taten einräumen, leugnen oder zu den Vorwürfen schweigen wird.

Fest steht: Seit die Missbrauchsvorwürfe am 24. Juli 2012 bekannt wurden, ist die Schule nicht mehr dieselbe. „Am Tag darauf wurde ein Krisenteam gebildet“, sagt Jakob Marti, Schülervater und Vorstandsmitglied. „Man befürchtete natürlich schlimmste Reaktionen von Seiten der Eltern.“ Die Kommunikation habe aber gut funktioniert, Kurzschlussreaktionen – etwa panische Abmeldungen von Schülern – habe es nicht gegeben.

Innerhalb von zehn Tagen waren das Kultusministerium, das Kinderschutzzentrum und „Kibs“, eine Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt, involviert. Noch im Juli begannen Gespräche mit den Kindern, die Opfer werden bis heute psychologisch betreut. „Wir haben die betroffene Klasse halbiert, um genügend Aufmerksamkeit für die einzelnen Kinder zu sichern“, sagt Meining-Schopf. Psychologen sprachen auch mit den Lehrern, im März begann „Kibs“ dann mit der Supervision des Kollegiums. In sieben Sitzungen wurden die Missbrauchsvorwürfe aufgearbeitet. „Das war ein schmerzhafter Prozess“, sagt Meining-Schopf. „Letztlich hat man Schuldgefühle und fragt sich: Wieso ist mir nichts aufgefallen? Am liebsten würde man die Rückwärts-Taste drücken.“

Erschwerend kommt hinzu: Schon zwei Mal hatte es diffuse Hinweise auf einen möglichen Missbrauch durch Rudolf F. gegeben – in den Jahren 1989/90 und 1999/2000. „Diese Hinweise waren an den falschen Stellen innerhalb der Schule platziert, ihnen wurde nicht geglaubt“, sagt Meining-Schopf. „Das müssen wir ändern, es muss eine Mitteilungspflicht an die Verantwortlichen geben, sobald so etwas aufkommt.“ Diese Dokumentationspflicht soll Teil eines Präventionskonzepts werden, das in diesem Schuljahr erarbeitet wird. „Wichtig für eine gesunde Präventionskultur ist das Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Misstrauen“, sagt Vorstandsmitglied Marti. „Das müssen wir finden.“

akg

 
 

„Unseren“ Waldorf-Nazis …

 

Jedem in „Waldorf-Kreisen“ war und ist der seit mindestens 30 Jahren schwelende Konflikt zwischen dem Bund der Freien Waldorfschulen und dem Gründer der Freien Waldorfschule Kempten Sigurd Böhm, der am 08.02.2013 über die Schwelle des Todes ging, zumindest von Hörensagen bekannt …

In Sigurd Böhm’s biographischer Kurz-Schilderung auf der Homepage „seiner Schule“ ist nun interessanterweise Folgendes zu lesen:

 

Geboren 1923, besuchte der Knabe die Freie Waldorfschule Stuttgart bis zu deren Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938. Er verweigerte sich stets der Zwangsmitgliedschaft in der Hitlerjugend. Mit einigen Lehrern der Freien Waldorfschule, die mit den Nazis zu kollaborieren schienen, brachte ihn dies in ernsten Konflikt. Im Gymnasium erhielt er wegen seiner HJ-Verweigerung jeden Samstag Rektoratsarrest und musste über seine Beweggründe Aufsätze schreiben. – 1942 wurde Böhm zum Kriegsdienst eingezogen und 1944 verwundet. Bei seinem Aufenthalt im Lazarett Winnenden wurde er Zeuge von Hinrichtungen in dem ebenfalls dort befindlichen Zwangsarbeitslager …

Als ‹Strandgut des Endsiegs› kam Sigurd Böhm 1944 nach Kempten. … Bei der Entnazifizierung werde er wegen der Angabe «Kein Mitglied der HJ» unter dem Vorwurf der Fragebogenfälschung inhaftiert. Die Richtigkeit der Angabe wurde aber durch einen Angehörigen des Militärgerichts, der Böhms Geschichte  aus erster Hand kannte, bestätigt. Er erwirkte von der Militärverwaltung die Genehmigung für den Betrieb einer freien Schulstube in einer Privatwohnung in Kempten durch Sigurd Böhm, wo dieser heimatlose streunende Kinder unterrichten konnte. …

 

Da war also ein junger Mensch, der sich der Mitgliedschaft in der HJ verweigert hatte. Selbst ein jetzt zurückgetretener deutscher Papst hatte das nicht gewagt! (Und: Wer kann von sich sagen, daß er so mutig gewesen wäre!? – Selbst Hans und Sophie Scholl waren anfänglich begeisterte HJ- bzw. BDM-Mitglieder …)

Dieser Mensch wird später vom Bund der Freien Waldorfschulen angeklagt, weil er den Religionsunterricht in seiner Waldorfschule nicht erteilen liess …

Da stellen sich doch zumindest ernsthafte Fragen: War und ist es etwa nicht religiös in vollen Sinne des Wortes, sich der HJ verweigert zu haben!?

Waren und sind es nicht gerade die Kinder bzw. Schüler der NS-Kollaborateure in der Waldorf-Lehrerschaft, die später als Erwachsene diese Klagen wider ihn formulierten und lancierten!? – Hiermit sollen nicht eindeutige Fehlentwicklungen in seiner Schulgründung schöngeredet werden!

Aber nur der mir jetzt bekanntgewordene kurze biographische Abriss weist vom jugendlichen Grunde seines Lebenspanoramas auf etwas ganz anderes hin als sektiererisches Verhalten!

Sektierer sind doch die „Freien Waldorfschulen“, die jahrelang innerhalb des Bundes der Freien Waldorfschulen Neo-Nazis in ihren Kollegien hatten und haben(!!!) – und dies nicht wahrhaben woll(t)en. Von Kinderschändern in deren Reihen an „renommierten“ Waldorf- bzw. Rudolf-Steiner-Schulen oder gar mafiösen Zuständen wollen wir erst gar nicht reden …

Diese Gruppierung der Mitglieder im sog. Bund der Freien Waldorfschulen hat also allen Grund, erst einmal den „eigenen Stall gründlich auszumisten“ … 

Oder würde man dort wie an der FWS Göttingen Kinder von NPD-Mitgliedern jetzt auch evtl. NSU-Kinder blauäugigst unterrichten wollen?

(Und: Dass sich in einer deutschen Universitätsstadt eine den deutschen Nationalisten zuhaltende Waldorf-Kollegenschaft etablieren kann, weist eher eindeutig auf menschheitsverbrecherische, kriminelle Vorgänge als wissenschaftliche Standards hin …)

Welche Wege bereiten die Waldorfschulen den ihnen anvertrauten Kindern!? – den ‚Weg‘ nach ‚Stalingrad II‘ !!!???

Nationalsozialismus made auf Schwizerdytsch”

Nachtrag Sommer 2015 – wie zum traurigen „Beweis” -: Presse-Dokumentation:Die Waldorfschule Minden und der völkische Aktivist Wolf-Dieter Schröppe

Dr. Murksel muttiviert sogar die schweizer Rütli-Nazis

 

Gunther Thriene

 

 

Vertreibt Europa wieder einmal seine besten Geister!?

 

I am also ideologically driven in my decisions, seeing the excesses of modern capitalism leading the world to a catastrophe. I don’t want to be part of that mechanism. It’s for my soul’s salvation.

(… Ich … sehe, dass die Exzesse des modernen Kapitalismus die Welt in eine Katastrophe führen. Ich möchte nicht ein Teil dieses Mechanismus sein. Es ist für mein Seelenheil. …)

 

Adina Spire floh im Jahre 2009 aus Rumänien – Mitglied der EU seit 2007 – nach Russland (siehe oben verlinkten englischsprachigen Artikel).

 

Gunther Thriene

 

 

„Unsere“ Nazi-Weiber im WaldorflehrerInnen-Gewand …

 

… – müssen, karmisch ganz folgerichtig und konsequent in den Untergang, mit jedem ‚Böckchen koalieren‘. Manchmal stellt der ‚Bock‘ sich auch als etwas kapitalerer, toller ‚Hirsch‘ heraus:

Ein Bordellbetreiber mit Kindern in der Waldorfschule.1

Den in ‚Waldorfkreisen‘ gängigen selbstgezimmerten „Lebenslügen als Krücke“ wird dies mangels dort vorhandener Intelligenz keinerlei Abbruch tun …2

UND: Weitere Karmabetrachtungen sind auf dem Beliebigkeits-‚Niveau‘ von ‚WaldorflehrerInnen‘ wie der u.a. hier genannten – und davon gibt es viele, sehr viele(!) – nicht nötig, weil nicht möglich.

„Diese Kreise“ tun dann ‚danach‘ immer ‚ganz verwundert‘ und künstlich empört über Headlines wie „Die Freie Waldorfschule M. und der völkische Aktivist …“ und ähnliche Neo-Nazi-‚Schlager‘ …

Wenn deren kollektive „Waldorf“-Dummheit schreien würde, müßten diese ‚Schulhäuser‘ zum Schutz der Bevölkerung mit Lärmschutzwänden umgeben werden …

 

Gunther Thriene

 

1) Die De-Facto-Zuhälterei des deutschen Staates, also seiner Polit-Kaste – hierbei wie selten einmütig als entspränge sie genetisch unisono einem NS-KZ-Puff -, wird ausgezeichnet hier dokumentiert: „Sex – Made in Germany: Prostitution und ihre Profiteure“ wie – s.o. – auch Waldorf: Was, bitteschön, wird eine „staatliche Waldorfschule“ dann wohl sein?

2) Verräterisch diese Überschrift: „Zum ersten Mal in Deutschland: Waldorf mit staatlichem Segen“ – Wer dieses Polit-„Segens“ wohl bedarf!?! – Ganz gewiss die Nazi-Böcke im Waldorflehrer-Kostüm – und das nicht erst seit gestern …

 

Von Uriella bis Dornach …

 

Prokofieff … spricht in diesem Zusammenhang von einer Vergiftung der Atmosphäre in der Anthroposophischen Gesellschaft.

Die liebe Schweiz: Da wird man als guter Lehrer auch blindlings im Schulhaus erschossen.

Von Deutschland oder Österreich oder der Welt wollen wir erst gar nicht reden …

Und kurz zu den „Zusammenhängen”, denen sich Herr Prokofieff hingibt: Ein wilder Haufen kriminellster Menschheitsverbrecher macht noch lange keine „Anthroposophische Gesellschaft” im Sinne des Wortes … – und „Bewegung”, was bewegt sich da!?

 

Gunther Thriene

 

 

Eine NS-SPD-Waldorfschule!?

 

Zu einem staatlichen Waldorfschulprojekt in HH-Wilhelmsburg schreibt die SÜDDEUTSCHE:

 

Geht es nach der Schulbehörde, wird das Ergebnis keine echte Waldorfschule sein. Offiziell heißt es jedenfalls, man wolle nur die „allgemein akzeptierten Elemente“ der Waldorfpädagogik übernehmen, etwa viel Musik und Kunst, keine Noten oder Fremdsprachen schon in unteren Klassenstufen. Ähnlich sieht es auch Christine Leiste, die sich pragmatisch gibt: „Alles, was nichts mit konkreter Pädagogik zu tun hat, muss man nicht unbedingt haben“, sagt sie – etwa Anthroposophie.

Das sieht der Bund der Freien Waldorfschulen anders. Er entscheidet, ob eine Schule den Namen „Waldorf“ tragen darf, und war an den Gesprächen mit der Stadt beteiligt. Wer an einer Waldorfschule unterrichte, müsse sehr wohl über Anthroposophie Bescheid wissen, findet Henning Kullak-Ublick, Sprecher des Waldorfbundes. Man gehe zudem davon aus, dass in Hamburg eine echte Waldorfschule entstehe – nur eben voll vom Staat finanziert.

 

Nun wissen wir aus der deutschen Geschichte, daß es auch im NS-Staat Koalitionsversuche zwischen Waldorfschullehrern und der NS-Diktatur gegeben hat. Nur weil jetzt ein anderer Polit-Name dasteht, heutzutage wohl eher ein SPD- und/oder CDU/FDP-Kultusminister wie viele Politiker für seine eigenen Kinder unbedingt die Waldorfschule präferiert, soll diese jetzt der vollkommen geistlosen Polit-Staatsdoktrin, dem klerikalfaschistoiden Nichts folgen und gehorchen!?

Da kann ich den wirklichen Waldorflehrern nur raten, sich von solchem ungehobelten Volk schnellstmöglich zu trennen – und den zahlreichen Elternhäusern die raren Schulplätze zu vergeben, die zumindest ansatzweise den Geist dieser Schule begreifen.

Kultusminister – ganz egal welcher Partei – können das i.d.R. nicht, sonst wären sie ja eben nicht Politiker geworden, sondern hätten etwas Vernünftiges gelernt

Und was sagt die anthroposophische Presse bisher zu diesem Projekt(!?): „… Es wird nicht lange dauern und die Zeilenschinder des Anthrosumpfes, die „Journalisten“ von Info3 werden diese Missgeburt von Schule in Hamburg feiern. …

 

Gunther Thriene

 

 

„Heilige Nacht“ – oder: Wenn die Rechte nicht weiss, was die Linke tut …

 

Heilige Nacht, die Engel flüstern leise,
leis‘ wie der Schnee, der durch die Stille fällt.
Heilige Nacht, ein Traum geht auf die Reise:
von heute an sei Frieden auf der Welt!

Von heute an sind alle Menschen Brüder,
kein Streit um Gott, kein Streit um Religion.
Lass, Heil’ge Nacht, den Traum uns alle träumen,
denn nie mehr, nie mehr soll Krieg die Antwort sein.

Heilige Nacht, die Engel singen leise,
denn überall ist Frieden eingekehrt.
Heilige Nacht, ihr Lied geht auf die Reise
rund um die Welt, dass jeder Mensch es hört.

Und dieses Lied erzählt von Glück und Liebe,
sein froher Klang erhellt die Dunkelheit.
Und lass, Heil’ge Nacht, dies‘ Lied uns nie vergessen,
und nie mehr, nie mehr darf Krieg die Antwort sein.

O nie, o nie darf Krieg die Antwort sein.

                                 Helene Fischer

 

 

 

Zur Weltkarte der Rüstungsexporte Deutschlands 2011 …

 

 

Jede Minute stirbt ein Mensch an den Folgen einer Gewehrkugel, einer Handgranate oder einer Landmine. Fachleute schätzen, dass alleine durch Gewehre und Pistolen der Waffenschmiede Heckler und Koch nach dem Zweiten Weltkrieg weit mehr als eine Million Menschen ihr Leben verloren haben. Weitere ungezählte Kriegsopfer sind durch die vielen anderen waffenexportierenden deutschen Unternehmen zu beklagen.

Die deutschen Exporte von Kriegswaffen und Rüstungsgütern haben sich in den letzten Jahren verdoppelt. Zu den Empfängern deutscher Waffen, Rüstungsgüter und Lizenzen zählen auch Diktaturen und autoritäre Regime, die die Menschenrechte mit Füßen treten.

 

 (Unterstreichung im Zitat von mir.)

Weihnachtskitsch-Sentimentalitäten – wie bei Nazis üblich – sollte man sich gerade in Deutschland lieber gestern als heute ‚abschminken’* …

Update 11/2015: „Kampfpanzer und Sturmgewehre: Deutschlands Doppelmoral bei Waffenexporten

Rüstungsaktien profitieren vom Terror

Laut einem Reuters Bericht belaufen sich die bis einschließlich September diesen Jahres (2015) genehmigten U.S.-Waffenexporte auf einen Gesamtwert von 46,6 Milliarden Dollar, also rund 170 Mio. pro Tag.

 

 

Gunther Thriene

 

*) … und das will ich Helene Fischer selbst auch nicht unterstellen.

 

 

„GEDÄCHTNIS UND GEWISSEN“

 

In dem schlafenden Zustande ist der Mensch an den Kosmos hingegeben. Er trägt dem Kosmos entgegen, was er beim Heruntersteigen aus der geistig-seelischen Welt in die irdische als Ergebnis voriger Erdenleben hat. Er entzieht diesen Inhalt seines Menschenwesens dem Kosmos während des Wachens.

In diesem Rhythmus: Hingabe an den Kosmos und Sich-dem-Kosmos-Entziehen verläuft das Leben zwischen Geburt und Tod.

Das Entziehen gegenüber dem Kosmos ist zugleich ein Aufnehmen des geistig-seelischen Menschen durch die Sinnes-Nervenorganisation. Was in dieser als physische und Lebensvorgänge sich abspielt, mit dem vereinigt sich im Wachen das Geistig-Seelische des Menschen zu einer einheitlichen Wirkungsweise. In dieser Wirkungsweise ist Sinneswahrnehmung, Formung der Erinnerungsbilder, Phantasie-Leben enthalten. Diese Betätigungen sind an den physischen Leib gebunden. Die Vorstellungen, das Denk-Erleben, in denen dem Menschen bewußt wird, was halbbewußt in Wahrnehmung, Phantasie, Erinnerung sich abspielt, sind an die Denkorganisation gebunden.

In dieser eigentlichen Denkorganisation liegt auch das Gebiet, durch das der Mensch sein Selbstbewußtsein erlebt. Die Denkorganisation ist eine Sternen-Organisation. Lebte sie sich einzig als solche aus, dann trüge der Mensch in sich nicht ein Selbstbewußtsein, sondern ein Götterbewußtsein. Aber die Denkorganisation ist Sternen-Organisation, herausgehoben aus dem Sternen-Kosmos und versetzt in das irdische Geschehen. Indem der Mensch die Sternenwelt im Irdischen erlebt, wird er ein selbstbewußtes Wesen.

Da hat man also das Gebiet des inneren Menschenlebens vor sich, in dem die göttlich-geistige Welt, die mit dem Menschen verbunden ist, ihn entläßt, damit er in vollem Sinne Mensch werden kann.

Aber gleich unterhalb der Denkorganisation, da wo Sinneswahrnehmung, Phantasie, Erinnerungsbildung sich vollziehen, lebt die göttlich-geistige Welt im Menschenleben mit. Man kann sagen, in der Gedächtnis-Entfaltung lebt das Göttlich-Geistige in dem wachenden Zustande des Menschen. Denn die beiden anderen Betätigungen, Sinneswahrnehmung und Phantasie, sind nur Modifikationen der Formung der Erinnerungsbilder. In der Sinneswahrnehmung ist die Bildung des Erinnerungsinhaltes in seiner Entstehung; in dem Inhalte der Phantasie leuchtet in der Seele auf, was sich von diesem Inhalte im Seelen-Dasein erhält.

Der Schlafzustand trägt das Geistig-Seelische des Menschen in das Kosmische hinüber. Er ist da mit der Betätigung seines Astralleibes und seines Ich in den göttlich-geistigen Kosmos eingetaucht. Er ist nicht nur außerhalb der physischen, sondern auch außerhalb der Sternenwelt. Aber er ist innerhalb der göttlich-geistigen Wesen, durch die sein Dasein den Ursprung hat.

In dem gegenwärtigen Zeitpunkt der kosmischen Entwickelung wirken diese göttlich-geistigen Wesen so, daß sie den moralischen Weltinhalt während des Schlafzustandes in Astralleib und Ich einprägen. Alles Weltgeschehen im schlafenden Menschen ist reales moralisches Geschehen, kein Geschehen, das der Naturwirkung auch nur ähnlich genannt werden könnte.

Dieses Geschehen in seiner Nachwirkung trägt der Mensch aus dem schlafenden in den Wachzustand herüber. Diese Nachwirkung bleibt im schlafenden Zustande. Denn der Mensch wacht nur in dem Leben, das dem Denkgebiete zugeneigt ist. Was in seiner Willenssphäre eigentlich vorgeht, das ist auch während des Wachens in solche Dumpfheit gehüllt wie während des Schlafens das ganze Seelenleben. Aber in diesem schlafenden Willensleben webt das Göttlich-Geistige im wachenden Zustande weiter. Der Mensch ist moralisch so gut oder so schlecht, als er es sein kann, je nach der Nähe, in die er schlafend zu den göttlich-geistigen Wesen kommen kann. Und er kommt näher oder bleibt ferner, je nachdem seine früheren Erdenleben in moralischer Richtung waren.

Aus den Tiefen des wachenden Seelenwesens tönt herauf, was sich während des Schlafens in Gemeinschaft mit der göttlich-geistigen Welt in dieses Seelenwesen hat einpflanzen können. Was herauf klingt, ist die Stimme des Gewissens.

So zeigt sich, wie dasjenige, was eine materialistische Weltansicht am meisten geneigt ist, bloß nach der Naturseite hin zu erklären, für die Geist-Erkenntnis auf der moralischen Seite gelegen ist.

Im Gedächtnis wirkt im wachenden Menschen unmittelbar das göttlich-geistige Wesen; im Gewissen wirkt im wachenden Menschen mittelbar – als Nachwirkung – dieses göttlich-geistige Wesen.

Gedächtnisbildung spielt sich in der Nerven-Sinnesorganisation ab; Gewissensbildung spielt sich als rein seelischgeistiger Vorgang ab, aber in der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation.  

Zwischen beiden liegt die rhythmische Organisation. Diese ist nach zwei Seiten hin polarisch in ihrer Wirksamkeit ausgebildet. Sie ist als Atmungsrhythmus in inniger Beziehung zur Sinneswahrnehmung und zum Denken. In dem Lungen-Atmen ist der Vorgang am gröbsten; er verfeinert sich und wird als verfeinertes Atmen sinnliches Wahrnehmen und Denken. Was noch dem Atmen ganz nahesteht, aber ein Atmen durch die Sinnes-Organe, nicht durch die Lungen ist, das ist das sinnliche Wahrnehmen. Was dem Lungen-Atmen schon ferner ist und durch die Denkorganisation gestützt wird, das ist Vorstellen, Denken; und was schon nach dem Rhythmus der Blutzirkulation hinübergrenzt, schon ein innerliches Atmen ist, das mit der Gliedmaßen-Stoffwechselorganisation sich verbindet, das offenbart sich in der Phantasie-Tätigkeit.

Diese reicht dann seelisch in die Willenssphäre, wie der Zirkulationsrhythmus in die Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation reicht.

In der Phantasiebetätigung strebt die Denkorganisation an die Willensorganisation nahe heran. Es ist ein Untertauchen des Menschen in seine wachende Schlafsphäre des Willens. Es erscheinen daher bei Menschen, die in dieser Art organisiert sind, die Seelen-Inhalte wie Träume im Wachzustande. In Goethe lebte eine solche Menschen-Organisation. Daher spricht er davon, daß ihm Schiller seine dichterischen Träume deuten müsse.

In Schiller selbst war die andere Organisation wirksam. Er lebte aus dem heraus, was er sich aus den vorigen Erdenleben mitbrachte. Er mußte zu einem starken Wollen den Phantasie-Inhalt suchen.

Auf Menschen, die nach der Phantasiesphäre hin veranlagt sind, so daß sich ihnen wie von selbst die Anschauung der sinnlichen Wirklichkeit in Phantasiebilder wandelt, zählt bei ihren Weltenabsichten die ahrimanische Macht. Sie meint, mit Hilfe solcher Menschen die Entwickelung der Menschheit von der Vergangenheit ganz abschneiden zu können, um sie in eine Richtung zu bringen, die sie will.

Auf Menschen, die nach der Willenssphäre hin organisiert sind, die aber die sinnliche Anschauung in Phantasiebilder aus innerer Liebe zur idealen Weltanschauung kräftig gestalten, zählt die luziferische Macht. Sie möchte die Menschheitsentwickelung durch solche Menschen ganz in den Impulsen der Vergangenheit erhalten. Sie könnte dann die Menschheit vor dem Untertauchen in die Sphäre bewahren, in der die ahrimanische Macht überwunden werden muß.

Man steht im Erdendasein in zwei polarischen Gegensätzen. Oben breiten sich die Sterne. Von da strahlen die Kräfte, die mit allem errechenbaren Regelmäßigen im Erdendasein zusammenhängen. Regelmäßiger Tag- und Nachtwechsel, Jahreszeiten, längere Weltperioden, sie sind die irdische Spiegelung dessen, was Sternen-Geschehen ist.

Der andere Pol strahlt vom Innern der Erde her. Unregelmäßiges lebt in ihm. Wind und Wetter, Donner und Blitz, Erdbeben, Vulkanausbrüche spiegeln dieses innere Erden-Geschehen.

Der Mensch ist ein Abbild dieses Sternen-Erdeseins. In seiner Denkorganisation lebt die Sternen-Ordnung, in seiner Gliedmaßen-Willensorganisation lebt das Erden-Chaos. In der rhythmischen Organisation wird in freiem Ausgleich das irdische Menschenwesen erlebt.

Rudolf Steiner in: GOETHEANUM, Februar 1925.

Quelle.: GA 26

 

 

Der Schläfer-Staat Schweiz als Speerspitze der Muslimisierung Europas …

 

Nora Illi (r.) aus der Schweiz in der Sendung

MENSCHEN BEI MAISCHBERGER am 09.10.2012

 

 

Schweizer Bischof: Europa lieber islamisch als religionslos

Hat ein katholischer Bischof aus der Schweiz das Christentum verraten als er formulierte „Lieber ein islamisches als ein religionsloses Europa“?

 

Wer ist hier also religionslos im eigentlichen Sinne des Wortes!?

 

G.Thr.

 
 

Anthroposophische Gesellschaft: Nationalsozialismus made auf Schwizerdytsch

 

… oder: Heim ins „anthroposophische“ Nazi-Zuhälter-Reich(!?):

Einige „Anthroposophen“ verbreiten z.Zt. Appelle zweier weithin bekannter Anthroposophinnen:

 

Judith von Halle: „Es ist notwendig, dass es sie gibt, die Einzelkämpfer. Aber wie weit sind wir davon entfernt, auch nur annähernd das zu leben oder auch nur dasjenige zu sehen, was lebendige anthroposophische Gemeinschaft sein könnte und sollte – wo doch viele Einzelkämpfer, ob gewollt oder ungewollt, dazu tendieren, eine mögliche gemeinschaftliche Bewegung dadurch zu verhindern, dass sie einander wie die Krähen das eine oder andere Auge aushacken?! Mit mahnenden Appellen, und seien sie noch so geistreich, wird der Einzelne wenig bewirken. Dass an dieser Stelle viele Einzelkämpfer selbst genau das tun, was sie am Establishment bemängeln, wird eine gemeinsame Erkenntnisaufgabe sein, um wirklich weiterzukommen.“

Michaela Glöckler: „Positive Arbeit für die Substanzbildung geistiger Erfahrung und Liebe zum Leben und den Menschen, auch wenn sie nicht immer das sagen und wollen was uns wichtig ist, tragen zur Inkarnation des Wesen Anthroposophie in uns und den Zivilisationsverhältnissen bei – 
Warum muss immer so viel Kritik an anderen mit an Bord sein?

 

Wenn da nicht im Namen der Anthroposophie an allen mir näher bekannten Waldorfschulen Menschheitsverbrecher aktiv wären, die vor nichts, vor wirklich gar nichts beweisbar zurückschrecken – und diese von einem vollkommen ungeistigen „Vorstand“ in Dornach/Schweiz auch noch de facto gedeckt würden, könnte man diese Aufrufe ja – wenn auch nicht billigen – so doch zumindest verstehen.

So aber sind solche Ansinnen zurückzuweisen, als das, was sie de facto sind:

Nazi-Zuhälterei unter dem vorgeschobenen Deckmäntelchen der Anthroposophie.

Dass so ein Verhalten an/in denkfreien Zonen wie z.B. auch der Freien Waldorfschule Göttingen Usus ist – und leider nicht nur dort(!!!) -, ist ja nun schon länger bekannt, dass sich aber nun auch das anthroposophische Establishment vom strebenden Werdegang des Homo sapiens so kläglich verabschiedet, …

… das allerdings können diese „Anthroposophen“ incl. besagter Dornacher Vorstände geradezu unisono ausnahmslos gut bis sehr gut?!

Wo man diese „Nicht(se)“-igkeiten erkennt und durchschaut, beginnt allerdings etwas sehr Wesentliches zart zu keimen. Man kann es durchaus mit Neil Armstrong so sagen: „… ein grosser Schritt für die Menschheit.“

Das allerdings wird er nur, wenn man nicht mehr wie diese Anthroposophen hinter dem Mond lebt, leben will, die aber – noch in völliger Verkennung der eigenen Hirn- und Geistlosigkeiten – „Werbung“ jetzt damit machen, neuerdings „staatliche Waldorfschulen“ zu besitzen, was NATÜRLICH von den stadt- und landbekannten Nazi-Lümmeln im Anthroposophen-Pelz sofort vermeldet und bejubelt wird.

Wahrscheinlich wollen die aber wieder einmal – wie üblich spätpubertär auch noch mit 66 Jahren – ganz groß angeben und den Beweis damit erbringen, daß A.H. doch Recht hatte!?

Das ‚Merkwürdige‘ dabei ist, daß die Dornacher Kriminellen im Goetheanum – kriminell allein schon deshalb, weil sie Anthroposophie vorgeben zu vertreten, ohne auch nur im Geringsten die geistige Kompetenz dafür zu besitzen – zu alle dem wie immer nur schweigen, und ihre Libertinage so weit treiben, daß eben Rudolf Steiner heutzutage sich von jedem(r) dahergelaufenen Nazi-Zuhälter(in)1,2,3,4 und „als Allerneuestes“ wohl auch von Kinderschändern5,6,7,8,9 im Anthroposophen-Kostüm und/oder Eurythmisten-Gewand erklären lassen müsste, was eine Waldorfschule ist …

Und das GARANTIERT „dank Staatspenne“: Alle Deutschen bis hin zum „Bundeskulturminister“ oder die im Bundeskanzleramt würden wieder einmal schreien: „Der(die) hat Recht!“ – Mit höchstbestochenen Marionetten des heute üblichen „Nation-Building“ ist eben wirklich kein Staat zu machen, ein deutscher am allerwenigsten. Müssen sich vielleicht deshalb die Klerikalfaschisten aller Parteien immer gegenseitig dekorieren und feiern, damit wenigstens die womöglich klammheimlich im MIGROS-Restaurant i’d Schwiz verschobenen rabenschwarzen Geldköfferchen nicht schmaler werden!?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

Gunther Thriene

 

1) „Eurythmie-Unterricht für Kinder von Nazis!?

2) „Dokumentation: Die FWS M. und der völkische Aktivist W.-D. S.

3) „Rechte Eltern werden zum Problem für Waldorfschulen

4) Wir, wir, wir(!): Identitäre unterwandern die Waldorfschule(n) …

5) „Werde kein Waldorflehrer!

6) „Kindheitskräftemißbrauch an der Rudolf-Steiner-Schule …

7) „Gewalt an der Rudolf Steiner Schule …

8) „Waldorfschulen: Der seelische Mißbrauch geht weiter!

9) Dass es auch an und in Waldorfschulen nicht nur männliche Kinderschänder gibt, beweist traurig eine englische Steiner Waldorf School …

 

 

„Rechtsextremismus ist ein gewaltiges und unterschätztes Problem in Deutschland.“

 

…, schreibt die aus dem Schweizer Medienkonzern Ringier erwachsene CICERO-Redaktion in ihrem Online Magazin „für politische Kultur“.

Nun freut man sich ja in diesem deutschen Land der virulenten Polit-Verbrecher immer über richtige Aufklärung.

So sie das ist.

Aber wo der Blick aus der Schweiz nur nach Deutschland geht, sieht er wohl den Balken vor dem eigenen Schweizer Auge nicht!?

Da ‚produziert‘ eine Zürcher Rudolf Steiner-Schule bereits vor Jahrzehnten den ersten Rechtsextremen innerhalb eines Kollegiums, quasi um den olympischen Beweis zu erbringen, dass man Rudolf Steiner meterweise in sich „hineingefressen haben kann“, ohne auch nur einen klitzekleinen, winzigen wahren Gedanken dessen erfasst zu haben?! – Ja, mit Adler und Rose ist das ein zartes und zerbrechlich Ding …1,2

Seine „Zentrale“ in Dornach/Schweiz hält mit Hausmüttertagungen so zu, daß es jedes SS-Aktion-Lebensborn-Mitglied nur so gefreut hätte. Wie, Dr. med. Mengele war auch in der Schweiz!?

Und wie ist das mit der St. Galler HSG-Heranzucht von DEUTSCHEN dort Studierenden mit etwas schrägen sexuellen Ambitionen? – Man muß diese Schweizer Blindheit in ihrer Tragik schon nahezu „bewundern“: Die läßt solche „Lehrer“ dann auch noch auf ihre armen Schweizer Schüler los – bis die Kantonspolizei – wieder einmal – im Schulhaus einfährt …

Wie: Icke habe nur schlecht geträumt!?

Die Nazis auf dem Rütli am 1. August sind vielleicht Geschichte. Das im Titel richtig benannte Problem in Deutschland UND in der Schweiz ist es leider nicht.

Und warum nicht? Auch weil in der Schweiz und in Deutschland die Zahl der wirklich aufklären wollen und könnenden Redakteure äusserst minim ist. In ‚Seilschaften‘ gleich welcher Art lebt es sich halt vordergründig bequemer …

… bis ‚der Karren wieder einmal bricht‘.

Das oben zitierte Schweizer Opus Dei-Geschmiere aus dem Ringier-Verlag auf nahezu NS-National-Bashing-„Niveau“ hilft jedenfalls keinem einzigen Deutschen und auch keinem einzigen Schweizer wirklich.3

Es ist aber ernsthaft zu befürchten, dass viele, sehr viele Deutsche für diese „politische Kultur“-losigkeit am Kiosk auch noch Geld liegen lassen …

Sälber t’schuld.

 

Gunther Thriene

 

1) Die Nazi-Zuhälterei auch in deutschen „Freien Waldorfschulen“ ist seit dem – wieder einmal – traurig-tragische Realität, wie zum Beweis, dass man von Freiheit keinen blassen Schimmer hat.

2) Siehe auch Fall Freie Waldorfschule Minden

3) … der Artikel hier

 

Eurythmie-Unterricht für Kinder von Nazis!?

 

 

… Nun war ein (Autoren-Anm.: Waldorf-)Schüler dabei, dessen Vater ein einflussreicher Mann in der NPD war. …

Aus: Elisabeth Göbel, Auf der Suche nach Mitteleuropa, Eine Lebensreise zwischen West und Ost im 20. JH, Freies Geistesleben, 2008; Seite 169

 

Es wird Zeit, dass der Schweizer Nationalrat der Dornacher Verbrecher-Zuhälter-Bande den Garaus macht – oder sich nach der Reinkarnation des General Guisan umschaut.

 

Gunther Thriene

 

Siehe auch: Dr. Murksel muttiviert sogar die schweizer Rütli-Nazis

 

 

Deutsche Requien – oder: Neonazi-Unterstützung aus dem deutschen Bundeskanzleramt!?

 

Beispiel 1:  Die Geschichte der Weissen Rose Stiftung als Antwort auf merkwürdige Kameradschaften eines deutschen Bundeskanzlers:

 

… Seit 14 Jahren hat die Weisse Rose Stiftung hier [in der LMU München] ihr Domizil, seit 25 Jahren gibt es die Stiftung selbst: Am 22. Februar 1987 – dem 44. Todestag der Geschwister Scholl und Christoph Probsts – wurde sie in Washington gegründet. Warum in den USA?
Ein falsches Signal
Ein Grund dafür sind die Gräber von 43 Angehörigen der Waffen-SS, die auf dem Soldatenfriedhof am Stadtrand von Bitburg begraben liegen – neben Gefallenen der regulären deutschen Armee. Im Frühjahr 1985 besuchten US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Kohl eben diesen Friedhof, um Kränze niederzulegen – und damit auch die 43 Toten der SS zu ehren.
Dieser von Kohl als ‚Versöhnung über den Gräbern’ deklarierte
leichtfertige Umgang mit Erinnerungssymbolik stieß im In- und
Ausland auf massive Kritik; in Deutschland ging dieser Fauxpas als Bitburg-Kontroverse durch die Medien, Blätter in den USA sprachen gar von „the Bitburg fiasco“.
Bereits bei Bekanntwerden des geplanten Besuchs schlugen die
ehemaligen Mitglieder des Ulmer Kreises der Weißen Rose, Franz Josef Müller, Hans Hirzel und Heiner Guter, in einem offenen Brief an die beiden Politiker vor: „Kommen Sie – statt nach Bitburg – zum Grab eines jungen Mädchens, das am 22. Februar 1943 von den Nazis enthauptet wurde.“ Sie forderten, das Gedenken an jene wachzuhalten, die nicht im Kampf für das Regime, sondern im Kampf dagegen gestorben waren.
Kohl und Reagan kamen nicht nach München an die Gräber von
Sophie und Hans Scholl. Dafür aber mehr als 300 Menschen aus Deutschland und den USA – unter ihnen viele im „Dritten Reich“ emigrierte Juden, die das Gedenken an die Weiße Rose auch als „Brücke“ in ihre alte Heimat begriffen. Gewillt, diese dauerhaft zu stabilisieren, kehrten sie in die USA zurück und beschlossen die Gründung einer Stiftung, die an die Weiße Rose erinnern und ihr Vermächtnis vor allem an junge Menschen weitertragen sollte: die White Rose Foundation wurde – im Beisein der überlebenden Mitglieder und Angehörigen – gegründet. Im Juni desselben Jahres wurde auch die Weiße Rose Stiftung e.V. in München ins Leben gerufen: sie organisiert seitdem Ausstellungen, Gespräche mit Zeitzeugen und Veranstaltungen, seit einigen Jahren auch historische Projekte mit Lehrern und Schülern. …

Das ganze Zitat im Zusammenhang hier …

 

Wo also hat offensichtlich ein Mensch deutscher Zunge seine wahren Freunde!?

Und: Mordende Nazi-Banden wie der sog. NSU (Zwickauer Terrorzelle) fallen nicht einfach vom Himmel!

 

Gunther Thriene

 

 

Von der kriminellen Vereinigung „Anthroposophische Gesellschaft“ …

 

Wer sich auch nur ein kleines bißchen mit dem Lebenswerk Rudolf Steiners beschäftigt hat, reibt sich in der heutigen Zeit etwas verwundert die Augen:

Da macht ein Dornacher Vorstand Menschen zu dessen eigenen Kollegen, deren Anthroposophische Landesgesellschaft Rudolf Steiner per einem „Memorandum“ de facto dem Rassismus-Verdacht aussetzt.  – Wer da von übelster Verunglimpfung redete, würde von den heutigen Korrupt-Vorständen glatt mit Ehrverletzungsklagen überzogen. So ehrlich muss man in Recht(s)staaten schon sein, oder?!?

Da tingelt eine stigmatisierte Dame aus der deutschen Hauptstadt gen Dornach – und hält vor „Anthroposophen“ ihre gut besuchten Vorträge.

Wen interessiert da noch, daß Rudolf Steiner vor den Nazis in die Schweiz floh – und seinen Verlag und andere Hinterlassenschaften in Berlin von seiner Ehefrau auflösen ließ!?

Wer weiß denn schon, daß in dieser – nicht nur – moralisch verkommenen Stadt Berlin zwei ‚Klassenstundenleser‘, also ausgewiesene Repräsentanten der Anthroposophie, jahrelang ihre sexuellen Präferenzen gegenseitig deckten und deckelten?

Man(n) kann sich da doch nur wundern und die Augen reiben, daß sich „Anthroposophen“ über Stigmatisierte wundern und staunen …

Karmische Folgen!? – Watt datt denn!!!???

Wirklich erstaunlich erscheint da immerhin, daß „nur“ drei (Neo-)Nazis als langjährige Rudolf-Steiner- bzw. Waldorfschulkollegen im Bund der Freien Waldorfschulen „aufflogen“! Dass andere „Freie“ Waldorfschulen mit Nazis und Neonazis ‚paktier(t)en‘, zeigt die ganze Verkommenheit dieser menschheitsverbrecherischen Bande (… und dass sog. „Kultusminister“ diesen „aufgeflogenen“ Neonazis im Waldorflehrergewand dann laut öffentlich ‚zurufen‘, dass deren Mitgliedschaft z.B. in der NPD KEIN HINDERUNGSGRUND SEI, LEHRER IN EINER STAATLICHEN SCHULE ZU SEIN ODER ZU WERDEN, macht die kriminelle Sache nun auch nicht besser …)

Aber: Hat das alles auch nur ansatzweise noch etwas mit einer Geisteswissenschaft zu tun!?

Im bodenlosen Sumpf einer oftmals familiär – sprich leider: mafiös – verbandelten böswilligen Funktionärsclique ist davon kaum mehr etwas zu finden. – Da muß man dann die ‚Schüler‘ ob der heutzutage ‚in diesen Kreisen‘ vorherrschenden Schwarzmagie leichtfertig etwas glauben machen: Das nur ist nicht nur nicht geisteswissenschaftlich, sondern schlichtweg nurmehr kriminell: „1984“ bis heute – die Schweine triumphieren.

Der Ruf der Anthroposophie ist ruiniert worden, – ohne jeden Zweifel.

Wen wunderts?!?

In jedem Falle: Die Schweiz ist um ein totes, aber gut bepilgertes Museum „reicher“

 

Gunther Thriene

 

 

In Delphi – oder: Ich weiss, dass ich nicht weiss …

 

Das geflügelte WortIch weiss, dass ich nicht weiss“ ist als Verkürzung der Verteidigungsrede des Sokrates entlehnt, die von Platon überliefert wurde:

… Und ihr wißt doch, wie Chairephon war, wie heftig in allem, was er auch beginnen mochte. So auch als er einst nach Delphi gegangen war, erkühnte er sich, hierüber ein Orakel zu begehren – nur, wie ich sage, kein Getümmel ihr Männer. – Er fragte also, ob wohl jemand weiser wäre als ich. Da leugnete nun die Pythia, daß jemand weiser wäre. Und hierüber kann euch dieser sein Bruder hier Zeugnis ablegen, da jener bereits verstorben ist. Bedenkt nun, weshalb ich dieses sage; ich will euch nämlich erklären, woher doch die Verleumdung gegen mich entstanden ist. Denn nachdem ich dieses gehört, gedachte ich bei mir also: Was meint doch wohl der Gott? Und was will er etwa andeuten? Denn das bin ich mir doch bewußt, daß ich weder viel noch wenig weise bin. Was meint er also mit der Behauptung, ich sei der Weiseste? Denn lügen wird er doch wohl nicht; das ist ihm ja nicht verstattet. Und lange Zeit konnte ich nicht begreifen, was er meinte; endlich wendete ich mich gar ungern zur Untersuchung der Sache auf folgende Art. Ich ging zu einem von den für weise Gehaltenen, um dort, wenn irgendwo, das Orakel zu überführen und dem Spruch zu zeigen: Dieser ist doch wohl weiser als ich, du aber hast auf mich ausgesagt. Indem ich nun diesen beschaute, denn ihn mit Namen zu nennen ist nicht nötig, es war aber einer von den Staatsmännern, auf welchen schauend es mir folgendergestalt erging, ihr Athener. Im Gespräch mit ihm schien mir dieser Mann zwar vielen andern Menschen auch, am meisten aber sich selbst sehr weise vorzukommen, es zu sein aber gar nicht. Darauf nun versuchte ich ihm zu zeigen, er glaubte zwar weise zu sein, wäre es aber nicht; wodurch ich dann ihm selbst verhaßt ward und vielen der Anwesenden. Indem ich also fortging, gedachte ich bei mir selbst, als dieser Mann bin ich nun freilich weiser. Denn es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas tüchtiges oder sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen. Hierauf ging ich dann zu einem anderen von den für noch weiser als jener Geltenden, und es dünkte mich eben dasselbe, und ich wurde dadurch ihm selbst sowohl als vielen anderen verhaßt. Nach diesem nun ging ich schon nach der Reihe, bemerkend freilich und bedauernd und auch in Furcht darüber, daß ich mich verhaßt machte; doch aber dünkte es mich notwendig, des Gottes Sache über alles andere zu setzen; und so mußte ich denn gehen, immer dem Orakel nachdenkend, was es wohl meine, zu allen, welche dafür galten, etwas zu wissen. …

Platon, Apologie des Sokrates*

 

*) Platon, Apologie 21a–22a, Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, bearb. von Heinz Hofmann, 5. Aufl., WBG, Darmstadt 2005; […] οὖτος μὲν οἴεταί τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, ὥσπερ οὖν οὐκ οἶδα, οὐδὲ οἴμαι, „Dieser meint irgendetwas zu wissen, obwohl er es nicht weiß, aber ich, wie ich es nun nicht weiß, glaube es auch nicht.“

 

 

 

Pfingsten, das Fest der freien Individualität …

 

 

Auszüge aus Rudolf Steiners Vortrag vom

Pfingstmontag,

den 15. Mai 1910, in Hamburg

HIER …

Der ganze o.g. Vortrag (26 Seiten-PDF)

HIER …

 

 

Von Tschernobyl nach Fukushima – und wie weiter!?

 

… Die Elektrizität, die nach ihrer Entdeckung als die Seele des natürlichen Daseins gepriesen wurde, sie muß erkannt werden in ihrer Kraft, von der Natur in die Unter-Natur hinabzuleiten. Es darf der Mensch nur nicht mitgleiten.

In der Zeit, in der es eine von der eigentlichen Natur unabhängige Technik noch nicht gab, fand der Mensch den Geist in der Naturanschauung. Die sich unabhängig machende Technik ließ den Menschen auf das Mechanistisch-Materielle als das für ihn nun wissenschaftlich werdende hinstarren. In diesem ist nun alles Göttlich-Geistige, das mit dem Ursprünge der Menschheitsentwickelung zusammenhängt, abwesend. Das rein Ahrimanische beherrscht die Sphäre.

In einer Geistwissenschaft wird nun die andere Sphäre geschaffen, in der ein Ahrimanisches gar nicht vorhanden ist. Und gerade durch das erkennende Aufnehmen derjenigen Geistigkeit, zu der die ahrimanischen Mächte keinen Zutritt haben, wird der Mensch gestärkt, um in der Welt Ahriman gegenüberzutreten.

Goetheanum, März 1925.

Veröffentlicht in: R. Steiner, Anthroposophische Leitsätze, GA 26

 

Link: Waldorfschulen in Japan

Link: Waldorfschulen in der Ukraine

Link: Waldorfschulen in Russland

Siehe auch: Die tieferen Ursachen der atomaren Katastrophe in Japan

 

Geistesmut …


… Das etablierte Christentum ist überall auf dem Rückzug. Gegenüber dem Islam ist es spirituell verkümmert und es wird unterliegen, wenn es das Kommende weiter zu verhindern sucht. Zukünftig ist aber ein solares Christentum mit dem Kennzeichen, daß der wahre Christ den direkten Zugang zum Mittler in Sein Reich in sich selbst gefunden hat. Die institutionelle Kirchenmacht und -religion verschwindet, weil sie nicht mehr gebraucht wird. Das künftige kosmische Chistentum steht im Zeichen der Sonne und wird dem Islam begegnen in einem kosmischen Fest der Versöhnung auf den Trümmern beiderseits überlebter Institutionen. Noch ist der Islam dem herrschenden Christentum durch sein offenes Bekenntnis zum Mond und damit zu den belebenden Kosmoskräften voraus. Ein christlicher Impuls, der dem Islam als Weltenreligion ebenbürtig sein will, muss erkennen, daß es wahre Sonnenreligion ist. Das Etablierte zu überwinden ist der gerechte Kampf gegen die Verdummung. Dieser Kampf ist begonnen. Zeichen des Sieges wird sein, wenn das Todessymbol des Kruzifix aus dem öffentlichen Raum entfernt ist und ersetzt durch den Sonnenstrahlenglanz der Monstranz. Dann kann die spirituelle Allianz von Christentum und Islam im Zeichen von Sonne und Mond den nächste Schritt wagen, der da ist die Erlösung des Hebräertums durch Integration in den kosmischen Zusammenhang.

Dies sind die Voraussetzungen für das Mittelpunktsgeschehen der Jungfrau, die auf dem Monde steht. Ihr Name ist Isis-Sophia und ihr Zeichen die Venus. Dieser Impuls ist noch im Dunkel der Zukunft. Jeder, der diesen Gedanken in sich belebt, stärkt aber dessen Potential. Der einstmals für die Zukunft Europas gestiftete Gral und sein Gegenpol das Palladium werden erneut erwachen und das Spannungsfeld bilden für das Konzert aller Kräfte, das die Menschheit zum Gelingen des Alls zu geben hat und in dem Luzifer selbst als fünfte Kraft erstmalig seine Stimme zum gemeinsamen Kyrie erklingen lässt.


… schreibt Wolfgang Suhrmann, Berlin, zu Michaeli 2010.

Aber ist das Isis-Sophia-Mysterium wirklich ’nur‘ ein „Impuls …  im Dunkel der Zukunft“?

Wodurch wurde dann Wolfgang Amadeus Mozarts ZAUBERFLÖTE zur weltweit meistgespielten Oper? – Die Menschen ahnten und ahnen heute schon ganz konkret diese Zukunft – ganz gegenwärtig und überall1. Sie lebt ganz real in ihren Seelen.

Auch eine gängige Fehlinterpretation Goethes will da wohl zurecht gerückt werden2. Wer sonst schreibt eine MARIENBADER ELEGIE nach einem ’netten Korb‘!?

Stefan Zweig, der sich ohne direkte Bedrohung am 22. Februar 1942 in Brasilien gemeinsam mit seiner Frau „aus Schwermut über die Zerstörung seiner ‚geistigen Heimat Europa'“ das Leben nahm, hatte 1927 diesem Gedicht nichts weniger als ein Kapitel in seinen STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT gewidmet:

Er beschreibt das lyrische Dokument als das „bedeutendste intimste Gedicht seines (Anm. Goethes) Alters“ … Für Zweig enthalten die Verse „eine der reinsten Strophen über das Gefühl der Hingabe und Liebe, die jemals die deutsche und irgendeine Sprache geschaffen:“


In unsers Busens Reine wogt ein Streben,
Sich einem Höhern, Reinern, Unbekannten
Aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben,
Enträtselnd sich den ewig Ungenannten;
Wir heißen’s: fromm sein! – Solcher seligen Höhe
Fühl’ ich mich teilhaft, wenn ich vor ihr stehe.

 

Die neue, weil verchristlichte Isis-Sophia wurde so schon für Goethe zur erlebten lebendigen Wirklichkeit3.

Wir Nachgeborenen erhellen den durch die Tyrannei sich für Stefan Zweig u.v.a.m. unrettbar verdunkelt habenden Himmel wieder durch Anerkennung eines Weltenlehrers, wie Goethe es ist.

Goethe macht uns – auch und gerade heute – wesentlich und damit wirksam. Rudolf Steiner nannte später diese wesentliche Wirksamkeit auch einfach „reines Denken“ …

Das aber sollte man zumindest können, wenn man sich Anthroposoph nennt.


Gunther Thriene


1) Ähnlich wie Grundmotive in den Märchen der Welt überall – nur nominell anders – auftauchen, als gäbe es eine Weltsprache, einen Grundkonsens über das Wahre, Schöne und Gute vollkommen unabhängig von meiner oder Ihrer Nationalität …

2) nun ja, Herr Martin Walser

3) So mancher „anthroposophische“ Kurzschluss, der zumeist in ganz übler Sektiererei mündet, erhellt sich dann, wenn man Goethes Gabriel-Zeitalter von unserem heutigen Michael-Zeitalter unterscheiden zu lernen sich bemüht.

 

Theorie und Wirklichkeit …


Menschenseele!
Du lebest in den Gliedern,
Die dich durch die Raumeswelt
In das Geistesmeereswesen tragen:
Übe Geist-Erinnern
In Seelentiefen,
Wo in waltendem
Weltschöpfer-Sein
Das eigne Ich
Im Gottes-Ich
Erweset;
Und du wirst wahrhaft leben
Im Menschen-Welten-Wesen.

Denn es waltet der Vater-Geist der Höhen
In den Weltentiefen Sein-erzeugend:
Ihr Kräfte-Geister
Lasset aus den Höhen erklingen,
Was in den Tiefen das Echo findet;
Dieses spricht:
Aus dem Göttlichen weset die Menschheit.
Das hören die Geister in Ost, West, Nord, Süd:
Menschen mögen es hören.

 

Menschenseele!
Du lebest in dem Herzens-Lungen-Schlage,
Der dich durch den Zeitenrhythmus
Ins eigne Seelenwesensfühlen leitet:
Übe Geist-Besinnen
Im Seelengleichgewichte,
Wo die wogenden
Welten-Werde-Taten
Das eigne Ich
Dem Welten-Ich
Vereinen;
Und du wirst wahrhaft fühlen
Im Menschen-Seelen-Wirken.

Denn es waltet der Christus-Wille im Umkreis
In den Weltenrhythmen Seelen-begnadend.
Ihr Lichtes-Geister
Lasset vom Osten befeuern,
Was durch den Westen sich formet;
Dieses spricht:
In dem Christus wird Leben der Tod.
Das hören die Geister in Ost, West, Nord, Süd:
Menschen mögen es hören.

 

Menschenseele!
Du lebest im ruhenden Haupte,
Das dir aus Ewigkeitsgründen
Die Weltengedanken erschließet:
Übe Geist-Erschauen
In Gedanken-Ruhe,
Wo die ew’gen Götterziele
Welten-Wesens-Licht
Dem eignen Ich
Zu freiem Wollen
Schenken;
Und du wirst wahrhaft denken
In Menschen-Geistes-Gründen.

Denn es walten des Geistes Weltgedanken
Im Weltenwesen Licht-erflehend.
Ihr Seelen-Geister
Lasset aus den Tiefen erbitten,
Was in den Höhen erhöret wird:
Dieses spricht:
In des Geistes Weltgedanken erwachet die Seele.
Das hören die Geister in Ost, West, Nord, Süd;
Menschen mögen es hören.

 

In der Zeiten Wende
Trat das Welten-Geistes-Licht
In den irdischen Wesensstrom;
Nacht-Dunkel
Hatte ausgewaltet;
Taghelles Licht
Erstrahlte in Menschenseelen;
Licht,
Das erwärmet
Die armen Hirtenherzen;
Licht,
Das erleuchtet
Die weisen Königshäupter.

Göttliches Licht,
Christus-Sonne,
Erwärme
Unsere Herzen;
Erleuchte
Unsere Häupter;

Dass gut werde,
Was wir
Aus Herzen Gründen,
Aus Häuptern führen
Wollen.

 

Nachweis und Erläuterungen hier …


„WERDE KEIN WALDORFLEHRER!“ …


… „IN UNSEREN SCHWARZMAGISCH-KRIMINELLEN KREISEN ZERSTÖRT DIR WALDORF-KLINGSOR DEIN KARMA!“,

scheint der neue Werbeslogan des Bundes der Freien Waldorfschulen zu sein:

 

… Nicht jeden Tag, aber doch mit einer gewissen Häufigkeit sei es zu körperlichen Attacken des Lehrers gekommen. Der ehemalige Schüler erinnert sich an einen Vorfall, als ihn der Pädagoge an den Hosenträger hochgezogen und hart auf einen Tisch geworfen habe. Die gesamte Klasse habe sich vor dem Lehrer gefürchtet.

Dabei war der Schule sehr wohl bekannt, dass es schon vor dessen Tätigkeit in Überlingen zu Beschuldigungen gegen den Pädagogen gekommen war. „Da nach seiner Einstellung der Verdacht von Eltern geäußert worden war, dass es bereits früher zu Missbrauch gekommen war, stellte der Bund der Freien Waldorfschulen im Auftrag der Schulleitung Nachforschungen an. Diese ergaben, dass ein früheres Gerichtsverfahren gegen den Lehrer in der Schweiz zu einem Freispruch geführt hatte und kein weiterer Verdacht bestand“, schreibt die Schulleitung in einer gestern in der Schwäbischen Zeitung veröffentlichten Stellungnahme. Der ehemalige Schüler berichtet, dass die Schulleitung mehrfach auf die Vorgeschichte des Mannes hingewiesen worden sei. „Darauf gab es keine Reaktion der Schule“, sagt er. Eine Mutter hätte ihr Kind vorsorglich in die Parallelklasse gebracht.

Über die Vorfälle in der Waldorfschule hätte kaum ein Schüler zu Hause gesprochen. Nach seinen „Ausrastern“ habe sich der Lehrer immer wieder entschuldigt.

Wie die Schule in ihrer Pressemitteilung einräumt, habe es auch einen Fall von sexuellem Missbrauch an zwei Schülern gegeben. Es habe sich um ein Geschwisterpaar, einen Jungen und ein Mädchen, gehandelt, ergänzt der ehemalige Waldorfschüler. „Sie mussten mittags immer auf den Bus warten, der Lehrer hat auf sie aufgepasst“, berichtet er. Eines Tages habe das Mädchen einer Gruppe erzählt, der Pädagoge habe sie „komisch berührt“. So sei der Missbrauch ans Licht gekommen. Der Pädagoge sei später anonym angezeigt und verurteilt worden. Der Mann hatte selbst eine Familie und mehrere Kinder.

Keine Aufarbeitung

Eine Aufarbeitung des Ganzen durch die Schule habe es nicht gegeben. Mit dem Ausscheiden des Lehrers hörten jedoch die Schwierigkeiten in der Klasse nicht auf. Ein neuer Lehrer sei zu den Viertklässlern gekommen, der jedoch mit der Situation überfordert gewesen sei.

Zitat aus der SCHWÄBISCHEN ZEITUNG vom 20. März 2010*


In Zeiten, in denen neben Anthroposophen und/oder Waldorflehrern auch Kirchen und politische Runde Tische den Sachverhalt eher ‚geschickt‘ vernebeln als aufklären – zur Aufklärung bedürfte es einer Geisteswissenschaft, die diesen Namen auch wirklich verdient -, gilt dieser Einwand übrigens nicht nur für und an Waldorfschulen.

Und: Wenn die Täter wüssten, was sie tun, würden sie es schön lassen …

  

 

Gunther Thriene

 

*) Unterstreichung von mir

 

Über die Moral – nicht nur im Land der Dichter und Denker …

 
 

… In dem moralischen System der Kirche ist ein Hauptzug, dass es auf die Religion und auf unsere Abhängigkeit von der  Gottheit gebaut ist; das Fundament, worauf es erbaut ist, ist nicht die Tatsache unseres Geistes, ein Satz, der aus unserem Bewusstsein entwickelt werden könnte, sondern etwas Gelerntes, und die Moral also nicht eine selbständige, in ihren Grundsätzen unabhängige Wissenschaft; das Wesen der Moralität also nicht auf Freiheit begründet, nicht Autonomie des Willens. …

Aus: Hegel, Frühe Schriften, Werke I, S. 179

 

 

Hölderlin: Das Schicksal

 

Das Schicksal

 

Προσκυνουντες την ειμαρμενην, σοφοι.

Aeschylus

 

Als von des Friedens heil’gen Talen,

Wo sich die Liebe Kränze wand,

Hinüber zu den Göttermahlen

Des goldnen Alters Zauber schwand,

Als nun des Schicksals eh’rne Rechte,

Die große Meisterin, die Not,

Dem Übermächtigen Geschlechte

Den langen, bittern Kampf gebot;

 

Da sprang er aus der Mutter Wiege,

Da fand er sie, die schöne Spur

Zu seiner Tugend schwerem Siege,

Der Sohn der heiligen Natur;

Der hohen Geister höchste Gabe,

Der Tugend Löwenkraft begann

Im Siege, den ein Götterknabe

Den Ungeheuern abgewann.

 

Es kann die Lust der goldnen Ernte

Im Sonnenbrande nur gedeihn;

Und nur in seinem Blute lernte

Der Kämpfer, frei und stolz zu sein;

Triumph! die Paradiese schwanden,

Wie Flammen aus der Wolke Schoß,

Wie Sonnen aus dem Chaos, wanden

Aus Stürmen sich Heroën los.

 

Der Not ist jede Lust entsprossen,

Und unter Schmerzen nur gedeiht

Das Liebste, was mein Herz genossen,

Der holde Reiz der Menschlichkeit;

So stieg, in tiefer Flut erzogen,

Wohin kein sterblich Auge sah,

Stillächelnd aus den schwarzen Wogen

In stolzer Blüte Cypria.

 

Durch Not vereiniget, beschwuren

Vom Jugendtraume süß berauscht

Den Todesbund die Dioskuren,

Und Schwert und Lanze ward getauscht;

In ihres Herzens Jubel eilten

Sie, wie ein Adlerpaar, zum Streit,

Wie Löwen ihre Beute, teilten

Die Liebenden Unsterblichkeit. –

 

Die Klagen lehrt die Not verachten,

Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht

Die Kraft der Jünglinge verschmachten,

Gibt Mut der Brust, dem Geiste Licht;

Der Greise Faust verjüngt sie wieder;

Sie kömmt, wie Gottes Blitz, heran,

Und trümmert Felsenberge nieder,

Und wallt auf Riesen ihre Bahn.

 

Mit ihrem heil’gen Wetterschlage,

Mit Unerbittlichkeit vollbringt

Die Not an Einem großen Tage,

Was kaum Jahrhunderten gelingt;

Und wenn in ihren Ungewittern

Selbst ein Elysium vergeht,

Und Welten ihrem Donner zittern –

Was groß und göttlich ist, besteht. –

 

O du, Gespielin der Kolossen,

O weise, zürnende Natur,

Was je ein Riesenherz beschlossen,

Es keimt‘ in deiner Schule nur.

Wohl ist Arkadien entflohen;

Des Lebens beßre Frucht gedeiht

Durch sie, die Mutter der Heroën,

Die eherne Notwendigkeit. –

 

Für meines Lebens goldnen Morgen

Sei Dank, o Pepromene, dir!

Ein Saitenspiel und süße Sorgen

Und Träum‘ und Tränen gabst du mir;

Die Flammen und die Stürme schonten

Mein jugendlich Elysium,

Und Ruh‘ und stille Liebe thronten

In meines Herzens Heiligtum.

 

Es reife von des Mittags Flamme,

Es reife nun vom Kampf und Schmerz

Die Blüt‘ am grenzenlosen Stamme,

Wie Sprosse Gottes, dieses Herz!

Beflügelt Voll dem Sturm, erschwinge

Mein Geist des Lebens höchste Lust,

Der Tugend Siegeslust verjünge

Bei kargem Glücke mir die Brust!

 

Im heiligsten der Stürme falle

Zusammen meine Kerkerwand,

Und herrlicher und freier walle

Mein Geist ins unbekannte Land!

Hier blutet oft der Adler Schwinge;

Auch drüben warte Kampf und Schmerz!

Bis an der Sonnen letzte ringe,

Genährt vom Siege, dieses Herz.

 

Friedrich Hölderlin, 1793

hrsg.  in der Neuen Thalia von Friedrich Schiller

 

 

Reinkarnation im Neuen Testament


Im Jahr 2005 erschien im Schirner-Verlag, Darmstadt, nach 105 Jahren erstmals in deutscher Übersetzung als Taschenbuch das Werk des Theosophen James Morton Pryse „REINKARNATION IM NEUEN TESTAMENT“, das ich ausserordentlich schätze, weil dem Originaltext die Einheitsübersetzung des Neues Testaments von 1980 durch die Übersetzer nachgestellt wurde.

In ihrer deutschen Vorbemerkung schreiben diese:

… Dieses Büchlein über Reinkarnation widmen wir allen Suchern nach dem Sinn des menschlichen Lebens. Seit der Renaissance der Antike … ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht verstummt, sondern innerhalb und außerhalb der christlichen Kirchen immer intensiver geworden.

Mit unseren Erläuterungen im zweiten Teil dieses Büchleins möchten wir mit dem kirchlich seit 553 n. Chr. festgelegten Standpunkt der Ablehnung der Reinkarnationslehre eine Brücke in die Jetztzeit bauen – nicht in Form einer weiteren Auslegung bestimmter Bibelstellen, sondern durch die Herausarbeitung des tiefsten Grundes für die Befreiung aus dem Reinkarnationszyklus (Buddha) oder Transfiguration (Christus), welches Ziel beide verkündet haben.

Dabei gelten sowohl Buddha als auch Jesus Christus als sog. freiwillige Reinkarnationen bereits Erleuchteter, also ohne Karma oder Erbsünde geboren, welcher Vorgang sowohl für den Buddha als auch für den Christus als in der Zukunft wiederholbar gelehrt wird. (Buddha Maitreya; Christi Wiederkehr)

Möge in diesem Sinne hier ein gemeinsamer Weg für Ost und West aufgezeigt sein, wobei die Begriffserklärungen am Schluß und die eingefügten Bilder der weiteren Verständigung dienen sollen, frei von aller Dogmatik und Lehre, hin zum wahren Ziel des menschlichen Lebens, dasselbe in Ost und West. Unterschiede gibt es nur in der Theorie, worauf die vielen Sekten in Ost und West ja wohl zurückzuführen sind; doch Theorie ist die Grundlage der Verständigung, um zu einem einheitlichen Weltbild zu kommen. Symbolik aber spricht dort, wo Worte versagen. Und die Bibel ist voller Symbolik und Gleichnisse.

In der Praxis geht es um den individuellen Weg, der von jedem Menschen selbst gefunden werden muß – auf der Basis der Selbsterkenntnis. Dazu braucht der Mensch, je tiefer er in sich eindringt, immer weniger Theorie oder Exegese durch Gleichnisse, bis schließlich alle Worte Jesu oder Buddhas als direkt zum Jünger gesprochen verstanden und verwirklicht werden. (Mt 13,10-17) …

 

Ein herausgeberisches Kleinod, das Geist vermittelt in weitestgehend vollkommen geistloser Zeit.


Gunther Thriene

 


Brahma Kumaris: Tao of the Traveller und Raja Yoga

 

Brahma Kumaris vertritt und verbreitet den Raja Yoga. Es ist interessant, an diesem kleinen Ausschnitt aus dem Film TAO OF THE TRAVELLER den „Einstieg in die Lebensreise“ dargestellt zu sehen, weil er Parallelen zu Krishnamurtis Biographie aufweist, aber auch sehr schön zeigt, wie durch die geisteswissenschaftliche Tatsache, die Rudolf Steiner 1924/25 WELTENZEITENWENDEANFANG genannt hat, eine neue Qualität im Denken, Fühlen und Wollen möglich wurde und auch notwendig wird:




Geisteswissenschaftliche Karmaforschung …

 

Man muss Jahrzehnte in dem und mit grosser Empathie für das Lebenswerk Rudolf Steiners leben, um ein Buch wie das neu vorliegende von …

Thomas Meyer: Rudolf Steiners «eigenste Mission», Ursprung und Aktualität der geisteswissenschaftlichen Karmaforschung, Basel 2009,

… schreiben zu können.

Der Autor legt ein spezifisches Lebens-Panorama Rudolf Steiners vor, dass sich für den etwas Kundigeren zu recht als das zentrale Lebensmotiv des grössten Verwirklichers des Guten im gesamten 20. Jahrhundert der Menschheitsgeschichte herausstellt: Was kann ich tun angesichts des Schwellenübertritts der Menschheit, der – römisch-jesuitisch negiert – im Nationalsozialismus endete – und immer wieder enden wird!?

Es ist der geistesgigantisch gewagte Versuch, auf Goethes Weltkulturimpuls aufbauend, den Mitmenschen die Wirklichkeit der geistigen Welt, der Tatsache, dass es ein Reich der Lebenden und das grosse, zunächst unbekannte Reich der Toten gibt, wieder nahe zu bringen – und aufzuzeigen, dass es weissmagisch ein Erkennen dieser Wirklichkeit geben kann.

Wo komme ich als Mensch her – und wo gehe ich hin?

Das Gegenbild hat in zwei Weltkriegen das Heer der Toten ins fast Undenkbare menschheitsverbrecherisch anwachsen lassen. Gleichzeitig hat es unbeabsichtigt in Folge kleine, aber „ausschlaggebende  Unbedeutendheiten des Lebens“ wirklich in Erscheinung treten lassen, die heute jeder Mensch in seinem Leben beachten lernen sollte, wenn er die obige Frage ernsthaft stellt.

Liest man dieses Lebenspanorama Rudolf Steiners, so wird auch deutlich, dass grosse Menschheitslehrer selbst etwas beachten. Dieser spricht in seinem letzten Karmavortrag über seinen Lehrer Karl Julius Schröer, dessen geistige Aufgabe, den Goetheanismus zur Anthroposophie weiterzuentwickeln, Rudolf Steiner in schwersten Nachhockstunden nacharbeiten musste. Rudolf Steiner spricht über ein geistesgeschichtliches Versagen eines seiner gleichwohl grossen Lehrer …

Ich stelle mir vor, was ein wiedergeborener Rudolf Steiner heute täte: In der Motzstrasse in Berlin immer noch zumindest geistige Heimat findend, neigte er sich unter der Stalingrad-Madonna in Europas grossem Mahnmal, insbesondere für uns Deutsche, dem nun Hohlen Zahn am Kurfürstendamm, ja – ich bin sicher -, er hätte dort ein verabredetes ‚Date‘ mit seiner ganz grossen Liebe, wohl wissend, dass der Keil der Ungeistigkeit, des vollkommen seelenlosen Unmenschentums, fast bis zum Erdmittelpunkt von den Anti-Michael-Dämonen eingeschlagen werden konnte, während er nur ein wenig Pause machte …

Täte er das? – Oder wäre ihm wichtiger, die Sprache dieser Toten zu lernen, der nachtodlichen Individualitäten, die sich in solchen verständlichen, aber letztendlich auch gefährlich sprachlosen Bildern eigentlich noch nachtodlich nur verhöhnt vorkommen müssen?

Für den Grossen schliesst sich nichts aus. So einer weiss, dass ihm das Leben alles schenkt, alles …

Der Weltengeist in mir, er hielt den Atem an, und seine Gegenwart mög´ erleuchten mein Ich.*


Gunther Thriene

 

*) Rudolf Steiner GA 270, Band II, 16. Klassenstunde vom 28.06.1924 in Dornach

 

Die Wahrheit erkennen …

 

Oder: Von gegenwärtiger Geschichte …

Am Abend des 10. Januar 1945, dem 2. und letzten Verhandlungstag unter der Anklage des Hochverrats vor dem NS-Volksgerichtshof in Berlin, schrieb Helmuth James Graf von Moltke in sicherer Erwartung eines Todesurteils seiner Ehefrau Freya u.a. folgendes:


… Letzten Endes entspricht diese Zuspitzung auf das kirchliche Gebiet dem inneren Sachverhalt und zeigt, daß F.1 eben doch ein guter politischer Richter ist. Das hat den ungeheuren Vorteil, daß wir nun für etwas umgebracht werden, was wir a) getan haben, und was b) sich lohnt. Aber, daß ich als Märtyrer für den heiligen Ignatius von Loyola sterbe – und darauf kommt es letztlich hinaus, denn alles andere war daneben nebensächlich -, ist wahrlich ein Witz, und ich zittere schon vor dem väterlichen Zorn von Papi2, der doch so antikatholisch war. Das andere wird er billigen, aber das? Auch Mami3 wird wohl nicht ganz einverstanden sein . …

… Wir4 haben nur gedacht, und zwar eigentlich Delp, Gerstenmaier und ich, die anderen gelten als Mitläufer …

Und vor den Gedanken dieser drei einsamen Männer, den bloßen Gedanken, hat der N.S. eine solche Angst, daß er alles, was damit infiziert ist, ausrotten will. Wenn das nicht ein Kompliment ist. …

Durch diese Personalzusammenstellung ist dokumentiert, daß nicht Pläne, nicht Vorbereitungen, sondern der Geist als solcher verfolgt werden soll. Vivat Freisler!

Das auszunutzen ist nicht Deine Aufgabe. Da wir vor allem für den heiligen Ignatius sterben, sollen seine Jünger sich drum kümmern. Aber Du mußt ihnen diese Geschichte liefern …


AUS: Helmuth James Graf von Moltke, Letzte Briefe, Zürich 1997 (detebe), Seite 64ff.

Der zitierte Brief an Freya von Moltke wurde vom Tegeler Gefängnispfarrer unter Lebensgefahr überbracht. Ihm folgte am gleichen Abend noch ein zweiter Brief – beide datiert auf den 10. Januar 1945 – und ein dritter am verhandlungsfreien 11. Januar 1945.

Am 12. Januar wurde Helmuth James Graf von Moltke zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee im Alter von 37 Jahren ermordet.


1) F., gemeint ist Freisler, der Präsident des Volksgerichtshofes

2) Vater Helmuth von Moltke (1876-1939) und …

3) Mutter Dorothy geborene Rose Innes (1885-1935) von Südafrika waren aktive Mitglieder von Christian Science

4) Hinweise zum „Kreisauer Kreis“ – der Begriff wurde von den NS-Untersuchungsbehörden nach dem 20. Juli 1944 geprägt, die Widerstandsgruppe selbst hat sich nie so genannt – hier.

Die letzten Briefe Moltkes werden jetzt seit Januar 2009 bzw. 2011 ergänzt durch …

– die Erstveröffentlichung seines Tagebuches in und weiterer wesentlicher Briefe aus der Haft 1944/45. Diese Neuausgabe erhält auch die bisher veröffentlichten (s.o.) letzten Briefe.

– die bisher unbekannten Abschiedsbriefe zwischen Helmuth James von Moltke und Freya von Moltke aus dem Gefängnis Tegel zwischen dem Michaelitag, dem 29.09.1944 und Januar 1945.

 

 

9/11, 11-M, Staats-Gewalten und Amok …


Selten in der Menschheitsgeschichte treten zwei Ereignisse so zeitnah auf, dass der geistige Zusammenhang auch dem Geistverleugner zumindest ins Auge springt:

– Am Dienstagabend dieser Woche versuchte Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, in der ZDF-Sendung Frontal 21, massiv, die Qualitäten der Freien Waldorfschulen schlechtzureden, weil er selbst gar keinen Begriff von schulischer Qualität besitzt.

Dies darf man als einen existentiellen Angriff werten, denn die Freien Schulen leben eben vom Odem der Freiheit, der zwar die staatliche Schulaufsicht akzeptiert, aber ansonsten sich freiest zu entfalten versucht: Europa und die Welt haben so in 90 Jahren weit über 1000 Freie Waldorf- oder Rudolf Steiner-Schulen geschaffen, die – wenn sie ausgewachsen sind – teilweise besser als ihre Staatsschul-Nachbarn dastehen, wenn man die Schüler-Leistungen vergleicht.

Diesen Erfolg versucht nun am Dienstagabend ein deutscher Beamter in aller Öffentlichkeit schlechtzureden. Nicht irgendwer – und nicht irgendwo …

– Am Mittwochmorgen läuft ein 17jähriger ehemaliger Realschüler in Winnenden bei Stuttgart in seiner ehemaligen Realschule Amok – und tötet dabei acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen, drei weitere Personen und schliesslich sich selbst.

Niemand unterstellt einem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes irgendwelche menschenkundlichen Kenntnisse oder gar Karmafragen.

Aber könnte es nach diesem tragischen Geschehen nicht doch an der Zeit sein,  die machtheischenden Staatsschulorgane weg vom schein-elitären Gehabe  zu den Verwaltungsaufgaben hin zu entwickeln, die sie haben:

Ein freies Land freier Bürger zu entwickeln.

Die Schuleltern freier Schulen und die dort tätigen Lehrer zeigen tagtäglich zumeist, dass das geht!


Dieser durch nichts zu rechtfertigende und entschuldbare Angriff auf die Freien Waldorf- bzw. Rudolf Steiner-Schulen und der Winnender Amoklauf geschahen übrigens genau 7 1/2 (in Worten: siebeneinhalb) Jahre nach 9/11/2001 in NYC/USA – und exakt am 5. Jahrestag der Anschläge von Madrid vom 11. März 2004. … – Zufall!?

No, nein! – Die Beamtenschaften Deutschlands in Schule, Hochschule und Medien wie dem „öffentlich-rechtlichen“ ZDF machen sich ganz billig wider besseren Wissens zum ganz langen Arm der Mächte, die schon „den Führer“ stützten, dem wir ja dieses deutsche Berufsbeamtentum mit verdanken. – Oberpeinlich – nein, menschheitsverbrecherisch kriminell(!) -, denn die vollkommen unschuldigen Opfer dieser ideologischen volksverhetzenden Lügen werden durch nichts wieder lebendig.

Waldorflehrer erteilen Gott sei Dank(!) keine Zensuren – auch für solche geistigen Minderleistungen einmaligen Kalibers nicht -, auch, weil sie wissen, dass die Taten und Untaten jedes Menschen so oder so ihren gerechten Richter finden.


Gunther Thriene

 

 

Warum ICH-Biographieberatung keine Waldorfschule ist …


… an denen Kinder und Jugendliche evtl. von jähzornigen Lehrern verprügelt werden*:

… Aber auch der Kulturimpuls Rudolf Steiners ist durch schwere Stunden gegangen. Sein Werk ist früh in linke Hände gefallen. Wer heute in der Anthroposophischen Gesellschaft noch lebendiges Wirken sieht, verwechselt die Aktivitäten dort mit der Geschäftigkeit von Friedhöfen. Die Dornacher Anthroposophische Gesellschaft ist an Steiner selber gescheitert. Der süße Freiheitsduft der lebendigen Anthroposophie war den amtlichen Protagonisten, die sich in der Gesellschaft profitabel einrichten konnten, stets zuwider.
Eine Funktionärsclicque egal ob in Anthroposophischer Gesellschaft, Bund der Waldorfschulen oder Freunde der Erziehungskunst betreibt angeblich Anthroposophie. In Wahrheit sind es Totengräber der anthroposophischen Substanz. Ein neuerliches Dokument aus den Grüften, mit dem die Aufarbeitung der Berliner Krise versucht wurde, beweist den Klammergriff dieser virulenten Lemuren, die am Leichnam werkeln bis zum völligen Verzehr des letzten Lebenssaftes, daß man in der freien Hochschule für Geisteswissenschaft eine berechtigte Einrichtung sehen könnte. Dennoch, es verschlägt einem die Sprache über die Verkommenheit der Moral der bestallten Funktionäre, die sich noch der Erpressungsversuche rühmen, mit denen sie die Wahrheit suchenden Verfasser unter ihre Knute zwingen. Nebenstehende Dokumente sprechen für sich: aufrechte Anthroposophie ist in dieser Gesellschaft nicht möglich. … , …

… schreibt Wolfgang Suhrmann, Berlin.

