Monatsarchiv für August 2009

 
 

Goethes “Erkenne dich selbst” …


Pünktlich zu Goethes heutigem 260. Geburtstag legt Rüdiger Safranski sein wichtiges Buch über die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller vor, die von manchen als Grundlegung der später als Anthroposophie bezeichneten Geisteswissenschaft Rudolf Steiners verstanden wird, wenn diese denn überhaupt begriffen wird – was eher gar nicht bis äusserst selten der Fall ist …

Umso mehr erfreut, dass Safranski bereits im Prolog seiner Neuerscheinung die Grundlagen dieser Freundschaft benennt – und dabei auf Goethes Verhältnis zur Selbsterkenntnis zu sprechen kommt:

… Goethe bekannte einmal, daß die so bedeutend klingende und kanonische Anweisung ›Erkenne dich selbst‹ ihm stets verdächtig vorgekommen sei, weil man beim Blick in sich selbst niemals genau unterscheiden könne zwischen dem Gefundenen und dem Erfundenen. Er empfiehlt den Umweg über die Welt, denn der Mensch kennt nur sich selbst, sofern er die Welt kennt und von ihr erkannt wird. Deshalb, erklärt Goethe, habe er in reiferen Jahren, statt sich ins Spiegelkabinett zu verirren, die Aufmerksamkeit darauf gerichtet, in wiefern andere mich wohl erkennen möchten, damit ich in und an ihnen, wie an so viel Spiegeln, über mich selbst und über mein Inneres deutlicher werden könnte. In dieser Hinsicht mußte Schiller für ihn ein Glücksfall sein. …1

Goethes Verhältnis zur Welt ist kein materialistisches, sondern ein zunehmend geistiges. Allein schon dieses kleine kleinodienhafte Zitat entlarvt das Lügengespinst der wider Goethe bis heute virulenten jesuitischen Verunglimpfungen seiner Individualität, an der sich leider heutzutage auch “Anthroposophen” beteiligen: Nur ein geistiger Mensch wie Goethe ist überhaupt zu einer wirklichen Selbsterkenntnis fähig.2

Gemittelt 255 Jahre nach beider Geburtstag – Schillers 250. feiert die Menschheit in wenigen Wochen am 10. November 2009 – dürfen wir uns an diesem Erkenntnisfest zwischen zwei Buchdeckeln hoch erfreuen.


Gunther Thriene


1) Zitat aus Goethes BEDEUTENDE FÖRDERNIS DURCH EIN EINZIGES GEISTREICHES WORT: “… Hiebei bekenn ich, daß mir von jeher die große und so bedeutend klingende Aufgabe: »Erkenne dich selbst!« immer verdächtig vorkam, als eine List geheim verbündeter Priester, die den Menschen durch unerreichbare Forderungen verwirren und von der Tätigkeit gegen die Außenwelt zu einer innern falschen Beschaulichkeit verleiten wollten. Der Mensch kennt nur sich selbst, insofern er die Welt kennt, die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird. Jeder neue Gegenstand, wohl beschaut, schließt ein neues Organ in uns auf. …”

2) Ein ähnlich gravierendes Missverständnis benennt in dieser hier als Video erhaltenen Rede Krishnamurti über den oft falsch gebrauchten Begriff “meditieren” bzw. “Meditation”.


“Rolf Hochhuth: Wowereit mit Hitler verglichen”


… titelt FOCUS – und kanzelt dann mehr oder weniger Rolf Hochhuth ab. Man kann zu Hochhuths Werk stehen wie man will: Ohne ihn wären die machtheischenden Machenschaften der Päpste als Steigbügelhalter der Nazis und anderer rechter Regime nur Wenigen deutlich geworden …

Tatsache ist auch, dass der Deutschen nur noch kriminell zu nennende Kultur- und Bildungspolitik einem Hochverrat eines Volkes an sich selbst gleichkommt, was der Bürger aber eigentlich seit Nietzsches Feststellung von der “Extirpation des deutschen Geistes zu gunsten des deutschen Reiches” wissen könnte.

Gestern las ich als Untertitel einer (deutschen) Webseite:

ES IST NICHT UNGEFÄHRLICH, WENN EIN VOLK LESEN UND SCHREIBEN KANN.

Da stellt sich die Frage, was dieser Autor uns Deutschen sagen will. – Und: Denken können wäre manchmal ooch nich schlecht, waah(?!) …


Gunther Thriene

 


“Wir sind das Volk!” machen Wahlk(r)ampf …


… und wie(!!!) …


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23. August: 70 Jahre Hitler-Stalin-Pakt …


… und Deutschland und Russland geben sich 2009 beide schwerst lernbehindert – wieder einmal: Nicht Deutsche und Russen, aber deren staatliche “Repräsentanten” tun permanent penetrant blöd.

 Traurig, aber wahr.

 


 

Bleiben “Deutscher” und “Kriegsverbrecher” ewige Synonyme!?


[Synonyme = sinnverwandte, sinngleiche Wörter]


… Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und kein aggressives Kriegswerkzeug, damit die Amerikaner mit erfundenen Gefahren überall auf der Welt imperiale Eroberungen durchführen können, und jeder der ihnen Widerstand leistet wird zum Terroristen erklärt. Wer das mitmacht, schönredet und unterstützt ist Mittäter bei einem Massenmord! Gerade Deutschland müsste als Lektion aus der Vergangenheit und aus den Lehren der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse ihrem sogenannten “Freund und Partner” die rote Karte zeigen, das machen wir nicht mit und so nicht! Aber sie sind eine feige Bande, haben kein Rückgrad, sind dressierte Pudel die jeden kriminellen Befehl der aus Washington kommt gehorchen. …

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Demokratie und Freiheit missbraucht …


Der Dirigent Claudio Abbado:

“Wenn ich im Ausland oder sonst wo von Italien spreche, dann rede ich nicht von den Regierenden, sondern darüber, was hier meiner Meinung nach nicht stimmt. Immer öfter werden die Begriffe Demokratie und Freiheit falsch gebraucht, so wie es einem gerade in den Kram passt.”

Mehr Verständnis für das Fremde
Abbado ist mit von der Partie. Und zusammen mit ihm Martha Argerich und Daniel Barenboim, Hélène Grimaud und Dutzende von Musikern der bekanntesten italienischen und auch europäischen Orchester: der Accademia di Santa Cecilia, der Wiener Philharmoniker, des Opernhauses La Fenice in Venedig, des San Carlo in Neapel und vieler anderer. So entstand das “Human Right Orchestra”, kurz HRO.

Die Künstler wollen mit ihrem Engagement für mehr Verständnis den Fremden gegenüber aufrufen, die nach Italien und sonst wohin in Europa kommen. Auf der Suche nach einem neuen, einem besseren Leben. So wurde in Rom, im Senat, der ersten Kammer des italienischen Parlaments, die Initiative “Musicisti senza frontiere”, Musiker ohne Grenzen, aus der Taufe gehoben.

Daniel Barenboim, einer der Schirmherren der Initiative, meint: “Es gibt eine Menge an Rechten zu verteidigen. Unsere Regierungen haben vielleicht gar nicht mehr die Zeit, angesichts so vieler anderer Probleme, wie zum Beispiel der Wirtschaftskrise, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, so, wie es eigentlich sein sollte. Deshalb es ist unsere Verpflichtung als Künstler und Privatpersonen uns hier einzusetzen.” …

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Sehr geehrter Herr Grundeinkommen!

 

Räusper, ähem … Was ich bemerken wollte …