Monatsarchiv für Dezember 2009

 
 

“Demokratie nicht mehr als das Gegenteil der Diktatur, sondern als ihre Kehrseite …”


Richard Wagner beschreibt treffend die vollkommen unhaltbaren Zustände in Europa 20 Jahre nach der “Wende”, der “rumänischen Revolution” mit weit mehr als tausend Toten:

… Und heute? Man prangert im privaten Gespräch Korruption und Vetternwirtschaft an, und mitten drin klingelt das Telefon, und am Telefon ist, wie immer, ein guter Bekannter, einer aus der Seilschaft, der sein Anliegen jetzt wortreich vorträgt. Natürlich geht man darauf ein, wie sollte man ihm, dem Lieblingsneffen, einen Herzenswunsch verweigern? Rechnet man die Problematik gesamtgesellschaftlich hoch, so erscheint die Demokratie nicht mehr als das Gegenteil der Diktatur, sondern als ihre Kehrseite. Das ist die missliche Lage Rumäniens zwanzig Jahre danach. Es nimmt die Kehrseite ein.

Richard Wagner bleibt bescheiden – und benennt nur Rumänien …               Weitere Katastrophen sind so vorprogrammiert.


Gunther Thriene



Weihe-Nacht


Alle Welt befindet sich wie jedes Jahr in einer aussergewöhnlichen weil selbstgemachten Stresssituation: Auch heuer beginnt am 24. Dezember mit dem Heiligen Abend das Weihnachtsfest – und es scheint, als müsse bis dahin alles nur Erdenkliche “fertig sein”.

Der Kosmos selbst zeigt etwas ganz anderes: Die Sonne selbst hielt am 21.12.2009 um 18.47 MEZ über dem südlichen Wendekreis inne – und wendet sich von da an wieder ganz langsam der halbjährigen Wanderung bis zum nördlichen Wendepunkt zu.  Erst drei Tage später feiert die Menschheit die Geburt des nathanischen Jesusknaben.

Seit der Spaltung der Christenheit in West- und Ostrom ist auch dieses Fest zeitlich geteilt. Die orthodoxe Christenheit feiert “ihren Heiligen Abend” am Dreikönigstag und Weihnachten am 07.  Januar.  Sie feiert die Geburt des salomonischen Jesusknaben.

Nun sind diese Dinge über 2000 Jahre Geschichte, die aber durch die damalige einmalige – und unwiederholbare – Inkarnation der Christuswesenheit zur Zeitenwende wurde.

Erleben wir Christen heute zeitgemäss die zwölf Weihe-Nächte wirklich, so können wir von der Geburt des Christus heute wissen. Es offenbart sich uns durch sein Wirken quasi die Wiedergeburt des Weihnachtssterns in seiner Bedeutung für jeden, wirklich jeden Menschen.

Was vor 2000 Jahren Zeitenwende war, wird dadurch heute zu einer Möglichkeit der Freiheit für jeden Menschen auf der ganzen Welt, wenn er aus der wunderbaren Geschichte, die uns heute noch in jedem freudestrahlenden Kinderglück begegnen kann, die Quintessenz zieht – und die Geschichte, seine Geschichte verwandelt und zum Weltenzeitenwendeanfang macht.

Frohe und friedliche Weihnachten!


Gunther Thriene



Der liebe, gute Weihnachtsmann – und die Waldorfschöler …


Lieber, guter Weihnachtsmann,
guck mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
will auch immer artig sein!


Mönchengladbach: Jugendliche sammeln in Wickrath für eigene Tasche

zuletzt aktualisiert: 15.12.2009

Mönchengladbach (RP) Vier etwa 14-jährige Jungen sollen in Wickrath Geld für das eigene Portemonnaie gesammelt haben. Das teilte die Polizei gestern mit. Bereits am vergangenen Freitag hatten sie bei einer Anwohnerin an der Trompeterallee geklingelt. Sie gaben an, für Renovierungsarbeiten der Rudolf-Steiner-Schule zu sammeln und hielten eine angebliche Schulbescheinigung vor. Diese trug zwar einen Stempel, enthielt aber derart viele Rechtschreibfehler, dass die Anwohnerin misstrauisch wurde und eine Spende ablehnte. Sie rief in der Schule an, wo sie erfuhr, dass es keine Spendenaktion gibt. Die Polizei fragt, bei wem die Jungen noch Spenden sammeln wollten. Hinweise unter Tel. 02161 290.


Der Polizeibericht dazu:


14.12.2009 | 15:47 Uhr

POL-MG: Jugendliche sammelten in Wickrath in eigene Tasche

Mönchengladbach-Wickrath (ots) – Bereits am vergangenen Freitag, 11.12.09, traten im Bereich der Trompeterallee in Wickrath vier etwa 14-jährige Burschen auf. Sie klingelten bei einer Anwohnerin, gaben vor, für Renovierungsarbeiten der Rudolf-Steiner-Schule zu sammeln und hielten eine angebliche Schulbescheinigung vor. Diese vermeintliche Bescheinigung trug zwar einen Stempel, enthielt aber derart viele Rechtschreibfehler, dass die Anwohnerin zu Recht misstrauisch wurde und eine Spende ablehnte. Vielmehr rief sie anschließend in der Schule an, wo sie erfuhr, dass tatsächlich keine Spendenaktion durchgeführt wird.

Die Polizei fragt, bei wem die Burschen noch vorstellig wurden und Spendengelder sammelten. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei unter Telefon 02161-290.