Ich muss das aus anderer Perspektive leider bestätigen. Innerhalb dieser Gesellschaft und Bewegung treiben sich mittlerweile auch regelrecht kriminelle, menschheitsverbrecherische Elemente herum, die jedwede Zusammenarbeit geradezu verbieten. Mir bekannte Neonazis auch im Vorstand des Dornacher GOETHEANUM – sie selbst würden das drecksverlogen vehement abstreiten(!) – bilden eben nur einen ekeligen neonazistischen Sumpf – weltweit bestens ‚getarnt‘ als Freie Waldorfschule, Rudolf Steiner-Haus oder -Schule etc. pp. …

Mehr als das obige Zitat hier zum Beleg sollte einem aber dieser Tatbestand auch nicht wert sein.


GUTES NEUJAHR 2009!

Gunther Thriene


*) Warum sich der Bund der Freien Waldorfschulen in die Nähe krimineller Vereinigungen begibt, indem er lauthals verkündet, dass Rudolf Steiner richtigerweise sich gegen die Prügelstrafe ausgesprochen hat, man aber heute Schulkolleg(i)en in den eigenen Reihen duldet, die sogar monatelang Kollegen deckten, die von der Notwendigkeit „pädagogischer Ohrfeigen“ auf Elternabenden(!) – und widerspruchslos – schwadronierten, bleibt deren ganz und gar ungeisteswissenschaftliches „Geheimnis“.

Anm.: Seit der Veröffentlichung dieses kurzen Artikels  erhält dieser – nur dieser(!) – tagtäglich geschätzt etwa 5 „Viagra“-Spam-Kommentare. Dies war mir kein Rätsel. Jetzt aber kann man wissen, wer hier vergeblich seinen Absatz zu erhöhen versucht:  „… dann hat Papst Benedikt XVI. bzw. der Vatikan eine Viagra-Fabrik gekauft! Und zwar die „Pfizer“-Produktionsstätte in Nerviano bei Mailand, wie die Wirtschaftszeitung „Milano Finanza“ enthüllte.“, so die Aussage von Frau Marion Knapp, Berlin.


„Wie rettet man sein Ich aus den Wirbelstürmen der Zeit?“

 

…, fragt Alexander Kissler in seiner Rezension der Moltke-Biographie.

Man liest dieses Buch, das über 20 Jahre „wuchs“ – und dennoch ein Fragment blieb -, oft berührt. Da versucht einer Geschichte so detailliert zu beschreiben – das veröffentlichte Fragment von etwa 300 Seiten ist eine Kürzung aus 2000 Seiten Typoskript -, um das Wesentliche deutlich zu machen.

Und: Obwohl uns nur ein grossartiges Fragment bleibt, sagt es alles.

Kurz vor dem Ende beschreibt Jochen Köhler folgendes: Der 1907 geborene weltgewandte Helmuth James von Moltke hatte sich selbst bereits journalistisch betätigt, weil er gute Bekannte, ja Freunde, in den Kreisen auch der Internationalen Presse in Berlin gefunden hatte.

… Im Februar 1931 führte er zusammen mit Dorothy Thompson ein Interview mit Gottfried Feder – von dem das NSDAP-Parteiprogramm stammte – und einem der Strasser-Brüder vom sozialistischen Flügel der NSDAP: «Er fand die beiden weder närrisch noch wild», er verstand sie einfach nicht: «Es sei, als ob man Astronomie mit jemandem diskutiert, der glaubt, nicht die Sonne sei das Zentrum unseres Systems, sondern, sagen wir, der Saturn», berichtet die Mutter …

… Dorothy von Moltke in ihrem wöchentlichen Brief an ihre Eltern in Südafrika am 07.02.1931. Sie spricht so wenige Jahre vor ihrem plötzlichen Tod im Jahre 1935* aus, was war und wurde: Saturn anstatt Sonne.

Wir dürfen wählen, ob wir wieder den Zelotenweg gehen wollen – oder eben nicht.

Ich persönlich ziehe die Rettung meiner Seele dem allerdings unbedingt etwas vor …

 

Gunther Thriene

 

*) Dorothy von Moltke starb am 11. Juni 1935 bei einem Besuch der Verwandten von Rittberg in Białowąs/Balfanz, Westpommern.

 

„Spielraum der Freiheit“ – oder wie man den auch verspielen kann …

 

Stephan Märki macht in diesem bedeutenden gestern in der SZ erschienenen Artikel richtig und wichtig darauf aufmerksam, dass Kunst nicht die Aufgabe hat, „den Staat“ o.s.ä. „zu repräsentieren“, weil ein Staat so die Kunst ihrer eigentlichen Aufgabe beraubt:

 

… Ich meine die Erwartung einiger Menschen, dass ein Theater wie das unsere in Weimar als junges Thüringisches Staatstheater „repräsentativ“ sein müsse. Gemeint ist damit wohl die Widerspiegelung des Selbstverständnisses einer oder mehrerer sich für relevant erklärender Gruppen auf der Bühne, in der theatralischen Aktion.

Wir haben Beispiele solcher Repräsentation auf dem Theater des 17. und 18. Jahrhunderts, als der Adel sich gespiegelt sehen wollte, und auch im 19. Jahrhundert, als das Bürgertum an seine Stelle trat. Diese Erwartung ist vor dem Hintergrund der tiefen und wohl irreversiblen Geisteskrise auch des Bürgertums nach zwei Weltkriegen und fortdauernder, wachsender Gewalt selbst im zivilen Bereich vom Theater nicht mehr zu erfüllen, und zwar aus einem schlichten Grund: So lange sich das Theater am Leitbild der Repräsentation orientiert, sucht es Ordnung zu schaffen, Staat zu machen, wie kritisch es sich auch geben mag. Dieser Grundsatz der Vereinheitlichung und Abschließung, der der Repräsentation eigen ist, erfordert den Ausschluss all dessen, was nicht ins Bild passt, was die Repräsentation stört oder sie in Frage stellt. „Repräsentation“ so Heiner Müller, „bedeutet Selektion“. Es gibt keine Repräsentation ohne Ausschluss und Opfer.

Gewalt bestimmt nicht nur unser Handeln, sondern auch unser Denken. Kunst und Theater bieten einen Raum an, wo solcher Gewalt im Spiel widersprochen wird: einen ästhetischen Übungsraum für die Zivilgesellschaft.

 

Der ganze Text hier1: „Stephan Märki ist Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Bei dem hier abgedruckten Text handelt es sich um die gekürzte Fassung eines Referats, das Märki bei einer Tagung gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Weimar gehalten hat.“

Man kann es den politisch etwas Bornierten oder denen mit ganz dunklen Absichten auch mit Goethe2 und Schiller3 und 200 Jahre nach denen nicht oft genug sagen.

 

Gunther Thriene

 

1) Ursprünglicher Link: http://archiv.sueddeutsche.de/055381/934/2628989/Spielraum-der-Freiheit.html

2) »Natur und Idee lässt sich nicht trennen, ohne dass die Kunst sowie das Leben zerstört werden.«

3) Siehe: »Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen«

 

 

„Karma-Erkenntnis – Warum?“

 

Eher selten noch findet man Literatur zu Selbst- und Schicksalserkenntnis, die erhellend ist und bereinigend wirkt:

 

„… Von den sieben nachatlantischen Epochen nimmt die griechische Zeit eine Mittelstellung ein. Sie ist die Zeit größter Harmonie zwischen den Wesensgliedern des Menschen. Das Ankommen auf der Erde hat hier seinen Höhepunkt erlangt. Die liebevolle Zuwendung zur künstlerisch-kulturellen Gestaltung findet in vielen Lebensbereichen einen Ausdruck.

Unser heutiger fünfter Kulturzeitraum hat sich von diesem Ideal wieder entfernt und geht neuen geistigen Impulsen entgegen. Der Entfaltung dieser Epochen liegt eine Gesetzmäßigkeit zugrunde, die man bei subtiler Betrachtung bestätigt findet.

Das starke Interesse, welches in weiten Kreisen für die ägyptische Kultur besteht, hat seine Grundlage in der Tatsache, dass in vieler Beziehung in dieser frühen Zeit die Grundlage für unsere heutige Technik und den Materialismus gelegt worden ist. Dem scheint zu widersprechen, dass doch eine ausgedehnte Vorstellung einer jenseitigen Welt bei den Ägyptern vorhanden war. Wenn man die okkulten Riten und Praktiken aus geistiger Anschauung betrachtet, kann aber deutlich werden, dass wir in direkter Spiegelung zur ägyptischen Kultur stehen. Viele gegenwärtige karmische Verwirrungen haben ihr ursächliches Gegenbild in der damaligen Zeit. So genügt es in vielen Fällen nicht, dass man einige dramatische Leben aus den letzten Jahrhunderten kennt, sondern, dass es gelingt, an den wichtigen Knotenpunkt in der Empfindungsseelenentwicklung heranzukommen. Unser heutiges Leiden und die Unfähigkeit, Konflikte lösen zu können, hängt oft mit Fesselungen durch magische Praktiken zusammen. Es sind meistens Gruppen von Menschen, die damals als Täter und Opfer eine okkulte Verbindung unguter Art eingegangen sind. Eine solche Bindung kann in etlichen Inkarnationen weitere karmische Spannungen unbewusst ausgelöst haben. In dem jetzigen Leben ist für viele Menschen der Moment gekommen, in dem diese Ursache wie ein eitriges Geschwür aufbricht und nach Wundbehandlung und Heilung ruft. Deshalb führen die höheren Mächte diese Gruppen wieder zusammen, entweder innerhalb einer Familie oder in Arbeitszusammenhängen. …“

 

Aus: Heide Oehms, Karma-Erkenntnis – Warum? Innere Entwicklung als Grundlage geistiger Fähigkeiten, Seite 140f.

Sehr viel mehr wert als eine Sigmund Freud-Gesamtausgabe-Schmökerei ist die Lektüre allemal: Das Buch ist auch Resultat eines auch unter Anthroposophen eher sehr selten anzutreffenden ernsthaften Erarbeitens der Schriften und Vorträge Rudolf Steiners. Heide Oehms beschreibt es auch so: An den wirklich wichtigen Wegmarken der eigenen Entwicklung hilft keine „Wir-Gruppenseele“ oder gar „Sekte“ – und hiesse sie auch AAG und Bewegung. Jahrelang war sie selbst auf der Suche nach Menschen, die ihr weiterhalfen – auch und gerade in diesen Kreisen …

Die Beschreibung dieses Studiums ist eindrücklich, bei Fallbeschreibungen bleibt sie diskret und anonym. Genau da fingen aber meine eigenen Fragen an: Wo und wie unterscheidet man billigeren Mediumismus von wirklicher Karma-Erkenntnis?

Nachtrag 12.10.08: Wen interessiert das? – Es sollte jeden Menschen interessieren in schwarzmagischen Zeiten, in denen um jede auch schon tote Seele kriminell gekämpft wird, um damit ganze Völker an der Nase herum zu führen wie jetzt gerade Österreich am Unfalltod eines bekannteren Politikers* wieder einmal „vorführt“.

 

Gunther Thriene

 

*) Siehe dazu auch Anm. 3) hier.