Monatsarchiv für März 2009

 
 

Die Wahrheit erkennen …

 

Oder: Von gegenwärtiger Geschichte …

Am Abend des 10. Januar 1945, dem 2. und letzten Verhandlungstag unter der Anklage des Hochverrats vor dem NS-Volksgerichtshof in Berlin, schrieb Helmuth James Graf von Moltke in sicherer Erwartung eines Todesurteils seiner Ehefrau Freya u.a. folgendes:


… Letzten Endes entspricht diese Zuspitzung auf das kirchliche Gebiet dem inneren Sachverhalt und zeigt, daß F.1 eben doch ein guter politischer Richter ist. Das hat den ungeheuren Vorteil, daß wir nun für etwas umgebracht werden, was wir a) getan haben, und was b) sich lohnt. Aber, daß ich als Märtyrer für den heiligen Ignatius von Loyola sterbe – und darauf kommt es letztlich hinaus, denn alles andere war daneben nebensächlich -, ist wahrlich ein Witz, und ich zittere schon vor dem väterlichen Zorn von Papi2, der doch so antikatholisch war. Das andere wird er billigen, aber das? Auch Mami3 wird wohl nicht ganz einverstanden sein . …

… Wir4 haben nur gedacht, und zwar eigentlich Delp, Gerstenmaier und ich, die anderen gelten als Mitläufer …

Und vor den Gedanken dieser drei einsamen Männer, den bloßen Gedanken, hat der N.S. eine solche Angst, daß er alles, was damit infiziert ist, ausrotten will. Wenn das nicht ein Kompliment ist. …

Durch diese Personalzusammenstellung ist dokumentiert, daß nicht Pläne, nicht Vorbereitungen, sondern der Geist als solcher verfolgt werden soll. Vivat Freisler!

Das auszunutzen ist nicht Deine Aufgabe. Da wir vor allem für den heiligen Ignatius sterben, sollen seine Jünger sich drum kümmern. Aber Du mußt ihnen diese Geschichte liefern …


AUS: Helmuth James Graf von Moltke, Letzte Briefe, Zürich 1997 (detebe), Seite 64ff.

Der zitierte Brief an Freya von Moltke wurde vom Tegeler Gefängnispfarrer unter Lebensgefahr überbracht. Ihm folgte am gleichen Abend noch ein zweiter Brief – beide datiert auf den 10. Januar 1945 – und ein dritter am verhandlungsfreien 11. Januar 1945.

Am 12. Januar wurde Helmuth James Graf von Moltke zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee im Alter von 37 Jahren ermordet.


1) F., gemeint ist Freisler, der Präsident des Volksgerichtshofes

2) Vater Helmuth von Moltke (1876-1939) und …

3) Mutter Dorothy geborene Rose Innes (1885-1935) von Südafrika waren aktive Mitglieder von Christian Science

4) Hinweise zum “Kreisauer Kreis” – der Begriff wurde von den NS-Untersuchungsbehörden nach dem 20. Juli 1944 geprägt, die Widerstandsgruppe selbst hat sich nie so genannt – hier.

Die letzten Briefe Moltkes werden jetzt seit Januar 2009 ergänzt durch die Erstveröffentlichung seines Tagebuches in und weiterer wesentlicher Briefe aus der Haft 1944/45. Diese Neuausgabe erhält auch die bisher veröffentlichten (s.o.) letzten Briefe.


 

 

9/11, 11-M, Staats-Gewalten und Amok …


Selten in der Menschheitsgeschichte treten zwei Ereignisse so zeitnah auf, dass der geistige Zusammenhang auch dem Geistverleugner zumindest ins Auge springt:

- Am Dienstagabend dieser Woche versuchte Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, in der ZDF-Sendung Frontal 21, massiv, die Qualitäten der Freien Waldorfschulen schlechtzureden, weil er selbst gar keinen Begriff von schulischer Qualität besitzt.

Dies darf man als einen existentiellen Angriff werten, denn die Freien Schulen leben eben vom Odem der Freiheit, der zwar die staatliche Schulaufsicht akzeptiert, aber ansonsten sich freiest zu entfalten versucht: Europa und die Welt haben so in 90 Jahren weit über 1000 Freie Waldorf- oder Rudolf Steiner-Schulen geschaffen, die – wenn sie ausgewachsen sind – teilweise besser als ihre Staatsschul-Nachbarn dastehen, wenn man die Schüler-Leistungen vergleicht.

Diesen Erfolg versucht nun am Dienstagabend ein deutscher Beamter in aller Öffentlichkeit schlechtzureden. Nicht irgendwer – und nicht irgendwo …

- Am Mittwochmorgen läuft ein 17jähriger ehemaliger Realschüler in Winnenden bei Stuttgart in seiner ehemaligen Realschule Amok – und tötet dabei acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen, drei weitere Personen und schliesslich sich selbst.

Niemand unterstellt einem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes irgendwelche menschenkundlichen Kenntnisse oder gar Karmafragen.

Aber könnte es nach diesem tragischen Geschehen nicht doch an der Zeit sein,  die machtheischenden Staatsschulorgane weg vom schein-elitären Gehabe  zu den Verwaltungsaufgaben hin zu entwickeln, die sie haben:

Ein freies Land freier Bürger zu entwickeln.

Die Schuleltern freier Schulen und die dort tätigen Lehrer zeigen tagtäglich zumeist, dass das geht!


Dieser durch nichts zu rechtfertigende und entschuldbare Angriff auf die Freien Waldorf- bzw. Rudolf Steiner-Schulen und der Winnender Amoklauf geschahen übrigens genau 7 1/2 (in Worten: siebeneinhalb) Jahre nach 9/11/2001 in NYC/USA – und exakt am 5. Jahrestag der Anschläge von Madrid vom 11. März 2004. … – Zufall!?

No, nein! – Die Beamtenschaften Deutschlands in Schule, Hochschule und Medien wie dem “öffentlich-rechtlichen” ZDF machen sich ganz billig wider besseren Wissens zum ganz langen Arm der Mächte, die schon “den Führer” stützten, dem wir ja dieses deutsche Berufsbeamtentum mit verdanken. – Oberpeinlich – nein, menschheitsverbrecherisch kriminell(!) -, denn die vollkommen unschuldigen Opfer dieser ideologischen volksverhetzenden Lügen werden durch nichts wieder lebendig.

Waldorflehrer erteilen Gott sei Dank(!) keine Zensuren – auch für solche geistigen Minderleistungen einmaligen Kalibers nicht -, auch, weil sie wissen, dass die Taten und Untaten jedes Menschen so oder so ihren gerechten Richter finden.


Gunther Thriene

 


 

Das Karma des anthroposophischen Buchhändlers …


Es gibt Tage wie diese Anfang März 2009, da treffen Bühnenkunst und Wirklichkeit manchmal so kongenial zusammen, dass man Maler Gott ehren und loben muss:

Michael Thalheimer verabschiedet sich mit einem runden “Reigen” vom Hamburger Thalia Theater“, schreibt DIE WELT und beschreibt, wie der Regisseur Arthur Schnitzlers Werk auf die Bühne bringt. – In Zeiten der Hollywood-Konkurrenz und werkimmanent gut begründet natürlich mit Sex …

Nun beginnt gerade heute ein Prozess um Sex und Big Money, so als wäre die Wirklichkeit der verlängerte Arm der theatralischen Bühne: Schiller lacht!

Anstatt des armen Sgarbi-Bürschlis aus Uznach SG/Schweiz könnte auch ein basler anthroposophischer Buchhändler heute vor Gericht auf der Anklagebank sitzen. Der aber hatte das Angebot Ernani Barettas, des Gurus der Sex-Erpressersekte, damals vor Jahren in Basel in seiner Wohnung abgelehnt – o.s.ä. …

Etwa drei Jahre später nämlich starb dieser Buchhändler anthroposophischer Bücher – und überlegt sich seitdem im Himmel, ob es nicht auch an der Zeit sei, die Bücher lesen zu lernen, die man(n) so tagtäglich verkauft …

Wünschen wir ihm, dem vom Leben der Anklagebank entzogenen Fasttäter ebenso alles Gute, wie denen vor weltlichen Gerichten!

Die wahren Helden dieser Tage aber leben auf der und für die Bühne, auch wenn einer wie Joseph Beuys die immerzu vergeblich im Bahnhof auf der Bahnsteigkante suchen wird.


Gunther Thriene


 

Schwarzmagisches Sektierertum


Unter der Überschrift … Sex, Hypnose und Gehirnwäsche in der Erpresser-Sekte … veröffentlichte die Basler Zeitung am 05.11.2008 folgendes:

… Andreas G., ein anthroposophischer Buchhändler, dessen Wohnung früher als Basis der Gruppe diente, sagte 2002 dem TA: «Ernani hat übernatürliche Kräfte, die er zum Bösen oder Guten einsetzen kann.» Er sei zunächst hilfsbereit, das schaffe Abhängigkeiten. G. hatte drei Jahre gebraucht, um von ihm loszukommen. Er verstarb schliesslich an einem Tumor.

Tatsächlich gab sich Barretta in den Neunzigern auf Visitenkarten als «Sensitivo» aus. Im Wörterbuch steht dazu: «mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch».

Irene B. zog als betagte Frau zu Barrettas Clan nach Pescosansonesco und brachte ihr ganzes Vermögen mit, um später völlig verarmt in der Schweiz zu sterben. Die unterdessen ebenfalls verstorbene Tochter sagte 2003: «Für meine sehr religiöse Mutter war Barretta praktisch ein Heiliger, die Reinkarnation Jesu.»

Sex mit dem Guru als Medizin

Dieser Halbheilige hat aber immer sehr weltlich gelebt, bediente er sich bei seinen Anhängerinnen in Sachen Sex doch wahllos – und zimmerte dabei an seinem Heilerimage. «Hatten wir Sex, sagte er mir immer, er heile mich damit», erzählt eine Abtrünnige. «Er sagte, sein Sperma sei das Blut Jesu Christi, es reinige den Geist.» Wie Sgarbi sei er wohl sexsüchtig – und habe etwas, das viele Frauen anzieht. «Wenn sie nur Ernani sagen, kriegen viele Frauen schon fast einen Orgasmus», sagte auch B.s Tochter, die ihre Mutter zweimal bei Barretta besucht hatte.

Die Idee mit dem Abschleppen reicher Frauen muss er früh gehabt haben: Andreas G. hatte von ihm mal den Auftrag erhalten, sich schicke Kleider zu kaufen und in ebenso schicke Bars zu gehen, um Frauen zu treffen. G. setzte das aber nie in die Tat um – da war Helg Sgarbi Russak das willigere Werkzeug Barrettas. …

Offensichtlich beschreibt die Basler Zeitung aber kein basler oder schweizer Problem allein:

Wolfgang Garvelmanns kürzliche Feststellung über Berliner “Verhältnisse” bekommt dadurch ein ganz anderes Gewicht: “… Judith von Halle und ihre aktiven Freunde, zuletzt Rahel Uhlenhoff, haben inzwischen schon in jungen Jahren genug Willkür durch anthroposophische Führungskräfte erfahren, ohne dass sich bis jetzt jemand dafür entschuldigt hätte.”

Verzeihung: “… anthroposophische Führungskräfte” – oder Nazis wie auch schon gehabt!?

Eindeutig Geschädigte sollten sich den Rechtsweg überlegen. – Eine mutige Münchnerin machts doch vor.

Erfahrungen weiterer und ähnlich Betroffener dürfen hier gern beschrieben werden.


Gunther Thriene