Pressestelle Polizei Mönchengladbach
Tel.: 02161 / 292020


 

 

Apropos Friedensnobelpreis …


Dasjenige, was ein ewiges Friedensideal ist, das wird niemals durch ein Tröpfchen Blut erreicht, das hervorgerufen worden ist durch ein Kriegsinstrument. Das muß auf ganz andere Weise in die Welt gesetzt werden! Und sei es wer immer, der da sagt, er kämpfe für den Frieden und müsse deshalb Krieg führen, Krieg bis zur Vernichtung des Gegners, um Frieden zu haben, der lügt, wenn er sich dessen auch nicht bewußt ist, wer er auch immer sein möge.


Rudolf Steiner: Vortrag, Dornach, 18. Dezember 1916


Jugendbachchor Kronstadt: F. Mendelssohn VERLEIH UNS FRIEDEN

 

Man studiere dazu den aktuellen Artikel in der FAZ – insbesondere die Statistik dort: 

Rüstungsindustrie: Das Geschäft mit dem Krieg kennt keine Krise



Goethe über die Schweiz: “Wo ist hier Freiheit?”


- und kannte der Geheimrat schon elektronische Fussfesseln!?

 

 

 

Herta Müller: “Ich mag das Wort Heimat nicht.”


… Ich mag das Wort “Heimat” nicht, es wurde in Rumänien von zweierlei Heimatbesitzern in Anspruch genommen. Die einen waren die schwäbischen Polkaherren und Tugendexperten der Dörfer, die anderen die Funktionäre und Lakaien der Diktatur. Dorfheimat als Deutschtümelei und Staatsheimat als kritikloser Gehorsam und blinde Angst vor der Repression. Beide Heimatbegriffe waren provinziell, xenophobisch und arrogant. Sie witterten überall den Verrat.
Beide brauchten sie Feinde, urteilten gehässig, pauschal und unverrückbar. Beide waren sich zu schade, ein falsches Urteil jemals zu revidieren. …


Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin 2009, in “Der König verneigt sich und tötet”

Ihre wunderbare Stockholmer Nobelvorlesung “Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis” dokumentiert die Nobelstiftung hier1. Die Bildsprache Herta Müllers, ihre den Leser und/oder Zuhörer berührenden Imaginationen zeigen gleichzeitig, wie gute Kunst diesen Teufelskreis eben auch durchbrechen kann.

Abermillionen von traumatisierten Europäern ist solche Literatur heilsam, weil die zerstörende o.g. Dualitäts-”Mühle” ihnen selbst – ohne Kunst – noch ausweglos erscheint – und allein intellektuelle Erklärungen das Herz kaltlassen, die Seele nicht berühren …


… Securitate bedeutet Sicherheit – eine fratzenhafte Verzerrung des Begriffs!
Der ungarische Schriftsteller und Dissident György Dalos erkannte schon früh: „Das Problem ist nämlich, dass die Vergangenheit nicht einfach die Diktatur ist, sondern auch die Menschen, die in dieser Diktatur lebten“. In den einstigen Diktaturen haben sich die Menschen über mehrere Generationen an den Mangel an Offenheit gewöhnt. Und auch 20 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft misstraut man noch immer dem Versuch von Historikern, die Machtmechanismen und Untaten offenzulegen.

So auch in Rumänien, wo die Menschen über Generationen der Staatsmacht hilflos ausgeliefert waren und kaum Bewusstsein für den Unrechtsstaat entwickelten. …2


Was für ein Europa wollen wir!?

Um der Menschen willen sollte es eine Insel für Kunst und Wissenschaft sein.


Gunther Thriene


1) German, English, French, Spanish, Swedish, these languages also there in PDF

2) Unter dem Titel „Deutsche Literatur in Rumänien im Spiegel und Zerrspiegel der Securitate-Akten“ fand am 7. und 8. Dezember 2009 in München ein umfangreiches Internationales Symposium statt, das vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität (IKGS) und vom Consiliul National pentru Studierea Arhivelor Securitãtii (CNSAS) veranstaltet wurde.


Sofia Gubaidulina’s “Seven Words” performed in Eurythmy …

 

 

 

Der Bologna-Prozess kann niemals scheitern …


… nur muss der Ansatz ein etwas anderer sein*.


Gunther Thriene


*) Alternativ: Die 34 Seiten im PDF-Format auch hier oder in Buchform:

Rudolf Steiner

Das gespiegelte Ich

Der hier erstmals in einer Einzelausgabe publizierte «Bologna-Vortrag» zeigt, wie Rudolf Steiner an das Leib-Seele-Problem vor einem philosophischen Publikum herangegangen ist. Ausgehend von der Frage, wo sich das Ich eigentlich befindet, gibt er die Antwort, dass sich dieses Ich gar nicht im Leibe, sondern außerhalb befindet und den Leib als Spiegel zur Bewußstwerdung einsetzt.

Der Bologna-Vortrag – die philosophischen Grundlagen der Anthroposophie

Vortrag auf dem IV. Internationalen Kongreß für Philosophie am 8. April 1911 in Bologna sowie ergänzende Materialien

Herausgeber: Einleitung von Andreas Neider

Seiten: 112, Kartoniert

978-3-7274-5392-2

Rudolf Steiner Verlag


 

Brahma Kumaris: Tao of the Traveller und Raja Yoga

 

Brahma Kumaris vertritt und verbreitet den Raja Yoga. Es ist interessant, an diesem kleinen Ausschnitt aus dem Film TAO OF THE TRAVELLER den “Einstieg in die Lebensreise” dargestellt zu sehen, weil er Parallelen zu Krishnamurtis Biographie aufweist, aber auch sehr schön zeigt, wie durch die geisteswissenschaftliche Tatsache, die Rudolf Steiner 1924/25 WELTENZEITENWENDEANFANG genannt hat, eine neue Qualität im Denken, Fühlen und Wollen möglich wurde und auch notwendig wird: